[Deutscher Bundestag Drucksache 17/4340
17. Wahlperiode 23. 12. 2010 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Oliver Krischer, Hans-Josef Fell, Bärbel
Höhn, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 17/3763 –
Zukunft des deutschen Steinkohlebergbaus und der RAG
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Jahr 2007 haben sich die damalige Große Koalition zwischen CDU, CSU und
SPD im Bund und die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen
unter Mitwirkung der RAG Aktiengesellschaft und der Industriegewerkschaft
Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) über die Zukunft der deutschen Steinkohle
geeinigt. Auf dieser Grundlage wurde von Bundestag und Bundesrat das Gesetz
zur Finanzierung der Beendigung des subventionierten Steinkohlebergbaus zum
Jahr 2018 (Steinkohlefinanzierungsgesetz) verabschiedet, welches einen
Ausstieg aus den Subventionen bis 2018 vorsieht. Die damalige Entscheidung
wurde jedoch europarechtlich nicht abgesichert. Die EU-Kommission hat am
20. Juli 2010 einen Verordnungsvorschlag (KOM(2010) 372) vorgelegt, der ein
Auslaufen der Steinkohlebeihilfen bis zum Oktober 2014 vorsieht.
Stilllegungsbeihilfen und Beihilfen für außergewöhnliche Kosten sollen jedoch bis zum Jahr
2026 mit den Wettbewerbsregeln im Binnenmarkt vereinbar sein. Eine
endgültige Entscheidung wird auf dem EU-Ministerrat oder auf dem Europäischen Rat
im Dezember 2010 getroffen. Kommt es zu keiner Einigung zwischen den EU-
Mitgliedstaaten, greift ab dem nächsten Jahr das reguläre Wettbewerbsrecht, da
die derzeit geltende Kohleverordnung, die die Beihilfen ermöglicht, am
31. Dezember 2010 außer Kraft tritt.
Im Rahmen der Vereinbarung zum Ausstieg aus dem subventionierten
Steinkohlebergbau im Jahr 2007 wurde auch die RAG-Stiftung gegründet. Ihr Zweck ist
vor allem die Finanzierung von Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus nach
dessen Beendigung. Die hierfür notwendigen Einnahmen soll die Stiftung durch
Veräußerung von Anteilen an der Evonik Industries AG erzielen.
Die RAG Aktiengesellschaft beschäftigt aktuell noch über 20 000 Mitarbeiter.
Die Stellen sollen bis zum Ende der Steinkohlesubventionen sozialverträglich
abgebaut werden. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vom
21. Dezember 2010 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/4340 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeI. Beihilfen
1. Welche Position wird die Bundesregierung bei den Verhandlungen im
Dezember 2010 auf EU-Ebene bei den Steinkohlebeihilfen vor dem Hintergrund
der offensichtlichen Differenzen zwischen dem Bundesminister für
Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle (FDP), der fachlich zuständig ist,
und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) vertreten?
Die Bundesregierung hat sich in Brüssel dafür eingesetzt, die Betriebsbeihilfen
für stillzulegende Bergwerke – so wie national im Jahr 2007 vereinbart – im Jahr
2018 auslaufen zu lassen.
2. Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse des Rheinisch-
Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und dessen Berechnungen
zum frühzeitigen Ausstieg aus den Steinkohlesubventionen?
Die Bundesregierung hat die Berechnungen des RWI genauso in ihre
Überlegungen einbezogen wie die von der RAG AG gemeldeten Zahlen zu den
Auswirkungen eines vorzeitigen Ausstiegs aus dem subventionierten
Steinkohlenbergbau.
3. Wird sich die Bundesregierung für die Streichung der im
Steinkohlefinanzierungsgesetz 2007 festgeschriebenen Revisionsklausel einsetzen bzw. sie
vor 2012 zur Anwendung bringen?
Wenn ja, wann wird die Bundesregierung eine entsprechende
Gesetzesinitiative in den Deutschen Bundestag einbringen?
Das Bundeskabinett hat am 17. November 2010 einen Gesetzentwurf
beschlossen, der die Streichung der Revisionsklausel aus dem
Steinkohlefinanzierungsgesetz von 2007 vorsieht. Voraussichtlich im Februar 2011 wird dazu das
parlamentarische Verfahren im Deutschen Bundestag beginnen.
4. Welche Informationen liegen der Bundesregierung über die Positionen der
anderen 26 EU-Mitgliedstaaten zum Verordnungsvorschlag der EU-
Kommission zu den Steinkohlebeihilfen vor, und welche Staaten werden nach
Ansicht der Bundesregierung die deutsche Position mittragen, bzw. welche
Mitgliedstaaten unterstützen den Verordnungsvorschlag (bitte nach
einzelnen Mitgliedstaaten aufschlüsseln)?
