[Deutscher Bundestag Drucksache 18/4980
18. Wahlperiode 21.05.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Sevim Dağdelen,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/4643 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das erste Quartal 2015
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die von der Fraktion DIE LINKE. regelmäßig erfragten Informationen zur
Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
beleuchten ausgewählte Aspekte, die in der medialen Berichterstattung wenig
Beachtung finden. So ist es kaum bekannt, dass die Anerkennungsquote bei
inhaltlichen Asylentscheidungen weitaus höher liegt, als die offiziellen
Zahlen vermuten lassen (vgl. hierzu und zum Folgenden Bundestagsdrucksache
18/3850). Die so genannte bereinigte Schutzquote, bei der formelle
Entscheidungen unberücksichtigt bleiben, lag im Jahr 2014 bei 48,5 Prozent – und
das, obwohl Flüchtlinge, z. B. aus Serbien, Bosnien oder Mazedonien, zu
nahezu 100 Prozent abgelehnt wurden. Hinzu kommen noch Anerkennungen
durch die Gerichte: Im Jahr 2014 erwiesen sich mehr als 10 Prozent aller
Klagen gegen ablehnende Asylbescheide als begründet, 22,8 Prozent wurden
abgelehnt, zwei Drittel der Gerichtsverfahren wurden aus unterschiedlichen
Gründen eingestellt. Im Ergebnis führte somit weit mehr als jeder zweite
inhaltlich geprüfte Asylantrag zu einem Schutzstatus in Deutschland.
Bei einem Fünftel aller Asylsuchenden stellte das BAMF im Jahr 2014 ein
Rückübernahmeersuchen nach der Dublin-Verordnung der Europäischen
Union (EU). Im Jahr 2013 lag dieser Anteil noch bei einem Drittel; die
Bundesregierung erklärt den Rückgang damit, dass die zum 1. Januar 2014
geänderte Verordnung auf Fälle, in denen in anderen Mitgliedstaaten ein Status
gewährt wurde (2 511 Fälle), nicht mehr anwendbar sei (a. a. O., Antwort der
Bundesregierung zu Frage 5h). Die Zahl der Flüchtlinge nimmt zu, deren
Schutzbedürftigkeit im EU-Asylsystem zwar festgestellt wurde, die aber
faktisch rechtlos sind, weil sie sich – zumeist aus guten Gründen – nicht im
formal zuständigen Mitgliedstaat aufhalten. Selbst der Präsident des BAMF,
Dr. Manfred Schmidt, erklärte: „Das Schlimmste, was ihnen heute passieren
könnte, wäre, anerkannter Flüchtling in Italien zu werden“, da dort „selbst
Familien mit Kleinkindern unter Brücken schlafen“ müssten (Fränkische
Landeszeitung vom 20. Januar 2015).
Die Zahl der Asylsuchenden, die über Griechenland nach Deutschland
einreisen, ist seit dem im Jahr 2011 verhängten Überstellungsstopp wegen der
dortigen erheblichen Mängel im Asylsystem über Jahre weitgehend stabil
geblieben, im Jahr 2014 brach die Zahl jedoch um 60 Prozent auf nur noch 1 519 Per-Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 19. Mai 2015
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/4980 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodesonen ein (Vorjahr: 3 879 Personen). Der zuvor beschworene „Pull-Effekt“
durch die Aussetzung von Überstellungen nach Griechenland ist somit nicht
eingetreten, offenbar erschweren Binnen-Grenzsicherungsmaßnahmen die
Weiterflucht in andere Länder der EU bzw. haben sich Fluchtrouten, z. B. auf
die gefährliche Mittelmeerroute, verlagert.
Übernahmeersuchen wurden im Jahr 2014 vor allem an Italien gerichtet
(25,9 Prozent), danach folgten Bulgarien (12,5 Prozent) und Ungarn (11,1
Prozent); syrische Flüchtlinge stellen dabei mit 15,1 Prozent die größte
Betroffenengruppe. Den insgesamt 35 115 Ersuchen im Jahr 2014 standen nur 4 772
tatsächliche Überstellungen gegenüber, das sind gerade einmal 13,6 Prozent,
gemessen an den Zustimmungen der anderen EU-Staaten zur Rückübernahme
(27 157) betrug die so genannte Überstellungsquote 17,6 Prozent (Italien:
9,7 Prozent). Viele Betroffene wehren sich erfolgreich auf gerichtlichem Wege
gegen eine Überstellung – wegen erheblicher Mängel in den Asylsystemen
anderer Mitgliedstaaten oder aufgrund individueller Besonderheiten –, oder aber
sie tauchen im Zweifelsfall lieber unter, als dass sie gegen ihren Willen in ein
Land überstellt werden, in dem sie ein unfaires Asylverfahren, unwürdige
Lebensbedingungen, Obdachlosigkeit oder eine Inhaftierung fürchten. Das
Dublin-System produziert somit eine große Zahl von illegalisierten
Flüchtlingen und erreicht nicht sein vorgebliches Ziel, allen Asylsuchenden in der EU
ein faires Asylverfahren zu bieten. Innerhalb des BAMF werden für Dublin-
Verfahren zunehmend Personalressourcen gebunden, die weitaus sinnvoller in
der regulären Asylprüfung eingesetzt werden könnten. Eine reale
Verteilungswirkung ist mit dem Dublin-System für Deutschland kaum verbunden: Obwohl
die rechtlich und tatsächlich immer komplexeren Dublin-Verfahren das BAMF
und die Gerichte zunehmend beschäftigen, reduzierte sich die Zahl der
Asylsuchenden in Deutschland durch Dublin-Überstellungen im Jahr 2014 im Saldo
um gerade einmal 2 500 Personen – 1 Prozent der etwa 200 000 Asylanträge im
selben Jahr.
Eine Möglichkeit zur Einsparung von Arbeitskapazitäten im BAMF wäre der
Verzicht auf massenhafte Widerrufsverfahren – in der EU sieht nur
Deutschland obligatorische Widerrufsprüfungen drei Jahre nach der Anerkennung ohne
konkreten Anlass vor. Im Jahr 2014 kam es bei 16 061 Prüfverfahren nur in
jedem 20. Fall zu einer Aberkennung eines Flüchtlingsstatus, wobei diese
Widerrufe bei einer gerichtlichen Überprüfung nur zu einem Drittel Bestand
hatten. Für die Betroffenen – politisch verfolgte und häufig traumatisierte
Flüchtlinge – sind die Verfahren dennoch sehr belastend.
Ein behördliches Asylverfahren in Deutschland dauerte im Jahr 2014 im
Durchschnitt 7,1 Monate. Bei bestimmten Herkunftsländern mit geringen
Anerkennungsquoten ist die Verfahrensdauer infolge von
Beschleunigungsmaßnahmen deutlich kürzer. Umso länger dauern die Verfahren bei zahlreichen
Flüchtlingen mit guten Anerkennungschancen; im Jahr 2014 mussten
Asylsuchende aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran 14 bis 16 Monate auf eine
Behördenentscheidung warten. Werden Dublin-Verfahren, Folgeverfahren und
priorisierte Schnellverfahren nicht berücksichtigt, ergibt sich eine
durchschnittliche Bearbeitungsdauer im regulären Asylverfahren von 13,1 Monaten.
Vom umstrittenen Asyl-Flughafenverfahren waren im Jahr 2014 643
Asylsuchende betroffen, unter ihnen 178 syrische und 96 afghanische Flüchtlinge
sowie 18 unbegleitete Minderjährige. Im Ergebnis wurde 56 dieser
Asylsuchenden nach einer Ablehnung als „offensichtlich unbegründet“ die Einreise
im Rechtssinne verweigert – wie viele von ihnen tatsächlich ausreisten oder
abgeschoben wurden oder in Deutschland verbleiben konnten, ist nicht bekannt.
31,8 Prozent aller Asylsuchenden in Deutschland im Jahr 2014 waren Kinder.
2,6 Prozent waren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, bei denen die
bereinigte Gesamtschutzquote zwischen 66,4 und 81,1 Prozent betrug.
Ausgerechnet die Asylverfahren unbegleiteter Minderjähriger dauerten im Jahr 2014 mit
durchschnittlich 10,4 Monaten besonders lange.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/49801. a) Wie hoch war die Gesamtschutzquote (Anerkennungen nach Artikel 16a
des Grundgesetzes – GG –, nach § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes
– AufenthG –/in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention – GFK –,
subsidiärer Schutz und Abschiebungshindernisse) in der
Entscheidungspraxis des BAMF im ersten Quartal 2015, und wie lauten die
Vergleichswerte des vorherigen Quartals (bitte in absoluten Zahlen und in Prozent
angeben und für die 15 wichtigsten Herkunftsländer gesondert darstellen,
bitte für jedes dieser Länder in relativen Zahlen angeben, wie viele
Asylsuchende Schutz nach Artikel 16a GG, nach § 60 Absatz 1 AufenthG/
GFK, einen subsidiären Schutzstatus bzw. nationalen
Abschiebungsschutz zugesprochen bekommen haben, bitte in einer weiteren Tabelle
nach Art der Anerkennung differenzieren: Asylberechtigung,
internationaler Flüchtlingsschutz, subsidiärer Schutz, nationale
Abschiebungsverbote – bitte jeweils so differenziert wie möglich darstellen)?
