[Deutscher Bundestag Drucksache 18/4765
18. Wahlperiode 24.04.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Wolfgang Gehrcke,
Jan Korte, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/4429 –
Visaerteilungen im Jahr 2014
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Wie aus den Antworten der Bundesregierung auf regelmäßige
Parlamentarische Anfragen der Fraktion DIE LINKE. zur Visapraxis hervorgeht, sind die
Ablehnungsquoten in Bezug auf einzelne Länder, mitunter aber auch innerhalb
eines Landes, höchst unterschiedlich (vgl. zuletzt Bundestagsdrucksache 18/
1212). Insbesondere in ärmeren Regionen oder Ländern, aus denen viele
Asylsuchende kommen, werden Visumanträge überdurchschnittlich häufig
abgelehnt. Während die Ablehnungsquote im Jahr 2013 weltweit 8,55 Prozent
betrug und damit erstmals seit Jahren wieder deutlich angestiegen ist, lag sie zum
Beispiel in Afghanistan bei 44,5 Prozent und im Iran bei 30,6 Prozent. In der
gesamten Türkei betrug sie 10,2 Prozent, in Ankara 17 Prozent. Insbesondere
in den subsaharischen afrikanischen Ländern reichten die Ablehnungsquoten
bis zu annähernd 50 Prozent (Guinea). Bei Schengenvisa, die 91,5 Prozent der
im Jahr 2013 erteilten über zwei Millionen Visa ausmachen, betrug die
Ablehnungsquote in deutschen Visastellen 7,9 Prozent – deutlich mehr als im
Durchschnitt der anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (4,8 Prozent). Bei
nationalen Visa betrug die Ablehnungsquote im weltweiten Durchschnitt sogar
15,3 Prozent.
In diesen Quoten sind allerdings Fälle nicht erfasst, in denen Betroffene
angesichts hoher Anforderungen oder infolge empfundener Schikanen ein
Visumverfahren nicht mehr betreiben und aufgeben oder mangels Erfolgsaussichten
erst gar keinen Antrag stellen. In der Praxis reicht es nach der Information der
Fragesteller für eine Ablehnung oftmals bereits aus, keine minderjährigen
Kinder zu haben und/oder über keine regelmäßigen hohen Einkünfte zu verfügen.
Daraus wird auf eine angeblich „mangelnde familiäre bzw. wirtschaftliche
Verwurzelung“ im Herkunftsland bzw. eine „mangelnde Rückkehrbereitschaft“
geschlossen. Solche Ablehnungen sind für die Betroffenen oft nicht
nachvollziehbar, zumal in der Regel nur ein pauschal vorgegebener Standardsatz
angekreuzt wird, etwa: „Ihre Absicht, vor Ablauf des Visums aus dem
Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten auszureisen, konnte nicht festgestellt werden“.
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 19. Dezember
2013 in der Rechtssache „Koushkaki“ ist zumindest geklärt, dass Reisende Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 22. April 2015 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/4765 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeeinen Anspruch auf Erteilung eines Schengenvisums haben, soweit kein
rechtlicher Versagungsgrund vorliegt. Bei der Prüfung, ob „begründete Zweifel“ an
der Rückkehrabsicht bestehen, haben die Mitgliedstaaten zwar einen weiten
Beurteilungsspielraum, es muss jedoch auch keine „Gewissheit“ bestehen, dass
die Reisenden vor Ablauf des Visums wieder ausreisen. Allerdings wurde in
der nationalen Rechtsprechung bereits beklagt, dass die europarechtlichen
Vorgaben zur Prüfung der Rückkehrbereitschaft dermaßen weitgehend seien, dass
die Prüfung „praktisch ins Belieben der Behörde gestellt“ würde und die
Verwaltungsgerichte dieses weitgehende Ermessen nicht wirksam kontrollieren
könnten: „Dort, wo die Behörde frei ist, hat das Gericht nichts zu prüfen“
(Verwaltungsgericht – VG – Berlin 4 K 232.11 V, Urteil vom 21. Februar 2014).
Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Abgabe einer
Verpflichtungserklärung (Bürgschaft der Einladenden, für sämtliche Kosten aufzukommen) nicht
zur Visumerteilung führt, wenn eine „Rückkehrbereitschaft“ in Frage gestellt
wird. Dies brüskiert viele Menschen, insbesondere deutsche Staatsangehörige,
die oft schockiert sind, wenn ihnen derart misstrauisch ein Besuchswunsch
verwehrt wird, obwohl sie für alle eventuellen Kosten aufkommen wollen. Das
Standardargument der Behörden, eine Verpflichtungserklärung sichere nicht
die Ausreise der Betroffenen, mag allenfalls formal zutreffen. Übersehen wird
dabei jedoch, dass a) die mit Bürgschaften eingeladenen Personen im Regelfall
alles tun werden, um wieder auszureisen, schon um die ihnen persönlich
bekannten Gastgeber nicht zu schädigen und mit möglichen Kosten in Höhe
mehrerer 1 000 Euro zu belasten, b) selbst im unwahrscheinlichen Fall einer
verweigerten Ausreise diese dann zwangsweise durchgesetzt werden kann
(Abschiebung), wobei auch diese Kosten von den Einladenden übernommen
werden müssen, c) es schlicht unverhältnismäßig ist, wegen einer höchst
geringen Zahl von Einzelpersonen, die womöglich entgegen ihrer Zusicherung und
trotz vorliegender Verpflichtungserklärung nicht wieder ausreisen und
untertauchen (dabei aber keine direkten Kosten verursachen, weil staatliche
Hilfsleistungen nicht in Anspruch genommen werden können und im Übrigen eine
Verpflichtungserklärung vorliegt. So werden viele einladende Personen und
Gäste durch die Verweigerung eines Visums trotz einer
Verpflichtungserklärung vor den Kopf gestoßen.
Grundsätzlich problematisch ist weiterhin, dass es für Paare vor einer
Eheschließung oft keine Möglichkeit gibt, sich in Deutschland näher
kennenzulernen und hier im Kreise der Verwandtschaft zu prüfen, ob die Bindung auf
Dauer tragen kann und ob Deutschland der gemeinsame Lebensmittelpunkt
sein soll. Denn ein „Kennenlernvisum“ oder „Verlobtenvisum“ gibt es nicht –
und auch auf ausdrückliche Nachfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen wird
im Auswärtigen Amt keine Notwendigkeit hierfür gesehen, sondern auf die
bestehende Möglichkeit eines Visums zur Eheschließung und anschließendem
Daueraufenthalt in Deutschland verwiesen. Ein Besuchsvisum wird in solchen
Fällen regelmäßig verweigert, weil unterstellt wird, die Betroffenen wollten
nicht wieder ausreisen bzw. wollten eigentlich heiraten, wofür aber ein anderes
Visum beantragt werden müsse. Viele Paare sehen sich hierdurch gezwungen,
frühzeitig zu heiraten, selbst wenn sie sich noch nicht ganz sicher sind, weil
dies die einzige Chance ist, ein gemeinsames Zusammenleben in Deutschland
zu erproben.
Die Fraktion DIE LINKE. hat in der Vergangenheit mehrfach zu lange
Wartezeiten im Visumverfahren und den Einsatz externer Dienstleister kritisiert und
öffentlich gemacht (vgl. Bundestagsdrucksachen 17/10022, 17/12476 und
www.migazin.de/2013/04/09/rechtswidrige-privatisierung-visumverfahren/),
was auch zu kritischen Prüfungen durch die Europäische Kommission führte
(vgl. Bundestagsdrucksache 18/57). Die Bundesregierung will langen
Wartezeiten vor allem durch den Einsatz externer Dienstleister begegnen (vgl.
Bundestagsdrucksachen 17/8221 und 18/57), doch diese Teilprivatisierung des
Verfahrens ist für die Reisenden mit zusätzlichen Mehrkosten verbunden und darf
nach dem EU-Visakodex eigentlich nur in besonderen Ausnahmefällen
erfolgen. Der Visakodex verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, ein
kundenfreundliches und qualitativ hochwertiges Dienstleistungsangebot im Visumverfahren
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/4765zu gewährleisten (Artikel 38 Absatz 1), und zwar unabhängig davon, ob private
Dienstleister bei der Antragsannahme eingesetzt werden oder nicht.
Bei der Auslagerung der Antragsannahme auf private Dienstleister wurden die
Reisenden zum Teil nur unzureichend darauf hingewiesen, dass nach EU-Recht
immer auch die Möglichkeit einer kostenlosen Antragstellung in den
Visastellen besteht. Nachdem die Abgeordnete Sevim Dağdelen auf die diesbezüglich
mangelhaften Hinweise auf den Internetseiten der deutschen
Auslandsvertretungen in der Türkei hingewiesen hatte (vgl. z. B. Bundestagsdrucksache 17/
13991, Frage 9), gab es eine Korrektur im Internet und eine klare Darstellung
der beiden alternativen Antragsmöglichkeiten (die sich allerdings wie eine
Werbung für den privaten Dienstleister iDATA las, siehe Vorbemerkung auf
Bundestagsdrucksache 18/1212). Diese zwischenzeitliche Klarstellung wurde
wieder aufgegeben. Stattdessen finden sich Hinweise auf die Möglichkeit der
kostenlosen Antragstellung in den Visastellen nur noch unscheinbar im
Fließtext bzw. sind sie versehen mit Anmerkungen, die vor einer Inanspruchnahme
zurückschrecken lassen, z. B.: „Grundsätzlich ist auch eine Antragsabgabe
oder Terminvergabe direkt bei den Auslandsvertretungen möglich, jedoch sind
die Kapazitäten sehr beschränkt und die Wartezeiten daher länger als bei
IDATA“ (
www.tuerkei.diplo.de/Vertretung/tuerkei/de/02-visa/01-
kurzfristige-visa/antragsverfahren-idata.html). Ansonsten wird durch optisch
besonders hervorgehobene und stets präsente Hinweise auf die Antragstellung
über die Firma iDATA hingewiesen; dies sei „am einfachsten“, heißt es
mehrfach – ohne jeweils darzulegen, wie denn die Antragstellung sonst noch
möglich wäre. Die Bedingungen der Antragstellung direkt in den Visastellen
wurden mit der Privatisierung des Antragsverfahrens auch deutlich verschlechtert:
Termine zur Vorsprache werden nur noch direkt in der Antragstelle, nicht mehr
telefonisch und auch nicht im Internet vergeben, und zwar nur innerhalb einer
Stunde in der Woche und nur „nach Verfügbarkeit“. Die Reisenden werden
dadurch von einer Vorsprache in den Visastellen abgeschreckt, nach Ansicht der
Fragesteller ist dies ein Verstoß gegen den EU-Visakodex.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Deutschland hat im Jahr 2014 insgesamt rund 2,3 Millionen Visa erteilt. Dies
war nochmals ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht, dass die
deutschen Auslandsvertretungen der steigenden Bedeutung von Mobilität und
weltweitem Austausch Rechnung tragen. Die Ausgewogenheit von Offenheit
und Erleichterung im Reiseverkehr einerseits und den Anforderungen an
Sicherheit und den Schutz vor den Gefahren illegaler Einwanderung andererseits ist
von großer Wichtigkeit und erfährt die volle politische Aufmerksamkeit der
Bundesregierung. Hierbei arbeitet die Bundesregierung eng mit den
Regierungen der anderen Schengen-Mitgliedstaaten zusammen. Grundlage für die Praxis
der deutschen Auslandsvertretungen im Visaverfahren ist der sog. Visakodex,
der rechtliche Rahmen für alle Schengen-Staaten.
1. Wie hoch war die Zahl der im Jahr 2014 beantragten, erteilten bzw.
abgelehnten Visa (bitte tabellarisch und in der Differenzierung wie in der
Antwort zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 18/1212 darstellen)?
Es wird auf die Anlagen a und b zu Frage 1 verwiesen.
2. Wie haben sich die Zahlen erteilter Visa bzw. die Ablehnungsquoten im Jahr
2014 im Vergleich zum Vorjahr 2013 prozentual entwickelt (bitte nach
Ländern differenzieren und bei Ländern mit mehreren Auslandsvertretungen
deren Werte gesondert ausweisen; bitte nur Länder mit einer Abweichung
von über 25 Prozent in mindestens einem der beiden Werte auflisten), und
Drucksache 18/4765 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodewie hoch war im Jahr 2014 die Ablehnungsquote in Bezug auf
Schengenvisa im EU-Durchschnitt?
Es wird auf die Anlage zu Frage 2 verwiesen. Infolge einer Modifizierung der
statistischen Auswertung werden seit dem Jahr 2014 Visumanträge, die von
Antragstellern zurückgezogen worden sind, gesondert ausgewiesen. Infolgedessen
ist bei der statistischen Auswertung ein genauer Vergleichsmaßstab zum Vorjahr
nicht herzustellen.
Angaben zur durchschnittlichen Ablehnungsquote der anderen
Schengenmitgliedstaaten in Bezug auf Schengenvisa liegen der Bundesregierung nicht vor.
3. Wie viele Ausnahmevisa wurden im Jahr 2014 an den Grenzen von der
Bundespolizei bzw. beauftragten Behörden der Länder erteilt (bitte
zusätzlich nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern und den Gründen bzw. der
Rechtsgrundlage differenziert darstellen)?
Im Jahr 2014 wurden durch die Bundespolizei und die mit der
grenzpolizeilichen Kontrolle beauftragten Behörden der Länder Bayern und Hamburg
12 996 Ausnahmevisa erteilt. Die Erteilung erfolgte gemäß Artikel 35 und 36
des Visakodex (Schengen-Visum, Kategorie „C“) bzw. § 14 Absatz 2 des
Aufenthaltsgesetztes (nationales Visum, Kategorie „D“).
Siehe ergänzend nachstehende Tabelle:
4. Wie viele der im Jahr 2014 erteilten Schengenvisa waren Jahres-,
Zweijahres-, Dreijahresvisa, Fünfjahres- bzw. insgesamt Jahres- bzw.
Mehrjahresvisa (bitte auch die Vergleichswerte des Vorjahres nennen und bitte zudem
die Angaben nach Ländern differenziert darstellen, was auf
Bundestagsdrucksache 18/1212 versehentlich versäumt worden ist, da die Anlage
fehlte)?
Die deutschen Auslandsvertretungen erteilten im Jahr 2014 insgesamt 464 776 Visa
mit ein- bzw. mehrjähriger Gültigkeitsdauer (2013: 413 190; Steigerungsrate:
+12,75 Prozent). Darunter fielen 287 771 Jahresvisa (281 203; +2,34 Prozent),
80 560 Zweijahresvisa (58 162; +38,51 Prozent), 72 912 Dreijahresvisa (57 879;
Kategorie C Kategorie D
Gesamt 12 953 Gesamt 43
Philippinen 5 599 Philippinen 14
Ukraine 2 359 Türkei 6
Indien 1 355 Russische Föderation 3
Russische Föderation 1 164 Ukraine 3
Indonesien 540 Syrien 2
China 403 Tunesien 2
Türkei 323 Ägypten 1
Myanmar 220 Algerien 1
Südafrika 83 Bosnien-Herzegowina 1
Nepal 63 Vietnam 1
sonstige 844 sonstige 9
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/4765+25,97 Prozent), 4 279 Vierjahresvisa (3 463, +23,56 Prozent) sowie 19 254
Fünfjahresvisa (11 493; +67,53 Prozent). Der Anteil der Visa mit einer
Gültigkeitsdauer zwischen einem und fünf Jahren am Gesamtvisaaufkommen betrug
23,92 Prozent (2013: 21,74 Prozent). Längerfristige Visa mit einer
Gültigkeitsdauer, die nicht genau den Werten eines Ein-, Zwei-, Drei-, Vier- oder
Fünfjahresvisums entspricht, werden aus technischen Gründen erst seit dem Jahr 2015
gesondert erfasst.
Im Übrigen wird auf die Anlage zu Frage 4 verwiesen.
