[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom
13. April 2017 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/12022
18. Wahlperiode 21.04.2017
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Kai Gehring, Özcan Mutlu,
Beate Walter-Rosenheimer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/11548 –
Kooperation mit den Maghreb-Staaten in Bildung und Wissenschaft
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Bildung, Forschung und Innovation leisten wichtige Beiträge zur nachhaltigen
gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung. Ob
Wohlstand, Chancen des Einzelnen, Frieden, Stabilität, Good Governance: Bildung
und Wissenschaft sind aus Sicht der Fragesteller Hebel und Schlüssel für eine
nachhaltige Entwicklung und immunisieren gegen Fanatismus. Bildung und
Wissenschaft legen aus Sicht der Fragesteller die Grundlage für eine vielfältige,
offene Gesellschaft, die Demokratie und Menschenrechte, die Frieden und
Entwicklung, die internationale Kooperation und Solidarität in den Mittelpunkt
stellt.
Bildung und Wissenschaft tragen aus Sicht der Fragesteller maßgeblich zur
Entwicklung der Maghreb-Staaten bei. Sie geben der jungen Generation
Perspektiven vor Ort und sorgen damit für Stabilität. Die Bundesregierung teilt diese
Auffassung und schreibt in ihrer Strategie zur Internationalisierung von
Bildung, Wissenschaft und Forschung: „Die transnationalen Maßnahmen der
Bundesregierung in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung wirken
zumindest mittelbar stabilisierend in den Zielländern. Sie haben stets auch das
Ziel, in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltige Strukturen zu
schaffen, die den Menschen vor Ort eine Zukunft bieten.“ Ob diese Erwartung und
Behauptung Realität sind, soll hiermit erfragt werden.
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Besuch und
Abschluss von Grundschulen sowie weiterführenden Schulen in den
vergangenen zehn Jahren in Algerien, Marokko und Tunesien entwickelt (bitte
länderspezifisch und nach Jungen und Mädchen getrennt ausweisen)?
Grundschulen
Die Einschulungsrate in Algerien erhöhte sich von 88,51 Prozent im Jahr 1999
auf 98 Prozent im Jahr 2015/2016. Die Rate der Schüler, welche die letzte Klasse
der Grundschule erreichen, erhöhte sich von 91 Prozent im Jahr 1999 (90 Prozent
der Jungen und 93 Prozent der Mädchen), auf 93 Prozent im Jahr 2011 (91
Prozent der Jungen und 95 Prozent der Mädchen).
Die gesamte Einschulungsrate in Marokko erhöhte sich von 71 Prozent (76
Prozent der Jungen, 66 Prozent der Mädchen) (1999) auf 99 Prozent (2013). Im
Zeitraum von 1999 bis 2011 erhöhte sich die Rate der Schüler, welche die letzte
Grundschulklasse erreichen, von 75 Prozent (75 Prozent der Jungen, 76 Prozent
der Mädchen) auf 92 Prozent (92 Prozent der Jungen, 91 Prozent der Mädchen).
Davon schlossen im Jahr 2011 77 Prozent die Grundschule ab (77 Prozent der
Jungen und 76 Prozent der Mädchen).
In Tunesien erhöhte sich die Einschulungsrate von 96 Prozent (98 Prozent der
Jungen, 95 Prozent der Mädchen) auf 100 Prozent von 1999 bis 2012. Im
Zeitraum 1999 bis 2011 erhöhte sich die Rate der Grundschüler, welche zumindest
die letzte Grundschulklasse erreichen, von 87 Prozent (86 Prozent der Jungen,
88 Prozent der Mädchen) auf 95 Prozent (95 Prozent der Jungen, 95 Prozent der
Mädchen). Davon schlossen im Jahr 2011 90 Prozent der Schüler (87 Prozent der
Jungen und 92 Prozent der Mädchen) die Grundschule ab.
Weiterführende Schulen
Für die Einschulungsraten in weiterführenden Schulen wird auf die Angaben im
Global Monitoring Report verwiesen (Anlage 1). Der Bundesregierung liegen
keine weiteren Daten vor.
2. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell der
Alphabetisierungsgrad und die Analphabetenrate in Algerien, Marokko und Tunesien,
und wie hat sich beides in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte
länderspezifisch und nach Jungen und Mädchen getrennt ausweisen)?
Der Alphabetisierungsgrad hat sich in allen drei Ländern in den letzten 25 Jahren
erheblich erhöht (für weitere Details siehe Anlage 2). Des Weiteren hat sich die
Anzahl jugendlicher Analphabeten im Alter von 15 bis 24 Jahren in allen drei
Ländern stark reduziert: In Algerien und Tunesien jeweils um mehr als 80 Prozent
in den letzten 20 Jahren, in Marokko sogar um 88 Prozent.
3. Welche Unterschiede gibt es in den drei Ländern (s. die Fragen 1 und 2) nach
Kenntnis der Bundesregierung beim Schulbesuch zwischen Stadt und Land
(bitte länderspezifisch ausweisen)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Daten vor.
4. Wie wird sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Bedarf an
Grundschulen und weiterführenden Schulen in den nächsten Jahren in Algerien,
Marokko und Tunesien entwickeln, und was bedeutet das
a) für den Ausbau an Infrastruktur und
b) für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern?
Welche Unterstützung dafür leistet Deutschland (bitte länderspezifisch
ausweisen)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Daten vor.
Im Rahmen der Förderung von insg. 16 PASCH-Schulen (Partnerschulinitiative
„Schulen: Partner der Zukunft“) im Maghreb-Raum werden Deutschlehrkräfte
regelmäßig fortgebildet. Sie fungieren an ihren Schulen als Multiplikatoren für
Methodik, Didaktik und den Einsatz moderner Medien im Schulunterricht. Es ist
geplant, das PASCH-Netzwerk und damit die Lehrerfortbildung in den nächsten
Jahren zu intensivieren.
Für geplante Kooperationsprojekte im Bereich der beruflichen Bildung wird auf
die Antworten zu den Fragen 25, 35 und 45 verwiesen.