b) Wie hoch war in den genannten Zeiträumen jeweils die „bereinigte
Gesamtschutzquote“, d. h. die Quote der Anerkennungen bezogen auf
tatsächlich inhaltliche und nicht rein formelle (Nicht-)Entscheidungen
(bitte wie in Frage 1a differenzieren)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2015
Asylberechtigung
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylVfG
Subsidiärer
Schutz
§ 4 I AsylVfG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/
VII AufenthG
Gesamtschutz
Quote zu
Frage 1b
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % in %
Herkunftsländer
gesamt
650 1,1 19 873 34,2 352 0,6 445 0,8 21 320 36,7 50,4
davon
Kosovo – – – – 1 0,0 16 0,1 17 0,2 0,2
Syrien 458 2,8 13 318 81,6 29 0,2 45 0,3 13 850 84,8 100,0
Albanien – – 3 0,3 – – 6 0,7 9 1,0 1,5
Serbien – – – – – – 4 0,0 4 0,0 0,1
Afghanistan 17 1,1 330 21,8 68 4,5 195 12,9 610 40,4 74,1
Irak 23 0,6 3 423 89,9 50 1,3 24 0,6 3 520 92,4 99,7
Mazedonien – – 6 0,3 – – 6 0,3 12 0,5 0,8
Eritrea 5 0,5 664 63,7 78 7,5 13 1,2 760 72,9 98,7
Bosnien-
Herzegowina
– – 1 0,0 – – 4 0,2 5 0,2 0,4
Nigeria 1 0,3 12 3,4 3 0,9 7 2,0 23 6,6 39,7
Ungeklärt 14 1,3 752 71,2 – – 1 0,1 767 72,6 90,2
Somalia – – 79 16,2 43 8,8 22 4,5 144 29,5 74,2
Russische
Föderation
4 0,3 43 3,4 12 0,9 37 2,9 96 7,6 22,8
Pakistan – – 48 8,8 1 0,2 2 0,4 51 9,3 15,7
Ukraine – – 20 6,7 – – – – 20 6,7 87,0
Drucksache 18/4980 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode1. Quartal 2015 Quote zu Frage 1b
absolut in Prozent in Prozent
Asylberechtigung 650 1,5 1,5
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylVfG) 19 873 34,2 47,0
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nr. 1 AsylVfG 3 0,0 0,0
§ 4 I Nr. 2 AsylVfG 182 0,3 0,4
§ 4 I Nr. 3 AsylVfG 111 0,2 0,3
§ 4 I AsylVfG Familienschutz 56 0,1 0,1
Summe subsidiärer Schutz 352 0,6 0,8
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 312 0,5 0,7
§ 60 VII AufenthG 133 0,2 0,3
Summe Abschiebungsverbot 445 0,8 1,1
Gesamtschutz 21 320 36,7 50,4
4. Quartal 2014
Asylberechtigung
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylVfG
Subsidiärer
Schutz
§ 4 I AsylVfG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/
VII AufenthG
Gesamtschutz
Quote zu
Frage 1b
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % in %
Herkunftsländer
gesamt
823 1,9 13 053 30,3 456 1,1 577 1,3 14 909
34,6
%
49,4
davon
Syrien 592 5,2 9 276 81,7 165 1,5 41 0, 4 10 074 88,7 100,0
Serbien – – – – 4 0,0 10 0,1 14 0,1 0,2
Kosovo – – – – – – 5 0,5 5 0,5 1,2
Eritrea 5 1,4 165 47, 4 37 10,6 8 2,3 215 61,8 97,7
Afghanistan 21 1,3 413 24, 7 57 3,4 277 16,6 768 46,0 70,0
Albanien – – 2 0,3 11 1,6 – – 13 1,9 2,6
Irak 36 2,1 1 441 85,5 27 1,6 11 0,7 1 515 89,9 99,4
Bosnien-
Herzegowina
– – – – – – 6 0,2 6 0,2 0,3
Ukraine – – – – – – – – – – –
Mazedonien – – – – – – 7 0,2 7 0,2 0,3
Ungeklärt 5 0,7 477 68,6 5 0,7 15 2,2 502 72,2 90,8
Somalia – – 101 14, 7 56 8,2 40 5,8 197 28,7 76,4
Nigeria 1 0,3 29 9,1 4 1,3 7 2,2 41 12,9 42,7
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/4980Pakistan 1 0,1 111 14, 2 6 0,8 2 0,3 120 15,3 22,6
Russische
Föderation
3 0,2 52 4,1 18 1,4 28 2,2 101 8,0 22,2
4. Quartal 2014 Quote zu Frage 1b
absolut in Prozent in Prozent
Asylberechtigung 823 1,9 2,7
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylVfG) 13 053 30,3 43,2
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nr. 1 AsylVfG 13 0,0 0,0
§ 4 I Nr. 2 AsylVfG 187 0,4 0,6
§ 4 I Nr. 3 AsylVfG 216 0,5 0,7
§ 4 I AsylVfG Familienschutz 40 0,1 0,1
Summe subsidiärer Schutz 456 1,1 1,5
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 376 0,9 1,2
§ 60 VII AufenthG 201 0,5 0,7
Summe Abschiebungsverbot 577 1,3 1,9
Gesamtschutz 14 909 34,6 49,4
4. Quartal 2014
Asylberechtigung
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylVfG
Subsidiärer
Schutz
§ 4 I AsylVfG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/
VII AufenthG
Gesamtschutz
Quote zu
Frage 1b
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % in %
Drucksache 18/4980 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode2. Wie viele der Anerkennungen nach Artikel 16a GG bzw. nach § 60
Absatz 1 AufenthG/GFK im ersten Quartal 2015 bzw. im vorherigen Quartal
beruhten auf staatlicher, nichtstaatlicher bzw. geschlechtsspezifischer
Verfolgung (bitte in absoluten und relativen Zahlen und noch einmal
gesondert nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern angeben)?
Angaben im Sinne der Frage werden nur für Entscheidungen nach § 3 Absatz 1
des Asylverfahrensgesetzes (AsylVfG) erfasst und können der folgenden
Tabelle entnommen werden.
Für die Asylbewerber, deren Asylverfahren im schriftlichen Verfahren
entschieden werden, werden diese Merkmale nicht erfasst.
1. Quartal 2015
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 I AsylVfG
darunter:
Familienflüchtlingsschutz nach
§ 26 V AsylVfG staatliche Verfolgung nichtstaatliche Verfolgung
davon
geschlechtsspez. Verfolgung
davon
geschlechtsspez. Verfolgung
Herkunftsländer
gesamt
19 873 710 7 145 287 3 331 78
darunter:
Kosovo 0 0 0 0 0 0
Syrien 13 318 178 5 352 215 1 040 9
Albanien 3 1 0 0 2 0
Serbien 0 0 0 0 0 0
Afghanistan 330 92 19 2 218 19
Irak 3 423 169 107 48 1 845 3
Mazedonien 6 3 0 0 3 2
Eritrea 664 29 631 2 4 1
Bosnien-
Herzegowina
1 1 0 0 0 0
Nigeria 12 1 1 0 10 8
Ungeklärt 752 22 496 7 22 0
Somalia 79 36 1 0 40 21
Russische
Föderation
43 33 10 0 0 0
Pakistan 48 15 1 0 32 3
Ukraine 20 16 0 0 4 0
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/49804. Quartal 2014
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 I AsylVfG
darunter:
Familienflüchtlingsschutz nach
§ 26 V AsylVfG staatliche Verfolgung nichtstaatliche Verfolgung
davon
geschlechtsspez. Verfolgung
davon
geschlechtsspez. Verfolgung
13 053 579 7 826 104 2 925 122
darunter:
Syrien 9 276 128 6 474 67 1 130 6
Serbien 0 0 0 0 0 0
Kosovo 0 0 0 0 0 0
Eritrea 165 11 149 10 4 0
Afghanistan 413 115 28 5 268 30
Albanien 2 0 0 0 2 0
Irak 1 441 130 49 4 1 144 8
Bosnien-
Herzegowina
0 0 0 0 0 0
Ukraine 0 0 0 0 0 0
Mazedonien 0 0 0 0 0 0
Ungeklärt 477 6 399 2 68 0
Somalia 101 32 2 2 66 32
Nigeria 29 6 0 0 23 17
Pakistan 111 19 4 3 88 12
Russische
Föderation
52 16 30 1 5 1
Drucksache 18/4980 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode3. Wie viele Widerrufsverfahren wurden im ersten Quartal 2015 bzw. im
vorherigen Quartal eingeleitet (bitte Gesamtzahlen angeben und nach den
verschiedenen Formen der Anerkennung und den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren, zum Vergleich bitte auch die Werte des vorherigen
Quartals nennen), und wie viele Entscheidungen in Widerrufsverfahren mit
welchem Ergebnis gab es in diesen Zeiträumen (bitte Gesamtzahlen
angeben und nach den verschiedenen Formen der Anerkennung und den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren, bitte auch die jeweiligen
Widerrufsquoten und zum Vergleich die jeweiligen Werte des vorherigen
Quartals nennen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2015
eingeleitete
Widerrufsprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
Subsidiärer
Schutz
kein Widerruf/
Keine
Rücknahme
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in %
Herkunftsländer
gesamt
2 955 3 685 70 1,9 39 1,1 27 0,7 3 549 96,3
Syrien 838 864 – – – – 5 0,6 859 99,4
Irak 656 811 – – – – – – 811 100,0
Iran 318 426 1 0,2 4 0,9 – – 421 98,8
Afghanistan 239 328 – – 1 0,3 5 1,5 322 98,2
Türkei 176 217 25 11,5 11 5,1 6 2,8 175 80,6
Pakistan 96 130 – – – – – – 130 100,0
Eritrea 62 114 – – 1 0,9 – – 113 99,1
Russische
Föderation
51 62 – – 1 1,6 – – 61 98,4
Kosovo 50 71 26 36,6 4 5,6 1 1,4 40 56,3
Somalia 50 105 – – – – – – 105 100,0
Staatenlos 42 66 – – – – – – 66 100,0
Ungeklärt 42 76 1 1,3 – – – – 75 98,7
Sri Lanka 33 37 – – 2 5,4 4 10,8 31 83,8
China 32 41 – – – – 1 2,4 40 97,6
Äthiopien 30 29 1 3,4 – – – – 28 96,6
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/49804. Quartal 2014
eingeleitete
Widerrufsprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
Subsidiärer
Schutz
kein Widerruf/
Keine
Rücknahme
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in %
Herkunftsländer
gesamt
4 139 4 026 88 2,2 42 1,0 39 1,0 3 857 95,8
Irak 1 115 1 187 – – 1 0,1 – – 1 186 99,9
Iran 651 691 2 0,3 6 0,9 – – 683 98,8
Syrien 572 401 – – 1 0,2 – – 400 99,8
Afghanistan 404 383 3 0,8 – – 8 2,1 372 97,1
Pakistan 213 124 – – – – – – 124 100,0
Türkei 209 240 19 7,9 3 1,3 3 1,3 215 89,6
Somalia 138 126 – – 1 0,8 – – 125 99,2
Eritrea 129 120 – – 1 0,8 – – 119 99,2
Russische
Föderation
69 87 – – 1 1,1 3 3,4 83 95,4
Sri Lanka 65 65 – – – – 2 3,1 63 96,9
Ungeklärt 56 34 – – – – 3 8,8 31 91,2
Staatenlos 51 15 – – – – – – 15 100,0
Aserbaidschan 45 32 – – – – – – 32 100,0
Äthiopien 44 52 – – 1 1,9 – – 51 98,1
Kosovo 42 102 49 48,0 14 13,7 7 6,9 32 31,4
Drucksache 18/4980 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode4. Wie lang war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer
behördlichen Entscheidung im ersten Quartal 2015 bzw. im vorherigen Quartal,
wie lang war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer
rechtskräftigen Entscheidung (d. h. inklusive eines Gerichtsverfahrens – hier
gegebenenfalls Angaben für das Jahr 2014 machen, soweit vorliegend), und
wie lang war die durchschnittliche Bearbeitungszeit bei Asylerstanträgen
von unbegleiteten Minderjährigen (bitte jeweils nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern und auch nach Erst- und Folgeanträgen differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
1. Quartal 2015
Herkunftsländer gesamt 5,1
darunter:
Kosovo 2,2
Syrien 3,7
Albanien 5,4
Serbien 3,6
Afghanistan 12,9
Irak 7,6
Mazedonien 4,9
Eritrea 11,2
Bosnien-Herzegowina 4,2
Nigeria 7,9
Ungeklärt 4,6
Somalia 11,2
Russische Föderation 13,4
Pakistan 17,7
Ukraine 3,7
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
1. Quartal 2015
Gesamt 5,1
davon
Erstanträge 5,0
Folgeanträge 5,6
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/4980Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
4. Quartal 2014
Herkunftsländer gesamt 6,6
darunter:
Syrien 3,6
Serbien 4,4
Kosovo 4,1
Eritrea 8,5
Afghanistan 15,9
Albanien 4,9
Irak 9,4
Bosnien-Herzegowina 4,5
Ukraine 2,9
Mazedonien 6,3
Ungeklärt 5,2
Somalia 10,9
Nigeria 11,2
Pakistan 18,7
Russische Föderation 14,0
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
in Monaten
4. Quartal 2014
Gesamt 6,6
davon
Erstanträge 6,9
Folgeanträge 5,1
Drucksache 18/4980 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDurchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer rechtskräftigen
Entscheidung in Monaten
Jahr 2014
Herkunftsländer gesamt 11,3
darunter:
Syrien 6,2
Serbien 7,1
Mazedonien 8,8
Afghanistan 22,7
Russische Föderation 14,2
Bosnien-Herzegowina 6,4
Irak 16,2
Iran 20,2
Kosovo 10,2
Pakistan 21,5
Albanien 15,6
Somalia 15,6
Georgien 12,0
Ungeklärt 12,7
Eritrea 11,6
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer rechtskräftigen
Entscheidung in Monaten
Jahr 2014
Gesamt 11,3
davon
Erstanträge 11,6
Folgeanträge 9,3
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/4980Bei Asylanträgen unbegleiteter Minderjähriger werden nur Asylerstanträge
gesondert erfasst. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die Aussagekraft zur
durchschnittlichen Bearbeitungsdauer aufgrund z. T. sehr geringer Fallzahlen
nur bedingt aussagekräftig ist:
1. Quartal 2015
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bei Asylerstanträgen von
unbegleiteten Minderjährigen bis zu einer
behördlichen Entscheidung in Monaten
Herkunftsländer gesamt 7,5
darunter:
Syrien 4,1
Afghanistan 12,0
Irak 6,7
Eritrea 6,3
Kosovo 3,1
Ungeklärt 4,1
Somalia 13,7
Serbien 5,3
Äthiopien 15,1
Ägypten 9,9
Albanien 7,4
Pakistan 56,0
Marokko 12,0
Mazedonien 4,1
Bosnien und Herzegowina 2,7
4. Quartal 2014
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bei Asylerstanträgen von
unbegleiteten Minderjährigen bis zu einer
behördlichen Entscheidung in Monaten
Herkunftsländer gesamt 9,7
darunter:
Syrien 5,7
Afghanistan 13,8
Eritrea 6,3
Irak 11,2
Somalia 11,9
Ungeklärt 7,5
Marokko 9,8
Drucksache 18/4980 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeSerbien 5,3
Mazedonien 7,3
Algerien 5,4
Staatenlos 6,5
Äthiopien 21,7
Pakistan 25,1
Nigeria 18,8
Angola 32,3
Jahr 2014
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bei Asylerstanträgen von
unbegleiteten Minderjährigen bis zu einer
behördlichen Entscheidung in Monaten
Herkunftsländer gesamt 10,4
darunter:
Afghanistan 14,3
Syrien 5,5
Eritrea 6,3
Somalia 11,0
Irak 12,2
Ägypten 8,4
Marokko 6,5
Pakistan 17,5
Äthiopien 20,2
Serbien 4,8
Ungeklärt 7,5
Algerien 7,1
Guinea 14,4
Mazedonien 5,9
Iran 13,4
4. Quartal 2014
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bei Asylerstanträgen von
unbegleiteten Minderjährigen bis zu einer
behördlichen Entscheidung in Monaten
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/4980a) Wie lang war in den genannten Zeiträumen die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Dublin-
Verfahren, d. h. in den Fällen, in denen Ersuchen zur Übernahme nach der
Dublin-Verordnung gestellt wurden bzw. in Fällen, in denen festgestellt
wurde, dass ein Schutzstatus bereits in einem anderen Mitgliedstaat
gewährt wurde (bitte differenzieren und soweit möglich nach Zielländern
auflisten)?