5. Welche Informationen auf EU-Ebene liegen der Bundesregierung zu den
prozentualen Anteilen von Mehrfachvisa an allen erteilten Schengenvisa
der einzelnen Mitgliedstaaten bzw. EU-weit vor, inwieweit hat die
Europäische Kommission darauf reagiert, dass nach Angaben der Bundesregierung
(vgl. Antwort zu Frage 5 auf Bundestagsdrucksache 18/1212) bei anderen
Mitgliedstaaten unklar sei, inwiefern diese Mehrfachvisa auch mit einer
Gültigkeit bis zu einem Jahr bei diesen Quoten mitzählten oder nicht,
welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung hierzu inzwischen vor, hat sie,
zumindest in Bezug auf einzelne Mitgliedstaaten, überprüft, wie deren
Zahlen zu Mehrfachvisa zu interpretieren sind, und wenn nein, warum nicht?
Eine Veröffentlichung der nach Maßgabe von Artikel 53 Absatz 1 Buchstabe i
des Visakodex erfassten Daten durch die Europäische Kommission erfolgt auf
der Webseite der Generaldirektion für Inneres (
http://ec.europa.eu/dgs/home-
affairs/what-we-do/policies/borders-and-visas/visa-policy/index_en.htm#stats)
jeweils zu Beginn des Folgejahres. Eine gesonderte Information der
Mitgliedstaaten erfolgt nicht.
Eine Reaktion der Europäischen Kommission auf die Antwort der
Bundesregierung ist nicht bekannt. Der Bundesregierung liegen keine weiteren Kenntnisse
zur Interpretation der Zahlen zu Mehrfachvisa von anderen Schengen-
Mitgliedstaaten vor. Zu einer Überprüfung hierzu wurde keine Veranlassung gesehen.
Infolge einer Modifizierung der statistischen Auswertungen werden seit dem
Jahr 2015 auch Mehrfachvisa mit einer Gültigkeit bis zu einem Jahr gesondert
ausgewiesen.
6. Wie viele Visa wurden im Jahr 2014 nach Artikel 25 Absatz 1 des
Visakodex mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt (bitte nach den 20
wichtigsten Ausstellungsländern differenzieren), in welchen Fallkonstellationen
werden diese Visa nach Einschätzung fachkundiger Bediensteter
typischerweise und am häufigsten erteilt, und kann ein solches Visum z. B. erteilt
werden, um den persönlichen Umgang eines minderjährigen deutschen
Kindes mit einem nicht sorgeberechtigten ausländischen Elternteil zu
gewährleisten (wenn nein, bitte in Auseinandersetzung mit dem Recht des
Kindes auf Umgang mit beiden Elternteilen und Artikel 24 Absatz 3 der
EU-Grundrechte-Charta begründen)?
Grundsätzlich gilt: Wenn ein Antragsteller die Einreisevoraussetzungen in den
Schengen-Raum nicht erfüllt, so ist der Antrag abzulehnen.
Abweichend hiervon kann ein Mitgliedstaat in Ausnahmefällen auch bei
Nichterfüllung der gesetzlichen Einreisevoraussetzungen ein Visum erteilen, welches
in seiner Gültigkeit aber räumlich beschränkt werden muss. Die Ausstellung
eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit stellt insoweit eine Ausnahme
von dem Grundsatz der Erteilung eines einheitlichen Visums mit Gültigkeit für
das Hoheitsgebiet aller Vertragsparteien dar.
Drucksache 18/4765 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDie Voraussetzungen, unter denen die Erteilung eines Visums mit räumlich
beschränkter Gültigkeit in Betracht kommt, ergeben sich abschließend aus
Artikel 25 Visakodex:
1. Danach kann ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des
nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen ein
Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilen,
a) wenn der Antragsteller nicht alle Erteilungsvoraussetzungen gemäß
Artikel 5 Absatz 1 Buchstaben a, c, d und e Schengener Grenzkodex erfüllt
(Artikel 25 Absatz 1 Buchstabe a Unterbuchstabe i Visakodex),
b) wenn ein anderer Mitgliedstaat im Rahmen des Konsultationsverfahrens
gemäß Artikel 22 Visakodex Bedenken gegen die Visumerteilung erhoben
hat (Artikel 25 Absatz 1 Buchstabe a Unterbuchstabe ii Visakodex),
c) wenn aus Dringlichkeitsgründen ein Visum ohne vorherige Durchführung
des von anderen Schengen-Staaten geforderten Konsultationsverfahrens
(Artikel 22 Visakodex) erteilt werden soll (Artikel 25 Absatz 1 Buchstabe a
Unterbuchstabe iii Visakodex).
2. Des Weiteren kommt die Erteilung eines Visums mit räumlich beschränkter
Gültigkeit in Betracht, wenn es erforderlich ist, dass die Auslandsvertretung
einem Antragsteller innerhalb eines Halbjahres, für das er bereits ein Visum
für einen dreimonatigen Aufenthalt verwendet hat, erneut ein Visum erteilt
(Artikel 25 Absatz 1 Buchstabe b Visakodex).
3. Schließlich kann ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auch dann
erteilt werden, wenn das Reisedokument des Antragstellers nicht von allen
Mitgliedstaaten anerkannt wird.
Die in Nummer 3 genannte Konstellation (Reisedokument des Antragstellers
wird nicht von allen Mitgliedstaaten anerkannt) ist die am häufigsten
Zugrundeliegende. Ein weiterer häufiger Grund ist die Erteilung eines Visums mit
räumlich beschränkter Gültigkeit, wenn aus Dringlichkeitsgründen der Ausgang des
schengenweiten Konsultationsverfahrens nicht abgewartet werden kann.
Wie sich aus den oben genannten Ausführungen ergibt, ist die Erteilung eines
räumlich beschränkten Visums nicht ausdrücklich vorgesehen, um den
persönlichen Umgang eines minderjährigen deutschen Kindes mit einem nicht
sorgeberechtigten ausländischen Elternteil zu gewährleisten.
Des Weiteren wird auf die Tabelle zu Anlage 6 verwiesen.
7. Welche wesentlichen Änderungen in Bezug auf die allgemeine Praxis der
Visumprüfung bzw. Visumerteilung durch Erlasse oder Anweisungen des
Auswärtigen Amts hat es in den Jahren 2013 und 2014 gegeben?
In Umsetzung der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 10. Juli
2014 in der Sache Dogan (Az. C 138/13), die den Sprachnachweis beim
Ehegattennachzug zum Gegenstand hatte, erging eine verbindliche Weisung an die zur
Entscheidung über Visumanträge berufenen deutschen Auslandsvertretungen.
Entsprechend wird ausländischen Ehegatten, die zu ihren
assoziationsberechtigten türkischen Ehegatten nachziehen möchten, ohne den Nachweis einfacher
Deutschkenntnisse ein Visum erteilt, wenn ein Härtefall im Sinne der Weisung
vorliegt.
Das Auswärtige Amt hat in Abstimmung mit dem Bundesministerium des
Innern das Urteil des Europäischen Gerichtshofes in der Sache Ben Alaya vom
10. September 2014 (Az. C 491/13) durch entsprechende Änderungen der
Verwaltungspraxis umgesetzt. Sind die Tatbestandsmerkmale des Unionsrechts er-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/4765füllt – darunter eine unbedingte Zulassung einer deutschen Hochschule –,
besteht ein Anspruch auf Erteilung eines Studienvisums.
Grundsätzlich stützen sich Änderungen in der Visumpraxis jedoch auf eine
Änderung gesetzlicher Regelungen oder die Auslegung der gesetzlichen
Regelungen durch die Gerichte und haben ihren Ursprung nicht allein in Erlassen oder
Anweisungen des Auswärtigen Amts.
8. In welchen Ländern bzw. Auslandsvertretungen gab es gegenüber der
Antwort zu Frage 12 auf Bundestagsdrucksache 18/1212 Veränderungen
in Bezug auf den Einsatz externer Dienstleister, in welchen Ländern
wurden insbesondere aus welchen Gründen externe Dienstleister neu
eingesetzt (bitte differenziert beantworten)?
Seit dem 16. April 2014 wurden folgende Veränderungen vorgenommen:
Zusätzliche Visumantragsannahmezentren wurden eröffnet (mit dem Datum der
Inbetriebnahme in Klammern) in
● Indien in Kalkutta (9. Mai 2014),
● der Russischen Föderation in Omsk (27. Oktober 2014), Krasnojarsk
(28. Oktober 2014), Chabarovsk (29. Oktober 2014), Samara (6. November
2014), St. Petersburg (30. Januar 2015), Kaliningrad (2. März 2015),
● der Türkei in Trabzon (28. August 2014).
Einen Standortwechsel von Visumantragsannahmezentren gab es aufgrund der
Sicherheitssituation in
● Libyen: Aufgrund der Verlegung der Aufgaben der Botschaft Tripolis wurde
das Visumantragsannahmezentrum für libysche Visumantragsteller in
Tripolis ebenso wie die Bearbeitung der entsprechenden Visumanträge nach
Tunis/Tunesien verlegt (8. Dezember 2014).
● Ukraine: Das Visumantragsannahmezentrum in Donezk wurde geschlossen
und ein Visumantragsannahmezentrum in Dnipropetrowsk eröffnet (23.
Januar 2015).
In Teheran wurde im März 2015 ein externer Dienstleister zum Kurierversand
der Pässe an die Privatadresse der Antragsteller als Alternative zur Abholung
des Passes in der Botschaft neu eingesetzt. Diese für die Antragsteller freiwillige
Alternative ermöglicht es Antragstellern, sich oder einem Bevollmächtigten
eine erneute Anreise zur Botschaft zu ersparen.
9. Welche Veränderungen bei Visaerleichterungsabkommen gab es seit der
Antwort der Bundesregierung zu Frage 13 auf Bundestagsdrucksache 18/
1212?
Ein Visaerleichterungsabkommen mit Aserbaidschan trat zum 1. September
2014, eines mit Cabo Verde zum 1. Dezember 2014 in Kraft.
10. Wie lauten die statistischen Angaben über die Visaerteilung im Jahr 2014,
differenziert nach Aufenthaltszwecken und Schengen- bzw. nationalen
Visa (bitte wie in der Antwort zu Frage 14 auf Bundestagsdrucksache 18/
1212 antworten, jedoch der Übersichtlichkeit halber nicht nach
Auslandsvertretungen differenzieren und Prozentangaben machen, auch wenn
durch Mehrfachangaben mehr als 100 Prozent erreicht werden)?
Es wird auf die Anlagen a, b1, b2 und b3 zu Frage 10 verwiesen.
Drucksache 18/4765 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode11. Wie hoch waren im Jahr 2014 die Personalkosten im Visabereich, wie
viele MAK (statistisch Vollzeit arbeitende Mitarbeiterinnen bzw.
Mitarbeiter) gab es, wie viele Fälle pro MAK wurden im Jahr 2014 bearbeitet
(bitte auch nach Kontinenten und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenziert darstellen und jeweils die prozentualen Veränderungen
gegenüber dem Vorjahr nennen; bitte wie in der Antwort zu Frage 15 auf
Bundestagsdrucksache 18/1212 darstellen), und wie werden
entsprechende Veränderungen begründet?
Die Anlagen zu Frage 11 zeigen in Gesamtzahlen, Regionen und
nachfragestärksten Ländern, dass im Jahr 2014 – wie schon in den Jahren 2013 und 2012 –
die Visumantragszahlen weltweit gestiegen sind, wenn auch regional in
unterschiedlichem Maße. Besonders große Zuwächse gab es in den Regionen Asien
sowie Naher und Mittlerer Osten, Maghreb, dort besonders in China, Indien, den
VAE und Kuwait. Rückläufig waren die Antragszahlen in den Regionen GUS/
Südlicher Kaukasus und Amerika. Der Personaleinsatz in Gestalt von
Mitarbeiterkapazitäten (MAK) – und damit auch die Personalkosten – wurde im
Jahr 2014 weiterhin fokussiert auf die wichtigsten Herkunftsländer ausgebaut.
Gegenüber dem Vorjahr hat das Auswärtige Amt im Jahr 2014 weltweit
insgesamt 55 Mitarbeiterkapazitäten zusätzlich an den Visastellen eingesetzt. Der
Personaleinsatz hat sich insofern auch im Jahr 2014 weitestgehend parallel zum
Antragsaufkommen entwickelt. Im weltweiten Durchschnitt hat sich das
Verhältnis der bearbeiteten Fälle pro MAK weiter verbessert.
12. Wie hoch war die Zahl von Remonstrationen und/oder Klagen gegen
ablehnende Visumbescheide im Jahr 2014 im Bereich der Kurzzeit- bzw.
Langzeitvisa (bitte so differenziert wie möglich angeben und
Vergleichswerte des Vorjahres nennen), und in welchem Umfang wurden im Jahr
2014 nach einer Klageerhebung Visa erteilt (bitte auch solche Fälle
berücksichtigen, in denen Visa infolge eines gerichtlichen Vergleichs oder
auch nach Klagerücknahme nach Zusicherung der Behörde zur
Visumerteilung erteilt wurden)?
Die Zahl der Remonstrationen gegen ablehnende Visumentscheidungen belief
sich 2014 auf 29 701 (2013: 29 265). Eine statistische Erfassung getrennt nach
C- und D-Visa findet nicht statt.
Im Jahr 2014 wurden 1 702 Neuklagen erfasst (2013: 1 580), davon
Schengenvisa betreffend: 639 (2013: 520), nationale Visa betreffend: 973 (2013: 978). Zu
90 Klagefällen aus dem Jahr 2014 wurde der Klagegrund nicht statistisch
erfasst.
In 430 Fällen endete im Jahr 2014 das verwaltungsgerichtliche Verfahren mit
einer rechtskräftigen Verpflichtung zur Visumerteilung durch Urteil oder einer
Visumerteilung bzw. Zusicherung der Visumerteilung im Wege der unstreitigen
Beilegung:
In 23 Fällen wurde das Auswärtige Amt durch Urteil rechtskräftig zur
Visumerteilung verpflichtet. In 55 Fällen wurde nach Visumerteilung das
Verwaltungsstreitverfahren für erledigt erklärt. In 352 Fällen beruhte die Visumerteilung
bzw. die entsprechende Zusicherung auf einem Vergleich; ob es sich dabei um
einen außergerichtlichen oder gerichtlichen Vergleich handelt, wird statistisch
nicht erfasst.
Für eine Aufschlüsselung der Klagegründe wird auf den entsprechenden
Anhang verwiesen.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/476513. Wie hoch waren die Gebühreneinnahmen im Visumverfahren im Jahr
2014 (bitte auch nach den 20 wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Es wird auf die Anlage zu Frage 13 verwiesen.
14. Wie viele gefälschte bzw. „erschlichene“ (bitte differenzieren) Visa
wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2014 bzw. im Jahr 2013
von bundesdeutschen Behörden entdeckt (etwa bei Kontrollen,
Zurückschiebungen, Zurückweisungen), welche genaueren Angaben hierzu
lassen sich machen (z. B. in welchen Ländern wurden die Visa ausgestellt,
von welchen Ländern wurden sie ausgestellt, welche Personen- bzw.
Fallkonstellationen sind auffällig usw.), und wie wird diese Entwicklung
bewertet, auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem
Visainformationssystem (VIS)?
Die Zahlen im Sinne der Fragestellung liegen für das Jahr 2014 noch nicht vor.
Die von den Ländern übermittelten Einzeldatensätze zu den einzelnen Straftaten
werden jährlich durch das Bundeskriminalamt für die Polizeiliche
Kriminalstatistik aufbereitet und anschließend von der Innenministerkonferenz gebilligt.
Mit den Ländern ist vereinbart, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik
regelmäßig möglichst zeitnah erst nach den Pressefreigaben bzw. den Pressekonferenzen
der Innenminister der einzelnen Länder durch den Vorsitzenden der
Innenministerkonferenz und den Bundesminister des Innern in einer gemeinsamen
Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die gemeinsame Pressekonferenz
zur Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2014 findet
voraussichtlich im Mai 2015 statt.