5. An wie vielen Schulen in Algerien, Marokko und Tunesien wird nach
Kenntnis der Bundesregierung Deutsch unterrichtet, wie viele Schülerinnen und
Schüler lernen Deutsch, und wie soll das Angebot weiterentwickelt werden
(bitte länderspezifisch ausweisen)?
Gegenwärtig werden in Algerien etwa 18 000 Schülerinnen und Schüler an rund
3 000 algerischen Schulen in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Von diesen
Schulen sind vier Schulen Teil der Partnerschulinitiative PASCH. Es handelt sich
dabei um vom Goethe-Institut betreute FIT-Schulen. Dies sind lokale Schulen,
die das Zertifikat „Fit in Deutsch“ (FIT) anbieten.
Gegenwärtig werden in Marokko etwa 20 000 Schülerinnen und Schüler an rund
200 marokkanischen Schulen in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Von
diesen Schulen sind sechs Schulen Teil der Partnerschulinitiative PASCH. Es
handelt sich dabei um vom Goethe-Institut betreute FIT-Schulen.
Gegenwärtig werden in Tunesien etwa 36 000 Schülerinnen und Schüler an rund
530 tunesischen Schulen in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Von diesen
Schulen sind sechs Schulen Teil der Partnerschulinitiative PASCH. Es handelt
sich dabei um fünf vom Goethe-Institut betreute FIT-Schulen und eine von der
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen betreute DSD-Schule, die das Deutsche
Sprachdiplom (DSD) anbietet.
Die Bundesregierung beabsichtigt, in den nächsten Jahren weltweit vorbehaltlich
vorhandener Haushaltsmittel das PASCH-Netzwerk auszuweiten. Nordafrika ist
dabei eine der Schwerpunktregionen.
6. Inwiefern gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Algerien, Marokko
und Tunesien einen Mangel an Lehrkräften an den Schulen (bitte
länderspezifisch ausweisen)?
Plant die Bundesregierung Unterstützung, um diesen Mangel zu beheben,
und wenn ja, in welcher Form und in welcher Höhe (bitte länderspezifisch
ausweisen)?
Dazu liegen der Bundesregierung keine Daten vor. Für geplante
Kooperationsprojekte der Bundesregierung im Bereich der beruflichen Bildung wird auf die
Antworten zu den Fragen 25, 35 und 45 verwiesen.
7. Inwiefern berechtigen algerische, marokkanische und tunesische
Hochschulzugangsberechtigungen zum Studium an deutschen Hochschulen?
Sowohl in Algerien, Marokko als auch Tunesien wird der
Sekundarschulabschluss „Baccalauréat“ durch zentrale Abschlussprüfungen erworben. Die
Erfolgsquote dieser Abschlussprüfungen liegt in allen drei Ländern bei circa 50
Prozent (Algerien: 51,36 Prozent im Jahr 2015 bzw. 45,01 Prozent im Jahr 2014,
Marokko: 49,01 Prozent im Jahr 2016 bzw. 43,06 Prozent im Jahr 2014,
Tunesien: 49 Prozent im Jahr 2014).
Das „Baccalauréat“ eröffnet in den Herkunftsstaaten den Hochschulzugang,
wobei zwischen nicht-zulassungsbeschränkten Studiengängen (v. a. an
„Universités“) außer Medizin und zulassungsbeschränkten Studiengängen (v. a. an
Ingenieur- und Wirtschaftshochschulen, sog. „Ecoles“) unterschieden wird. An den
„Universités“ erfolgt die Zulassung nach dem landesweiten, automatisierten
Verfahren, bei dem die Abschlussnote, der Studienwunsch und die Kapazität der
Universitäten berücksichtigt werden. Um an einer „Ecole“ zugelassen zu werden, ist
eine Zugangsprüfung zu bestehen, der zumeist ein zweijähriger
Vorbereitungskurs („classe préparatoire“) vorangeht.
Wie das „Baccalauréat“ im Hinblick auf den Hochschulzugang in Deutschland
bewertet wird, ist in der Datenbank anabin (
www.anabin.kmk.org) unter
„Schulabschlüsse für den Hochschulzugang“ dokumentiert und öffentlich einsehbar. Bei
den in anabin veröffentlichten Bewertungsvorschlägen handelt es sich um
Beschlüsse der Kultusministerkonferenz (KMK).
Den Bewertungsvorschlägen zufolge kann Inhabern eines algerischen oder
marokkanischen „Baccalauréat“ in Deutschland der Hochschulzugang über das
Studienkolleg/die Feststellungsprüfung eröffnet werden.
Sofern im Ausland bereits ein Studium aufgenommen wurde, kann dies in der
Regel in Deutschland fortgesetzt werden.
Inhabern eines tunesischen „Baccalauréat“ wird in Deutschland der direkte,
fachorientierte Hochschulzugang eröffnet, d. h. tunesische Sekundarabsolventinnen
und -absolventen können entsprechend ihrer im „Baccalauréat“ gewählten
Fachrichtung direkt ohne Studienkolleg/Feststellungsprüfung zu einem
grundständigen Bachelorstudiengang zugelassen werden.
Über die Zulassung entscheiden die deutschen Hochschulen autonom in eigener
Zuständigkeit.
8. Sind der Bundesregierung Schwierigkeiten bei der Vergabe von Visa für
einen Deutschlandaufenthalt an algerische, marokkanische und tunesische
Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekannt?
Wenn ja, was tut sie dagegen?
Der Bundesregierung sind keine besonderen Schwierigkeiten bei der Vergabe von
Visa für einen Studienaufenthalt oder für Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler bekannt, die spezifisch algerische, marokkanische und tunesische
Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beträfen.
9. Welche Schlussfolgerungen bezüglich der Vergabe von Visa an Studierende
aus Nicht-EU-Ländern hat die Bundesregierung aus dem Urteil des
Europäischen Gerichtshofs (EuGH) (Az. C-491/13, Urteil vom 10. September 2014)
gezogen, wonach die Mitgliedstaaten verpflichtet sind, Drittstaatsangehörige
in ihrem Hoheitsgebiet zuzulassen, die sich dort mehr als drei Monate zu
Studienzwecken aufhalten möchten, sofern sie die im Unionsrecht
abschließend vorgesehenen Zulassungsbedingungen erfüllen?