Angaben zur durchschnittlichen Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung im Dublin-Verfahren nach Quartalen können der nachfolgenden
Tabelle entnommen werden, wobei die weiteren erfragten Differenzierungen
statistisch nicht gesondert erfasst werden:
b) Wie lang war in den genannten Zeiträumen die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in
Asylverfahren, in denen kein Ersuchen nach der Dublin-Verordnung gestellt wurde
(bitte nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2015 3,7
4. Quartal 2014 3,2
1. Quartal 2015
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren, in denen kein
Ersuchen nach Dublin-VO gestellt
wurde in Monaten
Herkunftsländer gesamt 4,8
darunter:
Kosovo 2,2
Syrien 3,8
Albanien 5,8
Serbien 3,6
Afghanistan 19,3
Irak 7,9
Mazedonien 4,9
Eritrea 13,0
Bosnien-Herzegowina 4,2
Nigeria 20,2
Ungeklärt 4,7
Somalia 14,3
Russische Föderation 19,7
Pakistan 24,0
Ukraine 5,1
Drucksache 18/4980 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodec) Wie lang war in den genannten Zeiträumen die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung, wenn Dublin-
Verfahren, Folgeverfahren und die priorisierten Länder herausgerechnet
werden (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Die Angaben ohne die priorisierten Herkunftsstaaten Kosovo, Serbien, Bosnien-
Herzegowina, Mazedonien, Syrien und Irak können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden:
4. Quartal 2014
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung bei Verfahren, in denen kein
Ersuchen nach Dublin-VO gestellt
wurde; in Monaten
Herkunftsländer gesamt 7,1
darunter:
Syrien 3,6
Serbien 4,4
Kosovo 5,4
Eritrea 10,2
Afghanistan 21,5
Albanien 5,1
Irak 9,9
Bosnien-Herzegowina 4,5
Ukraine 7,8
Mazedonien 6,3
Ungeklärt 5,4
Somalia 14,6
Nigeria 22,4
Pakistan 23,8
Russische Föderation 21,5
1. Quartal 2015
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung ohne Dublin- u. Folgeverfahren
sowie ohne priorisierte Länder in
Monaten
Herkunftsländer gesamt 12,5
darunter:
Albanien 5,8
Afghanistan 19,0
Eritrea 13,0
Nigeria 20,4
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/4980d) Wie lang war in den genannten Zeiträumen die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer in rein schriftlichen Verfahren zur beschleunigten
Anerkennung von Asylsuchenden aus Ländern mit hohen
Anerkennungschancen (bitte nach Herkunftsländern differenzieren), und wieso sind
angeblich nicht einmal Einschätzungen fachkundiger Bediensteter zur
Bearbeitungsdauer im schriftlichen Verfahren möglich
(Bundestagsdrucksache 18/3850, Antwort zu Frage 4d), obwohl der Präsident des
BAMF in der „Fränkischen Landeszeitung“ vom 20. Januar 2015
(„Asyl: Entscheidung in elf Tagen“) erklären konnte, dass Asylanträge
von syrischen Flüchtlingen inzwischen innerhalb von elf Tagen
entschieden würden (bitte ausführen)?
Derzeit werden die Anträge von Antragstellern aus Syrien sowie die Anträge
von Antragstellern aus dem Irak, die religiösen Minderheiten angehören
(Christen, Jeziden, Mandäer) im schriftlichen Verfahren, also ohne Anhörung
bearbeitet. Bei Vorliegen der Voraussetzungen wird die Flüchtlingseigenschaft zu-
Ungeklärt 4,6
Somalia 14,0
Russische Föderation 18,4
Pakistan 24,3
Ukraine 5,1
Georgien 8,0
4. Quartal 2014
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung ohne Dublin- u. Folgeverfahren
sowie ohne priorisierte Länder in
Monaten
Herkunftsländer gesamt 15,4
darunter:
Albanien 5,5
Afghanistan 21,7
Eritrea 9,8
Nigeria 22,6
Ungeklärt 5,5
Somalia 14,0
Russische Föderation 21,4
Pakistan 24,1
Ukraine 7,8
Iran 21,9
1. Quartal 2015
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer
bis zu einer behördlichen
Entscheidung ohne Dublin- u. Folgeverfahren
sowie ohne priorisierte Länder in
Monaten
Drucksache 18/4980 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeerkannt. Aufgrund der bundesweit sehr unterschiedlichen Gegebenheiten in den
Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und in
den Bundesländern ist eine Schätzung der durchschnittlichen Verfahrensdauer
bei rein schriftlichen Verfahren für syrische Antragsteller nach wie vor nicht
möglich. Auch wenn die genannten Verfahren jetzt überwiegend in der
beschriebenen Form bearbeitet werden, kann die durchschnittliche statistische
Verfahrensdauer für den Berichtszeitraum nicht als Anhaltspunkt dienen, weil in die
statistischen Werte alle, also auch ältere Verfahren einfließen.
Soweit der Präsident des BAMF dahingehend zitiert wird, Asylanträge von
syrischen Antragstellern könnten innerhalb von elf Tagen entschieden werden,
so liegt dieser Äußerung das Rechenmodell eines „Idealtypischen Verfahrens“
von der Asylantragstellung beim BAMF bis zur Zustellung des Bescheides zu
Grunde.
e) Wie lang war in den genannten Zeiträumen durchschnittlich die Zeit bis
zur Anhörung der Asylsuchenden, wie lang die durchschnittliche Zeit
nach der Anhörung bis zur behördlichen Entscheidung (bitte nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und wie ist es zu
erklären, dass die durchschnittliche Gesamtdauer der Verfahren deutlich
länger ist als die im Übrigen angegebene Durchschnittsdauer, wenn die
Zeiträume bis zur Anhörung und von der Anhörung bis zur
Entscheidung zusammengerechnet werden (vgl. Bundestagsdrucksache 18/3850,
Antworten zu den Fragen 4 und 4e: für das Jahr 2014 10,7 Monate
gegenüber 7,1 Monaten)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2015 Antragstellung bis Anhörung Anhörung bis Entscheidung
Gesamt 2,6 4,2
davon
Afghanistan 8,8 15,3
Albanien 1,6 5,1
Bosnien-
Herzegowina
2,0 3,0
Eritrea 9,6 5,3
Irak 6,4 8,4
Kosovo 0,7 1,2
Mazedonien 2,3 3,5
Nigeria 15,5 20,4
Pakistan 14,5 14,1
Russische
Föderation
10,6 16,8
Serbien 1,4 2,4
Somalia 9,7 14,6
Syrien 3,1 3,9
Ukraine 5,0 3,1
Ungeklärt 2,9 5,4
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 19 – Drucksache 18/4980Die durchschnittliche Verfahrensdauer von Asylverfahren beim BAMF kann
nicht durch Addition der in der Tabelle angegebenen Zeiträume „Antragstellung
bis Anhörung“ und „Anhörung bis Entscheidung“ ermittelt werden, da in die
Berechnung der durchschnittlichen Verfahrensdauer auch Fälle eingehen, bei
denen keine Anhörungen vorgenommen werden.
5. Wie viele Verfahren im Rahmen der Dublin-Verordnung wurden im ersten
Quartal 2015 eingeleitet (bitte in absoluten Zahlen und in Prozentzahlen die
Relation zu allen Asylerstanträgen sowie die Quote der auf EURODAC-
Treffern – EURODAC: europäische Datenbank zur Speicherung von
Fingerabdrücken – basierenden Dublin-Verfahren angeben und zum Vergleich
die Werte des vorherigen Quartals nennen), und wie viele VIS-Treffer bei
Asylsuchenden gab es (bitte nach den fünf wichtigsten Ausstellungsländern
der Visa differenzieren)?
Die Angaben können der folgenden Tabelle entnommen werden:
4. Quartal 2014 Antragstellung bis Anhörung Anhörung bis Entscheidung
Gesamt 3,9 6,8
davon
Afghanistan 7,6 16,5
Albanien 2,0 4,1
Bosnien-
Herzegowina
1,7 3,8
Eritrea 5,8 6,2
Irak 6,1 10,1
Iran 9,4 17,2
Kosovo 1,6 4,6
Mazedonien 2,1 5,7
Nigeria 17,4 17,5
Pakistan 16,7 14,8
Russische
Föderation
14,8 18,7
Serbien 1,5 3,9
Somalia 10,7 10,7
Syrien 2,0 3,2
Ukraine 7,2 9,0
Asylerstanträge Übernahmeersuchen (ÜE)
an die Mitgliedstaaten
gesamt
Prozentualer Anteil
der ÜE zu den
Asylerstanträgen
Prozentualer Anteil
der ÜE mit
EURODAC-Treffer
1. Quartal 2015 75 034 12 152 16,2 73,1
4. Quartal 2014 55 320 10 969 19,8 69,3
Drucksache 18/4980 – 20 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodea) Welches waren in den benannten Zeiträumen die 15 am stärksten
betroffenen Herkunftsländer, und welches die 15 am stärksten angefragten
Mitgliedstaaten der Europäischen Union (bitte in absoluten Werten und
in Prozentzahlen angeben sowie in jedem Fall die Zahlen zu
Griechenland, Zypern, Malta, Bulgarien und Ungarn nennen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
VIS-Treffer im 1. Quartal 2015
Ausstellendes Land
Italien 342
Frankreich 325
Deutschland 216
Spanien 187
Polen 106
1. Quartal 2015 Übernahmeersuchen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Syrien 3 170 26,1
Afghanistan 1 162 9,6
Kosovo 1 121 9,2
Russische Föderation 623 5,1
Irak 568 4,7
Eritrea 478 3,9
Gambia 354 2,9
Somalia 344 2,8
Nigeria 335 2,8
Iran 304 2,5
Ungeklärt 296 2,4
Pakistan 274 2,3
Ukraine 258 2,1
Algerien 241 2,0
Albanien 202 1,7
4. Quartal 2014 Übernahmeersuchen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Syrien 2 455 22,4
Kosovo 925 8,4
Afghanistan 877 8,0
Russische Föderation 684 6,2
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/4980Eritrea 412 3,8
Nigeria 391 3,6
Somalia 383 3,5
Georgien 364 3,3
Irak 343 3,1
Iran 332 3,0
Ukraine 290 2,6
Algerien 287 2,6
Pakistan 282 2,6
Ungeklärt 241 2,2
Gambia 224 2,0
1. Quartal 2015 Übernahmeersuchen
ÜE an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Italien 3 262 26,8
Ungarn 2 952 24,3
Bulgarien 1 499 12,3
Polen 833 6,9
Frankreich 677 5,6
Spanien 483 4,0
Österreich 443 3,6
Schweden 380 3,1
Schweiz 354 2,9
Belgien 292 2,4
Niederlande 181 1,5
Norwegen 145 1,2
Dänemark 130 1,1
Rumänien 115 0,9
Litauen 81 0,7
Malta 62 0,5
Zypern 20 0,2
Griechenland 0 0,0
4. Quartal 2014 Übernahmeersuchen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Drucksache 18/4980 – 22 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeb) Wie viele Dublin-Entscheidungen mit welchem Ergebnis (Zuständigkeit
eines anderen Mitgliedstaats der Europäischen Union bzw. der
Bundesrepublik Deutschland, Selbsteintritt, humanitäre Fälle,
Familienzusammenführung usw.) gab es in den benannten Zeiträumen (bitte bei der
Zahl der Selbsteintritte auch nach Mitgliedstaaten der Europäischen
Union und den jeweils fünf wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und womit ist es zu erklären, dass die Zahl der Ablehnungen durch
die Mitgliedstaaten sich im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr bei
gleichbleibender Zahl der Ersuchen mehr als verdoppelt hat?
