Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. André Hahn, Nicole Gohlke,
Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/7785 –
Die Invictus-Games 2023 in Deutschland
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Vom 9. bis 16. September 2023 finden in Düsseldorf die „Invictus-Games“
statt. Diese seit 2014 stattfindende Militärsportveranstaltung geht auf eine
Initiative von Prinz Harry zurück, der als britischer Militärangehöriger im
Afghanistankrieg im Einsatz war und laut seinen 2023 erschienenen Memoiren in
diesem Krieg 25 Menschen als Soldat getötet hat (siehe u. a. „Prinz Harry
brüstet sich mit 25 getöteten Taliban – Islamist wirft Royal Kriegsverbrechen
vor“ in Frankfurter Rundschau vom 7. Januar 2023 sowie „Schachfiguren und
Kollateralschäden“ in wochentaz vom 14. bis 20. Januar 2023).
Mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, AfD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
und FDP gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE. nahm der Deutsche
Bundestag am 8. November 2019 den Antrag der Fraktionen der CDU/CSU
und SPD „Invictus-Games – Das Sportereignis der versehrten Soldatinnen und
Soldaten als deutliches Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung nach
Deutschland holen“ (Bundestagsdrucksache 19/8262) an. In der Debatte
betonte die Fraktion DIE LINKE., dass sie seit Langem Ansprechpartner für
Geschädigte mit Posttraumatischen Belastungsstörungen und versehrte
Soldatinnen und Soldaten sei und dies auch weiterhin sein wird. Trotzdem lehnte sie
den Antrag ab, weil es erstens mit den Paralympics, Deaflympics und Special
Olympics sowie weiteren inklusiven und behindertenspezifischen
Möglichkeiten des organisierten Sports gute Angebote auch für ehemalige
Militärangehörige mit Behinderungen gebe und zweitens die Ausrichtung eines
Sportereignisses, das allein kriegsversehrten Soldaten gewidmet sei und sich dadurch in
Gefahr begebe, militärisches Töten zu glorifizieren, nicht zu den Dingen, die
diese Kriegsopfer brauchten, gehöre, sondern eher konkrete soziale und
gesundheitliche Hilfe, für die immer noch zu wenig Geld zur Verfügung stehe.
Insgesamt leiden nach Angaben aus der Bundesregierung 1.115 deutsche
Soldatinnen und Soldaten an psychischen Erkrankungen (
https://www.br.de/nach
richten/deutschland-welt/bundeswehr-in-mali-immer-mehr-soldaten-werden-p
sychisch-krank,TUhXcbU), die durch die über 63
Bundeswehrauslandseinsätze mit über 430 000 Soldatinnen und Soldaten (Stand: Juli 2022, siehe
Zeitschrift für innere Führung (IF) 2/23) ausgelöst worden sind und in einer
psychiatrischen Abteilung oder bei einem psychiatrischen Facharzt behandelt
Deutscher Bundestag Drucksache 20/8006
20. Wahlperiode 08.08.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung
vom 8. August 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
werden (siehe „Mali-Einsatz: Psychische Erkrankungen verdreifacht“ in „nd
Der Tag“ vom 3. Februar 2023).
Ausrichter der Spiele, an denen über 500 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer
aus 22 Nationen sowie rund 1 000 Familienangehörige und Freunde
teilnehmen werden, ist im Zusammenwirken mit der Stadt Düsseldorf der Bund, der
diese Veranstaltung auch zu 100 Prozent finanziert (siehe Antwort der
Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 90 des Abgeordneten Dr. André Hahn
auf die Bundestagsdrucksache 19/11950). Laut Homepage www. i n v i c tus
games23.de gehören zur deutschen Mannschaft 37 Personen, darunter sieben
Frauen. Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Dr. Frank-Walter
Steinmeier übernommen.
Im Jahr 2022 verkündete das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg),
dass Blaulichtorganisationen (hierzu gehören u. a. Technisches Hilfswerk,
Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Johanniter Unfallhilfe) Teil
der deutschen Mannschaft bei den Invictus-Games werden sollen. Dies ist aus
Sicht der Fragesteller problematisch, auch mit Blick auf die (andere) Rolle
von zivilen Organisationen in Konfliktregionen – die Abgrenzung zwischen
Militär und zivilen Organisationen dient dem Schutz der dort eingesetzten
Menschen, die sonst schnell als „Kombattanten“ bezeichnet werden können.