Die Bundesregierung hat die Visapraxis unmittelbar nach dem Urteil des
Europäischen Gerichtshofs entsprechend angepasst und sieht einen Visumanspruch für
Drittstaatsangehörige vor, die ein Visum zum Zwecke des Studiums in
Deutschland beantragen, vom Anwendungsbereich des Unionsrechts erfasst werden und
die Voraussetzungen der Richtlinie 2004/114/EG erfüllen.
10. Sind nach Kenntnis der Bundesregierung Klagen bezüglich der Vergabe von
Visa an Studierende aus Algerien, Marokko und Tunesien bekannt (bitte
nach deutschen Gerichten aufschlüsseln), und wie hat sich die Zahl der Visa
seit 2010 entwickelt (bitte aufschlüsseln nach Jahren, Zahl der Gewährungen
und Ablehnungen aller Visa sowie Zahl der Gewährungen und Ablehnungen
von Studentenvisa)?
Dem Auswärtigen Amt sind aus den Jahren 2010 bis 2016 70 Klagen vor dem
Verwaltungsgericht Berlin bezüglich der Vergabe von Visa zum Studium für
algerische, marokkanische und tunesische Staatsangehörige bekannt. Die
Gesamtzahl schlüsselt sich wie folgt auf:
Land 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Algerien 0 3 1 0 3 0 0
Marokko 1 9 5 2 5 3 7
Tunesien 10 5 5 4 2 4 1
Zur Entwicklung der Visazahlen seit 2010 wird auf die Anlage 3 zu Frage 10
verwiesen.
Eine Differenzierung der Visazahlen nach Staatsangehörigkeiten der
Antragsteller an den einzelnen Auslandsvertretungen erfolgt nicht. Die Zahl abgelehnter
Visa wird nicht gesondert nach statistischen Zuordnungen (hier: zum Zweck der
Aufnahme eines Studiums) erfasst.
11. Wie viele algerische, marokkanische und tunesische Staatsbürgerinnen und
Staatsbürger haben in den vergangenen zehn Jahren im Rahmen bestehender
Möglichkeiten der Arbeitsmigration nach Deutschland einen Antrag auf ein
Arbeitsvisum zum Zweck der Aufnahme einer Ausbildung oder
Beschäftigung gestellt, und wie viele der gestellten Anträge wurden positiv
beschieden (bitte nach Jahren und Rechtsgrundlagen aufschlüsseln)?
In wie vielen Fällen erfolgte anschließend die Einreise, und in wie vielen
Fällen wurde eine Aufenthaltserlaubnis erteilt (bitte nach Jahren,
Rechtsgrundlagen und Bundesländern aufschlüsseln)?
Zur Anzahl der erteilten D-Visa zum Zweck der Aufnahme einer Ausbildung
gemäß § 17 AufentG oder Beschäftigung gemäß den §§ 18 bis 21 AufentG wird auf
die Anlage zu Frage 11 verwiesen.
Eine Differenzierung nach Staatsangehörigkeiten der Antragsteller an den
einzelnen Auslandsvertretungen erfolgt nicht. Die Zahl der abgelehnten Visa wird nicht
gesondert nach Aufenthaltszwecken erfasst. Daher kann eine statistische
Zuordnung der Ablehnungen von Anträgen auf Erteilung von Visa zum Zweck der
Aufnahme einer Ausbildung oder einer Beschäftigung nicht erfolgen.
Aus der Visastatistik des Auswärtigen Amts und aus Daten des
Ausländerzentralregisters (AZR) kann nicht ermittelt werden, in wie vielen Fällen es nach
erteiltem Visum zu einer Einreise bzw. zur Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis in
Deutschland gekommen ist.
Aus den Daten des AZR kann jedoch ungefähr ermittelt werden, wie viele
algerische, marokkanische und tunesische Staatsbürger im jeweiligen Jahr der
Einreise eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausbildung oder der
Beschäftigung erhalten haben. Die Daten können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden, weisen aber aufgrund von technisch bedingten Grenzen der
automatisierten Auswertungsmöglichkeiten des AZR Ungenauigkeiten auf und können daher
nur als Trendangaben angesehen werden:
nach Jahren:
Im Jahr der Einreise erteilte Aufenthaltstitel mit dem Zweck Ausbildung oder
Erwerbstätigkeit im Zeitraum 2007-2016
Einreisejahr Algerien Marokko Tunesien Summe
2007 55 351 334 740
2008 56 388 308 752
2009 67 430 271 768
2010 63 385 213 661
2011 92 614 283 989
2012 66 635 493 1.194
2013 130 845 712 1.687
2014 167 715 1.093 1.975
2015 269 888 1.219 2.376
2016 163 790 1.273 2.226
Gesamt 1.128 6.041 6.199 13.368
nach Erteilungsgrund:
Im Jahr der Einreise erteilte Aufenthaltstitel mit dem Zweck Ausbildung oder
Erwerbstätigkeit im Zeitraum 2007-2016
Erteilungsgrund Algerien Marokko Tunesien Summe
Ausbildung 869 5.434 5.421 11.724
Erwerbstätigkeit 259 607 778 1.644
Gesamt 1.128 6.041 6.199 13.368
nach Ländern:
Im Jahr der Einreise erteilte Aufenthaltstitel mit dem Zweck Ausbildung oder
Erwerbstätigkeit im Zeitraum 2007-2016
Algerien Marokko Tunesien Summe
Gesamt 1.128 6.041 6.199 13.368
davon:
Baden-Württemberg 131 489 2.378 2.998
Bayern 101 565 610 1.276
Berlin 95 172 430 697
Brandenburg 12 55 17 84
Bremen 7 35 53 95
Hamburg 221 72 118 411
Hessen 89 642 640 1.371
Mecklenburg-Vorpommern 10 298 12 320
Niedersachsen 112 179 632 923
Nordrhein-Westfalen 229 1.516 920 2.665
Rheinland-Pfalz 22 548 148 718
Saarland 24 346 39 409
Sachsen 35 332 93 460
Sachsen-Anhalt 10 561 25 596
Schleswig-Holstein 15 105 37 157
Thüringen 15 126 47 188
12. Wie viele algerische, marokkanische und tunesische Asylbewerberinnen und
Asylbewerber, Geduldete und Flüchtlinge mit Anerkennung haben in den
vergangenen zehn Jahren einen Antrag auf Beschäftigungserlaubnis zum
Zweck der Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung in Deutschland
gestellt, und wie viele der gestellten Anträge wurden positiv beschieden
(bitte nach Jahren und Bundesländern aufschlüsseln)?