5. Wie beabsichtigt die Bundesregierung, im EU-Ministerrat im Dezember
2010 eine europarechtliche Absicherung des deutschen
Steinkohlefinanzierungsgesetzes zu erreichen, in Anbetracht der Tatsache, dass für eine solche
Entscheidung ein einheitliches Votum aller EU-Mitgliedstaaten notwendig
ist?
6. Sollte sich die Bundesregierung mit ihrer Position zum Ausstieg der
Beihilfen in 2018 auf EU-Ebene nicht durchsetzen und der Verordnungsvorschlag
wird angenommen, was wären nach Auffassung der Bundesregierung die
Konsequenzen in finanzieller und sozialer Hinsicht?
7. Welche Folgen würde ein frühzeitiges Ende der Steinkohlebeihilfen für die
finanzielle Ausstattung der RAG-Stiftung vor dem Hintergrund der
Finanzierung der Ewigkeitskosten haben, und wie begründet die Bundesregierung
ihre diesbezügliche Einschätzung?
Die Fragen 4 bis 7 werden gemeinsam beantwortet.
Der Wettbewerbsfähigkeitsrat hat am 10. Dezember 2010 einstimmig (bei
Stimmenthaltung Schwedens und Dänemarks) eine neue EU-Beihilfenregelung be-
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/4340schlossen, die die Gewährung von Schließungsbeihilfen, das heißt von
Betriebsbeihilfen für zu schließende Bergwerke, bis zum 31. Dezember 2018 erlaubt.
II. Standortbezogene Informationen
(jeweils einzeln zu den Bergwerken Saar, West, Auguste Victoria, Prosper-
Haniel, Ibbenbüren)
8. Wie hoch waren die Kosten je geförderter Tonne Steinkohle seit dem Jahr
2005 (bitte um Auflistung für jedes Jahr, aufgeschlüsselt nach den oben
genannten Bergwerken)?
9. Welche Förderkosten werden für die Zukunft erwartet (bitte aufschlüsseln
nach den oben genannten Bergwerken)?
Eine Meldung von Einzelbergwerken nach 2012 ist – nach Mitteilung der RAG
AG – aufgrund der fehlenden Stilllegungsbeschlüsse durch den Aufsichtsrat
nicht möglich.
Kosten der laufenden Förderung in Euro/t SKE im Ist
(SKE – Steinkohleeinheit)
BW/Jahr 2005 2006 2007 2008 2009
West 122 140 152 162 176
Prosper-Haniel 142 153 156 181 215
Auguste Victoria 164 157 174 159 152
Saar 124 132 126 337 351
Ibbenbüren 129 128 133 135 145
Quelle: Meldung nach Artikel 9 Absatz 11 der Verordnung (EG) Nr. 1407/2002
Kosten der laufenden Förderung in Euro/t SKE gemäß Plan bis 2018
BW/Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
West 149 123 131
Prosper-Haniel 168 168 166
Auguste Victoria 164 167 162
Saar 184 202 212
Ibbenbüren 126 127 129
Durchschnitt 162 154 152 150 143 142
Drucksache 17/4340 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode10. Wie hoch war der tatsächliche Erlös für die in den oben genannten
Bergwerken geförderte und verkaufte Kohle seit dem Jahr 2005 (bitte um
Auflistung für jedes Jahr, aufgeschlüsselt nach den oben genannten
Bergwerken)?
Eine Meldung nach Einzelbergwerken ist nach Mitteilung der RAG AG nicht
möglich, da der Vertrieb der Kohle zentral erfolgt und sich vielfach aus
Mischprodukten verschiedener Standorte und Kohlenlager zusammensetzt.
Die jährlichen Plafondmittel werden auf Basis der Kohlerichtlinien des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gekürzt, wenn die
durchschnittlichen Gesamterlöse für den Absatz an die Kraftwirtschaft und die Eisen
schaffende Industrie über 46 Euro/t SKE liegen (Erlöskappung).
11. Welche Erlöse durch geförderte und verkaufte Kohle werden für die
Zukunft erwartet (bitte aufschlüsseln nach den oben genannten Bergwerken)?
Zur Meldung von Einzelbergwerken gilt nach Mitteilung der RAG AG die in der
Antwort zu Frage 10 genannte Einschränkung. Eine Einschätzung künftiger
tatsächlicher Erlöse ist heute kaum möglich. Es wird unterstellt, dass die oben
angegebenen, dem Steinkohlefinanzierungsgesetz und der Rahmenvereinbarung
zugrunde liegenden Erlöserwartungen mindestens erfüllt werden können.
12. Wie hoch und welcher Art sind die bisher geleisteten
Stilllegungsaufwendungen bei den oben genannten und bei den stillgelegten Bergwerken
Walsum, Lohberg, Lippe und Ost (bitte aufschlüsseln nach den einzelnen
Bergwerken)?
