[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 18. Januar 2017 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/10925
18. Wahlperiode 20.01.2017
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Dr. Valerie Wilms,
Stephan Kühn (Dresden), weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/10729 –
Engpass zwischen Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Zuffenhausen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Zuge der Neuordnung des Großknotens Stuttgart durch das Projekt
„Stuttgart 21“ und der Neubaustrecke (NBS) Wendlingen – Ulm ergeben sich neue
Verkehrsrelationen auf überregionaler Ebene. In der Folge resultieren hieraus
neue Kapazitätseinschränkungen im Bestandsnetz im Zulauf auf den und vom
Knoten Stuttgart. Die Schnellfahrstrecke Mannheim – Stuttgart mündet
zwischen Kornwestheim und Stuttgart-Zuffenhausen in den nördlichen
Schienenstreckenzulauf Richtung Stuttgart. Die Neubaumaßnahmen im Zuge des
Projekts NBS Stuttgart – Ulm setzen erst in Stuttgart-Feuerbach im Bestandsnetz
an. Ein Ausbau der Bestandsstrecke zwischen den o. g. Neubauabschnitten ist
im Rahmen des Projekts bislang nicht vorgesehen.
Der Streckenabschnitt zwischen Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-
Zuffenhausen wird sowohl vom Nah- als auch vom Fernverkehr und vom internationalen
Verkehr genutzt. Er ist aktuell bereits sehr stark befahren, so dass eine
Verdichtung der Verkehre nahezu unmöglich ist. Außerdem plant die Landesregierung,
den Nahverkehr zusätzlich weiter auszubauen. Dazu sollen beispielsweise ab
Dezember 2017 verschiedene Metropolexpresszüge eingeführt werden. Auch
für den Deutschland-Takt wird mehr Kapazität benötigt.
Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist für den Verkehrsträger Schiene auf
der Strecke zwischen Stuttgart-Zuffenhausen – Stuttgart-Feuerbach kein
Engpass ausgewiesen, weil der Mittelwert der Anzahl der Züge auf dieser Strecke
keine Überlastung darstellt. Betrachtet man jedoch einzelne Zeitabschnitte pro
Tag, dann weist diese Strecke in der Hauptverkehrszeit jedoch eine Überlastung
aus. In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage: „Temporäre
Engpässe im Bundesverkehrswegeplan 2030“ (Bundestagsdrucksache 18/9963)
gibt die Bundesregierung an, dass für den Verkehrsträger Schiene
„tagesszeitlich differenzierte Auswertungen der Überlastung von Einzelstrecken nicht
vor[liegen]“.
Sowohl von der Landesregierung als auch vom Verband Region Stuttgart gibt
es bereits die Forderung, dass der Abschnitt zwischen Stuttgart-Feuerbach und
Stuttgart-Zuffenhausen umgebaut und um ein fünftes und sechstes Gleis
erweitert werden sollte, um zukünftig ausreichend Kapazitäten für einen
zuverlässigen und der Nachfrage gerecht werdenden Bahnverkehr gewährleisten zu
können. Aktuell gibt es auf dem Abschnitt nur vier Gleise, wobei zwei Gleise vom
S-Bahn-Verkehr genutzt werden.
Die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat im Zuge der
Ausschussberatungen zum Bundesverkehrswegeplan beantragt, das Projekt
„Knoten Stuttgart (u. a. 5. u. 6. Gleis Stuttgart Feuerbach – Zuffenhausen und große
Wendlinger Kurve)“ neu in den Bundesverkehrswegeplan einzustufen und
dort im „vordringlichen Bedarf“ festzuschreiben (siehe
Bundestagsdrucksache 18/10513(neu), ab Seite 89). Der Änderungsantrag wurde mit den Stimmen
der Fraktionen der CDU/CSU und SPD ohne Begründung abgelehnt.
1. Welche konkreten Verkehrsannahmen liegen der aktuellen Engpassanalyse
sowie der Engpassanalyse für den BVWP 2030 auf der Strecke zwischen
Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach zu Grunde (bitte Auflistung
der einzelnen Zuglinien und der Anzahl der Verbindungen an Werktagen und
an Wochenenden)?
Zwischen Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Zuffenhausen verlaufen die jeweils
zweigleisigen Strecken 4800 und 4801. Auf beiden Strecken findet nur
Personenverkehr statt. Über die Strecke 4801 verkehrt ausschließlich der S-Bahn-Verkehr,
der sonstige Nahverkehr und der Fernverkehr wird über die Strecke 4800
abgewickelt. Beide Strecken sind sehr gut ausgebaut und sind mit einer hohen
Signaldichte (kurze Blockstände) zur Maximierung der Leistungsfähigkeit versehen.