Die in den vergangenen zehn Jahren für die Beschäftigung oder Berufsausbildung
von algerischen, marokkanischen oder tunesischen Asylbewerberinnen und
Asylbewerbern sowie Geduldeten durch die Bundesagentur für Arbeit erteilten
Zustimmungen und Ablehnungen ergeben sich aus der als Anlage 4 beigefügten
Tabelle. Anerkannte Flüchtlinge benötigen keine Beschäftigungserlaubnis. Seit
Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes am 1. Januar 2005 erhalten sie eine
Aufenthaltserlaubnis, die ihnen kraft Gesetzes jede Erwerbstätigkeit ermöglicht.
13. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Studierendenquoten
in den vergangenen zehn Jahren in Algerien, Marokko und Tunesien
entwickelt (bitte länderspezifisch sowohl insgesamt als auch nach Frauen und
Männern getrennt ausweisen)?
Die Bundesregierung verweist auf die durch das UNESCO-Institut für Statistik
veröffentlichten, frei zugänglichen Daten (
http://data.uis.unesco.org/#). Die
Bundesregierung erhebt über die Entwicklung der Studierendenquoten in Algerien,
Marokko und Tunesien keine eigenen Daten.
14. Wie wird sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Bedarf an
Studienplätzen in den nächsten Jahren in den drei Ländern entwickeln, und was
bedeutet das
a) für den Ausbau an Infrastruktur und
b) für die Ausbildung von Dozentinnen und Dozenten?
Welche Unterstützung dafür leistet Deutschland (bitte länderspezifisch
ausweisen)?
In Algerien wird ein kontinuierliches Wachstum im Bereich der
Hochschulbildung erwartet – analog zur steigenden Zahl der Bevölkerung (1,5 Prozent).
Derzeit entstehen im Westen und Osten neue „Hochschulstädte“ mit enormen
Kapazitäten, so u. a. in Constantine. Dort gibt es vier Hochschulen mit jeweils
großzügiger Campusausstattung, allein am 2011 gegründeten Campus Constantine 3
studieren 21 000 Studierende in sechs Fakultäten. Darüber hinausgehende konkrete
Informationen zu a) und b) sind für Algerien nicht verfügbar. Über den DAAD
fördert die Bundesregierung Kooperationen zwischen deutschen und algerischen
Hochschulen, um Wissens- und Praxistransfer zu ermöglichen, auch im Rahmen
von Mobilitätsprogrammen für Lehrende und Studierende. Deutschland ist
„keypartner“ beim Aufbau des Wasser- und Energieinstituts der panafrikanischen
Universität (PAUWES) in Tlemcen. Über die Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bzw. die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW)
unterstützt die Bundesregierung das Vorhaben mit Investitionen von ca. 41 Mio.
Euro bis 2018. Über den DAAD werden seit 2016 Train the Trainer Kurse/
Fortbildungen für Hochschuldozenten angeboten.
Ähnliche Entwicklungen sind in Tunesien zu beobachten, wobei dort das
Bevölkerungswachstum nur 1 Prozent beträgt. Das tunesische Hochschulministerium
hat ein Strategiepapier 2015 bis 2025 erarbeitet, das Schwerpunkte für Reformen
bei Beschäftigungsfähigkeit, Capacity Building, Forschung, Mehrsprachigkeit
und Hochschulstrukturen (Management, Autonomie) setzt. Hier steigt die Zahl
der privaten Hochschulgründungen rapide; private Initiativen verfügen nach
Kenntnis der Bundesregierung in der Regel über ausreichende Mittel für die
Bereitstellung einer angemessenen Infrastruktur. Auch in Tunesien wird durch
Kooperationen mit deutschen Hochschulen Wissens- und Praxistransfer ermöglicht,
unter anderem im Rahmen von DAAD-Mobilitätsprogrammen für Lehrende und
Studierende. Zudem fördert die Bundesregierung pilothaft den Praxisbezug von
Studiengängen durch Studienmodule, die gemeinsam von Hochschullehrenden
und Praktikerinnen und Praktikern erarbeitet werden. Über den DAAD werden
seit 2016 Train-the-Trainer-Kurse/Fortbildungen für Hochschuldozentinnen
unddozenten angeboten. Zwischen der Bundesregierung und der tunesischen Seite
gibt es Gespräche über den Aufbau einer Deutsch-Tunesischen Hochschule.
Auch in Marokko ist aufgrund der demografischen Entwicklung und dem
Wunsch junger Marokkaner nach einer akademischen Ausbildung in den
nächsten Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Studienplätzen zu rechnen.
Initiativen der marokkanischen Regierung und der Hochschulen zum Ausbau der
Infrastruktur beinhalten u. a. den Bau neuer Universitäten, Hörsäle und
Studentenwohnheime sowie Maßnahmen verstärkter Ausbildung von Dozentinnen und
Dozenten. Zudem gibt es eine wachsende Anzahl von Studierenden, die das
steigende Angebot privater Universitäten nachfragen. Kooperationen mit deutschen
Hochschulen ermöglichen Wissens- und Praxistransfer, unter anderem im
Rahmen von Mobilitätsprogrammen für Lehrende und Studierende. Zudem fördert
die Bundesregierung pilothaft den Praxisbezug von Studiengängen durch
Studienmodule, die gemeinsam von Hochschullehrenden und Praktikerinnen und
Praktikern erarbeitet werden. Die Bundesregierung unterstützt als Leuchtturmprojekt
die Kooperation der Universität Moulay Ismail in Meknès mit der
Fachhochschule (FH) Aachen. Hier werden in vier bi-nationalen B.A.-Studiengängen
(Elektrotechnik, Chemie, Informatik, Biomedizin) ca. 220 Studierende
unterrichtet. Der Lehrplan sieht neben Fachunterricht auch Deutsch vor. Ab
Wintersemester 2018/2019 wird eine Studierendenzahl von 400 angestrebt.