Laut einem Schreiben des BMVg vom 18. Oktober 2022 an den
Sportausschuss zu den in der Ausschusssitzung am 28. September vom Abgeordneten
Christian Görke (DIE LINKE.) gestellten Fragen zur Finanzplanung plant
die Projektorganisation der Invictus-Games 2023 mit Gesamtausgaben von
38,5 Mio. Euro. Ein Teil der Einnahmen soll von Sponsoringpartnern sowie
durch Merchandising und Ticketverkäufe für die Eröffnungs- und
Abschlussveranstaltung (alle anderen Veranstaltungen sollen kostenfrei sein) generiert
werden, sodass sich die Kosten für den Bund auf ca. 26 bis 28 Mio. Euro
belaufen sollen. Abgesehen von der Auffassung der Fragesteller, dass diese
Kosten auch im Vergleich zu anderen vom Bund geförderten Sportveranstaltungen
viel zu hoch sind, bleibt schon die Frage nach umfassender Transparenz, zum
Beispiel hinsichtlich versteckter Kosten wie z. B. die Lohnkosten (inklusive
Lohnnebenkosten und verbundene Sachkosten) der eingesetzten
Bundeswehrangehörigen. Auch die bisher bekannten Sponsoren, zum Beispiel der
Rüstungskonzern Boeing, werfen Fragen auf.
1. Welche Länder nehmen nach Kenntnis der Bundesregierung und
derzeitigem Stand mit einer Mannschaft an den Invictus-Games teil, welche
davon auch mit Angehörigen von sogenannten Blaulichtorganisationen?
Insgesamt werden nach jetzigem Stand 21 Nationen an den Invictus Games
2023 in Düsseldorf teilnehmen: Deutschland, Australien, Belgien, Kanada,
Kolumbien, Dänemark, Estland, Frankreich, Georgien, Vereinigtes Königreich,
Italien, Israel, Jordanien, Niederlande, Nigeria, Neuseeland, Polen, Rumänien,
Südkorea, Ukraine und die Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Integration von Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus den
Blaulichtorganisationen findet in dieser Form erstmals im deutschen Team statt. Informationen
zu etwaigen Angehörigen von Blaulichtorganisationen in den ausländischen
Teams liegen nicht vor.
2. Dürfen nach Kenntnis der Bundesregierung an den Invictus-Games auch
Sportlerinnen und Sportler teilnehmen, die an völkerrechtswidrigen
Kriegen (so nach Ansicht der Fragesteller zum Beispiel im ehemaligen
Jugoslawien, in Afghanistan, Jemen oder im Irak) teilnahmen?
Die Entscheidung und Vorgaben für eine Teilnahme an den Invictus Games
obliegen der Invictus Games Foundation (IGF).
3. Wie viele Sportlerinnen und Sportler werden nach Kenntnis der
Bundesregierung aus Deutschland teilnehmen, wie viele davon sind noch
Angehörige der Bundeswehr, wie viele sind Angehörige der Polizei, wie viele
sind Angehörige von Blaulichtorganisationen (bitte die jeweilige
Organisation und die Zahl der Teilnehmenden nennen), wie viele sind
Kaderathletinnen und Kaderathleten, und wie viele haben ihre dauerhafte
Behinderung bei einem Auslandseinsatz erworben?
Das deutsche Team umfasst 37 Sportlerinnen und Sportler, die alle keinem
Kader angehören:
• 33 Soldatinnen / Soldaten (davon 31 Aktive und zwei Reservistendienst
Leistende),
• vier aus den Blaulichtorganisationen (1x Feuerwehr, 1x Landespolizei
Nordrhein-Westfalen (NRW), 2x Bundespolizei).
Die Ursache für den Gesundheitsschaden der Teilnehmenden und ob dieser im
Auslandseinsatz erworben wurde, wird nicht systematisch erhoben.
Verwundung, Verletzung oder schwere Erkrankung werden gleichgesetzt.
Eine Erfassung und Differenzierung danach wann, wie und wo die Schädigung
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingetreten ist, erfolgt nicht und ist
sowohl für die Aufnahme in das deutsche Team als auch generell für die
Teilnahme an den Invictus Games unerheblich.
4. Wurde die Beteiligung von Blaulichtorganisationen an der deutschen
Mannschaft mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat
abgestimmt, und wenn ja, wann, und auf welcher Ebene?