Gemäß Punkt 6 der Kohlerichtlinien des BMWi zählen zu den
Stilllegungsaufwendungen die Aufwendungen für den Personalabbau, technische
Stilllegungsaufwendungen (Abbruchverpflichtungen, Schachtverfüllung,
Wiedernutzbarmachung von Betriebsflächen und die Dekontaminierung von verunreinigten
Böden und für weitere Maßnahmen), Aufwendungen aus
Ausgleichsverpflichtungen sowie Stilllegungsabschreibungen.
Erlöse in Euro/t SKE im Ist
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009
Durchschnitt 66 66 71 116 94
Quelle: Meldung nach Artikel 9 Absatz 11 der Verordnung (EG) Nr. 1407/2002
Erlöse in Euro/t SKE im Plan
Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Durchschnitt 46 46 46 55 55 55 55 55 55
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/4340Nach Mitteilung der RAG AG
13. In welcher Höhe und welcher Art werden in Zukunft
Stilllegungsaufwendungen bei den oben genannten und bei den bereits stillgelegten
Bergwerken Walsum, Lohberg, Lippe und Ost erwartet (bitte aufschlüsseln nach
den einzelnen Bergwerken)?
Nach Mitteilung der RAG AG
Die Stilllegungen der Bergwerke West, Prosper-Haniel, Auguste Victoria und
Ibbenbüren sind noch nicht durch den Aufsichtsrat beschlossen.
14. In welcher Höhe fallen Altlasten bei den oben genannten Bergwerken
aktuell an (bitte um Auflistung nach Art der Altlasten und aufgeschlüsselt
nach den einzelnen Bergwerken)?
Summenbildung unterliegt Rundungsdifferenzen
Quelle: Meldung nach Artikel 9 Absatz 11 der Verordnung (EG) Nr. 1407/2002
Zu der Art der Altlasten siehe Antwort zu den Fragen 16 bis 19.
Stilllegungsbeihilfen in Mio. Euro
BW/Jahr 2005 2006 2007 2008 2009
Walsum (stillgel. am 01.7.2008) 50 115
Lohberg (stillgel. am 01.1.2006) 180 189 169
Lippe (stillgel. am 01.1.2009) 148
Saar (Teilstill. am 01.5.2008) 87 85
Stilllegungsbeihilfen in Mio. Euro
BW/Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Walsum (stillgel. am 01.7.2008) 101 50
Lippe (stillgel. am 01.1.2009) 149 151
Ost (stillgel. am 30.9.2010) 21 43 43 43 43 43 21
Saar (Reststill. Mitte 2012) 85 34 69 69 34
Altlasten in Mio. Euro im Ist
BW/Jahr 2009
West 24
Prosper-Haniel 30
Auguste Victoria 30
Ost 29
Ibbenbüren 16
Saar 39
Summe Bergwerke 168
Drucksache 17/4340 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode15. Wie werden sich die Altlasten bis zur Stilllegung durch den noch geplanten
Abbau in den einzelnen Bergwerken erhöhen (bitte um Auflistung nach Art
der Altlasten und aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bergwerken)?
Summenbildung unterliegt Rundungsdifferenzen
Quelle: Meldung nach Artikel 9 Absatz 11 der Verordnung (EG) Nr. 1407/2002
Bei den einzelnen Bergwerken werden nur die direkt den Bergwerken
zuzuordnenden Altlasten (im Wesentlichen Beiträge zur Bergbauberufsgenossenschaft
und Wasserhaltung) erfasst. Die auf Unternehmensebene anfallenden Altlasten
(z. B. Pensionsaufwendungen, Sozialplanleistungen etc.) werden in einem
Bereich „überörtliche Altlasten“ ausgewiesen.
Eine Meldung von Einzelbergwerken nach 2012 ist aus den eingangs genannten
Gründen nicht möglich (siehe Antwort zu Frage 9).
Zu der Art der Altlasten siehe Antwort zu den Fragen 16 bis 19.
16. In welcher Höhe fallen Ewigkeitskosten bei den oben genannten
Bergwerken aktuell an (bitte um Auflistung nach Art der Ewigkeitskosten und
aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bergwerken)?
17. Wie werden sich die Ewigkeitskosten bis zur Stilllegung durch den noch
geplanten Abbau in den einzelnen Bergwerken erhöhen (bitte um
Auflistung nach Art der Ewigkeitskosten und aufgeschlüsselt nach den einzelnen
Bergwerken)?
18. In welcher Höhe fallen Altlasten an, die nicht den oben genannten noch in
Betrieb befindlichen Bergwerken zuzuordnen sind (bitte um Auflistung
nach Art der Altlasten)?
19. In welcher Höhe fallen Ewigkeitskosten an, die nicht den oben genannten
noch in Betrieb befindlichen Bergwerken zuzuordnen sind (bitte um
Auflistung, nach Art der Ewigkeitskosten)?
