[Deutscher Bundestag Drucksache 18/3689
18. Wahlperiode 06.01.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Korte, Jan van Aken,
Herbert Behrens, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/3577 –
Gesamtkonzept Elbe
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Elbe gehört mit knapp 1 100 Kilometern Länge zu den 200 längsten Flüssen
der Welt. In der Bundesrepublik Deutschland durchfließt sie unter anderem die
Städte Dresden, Magdeburg und Hamburg. Aber auch oder vor allem für die
ländlichen Gebiete, die die Elbe als letzter auf fast 600 Kilometern Länge
freifließender Strom kreuzt, hat der Fluss eine überaus große Bedeutung.
Von ihrer Quelle in Tschechien beginnend bis hin zur Nordseemündung
durchkreuzt die Elbe diverse Landschaften, die durch Niedermoore, Feuchtwiesen
oder z. B. Auenwälder geprägt sind. Aufgrund von historischen und
geografischen Gegebenheiten blieb die Elbe verhältnismäßig lange von Fremdeingriffen
verschont. Jedoch wurden mehr und mehr Veränderungen zugunsten der
Wirtschaftlichkeit am Fluss vorgenommen, die den Lebens- und Naturraum Elbe, der
zum nationalen Naturerbe, zum Welterbe und zu den UNESCO-Schutzgebieten
(UNESCO – Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft
und Kultur) zählt, zunehmend negativ beeinflussen.
Als natürlicher Niedrigwasserfluss ist die Elbe als Verkehrsweg weniger
geeignet. In den letzten 14 Jahren ist die Anzahl der Transporte auf der Elbe um rund
die Hälfte zurückgegangen (
www.bund.net „Stellungnahme des BUND zum
Eckpunktepapier für ein Gesamtkonzept Elbe des Bundes und der Länder“ vom
1. März 2013). Dennoch wird seit Jahrzehnten in den Ausbau des Flusses
investiert, um die Wirtschaftlichkeit seiner Nutzung für die Schifffahrt zu
optimieren. Um eine Vereinbarkeit vom Ausbau der Elbe hin zu einer ganzjährig
befahrbaren Wasserstraße und dem Erhalt des Naturraumes und der
Ökosysteme rund um den Fluss zu erreichen, beschloss die damalige Bundesregierung
auf Anraten verschiedener Initiativen, durch das damalige Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das damalige
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ein
Gesamtkonzept Elbe entwickeln zu lassen. Mitte 2013 verabschiedeten die betroffenen
Bundesländer zusammen mit der damaligen Bundesregierung ein
entsprechendes Eckpunktepapier und vereinbarten einen halbjährlich wiederkehrenden
Dialog. Weiterhin wurde – offenbar für Interessenvertreterinnen und
Interessenvertreter, darunter Umweltverbände, aber auch Vertreterinnen und Vertreter Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 2. Januar 2015 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/3689 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeder Wirtschaft sowie Schifffahrts- und Häfenverbände – der „Runde Tisch
Elbe“ eingerichtet. Ziel des oben genannten Gesamtkonzepts Elbe ist es, die
verkehrliche und wasserwirtschaftliche Nutzung des Flusses in Einklang mit
der Erhaltung des wertvollen Naturraums zu bringen.
