[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 28. April 2016
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/8290
18. Wahlperiode 29.04.2016
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Frank Tempel,
Sevim Dağdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/8115 –
Islamfeindlichkeit und antimuslimische Straftaten im ersten Quartal 2016
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Laut einer Anfang Januar 2015 veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung
empfinden 57 Prozent der nichtmuslimischen Bürgerinnen und Bürger „den
Islam als Bedrohung“. 61 Prozent der Befragten gaben an, der Islam passe nicht
in die westliche Welt, 40 Prozent fühlten sich durch Muslime als Fremde im
eigenen Land, jeder vierte will Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland
verbieten (
www.tagesschau.de/inland/islam-101.html). Auch andere Studien über
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, wie die im Zweijahresrhythmus
durchgeführte Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. verweisen auf eine
tiefsitzende Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit in beträchtlichen Teilen der Bevölkerung
(
www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_14/141120presse-handout.pdf).
Auf islamfeindlichen Internetportalen, wie dem nach eigenen Angaben von
teilweise über 100 000 Besucherinnen und Besuchern am Tag gelesenen Blog
„Politically Incorrect“ (PI), werden insbesondere in den Leserkommentaren
Muslime und Muslimas in fremdenfeindlicher, beleidigender, hasserfüllter und
zum Teil gewaltbefürwortender Weise pauschal erniedrigt und beschimpft. Für
die Pro-Bewegung (Pro NRW, pro Deutschland) und die NPD dient
islamfeindliche Agitation, etwa gegen Moscheeneubauten, als ein Mittel, um die so
genannte Mitte der Gesellschaft mit ihrer rechtsextremen Programmatik zu
erreichen.
Im Herbst 2014 entstand in Dresden die Pegida-Bewegung, die sich von ihrem
Namen her explizit gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ richtet. An
wöchentlichen Demonstrationen beteiligten sich in Dresden vorübergehend bis zu
25 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den islam- und fremdenfeindlichen
Aufmärschen.
Die in Teilen der Bevölkerung verankerte Islam- und Muslimfeindlichkeit
äußert sich auch in Übergriffen und Anschlägen auf Moscheen in Deutschland, die
von Schändungen mit Schlachtabfällen oder Fäkalien bis hin zu
Brandanschlägen reichen (Bundestagsdrucksache 18/1627).
Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf Bundestagsdrucksache 18/7498
mitteilte, wurde Ende des Jahres 2015 die Erweiterung des Oberthemas
„Hasskriminalität“ um das Unterthema „Islamfeindlichkeit“ vom zuständigen
Fachgremium befürwortet; die Erweiterung des Themenfeldkatalogs der Politisch
Motivierten Kriminalität (PMK) liegt damit bei der Innenministerkonferenz
(IMK).
1. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Stand und weitere
Zeitplan der Überarbeitung des Themenfeldkatalogs beim Oberthema
„Hasskriminalität“ um ein Unterthema „Islamfeindlichkeit“ durch das zuständige
Gremium bei der IMK?
Die Erweiterung des Oberthemas „Hasskriminalität“ um das Unterthema
„islamfeindlich“ ist vom zuständigen Fachgremium (Bund Länder Arbeitsgemeinschaft
zur Überarbeitung des Definitionssystems Politisch motivierte Kriminalität-
BLAG) befürwortet worden.
Da die bundesweit einheitlich geltenden Kriterien zur Definition und Erfassung
politisch motivierter Kriminalität (PMK) im Jahr 2001 mit Beschluss der
Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) in Kraft gesetzt wurden,
bedarf die entsprechende Erweiterung des Themenfeldkatalogs PMK der
Bestätigung durch die IMK. Die Befassung der zuständigen Gremien – Kommission
Staatsschutz (KSt), Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Landeskriminalämter mit
dem Bundeskriminalamt – BKA (AG Kripo) und des „Arbeitskreises II Innere
Sicherheit“ (AK II) – ist bereits abgeschlossen. Die endgültige Beschlussfassung
durch die IMK ist auf der 204. Sitzung (vom 15. Juni bis zum 17. Juni 2016)
vorgesehen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 sollen die Änderungen in Kraft treten.
2. Welche islam- bzw. muslimfeindlichen Websites und Gruppierungen
werden nach Kenntnis der Bundesregierung in welchen Bundesländern als
verfassungsfeindlich (auch Verdachtsfälle) eingestuft bzw. von Landesämtern
für Verfassungsschutz überwacht?
Grundsätzlich können einzelne rechtsextremistische Gruppierungen aufgrund
ihrer fremdenfeindlichen Ideologie auch als islam- bzw. muslimfeindlich eingestuft
werden. Zu den rechtsextremistischen Beobachtungsobjekten der einzelnen
Landesbehörden für Verfassungsschutz wird auf die jeweiligen
Verfassungsschutzberichte der Länder verwiesen.