Ausgehend von den Streckenattributen und den Geschwindigkeiten der Züge
können Mindestzugfolgezeiten von rd. 3 Minuten je Zug realisiert werden, sodass ca.
zwölf Züge je Stunde und Richtungsgleis i. d. R. ohne größere Schwierigkeiten
verkehren können.
Güterverkehre nutzen den in Rede stehenden Streckenabschnitt im Regelbetrieb
nicht, da sie ab Kornwestheim in südwestlicher Richtung über die Strecken 4810
(„Württembergische Schwarzwaldbahn“) und 4870 („Rankbachbahn“) mit dem
Routing Korntal – Renningen – Böblingen bzw. in südöstlicher Richtung über die
Strecke 4720 („Schusterbahn“) mit dem Routing Stuttgart-Zazenhausen –
Stuttgart-Untertürkheim um den Innenbereich des Stuttgarter Eisenbahnknotens
herumgeführt werden.
Im makroskopischen Umlegungsprozess für den Verkehrsträger Schiene werden
tagesspezifische Schwankungen durch Abfahrtsverteilungen berücksichtigt.
Dabei orientiert man sich im Personenverkehr an gewünschten Fahrplanlagen, die je
nach Tageszeit unterschiedlich sein können.
Dabei wird das Verkehrsangebot eines durchschnittlichen Werktags im
Prognosejahr 2030 bei den Untersuchungen berücksichtigt.
Ausgehend von diesen Fahrplanlagen und Abfahrtsverteilungen wird die
Auslastungs- und Engpasssituation für das gesamte Streckennetz aus methodischen
Gründen nicht stündlich, jedoch für Zeitscheiben differenziert betrachtet.
Grundlage für die Engpassanalyse ist das mit den Ländern abgestimmte
Bedienungsangebot für den Bezugsfall und das Zielnetz des BVWP 2030.
Dies ist im Einzelnen:
Bezugsfall BVWP 2030
Zugzahlen Stg.-Nord - Stg. Zuffenhausen
planmäßige Verkehre, ohne Leer-, Bedarfs- und Sonderzüge sowie Wochenendverstärker, Bezugfall 2030
VzG-Strecke Ferngleise Beide Richtungen Gesamtsumme
4800 SPFV SPNV (ohne S-Bahn) SGV alle Verkehrsarten
Verkehrstage
von
nach 6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
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2
2-
6
U
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Su
m
m
e
Su
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m
e
6
-2
2
U
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2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0
-2
4
U
hr
Mo-Fr 2030
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
114
18
132
184
12
196
0
0
0
328
VzG-Strecke S-Bahn-Gleise Beide Richtungen Gesamtsumme
4801 SPFV SPNV ( nur S-Bahn) SGV alle Verkehrsarten
Verkehrstage
von
nach 6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0
-2
4
U
hr
Mo-Fr
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
0
0
0
286
70
356
0
0
0
356
Gesamtsumme
beide Strecken
SPFV
SPNV
SGV
Gesamtsumme
alle
Verkehrsarten beide
Strecken
Verkehrstage
von
nach 6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0-
24
U
hr
Mo-Fr
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
114
18
132
470
82
552
0
0
0
684
Quelle: Verkehrsprognose 2030
SPFV-Linien:
1.1/1.2 Kiel/Hamburg-Köln-Mannheim-Stuttgart(-Innsbruck) 8 Zugpaare/Referenzwerktag
8 Hamburg-Hannover-Frankfurt-Stuttgart 8 Zugpaare/Referenzwerktag
11.1 Berlin-Frankfurt-Stuttgart-München 8 Zugpaare/Referenzwerktag
22 Paris-Karlsruhe-Stuttgart(-München) 8 Zugpaare/Referenzwerktag
27 Dortmund-FF Flughafen-Stuttgart-München 8 Zugpaare/Referenzwerktag
31 Hamburg-Köln-Mannheim-Stuttgart 8 Zugpaare/Referenzwerktag
40 Frankfurt-Stuttgart-München-Salzburg(-Klagenfurt) 8 Zugpaare/Referenzwerktag
41 Karlsruhe-Stuttgart-München 8 Zugpaare/Referenzwerktag
SPNV-Linien:
FR 8 Ulm-SFS-S-Flughafen-Stuttgart-Heilbronn-Würzburg 18 Zugpaare/Referenzwerktag
FR 9 Ulm-Göppingen-Stuttgart-SFS-Mühlacker-Karlsruhe 18 Zugpaare/Referenzwerktag
