[Deutscher Bundestag Drucksache 18/316
18. Wahlperiode 20.01.2014Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen,
Annette Groth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/197 –
Stand der Abschiebungen von Roma in den Kosovo im Herbst 2013
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Zum letzten bekannten Stand (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 17/8224) lebten
in der Bundesrepublik Deutschland Ende des Jahres 2011 noch knapp 7 000
ausreisepflichtige Roma aus dem Kosovo bzw. gut 8 000
Minderheitenangehörige (Roma, Ashkali und Ägypter). Im Jahr 2009 waren es noch ca. 12 000
Minderheitenangehörige, von etwa 14 400 ausreisepflichtigen kosovarischen
Staatsangehörigen insgesamt (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 16/14129). In
der letztgenannten Antwort der Bundesregierung war davon die Rede, dass bis
zu 2 500 kosovarische Staatsangehörige jährlich über ein
Rückübernahmeabkommen mit der von der Bundesrepublik Deutschland anerkannten Republik
Kosovo abgeschoben werden sollten. Die Betroffenen sind zumeist infolge des
NATO-Krieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien und der folgenden
Pogrome und Vertreibungen durch die albanische Mehrheit geflohen und leben
häufig schon seit fast 15 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Nach
Ansicht der Fragesteller hätte diesen Menschen schon lange ein Bleiberecht in
Deutschland gewährt werden müssen; sie sind hier verwurzelt, gerade ihren
Kindern sind die Lebensverhältnisse im Kosovo vollkommen fremd. Hinzu
kommt die besondere politisch-historische Verantwortung der Bundesrepublik
Deutschland für die Gruppe der Sinti und Roma, von denen 500 000 dem
rassistischen Vernichtungswahn Nazi-Deutschlands zum Opfer fielen. Dieser
Verantwortung und der aufgrund bis heute andauernder Diskriminierungen
besonders ausgegrenzten Lage der Roma wurden die bisherigen allgemeinen Altfall-
und Bleiberechtsregelungen für gut integrierte ausreisepflichtige Ausländer in
keiner Weise gerecht.
Eine Folge dieser Abschiebungspolitik gegenüber den Roma aus dem Kosovo
ist, dass die Betroffenen es in der Mehrheit vorziehen, in Deutschland oder
anderen Ländern der Europäischen Union in der aufenthaltsrechtlichen
Illegalität zu leben, statt sich abschieben zu lassen. Übereinstimmend heißt es in
mehreren Antworten der Bundesregierung (zuletzt auf Bundestagsdrucksache
17/8224), dass ca. 75 Prozent der Personen mit einem konkreten
Abschiebetermin untergetaucht seien. Der Weg zurück in die aufenthaltsrechtliche
Legalität ist für die einmal Untergetauchten versperrt, jegliche Inanspruchnahme
oder Durchsetzung ihrer sozialen Menschenrechte (Bildung, Gesundheit,
Schutz vor Arbeitsausbeutung, Mieterschutz etc.) ist mit der Gefahr ihrer Auf-Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 17. Januar 2014
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/316 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodedeckung und folgenden Abschiebung verbunden. Dass die Betroffenen dieses
prekäre Leben in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität einer „Rückkehr“ in den
Kosovo vorziehen, zeigt aus Sicht der Fragesteller die verzweifelte Lage der
Menschen. Die Lösung kann nur in einer großzügigen Bleiberechtsregelung für
Minderheitenangehörige aus dem Kosovo bestehen.
Von abgeschobenen oder aufgrund des aufenthaltsrechtlichen Drucks
zurückgekehrten Roma ist bekannt, dass viele aufgrund der Ausgrenzung und Not im
Kosovo dort nicht bleiben (können) und sich erneut auf die Flucht begeben
müssen. Sie leben dann unter unsäglichen Bedingungen z. B. in Roma-Ghettos
in Serbien oder unter den Bedingungen aufenthaltsrechtlicher Illegalität in
einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung weist erneut darauf hin, dass für aufenthalts- und
passrechtliche Maßnahmen nach dem Aufenthaltsgesetz (AufenthG) und nach den
ausländerrechtlichen Bestimmungen in anderen Gesetzen die
Ausländerbehörden der Länder zuständig sind (§ 71 Absatz 1 Satz 1 AufenthG). Hierzu gehört
auch die Feststellung und Durchsetzung der Ausreisepflicht.
Ferner weist die Bundesregierung erneut darauf hin, dass sie sich bereits seit
dem Jahr 2006 in der Republik Kosovo im Bereich der Reintegration von
Rückkehrern engagiert.
So wird seit dem Jahr 2009 das zunächst europäische Projekt „URA“ (alb.
„Brücke“) aus dem Jahr 2006 als rein national finanziertes Bund-Länder-
Rückkehrprojekt „URA 2“ fortgesetzt. Seit Beginn des Jahres 2013 nehmen neben
den bereits vorher beteiligten Ländern Baden-Württemberg, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt nun auch Mecklenburg-Vorpommern
und Thüringen daran teil. Unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder
den Umständen ihrer Rückkehr werden im Rückkehrzentrum in Pristina
freiwillige Rückkehrer und abgeschobene Personen aus den teilnehmenden Ländern
(Thüringen fördert ausschließlich freiwillige Rückkehrer) sowie zu einem
kleinen Teil auch Einheimische betreut.
Das Projekt „URA 2“ arbeitet dabei eng mit dem kosovarischen
Innenministerium sowie den vor Ort tätigen nationalen und internationalen Organisationen
zusammen, um – soweit möglich – eine bedarfsgerechte und individuelle
Unterstützung für die Rückkehrer nach deren Ankunft und bei der Reintegration in die
Republik Kosovo zu leisten. Hiervon profitieren regelmäßig auch
Minderheitenangehörige der Roma aus Kosovo.
Seit November 2013 nutzt auch Frankreich die Projektstrukturen von „URA 2“
zur Förderung freiwilliger Rückkehrer nach Kosovo.
1. Wie viele ausreisepflichtige Personen aus dem Kosovo lebten zum letzten
der Bundesregierung bekannten Stand in Deutschland (bitte wie zu Frage 1
auf Bundestagsdrucksache 17/8224 antworten, d. h. nach Bundesländern,
Personen- und Altersgruppen differenzieren), wie viele von ihnen waren
vollziehbar ausreisepflichtig, und wie viele von ihnen hatten eine Duldung
bzw. eine Grenzübertrittsbescheinigung oder andere Papiere?
Die auf Bitte der Bundesregierung hierzu von den Ländern übermittelten
Angaben zum Stichtag 30. November 2013 können der nachfolgenden Übersicht
entnommen werden:1, 2
1 Soweit keine Angaben (k. A.) gemacht werden können, werden diese nicht statistisch erhoben bzw. ist
deren Erhebung nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand zu leisten.
2 Eine von der Fragestellerin erbetene Aufgliederung in Duldungen und Grenzübertrittsbescheinigungen
(GÜB) wird statistisch nicht erfasst bzw. ist nur mit einem unverhältnismäßig hohen
Verwaltungsaufwand ermittelbar. Daher wird eine Gesamtzahl angegeben, die beide Konstellationen beinhalten kann.
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Baden-Württemberg3
vollziehbar
ausreisepflichtig 205 87 1 084 188 27 k. A. k. A. k. A. 33 1 624
Duldung/GÜB 205 87 1 084 188 27 k. A. k. A. k. A. 33 1 624
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Bayern
vollziehbar
ausreisepflichtig 100 8 41 6 0 3 0 0 0 158
Duldung/GÜB k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Brandenburg
vollziehbar
ausreisepflichtig 8 0 8 2 1 0 0 0 4 23
Duldung/GÜB 6 0 8 2 1 0 0 0 0 17
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Berlin
vollziehbar
ausreisepflichtig k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Duldung/GÜB 35 7 11 3 0 0 0 0 122 178
davon unter 18 Jahre 3 0 2 0 0 0 0 0 41 46
davon zwischen
18 und 60 Jahren 31 6 9 2 0 0 0 0 78 126
davon über 60 Jahre 1 1 0 1 0 0 0 0 3 6
3 Die Angaben geben den Stand vom 30. September 2013 wieder.
Drucksache 18/316 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeBremen
vollziehbar
ausreisepflichtig k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Duldung/GÜB k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. 104
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. 40
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Hamburg
vollziehbar
ausreisepflichtig k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. 167
Duldung/GÜB k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Hessen4
vollziehbar
ausreisepflichtig 156 20 208 21 0 0 20 0 k. A. 425
Duldung/GÜB k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Mecklenburg-Vorpommern
vollziehbar
ausreisepflichtig 15 4 6 0 0 0 0 0 0 25
Duldung/GÜB 15 4 6 0 0 0 0 0 0 25
davon unter 18 Jahre 5 3 1 0 0 0 0 0 0 9
davon zwischen
18 und 60 Jahren 10 1 2 0 0 0 0 0 0 13
davon über 60 Jahre 0 0 3 0 0 0 0 0 0 3
4 Die Angaben geben den Stand vom 31. September 2012 wieder.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/316Niedersachsen
vollziehbar
ausreisepflichtig 113 95 1 607 174 27 0 9 0 109 2 134
Duldung/GÜB 113 95 1 607 174 27 0 9 0 109 2 134
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Nordrhein-Westfalen
vollziehbar
ausreisepflichtig 432 17 2 100 279 4 0 5 0 109 2 946
Duldung/GÜB 432 17 2 100 279 4 0 5 0 109 2 946
davon unter 18 Jahre 104 5 705 66 0 0 0 0 23 903
davon zwischen
18 und 60 Jahren 291 12 1 245 196 4 0 4 0 77 1 829
davon über 60 Jahre 37 0 150 17 0 0 1 0 9 214
Rheinland-Pfalz5
vollziehbar
ausreisepflichtig
Duldung/GÜB
davon unter 18 Jahre
davon zwischen
18 und 60 Jahren
davon über 60 Jahre
Saarland
vollziehbar
ausreisepflichtig 14 0 77 16 25 0 0 0 0 132
Duldung/GÜB 14 0 77 16 25 0 0 0 0 132
davon unter 18 Jahre 4 0 36 8 12 0 0 0 0 60
davon zwischen
18 und 60 Jahren 9 0 39 8 13 0 0 0 0 69
davon über 60 Jahre 1 0 2 0 0 0 0 0 0 3
5 Die Angaben zu den ausreisepflichtigen Personengruppen wurden letztmalig zum Stichtag 30. Juni 2010 erhoben.
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Drucksache 18/316 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeSachsen
vollziehbar
ausreisepflichtig 23 0 53 11 0 0 0 1 0 88
Duldung/GÜB 23 0 53 11 0 0 0 1 0 88
davon unter 18 Jahre 6 0 24 6 0 0 0 0 0 36
davon zwischen
18 und 60 Jahren 17 0 26 5 0 0 0 1 0 49
davon über 60 Jahre 0 0 3 0 0 0 0 0 0 3
Sachsen-Anhalt6
vollziehbar
ausreisepflichtig 38 35 200 21 1 0 0 0 1 296
Duldung/GÜB k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon unter 18 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon zwischen
18 und 60 Jahren k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
davon über 60 Jahre k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A.