Darüber hinausgehend beobachtet das Land Bayern den Landesverband der Partei
„Die Freiheit“ und den Personenkreis um dessen Vorsitzenden im
Phänomenbereich der verfassungsschutzrelevanten Islamfeindlichkeit außerhalb des
Rechtsextremismus (in Bayern werden entsprechende Bestrebungen diesem gesonderten
Phänomenbereich zugeordnet), weil tatsächliche Anhaltspunkte für
extremistische Bestrebungen und Tätigkeiten vorliegen. Ebenso werden die Gruppierungen
„PEGIDA-München“, „PEGIDA Nürnberg“, „NüGIDA“ und „Pegida Franken“
als extremistische Gruppierungen beobachtet, bei denen die Verantwortlichen in
unterschiedlicher Zusammensetzung aus dem rechtsextremistischen Spektrum
wie auch aus dem Bereich der verfassungsschutzrelevanten Islamfeindlichkeit
stammen.
3. Welche und wie viele islam- bzw. muslimfeindlichen Aufmärsche
einschließlich Proteste gegen eine angeblich drohende Islamisierung Europas
oder den Bau von Moscheen in Deutschland fanden nach Kenntnis der
Bundesregierung im ersten Quartal 2016 statt (bitte Datum, Ort, Teilnehmerzahl,
Anlass bzw. Thema und Veranstalter angeben)?
Der Bundesregierung sind die nachfolgenden Kundgebungen gegen eine
vermeintliche Islamisierung Deutschlands im ersten Quartal 2016 bekannt
geworden, bei denen eine rechtsextremistische bzw. verfassungsschutzrelevante
islamfeindliche Einflussnahme bzw. Steuerung in unterschiedlicher Ausprägung
erkennbar war. Bezüglich der Gruppierungen „PEGIDA München“ und „PEGIDA
Nürnberg“ wird auf die Antwort zu Frage 2 hingewiesen.
Datum Bundesland Ort Name TN
04.01.2016 BE Berlin BÄRGIDA 100
04.01.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 280
04.01.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 55
09.01.2016 NW Köln PEGIDA NRW 1700
10.01.2016 BW Kandern PEGIDA Dreiländereck 80
11.01.2016 BB Strausberg BraMM-PEGIDA 300
11.01.2016 BB Potsdam POGIDA 100
11.01.2016 BE Berlin BÄRGIDA 120
11.01.2016 BY München PEGIDA München 400
11.01.2016 MV Schwerin MVGIDA 320
11.01.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 400
11.01.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 66
18.01.2016 BE Berlin BÄRGIDA 100
18.01.2016 BY München PEGIDA München 280
18.01.2016 MV Bützow MVGIDA 80
18.01.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 450
18.01.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 72
20.01.2016 BB Potsdam POGIDA 300
25.01.2016 BE Berlin BÄRGIDA 100
25.01.2016 BY München PEGIDA München 240
25.01.2016 MV Neubrandenburg MVGIDA 210
25.01.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 330
25.01.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 65
27.01.2016 BB Potsdam POGIDA 180
29.01.2016 BB Senftenberg BraMM-PEGIDA 70
30.01.2016 TH Schmölln THÜGIDA 450
01.02.2016 BB Strausberg BraMM-PEGIDA 150
01.02.2016 BE Berlin BÄRGIDA 90
01.02.2016 BY München PEGIDA München 250
01.02.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 300
01.02.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 80
01.02.2016 TH Schleiz THÜGIDA 500
06.02.2016 BE Berlin BÄRGIDA 130
Datum Bundesland Ort Name TN
08.02.2016 BE Berlin BÄRGIDA 130
08.02.2016 BY München PEGIDA München 120
08.02.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 40
10.02.2016 BB Potsdam POGIDA 110
13.02.2016 TH Weida THÜGIDA 330
15.02.2016 BE Berlin BÄRGIDA 70
15.02.2016 BY München PEGIDA München 200
15.02.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 200
15.02.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 60
17.02.2016 BB Potsdam POGIDA 85
22.02.2016 BE Berlin BÄRGIDA 75
22.02.2016 BY München PEGIDA München 140
22.02.2016 MV Grevesmühlen MVGIDA 165
22.02.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 97
22.02.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 40
24.02.2016 BB Potsdam POGIDA 90
26.02.2016 BB Senftenberg BraMM-PEGIDA 47
27.02.2016 BW Karlsruhe KARGIDA 80
27.02.2016 TH Gera THÜGIDA 195
29.02.2016 BB Strausberg BraMM-PEGIDA 135
29.02.2016 BE Berlin BÄRGIDA 85
29.02.2016 BY München PEGIDA München 100
29.02.2016 MV Parchim MVGIDA 300