E 5 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Bietigheim-Mühlacker-Karlsruhe 9 Zugpaare/Referenzwerktag
E 8 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Heilbronn-Osterburken 18 Zugpaare/Referenzwerktag
E 11 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Heilbronn-Sinsheim-Mannheim 9 Zugpaare/Referenzwerktag
E 12 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Heilbronn-Eberbach-Mannheim 9 Zugpaare/Referenzwerktag
E70 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Bietigheim-Mühlacker-Heidelberg 9 Zugpaare/Referenzwerktag
sowie Einzelzüge in der HVZ, Saisonverkehr
S-Bahn-Linien:
S4 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Marbach(N)(-Backnang) 52 Zugpaare/Referenzwerktag
S5 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Bietigheim 58 Zugpaare/Referenzwerktag
S6 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Weil der Stadt 68 Zugpaare/Referenzwerktag
Zielnetz BVWP 2030
Zugzahlen Stg.-Nord - Stg. Zuffenhausen
planmäßige Verkehre, ohne Leer-, Bedarfs- und Sonderzüge sowie Wochenendverstärker
VzG-Strecke Ferngleise Beide Richtungen Gesamtsumme
4800 SPFV SPNV (ohne S-Bahn) SGV alle Verkehrsarten
Verkehrstage
von
nach 6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0
-2
4
U
hr
Mo-Fr 2030
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
144
20
164
156
40
196
0
0
0
360
VzG-Strecke S-Bahn-Gleise Beide Richtungen Gesamtsumme
4801 SPFV SPNV ( nur S-Bahn) SGV alle Verkehrsarten
Verkehrstage
von
nach 6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0
-2
4
U
hr
Mo-Fr
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
0
0
0
286
70
356
0
0
0
356
Gesamtsumme
beide Strecken
SPFV
SPNV
SGV
Gesamtsumme
alle
Verkehrsarten beide
Strecken
Verkehrstage
von
nach 6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0-
24
U
hr
Mo-Fr
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
144
20
164
442
110
552
0
0
0
716
Quelle: BVWP August 2016
SPFV-Linien:
1.1/1.2 Kiel/Hamburg-Köln-Mannheim-Stuttgart(-Innsbruck) 8 Zugpaare/Referenzwerktag
8 Hamburg-Hannover-Frankfurt-Stuttgart 16 Zugpaare/Referenzwerktag
11.1 Berlin-Frankfurt-Stuttgart-München 8 Zugpaare/Referenzwerktag
22 Paris-Karlsruhe-Stuttgart(-München) 8 Zugpaare/Referenzwerktag
27 Dortmund-FF Flughafen-Stuttgart-München 16 Zugpaare/Referenzwerktag
31 Hamburg-Köln-Mannheim-Stuttgart 8 Zugpaare/Referenzwerktag
40 Frankfurt-Stuttgart-München-Salzburg(-Klagenfurt) 8 Zugpaare/Referenzwerktag
41 Karlsruhe-Stuttgart-München 8 Zugpaare/Referenzwerktag
SPNV-Linien:
FR 8 Ulm-SFS-S-Flughafen-Stuttgart-Heilbronn-Würzburg 18 Zugpaare/Referenzwerktag
FR 9 Ulm-Göppingen-Stuttgart-SFS-Mühlacker-Karlsruhe 18 Zugpaare/Referenzwerktag
E 5 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Bietigheim-Mühlacker-Karlsruhe 9 Zugpaare/Referenzwerktag
E 8 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Heilbronn-Osterburken 18 Zugpaare/Referenzwerktag
E 11 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Heilbronn-Sinsheim-Mannheim 9 Zugpaare/Referenzwerktag
E 12 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Heilbronn-Eberbach-Mannheim 9 Zugpaare/Referenzwerktag
E70 Tübingen-Reutlingen-Stuttgart-Bietigheim-Mühlacker-Heidelberg 9 Zugpaare/Referenzwerktag
sowie Einzelzüge in der HVZ, Saisonverkehr
S-Bahn-Linien:
S4 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Marbach(N)(-Backnang) 52 Zugpaare/Referenzwerktag
S5 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Bietigheim 58 Zugpaare/Referenzwerktag
S6 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Weil der Stadt 68 Zugpaare/Referenzwerktag
Die Zahlen beziehen sich auf einen Referenzwochentag des Prognosejahres 2030.