Entscheidungen über Dublin-Verfahren werden im Statistiksystem beim BAMF
nach den in den folgenden Tabellen aufgeführten Kategorien erfasst:
4. Quartal 2014 Übernahmeersuchen
ÜE an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Italien 2 902 26,5
Ungarn 1 992 18,2
Bulgarien 1 452 13,2
Polen 992 9,0
Frankreich 641 5,8
Spanien 462 4,2
Schweiz 391 3,6
Belgien 389 3,5
Schweden 381 3,5
Österreich 360 3,3
Niederlande 187 1,7
Norwegen 158 1,4
Dänemark 152 1,4
Rumänien 103 0,9
Litauen 78 0,7
Malta 61 0,6
Zypern 12 0,1
Griechenland 0 0,0
1. Quartal 2015 4. Quartal 2014
Ablehnungen durch den
Mitgliedstaat gesamt
3 249 3 500
davon Ablehnungen
nach Artikel 6 Satz 2 Dublin II 3
nach Artikel 7 Dublin II 1 3
nach Artikel 15 Dublin II 5
nach Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 8 6
nach Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 3
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 23 – Drucksache 18/4980nach Artikel 8 Absatz 3 Dublin III 2
nach Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 14 21
nach Artikel 9 Dublin III 8 15
nach Artikel 10 Dublin III 24 9
nach Artikel 11 a) Dublin III 20 16
nach Artikel 11 b) Dublin III 17 10
nach Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 6 5
nach Artikel 17 Absatz 1 Dublin III 4 7
nach Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 6 9
nach Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 6 10
Zustimmungen des
Mitgliedstaates gesamt
8 455 6 578
davon Zustimmungen
nach Artikel 4 Absatz 3 Dublin II 1 3
nach Artikel 7 Dublin II 2
nach Artikel 14 a) und b) Dublin II 1
nach Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 1
nach Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 4
nach Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 1 1
nach Artikel 9 Dublin III 4 3
nach Artikel 10 Dublin III 4 8
nach Artikel 11 a) Dublin III 1 5
nach Artikel 11 b) Dublin III 4 1
nach Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 10 10
nach Artikel 16 Absatz 2 Dublin III 1
nach Artikel 17 Absatz 1 Dublin III 1 5
nach Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 1
nach Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 25 40
1. Quartal 2015 4. Quartal 2014
Drucksache 18/4980 – 24 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode1. Quartal 2015
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens
führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Belgien 1 Irak 1
Bulgarien 31 Syrien 21
Afghanistan 5
Somalia 3
Elfenbeinküste (Cote d Ivoire) 1
Iran 1
Frankreich 7 Ukraine 4
Afghanistan 1
Syrien 1
Ungeklärt 1
Griechenland 881 darunter:
Syrien 507
Afghanistan 176
Staatenlos 30
Ungeklärt 29
Irak 21
Italien 22 darunter:
Syrien 12
Afghanistan 4
sonst. asiat. Staatsangehörigkeit 2
Ungeklärt 2
Eritrea 1
Malta 11 Somalia 5
Algerien 4
Nigeria 2
Niederlande 7 Bosnien-Herzegowina 7
Österreich 2 Syrien 2
Polen 19 Russische Föderation 17
Syrien 2
Rumänien 1 Syrien 1
Schweden 2 Syrien 1
Ungeklärt 1
Schweiz 1 Syrien 1
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 25 – Drucksache 18/4980Spanien 2 Irak 1
Nigeria 1
Ungarn 30 darunter:
Syrien 14
Afghanistan 5
Kosovo 5
sonst. asiat. Staatsangehörigkeit 3
Ungeklärt 2
Gesamt 1 017
4. Quartal 2014
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens
führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Belgien 20 darunter:
Nigeria 5
Afghanistan 4
Albanien 4
Bosnien-Herzegowina 3
Russische Föderation 2
Bulgarien 11 Syrien 9
Afghanistan 1
Ungeklärt 1
Frankreich 3 Kenia 1
Russische Föderation 1
Turkmenistan 1
Griechenland 585 darunter:
Syrien 283
Afghanistan 168
Pakistan 22
Nigeria 13
Somalia 13
Island 1 Äthiopien 1
1. Quartal 2015
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens
führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Drucksache 18/4980 – 26 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeItalien 42 darunter:
Afghanistan 14
sonst. asiat. Staatsangehörigkeit 10
Somalia 6
Syrien 5
Iran 4
Kroatien 1 Sri Lanka 1
Malta 30 Somalia 11
Libyen 7
Eritrea 6
sonst. asiat. Staatsangehörigkeit 5
Tschad 1
Niederlande 5 Irak 2
Mongolei 2
Kenia 1
Norwegen 9 Kirgistan 5
Afghanistan 2
Iran 2
Polen 14 darunter:
Afghanistan 4
Irak 4
Russische Föderation 3
Sudan (ohne Südsudan) 1
Tadschikistan 1
Portugal 2 Afghanistan 1
Ägypten 1
Schweden 2 Kosovo 1
Serbien 1
Schweiz 1 Türkei 1
Spanien 14 Irak 7
Libanon 4
Kenia 1
4. Quartal 2014
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens
führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 27 – Drucksache 18/4980Der Grund für die hohe Zahl der Ablehnungen im Jahr 2014 dürfte darin liegen,
dass mit der Anwendbarkeit der Dublin-III-VO ab dem 1. Januar 2014
diejenigen Fälle aus dem Anwendungsbereich der Dublin-III-VO gefallen sind, in
denen zuvor in einem anderen Mitgliedstaat internationaler Schutz (d. h.
Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder europarechtlicher
subsidiärer Schutz) gewährt wurde. Anders als bei der Dublin-II-VO ist die
Dublin-III-VO nicht anwendbar, sofern dem Ausländer in einem anderen
Mitgliedstaat subsidiärer Schutz gewährt wurde und dieser Ausländer in einem
weiteren Mitgliedstaat einen Asylantrag stellt.
Gemäß Artikel 2 b der Dublin-III-VO ist der Antrag auf internationalen Schutz
inhaltsgleich mit Artikel 2 h der EU-Flüchtlingsschutz-Richtlinie (RL). In
Artikel 2 h dieser RL ist geregelt, dass ein Antrag auf internationalen Schutz auch
die Beantragung der Feststellung subsidiären Schutzes beinhaltet. Dies wurde
entsprechend der RL in § 13 Absatz 1 AsylVfG auch so im nationalen Recht
geregelt. Wurde einem Schutzsuchenden in einem Mitgliedstaat subsidiärer Schutz
gewährt, so kann nicht mehr von einer Ablehnung des Asylantrages gesprochen
werden. Demnach gibt es keine Verpflichtung dieses Mitgliedstaats auf
Wiederaufnahme des Schutzsuchenden aus der Dublin-III-VO. Eine Verpflichtung auf
Wiederaufnahme besteht nur, sofern der Antrag abgelehnt wurde (Artikel 18
Absatz 1d Dublin-III-VO). Da das Dublin-Verfahren in diesen Fällen nicht
anwendbar ist, muss über den weiteren Asylantrag im nationalen Verfahren
entschieden werden. Gemäß Artikel 33 Absatz 2a der EU-Verfahrensrichtlinie
können solche Anträge als unzulässig betrachtet werden. Demnach wird in
diesen Fällen in Deutschland die sog. Drittstaatenregelung nach den §§ 26a, 34a
AsylVfG angewandt, d. h. der Ausländer erhält grundsätzlich eine
Abschiebungsanordnung in den Mitgliedstaat, der als sicherer Drittstaat anzusehen ist.
c) Wie viele Überstellungen nach der Dublin-Verordnung wurden in den
benannten Zeiträumen vollzogen (bitte in absoluten Werten und in
Prozentzahlen angeben und auch nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern und Mitgliedstaaten der Europäischen Union – in jedem Fall
auch Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Zypern und Malta –
differenzieren), und wie viele dieser Personen wurden unter Einschaltung des
BAMF, aber ohne Durchführung eines Asylverfahrens überstellt?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Nigeria 1
Syrien 1
Ungarn 4 Afghanistan 2
Pakistan 1
Syrien 1
Gesamt 744
4. Quartal 2014
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens
führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Drucksache 18/4980 – 28 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode1. Quartal 2015 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 974
darunter:
Russische Föderation 140 14,4
Syrien 50 5,1
Pakistan 47 4,8
Gambia 46 4,7
Afghanistan 44 4,5
Somalia 43 4,4
Georgien 37 3,8
Guinea 36 3,7
Algerien 34 3,5
Kosovo 33 3,4
Marokko 32 3,3
Iran 30 3,1
Ukraine 29 3,0
Nigeria 28 2,9
Serbien 26 2,7
1. Quartal 2015 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 974
darunter:
Italien 228 23,4
Belgien 143 14,7
Polen 132 13,6
Frankreich 103 10,6
Spanien 73 7,5
Schweiz 53 5,4
Ungarn 42 4,3
Schweden 41 4,2
Österreich 37 3,8
Niederlande 35 3,6
Dänemark 26 2,7
Bulgarien 14 1,4
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 29 – Drucksache 18/4980Norwegen 8 0,8
Luxemburg 6 0,6
Malta 5 0,5
Zypern 0 0,0
Griechenland 0 0,0
4. Quartal 2014 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 946
darunter:
Russische Föderation 184 19,5
Somalia 56 5,9
Kosovo 44 4,7
Afghanistan 42 4,4
Pakistan 42 4,4
Guinea 41 4,3
Algerien 40 4,2
Irak 31 3,3
Marokko 29 3,1
Nigeria 29 3,1
Gambia 27 2,9
Georgien 27 2,9
Mazedonien 23 2,4
Iran 20 2,1
Mali 20 2,1
4. Quartal 2014 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 946
darunter:
Italien 197 20,8
Belgien 168 17,8
Polen 159 16,8
Spanien 70 7,4
1. Quartal 2015 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Drucksache 18/4980 – 30 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperioded) Wie viele Dublin-Verfahren wurden durch die Bundespolizei aufgrund
bilateraler Verwaltungsvereinbarungen eingeleitet, bzw. wie viele
entsprechende Überstellungen wurden im fraglichen Zeitraum vollzogen?