Im Jahr 2013 wurden 1 202 erschlichene und 155 gefälschte Schengen-Visa
festgestellt.
Siehe ergänzend nachstehende Tabellen:
2013
Erschlichene Visa ausgestellt durch
Gesamt 1 202
Italien 192
Griechenland 166
Polen 154
Malta 147
Spanien 136
Deutschland 107
Frankreich 97
Ungarn 37
Litauen 36
Tschechische Republik 25
Schweden 21
Niederlande 18
Finnland 14
Schweiz 11
Österreich 8
Slowakei 7
Luxemburg 6
Lettland 5
Dänemark 5
Norwegen 4
Estland 2
Belgien 2
Portugal 1
Slowenien 1
2013
Erschlichene Visa ausgestellt in
Gesamt 1 202
Russische Föderation 257
Ukraine 163
Libyen 139
China 96
Türkei 89
Kasachstan 50
Saudi-Arabien 47
Aserbaidschan 32
Kosovo 28
Kuwait 22
sonstige Länder 279
2013
Gefälschte Visa ausgestellt durch
Gesamt 155
Deutschland 65
Frankreich 35
Belgien 11
Italien 11
Spanien 10
2013
Erschlichene Visa ausgestellt durch
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/4765Weitere Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung liegen der Bundesregierung
nicht vor.
15. Welche Erkenntnisse liegen dazu vor, wie viele Personen in den Jahren
2014 bzw. 2013 nach Ablauf der Gültigkeit eines Schengenvisums nicht
bzw. zu spät wieder ausgereist sind, durch welche Behörden und bei
welcher Gelegenheit wurde dies festgestellt (bitte auflisten), in wie vielen
Fällen wurden deswegen welche Ermittlungs- bzw. Strafverfahren
eingeleitet, und wie viele entsprechende Verurteilungen in den letzten zehn Jahren
gab es (bitte jeweils auch nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Für das Jahr 2013 liegen der Bundespolizei nur Erkenntnisse zu Personen vor,
die mit abgelaufenen Visa/Aufenthaltstiteln festgestellt wurden.
Siehe ergänzend nachstehende Tabellen:
Griechenland 10
Niederlande 3
Tschechische Republik 2
Schweiz 2
Finnland 1
Österreich 1
Polen 1
Portugal 1
Slowakische Republik 1
Slowenien 1
2013
Abgelaufene Visa/Aufenthaltstitel
Gesamt 6 750
Türkei 987
Russische Föderation 736
China 534
Iran 382
Indien 213
Kosovo 207
Libyen 201
Ukraine 187
Thailand 127
Vietnam 122
sonstige 3 054
2013
Gefälschte Visa ausgestellt durch
Drucksache 18/4765 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode16. Wie ist der aktuelle Stand der Implementierung des VIS und der
Visawarndatei, welche Erfahrungen oder Probleme gibt es diesbezüglich (auch aus
Sicht des Bundesverwaltungsamtes), in welchem Umfang haben nach
Kenntnis der Bundesregierung Polizei- und Strafverfolgungsbehörden
sowie Nachrichtendienste bislang mit welchen Ergebnissen auf das VIS
zugegriffen (bitte so differenziert wie möglich darstellen, hinsichtlich der
Zeiträume, der Abfragen, der Behörden, der Herkunftsländer bzw.
Ausstellungsländer der Visa, der Zwecke, der ergriffenen Maßnahmen usw.),
und welche konkreten Ergebnisse hat bislang die Visawarndatei erbracht
(bitte so präzise und differenziert wie möglich darstellen)?
Das Visainformationssystem (VIS) hat zum 11. Oktober 2011 seinen Betrieb
aufgenommen. Die deutschen Auslandsvertretungen werden entsprechend dem
Rollout-Plan der Europäischen Kommission an das VIS angebunden. Bis heute
sind die deutschen Auslandsvertretungen in Afrika, im Nahen Osten, in der
Golfregion sowie in Australien, Südostasien, Amerika, der Türkei und dem
Westbalkan an das VIS angeschlossen. Die weltweite Einführung des VIS wird
nach derzeitigen Planungen der Europäischen Kommission im November 2015
abgeschlossen sein.
Der Betrieb des VIS erfolgt ohne nennenswerte Probleme. Die Aufzeichnungen
nach Artikel 34 der EU-Verordnung zum VIS, die zur Beantwortung der Frage
geeignet wären, dürfen nur zur datenschutzrechtlichen Kontrolle der
Zulässigkeit der Datenverarbeitung sowie zur Gewährleistung der Datensicherheit
verwendet werden. Die Europäische Kommission wird voraussichtlich im Jahr
2016 den Bericht nach Artikel 50 der EU-Verordnung zum VIS zur
Gesamtbewertung des VIS vorlegen und in diesem Rahmen voraussichtlich auch die
Zugriffe der Sicherheitsbehörden auf das VIS bewerten.
Die auf der Grundlage des Gesetzes zur Errichtung einer Visa-Warndatei (Visa-
Warndateigesetz) errichtete Warndatei ist wie gesetzlich vorgesehen zum 1. Juni
2013 im Bundesverwaltungsamt in Betrieb gegangen. Der Betrieb läuft
planmäßig. Nach § 17 des Visa-Warndateigesetzes ist vorgesehen, die Anwendung
des Gesetzes drei Jahre nach dessen Inkrafttreten zu evaluieren. Die
Bundesregierung wird den gesetzlichen Auftrag zur Evaluation der Visa-Warndatei
fristgerecht erfüllen. Im Rahmen des Evaluationsberichts wird auch zu
konkreten Ergebnissen Stellung genommen.
17. Wie lang sind derzeit die Wartezeiten für privat bzw. geschäftlich
Reisende (bitte differenzieren) für Schengenvisa bzw. für nationale Visa (hier
bitte genauer nach Zwecken differenzieren, z. B. Familiennachzug,
Erwerbsaufnahme usw.) für einen Termin zur Visumantragstellung in den
verschiedenen deutschen Auslandsvertretungen in den 20 wichtigsten
visumpflichtigen Ländern weltweit (bitte wie in der Antwort zu den
Fragen 22 und 26 auf Bundestagsdrucksache 18/1212 antworten und soweit
externe Dienstleister eingesetzt werden, bitte auch gesondert die Wartezeit
für die Antragstellung direkt in den Visastellen nennen; bitte zusätzlich
Angaben zu den 15 Ländern mit den jeweils längsten Wartezeiten
machen), und wie sind etwaige Wartezeiten von über zwei Wochen bzw. über
noch längere Zeiträume jeweils zu erklären?
Bezüglich der Wartezeiten auf einen Termin zur Visumbeantragung in
verschiedenen Visakategorien in den zwanzig wichtigsten visumpflichtigen Ländern
weltweit wird auf die Anlagen a und b zu Frage 17 verwiesen.
Wartezeitenangaben stellen grundsätzlich Momentaufnahmen dar. Es erfolgt daher keine
weltweite statistische Erfassung der Wartezeiten. Eine weltweite Abfrage bei allen
175 Visastellen zur Ermittlung der Wartezeiten in den verschiedenen, bei jeder
Visastelle nach örtlichen Gegebenheiten unterschiedlich strukturierten
Terminkategorien sowie die Auswertung der Rückmeldungen ist innerhalb einer ver-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/4765tretbaren Zeitspanne und unter Aufrechterhaltung eines geordneten
Dienstbetriebs nicht zu leisten.
Das Auswärtige Amt ist an allen seinen 175 Visastellen weltweit bestrebt, die
Einhaltung der Regelwartezeiten gemäß den Vorgaben des Visakodex zu
gewährleisten. An einzelnen Standorten lassen sich Überschreitungen der Vorgabe
des Artikels 9 Absatz 2 Satz 2 des Visakodex, dass ein Termin in der Regel
innerhalb von zwei Wochen stattfindet, nicht immer vermeiden.
Ursachen für den Anstieg der Wartezeiten können sein:
– saisonale Schwankungen bei der Visanachfrage (z. B. in den muslimisch
geprägten Ländern durch zeitlichen Zusammenfall der Hauptreisezeit im
Sommer mit dem Fastenmonat Ramadan)
– plötzliche, unerwartete oder nicht rechtzeitig angekündigte Nachfrage, z. B.
bei großen Gruppen
– vom Antragsteller unzureichend vorbereitete Antragsunterlagen, die ein
mehrfaches Erscheinen des Antragstellers bzw. aufwändige Nachreichungen
und Prüfungen erfordern
– Terminbuchungen, denen kein realer Wunsch nach Antragstellung entspricht
und die daher nicht wahrgenommen werden („No-Show“)
– gezielte Terminbuchungen durch unseriöse Visaagenturen, um längere
Wartezeiten absichtlich herbeizuführen
– technische Probleme, Ausfall von Leitungen
– Erkrankung oder auf andere Gründe zurückzuführendes Fehlen von
Mitarbeitern mit entsprechender Kapazitätsreduzierung in den Visastellen
– temporäre Personalumschichtungen, z. B. zur Bearbeitung nationaler Visa.
Dies wurde seit Mitte 2013 im Zusammenhang mit den
Aufnahmeprogrammen für Flüchtlinge aus Syrien mehrfach an Auslandsvertretungen in der
Region praktiziert.
Das Auswärtige Amt hat in den letzten Jahren vor allem seine größeren
Visastellen in der Region personell aufgestockt.
Aktuell sind mehr als 1 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den deutschen
Visastellen eingesetzt. Darüber hinaus erfolgen weitere personelle
Verstärkungen für Zeiten saisonal erhöhter Nachfrage, meist in den Sommermonaten.
18. Wie ist der aktuelle Stand des Pilotverfahrens der Europäischen
Kommission (4194/12/HOME) in Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland
wegen überlanger Wartezeiten und des Einsatzes externer Dienstleister im
Visumverfahren, was waren die letzten Schritte der Bundesregierung bzw.
nach Kenntnis der Bundesregierung der Kommission, und welche
weiteren Schritte sind nunmehr zu erwarten?
Das Verfahren EU-Pilot 4194/12/HOME ist noch nicht abgeschlossen. Die
Europäische Kommission hat zuletzt mit Schreiben vom 10. März 2015 der
Bundesregierung mitgeteilt, dass sie nach eigenen Beobachtungen und ihr
vorliegenden Beschwerden davon ausgehe, dass „die Situation in den deutschen
Auslandsvertretungen in Kairo und Pristina weiterhin problematisch sei und dass in
diesen zwei Botschaften die Wartezeit auf einen Termin zur Visumbeantragung
systematisch zwei Wochen überschreite. Bevor die Kommission über mögliche
nächste Schritte entscheide, bitte sie die Bundesregierung um Übermittlung
weiterer Informationen hinsichtlich dieser zwei Auslandsvertretungen.“ Die
Bundesregierung hat dazu am 23. März 2015 eine Stellungnahme übermittelt, in der
sie die Gründe für die in verschiedenen Zeiträumen aufgetretene Überschreitung
Drucksache 18/4765 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeeiner Terminwartezeit an den Auslandsvertretungen in Kairo und Pristina
darlegte sowie die vom Auswärtigen Amt und den Auslandsvertretungen dagegen
ergriffenen Maßnahmen aufzeigte. Im Übrigen lagen die Terminwartezeiten an
der Botschaft Kairo seit dem 15. November mit Ausnahme des Zeitraums vom
1. Januar bis 10. Februar 2015 immer deutlich unter zwei Wochen. Davor lagen
sie oft nur knapp oberhalb dieses Zeitrahmens.
Der Bundesregierung ist derzeit nicht bekannt, welche nächsten Schritte die
Europäische Kommission unternehmen wird.
19. Welche Pilotverfahren mit welchen konkreten Themen, Zielsetzungen und
Problemen sind derzeit bzw. waren in den letzten drei Jahren im Bereich
der Visavergabe gegen Deutschland anhängig oder wurden abgeschlossen,
und wie hat sich die Bundesregierung jeweils dazu positioniert (bitte
einzeln auflisten und ausführen)?
Welche Pilotverfahren sind im weit gefassten Bereich der Asyl-,
Migrations- und Grenzkontrollpolitik gegen Deutschland anhängig, und wie ist
jeweils die Position der Bundesregierung hierzu (bitte einzeln auflisten
und ausführen)?
Im Bereich der Visavergabe wurden in den letzten drei Jahren folgende EU-
Pilotverfahren eingeleitet bzw. abgeschlossen:
– EU-Pilot 4194/12/HOME: Zu Thema und Zielsetzung des Verfahrens sowie
den Stellungnahmen der Bundesregierung in diesem Verfahren wird auf die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 21 der Kleinen Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 17/12755, zu Frage 9 der Kleinen
Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/57 sowie
auf die Antwort zu Frage 18 verwiesen.
– EU-Pilot 5817/13/HOME: Die Bundesregierung wurde am 24. September
2014 über die Eröffnung des Verfahrens unterrichtet. Thema des Verfahrens
ist anlässlich eines Visumeinzelfalls die Vereinbarkeit der Praktiken der
deutschen Behörden mit Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe c, Artikel 15 Absatz 2,
Artikel 21 Absatz 3 Buchstabe b und Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
(„Visakodex“). Die Bundesregierung hat dazu mit Schreiben vom 17. Dezember
2014 Stellung genommen und dargelegt, dass sie die Rechtsauffassung der
Europäischen Kommission zur Auslegung der Bestimmungen zur
Ausstellung von Mehrfachvisa teilt. Die Regelungen zur Erteilung von Mehrfachvisa
sind nach Ansicht der Bundesregierung nicht auf bestimmte
Personenkategorien oder Reisezwecke beschränkt. Auch eine besondere Eilbedürftigkeit
oder Unvorhersehbarkeit der Reisen ist keine zusätzliche
Erteilungsvoraussetzung. Der Nachweis der Finanzierung von Reise und Aufenthalt ist
lediglich für die erste geplante Reise zu erbringen. Die Bundesregierung teilt
ebenfalls die Auffassung der Europäischen Kommission zur Anwendung der
Bestimmungen zur Reisekrankenversicherung. Es ist allgemeine Praxis an
den Visastellen der deutschen Auslandsvertretungen, dass Personen, die ein
Mehrfachvisum beantragen, über ihre Verpflichtung zum Besitz einer
Reisekrankenversicherung bei zukünftigen Reisen belehrt werden.
Mit Schreiben vom 7. April 2015 hat die Europäische Kommission mitgeteilt,
dass sie diese Antwort der Bundesregierung akzeptiert und das Verfahren
abgeschlossen hat.
– EU-Pilot 6703/14/JUST: Die Bundesregierung wurde am 30. Juni 2014 über
die Eröffnung des Verfahrens unterrichtet. Die Europäische Kommission
bemängelt, dass die Software zur elektronischen Erfassung der
alphanumerischen Daten von Visumantragstellern (VIDEX) nicht zwischen Drittstaats-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/4765angehörigen, die Familienangehörige eines Unionsbürgers sind und das
Recht auf Freizügigkeit ausüben, und anderen Antragstellern, die nicht die
Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzen,
unterscheidet. In der Antwort vom 25. August 2014 sowie in den Antworten
auf weitere Rückfragen der Europäischen Kommission vom 5. November
2014 und vom 20. Januar 2015 stellt die Bundesregierung klar, dass hiervon
im Wesentlichen die Angabe über die derzeitige berufliche Tätigkeit
betroffen ist, die vom erstgenannten Personenkreis nicht verpflichtend anzugebend
ist, in der VIDEX-Eingabemaske jedoch ein Pflichtfeld ist. Eine neue Version
von VIDEX, die der besonderen Stellung der Familienangehörigen
freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger deutlicher Rechnung trägt, wird derzeit
erstellt und voraussichtlich ab Juli 2015 eingesetzt werden können.
– EU-Pilot 7325/15/HOME: Die Bundesregierung wurde am 20. März 2015
über die Eröffnung des Verfahrens unterrichtet. Es beruht auf einer
Beschwerde, nach der sich die Bearbeitungszeiten für Schengen-Visumanträge
in der Deutschen Botschaft Ankara ab Sommer 2014 beträchtlich erhöht
hätten. Die Europäische Kommission hat die Bundesregierung um Übermittlung
einer Stellungnahme bis 29. Mai 2015 gebeten.