29.02.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 250
29.02.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 46
01.03.2016 TH Weimar THÜGIDA 110
05.03.2016 TH Neustadt an der Orla THÜGIDA 317
07.03.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 150
07.03.2016 BY München PEGIDA München 170
07.03.2016 BE Berlin BÄRGIDA 120
07.03.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 37
09.03.2016 BB Potsdam POGIDA 85
11.03.2016 BY Nürnberg PEGIDA Nürnberg 110
14.03.2016 BY München PEGIDA München 90
14.03.2016 NW Duisburg PEGIDA NRW 200
14.03.2016 MV Boizenburg MVGIDA 140
14.03.2016 ST Magdeburg MAGIDA 2.0 40
14.03.2016 BE Berlin BÄRGIDA 100
19.03.2016 TH Ronneburg THÜGIDA 128
21.03.2016 BY München PEGIDA München 150
21.03.2016 BE Berlin BÄRGIDA 60
21.03.2016 TH Hermsdorf THÜGIDA 110
Datum Bundesland Ort Name TN
24.03.2016 MV Neubrandenburg MVGIDA 140
28.03.2016 BY München PEGIDA München 100
28.03.2016 BE Berlin BÄRGIDA 70
* TN: Teilnehmer
4. Wie viele Anschläge auf Moscheen, Moscheevereine und sonstige
islamische Einrichtungen in Deutschland gab es nach Kenntnis der
Bundesregierung im ersten Quartal 2016 (bitte einzeln nach Ort, Datum, Namen der
Moschee und ihrer möglichen Dachorganisation, Art des Anschlags und
Schadenshöhe, Phänomenbereich, Ober- und Unterthema und Anzahl der
Tatverdächtigen auflisten)?
a) Wie viele Schändungen von Moscheen, Moscheevereinen und sonstigen
islamischen Einrichtungen durch Farbschmierereien, Fäkalien,
Schlachtabfälle etc. sind der Bundesregierung für das erste Quartal 2016 bekannt
geworden (bitte einzeln nach Ort, Datum, Namen der Moschee und ihrer
möglichen Dachorganisation, Art der Schändung und Schadenshöhe,
Phänomenbereich, Ober- und Unterthema und Anzahl der Tatverdächtigen
auflisten)?
b) Wie viele Bombendrohungen gegen Moscheen, Moscheevereine und
sonstige islamische Einrichtungen sind der Bundesregierung im ersten
Quartal 2016 bekannt geworden (bitte einzeln nach Ort, Datum, Namen
der Moschee und ihrer möglichen Dachorganisation, Phänomenbereich,
Ober- und Unterthema und Anzahl der Tatverdächtigen auflisten)?
Die Fragen 4 bis 4b werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
„Anschläge auf Moscheen, Moscheevereine oder sonstige islamische
Einrichtungen“ stellen ebenso wie die „Schändung von Moscheen“ kein eigenständiges
Delikt dar; vielmehr werden durch einen Anschlag bzw. eine Schändung – je nach
den Umständen des konkreten Einzelfalles – unterschiedliche Straftatbestände
verwirklicht.
Im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden alle in Tateinheit
oder natürlicher Handlungseinheit begangenen Taten ausschließlich zahlenmäßig
und nur bei dem Straftatbestand gezählt, der die höchste Strafandrohung aufweist.
Demzufolge lassen sich aus der PKS solche Straftaten systembedingt nicht
herausfiltern. Hingegen erfolgt im Rahmen des Kriminalpolizeilichen
Meldedienstes – Politisch Motivierte Kriminalität (KPMD-PMK) eine Kategorisierung der
Taten nach Themenfeldern. Zudem hat das Bundeskriminalamt in seiner
Zentraldatei LAPOS (Lage – Abbildung politisch motivierte Straftaten) Angriffsziele
katalogisiert, die bei der dortigen statistischen Erfassung nach Bewertung des von
den Ländern zu jeder Tat mitgeteilten Kurzsachverhaltes eingegeben werden. Die
nachfolgende, in chronologischer Reihenfolge erstellte Übersicht gibt Auskunft
zu den für das erste Quartal 2016 erfassten politisch motivierten Straftaten mit
dem Angriffsziel „Religionsstätte/Moschee“. Dabei ist zu beachten, dass jede Tat
einem Oberthema zugeordnet wird, die Zuordnung zu einem Unterthema erfolgt
nur dann, wenn ein solches relevant ist.
Sofern in der Tabelle einem Oberthema keine (in Klammern angeführten)
Unterthemen zugeordnet werden, erfolgte keine diesbezügliche Erfassung. Der
BKA-interne LAPOS-Begriff für das Angriffsziel „Religionsstätte/Moschee“ gilt
nur für Moscheen selbst. Sonstige Stätten der Religionsausübung,
Moscheevereine oder islamische Einrichtungen sind nicht enthalten.