Schleswig-Holstein
vollziehbar
ausreisepflichtig 6 4 40 5 0 0 0 0 6 727
Duldung/GÜB 6 4 40 5 0 0 0 0 6 72
davon unter 18 Jahre 2 2 19 3 0 0 0 0 1 338
davon zwischen
18 und 60 Jahren 4 2 20 2 0 0 0 0 5 389
davon über 60 Jahre 0 0 1 0 0 0 0 0 0 1
Thüringen
vollziehbar
ausreisepflichtig 13 0 79 12 0 0 0 0 0 104
Duldung/GÜB 13 0 79 12 0 0 0 0 0 104
davon unter 18 Jahre 4 0 k. A. 6 0 0 0 0 0 10
davon zwischen
18 und 60 Jahren 9 0 k. A. 6 0 0 0 0 0 15
davon über 60 Jahre 0 0 k. A. 0 0 0 0 0 0 0
6 Die Angaben geben den Stand vom 30. Juni 2013 wieder.
7 Diese Zahl enthält elf Personen, für die keine näheren Angaben gemacht werden können.
8 Diese Zahl enthält sechs Personen, für die keine näheren Angaben gemacht werden können.
9 Diese Zahl enthält fünf Personen, für die keine näheren Angaben gemacht werden können.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/3162. Wie viele geduldete bzw. ohne Duldung ausreisepflichtige Personen (bitte
differenzieren) weisen nach dem Ausländerzentralregister zum Stand
31. November 2013 eine „kosovarische“ bzw. serbische (inklusive
Vorgängerstaaten) Staatsangehörigkeit auf (bitte auch nach Bundesländern und
Alter differenzieren)?
Die Angaben ausweislich des Ausländerzentralregisters (AZR) zum Stichtag
30. November 2013 nach Bundesländern und Altersgruppen können den
nachfolgenden Übersichten entnommen werden:
nach Bundesländern: Kosovo *Serbien und Vorgängerstaaten
Geduldete Ausreisepflichtige
ohne Duldung
Geduldete Ausreisepflichtige
ohne Duldung
Gesamt 5 691 1 201 15 446 4 773
davon:
Baden-Württemberg 856 152 1 816 441
Bayern 258 194 613 591
Berlin 54 47 1 109 723
Brandenburg 17 6 64 69
Bremen 104 6 394 53
Hamburg 124 27 559 204
Hessen 209 94 543 356
Mecklenburg-Vorpommern 23 3 111 52
Niedersachsen 1 109 121 1 935 302
Nordrhein-Westfalen 2 136 386 6 531 1 335
Rheinland-Pfalz 283 51 605 263
Saarland 132 8 121 32
Sachsen 62 34 165 97
Sachsen-Anhalt 183 36 266 97
Schleswig-Holstein 72 19 186 54
Thüringen 69 17 428 104
nach Altersgruppen: Kosovo *Serbien und Vorgängerstaaten
Geduldete Ausreisepflichtige
ohne Duldung
Geduldete Ausreisepflichtige
ohne Duldung
unter 18 Jahre 2 268 488 6 176 1 655
18 Jahre und älter 3 423 713 9 270 3 118
Drucksache 18/316 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode3. Wie viele Asylanträge von Personen aus dem Kosovo wurden im Jahr 2012
bzw. bislang im Jahr 2013 gestellt, wie hoch war jeweils der Anteil der
Roma-Angehörigen (bzw. Ashkali und Ägypter), wie viele davon waren
Folgeanträge, und wie hoch waren die Gesamtschutzquoten insgesamt bzw.
bei Roma-Angehörigen (bzw. Ashkali und Ägypter) aus dem Kosovo (bitte
alle Angaben auch nach Monaten und gewährtem Schutzstatus
differenzieren)?
Die der Bundesregierung hierzu vorliegenden Angaben können den
nachfolgenden Übersichten entnommen werden:
Zeitraum
Staatsangehörigkeit/
darunter
Ethnie
Asylanträge
gesamt
davon davon
Erstanträge
Folgeanträge
Gesamtschutz
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
(Art. 16a
und
Familienasyl)
Flüchtlingsschutz nach
§ 60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot nach
§ 60 II, II,
V, VII
AufenthG
festgestellt
Januar
2012 Kosovo 136 91 45 1,9 % 0,0 % 0,6 % 1,3 %
darunter
Roma 83 55 28 1,1 % 0,0 % 0,0 % 1,1 %
Ashkali 17 7 10 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 11 10 1 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Februar
2012 Kosovo 127 100 27 3,5 % 0,0 % 0,0 % 3,5 %
darunter
Roma 75 62 13 5,5 % 0,0 % 0,0 % 5,5 %
Ashkali 6 6 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
März 2012 Kosovo 219 168 51 3,2 % 0,0 % 0,0 % 3,2 %
darunter
Roma 136 100 36 3,3 % 0,0 % 0,0 % 3,3 %
Ashkali 16 15 1 4,8 % 0,0 % 0,0 % 4,8 %
Ägypter 1 1 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
April 2012 Kosovo 137 101 36 1,1 % 0,0 % 0,0 % 1,1 %
darunter
Roma 75 50 25 1,2 % 0,0 % 0,0 % 1,2 %
Ashkali 11 10 1 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 3 3 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/316Mai 2012 Kosovo 138 85 53 2,0 % 0,0 % 0,0 % 2,0 %
darunter
Roma 95 49 46 1,2 % 0,0 % 0,0 % 1,2 %
Ashkali 8 8 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Juni 2012 Kosovo 225 156 69 3,4 % 0,6 % 0,0 % 2,8 %
darunter
Roma 160 110 50 0,9 % 0,0 % 0,0 % 0,9 %
Ashkali 25 15 10 12,5 % 0,0 % 0,0 % 12,5 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Juli 2012 Kosovo 204 152 52 4,5 % 0,0 % 0,0 % 4,5 %
darunter
Roma 151 115 36 1,5 % 0,0 % 0,0 % 1,5 %
Ashkali 11 9 2 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
August
2012 Kosovo 185 137 48 3,3 % 0,0 % 0,0 % 3,3 %
darunter
Roma 134 103 31 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 15 9 6 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 2 2 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
September
2012 Kosovo 192 150 42 1,9 % 0,0 % 0,0 % 1,9 %
darunter
Roma 143 115 28 0,9 % 0,0 % 0,0 % 0,9 %
Ashkali 19 13 6 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Zeitraum
Staatsangehörigkeit/
darunter
Ethnie
Asylanträge
gesamt
davon davon
Erstanträge
Folgeanträge
Gesamtschutz
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
(Art. 16a
und
Familienasyl)
Flüchtlingsschutz nach
§ 60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot nach
§ 60 II, II,
V, VII
AufenthG
festgestellt
Drucksache 18/316 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeOktober
2012 Kosovo 436 344 92 0,5 % 0,0 % 0,0 % 0,5 %
darunter
Roma 337 263 74 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 37 29 8 7,1 % 0,0 % 0,0 % 7,1 %
Ägypter 6 6 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
November
2012 Kosovo 364 335 29 0,5 % 0,0 % 0,0 % 0,5 %
darunter
Roma 265 244 21 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 24 22 2 1,1 % 0,0 % 0,0 % 1,1 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Dezember
2012 Kosovo 176 129 47 2,2 % 0,0 % 0,0 % 2,2 %
darunter
Roma 104 79 25 2,3 % 0,0 % 0,0 % 2,3 %
Ashkali 38 27 11 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Januar bis
Dezember
2012 Kosovo 2 535 1 906 629 2,0 % 0,0 % 0,0 % 1,9 %
darunter
Roma 1 713 1 286 427 1,1 % 0,0 % 0,0 % 1,1 %
Ashkali 225 163 62 1,6 % 0,0 % 0,0 % 1,6 %
Ägypter 23 22 1 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Zeitraum
Staatsangehörigkeit/
darunter
Ethnie
Asylanträge
gesamt
davon davon
Erstanträge
Folgeanträge
Gesamtschutz
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
(Art. 16a
und
Familienasyl)
Flüchtlingsschutz nach
§ 60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot nach
§ 60 II, II,
V, VII
AufenthG
festgestellt
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/316davon davon
Zeitraum
Staatsangehörigkeit/
darunter
Ethnie
Asylanträge
gesamt
Erstanträge
Folgeanträge
Gesamtschutz
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
(Art. 16a
und
Familienasyl)
Flüchtlingsschutz nach
§ 60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot nach
§ 60 II, II,
V, VII
AufenthG
festgestellt
Januar
2013 Kosovo 260 220 40 1,9 % 0,0 % 0,0 % 1,9 %
darunter
Roma 180 155 25 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 43 34 9 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Februar
2013 Kosovo 290 219 71 3,4 % 0,0 % 0,6 % 2,8 %
darunter
Roma 232 180 52 0,8 % 0,0 % 0,0 % 0,8 %
Ashkali 7 4 3 6,1 % 0,0 % 0,0 % 6,1 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
März 2013 Kosovo 195 154 41 1,5 % 0,0 % 0,0 % 1,5 %
darunter
Roma 125 106 19 1,4 % 0,0 % 0,0 % 1,4 %
Ashkali 14 8 6 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
April 2013 Kosovo 214 134 80 1,9 % 0,0 % 0,0 % 1,9 %
darunter
Roma 143 85 58 1,9 % 0,0 % 0,0 % 1,9 %
Ashkali 15 10 5 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Mai 2013 Kosovo 159 120 39 2,0 % 0,0 % 0,0 % 2,0 %
darunter
Roma 86 68 18 1,7 % 0,0 % 0,0 % 1,7 %
Ashkali 18 14 4 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Drucksache 18/316 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeJuni 2013 Kosovo 326 228 98 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
darunter
Roma 179 115 64 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 25 19 6 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Juli 2013 Kosovo 520 412 108 1,7 % 0,0 % 0,0 % 1,7 %
darunter
Roma 212 152 60 1,5 % 0,0 % 0,0 % 1,5 %
Ashkali 5 2 3 9,5 % 0,0 % 0,0 % 9,5 %
Ägypter 9 8 1 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
August
2013 Kosovo 529 470 59 1,9 % 0,0 % 0,0 % 1,9 %
darunter
Roma 277 248 29 0,5 % 0,0 % 0,0 % 0,5 %
Ashkali 42 33 9 3,3 % 0,0 % 0,0 % 3,3 %
Ägypter 6 6 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
September
2013 Kosovo 542 416 126 2,1 % 0,0 % 0,0 % 2,1 %
darunter
Roma 340 247 93 3,8 % 0,0 % 0,0 % 3,8 %
Ashkali 35 28 7 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Oktober
2013 Kosovo 498 406 92 0,3 % 0,0 % 0,0 % 0,3 %
darunter
Roma 277 227 50 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 45 31 14 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
davon davon