Zugzahlen für das Wochenende werden im Rahmen der BVWP-Planung nicht
ermittelt, da sie für die Infrastrukturdimensionierung nicht relevant sind.
2. Welche Verkehre werden nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit auf
dem Streckenabschnitt zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-
Feuerbach gefahren (bitte Auflistung der einzelnen Zuglinien und der Anzahl
der Verbindungen an Werktagen und an Wochenenden)?
Die Bundesregierung ist an der Planung des Angebots der
Eisenbahnverkehrsunternehmen und der Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr (SPNV)
nicht beteiligt. Aus den von diesen veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass
im Streckenabschnitt der Strecke 4800 nördlich Stuttgart Hbf die ICE-Linien
Hamburg – Fulda – Stuttgart, Berlin – Frankfurt (Main) – München und
Dortmund – Mannheim – München sowie die EC/IC-Linien Hamburg – Köln –
Stuttgart, Frankfurt (Main) – Stuttgart – München, Karlsruhe – München und
Karlsruhe – Pforzheim – Nürnberg jeweils im 2-Stunden-Takt verkehren. Außerdem
verkehren einzelne Züge anderer Linien des Schienenpersonenfernverkehrs und
Züge des SPNV verschiedener Relationen, so dass sich eine Belegung von bis zu
ca. zwölf Zügen je Richtung in der jeweiligen Spitzenstunde ergibt.
Auf den S-Bahn-Gleisen (Strecke 4801) verkehren die Linien S 4, S 5, S 6/60 in
den Spitzenzeiten im 15-Minuten-Takt, so dass sich eine Belegung von zwölf
Zügen je Richtung ergibt.
Die folgende Tabelle enthält eine vom Infrastrukturunternehmen DB Netz AG
übermittelte Zusammenstellung der Zugzahlen im Abschnitt Stuttgart-
Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach sowie der dort verkehrenden Linien:
Zugzahlen Stg.-Nord - Stg. Zuffenhausen
planmäßige Verkehre, ohne Leer-, Bedarfs- und Sonderzüge, Stand 29.12.2016
VzG-Strecke Ferngleise Beide Richtungen Gesamtsumme
4800 SPFV SPNV (ohne S-Bahn) SGV alle Verkehrsarten
Verkehrstage
von
nach 6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0
-2
4
U
hr
Mo-Fr 138 14 152 144 15 159 0 0 0 311
Sa
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
113
10
123
108
14
122
0
0
0
245
So 119 12 131 110 14 124 0 0 0 255
VzG-Strecke S-Bahn-Gleise Beide Richtungen Gesamtsumme
4801 SPFV SPNV ( nur S-Bahn) SGV alle Verkehrsarten
Verkehrstage
von
nach 6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6
-2
2
U
hr
2
2-
6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0
-2
4
U
hr
Mo-Fr 0 0 0 295 53 348 0 0 0 348
Sa
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
0
0
0
223
62
285
0
0
0
285
So 0 0 0 185 58 243 0 0 0 243
Gesamtsumme
beide Strecken
SPFV
SPNV
SGV
Gesamtsumme
alle
Verkehrsarten beide
Strecken
Verkehrstage
von
nach 6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
6-
22
U
hr
22
-6
U
hr
Su
m
m
e
Su
m
m
e
0-
24
U
hr
Mo-Fr
Stg.-
Feuerbach
Stg.
Zuffenhausen
138 14 152 439 68 507 0 0 0 659
Sa
113
10
123
331
76
407
0
0
0
530
So 119 12 131 295 72 367 0 0 0 498
Quelle: RUT-K, Netzfahrplan 2017
SPFV-Linien: ICE-Linien:
11 Berlin-Frankfurt-Stuttgart-München
22 Hamburg-Hannover-Frankfurt-Stuttgart
42 Dortmund-FF Flughafen-Stuttgart-München
47 Dortmund-FF Flughafen-Stuttgart
83 Paris-Karlsruhe-Stuttgart(-München)
IC-Linien:
30 Hamburg-Köln-Mannheim-Stuttgart
32 Dortmund-Köln-Mannheim-Ulm
60 Karlsruhe-Stuttgart-München
61 Karlsruhe-Stuttgart-Nürnberg
62 Frankfurt-Stuttgart-München-Klagenfurt
sonstiger SPFV: Einzelzüge in der HVZ, Locomore, Nachtverkehr
SPNV-Linien: Stuttgart-Heilbronn-Würzburg
Stuttgart-Heilbronn-Osterburken
Stuttgart-SFS-Mühlacker-Karlsruhe
Stuttgart-Bietigheim-Mühlacker-Karlsruhe
Stuttgart-Bietigheim-Mühlacker-Heidelberg
sowie Einzelzüge in der HVZ, Saisonverkehr
S-Bahn-Linien:
S4 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Marbach(N)(-Backnang)
S5 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Bietigheim
S6 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Weil der Stadt
S60 Schwabstraße-Hauptbahnhof-Renningen
3. Inwieweit gab es nach Kenntnis der Bundesregierung Trassenanmeldungen
für die Strecke zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach,
die auf Grund von Trassenkonflikten nicht wie beantragt genehmigt werden
konnten?