– EU-Pilot 5890/13/JUST, Familiennachzug zu Personen mit doppelter
Staatsangehörigkeit:
Im Rahmen dieses Pilot-Verfahrens hatte die Europäische Kommission
Fragen zur rechtlichen Lage in Bezug auf den Familiennachzug zu einem
Doppelstaatsangehörigen übermittelt (deutsche Staatsangehörigkeit sowie
diejenige eines anderen Mitgliedstaates), wenn dieser einen
grenzüberschreitenden Bezug im Sinn der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes
herstellt, indem er von einem Mitgliedstaat, dessen Staatsangehörigkeit er
besitzt, in einen anderen Mitgliedstaat umzieht, dessen Staatsangehörigkeit er
ebenfalls besitzt. Nach Auffassung der Kommission kommt in diesen Fällen
Freizügigkeitsrecht zur Anwendung und nicht nationales Recht.
In ihrer Antwort an die Kommission ist die Bundesregierung deren
Auslegung des Freizügigkeitsrechts grundsätzlich gefolgt. Eine entsprechende
Änderung der Allgemeinen Verwaltungsvorschriften (AVV) zum Gesetz über
die allgemeine Freizügigkeit von Unionsbürgern (FreizügG/EU) nach
Inkrafttreten des „Gesetzes zur Änderung des Freizügigkeitsgesetzes/EU und
weiterer Vorschriften“ am 9. Dezember 2014 wurde in Aussicht gestellt, ein
grober Zeitrahmen für die erforderliche Änderung der AVV genannt und der
einschlägige Textentwurf übermittelt. Aus Sicht der Bundesregierung wird
das Pilotverfahren mit einer Mitteilung an die Kommission abgeschlossen
werden können, sobald die Änderungen der AVV in Vollzug gesetzt worden
sind.
20. Welche konkreten Punkte wurden in dem EU-Pilotverfahren 5817/13/
HOME von der Europäischen Kommission moniert, und wie hat die
Bundesregierung hierauf jeweils im Einzelnen reagiert (bitte so ausführlich
wie möglich darstellen)?
a) Ist es zutreffend, dass der Antragstellerin, um die es in diesem
Pilotverfahren ging – eine indische Staatsangehörige mit Schwiegersohn in
Deutschland –, ein Mehrfachvisum verweigert wurde, obwohl sie
beanstandungsfrei mehrfach mit einem Visum ein- und wieder ausgereist
war, obwohl eine Verpflichtungserklärung und keine Zweifel an der
Bestreitung des Lebensunterhalts oder dem Reisezweck vorlagen, so
dass insgesamt die Voraussetzungen des Artikels 24 Absatz 2 des
Visakodex erfüllt waren und zwingend ein Mehrfachvisum zu erteilen war,
das Auswärtige Amt aber noch im Klageverfahren auf einer
Ablehnung bestand (wenn nein, wie war der Sachverhalt), was waren die
Drucksache 18/4765 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeGründe für diese ablehnende Haltung, und fußte die ablehnende
Haltung auf allgemeinen internen Grundsätzen und Vorgaben (welchen
genau) oder auf einer Entscheidung im Einzelfall (bitte darlegen)?
Es trifft zu, dass der Antragstellerin in dem genannten Verfahren anstelle des
beantragten Mehrjahresvisums ein Visum mit einem Gültigkeitszeitraum von
90 Tagen erteilt wurde. Die Ablehnung einer längeren Gültigkeitsdauer beruhte
auf den individuellen Umständen des Einzelfalls, wobei im Laufe des
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens einzelne, nicht der Weisungslage entsprechende
Elemente des ursprünglichen Vortrages korrigiert wurden. Streitig blieb, ob die
Voraussetzungen des Artikels 24 Absatz 2 Visakodex, insbesondere die in
Buchstabe b dieser Vorschrift genannten Voraussetzungen sämtlich erfüllt waren. Das
Verwaltungsgericht Berlin gab zu dieser Frage im Laufe des Verfahrens nach
vorläufiger Prüfung den schriftlichen Hinweis, dass „die von der Beklagtenseite
im hiesigen Rechtsstreit angeführten, die Ablehnung eines mehrjährigen
Besuchsvisums begründenden Erwägungen […] der rechtlichen Prüfung
grundsätzlich Stand halten dürften“. Es spreche wenig für das Bestehen eines
Anspruchs der Klägerin auf Erteilung eines gerade fünfjährigen Besuchsvisums.
Das streitgegenständliche Verfahren konnte schließlich mit einer gütlichen
Einigung beendet werden. Der Klägerin wurde ein Visum für die mehrfache Einreise
mit einer Gültigkeitsdauer von drei Jahren erteilt.
b) Ist es zutreffend, dass die Europäische Kommission in diesem
Verfahren nicht nur die konkreten Vorbehalte und Argumente des
Auswärtigen Amts in dem Gerichtsverfahren zurückgewiesen hat, sondern auch
ganz grundsätzlich eine negative Haltung beklagte, die in der
Stellungnahme des Auswärtigen Amts zum Ausdruck gekommen sei (etwa die
Annahme, ältere Personen im Ruhestand hätten traditionell eine
Tendenz, zu ihren Kindern zu ziehen, möglicherweise in Deutschland,
oder die Annahme, indische Staatsangehörige würden die Regeln in
Bezug auf abzuschließende Reisekrankenversicherungen nicht
verstehen) und die gegen den Geist und den Wortlaut des Visakodex
verstoßen?
Wenn nein, was war der Fall?
Wenn ja, wie kommen solche Ablehnungsmuster bei hochrangigen
Beschäftigten im Auswärtigen Amt zustande, und was tuen Leitung und
Führungsspitze hiergegen?
Die Europäische Kommission drückte in dem Verfahren ihre Auffassung aus,
dass einem Schreiben des Auswärtigen Amts im zugrundeliegenden Verfahren
eine „allgemeine, eher negative -nicht auszuschließende“-Haltung zu
entnehmen war, die nicht im Einklang mit dem Wortlaut und dem Geist des
Visakodexes stehe“. Die Bundesregierung hat in ihrer Stellungnahme vom 17.
Dezember 2014 deutlich gemacht, dass die in dem genannten Einzelfall
vorgebrachten Argumente keinen internen Anweisungen folgten. Vielmehr seien im
Laufe des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens einzelne, nicht der
Weisungslage entsprechende Elemente des ursprünglichen Vortrags korrigiert worden.
Das Auswärtige Amt hat das Pilotverfahren zum Anlass genommen, die
Visastellen, insbesondere in Indien, nochmals ausdrücklich auf die geltende
Rechtslage zu Mehrfachvisa hinzuweisen.
Es ist der Leitung des Auswärtigen Amts und der Auslandsvertretungen ein
wesentliches Anliegen, dass dem Publikum in den Visastellen respektvoll begegnet
wird und Entscheidungen gemäß den gesetzlichen Grundlagen getroffen
werden. Im Rahmen der Aus- und Fortbildung werden die Mitarbeiter ausführlich
mit dem Thema „Willkommenskultur in der Visastelle“ und den vielfältigen
Interessen der Bundesrepublik Deutschland an der Einreise von Ausländern nach
Deutschland vertraut gemacht. Die Vermittlung von guten Kenntnissen der ge-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/4765setzlichen Grundlagen zur Visaerteilung nimmt dabei einen breiten Raum ein.
Bei der Ausbildung der Anwärter aller Laufbahnen spielt das Aufenthalts- und
Visumrecht eine wesentliche Rolle.
c) Ist es zutreffend, dass die Europäische Kommission auch die
Annahmen kritisierte, auf denen die Argumentation des Auswärtigen Amts in
diesem Verfahren basierte, und dass auf die konkrete Situation der
Betroffenen nicht spezifisch eingegangen worden sei, was ein generelles
und grundsätzliches Problem sein könne, weil es entsprechende
Anweisungen im Auswärtigen Amt geben könne, die gegen den Wortlaut
und Geist des Visakodex verstoßen, und hat das Auswärtige Amt die
Vorwürfe der Europäischen Kommission zum Anlass genommen,
Textbausteine, Erlasse und Weisungen hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit
mit dem Geist und Wortlaut des Visakodex zu überprüfen?
Wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Die Europäische Kommission erklärte in dem Verfahren, dass die
Argumentation des Auswärtigen Amts auf einer Reihe generischer und herablassender
Annahmen basiere und auf die konkrete Situation der Antragstellerin nicht
spezifisch eingehe. Die Kommission befürchte, dass es sich nicht um einen
Einzelfall handeln könne und deutsche Konsulate internen Anweisungen auf der
Grundlage der Argumentation folgen könnten, die das Auswärtige Amt im
gerichtlichen Verfahren vorgebracht habe.
Die Bundesregierung bedauerte in ihrer Stellungnahme, dass bei der
Europäischen Kommission der Eindruck entstanden sei, dass deutsche
Auslandsvertretungen Entscheidungen auf der Basis pauschalierender und herablassender
Annahmen träfen. In der Rechtspraxis des Auswärtigen Amts werde einer
einzelfallgerechten Prüfung jedes Visumantrags vielmehr hohe Bedeutung
beigemessen. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 20b verwiesen.
Das Auswärtige Amt prüft seine Erlasse und Weisungen zum Visumrecht
regelmäßig daraufhin, ob sie mit gesetzlichen Vorgaben, insbesondere dem
Visakodex, sowie der geltenden Rechtsprechung im Einklang stehen. Die
Bundesregierung hat in ihrer Stellungnahme bestätigt, dass sie die in dem Verfahren
geäußerte Rechtsauffassung der Europäischen Kommission teilt und die
entsprechenden Erlasse und Weisungen dies reflektieren.
d) Ist die Bundesregierung wie die Europäische Kommission der
Auffassung, dass beim Vorliegen der Voraussetzungen des Artikels 24
Absatz 2 des Visakodex ein Mehrfachvisum erteilt werden muss (wenn
nein, bitte begründen, in Auseinandersetzung mit den Argumenten der
Europäischen Kommission)?
Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass ein Visum zur mehrfachen
Einreise zu erteilen ist, sofern die in Artikel 24 Absatz 2 Visakodex genannten
Voraussetzungen vorliegen.
e) Wie hat die Bundesregierung dafür Sorge getragen, dass die von der
Europäischen Kommission monierten Einstellungen, Praktiken,
Vorgaben und Verfahrensweisen in allen deutschen Auslandsvertretungen
weltweit und auch in der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amts nicht
mehr zur Anwendung kommen (bitte darlegen)?
Die von der Europäischen Kommission in dem zugrunde liegenden Einzelfall
kritisierten Positionen des Auswärtigen Amts folgten keinen internen
Anweisungen, sondern standen im Widerspruch zur geltenden Erlasslage. Sie wurden
daher im Laufe des gerichtlichen Verfahrens korrigiert.
Drucksache 18/4765 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDie Mitarbeiter der deutschen Auslandsvertretungen und der Rechtsabteilung
des Auswärtigen Amts werden regelmäßig über aktuelle Rechtsentwicklungen
informiert und geschult. Bei der Ausbildung der Anwärter aller Laufbahnen
spielt das Aufenthalts- und Visumrecht eine wesentliche Rolle. Im Rahmen der
Fachaufsicht des Auswärtigen Amts werden Entscheidungen der
Auslandsvertretungen in Einzelfällen überprüft und, soweit erforderlich, korrigiert.
21. Wie kommt die Bundesregierung in ihrer Antwort zu Frage 27 auf
Bundestagsdrucksache 18/1212 zu der Einschätzung, die Betroffenen würden
das für den externen Dienstleister fällige „Serviceentgelt bereitwillig in
Kauf nehmen“, wurden diese ausdrücklich hiernach gefragt, und wurde
insbesondere auch danach gefragt, ob die Betroffenen vielleicht lieber
einen Visumantrag kostenlos in einer Visastelle stellen würden, wenn die
Wartezeit nicht länger als zwei Wochen beträgt und eine
Terminvereinbarung und Vorsprache unkompliziert möglich wären, wie nach dem
Visakodex vorgesehen?
Wenn nein, warum nicht (bitte ausführen)?
Die Einschätzung der Bundesregierung beruht einerseits auf der grundsätzlichen
Annahme, dass sich ein wirtschaftlich denkender Antragsteller insbesondere in
Flächenstaaten und Regionen mit schwierigen Transportbedingungen in der
Abwägung zwischen mühevollen und kostenintensiveren Anreisen zu entfernten
Visastellen mit unter Umständen erforderlichen kostenpflichtigen
Übernachtungen und der Abgabe bei einem Visumantragsannahmezentrum des Dienstleisters
in relativer Nähe gegen eine geringe Servicegebühr für die Inanspruchnahme
des externen Dienstleisters entscheidet. Diese Einschätzung wird durch viele
positive Stimmen aus den jeweiligen Gastländern bestätigt, ohne dass den
Einschätzungen eine in Auftrag gegebene und mit Kosten verbundene
repräsentative Studie zugrunde liegen kann. Auf die Antwort der Bundesregierung zu
Frage 27 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 18/1212 wird im Übrigen verwiesen.
Antragsteller wurden nicht ausdrücklich danach befragt, ob sie lieber einen
Visumantrag ohne Zahlung einer zusätzlichen Servicegebühr in einer Visastelle
stellen würden, wenn die Wartezeit nicht länger als zwei Wochen beträgt und
eine Terminvereinbarung und Vorsprache unkompliziert möglich wäre, da die
Antragsteller von der Möglichkeit der Direktabgabe in der Visastelle an jeder
auslagernden Auslandsvertretung gemäß Artikel 17 Absatz 5 Visakodex
Gebrauch machen können, sofern sie dies wünschen.
22. Wie ist zu erklären, dass die Bundesregierung in ihrer Antwort zu Frage 27
auf Bundestagsdrucksache 18/1212 durch ein längeres Zitat belegte, dass
türkische Visaantragsteller durch Informationen auf den Internetseiten der
deutschen Auslandsvertretungen „unzweideutig über die Möglichkeit der
direkten Antragstellung in der Visastelle informiert“ würden – und dass
genau diese „unzweideutigen“ Informationen über die beiden
unterschiedlichen Antragsmöglichkeiten nun offenbar wieder gelöscht wurden (siehe
Vorbemerkung der Fragesteller, bitte ausführen)?
Seit Januar 2015 gibt es einen gemeinsamen Internetauftritt der deutschen
Auslandsvertretungen in der Türkei, das sogenannte Türkei-Portal. Dieses beinhaltet
einen Teil „Visa“, der im März 2015 nochmals überarbeitet wurde. Die
gemeinsame Homepage weist weiterhin auf die Möglichkeit der Antragsabgabe ohne
Entrichtung einer zusätzlichen Servicegebühr in den Visastellen hin.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 19 – Drucksache 18/4765a) Wann, durch wen, auf wessen Anweisung und mit welcher
Begründung wurden die „unzweideutigen“ Hinweise im Internet auf eine
kostenlose Antragstellung in den Visastellen als Alternative zur
kostenpflichtigen Antragstellung des privaten Dienstleisters wieder gelöscht?