Die Fragen 16 bis 19 werden gemeinsam beantwortet.
Nach den Kohlerichtlinien des BMWi sind Altlasten durch Stilllegungen,
Rationalisierung und Umstrukturierungen verursachte Kosten, die nicht im
Zusammenhang mit der laufenden Förderung stehen und die nicht durch die
Gewährung von Beihilfen für die Stilllegungsaufwendungen abgedeckt sind. Diese
Altlasten in Mio. Euro gemäß Plan bis 2018
BW/Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
West 23 25 21
Prosper-Haniel 23 26 24
Auguste Victoria 30 32 33
Ost 18
Ibbenbüren 14 15 14
Saar 8 8 5
Summe Bergwerke 116 105 97 87 80 71 65 63 55
überörtliche Altlasten 423 450 436 508 562 522 532 592 551
Altlasten gesamt 539 555 533 595 642 593 597 655 606
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/4340enthalten Bestandteile, die zum Teil noch über Jahrzehnte nach der Beendigung
des Bergbaus anfallen können, letztlich aber endlich sind, und solche, die
Ewigkeitscharakter (Ewigkeitslasten) haben.
Die (endlichen) Altlasten umfassen
– Personalabbau,
– technische Stilllegung,
– Ausgleichsverpflichtungen,
– Schachtsicherung,
– Altersversorgung,
– Bergschäden an Objekten,
– personelle Abwicklungskosten,
– Abbruchverpflichtungen,
– Flächensanierung und Rekultivierung,
– sonstige Sozialplanrückstellungen,
– Sonstige.
Die Kosten der Altlasten sind in der Antwort zu Frage 15 genannt.
Die Altlastenverpflichtungen, die ewig andauern werden (Ewigkeitslasten) und
nach Auslaufen des subventionierten Steinkohlebergbaus von der RAG-Stiftung
finanziert werden, umfassen
– Grubenwasserhaltung,
– Grundwasserreinigung,
– Dauerbergschäden.
Die bis zum Jahr 2018 anfallenden Ewigkeitslasten sind in den in der Antwort
zu Frage 15 genannten Altlasten enthalten. Sie werden bis 2018 durch
Bewilligungsbescheide abgedeckt. Endliche Altlasten, die nach 2018 anfallen, sind
durch einen gesonderten Bewilligungsbescheid abgedeckt.
Nach Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus werden die
genannten Ewigkeitslasten nicht aus Beihilfen, sondern von der RAG-Stiftung
finanziert.
20. Welche Kohlevorräte sind bei den noch in Betrieb befindlichen
Bergwerken erschlossen, und welche Kohlevorräte sollen noch erschlossen werden
(bitte um Auflistung, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bergwerken)?
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt:
Im Umstrukturierungsplan 2008 ist eine Produktion in Höhe von insgesamt
74 Mio. t Steinkohle für den Zeitraum von 2010 bis 2018 vorgesehen. Davon ist
die Produktion von 12 Mio. t in Bergwerken geplant, für die ein
Stilllegungsbeschluss vorliegt oder angekündigt ist. Dort ist die Vorleistung des
Hauptgrubengebäudes und der Infrastrukturachsen abgeschlossen. Die zum Abbauprozess
gehörende Herstellung von Abbaustrecken ist auch bis auf wenige Kilometer
fertiggestellt.
Die Bergwerke, die nach 2012 noch produzieren, werden im oben genannten
Zeitraum insgesamt 62 Mio. t Steinkohle fördern. Das Hauptgrubengebäude und
die wichtigsten Infrastrukturachsen sind auch an diesen Standorten bereits
vorhanden. Für die abzubauenden Vorräte sind nur noch einige Anschlussgruben-
Drucksache 17/4340 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodebaue und Infrastrukturstrecken herzustellen. Diese Vorräte liegen damit
praktisch im Zugriff.
21. Welche Investitionen in welcher Höhe sind dazu bei den einzelnen
Bergwerken erforderlich?
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt:
Nach handelsrechtlichen Vorgaben sind Investitionen
einzelaktivierungspflichtige Ausgaben, die im Wesentlichen für die Anschaffung von beweglichen und
unbeweglichen Sachanlagen (z. B. Maschinen, Anlagen, Gebäude, Schächten)
getätigt werden. Die Herstellung von Anschlussgrubenbauen und
Infrastrukturstrecken sind somit keine Investitionen.
Die Kosten für den Aufschluss der Vorräte, die bis 2018 abgebaut werden sollen,
sind in den in der Antwort zu Frage 9 genannten Kosten enthalten.