Zeitraum
Staatsangehörigkeit/
darunter
Ethnie
Asylanträge
gesamt
Erstanträge
Folgeanträge
Gesamtschutz
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
(Art. 16a
und
Familienasyl)
Flüchtlingsschutz nach
§ 60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot nach
§ 60 II, II,
V, VII
AufenthG
festgestellt
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/316November
2013 Kosovo 450 359 91 0,2 % 0,0 % 0,0 % 0,2 %
darunter
Roma 238 181 57 0,2 % 0,0 % 0,0 % 0,2 %
Ashkali 37 35 2 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 14 5 9 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Dezember
2013 Kosovo 460 304 156 0,4 % 0,0 % 0,4 % 0,0 %
darunter
Roma 272 164 108 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ashkali 57 32 25 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Ägypter 0 0 0 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Januar bis
Dezember
2013 Kosovo 4 423 3 394 1 029 1,2 % 0,0 % 0,0 % 1,2 %
darunter
Roma 2 514 1 862 652 0,8 % 0,0 % 0,0 % 0,8 %
Ashkali 349 258 91 2,1 % 0,0 % 0,0 % 2,1 %
Ägypter 29 19 10 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
davon davon
Zeitraum
Staatsangehörigkeit/
darunter
Ethnie
Asylanträge
gesamt
Erstanträge
Folgeanträge
Gesamtschutz
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
(Art. 16a
und
Familienasyl)
Flüchtlingsschutz nach
§ 60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot nach
§ 60 II, II,
V, VII
AufenthG
festgestellt
Drucksache 18/316 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode4. Wie viele Asylsuchende aus dem Kosovo mit Roma-Volkszugehörigkeit
(bzw. Ashkali und Ägypter) leben derzeit in der Bundesrepublik
Deutschland (bitte nach Bundesländern und Alter – über bzw. unter 18 Jahre alt –
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Übersichten entnommen werden und
beziehen sich auf alle kosovarische Staatsangehörigen, die sich zum Stichtag
31. Dezember 2013 in einem noch nicht abgeschlossenen Asylverfahren
befanden:
nach Bundesländern:
kosovarische
Staatsangehörige
darunter
mit Volkszugehörigkeit
gesamt Roma Ashkali Ägypter
Deutschland gesamt 3 633 2 156 304 27
davon
Baden-Württemberg 881 425 88 2
Bayern 395 142 6 –
Berlin 111 75 – –
Brandenburg 5 4 – –
Bremen 54 42 – –
Hamburg 60 42 – –
Hessen 145 86 17 –
Mecklenburg-Vorpommern 14 14 – –
Niedersachsen 336 239 10 –
Nordrhein-Westfalen 943 617 116 11
Rheinland-Pfalz 239 154 25 –
Saarland 45 39 – –
Sachsen 89 56 15 –
Sachsen-Anhalt 135 94 15 14
Schleswig-Holstein 59 42 – –
Thüringen 121 85 12 –
Unbekannt 1 – – –
nach Altersgruppen:
kosovarische
Staatsangehörige
darunter
mit Volkszugehörigkeit
gesamt Roma Ashkali Ägypter
Deutschland gesamt 3 633 2 156 304 27
davon
unter 18 Jahre 1 580 1 104 138 16
18 Jahre oder älter 2 053 1 052 166 11
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/3165. Wie viele „Abschiebungsaufträge“ aus den einzelnen Bundesländern
wurden den Koordinierungsstellen in Karlsruhe und Bielefeld im Jahr 2012 und
bislang im Jahr 2013 (bitte getrennt beantworten) übermittelt, und wie
verteilten sich diese Aufträge auf die Personengruppen
– Straftäter,
– alleinreisende Erwachsene,
– Familien/Kinder,
– alleinerziehende Elternteile,
– Alte und Pflegebedürftige,
– langjährig Aufhältige (seit 1. Januar 1998),
– unbegleitete Minderjährige,
– Roma-Angehörige,
– andere Minderheitenangehörige,
– Empfänger von Sozialleistungen,
– Personen, bei denen Ausweisungsgründe vorliegen
(bitte in der Form wie zu Frage 7 auf Bundestagsdrucksache 17/8224
antworten, jedoch zusätzlich noch die Summen beider Koordinierungsstellen
angeben)?
Die auf Bitte der Bundesregierung hierzu von den koordinierenden Stellen der
Länder (Zentrale Ausländerbehörde Bielefeld/Regierungspräsidium Karlsruhe)
übermittelten Angaben können den nachfolgenden Übersichten entnommen
werden:10
10 Soweit keine Angaben (k. A.) gemacht werden können, werden diese nicht statistisch erhoben bzw. ist
deren Erhebung nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand zu leisten.
Drucksache 18/316 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode11
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Drucksache 18/316 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode16
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/3166. Wie viele Ersuchen im Rahmen des Rückübernahmeabkommens wurden
im Jahr 2012 bzw. bislang im Jahr 2013 gestellt?
a) Wie viele dieser Rücknahmeersuchen wurden in den genannten
Zeiträumen aus welchen Gründen abgelehnt (bitte getrennt angeben)?
b) Wie viele dieser Rücknahmeersuchen wurden innerhalb der 30-Tage-
Frist, wie viele innerhalb der 45-Tage-Frist und wie viele erst später
beantwortet?
Im Jahr 2012 wurden 1 043 Rückübernahmeersuchen gestellt, im Jahr 2013
waren es bis zum Stichtag 30. November 1 262 Rückübernahmeersuchen.
Im Jahr 2012 wurden Rückübernahmeersuchen bezüglich 130 Personen aus
folgenden Gründen abgelehnt:
– 97 Personen konnten von kosovarischen Behörden nicht ermittelt und daher
nicht zurückgeführt werden,
– elf Personen stammten nicht aus Kosovo,
– bei sieben Personen waren weitere Angaben zum letzten Wohnort erforderlich,
– in acht Fällen waren die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen und die
Rückübernahmeersuchen zu sieben Personen wurden aus sonstigen Gründen
abgelehnt.
Im Jahr 2013 wurden Rückübernahmeersuchen bezüglich 271 Personen aus
folgenden Gründen abgelehnt:
– 248 Personen konnten von kosovarischen Behörden nicht ermittelt und daher
nicht zurückgeführt werden,
– 16 Personen stammten nicht aus Kosovo,
– bei vier Personen waren weitere Angaben zum letzten Wohnort erforderlich,
– in zwei Fällen waren die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen und ein
Ersuchen wurde aus sonstigen Gründen abgelehnt.
Im Jahr 2012 wurden 58,77 Prozent der Fälle innerhalb der 30-Tage-Frist
beantwortet. Im Jahre 2013 (Stand: 31. Juli) wurden 69,54 Prozent der Fälle innerhalb
der 30-Tage-Frist beantwortet. Eine Statistik über die Nichtbeantwortung von
Ersuchen innerhalb von 45 Tagen wird nicht geführt.
7. Welchen Anteil machen Abschiebungen aus, in denen es zuvor keine
ausdrückliche Zustimmung zur Rückübernahme gab, und wie ist dieses
Verhältnis bei Roma-Angehörigen?
Die auf Bitte der Bundesregierung hierzu von den koordinierenden Stellen der
Länder (Zentrale Ausländerbehörde Bielefeld/Regierungspräsidium Karlsruhe)
übermittelten Beiträge können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:
koordinierende Stelle Beitrag
Zentrale
Ausländerbehörde
Bielefeld
Ohne ausdrückliche Zustimmung zur Rückübernahme wurden in den Jahren 2012 und
2013 nur Personen mit gültigen Identitätspapieren zurückgeführt. Der Anteil der
Personen mit Identitätsnachweisen lag bei ca. 8 Prozent, davon handelte es sich bei
0,1 Prozent um Roma-Angehörige.
Regierungspräsidium
Karlsruhe
Sofern sich die Frage auf die Zustimmungsfiktion bei nicht fristgerechter Reaktion auf
ein Übernahmeersuchen bezieht, liegen keine Fälle vor.
Bezieht sich die Frage auf Abschiebungen von Personen, die im Besitz eines gültigen
Identitätsnachweises sind und daher von der kosovarischen Seite ohne Formalitäten
zurückgenommen werden, kann die Frage mangels statistischer Erfassung nicht
beantwortet werden.
Drucksache 18/316 – 22 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 8. Welche Probleme sind in den vergangenen zwei Jahren in Ersuchens- und
Abschiebungsverfahren aus Sicht der Bundesregierung ggf. aufgetreten,
und welche Probleme wurden von der kosovarischen Seite angesprochen?
Die Bundesregierung weist erneut auf die Zuständigkeit der Länder für
aufenthalts- und passrechtliche Maßnahmen hin (vgl. Vorbemerkung der
Bundesregierung). Die Zusammenarbeit mit der Republik Kosovo gestaltet sich nach
wie vor gut.
9. Wurde insbesondere problematisiert, dass ein Vermerk über die
Staatsangehörigkeit in kosovarischen Personenstandsurkunden keine
rechtsverbindliche Feststellung der Staatsangehörigkeit darstellt und in der Folge
Rückkehrer bzw. Abgeschobene de facto staatenlos sind und keinerlei
Zugang zu öffentlichen Leistungen im Kosovo haben?
Ein derartiges Problem wurde der Bundesregierung nicht zur Kenntnis gebracht.
10. Für wie viele Personen erfolgten im Jahr 2012 bzw. bislang im Jahr 2013
(bitte differenzieren) „Fluganmeldungen/Abschiebungsaufträge“, und wie
viele Abschiebungen wurden tatsächlich vollzogen (bitte wie zu Frage 11
auf Bundestagsdrucksache 17/8224 antworten)?
Die auf Bitte der Bundesregierung hierzu von den koordinierenden Stellen der
Länder (Zentrale Ausländerbehörde Bielefeld/Regierungspräsidium Karlsruhe)
übermittelten Angaben können den nachfolgenden Übersichten entnommen
werden:23
Fluganmeldungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012
von Regierungspräsidium Karlsruhe:
Ethnie Straftäter24
alleinreisende
Erwachsene25
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 55 129 28 0 k. A.
Ashkali 3 11 0 0 k. A.
