[Deutscher Bundestag Drucksache 17/3931
17. Wahlperiode 25. 11. 2010 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Jan van Aken,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/3640 –
Polizei- und Zolleinsätze im Ausland (Stand drittes Quartal 2010)
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Auslandseinsätze von Polizeibeamtinnen und -beamten entwickeln sich
immer mehr zu einem Mittel deutscher und EU-Außenpolitik. Die Militärdoktrin
der Europäischen Union, die sogenannte Europäische Sicherheitsstrategie,
sieht ausdrücklich den kombinierten Einsatz militärischer und ziviler (d. h.
auch polizeilicher) Mittel vor, um „einen besonderen Mehrwert“ zu erzielen.
Diese Entwicklung ist aus mehreren Gründen besorgniserregend.
So leistet sie der Vermischung von polizeilichen und militärischen
Zuständigkeiten Vorschub. Die Grenzen zwischen Polizei und Militär drohen zu
verschwimmen. Das gilt umso mehr, als gerade bei Einsätzen in Kriegs- und
Krisengebieten, Polizisten immer wieder in lebensbedrohliche Situationen
kommen. Diese dienen dann wiederum als Legitimation für eine Aufrüstung
der Polizei, bis hin zu Überlegungen, schwerbewaffnete Einheiten der
Bundespolizei speziell für Auslandseinsätze aufzustellen.
Hinzu kommt, dass für polizeiliche Auslandseinsätze keinerlei
parlamentarische Zustimmung erforderlich ist. Je nach Rechtsgrundlage ist noch nicht
einmal die Information des Deutschen Bundestages vorgeschrieben. Damit wird
ein wichtiger Bereich der Außenpolitik der parlamentarischen Kontrolle
entzogen. Bedenklich ist dies vor allem wegen der gerade bei Einsätzen in
Kriegs- und Krisengebieten stets vorhandenen Eskalationsgefahr.
Ähnliches gilt für Einsätze von Zollbeamtinnen und -beamten. Auch für ihre
Entsendung ins Ausland ist keine Zustimmung des Deutschen Bundestages
erforderlich.
Mit einigem Unverständnis bewerten die Fragesteller die Tatsache, dass die
Bundesregierung auf die bisherigen einschlägigen Anfragen der Fraktion DIE
LINKE. keine Angaben zu sicherheitsrelevanten Vorfällen machen konnte
oder wollte, denen deutsche Polizeibeamte in ihren Missionen ausgesetzt
waren. Nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE. gehört die Erfassung solcher
Vorfälle zur Sorgfaltspflicht der Bundesregierung. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 23. November 2010
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/3931 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeVo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Kleine Anfrage beinhaltet Fragen, die im Wesentlichen identisch sind mit
den Kleinen Anfragen der Fraktion DIE LINKE. vom 1. September 2008
(Bundestagsdrucksache 16/10182), vom 20. November 2008
(Bundestagsdrucksache 16/11009), vom 9. Dezember 2008 (Bundestagsdrucksache 16/11341),
vom 22. April 2009 (Bundestagsdrucksache 16/12773), vom 27. Juli 2009
(Bundestagsdrucksache 16/13849), vom 12. November 2009
(Bundestagsdrucksache 17/26) vom 26. Februar 2010 (Bundestagsdrucksache 17/866), vom 3. Juni
2010 (Bundestagsdrucksache 17/1923) und vom 18. August 2010
(Bundestagsdrucksache 17/2769).
Zur Vermeidung von Wiederholungen wird insoweit auf die Antworten der
Bundesregierung vom 17. September 2008 (Bundestagsdrucksache 16/10252),
vom 8. Dezember 2008 (Bundestagsdrucksache 16/11314), vom 5. Januar 2009
(Bundestagsdrucksache 16/11548), vom 11. Mai 2009 (Bundestagsdrucksache
16/12968), vom 14. August 2009 (Bundestagsdrucksache 16/13897), vom
27. November 2009 (Bundestagsdrucksache 17/84), vom 15. März 2010
(Bundestagsdrucksache 17/1006), vom 22. Juni 2010 (Bundestagsdrucksache
17/2264) und vom 3. September 2010 (Bundestagsdrucksache 17/2845)
verwiesen. Veränderungen werden ergänzend dargestellt.
1. An welchen bi- und multilateralen Missionen sind derzeit deutsche
Polizistinnen und Polizisten (bitte aufgliedern nach Bundesländern,
Zugehörigkeit zu Bundespolizei, Bundeskriminalamt (BKA) sowie Zollbeamtinnen
und -beamte beteiligt?
a) Wie viele deutsche Polizistinnen und Polizisten sowie weiteres ziviles
Personal (bitte aufgliedern nach Zugehörigkeit zu Bundesländern,
Bundespolizei, BKA u. a.) sowie Zollbeamtinnen und Zollbeamte sind
dabei derzeit eingesetzt?
Stärken (Stand 10.11.2010)
UNMIK EUPM
EUMM
GEO
UNMIL UNMIS UNAMID
EUPOL
COPPS
EU
BAM
Rafah
EU
BAM
MD/UA
GPPT
AFG
EUPOL
AFG
EULEX
Bundespolizei 0 3 10 0 4 0 0 0 5 54 6 13
BKA 0 1 0 0 0 0 0 0 0 2 2 1
Zoll 0 0 0 0 0 0 0 1 5 0 0 2
Länderpolizeien 1 7 6 5 1 0 1 0 0 122 16 61
Gesamt 1 11 16 5 5 0 1 1 10 178 43* 77 348
*Darin enthalten sind 19 zivile deutsche Rechtsstaatsexperten.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/3931b) An welchen Orten und in welchen Stäben, Einrichtungen und Stellen
sind sie tätig (bitte jeweils die einzelnen Personalzahlen angeben)?
