Nachfolgend werden die Zielsetzungen, die Teil der Beschreibung der Vorhaben sind, übermittelt.
100 Jahre amtlicher Naturschutz
Hauptziel des Vorhabens ist es, die Institutionengeschichte des Naturschutzes am Beispiel von sechs Fallstudien bzw. aus sechs Perspektiven aufzuarbeiten, diese für die Öffentlichkeit durch die Publikation einer „Jubiläumsschrift“ zugänglich zu machen und damit zur Klärung der historischen Perspektive des Themenfeldes Naturschutz beizutragen.
Im übergeordneten Sinne wird angestrebt, durch selbstkritische Offenheit Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen im gesellschaftspolitischen Raum zu gewinnen und gegebenenfalls auch Grundlagen für zukünftige naturschutzstrategische Überlegungen, beispielsweise im Rahmen des Biodiversitätsschwerpunktes in der Nachhaltigkeitsstrategie, zu erhalten.
Aktuelle Naturschutzfragen in historischer Perspektive – (1) Naturschutz von Gewässern; (2) Naturschutz und Agrogentechnik; (3) Internationaler Naturschutz
Der Naturschutz steht vor der Aufgabe, seine entsprechenden Zielvorgaben in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.
Dies soll – unter anderem – im Rahmen eines BMU/BfN-Konzeptes „Beiträge des Naturschutzes zur UNESCO-Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005 bis 2014)“ erfolgen.
Die geplanten Themenschwerpunkte haben alle eine unaufgearbeitete historische Dimension.
Gerade die historische Reflexion ermöglicht es jedoch, die Grenzen und auch die gesellschaftlichen Gefahren einer jeweils nur beschränkt sektoralen Sicht auf die Mensch-Natur-Beziehung für eine zukünftige Naturschutzpolitik zu überwinden.
In einem Forschungsvorhaben mit drei aufeinanderfolgenden Teilprojekten sollen sie wissenschaftlich aufgearbeitet, jeweils in einer Fachtagung vorgestellt und im Hinblick auf die aktuelle Fachdiskussion von künftigen Leitbildern des Naturschutzes beleuchtet werden.
Die Ergebnisse sollen publiziert und in die naturschutzfachlichen und -politischen Diskussionsprozesse eingespeist werden.
Wanderausstellung: 100 Jahre amtlicher Naturschutz
Ziel des Vorhabens ist es, die Ergebnisse aus dem FuE-Vorhaben „100 Jahre amtlicher Naturschutz“ öffentlichkeitswirksam zu verwerten.
Die Geschichte des Naturschutzes soll dabei immer wieder in ihren politischen, sozioökonomischen und soziokulturellen Rahmen gestellt werden.
So kann dieses Vorhaben auch als Bildungsauftrag für die Zielgruppen gesehen werden, vor allem für die im amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz Aktiven und die an Naturschutz interessierte Öffentlichkeit.
Konzipiert werden soll eine multimediale Wanderausstellung, das heißt, die Exponate werden sowohl technischen Anforderungen (wiederholter Auf- und Abbau, Transport, interaktive Medien) genügen als auch die veränderten Seh- und Rezeptionsgewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigen.
Aktuelle Naturschutzfragen in historischer Perspektive II: Freizeitnutzung, Erholungsvorsorge und Sport – gestern, heute, morgen
Naturschutz steht heute vor dem Problem, dass durch die „Spaß“- bzw. Freizeitgesellschaft der Nutzungsdruck auf die Natur zunimmt.
Naherholungssuchende, Touristinnen und Touristen sowie Sportlerinnen und Sportler erheben ihren Anspruch auf Natur und Landschaft.
Über eine Habitusanalyse sollen stabile Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensmuster analysiert werden, die zu Denkblockaden in staatlichen Güterabwägungsprozessen führen können.
Zum zweiten sollen über psychologische Ansätze Konfliktlösungsstrategien (Mediationsverfahren etc.) zwischen Naturschützerinnen und Naturschützern sowie Erholungssuchenden aufgezeigt werden.
Zum dritten bettet sich das Vorhaben in die generelle Strategie zur Erhöhung der Akzeptanz für Naturschutzanliegen ein.
Winterakademie Naturschutzgeschichte
Die Vilmer Winterakademie zur Naturschutzgeschichte verfolgt das Ziel, mittels Zeitzeugenbefragung (oral History), die deutsch-deutsche Naturschutzgeschichte seit 1945 aufzuarbeiten und für die weitere Forschung zu dokumentieren.
Mittels Befragungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Naturschutzes aus Ost und West werden die Unterschiede, die Gemeinsamkeiten und die gegenseitigen Beeinflussungen diskutiert und herausgearbeitet.
Studie und Tagung zu den Potenzialen des Ehrenamtes für den Naturschutz und die Umsetzung der NBS unter sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
Die Europäische Kommission, der Europäische Rat und das Europaparlament haben das Jahr 2011 zum „Europäischen Jahr des Ehrenamtes“ ausgerufen.
Zehn Jahre nach dem UN-Jahr des Ehrenamtes 2001 sollen Zwischenbilanzen gezogen, Analysen der aktuellen Situation vorgenommen und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung der zukünftigen Entwicklung des Ehrenamtes abgeleitet werden.