Antragsteller werden weiterhin über die Möglichkeit der direkten
Antragstellung in den Visastellen als Alternative zur Antragstellung beim externen
Dienstleister hingewiesen. Dabei wird auch auf das beim externen Dienstleister zu
entrichtende Serviceentgelt in Höhe von 24,50 Euro (bzw. bei Folgeanträgen ohne
Fingerabdruckerfassung 23 Euro, für Kinder unter zwölf Jahren 11,50 Euro)
hingewiesen, das bei Direktabgabe in der Visastelle nicht anfällt. Die übliche
Visumgebühr von 60 Euro wird durch die Art der Antragstellung nicht beeinflusst.
b) Wie will die Bundesregierung den Eindruck widerlegen, dass diese
Löschung erfolgte, um Reisewillige zur Antragstellung beim privaten
Dienstleister iDATA zu bewegen, um eigene Bearbeitungsressourcen
einzusparen (bitte ausführen)?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 22 und 22a verwiesen.
c) Wie rechtfertigt die Bundesregierung diese aus Sicht der Fragesteller
unzureichende Information der Reisenden vor dem Hintergrund der
Verpflichtungen aus dem Visakodex und vor dem Hintergrund
kritischer Prüfverfahren der Europäischen Kommission zum Einsatz
externer Dienstleister, inwieweit stimmt sie der Auffassung zu, dass die
Aussage „Grundsätzlich ist auch eine Antragsabgabe oder
Terminvergabe direkt bei den Auslandsvertretungen möglich, jedoch sind die
Kapazitäten sehr beschränkt und die Wartezeiten daher länger als bei
IDATA“ (
www.tuerkei.diplo.de/Vertretung/tuerkei/de/02-visa/01-
kurzfristige-visa/antragsverfahren-idata.html) Reisewillige von einer
Antragstellung in den Visastellen eher abhält, obwohl nach Auskunft
der Bundesregierung die Wartezeit dort „höchstens neun Tage“
betragen soll (Antwort zu Frage 27 auf Bundestagsdrucksache 18/1212),
und warum fehlt an dieser Stelle der Hinweis, dass die Antragstellung
in den Visastellen im Gegensatz zur Antragstellung über iDATA
kostenlos ist (bitte ausführen)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 18 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/57 wird verwiesen. Den
Antragstellern werden auf der Homepage und in dem verlinkten „Infoblatt Nr. 3
Allgemeine Informationen zum Schengenvisum (C-Visum) 02/2015“ alle
erforderlichen Informationen zur Verfügung gestellt. Im Interesse der umfassenden
Information der Antragsteller ist es geboten, diese dabei auch auf Wartezeiten
zur Antragstellung bei den Auslandsvertretungen hinzuweisen, die länger sind
als beim externen Dienstleister.
d) Wie wird gerechtfertigt, dass im Internet unter „Häufig gestellte
Fragen zum Visumsverfahren“ (
www.tuerkei.diplo.de/Vertretung/tuerkei/
de/02-visa/03-haufig-gestellte-fragen-zum-visumsverfahren/0-haufig-
gestellte-fragen-zum-visumsverfahren.html) die Frage, ob ein Antrag
zwingend über iDATA gestellt werden muss, genauso wenig
vorkommt wie ein Hinweis darauf, dass es die Alternative einer
kostenlosen Antragstellung in den Visastellen gibt?
Die Rubrik „Häufig gestellte Fragen“ richtet sich nach lokalen Gegebenheiten.
Sie richtet sich nach tatsächlich häufig gestellten Fragen und kann keinen
Fragenkatalog enthalten, der jede denkbare Nachfrage umfasst.
Drucksache 18/4765 – 20 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodee) Wie hoch ist der prozentuale Anteil von Visaantragstellungen direkt in
den Visastellen im Vergleich zu Antragstellungen über die Firma
iDATA derzeit, wie hat sich dieser Anteil seit Externalisierung des
Verfahrens entwickelt, und wie war der Anteil insbesondere zu der Zeit,
als im Internet noch „unzweideutig über die Möglichkeit der direkten
Antragstellung in der Visastelle informiert“ wurde?
Es wird nicht statistisch erfasst, wie viele Antragsteller ihre Anträge direkt bei
den Auslandsvertretungen stellen; nach Schätzung der Auslandsvertretungen
entscheiden sich seit Beginn der Auslagerung 5 bis 10 Prozent der Antragsteller
für diese Option. Eine statistische Zuordnung von Antragstellerverhalten in
Bezug auf Veränderungen der Homepage einer Auslandsvertretung ist nicht
möglich.
f) Wird die Bundesregierung veranlassen, dass im Internet wieder
„unzweideutig über die Möglichkeit der direkten Antragstellung in der
Visastelle informiert“ wird, und wenn nein, warum nicht?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 22 und 22a bis 22c verwiesen.
23. Wird sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für eine Änderung von
Artikel 10 des Visakodex einsetzen, so dass generell eine
Vertretungsmöglichkeit oder schriftliche Erstantragstellung möglich wird, weil sich die
Verpflichtung zur persönlichen Antragstellung nach der Rechtsauffassung
der Bundesregierung durch eine Antragstellung über externe Dienstleister
einfach umgehen lässt (bitte begründen), und wenn nein, wie will sie dem
Vorwurf begegnen, dass die Ungleichbehandlung in Bezug auf die Pflicht
zur persönlichen Vorsprache vor allem deshalb aufrechterhalten werden
soll, um Reisende zur Inanspruchnahme privater Dienstleister zu bewegen
(bitte begründen; Wiederholung der Frage 30 auf Bundestagsdrucksache
18/1212, nachdem es dort in der Beantwortung dieser Frage hieß, dass die
Bundesregierung zum Entwurf eines geänderten Visakodex „noch keine
Position festgelegt“ habe)?
Wenn sich die Bundesregierung zu dieser Frage immer noch keine
Position erarbeitet hat, warum nicht, und wann soll dies angesichts
fortgeschrittener Verhandlungen zur Neufassung des EU-Visakodex geschehen?
Einer Abschaffung des Grundsatzes des persönlichen Erscheinens wird die
Bundesregierung nur zustimmen, wenn die Auslandsvertretungen weiterhin die
Möglichkeit haben werden, in begründeten Fällen die Entscheidung über den
Visumantrag vom persönlichen Erscheinen des Antragstellers abhängig zu
machen. Innerhalb der Bundesregierung sind die Abstimmungen zu
Detailregelungen zu Artikel 10 noch nicht abgeschlossen.
24. Welche Kernpositionierungen wurden innerhalb der Bundesregierung zur
Neuformulierung des EU-Visakodex insgesamt getroffenen, für welche
Schwerpunkte setzt sich Deutschland auf EU-Ebene diesbezüglich ein,
welche Änderungsvorschläge der Europäischen Kommission oder anderer
Mitgliedstaaten will sie verhindern, wie ist der bisherige Verlauf der
Verhandlungen aus Sicht der Bundesregierung, und wie sind die künftigen
Schritte?
Der Entwurf zur Novellierung des Visakodex zielt vor allem darauf ab, durch
eine Erleichterung des Visumverfahrens Wachstumsimpulse für die europäische
Wirtschaft zu schaffen. Dies soll durch vereinfachte und beschleunigte
Antragsverfahren, eine Ausweitung des Konzepts des „bona-fide-Reisenden“ sowie mit
der Einführung einer neuen Visumskategorie (Rundreisevisum) mit einer Gül-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/4765tigkeitsdauer von bis zu zwei Jahren realisiert werden. Die Bundesregierung
begrüßt die Intention der Europäischen Kommission, das wirtschaftliche Potential
von Visaerleichterungen im Tourismusbereich stärker in den Blick zu nehmen.
Allerdings zählen für die Bundesregierung nicht nur die angestrebte
Vereinfachung und Verkürzung der Visumverfahren sondern auch die sicherheits- und
migrationspolitischen Belange der Mitgliedstaaten und die Aufrechterhaltung
der erforderlichen Kontrolldichte im Visumverfahren. Diesen verschiedenen
Interessen gleichermaßen Rechnung zu tragen, ist ein entscheidendes Anliegen der
Bundesregierung während der laufenden Verhandlungen zur Revision des
Visakodex. Kernpositionen der Bundesregierung betreffen vor allem die Vorschläge
zur Abschaffung der Reisekrankenversicherung, zur Verkürzung der
Bearbeitungszeiten im Visum- und Konsultationsverfahren sowie zur Einführung einer
Regelung, künftig C-Visa an den Außengrenzen zu beantragen bzw.
auszustellen, die abgelehnt wird. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung für eine
Nachjustierung der neu einzuführenden Kategorie des „VIS registrierten
Reisenden“ sowie des „VIS registrierten Vielreisenden“ ein.
25. Welche Daten wurden der Europäischen Kommission für den Zeitraum
der 16. bis 20. Kalenderwoche 2014 durch die Bundesregierung zu
Außengrenzübertritten (Ein- und Ausreise) bezüglich freizügigkeitsberechtigter
Personen, visumfreier Drittausländer und visumpflichtiger Drittausländer
übermittelt, welche diesbezüglichen Informationen wurden der
Europäischen Kommission aus anderen EU-Mitgliedstaaten übermittelt, und
welche Auswertungen oder Schlussfolgerungen gab es diesbezüglich (bitte
konkret und ausführlich darlegen)?
Der Europäischen Kommission wurden unter Verwendung einer von dort
bereitgestellten Vorlage nachfolgende Daten übermittelt:
Ein- und Ausreisen ohne Berücksichtigung automatisierter
Grenzkontrollsysteme:
Einreisen über Flughäfen
Ausreisen über Flughäfen
Einreisen über Seehäfen
Ausreisen über Seehäfen
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtige
Drittausländer
328 561 112 000 103 594
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtige
Drittausländer
344 571 98 802 119 760
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtige
Drittausländer
24 126 5 188 3 711
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtigen
Drittausländern
22 013 5 432 3 251
Drucksache 18/4765 – 22 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeGesamtzahl: 1 171 009
Gesamtzahl nach Einreise- bzw. Ausreise:
Einreise: 577 180
Ausreise: 593 829
Gesamtzahl nach Art des Grenzübergangs:
Flughafen: 1 107 288
Seehafen 63 721
Ein- und Ausreisen nach Art des Grenzübergangs:
Gesamtzahl nach Personenkategorien
Anzahl der Ein- und Ausreise nach Personenkategorien
Ein - und Ausreisen durch automatisierte Grenzkontrollsysteme:
Einreisen über Flughäfen durch automatisierte Grenzkontrollsysteme
Ausreisen über Flughäfen durch automatisierte Grenzkontrollsysteme
Gesamtzahl: 38 949
Gesamtzahl nach Einreise- bzw. Ausreise:
Einreise: 25 983
Ausreise: 12 966
Einreise Ausreise
Flughäfen 544 155 563 133
Seehäfen 33 025 30 696
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtigen
Drittausländern
719 271 221 422 230 316
Einreise Ausreise
freizügigkeitsberichtigte
Personen
352 687 366 584
visafreie
Drittausländer
117 188 104 234
visumspflichtige
Drittausländer
107 305 123 011
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtigen
Drittausländern
25 950 33 0
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtigen
Drittausländern
12 966 0 0
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 23 – Drucksache 18/4765Gesamtzahl nach Art des Grenzübergangs:
Flughafen: 38 949
Gesamtzahl der Außengrenzübertritte durch automatisierte
Grenzkontrollsysteme nach Art des Grenzübergangs:
Flughäfen
Gesamtzahl der Außengrenzübertritte durch automatisierte
Grenzkontrollsysteme nach Personenkategorien
Anzahl der Außengrenzübertritte durch automatisierte Grenzkontrollsysteme in
der Ein- und Ausreise nach Personenkategorien
Darüber hinaus wurde der Kommission mitgeteilt, dass bei Gegenüberstellung
eines normalen Reisetages in der Erhebungswoche zum reisestärksten Tag des
Jahres sich folgende Werte ergeben:
Flughäfen: + ca. 78 Prozent
Seehäfen: + ca. 300 Prozent
Im Weiteren wurden der Kommission folgende Daten zur Reisendenzählung
übermittelt:
Grenzübergangsstellen in Deutschland zum Zeitpunkt der Zählung:
Land: 0
in Häfen: 103
an Flughäfen: 125
Grenzübergangsstellen mit automatisierten Grenzkontrollsystemen:
Land: 0
in Häfen: 0
an Flughäfen: 4 mit einer Gesamtzahl von 43 Abfertigungsspuren
Der Bundesregierung sind die aus den anderen Mitgliedstaaten übermittelten
Informationen nicht bekannt.
Die Kommission hatte um die Erhebung der Daten zur Verwendung in der
„Technical Study on Smart Borders“, October 2014,
http://ec.europa.eu/dgs/
home-affairs/what-we-do/policies/borders-and-visas/smart-borders/index_en.htm,
gebeten.
freizügigkeitsberechtigte
Personen
visafreie
Drittausländer
visumpflichtigen
Drittausländern
38 916 33 0
Einreise Ausreise
freizügigkeitsberichtigte
Personen
25 950 12 966
visafreie
Drittausländer
33
Drucksache 18/4765 – 24 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode26. Welche Informationen oder Hinweise liegen der Bundesregierung oder
fachkundigen Bediensteten des Auswärtigen Amts zu der Frage vor, in
welcher Größenordnung oder in welchen Fallkonstellationen mit einer
Verpflichtungserklärung eingeladene Personen nicht zeitgerecht wieder
ausgereist sind, und falls keine genaueren Informationen hierzu vorliegen
sollten, wie wird dann die grundsätzliche Haltung gerechtfertigt, dass auch
das Vorliegen einer Verpflichtungserklärung nicht dazu führt, dass in
Fällen, in denen die Rückkehrbereitschaft infrage gestellt wird, ein Visum
erteilt wird (bitte ausführen)?
Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung liegen der Bundesregierung nicht vor.
27. Mit welcher Begründung hält die Bundesregierung die Möglichkeit der
Erteilung von „Verlobten“-Visa für noch nicht verheiratete Paare zum
Zweck des besseren Kennenlernens in Deutschland für nicht erforderlich
(siehe Vorbemerkung der Fragesteller) vor dem Hintergrund, dass in
diesen Fällen eine Eheschließung gerade noch nicht beschlossene Sache ist,
so dass nach Auffassung der Fragesteller der Verweis auf ein Visum zur
Eheschließung fehlgeht, und dass zugleich Besuchsvisa in der Regel mit
der Begründung verweigert werden, dass eigentlich ein Visum zur
Eheschließung beantragt werden müsse, so dass Paare in solchen Situationen
sich oftmals zur Heirat „gezwungen“ sehen, weil eine Einreise des
ausländischen Partners nach Deutschland sonst nicht möglich ist (bitte
ausführen)?
Der in Artikel 6 des Grundgesetzes (GG) verankerte Schutz der Ehe und Familie
schlägt sich auch im deutschen Aufenthaltsrecht nieder, welches Ehegatten
deutscher Staatsangehöriger und freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger einen
Anspruch auf Erteilung eines Aufenthaltstitels gewährt. Bei nicht amtlichen
Partnerschaften ist jedoch der Schutzbereich des Artikels 6 GG nicht eröffnet.
Möglichkeiten, solchen Paaren ein längerfristiges versuchsweises Zusammenleben
zu ermöglichen, sieht das geltende Recht nicht vor.
Vor diesem Hintergrund sind Gesetzesänderungen zugunsten nicht amtlicher
Lebensgemeinschaften nicht geplant. Lebensgefährten deutscher
Staatsangehöriger und freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger haben nach dem geltenden
Recht bei Vorliegen der Visumerteilungsvoraussetzungen des Visakodex das
Recht, sich für 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengen-
Raum aufzuhalten. Drittstaatsangehörige, die beabsichtigen, ihren in
Deutschland lebenden Partner in Deutschland zu heiraten und anschließend dort ihren
Wohnsitz zu nehmen, können ein Visum zum Zwecke der Eheschließung und
anschließendem dauerhaften Aufenthalt beantragen.
28. Wurde inzwischen untersucht, ob die online vergebenen Termine für eine
Visabeantragung in Shanghai – ähnlich wie in Beirut (vgl. Fragen 37 ff.
auf Bundestagsdrucksache 18/1212) – durch systematische Buchungen
von Betrügern gegen einen Aufpreis vergeben werden, weil nicht nur an
drei Tagen im März 2014 dort keinerlei Termine zu erhalten waren (vgl.