Die in den Missionen der Vereinten Nationen (VN) und der Europäischen
Union (EU) eingesetzten Polizeivollzugsbeamten (PVB) des Bundes und der
Länder sowie Zollbeamten nehmen die der internationalen Polizei mit Mandat
zugewiesenen Aufgaben wahr. Der Einsatz der PVB sowie der Zollbeamten
liegt in der Verantwortung des Mandatgebers (VN/EU) und erfolgt nach dem
jeweiligen Bedarf innerhalb der Mission.
GPPT Afghanistan
Missionen Derzeitige Einsatzorte
UNMIK, Kosovo Gesamt Kosovo
UNMIL, Liberia Monrovia
UNMIS, Sudan Juba, Ed Damazin, Torit
UNAMID, Sudan ---
EUMM, Georgien Tiflis, Zugdidi, Gori, Mtskheta
EUPOL AFG, Afghanistan Kabul, Mazar e Sharif, Kunduz,
Feyzabad, Taloquan
EU BAM MD/UA, Moldau/Ukraine Odessa, Besarabaesca,
Chisinau, Otach, Kotovsk
EULEX, Kosovo Gesamt Kosovo
EUPOL COPPS, Paläst. Autonomiegebiete West Bank
EU BAM Rafah, Ashkelon
EUPM BuH, Bosnien-Herzegowina Gesamt Bosnien-Herzegowina
Dt. bilaterales Polizeiberaterteam (GPPT),
Afghanistan
Kabul, Mazar e Sharif, Kunduz,
Feyzabad
Ort Verwendung Anzahl
Kabul
Administration 28
Akademie 20
Flughafen 8
Mazar e Sharif
Administration 14
Trainer 66
Kunduz
Administration 4
Trainer 13
Feyzabad
Administration 7
Trainer 18
Drucksache 17/3931 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodec) Welche tatsächliche Gesamtstärke hat die Mission derzeit?
d) Welche Missionen mit deutscher Beteiligung sind im dritten Quartal
2010 neu hinzugekommen (bitte rechtliche Grundlage sowie
Mandatsgeber und Missionsträger angeben, die Mandatsobergrenze nennen
sowie den Auftrag der eingesetzten deutschen Kräfte bezeichnen), und
inwiefern hat es Mandatsänderungen bei den bereits bestehenden
Missionen gegeben?
Deutschland hat sich an keiner weiteren Mission beteiligt. Mandatsänderungen
in bestehenden Missionen hat es nicht gegeben.
e) Wann wird die Mission voraussichtlich beendet sein?
f) Inwieweit beabsichtigt die Bundesregierung eine Veränderung
hinsichtlich der Art und/oder des Umfangs der deutschen Beteiligung, und bis
wann soll diese umgesetzt sein (bitte ggf. konkrete Angaben und
Zahlen zu den einzelnen Missionen geben)?
Die Bundesregierung beabsichtigt derzeit keine Veränderungen.
Mission Derzeitige Gesamtstärke
Polizei /Zoll
UNMIK, Kosovo 8
UNMIL, Liberia 1305
UNMIS, Sudan 650
UNAMID, Sudan 4788
EUPOL AFG, Afghanistan 176
EU BAM MD/UA, Moldau/Ukraine 99
EULEX, Kosovo 1197
EUPOL COPPS, Paläst. Autonomiegebiete 17
EU BAM Rafah 12
EUPM BuH, Bosnien-Herzegowina 89
EUMM, Georgien 76
Mission Derzeitiges Mandatsende
UNMIK, Kosovo offen
UNMIL, Liberia 30.09.2011
UNMIS, Sudan 30.04.2011
UNAMID, Sudan 31.07.2011
EUPOL AFG, Afghanistan 31.05.2013
EU BAM MD/UA, Moldau/Ukraine 01.12.2011
EULEX, Kosovo 14.06.2012
EUPOL COPPS, Paläst. Autonomiegebiete 31.12.2010
EU BAM Rafah 24.05.2011
EUPM BuH, Bosnien-Herzegowina 31.12.2011
EUMM, Georgien 14.09.2011
Dt. bilaterales Polizeiberaterteam,
Afghanistan
offen
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/39312. Wie viele der im Rahmen des German Police Project Teams in Afghanistan
eingesetzten deutschen Polizeibeamten sind Kurzeit- bzw.
Langzeitexperten?
Aktuell sind 79 Kurzzeit- und 41 Langzeitexperten beim GPPT eingesetzt.
a) Wie viele Kurzzeitexperten waren bisher im Jahr 2010 in Afghanistan
eingesetzt, und wie lange war ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer?
Im Jahr 2010 waren/sind insgesamt 111 Trainingsexperten in einer
Kurzzeitverwendung mit einer durchschnittlichen Einsatzdauer von rund 3 Monaten
eingesetzt.
b) Wie viele Langzeitexperten waren bislang im Jahr 2010 in Afghanistan
eingesetzt, und wie lange war ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer?
Im Jahr 2010 waren/sind insgesamt 125 Trainingsexperten in einer
Langzeitverwendung mit einer durchschnittlichen Einsatzdauer von rund 10 Monaten
eingesetzt.