Bisher ist das nicht gelungen. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist vor allem die
Fahrtiefe der Elbe ein massives Problem, weshalb in den letzten Jahren immer
wieder Maßnahmen zur Vertiefung der Elbe durchgeführt wurden. Auch andere
Maßnahmen zur Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen, bspw. die
Regulierung des Flussschlauches, die Befestigung der Ufer mit Steinschütten,
Begradigungs- und Regulierungsmaßnahmen oder der Bau von Leitwerken, konnten
nicht zur angestrebten Mindestfahrrinnentiefe von 1,60 Metern an 345 Tagen im
Jahr beitragen (vgl. BMVBS: Verkehrskonzept Elbe/Elbe-Seiten-Kanal. Ist-
Aufnahme, Anlage 2, Stand: 16. Mai 2014). Auch eine Verkehrsverlagerung auf
die Binnenschifffahrt zur Entlastung der Straßen wurde nicht erzielt. Vielmehr
haben die wasserbaulichen Maßnahmen zu einer Vertiefung der Elbsohle
abschnittsweise um bis zu 2 Meter geführt. Das damit einhergehende Absinken des
Grund- und Oberflächenwasserspiegels führte wiederum zu einem Verlust an
Strukturvielfalt und zu irreversiblen Schäden der Flusslandschaft und der Auen,
bestehend aus wertvollen Natur- und Kulturlandschaften, Flora-Fauna-Habitat-
(FFH)- und Vogelschutzgebieten. Dieser sich selbst beschleunigende Prozess
wurde trotz Geschiebezugaben noch nicht aufgehalten.
Nicht zuletzt deswegen fordern diverse Initiativen und Verbände die
Bundesregierung und die zuständigen Länderregierungen dazu auf, bei der Erarbeitung
des Gesamtkonzepts Elbe die volkswirtschaftlichen Interessen der ökologischen
Bedeutung des Flusses unterzuordnen.
1. Wie stellt sich für die Bundesregierung der Idealzustand der Elbe
hinsichtlich
a) der Fahrrinnentiefe dar, und wie unterscheidet sich dieser vom Ist-
Zustand,
b) der Sohlentiefe dar, und wie unterscheidet sich dieser vom Ist-Zustand,
c) der Rolle des Flusses als Wasserstraße bzw. als Transportweg dar, und
wie unterscheidet sich dieser vom Ist-Zustand,
d) der wirtschaftlichen Nutzung des Flusses dar, und wie unterscheidet sich
dieser vom Ist-Zustand,
e) des Naturraums dar, und wie unterscheidet sich dieser vom Ist-Zustand?
2. Welche Ansprüche und Vorstellungen hat die Bundesregierung von einem
Gesamtverkehrskonzept bzw. einem flusseinzugsgebietsbezogenen
integrierten Logistikkonzept für die Elbe?
3. Welche festen und welche modifizierbaren Rahmenbedingungen gelten nach
Vorstellung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur
(BMVI) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB) für eine umweltfreundliche Schifffahrt auf der
Elbe (bitte nach einzelnen Regelungen und Paragraphen bzw. Artikeln
getrennt auflisten)?
4. Wie will die Bundesregierung die Erreichung eines ökologisch guten
Zustandes gemäß der Wasserrrahmenrichtlinie, den Zielen der Flora-Fauna-
Habitat-Richtlinie und der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
bei gleichzeitiger Gewährleistung stabiler und zuverlässiger Bedingungen
für die Schifffahrt realisieren, und wie geht sie dabei mit entstehenden
Zielkonflikten um?
5. Welche konkreten technischen Mittel und Baumaßnahmen sind aus
ökologischer Sicht zur Erreichung der im Gesamtkonzept Elbe aufgeführten Ziele
akzeptabel, und welche ökologischen Konsequenzen ergeben sich durch
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/3689den Einsatz dieser (bitte nach Maßnahme und daraus resultierenden
ökologischen Konsequenzen aufschlüsseln)?
6. Wie positionieren sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Hamburg
zum Gesamtkonzept Elbe, und welche Rolle nehmen sie im
Umsetzungsprozess ein?