Im ersten Quartal 2015 wurde durch die Bundespolizei in keinem Fall das
Dublin-Verfahren auf Grundlage von bilateralen Verwaltungsvereinbarungen
(Dänemark, Österreich, Schweiz und Tschechische Republik) eingeleitet und
keine Überstellung vollzogen. Im vierten Quartal 2014 hat die Bundespolizei in
vier Fällen das Dublin-Verfahren auf Grundlage von bilateralen
Verwaltungsvereinbarungen (Dänemark, Österreich, Schweiz und Tschechische Republik)
eingeleitet und vier Überstellungen vollzogen.
e) Wie viele Asylanträge wurden in den genannten Zeiträumen mit der
Begründung einer Nichtzuständigkeit nach der Dublin-Verordnung
abgelehnt oder eingestellt oder als unbeachtlich betrachtet, ohne dass ein
Asylverfahren mit inhaltlicher Prüfung durchgeführt wurde (bitte in
absoluten und relativen Zahlen angeben), und wie viele Asylanträge
wurden als unzulässig erachtet, weil bereits in einem anderen Land ein
Schutzstatus gewährt wurde (bitte in absoluten und relativen Zahlen
angeben und weitere Angaben zu den wichtigsten Ländern und den dort
gewährten Schutzstatus und die Staatsangehörigkeit der Betroffenen
machen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Schweiz 64 6,8
Frankreich 57 6,0
Ungarn 37 3,9
Schweden 36 3,8
Niederlande 31 3,3
Österreich 26 2,7
Norwegen 26 2,7
Finnland 19 2,0
Portugal 9 1,0
Bulgarien 8 0,8
Slowakische Republik 7 0,7
Malta 3 0,3
Zypern 0 0,0
Griechenland 0 0,0
Zeitraum Überstellungen ohne Durchführung eines Asylverfahrens
4. Quartal 2014 17
1. Quartal 2015 33
4. Quartal 2014 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 31 – Drucksache 18/4980Die Entscheidungen über die Gewährung eines Schutzstatus in einem anderen
Land werden unabhängig davon getroffen, ob ein Dublin-Verfahren
durchgeführt wird. Deshalb ist die Zuordnung zu einem Land nicht möglich.
f) In wie vielen Fällen wurde in den genannten Zeiträumen bei
Asylsuchenden festgestellt, dass eigentlich Griechenland nach der Dublin-
Verordnung zuständig wäre (bitte auch nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern differenziert angeben), und wie ist der entsprechende
Rückgang im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent zu
erklären (bitte ausführen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Zeitraum
Entscheidungen gesamt
davon Dublin-Entscheidungen (Nichtzuständigkeit)
davon unzulässig
(nach § 27a AsylVfG)
davon
Einstellungen
davon kein
weiteres Verfahren
durchzuführen
1. Quartal 2015 58 046 7 010 6 972 21 17
4. Quartal 2014 43 066 5 337 5 324 11 2
Zeitraum Entscheidungen gesamt davon Schutz
im Mitgliedstaat
1. Quartal 2015 58 046 1 292
4. Quartal 2014 43 066 1 154
Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands
1. Quartal 2015 881
Herkunftsländer gesamt
darunter:
Syrien 507
Afghanistan 176
Staatenlos 30
Ungeklärt 29
Irak 21
sonstige asiatische Staatsangehörige 19
Albanien 17
Somalia 13
Pakistan 11
Iran 10
Drucksache 18/4980 – 32 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeIm Jahr 2014 wurde bei 1 519 Personen mit Griechenland-Bezug kein Ersuchen
aufgrund von Artikel 3 Absatz 2 Dublin-III-VO gestellt. Dabei handelte es sich
überwiegend um afghanische (498) und syrische (591) Staatsangehörige.
Demgegenüber wurde im Jahr 2013 für 3 879 Personen gegenüber Griechenland das
Selbsteintrittsrecht ausgeübt. Gemäß Artikel 3 Absatz 2 Dublin-III-VO ist der
die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat angehalten, bei Unmöglichkeit einer
Überstellung an den ursprünglich zuständigen Mitgliedstaat die Prüfung
fortzusetzen, um festzustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt
werden kann. Der Rückgang lässt sich damit erklären, dass syrische und
afghanische Staatsangehörige hauptsächlich die Reiseroute über Bulgarien und
Ungarn wählen. Dies zeigt sich an den Ersuchen im Jahr 2014 gegenüber Bulgarien
und Ungarn. So wurden für 2 795 Syrer Ersuchen an Bulgarien und für 798
Syrer Ersuchen an Ungarn gestellt. Hinsichtlich afghanischer Antragsteller wurden
für 1 042 Personen Ersuchen an Ungarn und für 461 Personen Ersuchen an
Bulgarien gestellt.
g) Wie viele Übernahmeersuchen, Zustimmungen bzw. Überstellungen
(bitte differenzieren) im Rahmen des Dublin-Systems gab es in den
genannten Zeiträumen durch bzw. an Deutschland (bitte auch nach
Ländern differenzieren und die jeweiligen Überstellungsquoten nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Etwaige
Überstellungsquoten ergeben sich aus dem Verhältnis der jeweils erfolgten
Überstellungen zu den jeweiligen Zustimmungen.
Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands
4. Quartal 2014
Herkunftsländer gesamt 585
darunter:
Syrien 283
Afghanistan 168
Pakistan 22
Somalia 13
Nigeria 13
Iran 12
Ungeklärt 12
Irak 10
Staatenlos 9
sonstige asiatische Staatsangehörige 8
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 33 – Drucksache 18/49801. Quartal 2015
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 443 235 37 82 71 38
Belgien 292 269 143 110 89 68
Bulgarien 1 499 427 14 4 3 5
Schweiz 354 160 53 163 117 71
Zypern 20 10 6 3 2
Tschechische Republik 44 33 3 5 3 2
Dänemark 130 70 26 69 50 51
Estland 2 1 2 1 1 1
Spanien 483 438 73 3 3
Finnland 20 7 1 25 21 9
Frankreich 677 532 103 248 148 82
Griechenland 201 117 78
Kroatien 22 17 2 1
Ungarn 2 952 2 304 42 4 2 3
Irland 4 4
Island 1 1 1 1
Italien 3 262 2 403 228 19 13 9
Litauen 81 69 3
Luxemburg 16 16 6 14 14 9
Lettland 27 22 3
Malta 62 79 5 2 1
Niederlande 181 119 35 171 156 57
Norwegen 145 93 8 41 31 42
Polen 833 774 132 27 21 16
Portugal 18 17 3 2 2 2
Rumänien 115 69 3 2 2 2
Schweden 380 222 41 254 197 128
Slowenien 17 17 4
Slowakische Republik 43 39 1 2
Vereinigtes Königreich 33 12 3 42 31 11
Gesamt 12 152 8 455 974 1 503 1 101 686
Drucksache 18/4980 – 34 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode4. Quartal 2014
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 360 163 26 71 49 27
Belgien 389 356 168 103 99 32
Bulgarien 1 452 360 8 3 2 1
Schweiz 391 158 64 123 100 81
Zypern 12 10 10 8 10
Tschechische Republik 43 43 1 5 3
Dänemark 152 100 6 84 66 44
Estland 2 4
Spanien 462 381 70 3
Finnland 29 8 19 34 26 13
Frankreich 641 428 57 221 135 74
Griechenland 110 95 119
Kroatien 19 25 2
Ungarn 1 992 1 492 37 4 3
Irland 1 2 2 2
Island 2 1
Italien 2 902 1 495 197 20 19
Liechtenstein 2 1 1
Litauen 78 50 6 2
Luxemburg 12 13 5 19 16 9
Lettland 19 28 3
Malta 61 46 3
Niederlande 187 117 31 175 162 28
Norwegen 158 93 26 64 53 46
Polen 992 874 159 15 8 14
Portugal 10 15 9 1 1
Rumänien 103 42 1 4 1 1
Schweden 381 217 36 279 212 150
Slowenien 29 26 2
Slowakische Republik 55 25 7 1
Vereinigtes Königreich 33 8 3 35 22 5
Gesamt 10 969 6 578 946 1 386 1 086 656
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 35 – Drucksache 18/4980h) Wie ist die Erklärung der Bundesregierung zum deutlichen Rückgang
des Anteils der Dublin-Verfahren infolge der zum 1. Januar 2014
geänderten Dublin-Verordnung (vgl. Antwort zu Frage 5h auf
Bundestagsdrucksache 18/3850) damit zu vereinbaren, dass es im Jahr 2014
lediglich 2 511 Fälle gab, in denen entsprechende Drittstaatenbescheide
ausgestellt wurden, der deutliche Rückgang damit nach Auffassung der
Fragesteller also quantitativ nicht erklärt werden kann und es noch
wesentliche auch andere Gründe geben muss (bitte ausführen), und
wieso wurde den Fragestellerinnen und Fragestellern in der Antwort zu
Frage 5h beschieden „Weitere Erkenntnisse im Sinne der Frage liegen
nicht vor“, obwohl nur wenig später in der „Frankfurter Allgemeinen
Zeitung“ vom 11. Februar 2015 („Die Zweifel am Asylsystem
wachsen“) berichtet wird, dass „nach Erkenntnissen der Behörden […] nur
gut 3 000 von ihnen [200 000 Asylsuchenden im Jahr 2014] in
Deutschland erstmals den Boden der EU betreten“ haben – was genau dem
Frageinhalt nach dem Weg der Einreise von Asylsuchenden entsprach –,
und wie lautet also die Antwort auf die Frage, warum es vergleichsweise
nur so wenige Dublin-Verfahren gibt, obwohl Deutschland im
Grundsatz nach den Regeln der Dublin-Verordnung für etwa 98 Prozent der
Asylsuchenden, die nicht über Deutschland in die EU eingereist sind,
ein Übernahmeersuchen stellen müsste (bitte ausführen)?
Zunächst wird auf die Antwort zu Frage 5b verwiesen. Weitere Gründe können
sein, dass kein Dublin-Verfahren eingeleitet wird, so zum Beispiel beim
Vorliegen von inlands- und zielstaatsbezogenen Abschiebungshindernissen, oder dass
die Frist für ein Ersuchen auf Übernahme bzw. die Frist zur Überstellung bereits
abgelaufen ist.
6. Wie viele Asylanträge wurden im ersten Quartal 2015 (bitte zum Vergleich
auch die Werte des vorherigen Quartals nennen) nach § 14a Absatz 2 des
Asylverfahrensgesetzes (AsylVfG) von Amts wegen für hier geborene
(oder eingereiste) Kinder von Asylsuchenden gestellt, wie viele
Asylanträge wurden in den genannten Zeiträumen von Kindern bzw. für Kinder
unter 16 Jahren bzw. von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren bzw. von
unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gestellt (bitte jeweils in
absoluten Zahlen und in Prozentzahlen in Relation zur Gesamtzahl der
Asylanträge sowie die Gesamtzahl der Anträge unter 18-Jähriger und sich
überschneidende Teilmengen angeben), und wie hoch waren die jeweiligen
(auch bereinigten) Gesamtschutzquoten für die genannten Gruppen?
Die Gesamtschutzquote bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag
im ersten Quartal 2015 bei 84,7 Prozent (viertes Quartal 2014: 87,7 Prozent), bei
Unbegleiteten im Alter von 16 bis unter 18 Jahren bei 76,1 Prozent (viertes
Quartal 2014: 70,7 Prozent) und bei Personen unter 18 Jahren bei 30,3 Prozent
(viertes Quartal 2014: 29,7 Prozent). Die sogenannte bereinigte
Gesamtschutzquote bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag im ersten Quartal
2015 bei 89,0 Prozent (viertes Quartal 2014: 89,9 Prozent), bei unbegleiteten
Minderjährigen im Alter von 16 bis unter 18 Jahren bei 79,6 Prozent (viertes
Quartal 2014: 73,3 Prozent) und bei Personen unter 18 Jahren bei 41,2 Prozent
(viertes Quartal 2014: 40,8 Prozent).
Die weiteren Angaben können der folgenden Tabelle entnommen werden.
Teilmengen sind eingerückt zur beinhaltenden Menge angegeben. Bei Anträgen
nach § 14a Absatz 2 Asylverfahrensgesetz (AsylVfG), die nur Kinder unter
16 Jahre betreffen, kann statistisch nicht ausgewertet werden, ob ein Kind hier
geboren oder eingereist ist.