Zudem waren/sind in der Langzeitverwendung 94 Polizeiberater mit einer
durchschnittlichen Einsatzdauer von 354 Tagen eingesetzt.
3. Wie viele Verbindungsbeamtinnen und -beamte des BKA halten sich
derzeit in welchen Ländern auf (bitte jeweils die Einsatzländer und -orte
sowie die zugehörige Zahl von Beamtinnen/Beamten angeben)?
Aktuell sind 66 Verbindungsbeamte des BKA an 54 Standorten in 50 Staaten
gemäß Übersicht eingesetzt:
Land Ort Anzahl
Afghanistan Kundus 2
Afghanistan Kabul 2
Ägypten Kairo 1
Albanien Tirana 1
Algerien Algier 1
Argentinien Buenos Aires 1
Australien Canberra 1
Brasilien Brasilia 1
Brasilien Sao Paulo 1
Bulgarien Sofia 1
China Peking 1
Dominikanische Republik Santo Domingo 1
Frankreich Paris 2
Ghana Accra 1
Griechenland Athen 1
Großbritannien London 2
Indien Neu Delhi 1
Italien Rom 2
Jemen Sanaa 1
Jordanien Amman 1
Kenia Nairobi 1
Kolumbien Bogotá 2
Kosovo Pristina 1
Kroatien Zagreb 1
Lettland Riga 1
Drucksache 17/3931 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode4. Wie viele deutsche Polizeibeamte werden derzeit im Ausland als
a) Dokumentenberater,
Aktuell befinden sich 28 Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei gemäß
Übersicht als Dokumentenberater im Einsatz:
b) Sicherheitsbeamte,
Aktuell befinden sich 15 PVB der Bundespolizei gemäß Übersicht als
Sicherheitsbeamte im Einsatz:
Land Ort Anzahl
Libanon Beirut 1
Marokko Rabat 1
Mexiko Mexiko-City 1
Niederlande Den Haag 1
Österreich Wien 1
Pakistan Islamabad 1
Panama Panama-City 1
Peru Lima 1
Polen Warschau 2
Land/Ort Anzahl Land/Ort Anzahl
Jordanien, Amman 1 China, Peking 1
Syrien, Damaskus 1 China, Schanghai 1
Vereinigte Arabische Emirate, Dubai 1 China, Hongkong 1
Indien, Neu Delhi 1 China, Kanton 1
Türkei, Istanbul 1 Ägypten, Kairo 2
Kosovo, Pristina 1 Südafrika, Johannesburg 2
Iran, Teheran 1 Ukraine, Kiew 1
Albanien, Tirana 1 Weißrussland, Minsk 1
Ghana, Accra 1 Russland, Moskau 3
Thailand, Bangkok 1 Pakistan, Islamabad 1
Sri Lanka, Colombo 1 Algerien, Algier 1
Nigeria, Lagos 3 Türkei, Ankara 1
Land/Ort Anzahl Land/Ort Anzahl
Kenia, Nairobi 1 Türkei, Ankara 1
Afghanistan, Kabul 1 Usbekistan, Taschkent 1
Vereinigte Staaten von Amerika,
Washington D.C.
1 Indonesien, Jakarta 1
Indien, Neu Delhi 1 Pakistan, Islamabad 1
Brasilien, Rio de Janeiro 1 Ghana, Accra 1
Saudi Arabien, Riad 1 Ägypten, Kairo 1
Russland, Moskau 1 Iran, Teheran 1
China. Peking 1
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/3931c) Grenzpolizeiliche Verbindungsbeamte,
Aktuell befinden sich 22 PVB der Bundespolizei gemäß Übersicht als
grenzpolizeiliche Verbindungsbeamte im Einsatz:
d) Unterstützungskräfte sowie Berater in Fragen der Grenzsicherheit
eingesetzt
(bitte jeweils, d. h. zu jedem Unterpunkt, Einsatzland und -ort sowie die
Zahl der eingesetzten Polizeibeamten nennen und angeben, ob sie vom
BKA, der Bundespolizei oder einer Länderpolizei gestellt werden)?
Aktuell befinden sich 14 PVB der Bundespolizei gemäß Übersicht als
Unterstützungskräfte im Einsatz:
5. Wie viele deutsche Polizeibeamte wurden im dritten Quartal 2010 im
Rahmen der „Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den
Außengrenzen“ (FRONTEX) eingesetzt
a) als Dokumentenberater im Rahmen welcher Operationen und an
welchen Standorten,
Es erfolgten keine Einsätze von Dokumentenberatern bei FRONTEX-Einsätzen.
Land Anzahl Land Anzahl
Spanien 1 Ungarn 1
Frankreich 2 Slowakei 1
Niederlande 1 Serbien 1
Schweiz 1 Rumänien 1
Italien 1 Bulgarien 1
Österreich 1 Griechenland 1
Kroatien 1 Türkei 1
Tschechische Republik 1 Russland 1
Polen 1 Georgien 1
Litauen 1 China 1
Ukraine 1
Land Ort Anzahl
Griechenland Athen, Igoumenitsa, Patras, Samos 4
Italien Venedig, Rom (2), Ancona, Bari, Mailand 6
Österreich Wien 1
Spanien Madrid 1
Polen Warschau 1
Niederlande Amsterdam 1
Drucksache 17/3931 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodeb) als Mitarbeiter in der Warschauer Zentrale (bitte mit der jeweiligen
Funktion auflisten),
Es waren 12 PVB der Bundespolizei gemäß Übersicht in der Warschauer
Zentrale im Einsatz:
c) als Teilnehmer von Operationen zur Überwachung und Kontrolle der
Außengrenzen, die deutsches Gerät aus der FRONTEX-„tool box“
bedienen (bitte mit Einsatzstandort und jeweiligem Tätigkeitsprofil),
Es wurden 3 PVB als Bedienpersonal eines Personendetektionsgerätes am
griechisch-türkischen Grenzübergang Kipi eingesetzt.
d) als Mitglied der „Rapid Border Intervention Teams“ (RABIT), und
Es erfolgte kein Einsatz von „Rapid Border Intervention Teams“ (RABIT).
e) welche Melde- und Berichtswege zwischen diesen Beamten und deren
deutschen Führungsstelle bestehen für die einzelnen operativen
Bereiche?