Die Fragen 1 bis 6 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Vor dem Hintergrund veränderter politischer und rechtlicher
Rahmenbedingungen – u. a. Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie und Novellierung des
Wasserhaushaltsgesetzes – sind Bund und Länder zurzeit im Rahmen des
Prozesses Gesamtkonzept Elbe im Begriff, ein gemeinsames Verständnis zu
entwickeln. Mit der Erstellung eines Gesamtkonzeptes sollen die unterschiedlichen
Ansprüche an die Elbe gleichberechtigt miteinander abgewogen, die
schifffahrtliche Nutzung des Gewässers weiterhin ermöglicht und die Leistungsfähigkeit
des Naturhaushaltes erhalten und verbessert werden. Dieser Prozess wird im
engen Zusammenwirken mit den Elbeanliegerländern in so genannten Bund-
Länder-Gesprächen und mit möglichst breiter politischer und gesellschaftlicher
Unterstützung, u. a. durch Umweltverbände, Verbände der Binnenschifffahrt,
der Häfen, des Tourismus sowie auch der Kirchen gestaltet.
Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Erarbeitung des Gesamtkonzepts
Elbe noch bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.
7. Wie begründet die Bundesregierung die Verabschiedung der
Absichtserklärung aus dem Jahr 2006, insbesondere die Gewährleistung einer
Mindestfahrrinnentiefe von 1,60 Metern an 345 Tagen im Jahr, vor dem Hintergrund
des bereits seit 1990 stetig rückgängigen Wasserspiegels der Elbe, und
inwiefern haben sie die Regierung der Tschechischen Republik und deren
Behörden über diesen Widerspruch informiert?
Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit ist seit Jahren von hoher
Konstruktivität und großem gegenseitigen Vertrauen gekennzeichnet. Regelmäßig wird
das tschechische Verkehrsministerium zum so genannten Runden Tisch
eingeladen und am Gesamtkonzept Elbe beteiligt. Darüber hinaus informieren sich
Deutschland und Tschechien derzeit halbjährlich über ihre Planungen für die
Binnenwasserstraße Elbe.
Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse zur Entwicklung der Abflüsse und
Wasserstände kann die Elbe zwischen der Grenze zur Tschechischen Republik
und Hamburg bei der Bewältigung des steigenden Verkehrsaufkommens einen
ihren arteigenen Bedingungen entsprechenden Beitrag leisten.
8. Welche Projekte sind seitens der Bundesregierung zum Zweck der
Sohlerosionseindämmung geplant, welche befinden sich momentan in der
Umsetzung, welche wurden aus welchen Gründen beendet, und welche Kosten
sind dabei jeweils entstanden (bitte nach Projekt, Zeitplan der
Ausführungsarbeiten, Ausführungsstand, geplanten Kosten und entstandenen Kosten
aufschlüsseln)?
Das Sohlstabilisierungskonzept für die Elbe von Mühlberg bis zur
Saalemündung aus dem Jahr 2009 wird zurzeit im Rahmen der Unterhaltung der Elbe
umgesetzt. Grundsätzlich erfolgen bei Buhneninstandsetzungen Überprüfungen
und gegebenenfalls Anpassungen an die aktuellen Abflussverhältnisse. Zum
Beispiel durch in diesem Zuge realisierte Aufweitungen der Abflussquerschnitte
Drucksache 18/3689 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodewerden die Kräfte, die auf die Gewässersohle einwirken, reduziert. Zu diesem
Zweck werden zusätzlich punktuell Kerben in Buhnen vorgesehen und
Buhnenfeldräumungen durchgeführt. Dem so genannten Geschiebedefizit an der Elbe,
welches u. a. durch die Stauregelungen wichtiger Elbezuflüsse verursacht wird,
wird zusätzlich durch Geschiebebewirtschaftung begegnet. Dazu wird in
definierten Strecken der Elbe fehlendes Geschiebe in Form von Kies zugegeben.
Im Rahmen der Geschiebebewirtschaftung hat in den Jahren 2010 bis 2013
Geschiebezugabe in den Strecken Kamitz (El-km 142.2 bis 148,5), Torgau
(El-km 151,1 bis 154,5), Döbern (El-km 160,8 bis 166,2), Prettin (El-km 169,9
bis 175,0), Schützberg (El-km 197,0 bis 199,2) und Mühlanger (El-km 207,5 bis
211,4) stattgefunden. In diesen Jahren wurden insgesamt 287 600 Tonnen
Material zugegeben. Die Kosten für diesen Zeitraum belaufen sich auf 3,785 Mio.