Ägypter 0 1 0 0 k. A.
Roma 1 11 76 0 k. A.
Serben 0 1 0 0 k. A.
Sonstige 0 4 6 0 k. A.
Gesamtzahl 59 157 110 0 k. A.
23 Soweit keine Angaben (k. A.) gemacht werden können, werden diese nicht statistisch erhoben bzw. ist deren Erhebung nur mit einem
unverhältnismäßigen Aufwand zu leisten.
24 Es handelt sich um ausgewiesene Straftäter.
25 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
Rückführungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012
von Regierungspräsidium Karlsruhe:
Ethnie Straftäter
alleinreisende
Erwachsene26
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 52 90 8 0 k. A.
Ashkali 3 9 0 0 k. A.
Ägypter 0 0 0 0 k. A.
Roma 1 9 55 0 k. A.
Serben 0 1 0 0 k. A.
Sonstige 0 2 0 0 k. A.
Gesamtzahl 56 111 63 0 k. A.
Fluganmeldungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012
von der Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld:
Ethnie Straftäter
alleinreisende
Erwachsene27
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 42 105 53 0 0
Ashkali 13 22 49 0 0
Ägypter 2 0 14 0 0
Roma 59 95 334 0 0
Serben 0 2 0 0 0
Sonstige 6 13 5 0 0
Gesamtzahl 122 237 455 0 0
Rückführungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012
von der Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld:
Ethnie Straftäter
alleinreisende
Erwachsene28
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 28 77 0 0 0
Ashkali 7 13 15 0 0
Ägypter 0 0 0 0 0
Roma 21 45 72 0 0
Serben 0 0 0 0 0
Sonstige 3 10 4 0 0
Gesamtzahl 59 145 91 0 0
26 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
27 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
28 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
Fluganmeldungen Rückführungen
Karlsruhe 326 230
Bielefeld29 692 236
Gesamt 1 018 466
Fluganmeldungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2013 bis 30. November 2013
von Regierungspräsidium Karlsruhe:
Ethnie Straftäter30
alleinreisende
Erwachsene31
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 34 124 12 1 k. A.
Ashkali 0 5 32 0 k. A.
Ägypter 0 1 0 0 k. A.
Roma 2 12 76 0 k. A.
Serben 0 0 0 0 k. A.
Sonstige 0 8 0 0 k. A.
Gesamtzahl 36 150 120 1 k. A.
Rückführungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2013 bis 30. November 2013
von Regierungspräsidium Karlsruhe:
Ethnie Straftäter32
alleinreisende
Erwachsene33
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 28 99 4 0 k. A.
Ashkali 0 1 15 0 k. A.
Ägypter 0 0 0 0 k. A.
Roma 1 4 59 0 k. A.
Serben 0 0 0 0 k. A.
Sonstige 0 8 0 0 k. A.
Gesamtzahl 29 112 78 0 k. A.
29 Straftäter sind in der Zahl der Alleinreisenden bzw. der Familien enthalten und werden daher hier nicht summiert.
30 Es handelt sich um ausgewiesene Straftäter.
31 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
32 Es handelt sich um ausgewiesene Straftäter.
33 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
Fluganmeldungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2013 bis 30. November 2013
von der Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld:
Ethnie Straftäter
alleinreisende
Erwachsene34
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 31 60 13 0 0
Ashkali 7 10 36 0 0
Ägypter 0 0 0 0 0
Roma 31 40 110 0 0
Serben 1 1 0 0 0
Sonstige 8 26 3 0 0
Gesamtzahl 78 137 162 0 0
Rückführungen in die Republik Kosovo vom 1. Januar 2013 bis 30. November 2013
von der Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld:
Ethnie Straftäter
alleinreisende
Erwachsene35
Familien
(Anzahl der
Personen)
Unbegleitete
Minderjährige
Alte/
Pflegebedürftige
Albaner 22 48 0 0 0
Ashkali 7 10 25 0 0
Ägypter 0 0 0 0 0
Roma 12 16 29 0 0
Serben 0 1 0 0 0
Sonstige 5 26 3 0 0
Gesamtzahl 46 101 57 0 0
Fluganmeldungen Rückführungen
Karlsruhe 307 219
Bielefeld36 299 158
Gesamt 606 377
34 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
35 Hierin sind auch die alleinstehenden Erwachsenen enthalten.
36 Straftäter sind in der Zahl der Alleinreisenden bzw. der Familien enthalten und werden daher hier nicht summiert.
Drucksache 18/316 – 26 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode11. Wie viele der Abschiebungen in den Kosovo im Jahr 2012 bzw. im Jahr
2013 (bitte differenzieren) wurden im Rahmen von
Sammelabschiebungen per Charterflug durchgeführt (bitte die einzelnen Flüge mit Datum,
Startflughafen in Deutschland, Fluggesellschaft, Zahl der „Buchungen“,
Zahl der Abgeschobenen, Anteil von Minderheiten- bzw. Roma-
Angehörigen, Kosten je Flug auflisten und die jeweiligen Summen nennen)?
Die auf Bitte der Bundesregierung hierzu von den koordinierenden Stellen der
Länder (Zentrale Ausländerbehörde Bielefeld/Regierungspräsidium Karlsruhe)
übermittelten Angaben können der nachfolgenden Übersicht entnommen
werden:37
37 Im Jahr 2013 ist kein Sammelcharter im Sinne der Fragestellung durchgeführt worden.
Sammelabschiebungen per Charterflug 1. Januar 2012 bis 30. November 2013
Startflughafen
in
Deutschland Flugdatum
Fluggesellschaft
Kosten
je Flug
in Euro
Zahl der
„Buchungen“
tatsächlich
rückgeführte
Personen
davon
Roma-
Angehörige
davon
sonstige
Minderheitenangehörige
Karlsruhe/
Baden
12.01.2012 Bulgaria
Air
35 000,00
38 32 12 2
Karlsruhe/
Baden
22.03.2012 Bulgaria
Air
35 000,00
56 35 9 7
Karlsruhe/
Baden
31.05.2012 Bulgaria
Air
35 000,00
64 28 6 5
Karlsruhe/
Baden
26.07.2012 Bulgaria
Air
38 000,00
58 29 16 1
Karlsruhe/
Baden
18.10.2012 Bulgaria
Air
38 000,00
74 41 22 7
Gesamt 181 000,00 290 165 65 22
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 27 – Drucksache 18/31612. Welche Abschiebungsaktionen unter der Leitung oder Beteiligung von
FRONTEX (Europäische Agentur für die operative
Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen
Union) gab es im Jahr 2012 bzw. 2013 (bitte differenzieren), und welche
genaueren Angaben hierzu sind der Bundesregierung bekannt (z. B.
Datum, beteiligte Länder, Fluggesellschaft, Zahl der „Buchungen“, Zahl der
Abgeschobenen, Anteil von Minderheiten- bzw. Roma-Angehörigen,
Kosten je Flug; Angaben bitte, soweit möglich, länderspezifisch differenzieren
und jeweilige Summen nennen)?
Die der Bundesregierung vorliegenden Angaben im Sinne der Fragestellung
können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:
Startflughafen Flugdatum beteiligte
Staaten außer
Deutschland
Fluggesellschaft
Zahl der
deutschen
„Buchungen“
Zahl der
Rückgeführten aus
Deutschland
Kosten
Fluggerät
in Euro
2012
Düsseldorf 07.02.
Österreich,
Schweden,
Norwegen,
Ungarn
Air Berlin 68 16 ca. 62 000
Stuttgart 26.04.
Österreich,
Ungarn,
Rumänien
Air Berlin 119 49 ca. 62 000
Düsseldorf 27.06.
Österreich,
Frankreich,
Schweden
Air Berlin 97 37 ca. 62 000
Düsseldorf 18.09.
Österreich,
Ungarn,
Schweden,
Norwegen
Air Berlin 113 34 ca. 62 000
Stuttgart 13.11.
Österreich,
Ungarn,
Schweden,
Norwegen
Air Berlin 62 32 ca. 62 000
Gesamt 459 168 310 000
2013
Düsseldorf 07.05.
Schweden,
Österreich,
Frankreich
Air Berlin 119 40 ca. 62 000
München
(Beteiligung
am Hauptflug
aus
Schweden)
08.10.
Österreich,
Ungarn,
Schweden,
Norwegen,
Finnland,
Frankreich
Danube
Wings
(Zuführungsflug nach
Budapest)
15 11 ca. 38 000
Gesamt 134 51 100 000
Drucksache 18/316 – 28 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode13. Wie ist aus Sicht der Bundesregierung die Bilanz der Abschiebungen und
der Rückkehr in den Kosovo seit Abschluss des
Rückübernahmeabkommens, in quantitativer und qualitativer Hinsicht, und inwieweit wurden die
Erwartungen in das Abkommen erfüllt?
Die Bundesregierung weist erneut auf die Zuständigkeit der Länder für
aufenthalts- und passrechtliche Maßnahmen hin (vgl. Vorbemerkung der
Bundesregierung).
Das am 14. April 2010 unterzeichnete bilaterale Rückübernahmeabkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der
Republik Kosovo regelt lediglich prozedurale Details des
Rückübernahmeverfahrens zwischen den Vertragsparteien und ohne Bezug auf eine konkrete Person
oder Personengruppe. Das Abkommen hat zu einem noch besser geregelten und
noch verlässlicheren Verfahrensablauf für beide Vertragsparteien geführt und
mithin die Erwartungen erfüllt.
Auf die Antworten zu den Fragen 5 und 10 wird verwiesen. Des Weiteren wird
auf die Antwort der Bunderegierung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. vom 14. Juni 2010, Bundestagsdrucksache 17/2089
verwiesen.
Die Bundesregierung weist im Übrigen darauf hin, dass die Aussage in der
Vorbemerkung der Fragesteller
„In der letztgenannten Antwort der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache
16/14129 vom 12. Oktober 2009, d. Verf.) war davon die Rede, dass bis zu 2 500
kosovarische Staatsangehörige jährlich über ein Rückübernahmeabkommen mit
der von der Bundesrepublik Deutschland anerkannten Republik Kosovo
abgeschoben werden sollten.“
sachlich unzutreffend ist und die Haltung der Bundesregierung damals und
heute nicht richtig wiedergibt.
Zum damaligen Zeitpunkt der Antwort der Bundesregierung war das bilaterale
Rückübernahmeabkommen noch nicht unterzeichnet und folglich noch nicht in
Kraft getreten. Zudem sieht das Abkommen keine Quotierung oder Ähnliches
vor.
Auf die Antworten der Bundesregierung zu den Fragen 1, 2, 3 und 6
(Bundestagsdrucksache 16/14129 vom 12. Oktober 2009) wird ergänzend und
klarstellend verwiesen.
14. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zur Erklärung der Differenz
des Anteils von Roma bei den in den Kosovo Abgeschobenen im
Vergleich zu ihrem Anteil an den Rückübernahmeersuchen (vgl.
Bundestagsdrucksache 17/8224, Frage 14), welche Erkenntnisse hat die
Bundesregierung, um die Einschätzung der Ausländerbehörde Bielefeld zu validieren,
ca. 75 Prozent der Personen entzögen sich der Abschiebung durch
Untertauchen, und wie bewertet die Bundesregierung diese Folge der
Abschiebungspolitik in ordnungs- sowie in menschenrechtspolitischer Hinsicht?
Die auf Bitte der Bundesregierung hierzu von den koordinierenden Stellen der
Länder (Zentrale Ausländerbehörde Bielefeld/Regierungspräsidium Karlsruhe)
übermittelten Beiträge können der nachfolgenden Übersicht entnommen
werden:
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 29 – Drucksache 18/316Weitere Erkenntnisse liegen der Bundesregierung hierzu nicht vor. Vielmehr
weist sie ergänzend und erneut auf die Zuständigkeit der Länder für die
Feststellung und Durchsetzung der Ausreisepflicht hin (vgl. Vorbemerkung der
Bundesregierung). Vor diesem Hintergrund bewertet sie auch die Rückführungspolitik
der Länder nicht.
15. Wie hoch war die Zahl der „freiwilligen“ Rückkehrerinnen und
Rückkehrer im Jahr 2012 bzw. bislang im Jahr 2013 (bitte differenzieren, auch nach
Bundesländern), und wie hoch war jeweils der Anteil bzw. die Zahl der
Roma?
Die Anzahl freiwilliger Rückkehrer, die mit einer finanziellen Förderung durch
das Bund-Länder-Rückkehrförderprogramm „Reintegration and Emigration
Programme for Asylum-Seekers in Germany (REAG)“ und „Government
Assisted Repatriation Programme GARP“ ausgereist sind bzw. denen diese
Förderung bewilligt wurde, kann den nachfolgenden Übersichten entnommen werden.
Hinsichtlich der Angebote des REAG/GARP-Programms wird auf die Antwort
der Bundesregierung zu Frage 17 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE.
(Bundestagsdrucksache 16/14129 vom 12. Oktober 2009) verwiesen.
Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass weitere Personen ohne finanzielle
Förderung durch das Bund-Länder-Programm freiwillig ausgereist sind. Diese
werden jedoch nicht erfasst.
38 vorläufige Angaben
koordinierende Stelle Beitrag
Zentrale
Ausländerbehörde
Bielefeld
Die Differenz des Anteils der Roma bei den in den Kosovo Abgeschobenen im
Vergleich zu ihrem Anteil an den Rückübernahmeersuchen ist zu ca. 75 Prozent mit dem
Untertauchen, ca. 10 Prozent mit Stellung von Asylfolgeanträgen, fehlenden
Reisefähigkeitsbescheinigungen der betroffenen Personen, insbesondere bei Familien, zu
erklären.
Der Anteil nachträglich festgestellter Abschiebungshindernisse bzw. gerichtlich
angeordneten Aussetzungen der Abschiebungen wird von hier auf etwa 15 Prozent
geschätzt.
Regierungspräsidium
Karlsruhe
Nach den vorliegenden Zahlen ist die Volksgruppe der Roma nicht überproportional
nach Kosovo zurückgeführt worden.
Baden-
Württemberg Bayern Berlin
Brandenburg Bremen
Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Jahr
2012
Zielland
Kosovo 24 26 3 0 1 2 1 1
davon
Roma 3 0 0 0 0 2 0 0
Anteil
in % 12,5 0 0 0 0 100 0 0
Jahr
201338
Zielland
Kosovo 41 84 6 0 0 1 11 0
davon
Roma 0 0 0 0 0 0 0 0
Anteil
in % 0 0 0 0 0 0 0 0
Drucksache 18/316 – 30 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode16. Wie viele Personen mit kosovarischer Staatsangehörigkeit sind im Jahr
2012 und bislang im Jahr 2013 jeweils beim Versuch des unerlaubten
Grenzübertritts an bundesdeutschen bzw. anderen Grenzen der
Europäischen Union (bitte differenzieren) angehalten worden, und in wie vielen
Fällen wurde der unerlaubte Aufenthalt oder die unerlaubte Einreise (bitte
differenzieren) von zuvor aus Deutschland oder anderen Staaten der
Europäischen Union ausgereisten oder abgeschobenen Personen aus dem
Kosovo festgestellt (bitte nach Jahren und Staaten der Europäischen Union,
in denen der Grenzübertritt/Aufenthalt festgestellt wurde, differenzieren)?
Durch die Bundespolizei sind im Jahr 2012 86 Personen bzw. im Zeitraum
Januar bis November 2013 84 Personen mit kosovarischer Staatsangehörigkeit
an den deutschen Schengen-Außengrenzen (Flughäfen) zurückgewiesen
worden.
Im Jahr 2012 hat die Bundespolizei 104 Personen bzw. im Zeitraum Januar bis
November 2013 138 Personen mit kosovarischer Staatsangehörigkeit
festgestellt, die entgegen einer Wiedereinreisesperre unerlaubt in das Bundesgebiet
eingereist sind.
Im Jahr 2012 wurden 16 Personen bzw. im Zeitraum Januar bis November 2013
27 Personen mit kosovarischer Staatsangehörigkeit durch die Bundespolizei
festgestellt, die sich entgegen einer Wiedereinreisesperre unerlaubt im
Bundesgebiet aufhielten.
Weitere Erkenntnisse liegen der Bundesregierung hierzu nicht vor.
Niedersachsen
Nordrhein-
Westfalen
Rheinland-
Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein Thüringen
Jahr
2012
Zielland
Kosovo 40 26 27 1 3 2 1 7
davon
Roma 0 3 1 0 0 0 0 0
Anteil
in % 0 11,54 3,71 0 0 0 0 0
Jahr
2013
Zielland
Kosovo 66 63 25 5 1 7 3 16
davon
Roma 5 15 6 0 0 0 0 0
Anteil
in % 7,58 23,81 24 0 0 0 0 0
Gesamt
Jahr 2012 Zielland Kosovo 165
davon Roma 9
Anteil in % 5,46
Jahr 2013 Zielland Kosovo 329
davon Roma 26
Anteil in % 7,91
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 31 – Drucksache 18/31617. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung für die Jahre 2012 und 2013
zur Zahl der aus der Bundesrepublik Deutschland ausgewiesenen
kosovarischen Staatsangehörigen, die versuchten, entgegen einer gültigen
Wiedereinreisesperre in den Schengenraum einzureisen (Gesamtzahlen,
Altersstruktur, Geschlecht, Dauer des Aufenthalts im Kosovo, Ort der
Feststellung der versuchten Einreise)?
In der in der Antwort zu Frage 16 angegebenen Anzahl von Personen mit
kosovarischer Staatsangehörigkeit, die an den deutschen Schengen-Außengrenzen
(Flughäfen) zurückgewiesen worden sind, befanden sich im Jahr 2012 25
Personen bzw. im Zeitraum Januar bis November 2013 15 Personen, deren
Zurückweisung aufgrund einer Wiedereinreisesperre erfolgte.
Weitere Erkenntnisse liegen der Bundesregierung hierzu nicht vor.
18. Welche Erkenntnisse oder Einschätzungen hat die Bundesregierung dazu,
wie viele der serbischen oder mazedonischen Asylsuchenden
(insbesondere Roma) in Deutschland in den Jahren 2012 und 2013 aus dem Kosovo
stammten (bitte ausführen)?
Die Bundesregierung verfügt nicht über entsprechend bezifferbare Erkenntnisse
oder Einschätzungen, zumal im Rahmen des Asylverfahrens derartige
Sachverhalte statistisch nicht erhoben werden. Eine der statistischen Erhebung
vergleichbar valide Ermittlung wäre nur durch die Auswertung der Vorgänge und
Akten zu erreichen. Angesichts der Fallzahlen ist eine solche Vorgehensweise
aber mit einem so hohen Verwaltungsaufwand verbunden, dass die
Aufgabenerfüllung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ernsthaft
gefährdet würde.
19. Welche Einschätzungen oder Informationen kann die Bundesregierung
dazu geben, wie viele Personen mit kosovarischer Staatsangehörigkeit und
darunter insbesondere Minderheiten- bzw. Roma-Angehörige bislang
infolge von Altfall- bzw. Bleiberechtsregelungen eine Aufenthaltserlaubnis
erhalten haben (bitte so genau wie möglich darlegen)?
Mit der Bleiberechtsregelung der Ständigen Konferenz der Innenminister und
-senatoren der Länder (IMK) sowie der gesetzlichen Altfallregelung sollte
langjährig in der Bundesrepublik Deutschland aufhältigen Ausländern, die sich
gut integriert haben und denen eine Ausreise unzumutbar ist, eine gesicherte
Aufenthaltsperspektive in Deutschland vermittelt werden. Kosovarische
Staatsangehörige, darunter auch Roma-Angehörige aus Kosovo, konnten davon
gleichfalls profitieren, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt
haben.
Der Bundesgesetzgeber hat über diese Bleiberechtsregelungen hinaus mit dem
am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen § 18a AufenthG eine
Bleiberechtsregelung für qualifizierte Geduldete zum Zweck der Beschäftigung geschaffen.
Mit dem am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen Gesetz zur Bekämpfung der
Zwangsheirat und zum besseren Schutz der Opfer von Zwangsheirat sowie zur
Änderung weiterer aufenthalts- und asylrechtlicher Vorschriften wurde zudem
mit § 25a AufenthG eine stichtagsunabhängige Bleiberechtsregelung für gut
integrierte geduldete Jugendliche und Heranwachsende sowie ggf. ihre Eltern und
minderjährigen Geschwister eingeführt.
Die Gesamtzahl aller kosovarischen Staatsangehörigen, die eine
Aufenthaltserlaubnis infolge von Altfall- bzw. Bleiberechtsregelungen erhalten haben, ist
der Bundesregierung nicht bekannt.