Folgende Programme, die auch algerischen, marokkanischen und tunesischen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen stehen, werden vom DAAD
durchgeführt:
Im Programm „Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge (EPOS)“
werden Individualstipendien an Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus
Entwicklungs- und Schwellenländern für entwicklungsbezogene
Postgraduiertenstudiengänge aller Wissensbereiche an deutschen Hochschulen vergeben. Die
Absolventinnen und Absolventen sollen als sogenannte Change Agents ihre Erfahrungen
und ihr neu erworbenes Wissen an andere weitergeben und als Multiplikatoren
aktiv in internationalen Netzwerken an der Lösung landes- und
regionalspezifischer sowie globaler Herausforderungen mitwirken. Das Programm ist u. a. auch
in Algerien und Marokko aktiv.
Im Rahmen der „Schwellen- oder Ankerlandstudiengänge“ wird die Einrichtung
von transnationalen Masterstudiengängen in Kooperation mit Universitäten in
Schwellenländern gemeinsam vom Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) gefördert. Ziel dieser Maßnahme ist neben dem Transfer
technologischen Wissens die Förderung der interkulturellen
Kommunikationskompetenz von Fachkräften in entwicklungspolitisch relevanten Fachbereichen.
Das Programm ist u. a. auch in Algerien und Tunesien aktiv.
Das Programm „Fachbezogene Partnerschaft mit Hochschulen in
Entwicklungsländern“ (kurz: Hochschulpartnerschaften) fördert wissenschaftliche
Kooperation zwischen Partnerhochschulen auf Instituts- oder Fachbereichsebene. Im
Mittelpunkt des Programms steht die Strukturbildung an der ausländischen
Hochschule, die durch Curricula- oder Modulentwicklung, die Einrichtung
internationaler Studiengänge und die gegenseitige Anerkennung von
Universitätsabschlüssen gefördert werden kann. Dies geschieht u. a. auch in Marokko.
Bei den „Praxispartnerschaften“ steht grundsätzlich die Verbesserung der
Hochschulausbildung in Entwicklungsländern im Mittelpunkt, damit sie den
Anforderungen des Arbeitsmarktes besser Rechnung trägt, zur Wirtschaftsentwicklung
beiträgt und dem „Brain Drain“ entgegenwirkt. Durch das Programm soll der
Praxisbezug in den Studiengängen erhöht und das wirtschaftsorientierte Profil der
Hochschulen in Entwicklungsländern verbessert werden, dies geschieht u. a. auch
in Tunesien.
15. An welchen Hochschulen in Algerien, Marokko und Tunesien kann man
nach Kenntnis der Bundesregierung Germanistik bzw. Deutsch studieren,
wie viele Studierende sind in diesen Studiengängen eingeschrieben, und wie
soll das Angebot weiterentwickelt werden (bitte länderspezifisch
ausweisen)?
In Algerien existieren an vier Universitäten Deutschabteilungen (Université
Alger 2 – Abou El Kacem Saadallah, Université Oran 2 Mohamed Ben Ahmed,
Université de Sidi Bel Abbès Djillali Liabes, Université ibn Khaldoun de Tiaret).
Die Eröffnung neuer Germanistiklehrstühle an weiteren Hochschulen ist in
Vorbereitung. Rund 2 800 Studierende lernen derzeit Deutsch. Aus der
Sprachkursentwicklung des Goethe-Instituts ist ein zunehmender Bedarf an
Deutschunterricht in Algerien abzuleiten, der mit der zunehmenden Nachfrage nach
Studienmöglichkeiten in Deutschland korrespondiert.
Deutsch wird in Tunesien zurzeit an elf Hochschulinstituten, die acht
Universitäten zugeordnet sind, angeboten: Universität Tunis, Universität Tunis El Manar,
Universität La Manouba, Universität Carthage, Universität Jendouba/Béja,
Universität Monastir, Universität Gafsa, Universität Gabès. Der Studiengang
Germanistik wird an drei Instituten (Universität La Manouba (FLAH), Universität
Karthago (ISLT), Universität Gabes (ISLG)) angeboten. Das entspricht etwa 1 765
deutschlernenden Studierenden. Es besteht eine große Nachfrage nach
studienbegleitendem Deutschunterricht, insbesondere an Ingenieurhochschulen.
In Marokko existieren klassische Germanistik-Studiengänge an drei
Universitäten (Mohammed V Universität in Rabat, Universität Sidi Mohammed Ben
Abdallah in Fès, Universität Hassan II in Casablanca). Darüber hinaus gibt es einen
Diplom-Übersetzerstudiengang (Masterniveau) an der Universität Abdelmalek
Essaadi in Tanger. Insgesamt studieren rund 700 Studierende Deutsch. An der
Universität Moulay Ismail in Meknès besteht mittelfristig die Absicht, neben dem
studienbegleitenden Deutschunterricht im bi-nationalen Bachelorprogramm
(Kooperationspartner FH Aachen) auch eine Germanistik-Abteilung zu etablieren
(vgl. Antwort zu Frage 14). Die Seminare für Germanistik und DaF/DaZ an der
Universität Flensburg und die Deutschabteilung der Faculté des Lettres an der
Université Sidi Ben Abdallah Fès/Marokko haben eine vom DAAD geförderte
Institutspartnerschaft zur Erforschung verschiedener Arten regionaler
Mehrsprachigkeit und zur Entwicklung didaktischer Modelle für einen transkulturellen
Unterricht des Deutschen als Landes-, als Zweit- und als Fremdsprache.