Euro.
Als große Instandsetzungsmaßnahme des Sohlstabilisierungskonzeptes befindet
sich die Pilotmaßnahme „Sohlstabilisierung bei Klöden“ (El-km 185,5 bis 196,6)
in Vorbereitung. Für die Umsetzung dieser Maßnahme müssen noch
Untersuchungen erfolgen, die einschließlich des erforderlichen
Planfeststellungsverfahrens, das im Jahr 2015 eröffnet werden soll, noch mehrere Jahre in Anspruch
nehmen werden.
9. Welche Baumaßnahmen wurden 2013 und 2014 an der Elbe zwischen
Geesthacht und der deutsch-tschechischen Grenze durchgeführt (bitte
nach Zeitpunkt, Baumaßnahme, Ort der Baumaßnahme in genauen
Flusskilometern, Ziel und Zweck sowie Kosten aufschlüsseln)?
Wegen des außergewöhnlichen Hochwasserereignisses im Jahr 2013 konnten
die Bauwerksinstandsetzungen an Buhnen und Deckwerken im Jahr 2013 nicht
wie geplant ausgeführt werden. Die Beseitigung von Hochwasserschäden, im
Wesentlichen die Wiederherstellung von Fahrrinnentiefen, musste in den
Vordergrund gerückt werden.
Von den Wasser- und Schifffahrtsämtern Dresden und Lauenburg wurden in den
Elbeabschnitten El-km 157,533 bis 184,725 acht Buhnen, El-km 223,332 bis
225,086 sieben Buhnen und zwischen El-km 547,041 bis 552,367 23 Buhnen
mit mittleren bis sehr großen Schäden instandgesetzt.
Im Bereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg konzentrierten sich
die Instandsetzungen 2014 auf kleine bis mittlere Schäden. Im Streckenabschnitt
von El-km 290,7 bis 346,5 sind an ca. 20 Buhnen Vorlageschüttungen und
Buhnenkopfpflasterungen abgeschlossen worden. Im Streckenabschnitt El-km
346,5 bis 422,6 sind an ca. 25 Buhnen Vorlageschüttungen erfolgt. Darüber
hinaus wurden im Streckenabschnitt El-km 422,6 bis 502,25 an zehn Buhnen
Pflasterarbeiten und an rd. 20 Buhnen Vorlageschüttungen ausgeführt.
Zur Stützung der Fahrrinnenverhältnisse aus verkehrlicher Sicht und zur
Erhöhung der Strukturvielfalt und Schaffung von Lebensräumen im Rahmen der
wasserwirtschaftlichen Unterhaltung wurden im Bereich El-km 409,6 bis 410
vier Totholzkonstruktionen als Buhnenersatz installiert.
10. Welche nicht mehr regelungswirksamen Steinschüttungen in den
Buhnenfeldern entlang der Elbe (siehe Antwort der Bundesregierung auf die
Schriftliche Frage 67 der Abgeordneten Eva Bulling-Schröter auf
Bundestagsdrucksache 18/2529) werden wann entfernt (bitte nach Zeitpunkt und
Flusskilometer aufschlüsseln)?
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/3689Wenn keine Entfernung der Steinschüttungen stattfindet, woran scheitert
die Umsetzung?
Die Entfernung nicht mehr regelungswirksamer Steinschüttungen hat keine
verkehrliche Wirkung und ist dementsprechend in der Regel als so genannte
wasserwirtschaftliche Unterhaltung einzuordnen. Die wasserwirtschaftliche
Unterhaltung erfolgt durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung grundsätzlich
gemeinsam mit aus verkehrlichen Gründen erforderlichen
Unterhaltungsmaßnahmen. Insofern richten sich der Umfang und die Reihenfolge
wasserwirtschaftlicher Unterhaltungsmaßnahmen grundsätzlich nach verkehrlichen
Prioritäten. Aktuell werden im Bereich unterhalb der Saalemündung (El-km 294 bis
300) sowie unterhalb der Havelmündung (El-km 435) und im Bereich
Wittenberge (El-km 449 und 456) punktuell Steinschüttungen entfernt.