Nach Abschluss des Einsatzes erfolgt ein Bericht an das
Bundespolizeipräsidium und zu FRONTEX. Bei besonderen Anlässen erfolgen
Erkenntnismeldungen.
6. Wie viele deutsche Polizeibeamte werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt
im Rahmen der „Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit
an den Außengrenzen“ (FRONTEX) eingesetzt
a) als Dokumentenberater im Rahmen welcher Operationen und an
welchen Standorten,
Es erfolgen keine Einsätze von Dokumentenberatern im Rahmen von FRONTEX-
Einsätzen.
Funktion Anzahl
Head of Operation Division 1
Horizontal Coordinator (Operations Division) 1
Training Unit 1
Risk Analysis Unit (Operative Auswertung) 2
Pooled Resources 2
Air Border Sector 1
Return Operations Sector 2
Sea Border Sector 1
Situation Centre 1
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/3931b) als Mitarbeiter in der Warschauer Zentrale (bitte mit der jeweiligen
Funktion auflisten),
c) als Teilnehmer von Operationen zur Überwachung und Kontrolle der
Außengrenzen, die deutsches Gerät aus der FRONTEX-„tool box“
bedienen (bitte mit Einsatzstandort und jeweiligem Tätigkeitsprofil),
Derzeit findet kein Einsatz mit deutschem Gerät aus dem Zentralregister
„CRATE“ statt.
d) als Mitglied der „Rapid Border Intervention Teams“ (RABIT)?
Aktuell befinden sich 35 PVB in Griechenland im Einsatz.
7. Welche Informationen liegen der Bundesregierung vor bezüglich
sicherheitsrelevanter Vorfälle, in die deutsche Polizistinnen und Polizisten sowie
Zollbeamtinnen und -beamten im dritten Quartal 2010 involviert bzw.
denen sie ausgesetzt waren?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse über sicherheitsrelevante
Vorfälle vor.
8. Wie bewertet die Bundesregierung die politische und militärische
Gefährdungslage in den jeweiligen Einsatzgebieten (bitte Veränderungen
darstellen)?
Nachfolgend dargestellte Veränderungen sind in den Einsatzgebieten
eingetreten:
Politische Lage
EU BAM (Moldau)
Die bisherige Sicherheitslage in der Republik Moldau ist ruhig. Am 28.
November 2010 finden Wahlen zum Parlament statt. Im Vorfeld der Wahlen ist die
Lage ruhig, und es ist nicht mit Aktivitäten zu rechnen, die eine
Gefährdungslage für ausländische Missionen darstellen. Die Republik Moldau bekennt sich
zur Lösung des Transnistrienkonflikts auf friedlichem Wege über
Verhandlungen und hat einer Lösung des Konflikts auf militärischem Wege eine klare
Absage erteilt.
Funktion Anzahl
Head of Operation Division 1
Horizontal Coordinator (Operations Division) 1
Training Unit 1
Risk Analysis Unit (Operative Auswertung) 2
Pooled Resources 2
Air Border Sector 1
Return Operations Sector 2
Sea Border Sector 1
Situation Centre 1
Drucksache 17/3931 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeEUPOL/Deutsches bilaterales Polizeiberaterteam (Afghanistan)
Innerhalb des zivilen Wiederaufbaus Afghanistans messen die afghanische
Regierung und die internationale Gemeinschaft dem Aufbau und der Ausbildung
der Polizei eine zentrale Bedeutung zu. Ziel ist es, die
Sicherheitsverantwortung im Land schrittweise an funktionierende afghanische Institutionen zu
übertragen. Dazu leisten die Polizeimission der Europäischen Union in
Afghanistan (EUPOL) und das bilaterale deutsche Polizeiberaterteam wichtige
Beiträge. Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibt weiterhin angespannt. Die seit
Jahren erkannte Zweiteilung in einen im Landesvergleich ruhigeren Norden
und Westen und einen deutlich unruhigeren Süden/Südwesten und Osten des
Landes (ca. 90 Prozent der Zwischenfälle), gilt weiterhin. Die Zahl der
registrierten sicherheitsrelevanten Zwischenfälle (SRZ) nahm im zweiten Halbjahr
2010 insbesondere im Vorfeld und während der Wahlen zum Unterhaus des
afghanischen Parlaments am 18. September 2010 weiter zu. Eine Reihe von
Wahllokalen im Süden und Osten des Landes konnte daher nicht geöffnet
werden.
Die SRZ im Norden konzentrierten sich weiter auf die Provinzen Kunduz,
Baghlan und Faryab (Distrikt Ghormach).