16. Inwiefern gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Algerien, Marokko
und Tunesien einen Mangel an Lehrkräften an den Hochschulen (bitte
länderspezifisch ausweisen)?
Plant die Bundesregierung Unterstützung, um diesen Mangel zu beheben,
und wenn ja, in welcher Form und in welcher Höhe (bitte länderspezifisch
ausweisen)?
Der DAAD beobachtet in der Zusammenarbeit mit Tunesien und Algerien sowie
in geringem Maße in Marokko Nachwuchsprobleme und Lehrermangel an
Hochschulen. Die Bundesregierung wird die Unterstützung der
Hochschulzusammenarbeit mit Algerien, Marokko und Tunesien fortsetzen und insbesondere mit
Tunesien erweitern.
17. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahlen
ausländischer Studierender an den algerischen, marokkanischen und tunesischen
Hochschulen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte länderspezifisch
und nach Studienländern ausweisen sowie sowohl die Gesamtzahl als auch
nach Frauen und Männern getrennt ausweisen)?
Wie viele davon wurden jeweils von deutschen Wissenschaftsorganisationen
gefördert (bitte länderspezifisch ausweisen, Organisationen angeben und
getrennt nach Frauen und Männern ausweisen)?
Zur Frage nach der Entwicklung der Zahlen ausländischer Studierender wird auf
die Antwort zu Frage 13 verwiesen.
Nach Kenntnis der Bundesregierung fördert nur der DAAD als
Wissenschaftsorganisation deutsche Studierende in Algerien, Marokko und Tunesien. Er
finanziert keine Drittland-Stipendien für internationale Studierende an Hochschulen in
den drei Ländern. Die Individual-Förderzahlen des DAAD sind der
nachstehenden Tabelle zu entnehmen. Die Unterscheidung nach Individual- und
Projektförderung wird erst seit 2010 erhoben.
18. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der algerischen,
marokkanischen und tunesischen Studierenden im Ausland in den letzten
zehn Jahren entwickelt (bitte nach Studienländern ausweisen sowie sowohl
die Gesamtzahl als auch nach Frauen und Männern getrennt ausweisen)?
Wie viele der algerischen, marokkanischen und tunesischen Studierenden in
Deutschland wurden jeweils von deutschen Wissenschaftsorganisationen
gefördert (bitte länderspezifisch ausweisen, Organisationen angeben und
getrennt nach Frauen und Männern ausweisen)?
Zur Frage nach der Entwicklung der Studierendenzahlen wird auf die Antwort zu
Frage 13 verwiesen.
Nach Kenntnis der Bundesregierung fördert nur der DAAD als
Wissenschaftsorganisation algerische, marokkanische und tunesische Studierende aus den drei
Ländern für ein Studium in Deutschland. Die Individual-Förderzahlen des DAAD
in die drei Länder sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen. Die
Unterscheidung nach Individual- und Projektförderung wird erst seit 2010 erhoben.
Kalenderjahr
Individual
Geförderte
davon
Frauen
Individual
Geförderte
davon
Frauen
Individual
Geförderte
davon
Frauen
Summe:
Individual
Geförderte
Summe:
davon
Frauen
2010 4 2 16 13 12 5 32 20
2011 3 1 18 11 10 7 31 19
2012 2 2 19 13 12 8 33 23
2013 7 5 27 18 19 9 53 32
2014 8 4 13 9 16 10 37 23
2015 1 1 14 13 12 9 27 23
Summe 25 15 107 77 81 48 213 140
Algerien Marokko Tunesien
Geförderte aus Deutschland
19. Inwiefern beabsichtigt die Bundesregierung, mehr junge Menschen aus
Algerien, Marokko und Tunesien für ein Studium und/oder eine Ausbildung in
Deutschland zu gewinnen?
Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, eine neue
Qualität der internationalen Wissenschaftszusammenarbeit zu erreichen. Dazu
gehört, die Zahl internationaler Studierender an deutschen Hochschulen bis zum
Jahr 2020 auf 350 000 zu erhöhen. Die Gewinnung junger Menschen aus
Algerien, Marokko und Tunesien für ein Studium und/oder eine Ausbildung in
Deutschland erfolgt in erster Linie über Maßnahmen des DAAD.
Studieninformation und Beratung, Info-Tage und Bildungsmessen spielen dabei eine zentrale
Rolle. In Algerien und Tunesien hat der DAAD ein umfangreiches Konzept zu
den Kampagnen „Study in Germany“ und „Research in Germany“ entwickelt. In
Marokko (gemäß Statistischem Bundesamt mit 5 447 Studierenden in
Deutschland im Wintersemester 2015/2016 nach Kamerun das zweitwichtigste
Entsendeland in Afrika) liegt der Fokus auf der Teilnahme an der Bildungsmesse „Forum
international de l’étudiant‘ in Casablanca“.
20. Wie viele der Studierenden kehren nach Kenntnis der Bundesregierung
wieder nach Algerien, Marokko und Tunesien zurück, und welche
Schwierigkeiten bestehen bei der Rückkehr?
Der Bundesregierung liegen dazu keine statistischen Angaben vor.
21. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn
Jahren
a) die allgemeine Arbeitslosigkeit,
b) die Jugendarbeitslosigkeit und
c) die Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen und Akademikern in Algerien,
Marokko und Tunesien
entwickelt (bitte jeweils länderspezifisch sowohl gesamt als auch nach
Frauen und Männern getrennt ausweisen)?
Die mittlere allgemeine Arbeitslosigkeit zwischen 2006 und 2016 lag gemäß
offiziellen Angaben in Algerien bei 11 Prozent, in Marokko bei 9 Prozent und in
Tunesien bei 15 Prozent. Die mittlere Jugendarbeitslosigkeit zwischen 2006 und
2016 lag in Algerien bei 26 Prozent, in Marokko bei 18 Prozent und in Tunesien
bei 33 Prozent.