Es gab bisher keine Trassenkonflikte, die zu Ablehnungen gemäß § 52 des
Eisenbahnregulierungsgesetzes (bzw. alt § 14d Allgemeines Eisenbahngesetz) geführt
haben.
4. Wie hoch ist der Auslastungsgrad für den viergleisigen Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach im Rahmen der
Engpassanalyse zum BVWP für den Bezugs- und Planfall (bitte tabellarische
Auflistung nach Uhrzeit und Wochentag)?
Die folgende Tabelle zeigt sowohl die Belastung auf den einzelnen Strecken als
auch die für die jeweiligen Zeitscheiben ermittelten Auslastungsgrade. Die
Darstellung erfolgt für den Bezugsfall und für die Zielnetzsituation (Stand BVWP-
Kabinettsbeschluss August 2016). Im Zielnetz resultiert aufgrund der
angenommenen Ausbaumaßnahmen zwischen Frankfurt und Mannheim ein höheres
Angebot im Personenfernverkehr, von dem auch der Knoten Stuttgart betroffen ist.
Das Bedienungsangebot im Nahverkehr bleibt unberührt (siehe auch Antwort zu
Frage 1).
Streckenspezifische Auslastung nach Zeitscheiben in Prozent und maximale
Zugbelastung je Stunde/Tag und Gleis in 2030 für den Bezugsfall und das Zielnetz
Strecke 4800
Fernbahn
Bezugsfall Max.
Züge je h und Gleis
Zielnetz
Max. Züge je h und Gleis
Auslastung in %
SPFV SPNV Summe SPFV SPNV Summe Bezugsfall Zielnetz
ZS 1 (06-09 Uhr) 4 6 10 5 6 11 95 % 99 %
ZS 2 (09-16 Uhr) 4 5 9 5 6 11 86 % 98 %
ZS 3 (16-19 Uhr) 5 6 11 6 6 12 97 % 113 %
ZS 4 (19-22 Uhr) 2 5 7 3 5 8 62 % 72 %
ZS 2 (22-06 Uhr) 1 1 2 1 2 3 23 % 25 %
Zugbelastung
insgesamt je Gleis und
Tag 66 98 164 82 98 180 63 % 72%
Strecke 4801
S-Bahn
Bezugsfall Züge je h und
Gleis
Zielnetz (August 2016) Züge
je h und Gleis Auslastung in %
SPFV S-Bahn Bezugsfall Bezugsfall S-Bahn Summe Bezugsfall Zielnetz
ZS 1 (06-09 Uhr) 0 12 12 0 12 12 113 % 113 %
ZS 2 (09-16 Uhr) 0 7 7 0 7 7 76 % 76 %
ZS 3 (16-19 Uhr) 0 12 12 0 12 12 114 % 114 %
ZS 4 (19-22 Uhr) 0 8 8 0 8 8 82 % 82 %
ZS 5 (22-06 Uhr) 0 4 4 0 4 4 43 % 43 %
Zugbelastung
insgesamt je Gleis und
Tag 0 178 178 0 178 178 76 % 76 %
Eine Strecke gilt bei einer Auslastung zwischen 85 Prozent und 115 Prozent als
wirtschaftlich optimal ausgelastet, darüber hinaus als überlastet. Bei
Auslastungen von unter 85 Prozent ist die Strecke nicht wirtschaftlich optimal ausgelastet.
5. Wie hoch ist der tatsächliche Auslastungsgrad derzeit für den viergleisigen
Streckenabschnitt zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach
nach Kenntnis der Bundesregierung (bitte tabellarische Auflistung nach
Uhrzeit und Wochentag)?