Für die unterschiedlichen Blaulichtorganisationen wurde mit dem
Bundesministerium des Innern und für Heimat und dem Innenministerium NRW
Verbindung aufgenommen, um potenzielle Teilnehmende zu identifizieren und
letztlich über den definierten Auswahlprozess auszuwählen. Seitens der
Bundesanstalt des Technischen Hilfswerkes (THW) wurde in diesem
Zusammenhang eine Absage übermittelt. Die ersten Verbindungsaufnahmen seitens der
Projektorganisation Invictus Games 2023 fanden im November 2021 statt mit:
Bundespolizei:
Bundesministerium des Inneren und für Heimat, Referatsebene,
Federführung übertragen an: Bundespolizeipräsidium Potsdam.
Polizei NRW:
Innenministerium NRW, Abteilungs- und Referatsebene,
Polizeisportkuratorium NRW in beratender Funktion.
THW:
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.
Feuerwehr NRW:
Innenministerium NRW, Abteilungs- und Referatsebene,
Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik
Deutschland
in beratender Funktion.
5. Sind der Deutsche Behindertensportverband und andere Sportvereine
bzw. Verbände in die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der
Invictus-Games eingebunden, und wenn ja, in welcher Weise, und wie
wird deren Mitwirkung vergütet (bitte konkret die jeweiligen
Organisationen sowie Art und Umfang ihrer Mitwirkung nennen)?
Bei der Planung, Organisation und Durchführung der sportlichen Wettkämpfe
arbeiten die Invictus Games 2023 mit einer Vielzahl von Vereinen und
Verbänden wie dem Deutschen Rollstuhl Verband, dem Deutschen Schützenbund, dem
Deutschen Ruderverband oder dem Leichtathletik-Verband Nordrhein
zusammen. Darüber hinaus erfolgt eine Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen wie
Borussia Düsseldorf oder dem Düsseldorfer Schwimmclub.
Sofern eine finanzielle Kompensation für Sachleistungen stattfindet, werden
die üblichen Preise und Stundensätze gezahlt.
Eine formelle Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertensportbund
findet nicht statt.
6. Werden bei der Vorbereitung und Durchführung der Invictus-Games die
Anforderungen und Kriterien zur Nachhaltigkeit sowie zur
Barrierefreiheit erfüllt (bitte detailliert nennen), und wenn ja, wie?
Für die Invictus Games 2023 Düsseldorf wurde ein Konzept „Nachhaltige
Invictus Games 2023“ erstellt, welches die nachhaltige und möglichst
klimaneutrale Organisation und Durchführung sicherstellt.
Das Konzept folgt den Vorgaben der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und
den daraus abgeleiteten Vorgaben für die nachhaltige Organisation von
Veranstaltungen aus dem Maßnahmenprogramm „Nachhaltigkeit der
Bundesregierung“ vom 25. August 2021. Weitere Grundlagen bilden die in der Regelung
zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums der Verteidigung (GB BMVg) angewiesene „Umsetzung des
Maßnahmenprogramms der Bundesregierung“ sowie die Verträge zwischen der
IGF, dem BMVg und der Stadt Düsseldorf/der D.LIVE GmbH (Event Hosting
Agreement (EHA), Kooperationsvertrag, Veranstaltungsvertrag).
Auch die Kriterien der Barrierefreiheit sind bei der Vorbereitung und
Durchführung beachtet worden. So ist insbesondere darauf geachtet worden, dass im
Bereich der Unterkünfte in den Hotels barrierefreie Zugänge zu den Fahrstühlen
und zu den allgemeinen Bereichen, insbesondere zu den Tagungsräumen und
zu den Frühstücksbereichen sichergestellt sind. Grundlage dafür ist die
Zielvereinbarung für die standardisierte Erfassung, Bewertung und Darstellung
barrierefreier Angebote in Hotellerie und Gastronomie.
Auch die Flächen und Räume am Veranstaltungsort werden barrierefrei
gestaltet. Das gilt im Schwerpunkt insbesondere für die Bereiche, die für die Sportler
vorgesehen sind, wie deren Sportstätten sowie die Zugänge und
Aufenthaltsbereiche. Im Zuschauerbereich sind barrierefreie Zugänge, Rollstuhlplätze sowie
Toilettenanlagen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen vorhanden.
Für Zuschauer ist über einen Dienstleister ein Rollstuhldienst verfügbar.