22. Welche sonstigen Investitionen mit einer jeweiligen Größe von mehr als
3 Mio. Euro je Investitionsvorhaben erfolgten seit dem Jahr 2004?
Nach Mitteilung der RAG AG
Bei den Investitionen handelt es sich um unaufschiebbare betriebsnotwendige
Projekte zur Ersatzbeschaffung, zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft
sowie zur Einhaltung behördlicher Sicherheits- und Umweltauflagen.
Vor dem Hintergrund der Führung der RAG wie ein Bergwerk mit mehreren
Produktionsstandorten werden von übergeordneten Organisationseinheiten wie
Zentrale Betriebsmittelbewirtschaftung (ZBB), Servicebereich Technik- und
Logistikdienste (SB BT), Servicebereich Kaufmännische Dienste (SB BK),
Servicebereich Standort- und Geodienste (SB BG) etc. zentrale Investitionen
vorgenommen, die für die gesamte RAG erforderlich sind.
Umfang der Sachinvestitionsausgaben in Mio. Euro im Ist
Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Sachinvestitionen 207 158 131 118 122 88
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/4340Gegenstand der Sachinvestitionen seit 2004 bis 2009
Anlage Objekt
zentrale Betriebmittelbewirtschaftung (übergeordnet)
ZBB Schreitausbau
ZBB Dieselkatzen
ZBB stationäre Standard-Baustoffanlagen
ZBB Walzenlader
ZBB Gleithobelanlagen GH 42
ZBB Teilschnittmaschinen
Servicebereich Technik- und Logistikdienste (übergeordnet)
SB-BT Grubenwasserhaltung und -ableitung für die Standorte:
(Carolinenglück 2. BA, Fürst Leopold 1 und 2, Walsum,
Concordia)
SB-BT Pluto: Erwerb Prüflabor
SB-BT Optimierung der Lagerwirtschaft
Servicebereich Kaufmännische Dienste (übergeordnet)
SB-BK Releasewechsel SAP BP 1
Kokerei Prosper
BD KP Gasvorkühler Mitte 1
BD KP Kaltwasseranlage mit Rückkühlleitung
BD KP Gassauger
BD KP Ventilatorkühlturm
BD KP Dampferzeugung
Bergwerke
BW WS Zentrale Kälteerzeugungsanlage Rossenray
BW PH Tieferlegen der Förderung Schacht 10 Prosper
BW PH Bau der zentralen Kälteanlage Prosper IV/Schacht 9
BW PH Tagesanlagen Prosper V, Schacht 10
BW PH Ersatz Mittelkornsetzmaschine
BW PH Aufbau einer Leitwarte für die Automatisierung von
Bergwerksprozessen
BW PH Ersatz Zentrale Kälteerzeugungsanlage Prosper V
BW LI Bau einer Bergevorabscheidung
BW LI Umbau des Wagenumlaufs auf der Hängebank Schacht 3
BW AV Entwässerung Halde Brinkfortsheide
BW AV Bau einer Hauptwasserhaltung AV 3
BW SA Zentrale Kälteanlage am Primsschacht (Teilumsetzung)
BW SA Stabilisierungsmaßnahmen Hoxberg
BW IB Gasmotor ECO-RAM
BW IB Schildausbau 0,7/1,8
BW IB Schildausbau STS 4
BW IB Hauptwasserhaltung Beustfeld
BW IB Kapazitätserweiterung Landabsatz
Drucksache 17/4340 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode23. Welche Investitionen mit einer Größe von mehr als 3 Mio. Euro je
Investitionsvorhaben sind in Zukunft geplant (bitte um Auflistung,
aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bergwerken)?
Nach Mitteilung der RAG AG
24. Laut der RAG-Homepage betrug das Sachinvestitionsvolumen der RAG
im Bergbaubereich im Jahr 2008 122 Mio. Euro. Welche größeren
Investitionsvorhaben ab 3 Mio. Euro wurden hier finanziert (bitte aufschlüsseln
für die Jahre 2009 und 2010)?
Nach Mitteilung der RAG AG
Anlage Objekt
zentrale Betriebmittelbewirtschaftung (übergeordnet)
ZBB Walzenlader
ZBB Gleithobel
Servicebereich Technik- und Logistikdienste (übergeordnet)
SB BT Maschinentechnik Brunnenwasserhaltung Walsum
SB BT Brunnenwasserhaltung Haus Aden
SB BT Verlängerung Grubenwasserableitung Wasserhaltung Amalie
Servicebereich Kaufmännische Dienste (übergeordnet)
SB BK Ersatz SAP ERP 6.0
Bergwerke
BW AV Bau einer Druckrohrleitung zur Lippe (Haldenwasserableitung)
BW IB Schildausbau Gr. 1
BW IB Batteriekatzen BZ 45-2-40
BW IB Ertüchtigung Schreitausbau STS3
BW IB Ertüchtigung Schreitausbau STS2
Anlage Objekte 2008
zentrale Betriebmittelbewirtschaftung (übergeordnet)
ZBB Schreitausbau Gr. 1
ZBB 2 Gleithobelanlagen GH 42
Servicebereich Technik- und Logistikdienste (übergeordnet)
SB BT Brunnenrohre Wasserhaltung Walsum
Bergwerke
BW PH Aufbau einer Leitwarte für die Automatisierung von
Bergwerksprozessen
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/4340Das Sachinvestitionsvolumen der RAG im Bergbaubereich betrug 2009 88 Mio.