Der nachgefragte Streckenabschnitt gehört zum Großknotenbereich Stuttgart und
besteht aus zwei relativ kurzen separaten zweigleisigen Teilstrecken
(Streckennummern 4800 und 4801, ca. 2,5 km Länge).
Die Strecken bzw. Teilstrecken sind mit in ihrer Charakteristik sehr
unterschiedlichen Betriebsprogrammen belegt und sind daher getrennt zu betrachten (siehe
Antwort zu Frage 1).
Für die fraglichen Streckenabschnitte liegen bisher keine
Kapazitätsberechnungen auf aktueller Fahrplanbasis vor. Das Bundesministerium für Verkehr und
digitale Infrastruktur (BMVI) hat daher eine überschlägliche Betrachtung der
Auslastung auf der Basis des Fahrplans 2016 (Stand KW) durchgeführt – mit
folgendem Ergebnis:
Die Teilstrecke 4800 ist im Tageszeitraum (6 bis 22 Uhr) optimal ausgelastet,
im Nachtzeitraum sind aufgrund des schwächer werdenden Personenverkehrs
naturgemäß Reserven vorhanden. In der Hauptverkehrszeit (14 bis 19 Uhr) wird
die Grenze des optimalen Leistungsbereiches nahezu erreicht.
Die S-Bahn-Strecke 4801 ist über den gesamten Tageszeitraum hoch
ausgelastet, wobei in Spitzenzeiten der optimale Leistungsbereich nahezu ausgeschöpft
wird. Im Nachtzeit- raum liegt ebenfalls naturgemäß aufgrund des geringen
Verkehrs eine geringe Auslastung vor.
Darüber hinaus zeigt sich, dass bedingt durch die dichte Blockteilung auf den
beiden Teilstrecken nicht die betrachteten Abschnitte selbst, sondern eher die
angrenzende Abschnitte, besonders Stuttgart Hbf, maßgebend für die
Zugfolgezeiten und damit für die Kapazität im Zu- und Ablauf sind.
6. Wie viele Überlastungssituationen je Tag werden für den Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach im Rahmen der
Engpassanalyse zum BVWP für den Bezugs- und Planfall jeweils
angegeben, und wie verteilen sie sich über den Tag (bitte tabellarische Angabe über
die einzelnen Stunden der verschiedenen Wochentage)?
Aus der in der Antwort zu Frage 4 dargestellten Tabelle wird deutlich, dass die
streckenspezifische Kapazitätsauslastung auf der Fernverkehrsstrecke 4800 über
den Tagesdurchschnitt ausreichend ist. Diese Aussage kann auch bei maximal
zehn bis zwölf Zügen pro Stunde und Gleis auch zeit- scheibenspezifisch
aufrechterhalten werden.
Die streckenspezifische Kapazität des optimalen Leistungsbereiches von zwölf
Zügen pro Stunde und Gleis wird in keiner Zeitscheibe überschritten. Damit liegt
auf beiden parallelen Strecken keine Überlastung vor.
7. Wie viele fahrplantechnische Konflikte gab es im Zuge der
Fahrplanerstellung für die Verkehrsmodellierung im Rahmen des BVWP 2030 den
Abschnitt zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach
betreffend, so dass die Zugfahrten nicht örtlich und/oder zeitlich so wie
ursprünglich nachgefragt realisiert werden können?
Weder bei der Erstellung der Fahrpläne für die Machbarkeitsstudie Deutschland-
Takt noch bei der Erstellung des mit dem Zielnetz BVWP 2030
korrespondierenden Zielfahrplans 2030 sind bislang im Abschnitt Stuttgart-Zuffenhausen und
Stuttgart-Feuerbach fahrplantechnische Konflikte deutlich geworden, wonach die
Zugfahrten nicht örtlich und/oder zeitlich so wie ursprünglich nachgefragt
realisiert werden könnten.
8. Wie hoch ist der Auslastungsgrad für den viergleisigen Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach zu Beginn des
Umlegungsprozesses der Verkehrssimulation (vor der ersten Iteration) im
Rahmen der Engpassanalyse zum BVWP für den Bezugs- und Planfall (bitte
tabellarische Auflistung entsprechend der in PRINS für andere Projekte
verfügbare Zeitscheiben: 06-09 Uhr; 09-16 Uhr; 16-19 Uhr; 19-22 Uhr;
22-06 Uhr; gesamter Tag für die einzelnen Wochentage)?
