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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Entwicklung von Insolvenzverfahren sowie Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage in der Landwirtschaft

(insgesamt 6 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

28.05.2026

Antwortdauer

13 Tage

Aktualisiert

08.06.2026

Deutscher BundestagDrucksache 21/595115.05.2026

Entwicklung von Insolvenzverfahren sowie Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage in der Landwirtschaft

der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter Felser, Christian Reck, Danny Meiners, Julian Schmidt, Bernd Schuhmann, Stefan Schröder, Lars Schieske, Enrico Komning, Steffen Janich, Dario Seifert, Dr. Michael Blos und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Das Amtsgericht Dessau-Roßlau hat am 1. April 2026 das Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen der PORKY Gröden Schweinezucht und Mast GmbH eröffnet (www.rws-verlag.de/aktuell/newsticker-kanzleien/insolvenzverfahren-der-porky-groeden-schweinezucht-und-mast-gmbh-eroeffnetlandwirtschaftlicher-betrieb-will-sich-mithilfe-eines-investors-neu-aufstell-85134/). Darüber informierte die Berliner Kanzlei Voigt Salus als bestellter Insolvenzverwalter in einer entsprechenden Mitteilung.

Bereits zum Jahresende 2025 zeichnete sich die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens ab. Ein massiver Preisverfall am Schweinemarkt – ausgelöst durch ein deutliches Überangebot sowie internationale Handelskonflikte, insbesondere durch Strafzölle in China – setzte den Betrieb zuletzt erheblich unter Druck.

Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, musste das Unternehmen seine Erzeugnisse zuletzt zu Preisen abgeben, die teils deutlich unter den eigenen Produktionskosten lagen. In den Monaten Januar und Februar 2026 konnten lediglich rund 60 Prozent der Herstellungskosten gedeckt werden. Diese Entwicklung gilt als Hauptursache für den Insolvenzantrag (www.agrarheute.com/tier/schwein/30000-tiere-4000-sauen-insolvent-grossbetrieb-osten-sucht-investor-640234). Trotz der angespannten Lage wird der Betrieb seitdem im vorläufigen Insolvenzverfahren uneingeschränkt fortgeführt.

Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter formuliert die Zielsetzung wie folgt: „Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, den Betrieb langfristig fortzuführen und durch einen Investor zu stärken.“ Im Fokus steht dabei insbesondere die ununterbrochene Versorgung der rund 30 000 Tiere sowie deren vollständige und bestmögliche Vermarktung bis zum Sommer unter Wahrung des Tierwohls. Voigt-Salus zeigt sich zuversichtlich, dass es dem Sanierungsteam gelingen werde, die Fortführung des Unternehmens zu erreichen. Der Kern des Unternehmens sei weitgehend gesund. Der Betrieb beschäftigt rund 50 Mitarbeiter und befindet sich derzeit auf der Suche nach geeigneten Investoren, um den Betrieb wieder wettbewerbsfähig zu gestalten. Nach eigenen Angaben seien dazu bereits Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt worden, der Ausgang ist jedoch noch unklar (www.zri-online.de/aktuell/insolvenzverfahren-der-porky-groeden-schweinezucht-und-mast-gmbh-eroeffnetlandwirtschaftlicher-betrieb-will-sich-mithilfe-eines-investors-neu-aufstell-85134/).

Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt.

Ein weiterer insolventer Agrar- und Handelskonzern ist BayWa, der zuletzt aufgrund von finanziellen Problemen bei der in der Ökostrombranche tätigen Tochtergesellschaft „BayWa r.e.“ in finanzielle Schieflage geraten ist. Laut Presseberichterstattung sind unter anderem Schuldenerlassungen sowie weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen Teil des Sanierungskonzeptes. Die BayWa ist unter anderem für den Landwirtschaftsbereich in Süd- und Ostdeutschland von relevanter Bedeutung. Neben dem Ankauf von Ernten, ist das Unternehmen ein wichtiger Lieferant für Saatgut, Dünger und Landmaschinen (www.br.de/nachrichten/wirtschaft/bericht-glaeubiger-sollen-baywa-milliarden-schuld-erlassen,VHzLwW0).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Insolvenzanträge von landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren entwickelt (bitte nach Bundesland, Betriebsgröße und Jahr der Insolvenz aufschlüsseln)?

2

Wie stellt sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Betriebsstruktur dieser landwirtschaftlichen Betriebe dar (vgl. Frage 1, bitte nach Pflanzenbau, Milchviehhaltung, Schweinehaltung, Biogas, Obst- und Gemüsebau sowie Weinbau aufschlüsseln)?

3

Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele dieser landwirtschaftlichen Betriebe (vgl. Frage 1) von außerlandwirtschaftlichen Investoren übernommen wurden, wie der Fall der Aldi-Stiftung gezeigt hat (www.private-banking-magazin.de/fuer-40-millionen-euro-stiftung-von-aldi-erbe-kauft-agrarbetrieb-in-thueringen/)?

4

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Insolvenzanträge in der verarbeitenden Industrie landwirtschaftlicher Produkte in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland (bitte nach Molkereien, Mühlen und Lebensmitteleinzelhandel aufschlüsseln)?

5

Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Arbeitsplätze die BayWa in den letzten 3 Jahren in Deutschland abgebaut hat (www.merkur.de/wirtschaft/die-baywa-muss-wegen-der-energietochter-ihren-rettungsplan-aendern-94213062.html#google_vignette)?

6

Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob die BayWa auch außerhalb Deutschlands Arbeitsplätze abgebaut hat bzw. Produktionsstandorte geschlossen hat (wenn ja, bitte Land und Anzahl der entlassenen Arbeitskräfte sowie geschlossene Standorte aufzählen)?

Berlin, den 8. Mai 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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