11. Wann ist mit der Fertigstellung des Gesamtkonzepts Elbe zu rechnen, und
wann und in welcher Form wird es dem Deutschen Bundestag vorgestellt?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 1 bis 6 verwiesen.
12. Wird in dem Bericht, der im Antrag der Koalitionsfraktionen der CDU/
CSU und SPD auf Bundestagsdrucksache 18/3041 bis „Ende Juni 2015“
über „die Priorisierung der Investitions- und Erhaltungsmaßnahmen unter
Berücksichtigung der Vorbereitungen zum Bundesverkehrswegeplan und
schließlich einen Bericht über den Netzzustand“ gefordert wird, auch das
Gesamtkonzept Elbe bereits berücksichtigt?
Wenn nein, wird die Elbe dann in diesem Bericht ausgespart, oder wie soll
sonst die Kohärenz zwischen diesem Bericht und dem Gesamtkonzept
Elbe gewährleistet werden?
Die Erarbeitung des Gesamtkonzepts Elbe wird noch bis zu zwei Jahren in
Anspruch nehmen. Auf dieser Basis werden dann darauf abgestimmte Maßnahmen
des Bundes und der Länder zu entwickeln sein. Soweit diese den
Zuständigkeitsbereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betreffen, werden
sie bei den Fortschreibungen der Prioritätenlisten zu berücksichtigen sein.
13. Welches Handelsvolumen (Tonnage; in Tonnen – t) besteht nach Kenntnis
der Bundesregierung im Transporteinzugsgebiet der Elbe (bitte nach
Bundesländern, welche die Elbe durchfließt, aufschlüsseln)?
Die amtliche Statistik weist für das Wasserstraßengebiet Elbe in regionaler
Gliederung sowie nach Wasserstraßenabschnitten differenziert nachstehende
Transportmengen sowie Transportleistungen auf.
Drucksache 18/3689 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeGüterbeförderung und Güterumschlag in regionaler Gliederung im Elbe-Gebiet
Tonnenkilometrische Leistung nach Wasserstraßengebieten/-abschnitten,
Wasserstraßen und Schiffsarten 2013
Wasserstraßengebiet
--------
Wasserstraßenabschnitt
--------
Wasserstraße
Güterbeförderung
Insgesamt
Güterverkehrsdichte
Mio. tkm 1 000 t
Wasserstraßengebiete Insgesamt 60 070,2 7 826,4
Elbegebiet 2 377,1 1 096,4
Oberelbe bis Magdeburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209,1 457,2
Elbe bis Magdeburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209,0 627,5
Saale, Halle-Trotha bis Elbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,2 1,4
Mittelelbe, Magdeburg bis Schnackenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 418,1 1 002,0
Elbe, Magdeburg bis Schnackenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37,9 258,5
Elbe-Havel-Kanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170,2 3 053,4
Pareyer-Verbindungskanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,9 248,1
Untere Havel Wasserstraße. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188,6 1 409,1
Havel-Kanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19,3 559,8
Potsdamer Havel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,2 41,5
Mittelelbe, Magdeburg bis Schnackenburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21,6 468,9
Niegripper Verbindungskanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,1 685,4
Rothenseer Verbindungskanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20,4 3 689,0
Mittelelbe, Schnackenburg bis Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 289,9 2 148,8
Elbe, Schnackenburg bis Hamburg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181,4 1 667,0
Müritz-Elde-Wasserstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,2 11,9
Elbe-Lübeck-Kanal. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36,6 593,9
Untertrave . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,7 27,9
Elbe-Seitenkanal. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 068,0 9 265,4
Ilmenau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,0 0,3
Unterelbe, Hamburg bis Seegrenze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 374,7 961,7
Elbe, Hamburg bis Seegrenze. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 339,7 2 430,3
Este . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,0 0,7
Schwinge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,0 195,0
Pinnau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,7 29,2
Stör/Elbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3,2 60,1
Oste. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,2 2,1
Hadelner Kanal, Bederkesa-Geeste-Kanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30,0 659,2
Übriges Elbegebiet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63,7 247,4
Nord-Ostsee-Kanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63,5 538,2
Gieselaukanal, Eider. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,1 1,6
Quelle: Statistisches Bundesamt, Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt 2013, Fachserie 8 Reihe 4, erschienen am 11. April 2013
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/368914. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung das Transportvolumen
(Tonnage; in t) aufgegliedert nach Transportwegen im Jahr 2013 (bitte
nach Schiene, Straße, Luft und Wasser aufschlüsseln)?