Die Leit- und Orientierungssysteme an zentralen Stellen am Veranstaltungsort
sind auch für Menschen mit Sehbehinderung nutzbar; zudem ist eine
Kommentierung der Sportveranstaltung durch „Blindenreporter“ beabsichtigt. Wo
möglich und notwendig, wird eine Gebärdendolmetschung angeboten.
7. Wie gestaltet sich die aktuelle Finanzplanung der Invictus-Games
(Einnahmen, Ausgaben, vom Bund getragene Kosten)?
Für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Spiele sind im
Verteidigungshaushalt bis einschließlich 2024 insgesamt 40 Mio. Euro
bereitgestellt.
Die aktuelle Ausgabenplanung sieht derzeit 41,9 Mio. Euro an Ausgaben vor.
Dem stehen aktuell Einnahmen von 2,6 Mio. Euro gegenüber, die sich
vornehmlich aus Sponsoring-Verträgen zwischen der IGF und der D.LIVE GmbH
mit den Sponsoren generieren. Die Aufteilung der Sponsoringeinnahmen
wurden im EHA zwischen der IGF mit dem BMVg, der Stadt Düsseldorf und der
D.LIVE vereinbart. Die derzeitige Belastung des Bundeshaushaltes beträgt
nach derzeitiger Planung somit 39,3 Mio. Euro.
8. Wie viele Angehörige der Bundeswehr sind in der Projektorganisation
IG23 (laut
www.invictusgames23.de „derzeit das größte zivil-
militärische Projekt der Bundesrepublik“), die von Brigadegeneral Alfred
Marstaller geleitet wird (siehe IF 2/23), tätig?
Derzeit sind 56 Soldatinnen und Soldaten, 5 Beamte und 3 Angestellte im
Projekt tätig.
Mit Stand: 19. Juli 2023 sind zudem 17 Reservistendienst Leistende vor Ort,
die den OrgStab IG 23 unterstützen.
9. Wie hoch ist der personelle Aufwand der Bundeswehr für die
Vorbereitung und Durchführung der Invictus-Games (bitte den geschätzten
Aufwand in „Mann-Tagen“ für Planung und Organisation, für die
Vorbereitung und Betreuung der Sportlerinnen und Sportler sowie für die
Durchführungsphase nennen)?
Die Vorbereitung der IG 23 erfolgt durch das in der Antwort zu Frage 8
genannte Personal.
Für den Durchführungszeitraum der Spiele werden jedoch
Personalverstärkungen für den reibungslosen Ablauf notwendig. Die Zahlen dieses
Unterstützungspersonal können bis September noch stark variieren; das hängt
insbesondere davon ab, ob die gemeldeten Volunteers (Privatpersonen nicht aus dem GB
BMVg) ihren Dienst antreten werden.
Aktuelle Zahlen inkl. Zeitraum: Gesamte Unterstützung aus dem GB BMVg
(Stand: 24. Juli 2023) 814 Personen
• 133 Personen Aufbaukommando vom 1. September 2023 bis 8. September
2023,
• 83 Personen Abbaukommando vom 16. September 2023 bis 20. September
2023,
• 548 Personen während der Spiele vom 9. September 2023 bis 16.
September 2023.
10. Welche Sponsoren und Partner unterstützen nach Kenntnis der
Bundesregierung die Invictus-Games?
Eine aktuelle Liste der Sponsoren kann dem Internetauftritt der Invictus
Games 23 (
www.invictusgames23.de) entnommen werden.
Weitere Partnerschaften bestehen u. a. mit der IGF selbst, dem
Behördenspiegel, dem Deutschen Bundeswehr Verband, dem Förderverein zur Unterstützung
der Arbeit mit Versehrten am Standort Warendorf e. V.
11. Wie viele Eintrittskarten stehen nach Kenntnis der Bundesregierung
insgesamt für die Invictus-Games zur Verfügung, wie viele davon für die
Eröffnungs- sowie die Abschlussveranstaltung, und wie viele von den
Tickets für die Eröffnungs- sowie die Abschlussveranstaltung werden im
öffentlichen Verkauf angeboten, und mit welchen Einnahmen aus dem
Ticketverkauf wird laut Finanzplanung gerechnet?
Für die Opening- und Closing-Ceremony stehen jeweils 20 000 Tickets zur
Verfügung. Davon sind jeweils 15 000 für den öffentlichen Verkauf bestimmt.