Frage 31 auf Bundestagsdrucksache 18/1212), sondern ebenfalls nicht am
11. Februar 2015, 10. März 2015 oder 11. März 2015 – drei Tage, an denen
nach dem Zufallsprinzip mehrfach eine Terminabfrage gemacht wurde –,
und welchen Sinn hat ein Onlineterminsystem, wenn dort für gewöhnliche
Interessenten nach Informationen der Fragesteller nur sehr selten Termine
zu erhalten sind, wovon sich die Bundesregierung durch entsprechende
Probeabrufe im Internet jederzeit selbst ein Bild machen kann: www.
china.diplo.de/Vertretung/china/de/01-Visa-und-Konsularservice/01-visa/
01-schengenvisa/02-botschaft-konsulat/02-shan/01-gk-shanghai.html
(bitte ausführen in Bezug auf Shanghai, aber auch mit Bezug auf die aktu-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 25 – Drucksache 18/4765elle Situation in Beirut und die generelle Problematik der
Onlineterminvergabe weltweit)?
Das Generalkonsulat Shanghai arbeitet wie viele andere deutsche
Auslandsvertretungen weltweit mit einem internetbasierten Terminvereinbarungssystem. Es
hat sich als sinnvolles Hilfsmittel erwiesen, um die Zuteilung von Terminen zur
Antragstellung effizient, kostenfrei und kundenfreundlich zu organisieren. Das
Generalkonsulat Shanghai hat keine Kenntnis darüber, dass im Amtsbezirk des
Generalkonsulats Agenturen tätig sind, die den Buchungsvorgang im Auftrag
des Antragstellers vornehmen. Rechtlich wäre ein solcher Vorgang nicht zu
beanstanden: Eine Terminbuchung kann nur dann zu einer persönlichen
Vorsprache führen, wenn die beim Buchungsvorgang eingegeben Daten mit den Daten
des Antragstellers bei dessen Vorsprache übereinstimmen. Dies setzt voraus,
dass Dritte, z. B. Terminagenturen, aber auch Familienangehörige, über die
Daten der Antragsteller verfügen, was ohne deren Zustimmung nicht möglich ist.
Ergänzend wird auf die Antwort zu den Fragen 31 und 38 der Kleinen Anfrage
der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/1212 verwiesen.
Es ist im Übrigen nicht zutreffend, dass für gewöhnliche Interessenten keine
Termine im Online-Buchungssystem des Generalkonsulats Shanghai zu erhalten
seien. Die online freigeschalteten Termine zur Beantragung eines
Schengenvisums in der Visastelle sind jedoch in der Regel schnell ausgebucht. Durch
Stornierungen werden regelmäßig kurzfristig wieder Termine frei. Darüber
hinaus können Antragsteller, die nicht die Möglichkeit der Beantragung über den
externen Dienstleister nutzen wollen und über das Online-Buchungssystem
keinen Termin erhalten konnten, jeden Mittwoch von 13 bis 14 Uhr in der
Visastelle vorsprechen und einen Termin für die Antragstellung innerhalb der
nächsten 14 Tage vereinbaren. Ein entsprechender Hinweis ist der Homepage des
Generalkonsulats Shanghai zu entnehmen. Neben der Möglichkeit der
Direktabgabe eines Visumantrags in der Visastelle des Generalkonsulats Shanghai
bietet der externe Dienstleister TLS contact die Möglichkeit der Antragstellung
innerhalb von 48 Stunden.
29. Wie lauteten bzw. lauten wörtlich die zentralen Sprachregelungen und
Argumentationslinien in Remonstrationsbescheiden und
Klageerwiderungen, die infolge des „Koushkaki“-Urteils des EuGH geändert wurden,
vorher und nachher (Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung zu Frage 36
der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 18/1212)?
In den Formulierungshilfen, die das Auswärtige Amt den Visastellen für die
Abfassung von Remonstrationsbescheiden und Klageerwiderungen in
Schengenvisa betreffenden Einzelfällen zur Verfügung stellt, wurde aufgrund der
Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 19. Dezember 2013 (C-84/12,
„Koushkaki“) der folgende Passus eingefügt:
„Da die Prüfung eines Visumantrages mit komplexen Bewertungen verbunden
ist, die sich u. a. auf die Persönlichkeit des Antragstellers, seine Integration im
Heimatland, die mit der Einreise des Antragstellers verbundene Gefahr für die
öffentliche Sicherheit, die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaates
sowie die politische, soziale und wirtschaftliche Lage des Heimatlandes
beziehen, verfügt die zuständige Auslandsvertretung nach aktueller Rechtsprechung
des EuGH bei der Beurteilung der Erteilungsvoraussetzungen für Schengen-
Visa über einen weiten Beurteilungsspielraum. Dieser weite
Beurteilungsspielraum bezieht sich sowohl auf die Anwendungsvoraussetzungen des Artikel 32
Absatz 1 Visakodex als auch auf die Würdigung der Tatsachen, die für die
Feststellung maßgeblich sind, ob die in dieser Bestimmung genannten Gründe der
Drucksache 18/4765 – 26 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeErteilung des beantragten Visums entgegenstehen (EuGH, Urteil v. 19.
Dezember 2013, Az. C-84/13).“
Zugleich wurden Textelemente entfernt, die sich auf die Ausübung von
Ermessen bei der Entscheidung über einen Schengenvisumantrag bezogen. Damit
wurde dem vom Europäischen Gerichtshof vertretenen Rechtsstandpunkt
Rechnung getragen, dass die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats einem
Antragsteller nur dann ein Schengen-Visum verweigern dürfen, wenn einer der in
den Bestimmungen des Visakodex abschließend aufgezählten
Ablehnungsgründe gegeben ist, die Behörden bei der Prüfung des Antrags jedoch einen
weiten Beurteilungsspielraum haben, der sich sowohl auf die
Anwendungsvoraussetzungen des Artikel 32 Absatz 1 Visakodex als auch auf die Würdigung der
Tatsachen bezieht, die für die Feststellung maßgeblich sind, ob die in dieser
Bestimmung genannten Gründe der Erteilung des beantragten Visums
entgegenstehen.
30. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus dem konkreten Erfahrungsbericht des Leipziger Vereins
Verantwortung für Flüchtlinge e. V. (
www.kosova-aktuell.de/index.
php?option=com_content&view=article&id=2828Prozent3
Akosovabehindert-das-deutsche-konsulat-visaerteilungen&catid=27&Itemid=115),
wonach eine Terminvereinbarung bei der deutschen Botschaft in Pristina
nur online möglich sei, jedoch im September 2014 schon alle Termine für
das Jahr 2014 vergeben gewesen wären, eine telefonische
Kontaktaufnahme zu den angegebenen Sprechzeiten des Weiteren daran gescheitert
sei, dass niemand – über Tage hinweg – den Hörer abgenommen habe oder
immer besetzt gewesen sei, so dass die Vermutung angestellt wurde, es
gehe bewusst niemand ans Telefon, um eine zusätzliche Annahme von
Visumsanträgen zu vermeiden (bitte ausführen)?
Es entspricht nicht den Tatsachen, dass im September 2014 bei der Botschaft
Pristina bereits alle Termine zur Visumbeantragung für das Jahr 2014 vergeben
worden waren. Noch zum 1. Oktober 2014 konnten Termine zur Beantragung
eines Schengen-Visums für Geschäftszwecke für den 24. Oktober 2014 gebucht
werden. Auch im Bereich der nationalen Visa konnten Termine für Mitte
November vereinbart werden. Lediglich für private Besuchsreisen waren zu
Anfang Oktober 2014 bereits alle Termine zur Antragstellung bis Mitte
Dezember ausgebucht. Hierbei blieb die Botschaft Pristina jedoch immer in der Lage,
auf eilbedürftige Fälle zeitnah durch die Gewährung von Sonderterminen
adäquat zu reagieren. Eine Analyse ergab, dass in Pristina viele Antragsteller
gezielt versuchen, unter Angabe falscher Daten mehrere Termine gleichzeitig für
sich zu reservieren, und damit das für alle Antragsteller zur Verfügung gestellte
Terminangebot blockieren. Die Botschaft ist bemüht, diese blockierten
Kapazitäten zu identifizieren und für reguläre Terminbuchungen wieder freizugeben.
Dies ist mit einem hohen Aufwand verbunden.
Grundsätzlich werden Termine zur Visumantragstellung an der Botschaft
Pristina über das Online-Terminvergabesystem der Botschaft vergeben, nicht
über Telefon oder per E-Mail. Auf der Homepage der Botschaft werden
umfassende Informationen für die Visumantragstellung zur Verfügung gestellt.
Die Botschaft Pristina ist allgemein telefonisch gut erreichbar; ein
durchgehender Telefonservice für Visumangelegenheiten ist jedoch aus Kapazitätsgründen
nicht möglich.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 27 – Drucksache 18/4765Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 1
a) Weltweit bearbeitete Visumanträge 2014
Stand: 09.04.2015
Land AV-Ort Erteilt Abgelehnt Zurückgezogen Bearbeitet Ablehnungs-quote
Afghanistan Kabul 3.612 1.211 43 4.866 24,89%
Ägypten Kairo 29.103 2.042 208 31.353 6,51%
Albanien Tirana 893 167 22 1.082 15,43%
Algerien Algier 5.146 1.553 45 6.744 23,03%
Angola Luanda 1.960 768 25 2.753 27,90%
Argentinien Buenos Aires 947 31 26 1.004 3,09%
Armenien Eriwan 13.000 1.365 368 14.733 9,26%
Aserbaidschan Baku 16.276 768 52 17.096 4,49%
Äthiopien Addis Abeba 3.121 1.013 66 4.200 24,12%
Australien Canberra 86 0 7 93 0,00%
Australien Sydney 424 13 11 448 2,90%
Gesamt Australien 510 13 18 541 2,40%
Bahrain Manama 7.361 74 38 7.473 0,99%
Bangladesch Dhaka 3.951 1.287 18 5.256 24,49%
Belgien Brüssel 197 0 14 211 0,00%
Benin Cotonou 1.177 243 8 1.428 17,02%
Bolivien La Paz 1.616 24 13 1.653 1,45%
Bosnien und
Herzegowina Sarajewo 6.484 654 267 7.405 8,83%
Botsuana Gaborone 986 21 4 1.011 2,08%
Brasilien Porto Alegre 228 12 6 246 4,88%
Brasilien Recife 126 9 4 139 6,47%
Brasilien Rio de Janeiro 332 12 26 370 3,24%
Brasilien São Paulo 987 46 78 1.111 4,14%
Gesamt Brasilien 1.673 79 114 1.866 4,23%
Bulgarien Sofia 831 50 7 888 5,63%
Burkina Faso Ouagadougou 1.196 265 7 1.468 18,05%
Chile Santiago de Chile 949 34 22 1.005 3,38%
China Chengdu 13.573 500 77 14.150 3,53%
China Hongkong 3.021 10 28 3.059 0,33%
China Kanton 54.178 2.003 127 56.308 3,56%
China Peking 125.084 7.385 238 132.707 5,56%
China Shanghai 129.539 4.199 231 133.969 3,13%
Gesamt China 325.395 14.097 701 340.193 4,14%
Costa Rica San José 306 5 6 317 1,58%
Côte d'Ivoire Abidjan 1.106 342 8 1.456 23,49%
Dänemark Kopenhagen 124 11 2 137 8,03%
Dominikanische
Republik Santo Domingo 2.332 860 22 3.214 26,76%
Ecuador Quito 4.503 113 44 4.660 2,42%
El Salvador San Salvador 47 1 0 48 2,08%
Estland Tallinn 22 0 1 23 0,00%
Finnland Helsinki 161 5 6 172 2,91%
Frankreich Paris 916 3 12 931 0,32%
Georgien Tiflis 17.101 1.098 72 18.271 6,01%
Ghana Accra 4.090 1.581 18 5.689 27,79%
Griechenland Athen 148 21 0 169 12,43%
Großbritannien Edinburgh 3.454 16 115 3.585 0,45%
Großbritannien London 24.865 677 69 25.611 2,64%
Gesamt
Großbritannien 28.319 693 184 29.196 2,37%
Guatemala Guatemala-Stadt 194 9 4 207 4,35%
Guinea Conakry 699 639 34 1.372 46,57%
Honduras Tegucigalpa 55 0 1 56 0,00%
Indien Bangalore 28.144 2.488 96 30.728 8,10%
Indien Chennai 17.269 2.304 62 19.635 11,73%
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 1
a) Weltweit bearbeitete Visumanträge 2014
Stand: 09.04.2015
Indien Kalkutta 5.494 208 38 5.740 3,62%
Indien Mumbai 40.751 1.473 162 42.386 3,48%
Indien New Delhi 29.175 3.728 113 33.016 11,29%
Gesamt Indien 120.833 10.201 471 131.505 7,76%
Indonesien Jakarta 19.059 622 115 19.796 3,14%
Irak Bagdad 4.697 151 76 4.924 3,07%
Irak Erbil 6.797 257 45 7.099 3,62%
Gesamt Irak 11.494 408 121 12.023 3,39%
Iran Teheran 37.944 4.985 564 43.493 11,46%
Irland Dublin 1.110 56 80 1.246 4,49%
Island Reykjavik 1 0 0 1 0,00%
Israel Tel Aviv 972 11 33 1.016 1,08%
Italien Rom 547 161 9 717 22,45%
Jamaika Kingston 1.243 120 16 1.379 8,70%
Japan Osaka-Kobe 952 9 25 986 0,91%
Japan Tokyo 1.745 0 3 1.748 0,00%
Gesamt Japan 2.697 9 28 2.734 0,33%
Jemen Sanaa 2.101 178 24 2.303 7,73%
Jordanien Amman 9.824 1.172 172 11.168 10,49%
Kambodscha Phnom Penh 1.626 67 11 1.704 3,93%
Kamerun Jaunde 4.526 1.890 32 6.448 29,31%
Kanada Toronto 2.096 38 68 2.202 1,73%
Kanada Vancouver 1.299 7 22 1.328 0,53%
Gesamt Kanada 3.395 45 90 3.530 1,27%
Kasachstan Almaty 20.914 427 74 21.415 1,99%
Kasachstan Astana 24.124 452 184 24.760 1,83%
Gesamt Kasachstan 45.038 879 258 46.175 1,90%
Katar Doha 25.595 999 73 26.667 3,75%
Kenia Nairobi 4.401 1.440 41 5.882 24,48%
Kirgisistan Bischkek 8.190 756 125 9.071 8,33%
Kolumbien Bogotá 12.701 493 94 13.288 3,71%
Kongo Kinshasa 241 19 3 263 7,22%
Korea Seoul 2.502 13 53 2.568 0,51%
Korea, DVR Pjöngjang 269 10 1 280 3,57%
Kosovo Pristina 27.150 6.266 94 33.510 18,70%
Kroatien Zagreb 205 11 2 218 5,05%
Kuba Havanna 3.500 754 65 4.319 17,46%
Kuwait Kuwait 47.963 1.662 62 49.687 3,34%
Laos Vientiane 985 29 1 1.015 2,86%
Lettland Riga 108 18 3 129 13,95%
Libanon Beirut 25.837 2.012 448 28.297 7,11%
Libyen Tripolis 4.409 606 196 5.211 11,63%
Litauen Wilna 41 6 0 47 12,77%
Luxemburg Luxemburg 60 2 8 70 2,86%
Malaysia Kuala Lumpur 1.493 87 25 1.605 5,42%
Mali Bamako 565 201 5 771 26,07%
Malta Valletta 13 2 0 15 13,33%
Marokko Rabat 14.771 2.587 69 17.427 14,84%
Mauretanien Nouakchott 594 172 2 768 22,40%
Mazedonien Skopje 1.441 355 1 1.797 19,76%
Mexiko Mexiko-Stadt 4.856 156 83 5.095 3,06%
Moldau Chisinau 2.418 91 13 2.522 3,61%
Mongolei Ulan Bator 9.373 606 143 10.122 5,99%
Montenegro Podgorica 370 72 11 453 15,89%
Mosambik Maputo 773 92 32 897 10,26%
Myanmar Rangun 2.647 37 14 2.698 1,37%
Namibia Windhuk 5.458 42 133 5.633 0,75%
Nepal Kathmandu 4.252 528 34 4.814 10,97%
