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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Beschäftigte

Befristete Beschäftigung in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen: Entwicklung seit 2005, Befristung bei Neuanstellung, Vergleich zu höheren Altersgruppen sowie zu EU- und OECD-Staaten; Übernahmen, Verlängerungen und Beendigungen befristeter Verträge; Berufsgruppen- und Branchenschwerpunkte, Anteil befristeter Stellen am Stellenangebot der Bundesagentur für Arbeit, Teilnahme befristet Beschäftigter an beruflicher Weiterbildung, Bewertung der Ergebnisse des OECD-Berichts &quot;Skills Outlook 2015&quot;<br /> (insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Datum

21.07.2015

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/531322.06.2015

Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Beschäftigte

der Abgeordneten Jutta Krellmann, Klaus Ernst, Nicole Gohlke, Susanna Karawanskij, Thomas Lutze, Cornelia Möhring, Norbert Müller (Potsdam), Thomas Nord, Richard Pitterle, Michael Schlecht, Dr. Axel Troost, Dr. Sahra Wagenknecht, Jörn Wunderlich, Sabine Zimmermann (Zwickau) und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Die OECD (OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat aktuell ihren Skills Outlook 2015 veröffentlicht. Der Anteil von befristeten Arbeitsverhältnissen bei jungen Beschäftigten liegt in Deutschland mit knapp 50 Prozent bei der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen so hoch wie in kaum einem anderen der untersuchten Länder.

Dazu schreibt SPIEGEL ONLINE mit Bezug auf den OECD-Bericht: „Befristete Jobs können zwar sinnvoll sein, indem sie jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Oft sind sie aber auch mit gravierenden Nachteilen verbunden, wie die OECD ausführt: In vielen Fällen können befristet Beschäftigte ihre Fähigkeiten nicht voll in die Arbeit einbringen. Wer einen Zeitvertrag hat, hat auch geringere Chancen, an einer Weiterbildung teilzunehmen. Im schlimmsten Fall können durch die Befristungen daher Kompetenzen verkümmern, warnt die Organisation.“

Vor diesem Hintergrund ist eine genauere Beleuchtung der Arbeitsmarktsituation für junge Beschäftigte notwendig, und es stellt sich die Frage, welche Konsequenzen die Bundesregierung daraus zieht.

Falls zu den genannten Altersgruppen keine Daten vorliegen, wird gebeten, die vorhandenen Daten zu ähnlichen oder vergleichbaren Altersgruppen anzugeben.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse bei den Altersgruppen der 15- bis 24-Jährigen sowie der 25- bis 34-Jährigen im Vergleich zu den höheren Altersgruppen in Deutschland, und wie hat sich dieser Anteil in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte nach Geschlecht sowie nach Ost und West differenzieren; bitte für den Vergleich alle vorhandenen Altersgruppen ausweisen)?

2

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über den Anteil der befristet Beschäftigten in den Altersgruppen der 15- bis 24-Jährigen sowie der 25- bis 34-Jährigen im Vergleich zu den anderen europäischen Mitgliedsstaaten sowie im Vergleich der OECD-Staaten vor (bitte ebenfalls nach Geschlecht differenzieren und für den Vergleich alle vorhandenen Altersgruppen ausweisen; bitte den Vergleich jeweils einzeln für die vergangenen zehn Jahre vornehmen)?

3

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Anteil der befristeten Arbeitsverträge an allen Neueinstellungen in den Altersgruppen der 15- bis 24-Jährigen sowie der 25- bis 34-Jährigen (bitte nach Geschlecht sowie nach Ost und West differenzieren und für alle vorhandenen Altersgruppen differenziert ausweisen; bitte die Daten für die vergangenen zehn Jahre ausweisen)?

4

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über den Anteil der befristeten Arbeitsverträge an allen Neueinstellungen in den Altersgruppen der 15- bis 24-Jährigen sowie der 25- bis 34-Jährigen im Vergleich zu den anderen europäischen Mitgliedstaaten sowie im Vergleich der OECD-Staaten vor (bitte ebenfalls nach Geschlecht differenzieren und alle vorhandenen Altersgruppen ausweisen; bitte den Vergleich für die vergangenen zehn Jahre jeweils einzeln vornehmen)?

5

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Übernahmequote von befristet Beschäftigten vor (bitte nach Altersgruppen und Geschlecht differenzieren, bitte für die vergangenen zehn Jahre einzeln ausweisen)?

6

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, wie viele befristete Arbeitsverträge bzw. befristet Beschäftigte nach deren Auslaufen in einen weiteren befristeten Vertrag beim gleichen Arbeitgeber, in einen unbefristeten Arbeitsvertrag beim gleichen Arbeitgeber, in einen befristeten Arbeitsvertrag bei einem anderen Arbeitgeber, in einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei einem anderen Arbeitgeber oder in die Arbeitslosigkeit münden (bitte nach Altersgruppen und Geschlecht differenzieren; bitte für die vergangenen zehn Jahre einzeln ausweisen)?

7

Welche sind nach Kenntnis der Bundesregierung die fünf Wirtschaftszweige und welche die fünf Berufsgruppen, in denen die höchste Zahl und der höchste Anteil von befristet Beschäftigten in den Altersgruppen 15 bis 24 Jahre sowie 25 bis 34 Jahre anzutreffen ist (bitte für alle Altersgruppen ausweisen und nach Geschlecht differenzieren; bitte für die vergangenen zehn Jahre einzeln ausweisen und nach Anzahl und Anteil getrennt darstellen)?

8

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Anteil der befristeten Stellen an allen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen (bitte für die vergangenen zehn Jahre darstellen)?

9

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Teilnahme von unbefristet und befristet Beschäftigten an Weiterbildungen (bitte nach Altersgruppen und Geschlecht differenziert darstellen und nach Ost und West unterscheiden)?

10

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Zusammenhang von befristeten Arbeitsverträgen und der Entwicklung von beruflichen Kompetenzen?

11

Welchen gesetzgeberischen Handlungsbedarf leitet die Bundesregierung aus den Ergebnissen des Skills Outlook 2015 ab?

Berlin, den 19. Juni 2015

Dr. Gregor Gysi und Fraktion

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