Markthochlauf Wasserstoffwirtschaft
der Abgeordneten Christian Leye, Dr. Gesine Lötzsch, Klaus Ernst, Christian Görke, Susanne Hennig-Wellsow, Ina Latendorf, Caren Lay, Ralph Lenkert, Thomas Lutze, Pascal Meiser, Victor Perli, Bernd Riexinger, Alexander Ulrich, Dr. Sahra Wagenknecht, Janine Wissler und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
In der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie spricht die Bundesregierung sowohl von Beschleunigung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren als auch vom Ausbau der Forschung (www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/fortschreibung-nationale-wasserstoffstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=3; S. 26).
In Duisburg soll unter dem Namen „TrHy – The Hydrogen Proving Area“ das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff (ITZ) entstehen. Die Forschung soll unter anderem Standards formulieren, die kleinen und mittleren Unternehmen die Innovation ermöglichen, sowie Bauteile für „eine standardisierte Antriebstechnik für Lkw und Binnenschiffe mit Brennstoffzellen-Antrieb getestet, genormt und zertifiziert werden“ (www.waz.de/staedte/duisburg/wasserstoff-zentrum-trhy-kommt-nicht-aus-den-startloechern-id238945775.html), dabei soll die Betriebsphase schon 2024 beginnen (www.now-gmbh.de/aktuelles/pressemitteilungen/chemnitz-duisburg-pfeffenhausen-und-norddeutschland-werden-standorte-des-innovations-und-technologiezentrums-wasserstoff/).
Für den Markthochlauf möchte die Bundesregierung Wasserstoff unter anderem aus Marokko importieren, aber auch die Eigenproduktion fördern (www.bmz.de/de/themen/wasserstoff; www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/ipcei-wasserstoff.html).
Diese Kleine Anfrage soll dazu beitragen, festzustellen, ob zum einen die benötigte Infrastruktur bereitgestellt werden kann, die nationale Wasserstoffproduktion und die geplanten Importe den Bedarf decken können sowie zum anderen die regulatorischen Hürden reduziert werden können.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
Wie viele zusätzliche Gigawatt (GW) Strom werden nur für die Produktion von Wasserstoff in Deutschland jährlich, nach dem jetzigen Kenntnisstand der Bundesregierung, aufgeschlüsselt nach Industrien, bis 2030 benötigt?
Aus welchen Energiequellen (On- bzw. Offshore-Anlagen, Photovoltaik-Anlagen etc.) soll nach jetzigen Kenntnissen der Bundesregierung der Strom für die Produktion von Wasserstoff in den nächsten 20 Jahren kommen?
Mit welchen Importmengen an Strom zur Wasserstoffproduktion rechnet die Bundesregierung?
Kann die Bundesregierung nach jetzigem Kenntnisstand beziffern, wie hoch das jährliche Volumen der ab 2025 geplanten Produktion von grünem Wasserstoff in Marokko ist und wie viel davon in den nächsten zehn Jahren nach Deutschland fließen soll, und wenn ja, bitte tabellarisch nach Jahr, Produktionsvolumen und veranschlagter Exportmenge nach Deutschland aufschlüsseln?
Können nach Kenntnis der Bundesregierung die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geförderten Entsalzungsanlagen in Marokko die Mengen an Wasser decken, die für die Menge an Wasserstoff benötigt wird, die nach Deutschland exportiert werden soll?
Kann die Bundesregierung ausschließen, dass die erhöhte Nachfrage nach marokkanischem Wasserstoff die Wasserknappheit in Marokko verschlimmert?
Wie viele der laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK; www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/ipcei-wasserstoff.html) bis 2030 in nationalen Projekten zu bauenden Elektrolyseure sollen in welchem Zeitraum wann fertig gestellt werden, und zu welchen Kosten?
Welche Wasserstoffproduktionskapazitäten (in GW), bezugnehmend auf 6 werden laut Kenntnis der Bundesregierung bis 2030 jährlich gebaut, und reichen die Kapazitäten aus, um die geplanten 10 GW bis 2030 zu erreichen (www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/fortschreibung-nationale-wasserstoffstrategie.html)?
Welche Rohstoffe und in welcher Menge werden Rohstoffe nach jetzigem Kenntnisstand der Bundesregierung aus Russland, China oder aus sich in russischem oder chinesischem Unternehmensbesitz bzw. Staatsbesitz befindenden Vorkommen benötigt, um die geplante Anzahl an Elektrolyseuren zu bauen?
Mit welchen Maßnahmen möchte die Bundesregierung, nach dem derzeitigen nationalen Wasserstoffkonzept, die Genehmigungsverfahren beschleunigen, die für Projekte wie das ITZ in Duisburg nötig sind, und welchen Zeitraum sieht sie dafür vor?
Welche Meilensteine sieht die Bundesregierung für das ITZ in Duisburg bis 2025, und wann soll die Inbetriebnahme erfolgen?
Zu welchem Zeitpunkt ist nach jetzigem Kenntnisstand der Bundesregierung mit einer Zusage und einem Fördermodell zu rechnen?
Zu welchem Zeitpunkt, nach jetzigem Kenntnisstand, erwartet die Bundesregierung, die ersten Entwürfe zum Wasserstoffbeschleunigungsgesetz (vgl. Bundestagsdrucksache 20/7751)?