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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung

(insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat

Datum

02.03.2026

Antwortdauer

11 Tage

Aktualisiert

13.03.2026

Deutscher BundestagDrucksache 21/418319.02.2026

Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung

der Abgeordneten Peter Felser, Stephan Protschka, Julian Schmidt, Danny Meiners, Bernd Schuhmann, Christian Reck, Bernd Schattner, Stefan Schröder, Lars Schieske, Enrico Komning, Steffen Janich, Dr. Michael Blos, Dario Seifert und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Zu Jahresbeginn 2026 reformierte die US-amerikanische Regierung ihren Ernährungsleitfaden (https://edition.cnn.com/2026/01/07/health/dietary-guidelines-rfk-maha). Gemäß dem neuen Leitfaden sollen hochverarbeitete Lebensmittel reduziert werden, Fleisch, Fisch und Milchprodukte sowie Obst und Gemüse sollen bevorzugt konsumiert werden (https://cdn.realfood.gov/DGA.pdf). Die Empfehlungen für die Aufnahme von Protein liegen bei 1,2 bis 1,6 g pro kg Körpergewicht pro Tag (https://realfood.gov/). Ziel der US-amerikanischen Ernährungsreform ist die Prävention ernährungsbedingter chronischer Erkrankungen sowie Sicherstellung der militärischen Tauglichkeit der amerikanischen Jugend (https://cdn.realfood.gov/DGA.pdf).

Die Bundesregierung kommuniziert Inhalte zur Ernährung häufig über Materialien der Bundeszentrale für Ernährung (BZfE). Das Modell der Ernährungspyramide basiert auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/lebensmittelbezogeneernaehrungsempfehlungen-dge/#c7363). Im März 2024 hat die DGE neue lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen veröffentlicht. Daher wurde die Ernährungspyramide des BZfE an die neuen DGE-Empfehlungen angepasst (www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/ernaehrungspyramide/faq-das-bzfe-gibt-antworten). Zudem existiert in Deutschland eine Ernährungsstrategie der Bundesregierung (www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/ernaehrungsstrategie-kabinett.pdf?__blob=publicationFile&v=8). Bestandteil dieser Ernährungsstrategie sind unter anderem die DGE-Qualitätsstandards, die auf den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE basieren und in Kitas, Schulen, Betrieben, Kliniken und Senioreneinrichtungen Anwendung finden (ebd., www.bmleh.de).

Die US-amerikanischen Ernährungsempfehlungen und die der Bundesregierung unterscheiden sich sowohl inhaltlich als auch strategisch voneinander. So bezieht die Bundesregierung eine ökologische Dimension in die Ernährungsstrategie mit ein, wobei unter anderem die Treibhausgasemission durch die Ernährung berücksichtigt wird (ebd. https://www.bmleh.de). Inhaltliche Differenzen liegen beispielsweise auch bei den Proteinempfehlungen vor, die gemäß des BZfE bei 0,8 g pro kg Körpergewicht und Tag für Erwachsene bis 65 Jahre liegen. Eine allgemeine Proteinaufnahme von 1,2 bis 2,0 g pro kg Körpergewicht und Tag wird lediglich für Leistungssportler oder ambitionierte Freizeitsportler empfohlen (www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/naehrstoffe/proteine).

Vor diesem Hintergrund ergibt sich für die Fragesteller die Fragestellung nach ernährungsbedingten Zielsetzungen in verschiedenen Handlungsfeldern sowie der Positionierung der Bundesregierung zu den US-amerikanischen Reformen und inwiefern die Bundesregierung einen Reformbedarf der BZfE-Ernährungspyramide samt Ernährungsempfehlungen erkennen kann.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Hat die Bundesregierung Kenntnis von den aktualisierten Ernährungsempfehlungen der US-Regierung (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?

a) Wenn ja, welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung zu den Hintergründen der Aktualisierung vor?

b) Wenn nein, warum hat die Bundesregierung keine Hintergrundinformationen dazu?

2

Hat sich, wenn Frage 1 bejaht wurde, die Bundesregierung zur neuen US-Ernährungspyramide im Hinblick auf folgende Aspekte inhaltlich eine Auffassung erarbeitet

a) der empfohlenen Mengenverhältnisse der Lebensmittelgruppen,

b) der Einordnung von Fleisch- und Milchprodukten,

c) dem Umgang mit Zucker, Salz, gesättigten Fettsäuren und hochverarbeiteten Produkten, und wenn ja, wie lautet diese Auffassung?

3

Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, welche wissenschaftlichen Daten für die Erstellung der US-amerikanischen Ernährungspyramide und den dazugehörigen Leitlinien zugrunde gelegt wurden?

a) Wenn ja, welche Studiendaten sind die Basis für die Entscheidungen der US-Regierung?

b) Wenn nein, warum hat die Bundesregierung davon keine Kenntnis?

4

Ist der Bunderegierung bekannt, weshalb sich die Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung hierzulande (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) inhaltlich und strategisch von der US-amerikanischen Empfehlungen unterscheiden, und wenn ja, woran liegt das?

5

Plant die Bundesregierung Schritte (z. B. Erstellung von Gutachten, Beauftragung von Studien, Stellungnahmen), die als Reaktion auf die aktualisierten Ernährungsempfehlungen der USA erfolgen sollen, wenn ja, was ist genau geplant, und wenn nein, warum sind keine Reaktionen vorgesehen?

6

Wie häufig werden die Ernährungsleitlinien samt Ernährungspyramide der BZfE aktualisiert?

a) Gibt es einen regelmäßigen Rhythmus, und wenn ja, welchen?

b) Gibt es spezifische externe Bedingungen, die eine Aktualisierung auslösen, und wenn ja, welche?

c) Ist im Zuge der US-amerikanischen Reformen eine Aktualisierung der BZfE-Empfehlungen geplant?

d) Welche Personen, staatliche oder nichtstaatliche Institutionen entscheiden über die Aktualisierung der Ernährungsleitlinien?

e) Falls eine Aktualisierung der Leitlinien geplant ist, hält die Bundesregierung eine Erhöhung der aktuell empfohlenen Proteinaufnahme für erforderlich, und kann sie das wissenschaftlich begründen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?

7

Nimmt oder nahm die Bundesregierung in der Vergangenheit Einfluss auf Zielsetzung oder inhaltliche Aspekte der Leitlinien der BZfE, und wenn ja, in Bezug auf welche Ziele und Inhalte?

a) Nehmen staatliche Akteure wie Bundesbehörden oder Bundesinstitute Einfluss auf Zielsetzung oder inhaltliche Aspekte der Leitlinien, und wenn ja, welche?

b) Nehmen nichtstaatliche Akteure Einfluss auf Zielsetzung oder inhaltliche Aspekte der Leitlinien, und wenn ja, welche?

8

Werden bei der Erstellung der Leitlinien der BZfE verteidigungspolitische Aspekte berücksichtigt?

9

Inwiefern werden ggf. der Erhalt und die Stärkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei den aktuellen Ernährungsempfehlungen der BZfE berücksichtigt?

10

Inwiefern werden ggf. der Erhalt und die Stärkung der kognitiven Leistungsfähigkeit in den aktuellen Ernährungsempfehlungen der BZfE berücksichtigt?

11

Werden bei der Erstellung der Leitlinien sozialpolitische Aspekte berücksichtigt, und wenn ja, welche?

Berlin, den 6. Februar 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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