Drucksache 18/4980 – 36 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode7. Wie viele unbegleitete Minderjährige (d. h. unter 18-Jährige) haben im
ersten Quartal 2015 bzw. im vorherigen Quartal einen Asylerstantrag gestellt
(bitte nach den wichtigsten Herkunftsländern und Bundesländern
aufgliedern), und wie hoch war die Gesamtschutzquote bei unbegleiteten
Minderjährigen im genannten Zeitraum (bitte nach verschiedenen Schutzstatus und
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2015
absolut
Verhältnis zu
Asylerstanträgen gesamt
Asylerstanträge gesamt 75 034
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre insgesamt 23 228 31,0 %
Asylerstanträge von Minderjährigen
unter 16 Jahre 20 411 27,2 %
unbegleitete Minderjährige
unter 16 Jahre 289 0,4 %
Anträge gemäß § 14a Absatz 2
AsylVfG 1 114 1,5 %
Asylerstanträge von Minderjährigen
von 16 bis unter 18 Jahre 2 817 3,8 %
unbegleitete Minderjährige
(16 bis unter 18 Jahre) 1 198 1,6 %
4. Quartal 2014
absolut
Verhältnis zu
Asylerstanträgen gesamt
Asylerstanträge gesamt 55 320
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre insgesamt
16 831 30,4 %
Asylerstanträge von Minderjährigen
unter 16 Jahre 14 724 26,6 %
unbegleitete Minderjährige
unter 16 Jahre 262 0,5 %
Anträge gemäß § 14a Absatz 2
AsylVfG 1 008 1,8 %
Asylerstanträge von Minderjährigen
von 16 bis unter 18 Jahre 2 107 3,8 %
unbegleitete Minderjährige
(16 bis unter 18 Jahre) 1 107 1,8 %
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 37 – Drucksache 18/4980Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
1. Quartal 2015
Herkunftsländer gesamt 1 487
darunter
Afghanistan 468
Syrien 304
Eritrea 166
Somalia 147
Irak 88
Kosovo 48
Ungeklärt 28
Gambia 26
Ägypten 20
Albanien 19
Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
1. Quartal 2015
Bundesländer gesamt 1 487
davon
Baden-Württemberg 105
Bayern 363
Berlin 91
Brandenburg 16
Bremen 12
Hamburg 203
Hessen 236
Mecklenburg-Vorpommern 12
Niedersachsen 87
Nordrhein-Westfalen 175
Rheinland-Pfalz 53
Saarland 60
Sachsen 19
Sachsen-Anhalt 6
Schleswig-Holstein 37
Thüringen 12
Drucksache 18/4980 – 38 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeAsylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
4. Quartal 2014
Herkunftsländer gesamt 1 279
darunter
Afghanistan 329
Eritrea 270
Syrien 243
Somalia 133
Irak 53
Ägypten 27
Ungeklärt 22
Gambia 21
Guinea 20
Nigeria 12
Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
4. Quartal 2014
Bundesländer gesamt 1 279
davon
Baden-Württemberg 66
Bayern 394
Berlin 48
Brandenburg 8
Bremen 8
Hamburg 108
Hessen 157
Mecklenburg-Vorpommern 8
Niedersachsen 72
Nordrhein-Westfalen 251
Rheinland-Pfalz 49
Saarland 50
Sachsen 14
Sachsen-Anhalt 9
Schleswig-Holstein 31
Thüringen 6
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 39 – Drucksache 18/4980* Etwaige Quoten ergeben sich aus dem Verhältnis der jeweiligen Einzelentscheidungen zu allen Entscheidungen.
Entscheidungen über Erstanträge*
insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigt
(Art. 16a GG und
Fam.Asyl)
Anerkennung als
Flüchtling gemäß
§ 3 I AsylVfG
Subsidiärer
Schutz gemäß
§ 4 I AsylVfG
Abschiebungsverbot gemäß
§ 60 V/VII
AufenthG
1. Quartal 2015 416 8 261 32 48
darunter
Afghanistan 85 – 34 5 40
Syrien 150 7 137 – –
Eritrea 42 – 25 16 –
Somalia 12 – 2 9 1
Irak 45 1 44 – –
Kosovo 18 – – – –
Ungeklärt 14 – 13 – –
Gambia 2 – – – 1
Ägypten 5 – – – –
Albanien 3 – – – –
Entscheidungen über Erstanträge*
insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigt
(Art. 16a GG und
Fam.Asyl)
Anerkennung als
Flüchtling gemäß
§ 3 I AsylVfG
Subsidiärer
Schutz gemäß
§ 4 I AsylVfG
Abschiebungsverbot gemäß
§ 60 V/VII
AufenthG
4. Quartal 2014 377 9 224 37 57
darunter
Afghanistan 95 – 32 5 47
Eritrea 45 1 20 21 1
Syrien 124 7 115 1 –
Somalia 19 – 5 7 2
Irak 39 1 38 – –
Ägypten – – – – –
Ungeklärt 7 – 5 – –
Gambia 1 – – – –
Guinea 2 – 1 1 –
Nigeria 2 – – 1 1
Drucksache 18/4980 – 40 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode8. Wie viele unbegleitete Minderjährige wurden im ersten Quartal 2015 an
welchen Grenzen durch die Bundespolizei aufgegriffen, wie viele von ihnen
wurden an die Jugendämter übergeben, und wie viele von ihnen wurden
zurückgewiesen oder zurückgeschoben (bitte nach den fünf wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben für das erste Quartal 2015 können den folgenden Tabellen
entnommen werden, wobei nur Daten zu Minderjährigen unter 16 Jahren im Sinne von
§ 80 AufenthG bzw. § 12 AsylVfG erfasst werden. Die
Bundespolizeidirektionen erfassen statistisch nur Daten zu unbegleiteten Minderjährigen unter 16
Jahren.
Etwaige Differenzen zwischen der Zahl der Aufgegriffenen und den
aufgeführten Maßnahmen erklären sich aus sonstigen Maßnahmen der Grenzbehörden,
etwa die Übergabe an zur Abholung berechtigte Personen.
9. Wie viele Asylanträge wurden im ersten Quartal 2015 bzw. im vorherigen
Quartal als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt (bitte Angaben nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren und zudem jeweils in
Relation zur Gesamtzahl der Ablehnungen setzen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2015
nach Grenze Anzahl
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Gesamt 330 0 3 320
Österreich 235 0 0 229
Frankreich 41 0 1 40
Belgien 17 0 0 17
Schweiz 13 0 1 12
Niederlande 10 0 1 9
Dänemark 8 0 0 8
Flughäfen 4 0 0 3
Luxemburg 1 0 0 1
Tschechische Republik 1 0 0 1
1. Quartal 2015
nach Staatsangehörigkeit Anzahl
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Afghanistan 173 0 0 168
Somalia 28 0 0 28
Marokko 25 0 0 25
Syrien 23 0 2 21
Irak 17 0 0 17
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 41 – Drucksache 18/49801. Quartal 2015 Ablehnung insgesamt
darunter: als offensichtlich
unbegründet abgelehnt
Anteil an
Ablehnungen gesamt
insgesamt 21 002 19 450 92,6 %
darunter
Kosovo 9 720 9 517 97,9 %
Syrien 3 3 100,0 %
Albanien 584 496 84,9 %
Serbien 5 221 5 200 99,6 %
Afghanistan 213 11 5,2 %
Irak 9 6 66,7 %
Mazedonien 1 579 1 551 98,2 %
Eritrea 10 3 30,0 %
Bosnien-Herzegowina 1 319 1 306 99,0 %
Nigeria 35 19 54,3 %
Ungeklärt 83 73 88,0 %
Somalia 50 6 12,0 %
Russische Föderation 325 81 24,9 %
Pakistan 274 57 20,8 %
Ukraine 3 3 100,0 %
4. Quartal 2014 Ablehnung insgesamt
darunter: als offensichtlich
unbegründet abgelehnt
Anteil an
Ablehnungen gesamt
insgesamt 15 298 13 183 86,2 %
darunter
Syrien 1 0 0,0 %
Serbien 6 642 6 530 98,3 %
Kosovo 424 381 89,9 %
Eritrea 5 1 20,0 %
Afghanistan 329 9 2,7 %
Albanien 487 410 84,2 %
Irak 9 3 33,3 %
Bosnien-Herzegowina 1 887 1 851 98,1 %
Ukraine 3 1 33,3 %
Mazedonien 2 646 2 542 96,1 %
Ungeklärt 51 37 72,5 %
Somalia 61 14 23,0 %
Nigeria 55 24 43,6 %
Drucksache 18/4980 – 42 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode10. Wie viele so genannte Flughafenverfahren wurden im ersten Quartal 2015
bzw. im vorherigen Quartal an welchen Flughafenstandorten mit welchem
Ergebnis durchgeführt (bitte auch Angaben zum Anteil der unbegleiteten
Minderjährigen und den zehn wichtigsten Herkunftsländern machen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Pakistan 411 96 23,4 %
Russische Föderation 354 65 18,4 %
1. Quartal 2015 Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen
nach Antragstellung
Flughafen Aktenanlage Mitteilung § 18a VI
offensichtlich
unbegründet
eingestellt
226 196 20 0
Frankfurt 225 196 19 0
München 1 0 1 0
Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen
nach Antragstellung
Herkunftsland Aktenanlage Mitteilung § 18a VI
offensichtlich
unbegründet
eingestellt
1. Quartal 2015 226 196 20 0
darunter:
Syrien 69 67 1 0
Iran 26 24 0 0
Kenia 16 9 2 0
Kongo, Dem. Republik 15 15 2 0
Afghanistan 13 8 1 0
Irak 12 12 0 0
Sri Lanka 10 8 2 0
Somalia 7 6 0 0
Armenien 7 7 0 0
Ruanda 6 6 0 0
4. Quartal 2014 Ablehnung insgesamt
darunter: als offensichtlich
unbegründet abgelehnt
Anteil an
Ablehnungen gesamt
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 43 – Drucksache 18/4980Im ersten Quartal 2015 wurden an den Flughäfen keine unbegleiteten
Antragsteller erfasst. Im vierten Quartal 2014 wurden am Flughafen Frankfurt/Main
zwei unbegleitete Antragsteller unter 18 Jahren aus Syrien und dem Iran erfasst.
Bei beiden Personen erfolgte eine Mitteilung nach § 18a VI AsylVfG. Bei den
anderen Flughäfen gab es keine Feststellungen.
11. a) Wie lautet die Statistik zu Rechtsmitteln und Gerichtsentscheidungen
im Bereich Asyl für das Jahr 2014 (bitte wie auf
Bundestagsdrucksache 18/3850 zu Frage 12 darstellen)?
b) Worauf stützte sich der BAMF-Präsident Dr. Manfred Schmidt bei
seiner Aussage (
www.stern.de vom 4. Dezember 2014), er verliere
17 Prozent der Dublin-Verfahren beim Verwaltungsgericht, vor dem
Hintergrund, dass der auf Bundestagsdrucksache 18/3850 zu Frage 12
übermittelten Gerichtsstatistik zu Dublin-Verfahren im Wesentlichen
die Information zu entnehmen ist, dass 99,3 Prozent der Verfahren er-
4. Quartal 2014
Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen
nach Antragstellung
Flughafen Aktenanlage Mitteilung § 18a VI
offensichtlich
unbegründet
eingestellt
171 151 19 0
Davon
Frankfurt 169 150 18 0
München 2 1 1 0
Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen
nach Antragstellung
Herkunftsland Aktenanlage Mitteilung § 18a VI
offensichtlich
unbegründet
eingestellt
4. Quartal 2014 171 151 19 0
darunter:
Syrien 54 54 – –
Afghanistan 24 24 – –
Kongo, Dem. Republik 14 7 5 –
Sri Lanka 10 10 – –
Iran 9 9 – –
Eritrea 7 7 – –
Somalia 7 7 – –
Irak 7 7 – –
sonstige asiatische
Staatsangehörigkeit
7 1 6 –
Ghana 5 1 4 –
Drucksache 18/4980 – 44 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeledigt worden seien, und wie sind diese unterschiedlichen Angaben zu
erklären (bitte ausführen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Erst- und Folgeanträge
Januar bis
Dezember 2014
Klagen,
Berufungen,
Revisionen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl
Art.16a
GG und
Fam.Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschie
bungsverbot
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen (z. B.