Kalenderjahr
Individual
Geförderte
davon
Frauen
Individual
Geförderte
davon
Frauen
Individual
Geförderte
davon
Frauen
Summe:
Individual
Geförderte
Summe:
davon
Frauen
2010 46 16 50 10 314 104 410 130
2011 45 17 42 13 103 46 190 76
2012 40 15 55 16 127 53 222 84
2013 40 16 44 13 118 62 202 91
2014 35 12 40 10 91 38 166 60
2015 37 12 43 21 110 56 190 89
Summe 243 88 274 83 863 359 1.380 530
Algerien Marokko Tunesien
Geförderte aus dem Ausland
2016 lag die Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen und Akademikern in
Tunesien bei 31,2 Prozent (Quelle:
www.worldbank.org/en/country/tunisia/
publication/economic-outlook-spring-2016). Weitere Angaben zur Arbeitslosigkeit von
Akademikerinnen und Akademikern liegen beispielsweise beim German
Marshall Fund of the United States vor (
www.gmfus.org/file/2490/download, vgl.
Anlage 6).
22. Wie viele Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen strömen
jährlich auf die Arbeitsmärkte der drei Länder (bitte länderspezifisch
ausweisen)?
Sind sie adäquat ausgebildet, bzw. welche Defizite bestehen, und wie können
diese auch mit deutscher Hilfe behoben werden?
Die Bundesregierung verweist auf die durch das UNESCO–Institut für Statistik
veröffentlichten Daten (
http://data.uis.unesco.org/#). Die Bundesregierung erhebt
zu den Absolventenzahlen keine eigenen Daten.
Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen in Algerien, Marokko und
Tunesien sind theoretisch gut ausgebildet, es fehlt jedoch oft am Praxisbezug,
Ausbildung in soft skills und Methodenkompetenz. Hier können deutsche
Hochschulen über transnationale Bildungsprojekte und Hochschulkooperationen
wertvolle Aufbauarbeit leisten.
Die Forschungs- und Bildungskooperationen wird verstärkt auf Innovation,
Transfer und beschäftigungsrelevante Wirkungen der Kooperation hin
ausgerichtet. Darüber hinaus wird auf die Antworten zu den Fragen 14, 31, 40 und 51
verwiesen.
23. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Nachfrage nach und
die Teilnahme an Deutschkursen in Algerien, Marokko und Tunesien
entwickelt und können die Goethe-Institute vor Ort oder auch andere Anbieter die
Nachfrage decken (bitte länderspezifisch ausweisen)?
In Algerien ist das Interesse an Deutschkursen steigend. Im Jahr 2015 gab es beim
Goethe-Institut 1 306 Einschreibungen, 2016 waren es 1 598. Andere Anbieter
als das Goethe-Institut mit strukturiertem Deutschkursangebot gibt es in Algerien
nach Kenntnis der Bundesregierung nicht. Laut Goethe-Institut könne die
landesweite Nachfrage derzeit nur mit Online-Kursen bedient werden. Zur Umsetzung
dieses Ansatzes fehlen dem Goethe-Institut jedoch (noch) Tutorinnen und
Tutoren.
In Marokko ist die Nachfrage nach dem Erwerb von Sprachkenntnissen für Null-
Anfänger, die vom Beginn des Schuljahres im September bis Mai/Juni des darauf
folgenden Jahres das B1-Zertifikat (Mindestanforderung zur Erlangung eines
Studienvisums) erlangen möchten, unverändert hoch. Die Nachfrage nach
Sprachkursen für die erforderlichen Deutschkenntnisse im Rahmen des
Ehegattennachzugs steigt wieder. Das Goethe-Institut kann aufgrund beschränkter Kapazitäten
(Mangel an qualifiziertem Lehrpersonal) geschätzt etwa nur 30 Prozent des
Bedarfs decken. Oft wandern Kunden für Anfängerkurse zur zunehmenden Zahl
privater Anbieter ab und kehren für weiterführende Kurse aufgrund höherer
Unterrichtsqualität zum Goethe-Institut zurück.
In Tunesien ist seit 2011 eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach
Deutschkursen festzustellen. Das Goethe-Institut ist aufgrund seines guten Rufs und eines
soliden Preis-Leistungsverhältnisses führender Anbieter. Die Nachfrage kann
aufgrund beschränkter personeller und räumlicher Kapazitäten und des Mangels
an qualifizierten Lehrkräften zurzeit nicht vollständig gedeckt werden,
insbesondere im Landesinneren. Die Möglichkeit regional verteilter Goethe-Institut-Kurse
wird derzeit geprüft. In diesem Zusammenhang hat das Goethe-Institut seit
Sommer 2016 ein Kursangebot für Firmen und weitere Interessenten in
Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer in Sousse eingerichtet. Weiterer
qualifizierter Anbieter ist die staatliche Bourguiba School.
Algerien
24. Welche deutsch-algerischen Kooperationsprojekte gibt es im Schulbereich?
Wie soll die Kooperation weiterentwickelt werden?
Wie viele Schülerinnen und Schüler in Algerien profitieren davon?
Zu Kooperationen im Rahmen der Partnerschulinitiative PASCH des
Auswärtigen Amts wird auf die Antwort zu Frage 5 verwiesen. Darüber hinaus bestehen
im Schulbereich keine Kooperationsprojekte der Bundesregierung mit Algerien.
25. Welche deutsch-algerischen Kooperationsprojekte gibt es im Bereich der
beruflichen Bildung?
Wie soll die Kooperation gestärkt werden?
Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung mit den Kooperationsprojekten
im Bereich der beruflichen Bildung in Algerien?
Die Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens bilden seit vielen Jahren eine
bedeutende Zielregion für Kooperationen im Bereich Berufsbildung. Zur
Kommunikation mit arabischen Interessenten hat die BMBF-Initiative iMOVE
(International Marketing of Vocational Education) im Jahr 2004 eigens ein
arabischsprachiges Internetportal eingerichtet und produziert auch arabischsprachiges
Informationsmaterial. Bereits 2011 hat iMOVE eine Zusammenstellung mit
Beispielen für erfolgreiche Berufsbildungskooperationen zwischen deutschen und
arabischen Partnern auf Arabisch herausgegeben. Auch in den branchenbezogenen
iMOVE-Sammlungen von Best-Practice-Beispielen befinden sich
Erfolgsgeschichten über gelungene Bildungskooperationen mit Partnern aus dem
arabischen Raum. Nach einer aktuellen Abfrage der iMOVE-Anbieterdatenbank
halten 15 (der insgesamt 209) Anbieter Angebote für Algerien vor. Dies zeigt, dass
die deutsche Bildungswirtschaft Algerien als interessanten Markt betrachtet.