Euro. Die folgenden Investitionsvorhaben > 3 Mio. Euro wurden daraus
finanziert:
Aus dem Sachinvestitionsvolumen der RAG im Bergbaubereich des laufenden
Jahres 2010 wurden bislang die folgenden Investitionsvorhaben > 3 Mio. Euro
finanziert. Geplant sind Ausgaben in Höhe von 100 Mio. Euro:
25. Zu welchem Preis hat die Kokerei Prosper in den Jahren 2005, 2006, 2007,
2008 und 2009 jeweils ihre Kohle bezogen?
26. Wie hoch ist der Anteil der Importkohle, der von der Kokerei Prosper
verarbeitet wird?
Die Fragen 25 und 26 werden gemeinsam beantwortet.
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt:
In den letzten Jahren betrug der Anteil der in der Kokerei Prosper eingesetzten
Importkohle zwischen 30 Prozent und 42 Prozent der gesamten Einsatzkohle.
Diesen Importkohleanteil hat die RAG AG zum Weltmarktpreis bezogen, ohne
diesen näher zu beziffern.
Für die jährliche Plafondabrechnung wird für Lieferungen deutscher Kokskohle
der vom BAFA (auf Basis von Unternehmensmeldungen) erhobene
Grenzübergangspreis für Kokskohle zugrunde gelegt. Da neben der RAG AG nur wenige
weitere Unternehmen Kokskohle nach Deutschland importieren, wird dieser
BAFA-Preis für Kokskohle – im Gegensatz zum quartalsmäßig veröffentlichten
Grenzübergangspreis für Kraftwerkskohle – aus Gründen des Schutzes von
Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen nicht veröffentlicht.
Anlage Objekte 2009
zentrale Betriebmittelbewirtschaftung (übergeordnet)
ZBB 2 Teilschnittmaschinen
Servicebereich Kaufmännische Dienste (übergeordnet)
SB BK SAP Releasewechsel BP 1
Servicebereich Technik- und Logistikdienste (übergeordnet)
SB BT Grubenwasserableitung Concordia
Bergwerke
BW PH Ersatz Zentralkälteanlage Prosper V
Anlage Objekte 2009
zentrale Betriebmittelbewirtschaftung (übergeordnet)
ZBB Kältemaschinen
Servicebereich Kaufmännische Dienste (übergeordnet)
SB BK SAP Releasewechsel BP 2/BP 3
Drucksache 17/4340 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode27. Werden für eine etwaige Schließung der Kokerei Prosper
Stilllegungsbeihilfen gezahlt?
Bei Schließung der Kokerei durch die RAG AG im Rahmen der Beendigung des
subventionierten Steinkohlenbergbaus würden Stilllegungsbeihilfen gewährt
werden.
III. Personal
28. Wie hat sich der Personalbestand seit dem Jahr 1997, getrennt nach
untertägig Beschäftigten und übertägig Beschäftigten, entwickelt?
Nach Mitteilung der RAG AG
Der Personalbestand hat sich getrennt nach untertägigen und übertägigen
Beschäftigten seit 1997 wie folgt entwickelt:
29. Wie soll sich der Personalbestand in den kommenden Jahren bis zur
Stilllegung des letzten Bergwerks im Jahr 2018, getrennt nach untertägig
Beschäftigten und übertägig Beschäftigten, weiterentwickeln?
Nach Mitteilung der RAG AG
30. Welche Veränderung und ggf. warum hat es hier gegenüber den Planungen
seit dem Beschluss des Steinkohlefinanzierungsgesetzes im Jahr 2007
gegeben?
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt:
Es hat keine Veränderungen gegeben. Die Planung entspricht weiterhin der Linie
der Umstrukturierungsplanung.
Entwicklung zum
Jahresende
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
unter Tage 43 507 40 258 36 428 29 745 26 345 24 635 22 825 22 333 20 279 18 598 17 365 15 618 13 931
über Tage 27 875 26 497 24 343 20 865 20 680 19 148 17 645 16 529 13 798 13 214 12 683 11 383 9 167
Summe 71 382 66 755 60 771 50 610 47 025 43 783 40 470 38 862 34 077 31 812 30 048 27 001 23 098
durchschnittlicher
Personalbestand
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
unter Tage 10 817 8 835 6 980 5 373 4 009 2 822 1 862 1 123 .804
über Tage 10 526 9 290 8 071 7 023 6 132 5 230 4 403 3 701 3 367
Summe 21 343 18 125 15 051 12 396 10 141 8 052 6 265 4 824 4 171
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/434031. Wie ist der Personalabbau im Steinkohlebergbau seit dem Jahr 1997,
aufgeteilt nach den verschiedenen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten,
erfolgt (bitte um Auflistung pro Jahr)?