9. Wie hoch ist der Auslastungsgrad für den viergleisigen Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach nach Abschluss
des Umlegungsprozesses der Verkehrssimulation (nach der letzten Iteration)
im Rahmen der Engpassanalyse zum BVWP für den Bezugs- und Planfall
(bitte tabellarische Auflistung der in PRINS für andere Projekte verfügbare
Zeitscheiben: 06-09 Uhr; 09-16 Uhr; 16-19 Uhr; 19-22 Uhr; 22-06 Uhr;
gesamter Tag für die einzelnen Wochentage)?
10. Wie viele Züge welcher Verkehrsart (S-Bahn/Nahverkehr, Regionalverkehr,
Fernverkehr, Güterverkehr) sollen auf dem viergleisigen Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach zu Beginn des
Umlegungsprozesses der Verkehrssimulation (vor der ersten Iteration) im
Rahmen der Verkehrssimulation für den Planfall 2030 verkehren (bitte
jeweils tabellarische Auflistung der in PRINS für andere Projekte verfügbare
Zeitscheiben: 06-09 Uhr; 09-16 Uhr; 16-19 Uhr; 19-22 Uhr; 22-06 Uhr;
gesamter Tag für die einzelnen Wochentage)?
11. Wie viele Züge welcher Verkehrsart (S-Bahn/Nahverkehr, Regionalverkehr,
Fernverkehr, Güterverkehr) sollen auf dem viergleisigen Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach nach Abschluss
des Umlegungsprozesses der Verkehrssimulation (nach der letzten Iteration)
im Rahmen der Verkehrssimulation für den Planfall 2030 verkehren (bitte
jeweils tabellarische Auflistung der in PRINS für andere Projekte verfügbare
Zeitscheiben: 06-09 Uhr; 09-16 Uhr; 16-19 Uhr; 19-22 Uhr; 22-06 Uhr;
gesamter Tag für die einzelnen Wochentage)?
Die Fragen 8 bis 11 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Bei der Verkehrsumlegung für den BVWP 2030 finden im Personenverkehr keine
Iterationen statt, da er gemäß den Regeln der Fahrplankonstruktion konfliktfrei
eingelegt wird und immer Priorität vor dem (im fraglichen Streckenabschnitt
ohnehin nicht vorhandenen) Güterverkehr hat. Es wird daher auf die Tabelle in
der Antwort zu Frage 4 verwiesen.
12. Wurden temporär auftretende Engpässe zwischen Stuttgart-Zuffenhausen
und Stuttgart-Feuerbach durch das angewandte Umlegungsverfahren
identifiziert (falls ja, bitte tabellarische Auflistung nach Uhrzeit, Wochentag und
Anzahl der Engpasssituationen angeben)?
13. Durch welche geeigneten Infrastrukturmaßnahmen können nach Kenntnis
der Bundesregierung die temporär auftretenden Engpässe zwischen
Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach beseitigt werden, und wie ist
jeweils der Stand bei der Planung, Definition und Bewertung dieser
Infrastrukturmaßnahmen?
14. Zu welchen Zeitpunkten wird es nach der aktuellen Planung im Zielnetz
2030 Engpässe zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach
geben (bitte tabellarische Auflistung nach Uhrzeit, Wochentag und Anzahl
der Engpasssituationen)?
Die Fragen 12 bis 14 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Wie in der Antwort zu Frage 6 dargestellt, sind aus der durchgeführten
Engpassanalyse beim angenommenen Bedienungsangebot keine Engpässe
ersichtlich, durch die ein weiterer Ausbau gerechtfertigt ist.
15. Werden nach Kenntnis der Bundesregierung die geplanten Aus- bzw.
Umbaumaßnahmen u. a. durch ein fünftes und sechstes Gleis auf dem
Streckenabschnitt zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach für die
Realisierung des Deutschland-Taktes benötigt?
16. Welche Zeitvorteile können mit den geplanten Aus- bzw.
Umbaumaßnahmen u. a. durch ein fünftes und sechstes Gleis auf dem Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach auf welchen
Linien erzielt werden?
Die Fragen 15 und 16 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Wie bereits in der Antwort zu Frage 7 dargestellt, sind auf dem Streckenabschnitt
zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach bei den
angenommenen Bedienungsangeboten im Nah- und Fernverkehr keine fahrplantechnischen
Konflikte zu erwarten. Daher erscheint ein Ausbau dieses Bereichs keine
zwingende Voraussetzung für einen Deutschland-Takt zu sein.