Nach derzeitiger Planung und unter Einbeziehung aller zu entrichtenden
Abgaben sind im finanzplanerisch günstigsten Fall 300 000 Euro zu erzielen.
Der Eintritt für die Sportveranstaltungen ist frei.
12. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für das
Event „One Year to go“ am 6. September 2022 in Düsseldorf mit Prinz
Harry, Herzogin Meghan und anderen Ehrengästen, welches laut
zahlreicher Medienberichte mit großem Aufwand zelebriert wurde, und in
welcher Höhe beteiligt sich der Bund an den Kosten?
Das „One Year to Go“-Event am 6. September 2022 wurde im Wesentlichen in
der künftigen Wettkampfstätte, der Merkur Spielarena, durchgeführt. Dem
vorgeschaltet war ein offizieller Empfang im Rathaus der Stadt Düsseldorf. Über
die hierfür angefallenen Kosten liegen keine Erkenntnisse vor.
Der Bundesanteil für das Event belief sich auf 281 000 Euro.
13. In welcher Weise arbeitet nach Kenntnis der Bundesregierung die
Invictus Games Foundation mit dem Internationalen Militärsportverband
„Conseil International du Sport Militaire“ (CISM) zusammen, in dem
u. a. auch Para-Sport für versehrte Soldatinnen und Soldaten angeboten
wird, und wie engagiert sich Deutschland in der CISM?
Zwischen dem Conseil International du Sport Militaire (CISM) und der IGF
besteht ein Memorandum of Understanding hinsichtlich gegenseitiger
Anerkennung. Genauere Inhalte des Dokuments und inwieweit weiterführende
Kooperationen zwischen beiden Institutionen verabredet wurden, ist nicht bekannt.
Deutschland ist seit 1959 Mitglied im CISM und beteiligt sich seitdem aktiv
und kontinuierlich mit Teams an den vielseitigen Aktivitäten des Verbandes
(z. B. Militärweltmeisterschaften, „Sport and Peace“-Programm, „Sport and
Solidarity“-Programm). Darüber hinaus engagiert sich die deutsche Delegation
im CISM auch in wissenschaftlichen Symposien sowie anderen
außersportlichen Veranstaltungsformaten des Verbands.
14. Sind der Bundesregierung Beschlüsse bzw. Positionen der Invictus
Games Foundation sowie in der CISM zum Umgang mit Russland und
Belarus (vom 23. bis 30. April 2023 fand in Moskau und in Brüssel die
78. CISM-Generalversammlung statt) bekannt, und wenn ja, welche?
Der Beschluss des Verwaltungsrats des CISM (Board of Directors – BoD) vom
29. März 2022 zum Ukraine-Russland-Konflikt unterstreicht die
statutengemäße Funktion des CISM als unabhängige und unpolitische Organisation und
hatte folgende Feststellungen zum Gegenstand:
– CISM wird absolut neutral bleiben und seinen Mitgliedsstaaten keine
Empfehlungen für die Haltung im Konflikt zwischen der Ukraine, Russland und
Belarus geben;
– CISM unterstützt nachdrücklich jede Initiative, die darauf abzielt, diesen
Konflikt rasch zu lösen und die Niederlegung der Waffen zu ermöglichen;
– CISM ist der festen Überzeugung, dass ein konstruktiver Dialog die Lösung
für alle Streitigkeiten darstellt und hofft auf eine schnelle Rückkehr zum
Frieden;
– CISM unterstützt auch jede internationale Solidaritätsinitiative, die den
Flüchtlingen, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen, humanitäre Hilfe
zukommen lässt;
– CISM verpflichtet sich, einen Plan für die Zeit nach der Krise
auszuarbeiten, um den an diesem Konflikt beteiligten Ländern zu helfen;
– CISM erkennt an und akzeptiert, dass höhere Gewalt die CISM-
Mitgliedstaaten daran hindern kann, russische und weißrussische CISM-Missionen
einzuladen oder ihnen zu erlauben, die Grenzen der CISM-Mitgliedsstaaten
zu betreten;
– CISM-Mitgliedsstaaten steht es frei, Militärdelegationen aus der Ukraine,
Russland und Weißrussland aufzunehmen und an den von diesen Ländern
organisierten CISM-Veranstaltungen teilzunehmen.
Die Invictus Games Foundation hat zum Umgang mit Russland und Belarus
keine Beschlusslage gefasst.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333