Nach Mitteilung der RAG AG
Unter Einbeziehung aller arbeitsmarktpolitischen Instrumente erfolgte der
Personalabbau im Steinkohlenbergbau seit 1997 bis 2009 wie folgt:
32. Wie ist der Personalabbau im Steinkohlebergbau im Jahr 2009 erfolgt, und
wie soll er in den Folgejahren, aufgeteilt nach den verschiedenen
arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, erfolgen (bitte um Auflistung pro Jahr)?
Nach Mitteilung der RAG AG
33. Wie viele Neueinstellungen hat es seit dem Jahr 2006 gegeben (bitte um
Auflistung pro Jahr)?
Nach Mitteilung der RAG AG
Aufteilung nach
Instrumenten
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Altersabgänge 3 586 1 887 2 013 2 766 2 339 1 718 2 242 2 390 2 565 1 785 1 800 2 196 2 145
Sonstiges
Instrumentarium (Qualifizierung,
Handwerksinitiative,
Übergangshilfe)
2 959 2 633 4 132 6 934 2 428 957 1 319 1 532 2 462 215 270 797 1 421
Arbeitsmarktabgänge 885 665 565 1 105 622 481 668 469 447 909 483 882 475
Summe 7 430 5 185 6 710 10 805 5 389 3 156 4 229 4 391 5 474 2 909 2 553 3 875 4 041
Aufteilung nach Instrumenten 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Altersabgänge 2 507 2 509 2 292 2 235 2 178 2 090 1 697 1 381 1 135
Sonstiges Instrumentarium
(Qualifizierung,
Handwerksinitiative, Übergangshilfe)
577 559 550
Arbeitsmarktabgänge 719 621 77 323 201 160 160 105 74
Summe 3 803 3 689 2 919 2 558 2 379 2 250 1 857 1 486 1 209
Neueinstellungen/Jahr 2006 2007 2008 2009 2010
akademische
Nachwuchskräfte
10 10 12 36 25
Drucksache 17/4340 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode34. Wie viele Auszubildende und Übernahmen von Auszubildenden hat es seit
dem Jahr 2006 gegeben (bitte um Auflistung pro Jahr)?
Nach Mitteilung der RAG AG
35. Welche Abweichungen von früheren Planungen und Angaben hat es
gegeben, und warum?
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt:
Im Vergleich zu früheren Planungen und Angaben ist weiterhin eine
Reduzierung der Beschäftigten auf rund 15 000 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2012
geplant. Die Personalangaben entsprechen weiterhin der Linie der
Umstrukturierungsplanung.
36. Sind Neueinstellungen bzw. Übernahmen von Auszubildenden unbefristet
erfolgt?
Wenn ja, in welchem Umfang und warum?
Nach Mitteilung der RAG AG
Nein.
37. Wie hat sich die Altersstruktur der Mitarbeiter seit dem Jahr 1997
entwickelt?
Nach Mitteilung der RAG AG
38. Wie haben sich die Zahl der Deputatanspruchsberechtigten seit 1997 und
die daraus resultierenden Kosten pro Jahr (aufgeteilt nach aktiven
Bergleuten und Pensionären) entwickelt?
Nach Mitteilung der RAG AG
Die Deputatansprüche der aktiven Bergleute und der Pensionäre entwickelten
sich von 1997 bis 2009 wie unten dargestellt. Der Anstieg bei den Inaktiven im
Jahr 2008 resultiert daraus, dass in diesem Jahr Inaktive des Eschweiler
Bergwerks-Vereins (EBV) übernommen wurden. Hieraus ergaben sich keine
zusätzlichen Kosten, da RAG AG die Rückdeckung für die Verpflichtung des EBV
gegenüber diesem Personenkreis seit 1993 übernommen hat.
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010
Nachwuchseinstellungen 639 287 313 307 285
Nachwuchsbestand
am Jahresende
2 929 2 398 1 797 1 397 1 092
Übernahme mit befristeten
Arbeitsverträgen
134 578 614 555 423
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Durchschnittsalter 36,2 37,0 37,8 39,0 39,7 40,0 40,4 41,0 40,7 41,3 42,2 43,0 42,6
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/4340Im Einzelnen
39. Welche Entwicklung wird hier in Zukunft erwartet?
Nach Mitteilung der RAG AG
Auf der Grundlage langjährig bestehender tarifvertraglicher Vereinbarungen
wird ab dem Jahr 2010 folgende Entwicklung erwartet:
IV. Rückstellungen für Altlasten und Ewigkeitskosten
40. In welcher Höhe gibt es Rückstellungen für Altlasten und Ewigkeitskosten
bei der RAG?