Im Naturschutz stellt die ehrenamtliche Tätigkeit in Naturschutzverbänden oder naturforschenden Vereinen von Beginn an eine seiner tragenden Säulen dar, sei es bei der Pflege von Schutzgebieten, bei naturkundlichen Kartierungen oder in der Bildungsarbeit.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie sollen der historische wie aktuelle Stellenwert ehrenamtlicher Tätigkeiten (insbesondere in Naturschutzverbänden und naturforschenden Vereinigungen), aber auch Probleme des Ehrenamtes (beispielsweise Nachwuchsprobleme u. a. vor dem Hintergrund des demografischen Wandels etc.) analysiert und bewertet werden.
Von den Anfängen des Naturschutzes im Siebengebirge zum „Tafelsilber der deutschen Einheit“ – Analysen zur strategischen Ausrichtung des Naturschutzes im Lichte von 25 Jahren Nationalparkprogramm
Vor dem Hintergrund historischer und aktueller Erfahrungen bei der Ausweisung von Großschutzgebieten 25 Jahre nach Verabschiedung des Nationalparkprogramms der ehemaligen DDR soll analysiert werden, wie der öffentliche Diskurs bei der Ausweisung von Großschutzgebieten – mit Schwerpunkt Nationalparke – optimiert werden kann.
Diese Empfehlungen sollen im Rahmen einer Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden.
Eine Wanderausstellung soll zudem eine Bilanz auf 25 Jahre Nationalparke in Deutschland bieten und Perspektiven für die weitere Arbeit aufzeigen und für die spätere Nutzung in Nationalparken zur Verfügung gestellt werden.
Bonner Gespräche zur Zukunft des Naturschutzes – Zukunft hat (auch) Vergangenheit
Die „Bonner Gespräche“ sind eine zunächst auf drei Jahre angelegte Gesprächsreihe mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft über Naturschutzfragen im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen.
Ziel der Bonner Gespräche ist es, einen breiten gesellschaftlichen und politischen Diskurs über die Herausforderungen, vor denen der Naturschutz vor dem Hintergrund extrem gewandelter politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen steht, anzustoßen und vor allem auch in Kreise jenseits des traditionellen Natur- und Umweltschutzes zu tragen.
Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollen vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen über Zukunftsthemen des Naturschutzes diskutieren und Lösungsansätze aufzeigen.
Perspektivenwechsel: Die Bedeutung der biologischen Vielfalt für urbane sozial-ökonomisch benachteiligte Milieus und deren Lebensqualität – historische Analyse, Zustandsbeschreibung und Empfehlungen für zukünftige naturschutzpolitische Ansätze
Ziel des Projektes ist es, über einen den Angehörigen der sozial-ökonomisch benachteiligten Milieus angemessenen Zugang (Perspektivenwechsel) vor allem qualitative Daten darüber zu ermitteln, welche Naturerfahrungen und welches Naturerleben bei Angehörigen sozial-ökonomisch benachteiligter Milieus angetroffenen werden können und wo bei diesen in ihrem urbanen Umfeld aber auch darüber hinaus Bedürfnisse nach Naturerfahrung und -erleben vorliegen.
In ausgewählten sozial benachteiligten städtischen Quartieren in Deutschland (in Köln, Gelsenkirchen und Leipzig) werden hierzu Experteninterviews, teilnehmende Beobachtungen sowie Face-to-face-Befragungen durchgeführt.
Aus dem interdisziplinär angelegten Projekt sollen Empfehlungen für zukünftige partizipative Maßnahmen für Akteure des Naturschutzes, der Natur- und Umweltbildung, der Sozialarbeit und der Stadtplanung entwickelt werden.
Tagungsreihe „Bonner Gespräche zur Zukunft des Naturschutzes“: Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zu den Herausforderungen des gesellschaftspolitischen Wandels für den Naturschutz
Angestrebt wird ein interdisziplinärer Diskurs mit hochkarätigen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern bzw. politischen Mittlerinnen und Mittlern aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis über Naturschutzfragen im Kontext aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen.
Angesichts sich abzeichnender Wandlungsprozesse (Klimawandel, Energiewende, etc.) werden tradierte Naturschutzkonzepte auf den Prüfstand gestellt.
Maßnahmen: dreiteilige repräsentative Veranstaltungsreihe in Bonn.
Reaktionsstrategien gegen rechtspopulistische Interventionen im Naturschutz
Aktuelle Interventionen rechtspopulistischer Akteurinnen und Akteure im Naturschutz quantifizieren und qualifizieren und aufgrund einer Analyse des Status quos politische und praktische Strategien zur Prophylaxe und angemessenen Reaktion entwickeln.
Die strategischen Empfehlungen verschiedener Akteurinnen und Akteure des Naturschutzes zu diesem Thema laufen im Kern darauf hinaus, einmal von Rechtspopulistinnen und -populisten „okkupierte“ Begriffe wie „Heimat“ oder „Kulturlandschaft“ tendenziell als für den Naturschutz nicht mehr nutzbar darzustellen.
Eine derartige Reaktion wird als nicht zielführend bewertet.
Vielmehr sollte es das Ziel sein, die Versuche der Rechtspopulistinnen und -populisten, zentrale Begriffe ideologisch zu „okkupieren“, im Sinne eines „Kampfes um die kulturelle Hegemonie“ abzuwehren, d. h. hier seitens des Naturschutzes die Deutungshoheit zu behalten.
Noch fehlt es an einer sowohl quantitativen wie auch qualitativen Statusanalyse, um auf die o. g. Entwicklung angemessen reagieren zu können.