UNMIK, EULEX (Kosovo)
UNMIK hat ihre exekutiven Aufgaben im Zoll- und Polizeibereich beendet, sie
sind zum Teil auf die Sicherheitsinstitutionen der Republik Kosovo und zum
Teil auf die europäische Rechtsstaatsmission EULEX übergegangen. Insgesamt
ist die Sicherheitslage in Kosovo stabil, einzelne und isolierte Zwischenfälle
können aber im Umfeld der vorgezogenen Parlamentswahlen am 12. Dezember
2010 und vor allem im Nordteil des Landes auch weiterhin nicht
ausgeschlossen werden. Zuletzt kam es am 11. September 2010 zu gewalttätigen
Auseinandersetzungen zwischen Kosovoalbanern und Kosovoserben in Nord-Mitrovica,
bei denen nach Angaben von EULEX ein EULEX-Polizist eine Schusswunde
am Bein erlitt und ein kosovoalbanischer Beamter der Kosovo-Polizei, vier
Kosovoserben sowie ein Kosovoalbaner verletzt wurden; zwei KFOR-Soldaten
erlitten leichte Verletzungen durch Steinwürfe. Bei den Ausschreitungen wurden
auch eine Reihe von Fahrzeugen sowie angrenzende Gebäude beschädigt.
Auslöser war der Sieg der Türkei über Serbien bei der Basketball-WM, der
Kosvoalbaner zu Provokationen ermutigte, auf die die Kosovoserben gewaltsam
reagierten. Seitens der Gewalttäter wurden u. a. Feuerwerkskörper und Molotow-
Cocktails eingesetzt. Die Lage konnte durch die Kosovo-Polizei und EULEX
beruhigt werden. EULEX-Kräfte brachten dabei auch Tränengas zum Einsatz.
KFOR-Einheiten standen zwar für ein mögliches Eingreifen bereit, mussten
jedoch nicht intervenieren.
UNMIL (Liberia)
Insgesamt hat der Friedensprozess seit Einrichtung von UNMIL Fortschritte
gemacht. Die politischen Verhältnisse in Liberia bleiben aber fragil, wie
gewalttätige Auseinandersetzungen mit ethnisch-religiösem Hintergrund Ende
Februar im Norden Liberias gezeigt haben. Die für Herbst 2011 anstehenden
Parlaments- und Präsidentschaftswahlen werfen bereits ihre Schatten voraus.
Nach allgemeiner Einschätzung besteht derzeit aber nur ein geringes Risiko,
dass die VN-Mission in einen gewaltsamen Konflikt verwickelt werden könnte.
Im September 2009 wurde die Reduzierung der Truppenstärke von UNMIL um
ca. 2 000 Soldaten bis Mai 2012 entschieden, der weitere Abbau soll erst nach
den Wahlen 2011 erfolgen. Die Polizeikomponente der Mission wird vorerst
nicht reduziert. Das UNMIL-Mandat wurde einstimmig durch den VN-
Sicherheitsrat bis 30. September 2011 verlängert.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/3931UNAMID/UNMIS (Sudan)
Die Lage in Darfur ist weiterhin instabil. Unter katarischer Vermittlung
verhandeln die Regierung der Republik Sudan und der Zusammenschluss von
Rebellengruppen „Liberation and Justice Movement“ (LJM) seit Januar 2010 in
Doha über ein Friedensabkommen für Darfur. Die Rebellengruppen „Justice
and Equality Movement“ (JEM) und „Sudan Liberation Army“ (SLA)
verweigern sich einer Teilnahme an den Friedensgesprächen. Immer wieder
aufflammende bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und
Rebellen sowie eine zunehmende Bedrohung durch bewaffnete Banditen
erschweren die humanitäre Lage der dortigen Bevölkerung. Auch die Mission der
Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur (UNAMID) ist
davon betroffen.
Die Sicherheitslage im Einsatzgebiet der Mission der Vereinten Nationen im
Sudan (UNMIS) im Südsudan ist angespannt, insbesondere wegen einer Reihe
immer wieder aufflammender tribaler Konflikte. Der Nord-Süd-
Friedensprozess zur Umsetzung des umfassenden Friedensabkommens (CPA) im Sudan
geht voran. Die Vorbereitungen für die Durchführung des für den 9. Januar
2011 geplanten Referendums über die Unabhängigkeit des Südsudans sind auf
dem Weg und bestimmen die politische Tagesordnung im Sudan. UNMIS
unterstützt im Rahmen ihres Mandats die Vorbereitung und Durchführung des
Referendums. Damit kommt der Mission eine besondere Rolle zu.
EUMM (GEO)
Die Anzahl der Zwischenfälle an den Verwaltungsgrenzen zu Abchasien und
Süd-Ossetien ist tendenziell gesunken. Die Situation ist jedoch nicht stabil.
Am 9. November 2010 wurde an der Verwaltungsgrenze zu Süd-Ossetien sogar
eine Patrouille der EUMM von neun bewaffneten Russisch sprechenden
Männern bedroht und 30 Minuten lang festgehalten.
Nach wie vor kommt es zu Zwischenfällen an der Verwaltungsgrenze zu
Abchasien, die häufig im Zusammenhang mit Versuchen von Zivilisten stehen,
die Verwaltungsgrenze zu überwinden. Dabei kann es jederzeit auch zu
bewaffneten Auseinandersetzungen kommen.
Militärische Lage
Es sind keine Veränderungen bei den Bewertungen zur militärischen
Gefährdungslage für die Einsatzländer von Polizei und Zoll, in denen auch die
Bundeswehr eingesetzt ist, eingetreten.