Wegen der Unschärfe einer Abgrenzung der Einzugsbereiche für die einzelnen
Verkehrsträger sind hierzu keine Angaben möglich.
15. Welches Transportvolumen besteht nach Kenntnis der Bundesregierung im
Umkreis einer Entfernung von 50 km zu einer Anlegestelle/einem Hafen an
der Elbe und den Nebenflüssen in Deutschland bzw. im Umkreis einer
Entfernung von 100 km in Tschechien?
Die amtliche Statistik weist hierzu keine Angaben aus.
16. Was wäre nach derzeitigem Kenntnisstand der Bundesregierung die
maximale, theoretisch erreichbare Transportmenge auf der Elbe zehn Jahre nach
dem Erreichen des geplanten Ausbaus (1,60 m Tiefe über 345 Tage/Jahr),
und welche jährlichen Steigerungsraten (in Prozent und Tonnen) wären
dann notwendig?
Ein Ausbau der Binnenelbe ist nicht geplant. Hypothetische Überlegungen im
Sinne der Fragestellung stellt die Bundesregierung nicht an.
17. Auf welchen Annahmen zu Transportmengen auf der Elbe beruhen die
Planungen zum Elbe-Ausbau (bitte Angaben in t/Jahr machen und
erklären, wie die Annahmen getroffen wurden)?
Planungen für einen Ausbau der Binnenelbe existieren nicht.
18. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung das Transportvolumen
bei Direktanbindung, also ohne notwendigen Weitertransport (Umschlag)
über die Straße und Schiene, von der Flussanlegestelle zum Empfänger
oder Absender von transportierten Gütern in den letzten zehn Jahren?
Die amtliche Statistik weist hierzu keine Angaben aus.
19. Welches Verlagerungspotenzial von Tonnage von anderen
Transportwegen auf die Wasserstraße Elbe besteht nach Ansicht der Bundesregierung,
und wie begründet sie diese Ansicht?
Hypothetische Überlegungen im Sinne der Fragestellung stellt die
Bundesregierung nicht an.
Drucksache 18/3689 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode20. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung das gesamte
Transportvolumen (in Tonnen) im Jahr 2013 von und nach Tschechien (Start/Ziel
Deutschland und Transit, bitte Gesamtangabe und nach den Verkehrswegen
Straße, Schiene, Wasser und Luft aufschlüsseln)?
Das Transportaufkommen von und nach Tschechien für die einzelnen
Verkehrsträger ist nachstehender Tabelle zu entnehmen.
Güterverkehr der einzelnen Verkehrsträger mit der Tschechischen Republik
im Jahr 2013
Tonnen
Eisenbahn Luftverkehr
Versand 5 049 000 3 373
Empfang 3 783 000 2 821
Tonnen
Binnenschifffahrt Straße
(nur D-Fahrzeuge)
Versand 324 700 1 460 000
Empfang 123 700 1 991 000
Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden; Eisenbahn- und Luftfahrtstatistik (Arbeitstabelle)Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]