Rücknahmen)
absolut in % absolut in %
Herkunftsländer
gesamt
55 949 40 749 93 2 642 310 1 085 9 365 23,0 27 254 66,9 49 704
darunter
Serbien 11 606 8 239 0 18 1 47 2 405 29,2 5 768 70,0 8 795
Mazedonien 5 178 3 920 0 1 0 31 1 306 33,3 2 582 65,9 4 378
Syrien, 4 163 2 763 35 972 3 0 118 4,3 1 635 59,2 3 090
Russische
Föderation
3 964 4 740 4 42 4 12 322 6,8 4 356 91,9 4 994
Afghanistan 3 525 3 140 11 330 172 576 604 19,2 1 447 46,1 3 978
Bosnien-
Herzegowina
2 592 1 898 0 0 0 21 519 27,3 1 358 71,5 1 933
Somalia 2 410 961 0 42 64 6 50 5,2 799 83,1 2 060
Kosovo 2 329 1 884 0 0 0 36 559 29,7 1 289 68,4 1 944
Albanien 2 101 896 0 0 0 12 355 39,6 529 59,0 1 460
Pakistan 1 851 1 306 3 349 9 17 345 26,4 583 44,6 1 865
Iran 1 802 1 555 13 321 15 16 275 17,7 915 58,8 1 550
Georgien 1 253 796 0 1 0 5 123 15,5 667 83,8 1 029
Irak 883 1 439 1 123 21 65 366 25,4 863 60,0 966
Eritrea 812 382 1 31 0 2 3 0,8 345 90,3 587
Nigeria 797 460 1 10 2 48 135 29,3 264 57,4 813
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 45 – Drucksache 18/4980Widerrufsverfahren
Januar bis
Dezember 2014
eingelegte Klagen,
Berufungen,
Revisionen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Widerruf Art. 16a GG/
Flüchtlingseigenschaft/
subsidärer Schutz
kein Widerruf
sonstige
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut in % absolut in % absolut in %
Herkunftsländer
gesamt
323 312 96 30,8 80 25,6 136 43,6 455
darunter
Afghanistan 24 27 7 25,9 7 25,9 13 48,1 46
Angola 5 1 0 0,0 1 100,0 0 0,0 15
Armenien 9 5 1 20,0 2 40,0 2 40,0 8
Eritrea 5 1 1 100,0 0 0,0 0 0,0 4
Irak 37 54 15 27,8 13 24,1 26 48,1 79
Iran 15 14 4 28,6 5 35,7 5 35,7 16
Kongo,
Dem. Rep.
5 0 0 0 0 11
Kosovo 65 29 13 44,8 0 0,0 16 55,2 58
Russische
Föderation
5 6 3 50,0 0 0,0 3 50,0 13
Serbien 4 1 1 100,0 0 0,0 0 0,0 7
sonstige asiatische
Staatsangehörigkeit
5 0 0 0 0 7
Sri Lanka 21 24 8 33,3 10 41,7 6 25,0 16
Syrien 18 22 2 9,1 5 22,7 15 68,2 8
Türkei 59 84 25 29,8 27 32,1 32 38,1 97
Vietnam 6 1 0 0,0 0 0,0 1 100,0 8
Durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren in Monaten
Verfahrensdauer Erst- und Folgeanträge: Verfahrensdauer Widerrufe:
Januar bis Dezember 2015 8,7 21,3
Drucksache 18/4980 – 46 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeErst- und Folgeanträge mit Dublin-Entscheidungen
Januar bis
Dezember 2014
Klagen,
Berufungen,
Revisionen
gegen
Dublin-
Entscheidungen
Gerichtsentscheidungen gegen Dublin-Entscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl
Art.16a
GG und
Fam.Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschie
bungsverbot
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen (z. B.
Rücknahmen)
absolut in % absolut in %
Herkunftsländer
gesamt
14 485 7 181 0 16 1 4 49 0,7 7 111 99,0 12 058
darunter
Afghanistan 1 418 446 0 4 0 4 4 0,9 434 97,3 1 271
Albanien 82 56 0 0 0 0 0 0,0 56 100,0 50
Bosnien-
Herzegowina
74 63 0 0 0 0 0 0,0 63 100,0 33
Eritrea 478 178 0 0 0 0 0 0,0 178 100,0 339
Georgien 712 430 0 0 0 0 4 0,9 426 99,1 567
Irak 329 138 0 0 0 0 0 0,0 138 100,0 246
Iran 693 327 0 0 0 0 0 0,0 327 100,0 457
Kosovo 717 396 0 0 0 0 1 0,3 395 99,7 554
Mazedonien 155 106 0 0 0 0 5 4,7 101 95,3 119
Nigeria 535 115 0 0 0 0 2 1,7 113 98,3 468
Pakistan 555 280 0 0 0 0 0 0,0 280 100,0 374
Russische
Föderation
2 130 2 530 0 0 0 0 13 0,5 2 517 99,5 2 336
Serbien 268 163 0 0 0 0 3 1,8 160 98,2 180
Somalia 1 344 404 0 0 1 0 3 0,7 400 99,0 1 065
Syrien 833 205 0 9 0 0 0 0,0 196 95,6 741
Durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren in Monaten
Verfahrensdauer Erst- und Folgeanträge
mit Dublin-Entscheidungen
Januar bis Dezember 2014 6,1
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 47 – Drucksache 18/4980Die vom Präsidenten des BAMF zitierten Angaben auf stern.de vom 4.
Dezember 2014 beziehen sich nicht nur auf Dublin-Verfahren. Wörtlich heißt es
dort: „Viele abgelehnte Antragsteller klagen noch vor dem Verwaltungsgericht,
17 Prozent der Verfahren dort verliere ich.“ Ein Bezug ausschließlich zu Dublin-
Verfahren an den Verwaltungsgerichten wird mit dieser Aussage in keiner Weise
hergestellt. Sie bezieht sich vielmehr auf alle Verfahren bei
Verwaltungsgerichten im Jahr 2013 (siehe hierzu Statistisches Bundesamt, Fachserie 10, Reihe 2.4,
2013, S. 20,
www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Rechtspflege/
GerichtePersonal/Verwaltungsgerichte.html;jsessionid=
7FF50032ADB442B332A87B2BC02C7E28.cae2).
12. Wie viele Asylanhörungen gab es im ersten Quartal 2015 (bitte auch nach
den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren und Vergleichswerte
des vorherigen Quartals nennen), und inwieweit bzw. in welchem Ausmaß
werden dabei auch rein schriftliche Anhörungen mitgezählt?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden, wobei die
rein schriftlichen Anhörungen nicht mit erfasst werden:
Anhörungen im 1. Quartal 2015 Anzahl
Herkunftsländer gesamt 20 390
darunter
Kosovo 9 565
Syrien 1 049
Albanien 814
Serbien 2 819
Afghanistan 558
Irak 332
Mazedonien 1 025
Eritrea 713
Bosnien-Herzegowina 643
Nigeria 25
Ungeklärt 167
Somalia 167
Russische Föderation 195
Pakistan 161
Ukraine 78
Drucksache 18/4980 – 48 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode13. Wie waren die Schutzquoten und die Zahl der Schutzgesuche bei
Asylsuchenden aus Tunesien, Ägypten, Marokko, Syrien und Libyen im ersten
Quartal 2015?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Anhörungen im 4. Quartal 2014 Anzahl
Herkunftsländer gesamt 11 879
darunter
Syrien 1 859
Serbien 3 165
Kosovo 460
Eritrea 605
Afghanistan 482
Albanien 446
Irak 290
Bosnien-Herzegowina 846
Ukraine 18
Mazedonien 954
Ungeklärt 173
Somalia 183
Nigeria 52
Pakistan 179
Russische Föderation 164
Herkunftsland
1. Quartal 2015
Erstanträge Folgeanträge Gesamtschutz
absolut In Prozent
Ägypten 284 18 43 27,7
Libyen 260 6 32 40,5
Marokko 368 31 2 0,8
Syrien 14 711 733 13 850 84,8
Tunesien 225 18 – –
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 49 – Drucksache 18/498014. Wie viele Erst- und Folgeanträge (bitte differenzieren) wurden von
Asylsuchenden aus Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Albanien und
Bosnien und Herzegowina in den Monaten Januar, Februar und März 2015
gestellt (bitte jeweils auch den prozentualen Anteil der Roma-
Angehörigen nennen), und wie wurden diese Asylanträge in diesen Monaten jeweils
mit welchem Ergebnis beschieden?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Asylanträge Januar
2015
Entscheidungen im Januar 2015 über Asylanträge
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a GG
und Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gemäß
§ 3 I AsylVfG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gemäß § 4 I
AsylVfG
Feststellung eines
Abschiebungsverbotes
gemäß
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrens
erledigungen
Albanien 1 648 1 598 50 290 – – – – 207 83
dar. Roma 224 214 10 79 – – – – 57 22
Bosnien-
Herzegowina
703 441 262 934 – – – 2 587 345
dar. Roma 400 188 212 564 – – – – 309 255
Montenegro 109 84 25 70 – – – – 60 10
dar. Roma 80 60 20 40 – – – – 31 9
Mazedonien 919 540 379 980 – 2 – 4 650 324
dar. Roma 643 335 308 734 – 1 – 4 449 280
Serbien 3 328 2 042 1 286 3 392 – – – 1 2 148 1 243
dar. Roma 3 074 1 861 1 213 3 081 – – – 1 1 878 1 202
Kosovo 3 630 3 034 596 638 – – – 2 246 390
dar. Roma 746 629 117 272 – – – 2 134 136
Asylanträge Februar
2015
Entscheidungen im Februar 2015 über Asylanträge
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a GG
und Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gemäß
§ 3 I AsylVfG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gemäß § 4 I
AsylVfG
Feststellung eines
Abschiebungsverbotes
gemäß
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrens
erledigungen
Albanien 1 794 1 735 59 248 – 2 – 3 142 101
dar. Roma 149 145 4 52 – – – – 25 27
Bosnien-
Herzegowina
693 370 323 763 – 1 – – 432 330
dar. Roma 446 186 260 518 – – – – 266 252
Drucksache 18/4980 – 50 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMontenegro 191 156 35 84 – – – – 60 24
dar. Roma 64 32 32 74 – – – – 54 20
Mazedonien 958 547 411 788 – 3 – 1 547 237
dar. Roma 628 311 317 521 – 3 – – 325 193
Serbien 2 849 1 871 978 2 788 – – – – 1 733 1 055
dar. Roma 2 556 1 640 916 2 497 – – – – 1 531 966
Kosovo 7 728 6 913 815 2 233 – – – 5 1 773 455
dar. Roma 643 558 85 555 – – – 2 391 162
Asylanträge März
2015
Entscheidungen im März 2015 über Asylanträge
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a GG
und Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gemäß
§ 3 I AsylVfG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gemäß § 4 I
AsylVfG
Feststellung eines
Abschiebungsverbotes
gemäß
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrens
erledigungen
Albanien 3 020 2 955 65 361 – 1 – 3 235 122
dar. Roma 194 193 1 72 – – – – 49 23
Bosnien-
Herzegowina
690 380 310 595 – – – 2 306 287
dar. Roma 407 161 246 348 – – – 1 154 193
Montenegro 272 236 36 100 – – – – 67 33
dar. Roma 95 64 31 72 – – – – 48 24
Mazedonien 1 186 744 442 597 – 1 – 1 391 204
dar. Roma 644 329 315 412 – 1 – – 259 152
Serbien 2 833 1 709 1 124 2 177 – – – 3 1 365 809
dar. Roma 2 525 1 471 1 054 1 995 – – – 3 1 232 760
Kosovo 11 729 11 147 582 8 401 – – 1 9 7 709 682
dar. Roma 712 640 72 1 154 – – – 5 893 256
Asylanträge Februar
2015
Entscheidungen im Februar 2015 über Asylanträge
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a GG
und Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gemäß
§ 3 I AsylVfG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gemäß § 4 I
AsylVfG
Feststellung eines
Abschiebungsverbotes
gemäß
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrens
erledigungen
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 51 – Drucksache 18/498015. Wie bewertet es die Bundesregierung, dass es, entgegen ihrer im
Gesetzgebungsverfahren geäußerten Einschätzung, keinen merklichen Rückgang
der Zahl der Asylsuchenden aus den zu sicheren Herkunftsstaaten
erklärten Ländern gegeben hat, welche Gründe gibt es ihrer Auffassung nach
hierfür, und warum sollte sich hieran mittel- und langfristig
gegebenenfalls etwas ändern?