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 1
a) Weltweit bearbeitete Visumanträge 2014
Stand: 09.04.2015
Neuseeland Wellington 495 14 8 517 2,71%
Nicaragua Managua 98 1 0 99 1,01%
Niederlande Amsterdam 456 8 3 467 1,71%
Nigeria Abuja 1.494 51 32 1.577 3,23%
Nigeria Lagos 10.450 4.522 150 15.122 29,90%
Gesamt Nigeria 11.944 4.573 182 16.699 27,38%
Norwegen Oslo 48 0 1 49 0,00%
Oman Maskat 9.427 31 22 9.480 0,33%
Österreich Wien 431 40 13 484 8,26%
Pakistan Islamabad 8.054 2.427 55 10.536 23,04%
Pakistan Karachi 6.100 1.372 50 7.522 18,24%
Gesamt Pakistan 14.154 3.799 105 18.058 21,04%
Palästinensische
Gebiete Ramallah 4.055 336 42 4.433 7,58%
Panama Panama 298 2 10 310 0,65%
Paraguay Asunción 211 7 3 221 3,17%
Peru Lima 6.625 169 62 6.856 2,46%
Philippinen Manila 14.731 1.229 85 16.045 7,66%
Polen Warschau 395 21 7 423 4,96%
Portugal Lissabon 115 8 0 123 6,50%
Ruanda Kigali 147 23 4 174 13,22%
Rumänien Bukarest 412 52 22 486 10,70%
Russische Föderation Jekaterinburg 35.364 781 146 36.291 2,15%
Russische Föderation Kaliningrad 43.325 465 60 43.850 1,06%
Russische Föderation Moskau 268.314 7.201 1.005 276.520 2,60%
Russische Föderation Nowosibirsk 48.447 2.362 68 50.877 4,64%
Russische Föderation St. Petersburg 33.899 435 30 34.364 1,27%
Gesamt Russische
Föderation 429.349 11.244 1.309 441.902 2,54%
Sambia Lusaka 910 36 31 977 3,68%
Saudi-Arabien Djidda 14.103 239 38 14.380 1,66%
Saudi-Arabien Riad 44.433 2.130 185 46.748 4,56%
Gesamt Saudi-
Arabien 58.536 2.369 223 61.128 3,88%
Schweden Stockholm 179 20 6 205 9,76%
Schweiz Bern 428 13 49 490 2,65%
Senegal Dakar 2.202 1.166 19 3.387 34,43%
Serbien Belgrad 5.963 743 154 6.860 10,83%
Simbabwe Harare 1.179 45 31 1.255 3,59%
Singapur Singapur 4.550 61 83 4.694 1,30%
Slowakei Pressburg 15 1 0 16 6,25%
Slowenien Laibach 4.888 114 0 5.002 2,28%
Spanien Madrid 337 89 16 442 20,14%
Sri Lanka Colombo 4.913 741 66 5.720 12,95%
Südafrika Kapstadt 10.115 51 27 10.193 0,50%
Südafrika Pretoria 19.660 143 53 19.856 0,72%
Gesamt Südafrika 29.775 194 80 30.049 0,65%
Sudan Khartum 1.249 253 27 1.529 16,55%
Tadschikistan Duschanbe 3.738 62 51 3.851 1,61%
Taiwan Taipei 1.846 18 56 1.920 0,94%
Tansania Daressalam 2.948 118 23 3.089 3,82%
Thailand Bangkok 45.859 1.500 115 47.474 3,16%
Togo Lomé 1.011 117 16 1.144 10,23%
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 1
a) Weltweit bearbeitete Visumanträge 2014
Stand: 09.04.2015
Trinidad und Tobago Port-of-Spain 2.608 5 2 2.615 0,19%
Tschechische
Republik Prag 159 24 2 185 12,97%
Tunesien Tunis 14.547 1.572 227 16.346 9,62%
Türkei Ankara 62.822 7.141 914 70.877 10,08%
Türkei Istanbul 110.582 5.180 309 116.071 4,46%
Türkei Izmir 34.983 1.446 93 36.522 3,96%
Gesamt Türkei 208.387 13.767 1.316 223.470 6,16%
Turkmenistan Aschgabat 4.327 81 40 4.448 1,82%
Uganda Kampala 1.990 418 25 2.433 17,18%
Ukraine Kiew 104.224 5.316 422 109.962 4,83%
Ungarn Budapest 74 15 1 90 16,67%
Uruguay Montevideo 77 1 0 78 1,28%
USA Atlanta 1.440 2 17 1.459 0,14%
USA Boston 1.376 5 5 1.386 0,36%
USA Chicago 2.810 23 46 2.879 0,80%
USA Houston 1.821 30 17 1.868 1,61%
USA Los Angeles 1.887 11 27 1.925 0,57%
USA Miami 1.002 7 18 1.027 0,68%
USA New York 3.759 25 103 3.887 0,64%
USA San Francisco 2.693 14 32 2.739 0,51%
USA Washington 1.484 9 8 1.501 0,60%
Gesamt USA 18.272 126 273 18.671 0,67%
Usbekistan Taschkent 6.647 789 81 7.517 10,50%
VAE Abu Dhabi 25.382 954 129 26.465 3,60%
VAE Dubai 52.484 4.900 110 57.494 8,52%
Gesamt VAE 77.866 5.854 239 83.959 6,97%
Venezuela Caracas 1.272 39 59 1.370 2,85%
Vietnam Hanoi 9.256 1.393 118 10.767 12,94%
Vietnam Ho-Chi-Minh-Stadt 6.586 757 50 7.393 10,24%
Gesamt Vietnam 15.842 2.150 168 18.160 11,84%
Weißrussland Minsk 70.992 274 150 71.416 0,38%
Zypern Nikosia 1.442 121 14 1.577 7,67%
Gesamt Welt 2.154.741 131.837 12.301 2.298.879 5,73%
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Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 2
Entwicklung erteilte Visa und Ablehnungsquoten 2013-2014
Stand: 09.04.2015
Land AV-Ort Erteilt 2013
Erteilt
2014
Veränderung
zum Vorjahr
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Ablehnungsquote 2013
Ablehnungsquote 2014
Veränderung
zum Vorjahr
in %
Afghanistan Kabul 2.107 3.612 71,43 44,54% 24,89% -44,12
Ägypten Kairo 25.067 29.103 16,10 10,53% 6,51% -38,13
Argentinien Buenos Aires 875 947 8,23 8,09% 3,09% -61,83
Armenien Eriwan 12.589 13.000 3,26 19,17% 9,26% -51,66
Australien Canberra 147 86 -41,50 45,96% 0,00% -100,00
Australien Sydney 728 424 -41,76 10,23% 2,90% -71,65
875 510 -41,71 19,21% 2,40% -87,50
Bahrain Manama 7.184 7.361 2,46 6,10% 0,99% -83,78
Bangladesch Dhaka 3.881 3.951 1,80 33,62% 24,49% -27,18
Belgien Brüssel 182 197 8,24 11,22% 0,00% -100,00
Benin Cotonou 998 1.177 17,94 9,60% 17,02% 77,23
Bolivien La Paz 1.568 1.616 3,06 4,68% 1,45% -68,98
Bosnien und
Herzegowina Sarajewo 5.418 6.484 19,68 14,95% 8,83% -40,90
Botsuana Gaborone 841 986 17,24 6,24% 2,08% -66,73
Brasilien Porto Alegre 208 228 9,62 10,34% 4,88% -52,85
Brasilien Recife 107 126 17,76 18,94% 6,47% -65,81
Brasilien Rio de Janeiro 308 332 7,79 12,99% 3,24% -75,04
Brasilien São Paulo 928 987 6,36 14,94% 4,14% -72,29
1.551 1.673 7,87 14,26% 4,23% -70,34
Bulgarien Sofia 752 831 10,51 3,59% 5,63% 56,85
Burkina Faso Ouagadougou 1.079 1.196 10,84 22,43% 18,05% -19,52
Chile Santiago de Chile 788 949 20,43 9,74% 3,38% -65,25
China Chengdu 13.906 13.573 -2,39 10,76% 3,53% -67,15
China Hongkong 2.960 3.021 2,06 1,92% 0,33% -82,99
China Kanton 42.227 54.178 28,30 5,40% 3,56% -34,09
China Peking 118.725 125.084 5,36 9,13% 5,56% -39,03
China Shanghai 111.348 129.539 16,34 5,88% 3,13% -46,71
289.166 325.395 12,53 7,38% 4,14% -43,87
Costa Rica San José 316 306 -3,16 9,20% 1,58% -82,85
Dänemark Kopenhagen 132 124 -6,06 6,38% 8,03% 25,79
Ecuador Quito 5.015 4.503 -10,21 4,33% 2,42% -44,00
El Salvador San Salvador 38 47 23,68 7,32% 2,08% -71,53
Estland Tallinn 20 22 10,00 9,09% 0,00% -100,00
Finnland Helsinki 140 161 15,00 13,04% 2,91% -77,71
Frankreich Paris 1.002 916 -8,58 6,79% 0,32% -95,25
Georgien Tiflis 16.934 17.101 0,99 12,30% 6,01% -51,14
Griechenland Athen 125 148 18,40 32,43% 12,43% -61,69
Großbritannien Edinburgh 2.973 3.454 16,18 3,00% 0,45% -85,13
Großbritannien London 24.605 24.865 1,06 10,41% 2,64% -74,60
27.578 28.319 2,69 9,66% 2,37% -75,47
Guatemala Guatemala-Stadt 178 194 8,99 9,18% 4,35% -52,66
Honduras Tegucigalpa 47 55 17,02 22,95% 0,00% -100,00
Indien Mumbai 40.639 40.751 0,28 4,70% 3,48% -26,12
Irak Bagdad 4.734 4.697 -0,78 7,65% 3,07% -59,90
Iran Teheran 29.033 37.944 30,69 30,56% 11,46% -62,49
Irland Dublin 1.053 1.110 5,41 11,74% 4,49% -61,70
Island Reykjavik 4 1 -75,00 0,00% 0,00% n.a.
Israel Tel Aviv 702 972 38,46 17,41% 1,08% -93,78
Italien Rom 494 547 10,73 31,39% 22,45% -28,46
Japan Osaka-Kobe 944 952 0,85 5,88% 0,91% -84,48
Australien Gesamt
Brasilien Gesamt
China Gesamt
Großbritannien Gesamt
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 2
Entwicklung erteilte Visa und Ablehnungsquoten 2013-2014
Stand: 09.04.2015
Land AV-Ort Erteilt 2013
Erteilt
2014
Veränderung
zum Vorjahr
in %
Ablehnungsquote 2013
Ablehnungsquote 2014
Veränderung
zum Vorjahr
in %
Japan Tokyo 1.573 1.745 10,93 2,36% 0,00% -100,00
2.517 2.697 7,15 3,71% 0,33% -91,11
Jordanien Amman 9.098 9.824 7,98 17,93% 10,49% -41,45
Kambodscha Phnom Penh 1.370 1.626 18,69 8,18% 3,93% -51,91
Kanada Toronto 2.078 2.096 0,87 8,54% 1,73% -79,79
Kanada Vancouver 1.975 1.299 -34,23 4,40% 0,53% -88,03
4.053 3.395 -16,23 6,57% 1,27% -80,67
Kasachstan Astana 22.949 24.124 5,12 3,69% 1,83% -50,57
Katar Doha 24.185 25.595 5,83 5,65% 3,75% -33,64
Kongo Kinshasa 266 241 -9,40 32,49% 7,22% -77,76
Korea Seoul 1.974 2.502 26,75 5,82% 0,51% -91,30
Korea, DVR Pjöngjang 264 269 1,89 7,69% 3,57% -53,57
Kroatien Zagreb 9.297 205 -97,79 3,62% 5,05% 39,46
Kuwait Kuwait 35.827 47.963 33,87 4,21% 3,34% -20,61
Laos Vientiane 924 985 6,60 4,94% 2,86% -42,14
Lettland Riga 109 108 -0,92 19,85% 13,95% -29,72
Libanon Beirut 9.877 25.837 161,59 22,81% 7,11% -68,83
Libyen Tripolis 3.394 4.409 29,91 16,55% 11,63% -29,72
Litauen Wilna 27 41 51,85 32,50% 12,77% -60,72
Luxemburg Luxemburg 60 60 0,00 10,45% 2,86% -72,65
Malaysia Kuala Lumpur 1.257 1.493 18,77 10,53% 5,42% -48,54
Mali Bamako 470 565 20,21 38,16% 26,07% -31,68
Malta Valletta 17 13 -23,53 39,29% 13,33% -66,06
Mexiko Mexiko-Stadt 3.517 4.856 38,07 10,05% 3,06% -69,54
Moldau Chisinau 7.276 2.418 -66,77 4,40% 3,61% -18,02
Montenegro Podgorica 348 370 6,32 25,96% 15,89% -38,77
Mosambik Maputo 637 773 21,35 20,47% 10,26% -49,91
Myanmar Rangun 2.864 2.647 -7,58 4,57% 1,37% -69,96
Namibia Windhuk 4.869 5.458 12,10 5,69% 0,75% -86,91
Neuseeland Wellington 505 495 -1,98 4,90% 2,71% -44,70
Nicaragua Managua 76 98 28,95 14,61% 1,01% -93,08
Niederlande Amsterdam 491 456 -7,13 12,94% 1,71% -86,76
Nigeria Abuja 1.347 1.494 10,91 9,72% 3,23% -66,72
Norwegen Oslo 41 48 17,07 29,31% 0,00% -100,00
Oman Maskat 7.940 9.427 18,73 2,82% 0,33% -88,38
Österreich Wien 455 431 -5,27 17,87% 8,26% -53,75
Palästinensische
Gebiete Ramallah 3.566 4.055 13,71 11,14% 7,58% -31,95
Panama Panama 548 298 -45,62 6,32% 0,65% -89,80
Paraguay Asunción 185 211 14,05 6,09% 3,17% -48,00
Peru Lima 7.086 6.625 -6,51 3,91% 2,46% -36,89
Philippinen Manila 17.681 14.731 -16,68 5,63% 7,66% 36,03
Polen Warschau 202 395 95,54 20,78% 4,96% -76,11
Portugal Lissabon 135 115 -14,81 19,16% 6,50% -66,06
Ruanda Kigali 246 147 -40,24 18,27% 13,22% -27,66
Russische
Föderation Jekaterinburg 45.954 35.364 -23,04 5,22% 2,15% -58,79
Russische
Föderation Kaliningrad 34.778 43.325 24,58 4,60% 1,06% -76,93
Russische
Föderation Moskau 297.021 268.314 -9,66 4,70% 2,60% -44,55
Russische
Föderation Nowosibirsk 54.589 48.447 -11,25 3,91% 4,64% 18,85
Kanada Gesamt
Japan Gesamt
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 2
Entwicklung erteilte Visa und Ablehnungsquoten 2013-2014
Stand: 09.04.2015
Land AV-Ort Erteilt 2013
Erteilt
2014
Veränderung
zum Vorjahr
in %
Ablehnungsquote 2013
Ablehnungsquote 2014
Veränderung
zum Vorjahr
in %
Russische
Föderation St. Petersburg 33.382 33.899 1,55 3,77% 1,27% -66,43
465.724 429.349 -7,81 4,12% 2,54% -38,35
Sambia Lusaka 1.059 910 -14,07 9,80% 3,68% -62,38
Saudi-Arabien Djidda 10.480 14.103 34,57 3,22% 1,66% -48,43
Schweden Stockholm 253 179 -29,25 15,95% 9,76% -38,82
Schweiz Bern 362 428 18,23 9,95% 2,65% -73,34
Serbien Belgrad 5.311 5.963 12,28 17,08% 10,83% -36,59
Simbabwe Harare 951 1.179 23,97 5,65% 3,59% -36,59
Singapur Singapur 4.706 4.550 -3,31 3,35% 1,30% -61,18
Slowakei Pressburg 9 15 66,67 25,00% 6,25% -75,00
Slowenien Laibach 4.734 4.888 3,25 9,69% 2,28% -76,48
Sri Lanka Colombo 5.006 4.913 -1,86 21,68% 12,95% -40,26
Südafrika Kapstadt 10.206 10.115 -0,89 1,75% 0,50% -71,44
Südafrika Pretoria 19.895 19.660 -1,18 3,65% 0,72% -80,25
30.101 29.775 -1,08 3,01% 0,65% -78,41
Sudan Khartum 636 1.249 96,38 12,88% 16,55% 28,50
Tadschikistan Duschanbe 3.388 3.738 10,33 7,00% 1,61% -77,00
Taiwan Taipei 1.670 1.846 10,54 4,73% 0,94% -80,20
Tansania Daressalam 2.679 2.948 10,04 6,52% 3,82% -41,45
Togo Lomé 822 1.011 22,99 28,33% 10,23% -63,91
Trinidad und
Tobago Port-of-Spain 2.202 2.608 18,44 3,34% 0,19% -94,27
Tschechische
Republik Prag 173 159 -8,09 18,40% 12,97% -29,48
Türkei Ankara 56.369 62.822 11,45 17,00% 10,08% -40,74
Türkei Istanbul 99.144 110.582 11,54 7,56% 4,46% -40,99
155.513 173.404 11,50 6,59% 11,22% 70,26
Turkmenistan Aschgabat 4.233 4.327 2,22 2,53% 1,82% -28,10
Ukraine Kiew 111.006 104.224 -6,11 6,96% 4,83% -30,57
Uruguay Montevideo 71 77 8,45 4,05% 1,28% -68,38
USA Atlanta 1.372 1.440 4,96 9,97% 0,14% -98,63
USA Boston 1.395 1.376 -1,36 3,33% 0,36% -89,15
USA Chicago 2.512 2.810 11,86 10,95% 0,80% -92,71
USA Houston 1.536 1.821 18,55 7,80% 1,61% -79,42
USA Los Angeles 1.965 1.887 -3,97 8,26% 0,57% -93,08
USA Miami 1.306 1.002 -23,28 6,78% 0,68% -89,95
USA New York 4.079 3.759 -7,85 5,51% 0,64% -88,33
USA San Francisco 2.606 2.693 3,34 7,39% 0,51% -93,08
USA Washington 1.637 1.484 -9,35 3,71% 0,60% -83,82
18.408 18.272 -0,74 7,16% 0,67% -90,64
Usbekistan Taschkent 7.497 6.647 -11,34 14,57% 10,50% -27,98
VAE Abu Dhabi 22.278 25.382 13,93 4,87% 3,60% -25,95
VAE Dubai 40.840 52.484 28,51 8,17% 8,52% 4,33
63.118 77.866 23,37 7,03% 6,97% -0,85
Venezuela Caracas 1.528 1.272 -16,75 10,17% 2,85% -72,01
Weißrussland Minsk 71.181 70.992 -0,27 3,22% 0,38% -88,08
Zypern Nikosia 1.657 1.442 -12,98 13,20% 7,67% -41,88
Russische Föderation Gesamt
Südafrika Gesamt
Türkei Gesamt
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Erteilte Visa mit räumlich beschränkter Gültigkeit 2014
Stand: 09.04.2015
Land VRG erteilt
1 Kosovo 23.360
2 Irak 7.334
3 Katar 1.746
4 Türkei 1.322
5 Palästinensische Gebiete 862
6 Sudan 860
7 VAE 848
8 Iran 649
9 Saudi-Arabien 611
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9)
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54
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9.