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt
Bei der RAG AG wurden zum 31. Dezember 2009 Rückstellungen für Alt- und
Ewigkeitslasten in Höhe von 13 112 Mio. Euro brutto bilanziert. Nach
Aufrechnung des Anspruches gegen die RAG-Stiftung für die Ewigkeitslasten, für deren
Finanzierung gemäß den steinkohlepolitischen Vereinbarungen die RAG-
Stiftung ab 2019 eintritt, betrugen die Rückstellungen 8 336 Mio. Euro.
41. Wie ist die Werthaltigkeit dieser Rückstellungen (bitte um Darstellung der
Art der Rücklagen)?
Die RAG AG hat dazu mitgeteilt:
Die Angemessenheit der Rückstellungen und die Werthaltigkeit des
Sachanlagevermögens, der Vorräte sowie der Forderungen und Sonstigen
Vermögensgegenstände auf der Aktivseite der Bilanz, die zur Deckung dieser Rückstellungen
dienen, wird jährlich durch den Wirtschaftsprüfer im Rahmen der
Jahresabschlussprüfung geprüft und testiert.
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Aktive 78 211 73 242 67 476 60 834 52 039 45 661 39 148 35 072 30 355 28 294 26 055 24 164 21 595
Kosten
in Mio. Euro
71,0 66,2 58,3 53,0 47,0 40,2 34,5 31,4 28,1 25,4 23,0 21,6 19,8
Inaktive 234 723 229 064 224 300 221 095 217 274 206 795 198 250 193 590 189 002 183 786 181 592 184 290 179 265
Kosten
in Mio. Euro
86,6 83,8 83,2 80,1 77,7 70,6 67,2 64,8 62,6 60,7 57,7 59,5 58,3
Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Aktive 18 333 15 013 12 381 10 003 7 821 5 792 4 121 2 784 1 696
Kosten
in Mio. Euro
16,4 13,4 11,1 8,9 7,0 5,2 3,7 2,5 1,5
Inaktive 171 793 165 866 160 144 154 619 149 285 144 134 139 162 134 361 129 725
Kosten
in Mio. Euro
55,5 53,5 51,7 49,9 48,2 46,5 44,9 43,4 41,9
Drucksache 17/4340 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode42. In welcher Höhe gibt es Rückstellungen für Altlasten und Ewigkeitskosten
bei den Alteigentümern?
43. Wie ist die Werthaltigkeit dieser Rückstellungen (bitte um Darstellung der
Art der Rücklagen)?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, die über die in der
nachfolgend zitierten Antwort der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf die
Frage 43 der Großen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(Landtagsdrucksache 14/9978) enthaltenen Ergebnisse hinausgehen:
„Als Rechtsnachfolger verschiedener ehemaliger Unternehmen des
Steinkohlenbergbaus in Nordrhein-Westfalen (VEBA u. a.) hat die E.ON AG mitgeteilt,
dass sie
‚für ihre Verpflichtungen aus dem stillgelegten Bergwerkseigentum
Rückstellungen hat. Nach der aktuellen Prüfung dieser Rückstellungen durch zwei
voneinander unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften betragen diese
rd. 121 Mio. Euro‘.
Im Auftrag der KruppHoesch Stahl GmbH als Bergwerkseigentümerin hat die
ThyssenKrupp Real Estate GmbH mitgeteilt, dass
‚die Höhe der Bergbaurückstellungen zum 30. September 2009 138 Mio.
Euro beträgt. Der Jahresabschluss der KHS GmbH wird von einem
Wirtschaftsprüfer testiert‘.
Die RWE Service GmbH (Altbergbau/Sanierung), die Gesellschaft für
Vermögensverwaltung AG – GfV – (Rechtsnachfolger der Harpen AG) und die Alte
Haase Bergwerks-Verwaltungs-Gesellschaft mbH haben gleichlautend
mitgeteilt:
‚Wir können bestätigen, dass wir für den Bereich Altbergbau in
ausreichendem Maße Rückstellungen gebildet haben. Die Rückstellungsansätze sind
von unseren Wirtschaftsprüfern testiert worden und unterliegen darüber
hinaus einem permanenten internen Monitoring unseres Hauses. Wir hoffen,
Ihnen mit den vorstehenden Angaben behilflich gewesen zu sein, und bitten
gleichzeitig um Ihr Verständnis, dass wir darüber hinaus zu den von Ihnen
aufgeworfenen Fragen auf diesem Wege keine weiteren Auskünfte erteilen
können‘.“Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]