Drucksache 18/316 – 32 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeSoweit bei kosovarischen Staatsangehörigen die jeweils aktuell im
Ausländerzentralregister (zum Stichtag 30. November 2013) gespeicherten
Aufenthaltstitel noch auf die Erteilungsgründe im Sinne der Frage hinweisen, sind diese in
der nachfolgenden Tabelle ausgeführt, wobei Volkszugehörigkeiten nicht erfasst
werden:
Kosovaren mit Aufenthaltserlaubnissen nach bestimmten Erteilungsgründen
(zum Stichtag 30. November 2013)
§ 18a Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a AufenthG (qualifizierte
Geduldete mit Abschluss in Deutschland) 3
§ 18a Abs. a Nr. 1 Buchstabe b AufenthG (qualifizierte
Geduldete mit in Deutschland anerkanntem Abschluss) 0
§ 18a Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c AufenthG (qualifizierte
Fachkraft, seit 3 Jahren ununterbrochen beschäftigt) 1
§ 25a Abs. 1 AufenthG (Aufenthaltsgewährung bei gut
integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden: integrierter
Jugendlicher/Heranwachsender) 315
§ 25a Abs. 2 Satz 1 AufenthG (Aufenthaltsgewährung bei gut
integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden: Eltern) 60
§ 25a Abs. 2 Satz 2 AufenthG (Aufenthaltsgewährung bei gut
integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden: Geschwister) 33
§ 104a Abs. 1 Satz 1 AufenthG (Aufenthaltserlaubnis auf Probe) 20
§ 23 Abs. 1 i. V. m. § 104a Abs. 1 Satz 2 AufenthG
(Altfallregelung) 701
§ 23 Abs. 1 i. V. m. § 104a Abs. 2 Satz 1 AufenthG
(Altfallregelung für volljährige Kinder von Geduldeten) 20
§ 23 Abs. 1 i. V. m. § 104a Abs. 2 Satz 2 AufenthG
(Altfallregelung für unbegleitete Flüchtlinge) 2
§ 23 Abs. 1 i. V. m. § 104b AufenthG (integrierte Kinder von
Geduldeten) 6
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 33 – Drucksache 18/31620. Welche Programme und Maßnahmen wurden im Jahr 2012 und bislang im
Jahr 2013 zur Unterstützung von zur��ckgekehrten bzw. abgeschobenen
kosovarischen Staatsangehörigen unter Beteiligung des Bundes und nach
Kenntnis der Bundesregierung der Länder im Kosovo durchgeführt (bitte
jeweils die Maßnahmen mit der Zahl der Teilnehmer angeben)?
In den Jahren 2012 und 2013 wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
folgende Programme und Maßnahmen durchgeführt:
1. Das Bund-Länder-Rückkehrprojekt „URA 2“ unterstützt freiwillig
zurückgekehrte bzw. abgeschobene Personen aus Kosovo mit Reintegrations-,
Betreuungs- und Unterstützungsmaßnahmen. „URA 2“ bietet vor allem
Rückkehrern aus den beteiligten Ländern Baden-Württemberg,
Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen und beratende und/oder finanzielle Unterstützung zur
Wiedereingliederung an.
Das Projekt „URA 2“ ist Rückkehrern bei Bedarf bei der Wohnungssuche
behilflich und zahlt erforderlichenfalls für einen Übergangszeitraum einen
Mietkostenzuschuss. Außerdem können die Projektmitarbeiter unter
anderem bei der Arbeitsplatzsuche behilflich sein und bei Behördengängen
begleiten.
Rückkehrer haben die Möglichkeit, Sofortmittel zur Beschaffung von
Einrichtungsgegenständen bzw. Heizmaterial zu beantragen, eine Unterstützung
bei benötigter medizinischer Behandlung oder bei der Beschaffung
benötigter Medikamente zu erhalten und an Reintegrationsmaßnahmen, wie etwa
Sprachkursen, Arbeitsfördermaßnahmen oder – nach erfolgter freiwilliger
Rückkehr – Unterstützungsmaßnahmen zur Existenzgründung teilzunehmen.
Schülern kann außerdem eine Grundausstattung zum Schulbesuch zur
Verfügung gestellt werden.
Der konkrete Förderbedarf und die individuelle Höhe etwaiger finanzieller
Unterstützungen bis zu einem maximalen Höchstbetrag werden im Rahmen
eines persönlichen Beratungsgespräches mit den Rückkehrern im
Projektzentrum in Pristina festgestellt. Die Beratungs- und Betreuungsleistungen durch
das Projekt sind für die Rückkehrer kostenfrei; gewährte finanzielle
Unterstützungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Ein Rechtsanspruch auf eine
Förderung durch das Projekt besteht nicht.
Soweit darüber hinaus freie Kapazitäten bestehen, können auch Rückkehrer
aus den nicht beteiligten Ländern eine kostenfreie psychologische
Erstbetreuung und/oder Sozialberatung erhalten.
Im Jahre 2012 wurden durch das Projekt „URA 2“ insgesamt 390
zurückgekehrte Personen, davon 120 freiwillige Rückkehrer und 270 rückgeführte
Personen betreut. Im Jahr 2013 wurden bis Ende Oktober insgesamt 351
zurückgekehrte Personen, davon 184 freiwillige Rückkehrer und 167
zwangsweise Rückgeführte, betreut.
2. Das Auswärtige Amt unterstützt seit Jahren aus Mitteln des Stabilitätspakts
Südosteuropa Vorhaben von anerkannten Nichtregierungsorganisationen,
von denen Minderheiten und Rückkehrer unmittelbar oder mittelbar
profitieren:
Im Jahre 2013 wurde ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bunds Deutschland
e. V. (ASB) finanziell gefördert. Ziel dieses Vorhabens ist es gewesen,
besonders wirtschaftlich benachteiligte Familien bei der Gründung von eigenen
Kleinstunternehmen zu unterstützen. Von diesem Projekt haben 15 Familien
(Albaner, Serben und Roma/Ashkali/Ägypter, zum Teil Rückkehrer) in den
Gemeinden Obiliq/Obilic und Shterpce/Strpce profitiert. Im Jahr 2011 hat der
Drucksache 18/316 – 34 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeASB den Bau von 15 Häusern für zurückgekehrte Roma, Ashkali und
Ägypter finanziert.
Der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreisverband Nürnberg e. V. hat im Jahr 2013
ca. 100 freiwillige Rückkehrer aus Deutschland unterstützt, etwa bei der
Suche von Wohnraum und Arbeitsplätzen bzw. bei der Gründung von
Kleinstunternehmen. Im Jahr 2012 hat AWO Nürnberg ein Projekt speziell
für rückgekehrte Kinder und Jugendliche durchgeführt.
Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern
Trarbach gGmbH führt seit dem Jahr 2011 mehrere Projekte zur Ausbildung
von Traumatherapeuten durch, die aus allen ethnischen Gruppen stammen.
Darüber hinaus haben in den Jahren 2012 und 2013 insbesondere auch die
Minderheitsgemeinschaften von den Projekten der
Nichtregierungsorganisationen Saferworld („Verbesserung der Sicherheit/Kleinwaffenkontrolle“) und
CSSP Verein für integrative Mediation e. V. („Ausbildung von Mediatoren“)
profitiert.
3. Seit dem Jahr 2012 soll „Rückkehr/Reintegration/Migration“ als
Querschnittsthema stärker als bisher in den Projekten der bilateralen staatlichen
Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt werden, etwa in den Vorhaben
„Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“, „Berufsausbildung“ und
„Grundbildung“.
a) Welche Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit der durchgeführten
Maßnahmen zur Integration in den kosovarischen Arbeitsmarkt hat die
Bundesregierung?
Die durchgeführten Unterstützungsmaßnahmen zur Integration in den
kosovarischen Arbeitsmarkt konnten den Rückkehrerinnen und Rückkehrern die
Wiedereingliederung in ihre Heimatgemeinde in der Republik Kosovo erleichtern und
haben in zahlreichen Fällen – vor allem durch berufliche Fortbildungs-,
Arbeitsfördermaßnahmen oder Existenzgründungen – zu einer nachhaltigen
Reintegration beigetragen. Rund 44 Prozent der in Arbeit vermittelten Rückkehrerinnen
und Rückkehrer sind auch nach Auslaufen des Förderzeitraums in ihren
Beschäftigungsverhältnissen verblieben. Vor dem Hintergrund von ca. 45 Prozent
Arbeitslosigkeit in der Republik Kosovo unterstreicht dies die Nachhaltigkeit
der Unterstützungsmaßnahmen.
Das Rückkehrprojekt „URA 2“ wird laufend entsprechend den Anforderungen
vor Ort weiterentwickelt. In der Vergangenheit haben sich auch Mitglieder des
Innenausschusses des Deutschen Bundestages und verschiedener Landtage vor
Ort einen persönlichen Eindruck von der Situation verschafft.
b) Wie viele der durch die Programme geförderten Personen sind nach
Kenntnis der Bundesregierung in den vergangenen fünf Jahren
(unerlaubt) wieder in die Bundesrepublik Deutschland eingereist (bitte so
differenziert wie möglich antworten)?
Weder den kosovarischen Behörden noch der Bundesregierung liegen hierzu
Informationen vor.
c) Wie wird nach Kenntnis der Bundesregierung sichergestellt, dass die
von der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellten Mittel
effektiv verwendet werden?
Die von der Bundesregierung geförderten Vorhaben werden nur an zuverlässige
Projektträger nach sorgfältiger Prüfung der Projektanträge (einschließlich eines
umfassenden Finanzierungsplans) entsprechend der Bundeshaushaltsordnung
vergeben. Nach Abschluss des Vorhabens werden die Projekte, in der Regel
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 35 – Drucksache 18/316durch die Auslandsvertretung, im Rahmen der Möglichkeiten auf Erreichung
der Projektziele geprüft.
Das Rückkehrprojekt „URA 2“ wird unmittelbar durch das BAMF, das zum
Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern gehört, durchgeführt.
d) Wurde unterdessen die systematische Evaluation des URA 2-
Programms durchgeführt (vgl. die Ankündigung auf
Bundestagsdrucksache 17/8224, Frage 16), wenn nein, warum nicht, und wenn ja, was
waren die wesentlichen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen,
und was wurde infolge der Evaluierung unternommen bzw. geändert
(bitte so genau wie möglich darstellen)?
Die systematische Evaluierung von „URA 2“ hat begonnen, konnte aber noch
nicht abgeschlossen werden. Im Mittelpunkt der Überprüfung stehen die weitere
Verbesserung der Dienstleistungsqualität des Rückkehrzentrums und die
Steigerung der Nachhaltigkeit der Fördermaßnahmen mit Blick auf die Reintegration
in Kosovo.
Ergänzend wird auf die Antwort zu Frage 20a verwiesen.
e) Suchen die Mitarbeiter des URA 2-Projekts mögliche Hilfeempfänger
auch im serbisch dominierten Norden des Landes auf, und wenn nicht,
wie können die bereits im Norden des Kosovo lebenden
Rückkehrerinnen und Rückkehrer dann überhaupt von den Angeboten profitieren,
da ihnen eigenständige Fahrten nach Pristina aus finanziellen Gründen
meist nicht möglich sein werden?