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1.
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2)
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3)
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7,
9)
1.
62
8
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3.
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3.
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1
3.
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2
2.
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€
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€
4.
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T
€
3.
06
5
T
€
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37
T
€
)
(3
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91
T
€
)
(2
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09
T
€
)
(1
.6
14
T
€
)
(1
.4
48
T
€
)
(4
9,
2)
(1
28
,1
)
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 12
Neuklagen 2014 1702
davon Ehegattennachzug 518
Schengen 639
Kindernachzug 110
Klagegrund nicht erfasst 90
Familienzusammenführung
(sonstige Familienangehörige) 88
Studium 74
Erwerbstätigkeit 65
Familiennachzug Ehegatte und
Kinder 70
Sprachkurs 20
Wiederkehr 15
Sonstige 9
Nachzug gleichgeschlechtliche
Lebenspartnerschaft 4
Neuklagen 2013 1580
davon Ehegattennachzug 556
Schengen 520
Kindernachzug 161
Klagegrund nicht erfasst 82
Familienzusammenführung
(sonstige Familienangehörige) 61
Studium 66
Erwerbstätigkeit 50
Familiennachzug Ehegatte und
Kinder 37
Sprachkurs 15
Wiederkehr 15
Sonstige 16
Nachzug gleichgeschlechtliche
Lebenspartnerschaft 1
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 13 Stand: 26.03.2015
Gebühreneinnahmen im Visumverfahren im Jahr 2014
a) Gesamteinnahmen 2014
Jahr 2014
Gebühreneinnahmen 104.670.201 €
b) Visagebührenaufkommen nach wichtigsten Herkunftsländern (2014)
absteigend sortiert nach Visafallzahlen Herkunftsland; Rang 1-20
Land Einnahmen
Russische Föderation 14.015.083 €
China 19.302.601 €
Türkei 11.758.250 €
Indien 7.474.683 €
Ukraine 2.018.990 €
VAE 4.323.423 €
Weißrussland 3.090.005 €
Saudi-Arabien 3.295.913 €
Kuwait 2.418.228 €
Thailand 2.638.534 €
Kasachstan 2.396.660 €
Iran 2.357.880 €
Kosovo 906.290 €
Ägypten 1.480.792 €
Südafrika 1.555.654 €
Großbritannien 1.331.959 €
Libanon 747.128 €
Katar 1.404.911 €
Indonesien 979.267 €
USA 981.474 €
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 17
a) Aktuelle Wartezeiten Schengenvisa (Privatreisende/Geschäftsreisende) für die
Visumbeantragung bzw. Antragsabgabe in den zwanzig wichtigsten visumpflichtigen Ländern
zum Zeitpunkt der Erstellung der Übersicht
Gastland
/Dienstort
Wartezeiten Schengenvisa in
Arbeitstagen
beim externen
Dienstleistungserbringer
Wartezeiten Schengenvisa in
Arbeitstagen bei
Direktabgabe in der Visastelle
Privatreisende Geschäftsreisende Privatreisende Geschäftsreisende
1. Russische Föderation ( 441.902 bearbeitete Visa)
Moskau keine keine 10 10
St. Petersburg keine keine 1 1
Nowosibirsk keine keine 2 2
Kaliningrad keine keine 15 15
Jekaterinburg keine keine 1 1
2. China ( 340.193 bearbeitete Visa)
Peking 1 1 8 8
Kanton 1 1 10 10
Shanghai 1 1 1 1
Chennai keine keine 1 1
Chengdu keine keine 1 1
3. Türkei ( 223.470 bearbeitete Visa)
Izmir 1 1 10 10
Ankara 1 – 2 1 – 2 5 5
Istanbul 1 – 2 1 – 2 max. 10 max. 10
4. Indien ( 131.505 bearbeitete Visa)
Bangalore keine keine 1 1
New Delhi keine keine 1 1
Kalkutta keine keine 1 1
Mumbai keine keine 7 7
5. Ukraine ( 109.962 bearbeitete Visa)
Kiew keine keine 10 10
6. Vereinigte Arabische Emirate ( 83.959 bearbeitete Visa)
Abu Dhabi 1 - 2 1 – 2 1 1
Dubai 1 1 3 3
7. Weißrussland ( 71.416 bearbeitete Visa)
Minsk entfällt entfällt 1 1
8. Saudi Arabien ( 61.128 bearbeitete Visa)
Riad 1 –2 1 – 2 max. 10 max. 10
Djidda 1 – 2 1 – 2 1 1
9. Kuwait ( 49.687 bearbeitete Visa)
Kuwait Keine Keine 1 – 2 1 – 2
10. Thailand ( 47.474 bearbeitete Visa)
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 17
Bangkok entfällt entfällt 1 1
11. Kasachstan ( 46.175 bearbeitete Visa)
Astana entfällt entfällt 1 2
Almaty entfällt entfällt 1 1
12. Iran ( 43.493 bearbeitete Visa)
Teheran entfällt entfällt 17 17
13. Kosovo ( 33.510 bearbeitete Visa)
Pristina entfällt entfällt 52 22
14. Ägypten ( 31.353 bearbeitete Visa)
Kairo entfällt entfällt 4 4
15. Südafrika ( 30.049 bearbeitete Visa)
Pretoria keine keine 15 * Notfälle
sofort
15 * Notfälle sofort
Kapstadt keine keine 1-5 1-5
16. Libanon (28.297 bearbeitete Visa)
Beirut entfällt entfällt 9 9
17. Katar (26.667 bearbeitete Visa)
Doha 1 1 1 1
18. Indonesien ( 19.796 bearbeitete Visa)
Jakarta entfällt entfällt 1 1
19. Georgien ( 18.271 bearbeitete Visa)
Tiflis entfällt entfällt 3 5
20. Vietnam ( 18.160 bearbeitete Visa)
Hanoi entfällt entfällt 7 7
Ho-Chi-Minh entfällt entfällt 21 10
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 17
1
b) Aktuelle Wartezeiten für einen Termin zur Visumantragstellung nach nationalem Recht in den
Auslandsvertretungen in den zwanzig wichtigsten visumpflichtigen Ländern zum Zeitpunkt der
Erstellung der Übersicht
Gastland/
Dienstort
Wartezeiten nationales
Visum in Arbeitstagen
(wenn nicht anders angegeben)
Familienzusammenführung Arbeitsaufnahme Studium Sonstige
1. Russische Föderation
Moskau 10 10 10 10
St. Petersburg 1 1 1 1
Nowosibirsk 3 3 3 3
Kaliningrad 2 2 2 2
Jekaterinburg 1 1 1 1
2. China
Peking 1 2 2 2
Kanton 1 15 1 15
Shanghai
3 2
Ausnahme
Spezialitätenköche:
4 Wochen.
2 2
Chennai 1 1 1 1
Chengdu 1 1 1 1
3. Türkei
Izmir
3 Monate 7 7 Familienzusammenführung
Syrier
8 Monate
Ankara
6 Monate
1 2 Familienzusammenführung
Syrier
8 Monate
Istanbul
3 1 1 Familienzusammenführung
Syrier
9 Monate
Kein Land weltweit außerhalb der Krisenregion selbst nimmt mehr Flüchtlinge aus Syrien auf als
Deutschland. Seit Beginn des Konfliktes bis Ende 2014 haben über 100.000 Menschen aus Syrien
Zuflucht in Deutschland gefunden: Neben den Bundes- und Länderprogrammen haben bisher zusätzlich
75.000 Flüchtlinge aus Syrien Schutz als Asylberechtigte gefunden. Seit Anfang 2015 steigt die Zahl der
Schutz-berechtigten mit Nachzugsansprüchen deutlich an: Allein von Januar bis März 2015 wurden in
Deutschland 15.000 Menschen aus Syrien als Schutzberechtigte anerkannt. Das Auswärtige Amt hat
deshalb diese Auslandsvertretungen personell deutlich aufgestockt und plant weitere Verstärkungen.
Darüber hinaus wurden Maßnahmen ergriffen, um das Visumverfahren zu beschleunigen und die
Wartezeiten zu reduzieren. Trotzdem bleibt die Situation angesichts der enormen Zunahme an
Familienzusammenführungen weiter angespannt. Visumverfahren für die Familienangehörigen sind oft
rechtlich und tatsächlich sehr schwierig. Vielfach fehlt es an den erforderlichen Urkunden als Nachweis
der Familienverhältnisse, oft auch an jeglichen Identitätsnachweisen und Dokumenten zur Klärung von
Sorgerechtsfragen. Die Auslandsvertretungen sind jedoch grundsätzlich verpflichtet, sich über die
rechtlichen Voraussetzungen Gewissheit zu verschaffen.
4. Indien
Bangalore 1 1 1 1
New Delhi 14 1 1 1
Kalkutta 3 3 3 3
Mumbai 4 Wochen 4 Wochen 4 4 Wochen
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 71 – Drucksache 18/4765Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 17
2
Wochen
5. Ukraine
Kiew 1 1 1 1
6. Vereinigte Arabische Emirate
Abu Dhabi 2 – 5 2 – 5 2 – 5 2 – 5
Dubai 6 Wochen 6 Wochen 6 Wochen
6 Wochen
7. Weißrussland
Minsk 1 1 1 1
8. Saudi Arabien
Riad 14 14 14 14
Djidda 1 - 2 1 - 2 1 – 2 1 - 2
9. Kuwait
Kuwait City 5 5 5 5
10. Thailand
Bangkok 2 2 2 2
11. Kasachstan
Astana 2 2 2 2
Almaty 1 1 1 1
12. Iran
Teheran 6 Wochen 6 Wochen 4 Wochen
4 Wochen
13. Kosovo
Pristina ca. 3,5 Monate ca. 3,5 Monate ca. 3,5 Monate
ca. 3,5 Monate
Drucksache 18/4765 – 72 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeAnlage zur Antwort der Bundesregierung auf KA 18-4429 zu Frage 17
14. Ägypten
Kairo
zu deutschen oder
ägyptischen
Staatsangehörigen:
2 Monate
FZ zu schutzberechtigten
Menschen aus Syrien:
4 Monate (Sondertermine
in eilbedürftigen,
besonderen humanitären Notfällen)
Syrische Flüchtlinge über
Aufnahmeprogramme des
Bundes oder der Länder mit
Aufnahmezusage: 5
2 Monate
1 Monat
Erhebliche Zunahme
der Visa zu
Studienzwecken wegen der
verstärken
Kooperation verschiedener
Hochschulen und z.B.
Stipendienerteilung im
Rahmen der
Transformationspartnerschaft.
2 Monate
15. Südafrika
Pretoria 10 10 10 10
Kapstadt 1-5 1-5 1-5 1-5
16. Libanon
Beirut
10
zu schutzberechtigten
Menschen aus Syrien:
10 Wochen
9 9 Antragsteller
aus Syrien:
1,5 Monate
Kein Land weltweit außerhalb der Krisenregion selbst nimmt mehr Flüchtlinge aus Syrien auf als
Deutschland. Seit Beginn des Konfliktes bis Ende 2014 haben über 100.000 Menschen aus Syrien Zuflucht in
Deutschland gefunden: Neben den Bundes- und Länderprogrammen haben bisher zusätzlich 75.000
Flüchtlinge aus Syrien Schutz als Asylberechtigte gefunden. Seit Anfang 2015 steigt die Zahl der
Schutzberechtigten mit Nachzugsansprüchen deutlich an: Allein von Januar bis März 2015 wurden in Deutschland 15.000
Menschen aus Syrien als Schutzberechtigte anerkannt. Das Auswärtige Amt hat deshalb die Botschaft
personell deutlich aufgestockt und plant weitere Verstärkungen. Darüber hinaus wurden Maßnahmen ergriffen,
um das Visumverfahren zu beschleunigen und die Wartezeiten zu reduzieren. Trotzdem bleibt die Situation
angesichts der enormen Zunahme an Familienzusammenführungen weiter angespannt. Visumverfahren für
die Familienangehörigen sind oft rechtlich und tatsächlich sehr schwierig. Vielfach fehlt es an den
erforderlichen Urkunden als Nachweis der Familienverhältnisse, oft auch an jeglichen Identitätsnachweisen und
Dokumenten zur Klärung von Sorgerechtsfragen. Die Auslandsvertretungen sind jedoch grundsätzlich
verpflichtet, sich über die rechtlichen Voraussetzungen Gewissheit zu verschaffen.
17. Katar
Doha 1 – 18 1 - 18 1 – 18 1 – 18
18. Indonesien
Jakarta 1 1 1 1
19. Georgien
Tiflis 7 7 7 7
20. Vietnam
Hanoi 3 Monate 3 Monate 1 3 Monate
Ho-Chi-Minh ca. 4 Wochen ca. 4 Wochen ca. 4 Wochen ca. 4 Wochen
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]