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5. Wie viele mutmaßlich antimuslimisch oder islamfeindlich motivierte
Straftaten außer Übergriffen auf Moscheen, Moscheevereine und sonstige
islamische Einrichtungen wurden im ersten Quartal 2016 nach Kenntnis der
Bundesregierung bundesweit verübt (bitte nach Anzahl, Art und Motivation der
Straftaten und Bundesländern aufschlüsseln)?
6. Wie viele Personen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im ersten
Quartal 2016 bei Überfällen mit mutmaßlich antimuslimischer oder
islamfeindlicher Motivation oder mit vermuteter antimuslimischer oder
islamfeindlicher Motivation
a) leicht verletzt,
b) schwer verletzt bzw.
c) getötet
(bitte nach Bundesländern und Motivation der Straftat aufschlüsseln)?
Die Fragen 5 und 6 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Wie in der Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 5 und 6 der Kleinen
Anfrage der Fraktion DIE LINKE. „Islamfeindlichkeit und antimuslimische
Straftaten im Jahr 2014“ auf Bundestagsdrucksache 18/4269 vom 10. März 2015
ausgeführt, ist eine differenzierte Ausweisung von islamfeindlichen Straftaten im
Rahmen des KPMD-PMK derzeit noch nicht möglich. Im Hinblick auf die
Einführung eines entsprechenden Unterthemas wird auf die Antwort zu Frage 1
verwiesen.
7. Welcher materielle Schaden entstand nach Kenntnis der Bundesregierung
bei mutmaßlich antimuslimischen und islamfeindlichen Straftaten im ersten
Quartal 2016 (bitte nach Schadenshöhe, Art und Motivation der Straftaten
und Bundesländern aufschlüsseln)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
8. Wie viele Tatverdächtige wurden nach Kenntnis der Bundesregierung wegen
mutmaßlich antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten im ersten
Quartal 2016 festgenommen (bitte nach Art und Motivation der Straftaten
und Bundesländern aufschlüsseln)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 8 (i. V. m. der Antwort zu
Frage 5) der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. „Islamfeindlichkeit und
antimuslimische Straftaten im Jahr 2014“ auf Bundestagsdrucksache 18/4269
vom 10. März 2015 wird verwiesen.
9. Wie viele Ermittlungsverfahren wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
wegen mutmaßlich antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten im
ersten Quartal 2016 eingeleitet (bitte nach Art und Motivation der Straftaten
und Bundesländern aufschlüsseln)?
10. In wie vielen Fällen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die
Ermittlungen wegen mutmaßlich antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten
im ersten Quartal 2016 eingestellt (bitte nach Art und Motivation der
Straftaten und Bundesländern aufschlüsseln)?
11. Wie viele Personen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung wegen
antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten im ersten Quartal 2016 zu
welchen Strafen verurteilt (bitte nach Art und Motivation der Straftaten und
Bundesländern aufschlüsseln)?
Die Fragen 9 bis 11 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA) hat im ersten Quartal
2016 kein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlich antimuslimischer und
islamfeindlicher Straftaten eingeleitet.
Zur grundsätzlichen Vorgehensweise des GBA bei der Prüfung seiner
Zuständigkeit in den genannten Fällen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den
Fragen 9 bis 11 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. vom 23.
November 2015 (Bundestagsdrucksache 18/6762) verwiesen.
Im Übrigen liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
12. Welche gezielten bundesweiten Operationen der Polizei hat es wegen
überregionaler antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten mit welchem
Ergebnis gegeben?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen im Sinne der Fragestellung vor.
13. Welche Nachmeldungen zu den Fragen 3 bis 12 auf
Bundestagsdrucksache 18/7498 gibt es bezüglich des vierten Quartals 2015?
Für das vierte Quartal 2015 wurden der Bundesregierung folgende
Veranstaltungen im Sinne der Frage 3 nachträglich bekannt:
Datum Bundesland Ort Name TN
01.10.2015 BY Nürnberg PEGIDA Nürnberg 80
31.10.2015 BY Nürnberg PEGIDA Nürnberg 120
02.11.2015 BY München PEGIDA München 330
09.11.2015 BY München PEGIDA München 100
16.11.2015 BY München PEGIDA München 300
19.11.2015 BY Nürnberg PEGIDA Nürnberg 140
23.11.2015 BY München PEGIDA München 160
30.11.2015 BY München PEGIDA München 180
07.12.2015 BY München PEGIDA München 150
14.12.2015 BY München PEGIDA München 250
21.12.2015 BY München PEGIDA München 120
* TN: Teilnehmer
Unter Bezugnahme auf die Ausführungen in der Antwort zu Frage 4 wurden der
Bundesregierung die nachfolgenden Delikte bekannt:
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ISSN 0722-8333]