Es ist Selbstverständnis des Projektes „URA 2“ und seiner Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, nicht nach der Volkszugehörigkeit der betreuten Personen zu
unterscheiden. Aktuell werden auch Rückkehrerinnen und Rückkehrer, die im
Norden Kosovos leben, durch das Projekt „URA 2“ betreut. Somit profitieren
selbstverständlich auch die im serbisch besiedelten nördlichen Munizipalitäten
ansässigen Rückkehrerinnen und Rückkehrer von den diversen Angeboten.
Damit Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus allen Landesteilen Kosovos das
Rückkehrzentrum „URA 2“ in Pristina aufsuchen können, wird
erforderlichenfalls eine Teilerstattung von Fahrtkosten zum Zentrum gewährt.
21. Welche Formen der Unterstützung können nach Kenntnis der
Bundesregierung Rückkehrer von Seiten der kosovarischen Behörden in
Anspruch nehmen, welche Haushaltsmittel stehen dazu bereit, und gibt es
nach Kenntnis der Bundesregierung weitere Formen von Unterstützung
zur Integration von Rückkehrern durch internationale oder nationale
Organisationen im Kosovo?
Die kosovarische Regierung hat im Mai 2010 eine Strategie für Rückkehrer und
Reintegration verabschiedet („Revised Strategy for Reintegration of Repatriated
Persons“). Im Rahmen der Umsetzung dieser Strategie („Action Plan
Implementing the Strategy for Reintegration of Repatriated Persons“) unterstützt die
kosovarische Regierung seit dem 1. Januar 2011 Rückkehrer aus Drittstaaten
– unabhängig von ihrer Ethnie – mit Geld-, Sach- und Beratungsleistungen. Für
die Haushaltsjahre 2012 und 2013 wurden insgesamt Mittel in Höhe von jeweils
3,2 Mio. Euro bereitgestellt. Die „National Strategy for Reintegration of
Repatriated Persons in Kosovo“ (2013 bis 2017) sieht für die Haushaltsjahre 2014
bis 2017 ebenfalls Mittel in Höhe von 3,2 Mio. Euro pro Jahr vor.
In fast allen Gemeinden Kosovos wurde ein „Büro für Gemeinschaften und
Rückkehrer“ (Municipal Office for Communities and Return, MOCR)
eingerichtet. Die MOCR entscheiden selbst abschließend über die Bewilligung der
Drucksache 18/316 – 36 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeLeistungen, die im Rahmen einer Soforthilfe gewährt werden müssen
(insbesondere Unterkunft und Verpflegung).
Die erste Kontaktaufnahme zu den Rückkehrern findet bereits unmittelbar nach
deren Ankunft in einem eigens hierfür errichteten Büro im Flughafen Pristina
statt. Falls erforderlich, werden Transportmöglichkeiten in die Heimatgemeinde
oder eine befristete Unterkunft in einer Unterbringungseinrichtung in Pristina
angeboten sowie Ansprechpartner in den Kommunen benannt.
Es gibt eine Reihe von nationalen und internationalen Organisationen, die die
Reintegration von Rückkehrern in Kosovo unterstützen. Auf die Antwort zu
Frage 20 wird ergänzend verwiesen.
22. Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung für die
Existenzsicherung von Minderheitenangehörigen im Kosovo die
Überweisungen von in Deutschland lebenden Verwandten, und welche Konsequenzen
hat demnach eine (zwangsweise) Rückkehr dieser hier lebenden
Verwandten und damit das Ausbleiben der Überweisungen?
23. Wie viele Häuser bzw. Siedlungen von Roma, die durch Intervention der
NATO in der Bundesrepublik Jugoslawien oder daran anschließend durch
die UCK (Befreiungsarmee des Kosovo) zerstört worden waren, sind nach
Kenntnis der Bundesregierung seitdem aus Mitteln der kosovarischen
Regierung wieder aufgebaut worden?
Dazu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
24. Wurde nach Kenntnis der Bundesregierung durch kosovarische Behörden
oder eine andere Organisation geprüft, inwieweit die gesamte Umgebung
von Mitrovica bleiverseucht ist, in der die Menschen aus den Lagern
Cesmin Luge und Osterode neu angesiedelt worden sind, und welche
Belastungen insbesondere das Grundwasser dort aufweist?
Eine derartige Prüfung hat stattgefunden.
25. Welche Schwierigkeiten bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung
weiter, wenn zurückkehrende kosovarische Staatsangehörige und
insbesondere Roma zurückgelassenes Wohneigentum zurückfordern, und
welche Maßnahmen hat die kosovarische Regierung nach Kenntnis der
Bundesregierung ergriffen, um spezifische Probleme von Roma bei der
Restitution ihres Eigentums zu beheben?
Schwierigkeiten können entstehen, wenn Immobilienbesitz nicht im Grundbuch
oder Kataster eingetragen ist. Angehörigen aller ethnischen Gruppen steht der
Rechtsweg offen.
26. Welche Maßnahmen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung durch
die kosovarische Regierung ergriffen, um in den von Roma bewohnten
Siedlungsgebieten den Anschluss an zentrale öffentliche Infrastruktur
(Wasser bzw. Abwasser, Strom, Straßen und öffentlicher
Personennahverkehr, Schulen, Krankenhäuser) sicherzustellen?
Der Anschluss an die zentrale öffentliche Infrastruktur erfolgt unabhängig von
der Ethnie der Bewohner der jeweiligen Siedlungsgebiete.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 37 – Drucksache 18/31627. Welche Maßnahmen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung von der
kosovarischen Regierung ergriffen, um Antiziganismus in Gesellschaft
und Behörden wirksam entgegenzuwirken?
Die Angehörigen der ethnischen Minderheiten der Roma, Ashkali und Ägypter
genießen verfassungsgemäß weitreichende Rechte. Im Februar 2009 wurde die
Regierungsstrategie „Strategy for the Integration of Roma, Ashkali and
Egyptian Communities in the Republic of Kosovo 2009 bis 2015“ verabschiedet.
Die kosovarische Regierung tritt öffentlich für Toleranz und Respekt gegenüber
den Roma, Ashkali und Ägypter ein. In der kosovarischen Öffentlichkeit wirbt
die Regierung regelmäßig dafür, das kulturelle Erbe dieser Gemeinschaften von
allen Kosovaren zu respektieren, zu schützen und zu unterstützen.
Seit November 2000 gibt es die Einrichtung einer Ombudsperson, die für alle
Beschwerden über Menschenrechtsverletzungen oder Amtsmissbrauch durch
die zivilen Behörden in Kosovo zuständig ist. Das Amt sowie die mit ihm
verbundenen Rechte und Pflichten sind in der Verfassung der Republik Kosovo
festgeschrieben (Artikel 132 bis Artikel 135). Die Ombudsperson geht
Hinweisen auf Menschenrechtsverletzungen nach und gibt in einem Jahresbericht an
das Parlament Empfehlungen für deren Behebung.
Bei jeder regionalen Dienststelle der kosovarischen Polizei sind Beamte
beschäftigt, die ausschließlich für die Belange aller Minderheitengemeinschaften
zuständig sind. Zumeist sind diese Beamten selbst Angehörige verschiedener
Minderheiten.
Nach den vorliegenden Erkenntnissen unterhalten diese Beamten ständige
Kontakte zu den in ihrem Zuständigkeitsbereich lebenden
Minderheitengemeinschaften und ihren Führungspersönlichkeiten. Auch hierdurch soll gewährleistet
werden, dass Minderheitenangehörigen die Möglichkeit geboten wird, u. a.
gegen sie gerichtete Straftaten anzuzeigen und verfolgen zu lassen.
28. Wie schätzt die Bundesregierung den Willen und die Möglichkeiten der
kosovarischen Autoritäten ein, die Menschenrechte der Minderheiten und
insbesondere der Rückkehrer in den Kosovo wirkungsvoll zu schützen,
wenn selbst der Ombudsmann für Menschenrechte im Parlament des
Kosovo erklärt, „ich sehe nicht, wie dieser Staat […] noch Menschen
helfen könnte, die zurückkehren“ (Interview im Magazin der Freitag, 29. Juli
2010)?
Auf die Antwort zu Frage 27 wird verwiesen.
29. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus der UNICEF-Studie „Stilles Leid. Zur psychosozialen
Gesundheit abgeschobener und rückgeführter Kinder“ vom März 2012?
Diese Studie wird neben vielen anderen Informationsquellen bei der Beurteilung
der Gesamtlage in Kosovo durch die Bundesregierung berücksichtigt.
a) Wie will sie insbesondere ihrer Verpflichtung aus der UN-
Kinderrechtskonvention zum Schutz des Kindeswohls auch in der
Abschiebungspraxis bzw. im aufenthaltsrechtlichen Verfahren nachkommen,
und wie können die Perspektive und die Interessen der Kinder als
eigenständig zu prüfende Aspekte und zu wahrende Rechte in der gel-
Drucksache 18/316 – 38 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodetenden Rechtslage und aufenthaltsrechtlichen Praxis wirksam
berücksichtigt werden, d. h. nicht nur formelhaft oder lediglich als „bloßes
Anhängsel“ der Entscheidung bezüglich der Eltern (bitte ausführen)?
Die Verpflichtungen aus der VN-Kinderrechtskonvention werden eingehalten.
Grundsätzlich werden im deutschen Recht auch im Falle der Ausweisung/
Abschiebung das Kindeswohl sowie der besondere Schutz der Familie (Artikel 6
GG, Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention) berücksichtigt und
die Familieneinheit möglichst gewahrt.
Für Minderjährige trifft das Aufenthaltsrecht zudem Sonderbestimmungen, um
den besonderen Bedürfnissen von Kindern gerecht zu werden. So dürfen
Minderjährige beispielsweise nur in besonderen Ausnahmefällen und nur so lange in
Abschiebungshaft genommen werden, wie es unter Berücksichtigung des
Kindeswohls angemessen ist (§ 62 Absatz 1 Satz 3 AufenthG). Alterstypische
Belange werden berücksichtigt, vgl. § 62a Absatz 3 AufenthG.
b) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht sie daraus, dass
nach der Studie etwa die Hälfte der aus Deutschland und Österreich in
den Kosovo „zurückgeführten“ (Abschiebungen und Rückkehr)
Kinder ihre Rückkehr als schlimmste Erfahrung ihres Lebens beschreiben
und dass insbesondere die im Ausland geborenen Kinder oder
Minderheitenkinder die „Rückführung“ als traumatisches Ereignis erleben
und zur Hälfte an Depressionen leiden, zu einem Drittel an einer
Posttraumatischen Belastungsstörung (Abgeschobene etwa doppelt so
häufig wie Zurückgekehrte) und zu einem Viertel Suizidgedanken
haben, während zugleich das Gesundheitssystem im Kosovo nicht in
der Lage sei, dem tatsächlichen Behandlungsbedarf gerecht zu werden
(vgl. z. B. Zusammenfassung auf S. 8, bitte ausführen)?
c) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht sie daraus, dass
nach der Studie 70 Prozent der Minderheitenkinder nach ihrer
Rückkehr in den Kosovo keine Schule mehr besuchten (ebd., bitte
ausführen)?