9. Welche Ausbildungsmaßnahmen für ausländische Sicherheitskräfte haben
deutsche Polizeibeamtinnen und -beamte im dritten Quartal 2010
durchgeführt bzw. an welchen waren sie beteiligt (bitte sowohl bereits
abgeschlossene als auch aktuell stattfindende sowie fortgesetzte angeben)?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
Seit der letzten Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 17/2769 sind
folgende Maßnahmen der Ausbildungs- und Ausstattungshilfe im dritten Quartal
2010 durchgeführt worden:
Drucksache 17/3931 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeBundeskriminalamt
Land Bezeichnung Zeitraum Maßnahme Kalkulation Ort
Argentinien
Tatortarbeit bei
Kapitaldelikten
17.08.-
27.08.2010
Lehrgang 14.000 Euro Cordoba
Kenia
Terrorismusbekämpfungs-
Grundlehrgang
13.09.-
17.09.2010
Multinationaler
Lehrgang
11.000 Euro Nairobi
Jordanien
Operative Ermittlungen und
Technik
19.09.-
24.09.2010
Lehrgang 5.000 Euro Amman
Jemen
Evaluierung - Aufbau einer
interministeriellen
Verhandlungsgruppe als
Aufruforganisation
24.09.-
30.09.2010
Arbeitsbesuch
6.000 Euro Sanaa
Algerien
Bekämpfung der
Rauschgiftkriminalität
03.10.-
07.10.2010
Lehrgang 4.000 Euro Algier
Kosovo
Terrorismusbekämpfungs-
Grundlehrgang inkl.
Politisch Motivierte Kriminalität
04.10.-
08.10.2010
Lehrgang 6.000 Euro Pristina
Türkei Datenträgerauswertung
11.10.-
15.10.2010
Lehrgang 6.000 Euro Ankara
Kenia
Verhandlungen in Fällen
von Geiselnahmen und
Entführungen
11.10.-
15.10.2010
Lehrgang 12.000 Euro Nairobi
Trinidad und
Tobago
Verhandlungen in Fällen
von Geiselnahmen und
Entführungen
14.10.-
22.10.2010
Multinationaler
Lehrgang
20.000 Euro TTO
Ukraine Schleusungskriminalität
18.10.-
22.10.2010
Lehrgang 8.000 Euro Kiew
Ägypten
Open Source
Internetauswertung im Bereich
Bekämpfung des
internationalen Terrorismus
24.10.-
28.10.2010
Lehrgang 6.000 Euro Kairo
Kenia
Bekämpfung der
Rauschgiftkriminalität
01.11.-
05.11.2010
Lehrgang 7.000 Euro Nairobi
Kosovo Operative Auswertung
08.11.-
13.11.2010
Lehrgang 6.000 Euro Pristina
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/3931Bundespolizei
Land Bezeichnung Zeitraum Maßnahme Kalkulation Ort
Bosnien und
Herzegowina
Multiplikatorentraining
in Schießausbildung
und Einsatztraining
12. bis 23.
September
2010
Ausbildung 6.500,00 € Bosnien
Montenegro
Hospitation von
Grenzpolizisten von
Flughafendienststellen an
einem möglichem
Partnerflughafen in
Deutschland
(Köln/Bonn)
18. bis 22.
Oktober 2010
Ausbildung 2.000,00 € Köln/Bonn
Montenegro
Schulungsmaßnahmen
(Urkunde) durch BPOL
am Flughafen
Podgorica/Tivat
22. bis 26.
Oktober 2010
Ausbildung 2.500,00 €
Podgorica/Tivat
Serbien
Grenzpolizeiliche
Aufgabenwahrnehmung
am Flughafen FFM
20. bis 24.
September
2010
Ausbildung 5.000,00 € Frankfurt/M.
Serbien
Hospitation SRB
Urkundenspezialisten bei
der SPU in Frankfurt/M
Flughafen
5. bis 16. Juli
2010
Ausbildung 4.000,00 € Frankfurt/M.
Litauen
Schulung von
litauischen
Grenzschutzbeamten bei der BPOLD
BBS mit Schwerpunkt
grenzpolizeiliche
Abfertigung von
Seefahrzeugen
24. bis 26.
August 2010
Ausbildung 1.500,00 € Kiel
Lettland
Schulung bei der
Diensthundeschule in
Rezekne
18. bis 22.
August 2010
Ausbildung 1.000,00 € Rezekne
Georgien
Schiffssicherung/
Rettungstraining / SAR
6. bis 10.
September 2010
Ausbildung 5.000,00 € Neustadt
Drucksache 17/3931 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeBundespolizei
Land Bezeichnung Zeitraum Maßnahme Kalkulation Ort
Saudi -
Arabien
Grenzpolizeiliche
Basisausbildung für
Führungskräfte des
saudischen Grenzschutzes
sowie
Muliplikatorenausbildung
Anlassbezogen
Beratungs-
und
Trainingsmaßnahmen
Auslandsbedingte
Mehrkosten
werden erstattet
Riad, Ar´Ar, Al
Shouba
Belarus Seminar Luftsicherheit
5. bis 9. Juli
2010
Ausbildung 2.500,00 € Deutschland
Belarus
Hospitation von
Kadetten an der BPOLAK
18.-24.
September 2010
Ausbildung 5.500,00 € Lübeck
Belarus
Seminar illegale
Migration in Minsk
10. bis 19.