Gleichwohl wird das BMVI einen Ausbau dieses Streckenabschnitts mit dem Ziel
einer Fahrzeitverkürzung bei der gegenwärtig in Vorbereitung befindlichen
Erstellung eines Zielfahrplans 2030+ betrachten. Nur im Kontext der
Reisezeitverkürzung für einen Integralen Taktfahrplan besitzt diese Ausbaumaßnahme die
Chance auf eine gesamtwirtschaftliche Rentabilität.
Aus diesem Grund wird diese Maßnahme zusammen mit weiteren, durch die
Optimierung des Fahrplans ermittelten ergänzenden Infrastrukturmaßnahmen
in einem bereits im Potentiellen Bedarf des BVWP 2030 vorgesehenen Planfall
M-001-V01 untersucht, um das BVWP-Zielnetz und einen Deutschland-Takt
aufeinander abzustimmen. Dazu werden ggf. weitere fahrplanfeine bzw.
mikroskopische Untersuchungen der Schieneninfrastruktur durchgeführt. Anschließend
wird dieser Planfall unter Berücksichtigung des Reisezeitnutzens
gesamtwirtschaftlich bewertet.
17. Wie beurteilt die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit der viergleisigen
Strecke zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach im
Zusammenhang mit der Realisierung von Stuttgart 21 und einer zukünftigen
Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 12 bis 14 verwiesen.
Die Realisierung von Stuttgart 21 und die künftige Verkehrsverlagerung sind in
den Verkehrsprognosen und den zugehörigen Bedienungsangeboten des
Schienenpersonenverkehrs abgebildet.
18. Ist es nach wie vor das Ziel der Bundesregierung, eine leistungsfähige
Schnellverkehrsverbindung Mannheim – München zu errichten, und wenn
ja, wie passt die „Projektlücke“ mit dem fehlenden Ausbau zwischen
Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach zu diesen Plänen?
Es ist nach wie vor das Ziel der Bundesregierung, eine leistungsfähige
Schnellverkehrsverbindung Mannheim – München zu errichten. Zu diesem Zweck ist
auch die ABS/NBS Ulm – Augsburg in den Vordringlichen Bedarf des neuen
Bundesschienenwegeausbaugesetzes aufgenommen worden.
Bei der Erstellung des Zielfahrplans 2030 zeigte sich, dass auch ohne einen
Ausbau zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach eine deutliche
Fahrzeitverkürzung und Attraktivitätssteigerung im Korridor Mannheim –
München möglich sind. Gleichwohl ließe sich durch eine weitere Fahrzeitverkürzung
aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens in diesem Korridor zusätzlicher Nutzen
generieren, der im Zuge der anstehenden Bewertungen den Kosten eines
Ausbaus zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart-Feuerbach gegenübergestellt
wird. Dabei wird der Reisezeitnutzen einer möglichen weitergehenden
Optimierung der Taktknoten in Stuttgart, Ulm und Augsburg berücksichtigt.
19. Wie bewertet die Bundesregierung die Aussagekraft der Engpassanalyse im
Schienenverkehr für den BVWP 2030 vor dem Hintergrund, dass anders als
bei der Straße, wo jeder unabhängig von anderen Verkehrsteilnehmern zu
der von ihm gewünschten Zeit auf der von ihm gewünschten Route losfahren
kann, während bei der Schiene Stausituationen infolge einer solchen freien
Fahrtwahl nicht vorkommen sollten, weil für jede Zugfahrt ein Fahrplan mit
einer entsprechend freien Trasse zugrunde liegt?
Nach den Erkenntnissen der Bundesregierung führen optimierte Taktfahrpläne
grundsätzlich zu attraktiven Angeboten im Nah- und Fernverkehr, deren
Reisezeitnutzen im Bewertungsverfahren berücksichtigt wird. Diese
Personenverkehrsangebote bilden die Grundlast des Netzes, auf das anschließend die
Verkehrsnachfrage im Schienengüterverkehr umgelegt wird. Engpässe werden dabei
in Form von sog. planmäßigen und außerplanmäßigen Wartezeiten deutlich, die
im Bewertungsverfahren monetarisiert werden und damit modellhaft den
Gütertransport verteuern. Damit bildet das Bewertungsverfahren den in der Frage
angesprochenen Aspekt einer gegenüber der Straße möglicherweise
eingeschränkten zeitlichen Flexibilität eines Gütertransports auf der Schiene exakt ab.
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ISSN 0722-8333]