Auf die Antwort zu Frage 29 wird verwiesen.
d) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus den Auswirkungen und Folgen der bundesdeutschen
Abschiebungs- und Rückkehrpolitik, wenn fast die Hälfte der vom
kosovarischen Innenministerium genannten abgeschobenen Personen nicht
mehr erreichbar waren, weil sie – so die Autoren der Studie – das Land
möglicherweise wieder verlassen haben, umgezogen sind oder niemals
wirklich zurückgekehrt sein mögen (S. 17)?
Auf die Antwort zu Frage 29 wird verwiesen.
Im Übrigen unterliegen die aus Deutschland nach Kosovo zurückkehrenden
Personen lediglich den melderechtlichen Bestimmungen der Republik Kosovo.
Sie sind nicht verpflichtet, ihren Aufenthaltsort oder den Wechsel ihres
Aufenthaltsortes im Heimatland den deutschen Behörden anzuzeigen.
e) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus dem Umstand, dass drei Viertel der aus Deutschland
Abgeschobenen den Kosovo bereits Anfang der 90er-Jahre oder während
des Krieges verlassen hatten, d. h. vor ihrer Abschiebung etwa zehn bis
20 Jahre in Deutschland gelebt haben (S. 20, bitte ausführen)?
Der Bundesregierung ist bekannt, dass sich zahlreiche der zur Ausreise
verpflichteten kosovarischen Staatsangehörigen viele Jahre in Deutschland
aufgehalten haben, ohne je im Besitz eines gültigen Aufenthaltstitels gewesen zu sein.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 39 – Drucksache 18/316Nach Ablehnung ihrer Asylanträge wurden die Betroffenen zunächst geduldet,
da bis zum Jahr 2000 Abschiebungen in die ehemalige autonome Provinz
Kosovo des früheren Jugoslawien bzw. der ehemaligen Republik Serbien und
Montenegro aus tatsächlichen Gründen nicht durchgeführt werden konnten.
Seit dem Jahr 2000 wurden in enger Abstimmung mit der ehemaligen VN-
Zivilverwaltung (UNMIK), gestaffelt nach Volkszugehörigkeit und unter Beachtung
der Sicherheitslage und des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufbaus der
heutigen Republik Kosovo Abschiebungen nur in sehr begrenztem Umfang
vollzogen.
Angehörige der Volksgruppe der Roma waren bis Mitte des Jahres 2009 – mit
Ausnahme von besonders schweren Straftätern – von der zwangsweisen
Rückführung ausgenommen.
Für alle Ausreisepflichtigen, unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit, bestand
jedoch stets die Verpflichtung, der festgestellten Ausreisepflicht durch
freiwilliges dauerhaftes Verlassen des Bundesgebietes nachzukommen. Dies wurde
unter anderem durch die Beschlüsse der IMK vom 6. Juni 2002, 6. Dezember 2002
und 15. Mai 2003 bekräftigt.
Die für den Vollzug der Abschiebungen zuständigen Länder haben in den
vergangenen Jahren zwangsweise Rückführungen nach Kosovo sehr behutsam und
stets in enger Abstimmung mit UNMIK und später mit den kosovarischen
Innenbehörden vollzogen. Dabei wurde einer freiwilligen Ausreise immer der
eindeutige Vorrang vor einer Abschiebung eingeräumt, wie auch die
vorerwähnten IMK-Beschlüsse bekräftigen.
Die jetzt noch geduldeten Ausreisepflichtigen haben bisher nicht die
Möglichkeit der freiwilligen Ausreise, mit beachtlichen finanziellen
Unterstützungsangeboten aus dem Bund-Länder-Förderprogramm REAG/GARP („Reintegration
and Emigration Programme for Asylum-Seekers in Germany/Government
Assisted Repatriation Programme“) und den von einigen Ländern zusätzlich
angebotenen Individualhilfen sowie dem Bund-Länder-Rückkehrprojekt „URA 2“
(vgl. Vorbemerkung der Bundesregierung), genutzt.
f) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus dem Umstand, dass das Versprechen einer Broschüre des
URA 2-Programms eines „Neuanfangs“ angesichts der
„schmerzlichen Reintegrationserfahrungen“ vieler Familien nach Aussagen der
Studie „weit hergeholt“ sei (S. 33)?
Auf die Antworten zu den Fragen 20 und 29 wird verwiesen.
g) Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Studie, wonach auch
der Kosovo-Reintegrationsfonds nur „ein Versprechen auf dem Papier“
sei (S. 33; bitte begründen): die Hälfte der Befragten habe keinerlei
Hilfen erhalten, mitunter gebe es nur finanzielle Kurzzeithilfen, der
Etat für das Jahr 2011 sei zu weniger als 9,3 Prozent abgerufen worden,
bis Ende 2011 sei kein einziges Haus für eine rückgeführte Familie in
Not errichtet worden, nur 119 von 440 000 vorgesehenen Euro seien
für einen Zugang zum Gesundheitssystem ausgegeben worden, kein
einziger Cent hingegen für Sprachkurse zur Erleichterung des
Schulbesuchs?
Die Bundesregierung teilt diese Ansicht nicht. Anlaufschwierigkeiten aus dem
Jahre 2011 sind bekannt. In den Jahren 2012 und 2013 wurden erhebliche
Verbesserungen erreicht. Ergänzend wird auf die Antworten zu Fragen 20 und 21
verwiesen.
Drucksache 18/316 – 40 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode30. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus der Studie „Abschiebungen in den Kosovo enden in der
Ausweglosigkeit“ infolge einer Delegationsreise in den Kosovo vom Förderverein
PRO ASYL e. V. und dem Flüchtlingsrat Niedersachsen e. V. vom Juli
2012?
a) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht sie insbesondere
aus dem Ergebnis, wonach trotz kosovarischem
Reintegrationsprogramm und deutscher Rückkehrunterstützung Hilfeversprechen
„vielfach nur auf dem Papier“ stünden und bei abgeschobenen
Minderheitenangehörigen nicht einmal Unterbringung und Ernährung
gesichert seien (S. 4)?
b) Teilt sie die Einschätzung, dass angesichts der „psychischen
Schocksituation, in der sich Abgeschobene, insbesondere die Kinder
abgeschobener Familien, noch Monate nach ihrer Ankunft im Kosovo
befinden“, bestehende Hilfsangebote nicht ausreichend sein, „um auch
nur eine erste Reintegration zu begleiten“ (S. 4; bitte begründen)?
c) Teilt sie die Einschätzung, dass Roma-Angehörige angesichts der
ethnischen Spannungen im Kosovo und angesichts der ausschließlich
albanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von psychologischen
Hilfen keinen oder kaum Gebrauch machen könnten (S. 4; bitte
begründen)?
d) Teilt sie die Einschätzung, dass Abschiebungen in den Kosovo „nicht
vertretbar“ seien und dass die bestehenden Rückkehrhilfen und -
programme „nur geringfügig den Zeitpunkt, an dem Abgeschobene ins
Elend stürzen oder sich wieder auf den Weg machen“, verschöben
(S. 26; bitte begründen)?
Der Bundesregierung ist der Inhalt der Studie bekannt. Im Übrigen wird auf die
Antworten zu den Fragen 20 und 21 verwiesen. Die Bundesregierung teilt diese
Auffassung daher so nicht.
e) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht sie daraus, dass
davon ausgegangen werden muss, dass insbesondere die in
Deutschland geborenen und/oder aufgewachsenen Kinder und Jugendlichen
sich auch nach einer Abschiebung weiter als Deutsche fühlen und in
aller Regel Mittel und Wege finden werden, um nach Deutschland
zurückzukehren – legal oder illegal –, dass es also im Interesse der
Betroffenen und der deutschen Gesellschaft wäre, für eine gelingende
Integration dieser Menschen in Deutschland zu sorgen (vgl. S. 26 f., bitte
ausführen)?
Auf die Antworten zu den Fragen 19, 30 und 30a bis 30d wird verwiesen.
31. Befürwortet die Bundesregierung angesichts der oben aufgeführten
Berichte und Erkenntnisse ein Bleiberecht und gegebenenfalls auch ein
Rückkehrrecht insbesondere für (abgeschobene oder noch in Deutschland
verbliebene) Minderheitenangehörige bzw. Roma aus dem Kosovo bzw.
zumindest Abschiebestopp-Regelungen für die Wintermonate (bitte
begründen), von welchen geplanten oder bereits in Kraft getretenen
Winterabschiebestopp-Regelungen welcher Bundesländer hat die
Bundesregierung Kenntnis, und welche solcher Regelungen auf Länderebene gab es im
vergangenen Winter?
Die Bundesregierung beabsichtigt – unabhängig von der Staats- oder
Volkszugehörigkeit – einen Vorschlag für eine alters- und stichtagsunabhängige
Bleiberechtsregelung vorzulegen.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 41 – Drucksache 18/316Das Aufenthaltsgesetz hält grundsätzlich bereits jetzt ausreichend
Möglichkeiten bereit, eine Aufenthaltsbeendigung im Einzelfall auszusetzen oder zu
verschieben.
Daher erscheint eine pauschale Aussetzung von Abschiebungen nicht
sachgerecht.
Nach den der Bundesregierung vorliegenden Informationen wurde
dementsprechend auch von keiner obersten Landesbehörde für die Republik Kosovo weder
im Jahr 2012 noch im Jahr 2013 für die bevorstehenden Wintermonate ein
Abschiebungsstopp gemäß § 60a Absatz 1 AufenthG angeordnet. Einige Länder,
wie z. B. Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz oder Schleswig-
Holstein haben mit Erlassregelungen ihren Ausländerbehörden Hinweise zur
Terminierung von Abschiebungen bis zum 31. März 2014 bzw. im vergangenen
Jahr bis zum 31. März 2013 (Mecklenburg-Vorpommern bis 30. April 2013)
gegeben, mit denen erreicht werden soll, dass für den in den jeweiligen
Erlassregelungen definierten Personenkreis und die genannten Herkunftsländer, keine
Abschiebungen terminiert und durchgeführt werden. In einigen anderen
Ländern, wie z. B. Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen bestehen Allgemeine
Erlassregelungen mit Hinweisen zu sorgfältigen individuellen Prüfungen vor
Einleitung von Abschiebungsmaßnahmen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]