August 2010
Ausbildung 2.200,00 € Minsk
Belarus
Seminar
Dokumentensicherheit
28. Juni bis 2.
Juli 2010
Ausbildung 1.600,00 € Minsk
Belarus
Ausbildung von
Experten am Flughafen zur
Bekämpfung der
irregulären Migration
20. bis 24.
September
2010
Ausbildung 2.000,00 € Berlin
China
Besuch von Experten
für Ein- und Ausreise
der Shanghai
Immigration bei der Inspektion
München,
Schleusungskriminalität ,
Grenzmanagement
19. bis 23. Juli
2010
Ausbildung 2.000,00 € München
China
Schulung von Experten
für Ein- und Ausreise
des Flughafens
München auf dem
Flughafen Shanghai zu den
Themen
Schleusungskriminalität,
Grenzmanagement
25. bis 30.
Oktober 2010
Ausbildung 14.000,00 € Shanghai
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/3931GPPT
a) Wie lauten die Bezeichnungen der Maßnahmen, und wo fanden/
finden sie statt?
Kriminalpolizeiliche Fortbildung, verbandspolizeiliche Fortbildung, Sprach-
und Computerkurse, polizeiliche Grundausbildung und Wahlhelferausbildung
im Rahmen polizeilicher Grundbefähigungen. Die Aus- und Fortbildungen
wurden in den Polizeitrainingszentren Mazar-e Sharif, Kunduz und Feyzabad
durchgeführt. Darüber hinaus wurden Schulungen im Rahmen „Training on the
job“ am Flughafen Kabul durchgeführt. Weiterhin unterstützt ein
Polizeimentorenteam die Ausbildungsgänge des vergleichbar mittleren und gehobenen
Dienstes der afghanischen Polizei an der Nationalen Polizeiakademie in Kabul.
Im Rahmen des Focused District Development Programms sind derzeit 9
Polizeimentorenteams in 20 Distrikten der Provinzen Balkh und Badakhshan tätig.
b) Was sind die Ziele der Maßnahmen, über welchen Zeitraum
erstrecken sie sich?
Ziel ist nach wie vor die Ausbildung und damit der Aufbau einer stabilen, nach
rechtsstaatlichen Grundsätzen orientiert handelnden afghanischen Polizei.
c) Wie vielen und welchen ausländischen Sicherheitskräften wurde/wird
welche Art der Ausbildung gewährt?
Bislang wurden im laufenden Jahr 70 Ausbildungsvorhaben abgeschlossen und
3 725 Trainees von 269 deutschen Polizisten ausgebildet. In 25 laufenden
Ausbildungen werden derzeit 1 601 afghanische Polizisten durch 92 (inklusive
FDD) deutsche Trainer und 15 afghanische Instrukteure aus- und fortgebildet.
d) Worin bestanden/bestehen die Aufgaben und Tätigkeiten der
deutschen Polizeibeamtinnen und -beamten, und in welchen Stäben,
Einrichtungen und sonstigen Stellen waren/sind sie vertreten?
Hierzu wird auf die Antwort zu Frage 1b verwiesen.
e) Wie viele deutsche Polizeibeamtinnen und -beamte waren jeweils an
den Maßnahmen beteiligt (bitte für die einzelnen Maßnahmen
detailliert ausweisen)?
Siehe Antwort zu Frage 9c.
f) Welche Kosten entstanden/entstehen der Bundesrepublik Deutschland
für die Ausbildungsmaßnahmen, und aus welchen Haushaltstiteln
wurden diese bestritten?
Die Kosten werden aus dem Haushalt des Auswärtigen Amts/Stabilitätspakt
Afghanistan beglichen und sind aufgrund der noch laufenden Maßnahmen
derzeit nicht detailliert zu beziffern.
10. Welche Ausbildungsmaßnahmen für ausländische Sicherheitskräfte sind
für die nächste Zukunft geplant, welche Kosten werden dem Bund dafür
entstehen, und aus welchen Haushaltstiteln sollen diese bestritten werden
(bitte nach dem Schema der vorangegangenen Frage beantworten)?
Drucksache 17/3931 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeBundeskriminalamt
Land Bezeichnung Zeitraum Maßnahme Kalkulation Ort
Ukraine
Grundlagen und
Methoden der polizeilichen
Auswertung
15.11.-
20.11.2010
Lehrgang 6.000 Euro Kiew
Peru
Beweissicherung im
Zusammenhang mit
Rauschgift-Delikten
22.11.-
03.12.2010
Lehrgang
12.000
Euro
Lima
Senegal
Speziallehrgang
Operative Einsatztechnik
22.11.-
01.12.2010
Lehrgang
13.000
Euro
Dakar
Algerien Operative Analyse
28.11.–
05.12.2010
Lehrgang 6.000 Euro Algier
Dominikanische
Republik
Verhandlungen in Fällen
von Geiselnahmen und
Entführungen
29.11.–
03.12.2010
Lehrgang 8.000 Euro
Santo
Domingo
Benin
Tatortarbeit bei
Kapitaldelikten - in
Kooperation mit Interpol
06.12.-
10.12.2010
Lehrgang
15.000
Euro
Porto
Novo
Bundespolizei
Land Bezeichnung Zeitraum Maßnahme Kalkulation Ort
China
Besuch von Experten für Ein-
und Ausreise der
Hauptinspektion Peking bei der BPOLD
Frankfurt/Main,
Schleusungskriminalität, Urkunden,
Grenzkontrollen und Rückführung
15. bis 18.
November
2010
Ausbildung 2.000,00 €
Frankfurt/M.