Die Zugangszahlen (Erst- und Folgeanträge) sind für die Herkunftsländer
Serbien und Bosnien-Herzegowina seit deren Einstufung als sichere
Herkunftsstaaten am 6. November 2014 sehr wohl deutlich gesunken. Wurden im November
2014 noch 3 570 (Serbien) bzw. 951 Anträge (Bosnien-Herzegowina) gestellt,
sanken die Zugänge im März 2015 auf 2 833 (Serbien) bzw. 690 Anträge
(Bosnien-Herzegowina). Dies macht einen prozentualen Rückgang von 20,6 Prozent
bezogen auf Serbien bzw. 27,4 Prozent bezogen auf Bosnien und Herzegowina
aus.
Hinsichtlich Mazedonien als weiterem sicheren Herkunftsstaat seit 6. November
2014 ist festzustellen, dass sich die Zugänge (Erst- und Folgeanträge) zwar seit
November 2014 (926 Anträge) um 28 Prozent auf 1 186 Anträge im März 2015
erhöht haben. Gleichwohl liegt dies aber noch erheblich unter dem prozentualen
Anstieg der Gesamtzugangszahlen für alle Herkunftsländer. Diese stiegen von
22 075 Asylanträgen im November 2014 auf 32 054 Asylanträge im März 2015,
was eine Zunahme von 45,2 Prozent bedeutet.
Mittel- oder langfristige Prognosen zur Entwicklung der Zahl der
Asylsuchenden aus den genannten Staaten lassen sich nicht treffen, da Migration generell
von verschiedensten, teilweise nicht vorhersehbaren Faktoren abhängig ist.
16. In Bezug auf welche Herkunftsländer oder bestimmten Fallgruppen (z. B.
Dublin-Verfahren) werden Asylanträge derzeit prioritär bearbeitet, welche
neuen Informationen gibt es zur Personalsituation, -entwicklung und -
planung im BAMF und unterstützende Sondermaßnahmen, insbesondere im
Bereich der Asylprüfung, wie ist der Stand der Neubesetzung der neu
bewilligten 350 Stellen im BAMF bzw. der Einarbeitung des entsprechenden
Personals, und gibt es weitergehende Personalforderungen in welcher
Größenordnung seitens des BAMF, um den gestiegenen Bedarfen gerecht
werden zu können (die Frage ist nicht, welche Gelder das Parlament unter
Umständen bewilligen könnte)?
Aktuell werden Asylanträge aus den Herkunftsländern Albanien, Kosovo,
Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Syrien sowie die Anträge von
Antragstellern aus dem Irak, die religiösen Minderheiten angehören (Christen,
Jeziden, Mandäer), prioritär bearbeitet. Ebenso werden die Asylanträge, die im
Jahr 2013 und früher gestellt, aber noch nicht verbeschieden werden konnten,
soweit möglich vorrangig bearbeitet.
Das Fortbildungskonzept Asyl sieht für die Einarbeitung von Entscheidern eine
Ausbildungszeit von rund 14 Wochen vor. In dieser Zeit werden die neuen
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anhand eines Ausbildungsplans mit zugehörigem
Lernzielkatalog auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sie werden an den
Grundmodulen des EASO Training Curriculum geschult, die durch eine theoretische
Unterweisung in das nationale Asylverfahren ergänzt werden. Parallel hierzu erhalten
sie eine praktische Einarbeitung in einer Außenstelle des BAMF, die in den
folgenden Wochen verfestigt und durch weitere Schulungsmaßnahmen flankiert
wird.
Für die Einarbeitung von Personal für die Asylverfahrenssekretariate ist eine
kürzere Einarbeitungszeit ausreichend, sie werden bereits während ihrer
Einarbeitung kontinuierlich für praktische Tätigkeiten eingesetzt, zunächst
schwerpunktmäßig in den Arbeitsbereichen, in denen der größte Bedarf besteht (z. B.
Drucksache 18/4980 – 52 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeAntragsannahme und Aktenanlage). Später werden zu gegebener Zeit auch
Tätigkeiten anderer Einsatzbereiche vermittelt, um auch dort eine Verwendung zu
ermöglichen.
Zum 1. April 2015 waren beim BAMF im Bereich Asyl- und Dublin-Verfahren
etwa 420 Stellen mit Sachbearbeitern und etwa 800 Stellen mit
Bürosachbearbeitern besetzt. Darüber hinaus unterstützen rund 280 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aller Laufbahnen den operativen Asyl- und Dublin-Bereich,
beispielsweise in den Aufgaben der Länderanalyse, Prozessführung,
Grundsatzangelegenheiten, Qualitätssicherung und Widerrufsverfahren. Die Verstärkung des
Entscheiderbereichs in den Außenstellen des BAMF durch Personal des
gehobenen Dienstes aus anderen Arbeitsbereichen des Hauses wird weiter
fortgesetzt. Die im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2014 bewilligten 300 neuen Stellen
wurden bis zum Jahresende 2014 besetzt. Die im Rahmen des Haushalts 2015
bewilligten 350 Stellen sind bereits zu zwei Dritteln besetzt, die verbleibenden
Stellen sollen bis Mitte des Jahres 2015 besetzt sein. Die Einarbeitung erfolgt
bedarfs- und praxisorientiert anhand standardisierter Verfahren.
Für das BAMF sollen im Nachtragshaushalt 2015 zusätzlich 750 Planstellen
bzw. Stellen mit entsprechenden Personal- und Sachmitteln bereitgestellt
werden. Die Bundesregierung beabsichtigt, auch für den Haushalt 2016 bis zu 1 250
weitere Planstellen bzw. Stellen zu bewilligen. Die Einzelheiten sind
Gegenstand des regierungsinternen Aufstellungsverfahrens für den Regierungsentwurf
des Haushalts 2016.
17. Zu welchem ungefähren Anteil wird nach Einschätzungen von
fachkundigen Bediensteten des BAMF derzeit das Prinzip der Einheit von Anhörer
und Entscheider im Asylverfahren in der Praxis gewahrt (soweit möglich
bitte auch nach Ländern differenzieren)?
Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben zur Identität von Anhörer und Entscheider.
Der entsprechende Anteil dürfte bei grober Einschätzung von fachkundigen
Bediensteten des BAMF derzeit bei ungefähr 75 Prozent liegen.
18. Wie hat sich die Verfahrensdauer bei Asylsuchenden, die nicht aus Ländern
des Westbalkans kommen, im ersten Quartal 2015 gegenüber dem
vorherigen Quartal entwickelt, und wie hoch war in diesen Zeiträumen die
bereinigte Gesamtschutzquote in Bezug auf diese Länder (ohne Westbalkan)?
Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen
Entscheidung bei Asylsuchenden, die nicht aus Ländern des Westbalkans kommen (also
ohne Serbien, Montenegro, Bosnien u. Herzegowina, Mazedonien und
Albanien), betrug im vierten Quartal 2014 durchschnittlich 7,8 Monate, im ersten
Quartal 2015 durchschnittlich 5,4 Monate. Die erfragte Quote von
Asylsuchenden, die nicht aus Ländern des Westbalkans kommen, betrug 81,4 Prozent im
vierten Quartal 2014, im ersten Quartal 2015 waren es 63,7 Prozent.
19. Wie lange dauern derzeit im Durchschnitt nach Einschätzungen
fachkundiger Bediensteter des BAMF Asylanhörungen generell, und wie lange
dauern diese bei Asylsuchenden aus Westbalkanländern, aus Syrien und
anderen wichtigen Herkunftsländern?
Nach Schätzungen des BAMF beträgt die durchschnittliche Dauer der
Asylanhörungen allgemein aktuell etwa 100 Minuten, für Antragsteller aus
Westbalkanländern durchschnittlich etwa 50, bei syrischen Asylantragstellern, sofern
kein schriftliches Verfahren durchgeführt wird, etwa 45 Minuten.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 53 – Drucksache 18/498020. In welchem Umfang (bitte Einschätzungen fachkundiger Bediensteter
nennen) macht das BAMF inzwischen bei welchen Herkunftsländern von
der Möglichkeit Gebrauch, Asylsuchende mit hohen
Anerkennungschancen ohne mündliche Anhörung anzuerkennen (§ 24 Absatz 1 Satz 4 und 5
AsylVfG, bitte auch Einschätzungen zum Jahr 2014 nachreichen), welche
Überlegungen führten dazu, das Verfahren nach Information der
Fragesteller auch auf Asylsuchende aus Eritrea anzuwenden, obwohl den
Fragestellern in der Antwort zu Frage 23 auf Bundestagsdrucksache 18/3850
noch beschieden wurde, dass eine „Ausweitung dieser Verfahrensweise“
„derzeit nicht geplant“ sei, und was spricht dagegen, das Verfahren
generell auf Länder mit hohen Schutzquoten anzuwenden?
Das BAMF macht seit Mitte November 2014 bundesweit von der Möglichkeit
Gebrauch, bei Antragstellern aus Syrien ohne mündliche Anhörung den
Flüchtlingsstatus zuzuerkennen, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Auch bei
Antragstellern aus dem Irak, die religiösen Minderheiten angehören (Christen,
Jeziden, Mandäer) wird dieses Verfahren angewandt. Bei Antragstellern anderer
Herkunftsländer findet die Bearbeitung von Anträgen nicht in dieser Weise statt.
Zum Zeitpunkt der letzten Anfrage war eine Ausweitung dieser Verfahrensweise
noch nicht geplant. Die enorme Zugangssteigerung seit Beginn diesen Jahres hat
dazu geführt, dass es derzeit Überlegungen gibt, diese Verfahrensweise auch auf
andere Länder mit hoher Schutzquote auszuweiten. Bezüglich des
Herkunftslandes Eritrea wird dies derzeit in einer Außenstelle des Bundesamtes erprobt.
Während bei Antragstellern aus Syrien die Identität sehr häufig durch die
Vorlage von Pässen oder anderer Urkunden nachgewiesen werden kann, ist dies bei
Antragstellern aus anderen Herkunftsländern überwiegend nicht der Fall. Dies
spricht gegen die Ausweitung eines solchen Verfahrens.
21. In wie vielen Fällen wurde das BAMF bei der Prüfung zielstaatsbezogener
Abschiebungshindernisse nach § 72 Absatz 2 AufenthG im Auftrag der
Ausländerbehörden welcher Bundesländer im ersten Quartal 2015 mit
welchem Ergebnis beteiligt (bitte auch nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Stellungnahmen gemäß
§ 72 Abs. 2 AufenthG
davon
positiv negativ
sonstige
(z. B. Abbruch)
1. Quartal 2015 258 49 79 130
davon
Baden-Württemberg 30 3 14 13
Bayern 16 3 6 7
Berlin 26 2 7 17
Bremen 12 6 5 1
Hamburg 21 5 2 14
Hessen 17 4 3 10
Mecklenburg-Vorpommern 5 1 1 3
Niedersachsen 20 4 5 11
Nordrhein-Westfalen 79 15 24 40
Drucksache 18/4980 – 54 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeRheinland-Pfalz 11 1 4 6
Saarland 7 1 4 2
Sachsen 7 3 4
Sachsen-Anhalt 4 4
Schleswig-Holstein 2 2
Thüringen 1 1
Stellungnahmen gemäß
§ 72 Abs. 2 AufenthG
davon
positiv negativ
sonstige
(z. B. Abbruch)
1. Quartal 2015 258 49 79 130
darunter
Kosovo 14 2 9 3
Syrien 9 4 1 4
Albanien 10 1 2 7
Serbien 6 1 4 1
Afghanistan 6 3 2 1
Irak 16 8 3 5
Mazedonien 7 4 3
Eritrea 1 1
Bosnien-Herzegowina 15 1 13 1
Nigeria 7 3 4
Stellungnahmen gemäß
§ 72 Abs. 2 AufenthG
davon
positiv negativ
sonstige
(z. B. Abbruch)
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ISSN 0722-8333]