China
Delegationsbesuch zum
Thema Luftsicherheit in
Frankfurt/M
IV. Quartal
Ausbildung 1.500,00 €
Frankfurt/M.
Saudi -
Arabien
Grenzpolizeiliche
Basisausbildung für Führungskräfte des
saudischen Grenzschutzes
sowie Muliplikatorenausbildung
Anlassbezogene
Weiterführung in 2011
Beratungs- und
Trainingsmaßnahmen
Auslandsbedingte
Mehrkosten
werden erstattet
Riad,
Ar´Ar, Al
Shouba
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17 – Drucksache 17/3931GPPT
Es ist vorgesehen, bis Jahresende 2010 insgesamt rund 5 300 afghanische
Polizisten in den in der Antwort zu Frage 9c genannten Bereichen durch eine
ausreichende Anzahl von deutschen Polizeiexperten aus- und fortzubilden. Zu den
Kosten wird auf die Antwort zu Frage 9f verwiesen.
11. In welchem Rahmen sind außerdem noch deutsche Polizistinnen und
Polizisten bzw. Zollbeamtinnen und -beamte im Ausland eingesetzt, und
welche Tätigkeiten verrichten sie dort (bitte nach Einsatzländern und -
orten sowie Zugehörigkeit zu Bundesländern/BKA/Bundespolizei
aufgliedern)?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
PVB der Bundespolizei sind im Hausordnungs- und Objektschutzdienst in
folgenden Ländern eingesetzt:
Bundespolizei
Land Bezeichnung Zeitraum Maßnahme Kalkulation Ort
Russland
Besuch von Experten des
Zentrums für Sonderaufgaben des
FSB Russlands bei der
Inspektion "Schutzaufgaben
Luftverkehr" der BPOLD Frankfurt
zum Erfahrungsaustausch in
Fragen der Durchführung
operativer Maßnahmen der
Luftsicherheitsaufgaben und der AuF
16. bis 18.
November
2010
Ausbildung 3.000,00 €
Frankfurt/M.
Litauen
Schulung zur
grenzpolizeilichen
Aufgabenwahrnehmung am Flughafen
Hamburg
22. bis 27.
November
2010
Ausbildung 1.200,00 €
Hamburg
Einsatzort Einsatzland Einsatzort Einsatzland
Abidjan Côte d'Ivoire Kuwait Kuwait
Addis Abeba Äthiopien Lagos Nigeria
Algier Algerien London Vereinigtes Königreich
Almaty Kasachstan Madrid Spanien
Amman Jordanien Mexiko-Stadt Mexiko
Ankara Türkei Minsk Belarus
Astana Kasachstan Moskau Russland
Athen Griechenland New Delhi Indien
Baku Aserbaidschan New York
Vereinigte Staaten von
Amerika
Bamako Mali Nouakchott Mauretanien
Bangkok Thailand Paris Frankreich
Beirut Libanon Peking China
Belgrad Serbien Pjöngjang
Korea, Demokratische
Volksrepublik
Bischkek Kirgisistan Port au Prince Haiti
Bogota Kolumbien Prag Tschechische Republik
Brasilia Brasilien Pristina Kosovo
Brüssel Belgien Ramallah
Palästinensische
Autonomiegebiete
Budapest Ungarn Riad Saudi-Arabien
Bukarest Rumänien Rom Italien
Chisinau Moldau Sanaa Jemen
Colombo Sri Lanka Sarajewo
Bosnien und
Herzegowina
Dakar Senegal Skopje Mazedonien
Damaskus Syrien Sofia Bulgarien
Erbil Irak St. Petersburg Russland
Genf Schweiz Taschkent Usbekistan
Harare Simbabwe Teheran Iran
Hanoi Vietnam Tel Aviv Israel
Havanna Kuba Tiflis Georgien
Islamabad Pakistan Tirana Albanien
Istanbul Türkei Tokio Japan
Izmir Türkei Tripolis Libyen
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 19 – Drucksache 17/3931Darüber hinaus wurden PVB der Bundespolizei auch im Personenschutz in
Afghanistan und Irak sowie für den Hausordnungs- und Objektschutzdienst an
der Botschaft in Kabul und am Generalkonsulat in Erbil (Irak) eingesetzt.
Im Rahmen multilateraler Institutionen, z. B. der Europäischen Union, der
OSZE, der Vereinten Nationen, und den daraus resultierenden Vereinbarungen
(z. B. Partnerschafts- und Kooperationsabkommen) finden in Form von
Verwaltungszusammenarbeitsprojekten (z. B. Twinning), kleineren Projekten
(z. B. TAIEX) oder Einzelmaßnahmen, auch Auslandseinsätze von deutschen
Zollbeamten statt. Diese dienen ausschließlich dem Aufbau von zollfachlichen
Verwaltungskapazitäten in den begünstigten Ländern. Zudem sind 16
Zollverbindungsbeamte in Ländern eingesetzt, mit denen eine enge zollfachliche
Zusammenarbeit besteht oder angestrebt wird.
Einsatzort Einsatzland Einsatzort Einsatzland
Jakarta Indonesien Tunis Tunesien
Kabul Afghanistan Ulan Bator Mongolei
Kairo Ägypten Warschau Polen
Karachi Pakistan Washington
Vereinigte Staaten von
Amerika
Khartum Sudan Wien Österreich
Kinshasa Kongo Zagreb Kroatien
Kiew Ukraine
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ISSN 0722-8333]