Seit 2009 organisiert iMOVE das Arabisch-Deutsche Bildungsforum, das 2016
zum siebten Mal stattfand. Die Schirmherrschaft über die Foren hat das BMBF
übernommen. Ziel der Konferenzen ist die Anbahnung von Kooperationen
zwischen deutschen Aus- und Weiterbildungsanbietern und potenziellen
Auftraggebern aus den arabischen Ländern sowie der Austausch über die
Geschäftsaussichten für deutsche Aus- und Weiterbildungsanbieter in arabischen Märkten. Die
arabischen Gäste erhalten die Möglichkeit, sich über bereits erfolgreiche Projekte
zu informieren, um so die deutschen Anbieter und ihre Leistungsportfolios besser
kennenlernen zu können. Als internationaler Branchentreff für Bildungsanbieter
aus Deutschland und Interessenten aus der MENA-Region (Middle East and
North Africa) besitzt das Arabisch-Deutsche Bildungsforum ein
Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.
In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es bisher keine deutsch-algerischen
Kooperationsprojekte. Jedoch ist die Integration von Elementen beruflicher Bildung,
besonders Fortbildungen, in Neuvorhaben geplant (zum Beispiel Weiterbildung
in technischen/administrativen Berufen im Rahmen des Vorhabens
„Abfallwertschöpfungsketten“).
26. Wie viele junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren haben nach
Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen dieser Kooperationsprojekte seit
Beginn der Zusammenarbeit einen Berufsabschluss erreicht bzw. sind in
qualifizierte Beschäftigung eingemündet?
Bislang liegen der Bundesregierung keine Ergebnisse vor, da sich das oben
genannte Vorhaben („Abfallwertschöpfungsketten“) noch im Planungsstadium
befindet.
27. Welche deutsch-algerischen Kooperationsprojekte gibt es im
Wissenschaftsbereich?
Wie viele Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
profitieren davon?
Laut Hochschulkompass der HRK bestehen aktuell 16 Kooperationsabkommen
zwischen deutschen und algerischen Hochschulen.
Im Rahmen des „Hochschuldialogs mit der islamischen Welt“ unterstützt der
DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amts gegenwärtig zwei
Kooperationsprojekte zwischen deutschen Hochschulen und Partnerhochschulen in Algerien.
Das BMBF fördert aktuell sieben Projekte mit Beteiligung algerischer
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (siehe Anlage 7). Hier sind 18 deutsche und
zehn algerische Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
beteiligt. Darüber hinaus können noch weitere algerische Studierende und
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Projekten profitieren.
Im Auftrag des BMZ wird über den GIZ-Studienfachkräftefonds der GIZ GmbH
eine Kooperation der Universitäten Blida und Constantine mit der Universität
Rostock unterstützt. Diese beinhaltet den Aufbau eines Masterstudiengangs im
Abfallmanagement.
Von der Alexander von Humboldt Stiftung (AvH) wurde zuletzt 2013 ein
Forschungsstipendium nach Algerien vergeben; insgesamt leben zehn Alumni der
AvH in Algerien. Von 2016 bis 2018 fördert die AvH eine Institutspartnerschaft
zwischen einer Alumna in Algerien und einem deutschen Partnerinstitut.
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist über das Deutsche Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR) in zwei Projekten mit Algerien aktiv.
Zwischen 2014 und 2016 waren insgesamt 16 Nachwuchs- und
Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an Max-Planck-Instituten zu Gast. Es besteht
ein Forschungs-Kooperationsprojekt von Max-Planck-Instituten mit Algerien.
Die Aktivitäten der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) umfassen
Delegationsbesuche, Wissenschaftleraustausch oder Workshops sowie Auftragsforschung in
geringem Umfang.
Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt in Kooperation
mit deutschen Forschungseinrichtungen eingebunden sind, ist der
Bundesregierung nicht bekannt.
Insgesamt wurden im Rahmen der Projektförderung über den DAAD 2015 132
Personen (Studierende, Graduierte sowie Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler) gefördert.
28. Wie soll sich die deutsch-algerische Wissenschaftskooperation
weiterentwickeln, und welche Interessen haben sowohl die algerische Regierung als
auch die Bundesregierung?
Die Kooperation in Bildung, Forschung und Innovation mit den Maghreb-
Ländern ordnet sich in die Zielsetzungen der Internationalisierungsstrategie der
Bundesregierung ein und akzentuiert diese entsprechend den spezifischen Bedarfen
der Region und der einzelnen Länder. Für alle Partnerländer in der Region gilt,
dass sich die Kooperation verstärkt auf anwendungsbezogene Forschung und
komplementär dazu auf Bildungsmaßnahmen zur Schaffung beruflicher
Perspektiven richtet. Insbesondere zielt die Bundesregierung auf die Verbesserung der
hochschulischen Qualifikation im Hinblick auf die Beschäftigungsfähigkeit von
Absolventinnen und Absolventen. Ausgehend von globalen und regionalen
Herausforderungen liegen fachliche Schwerpunkte der Kooperation bei natürlichen
Ressourcen (Land, Wasser), erneuerbarer Energie, Ernährungssicherheit,
Gesundheit, geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung. Diese Themen werden
stetig im bilateralen Dialog auf Basis von Abkommen zur Wissenschaftlichen und
Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) aktualisiert und sind zudem
Gegenstand von EU-Dialogforen mit den Ländern der mediterranen Partnerregion.
Partner aus Deutschland und den Maghreb-Ländern kooperieren zudem in EU-
Projekten im Rahmenprogramm Horizont 2020.
Bestehende bilaterale Wissenschaftskooperationen zwischen Deutschland und
Algerien sollen weitergeführt werden. Der Deutsch-Afrikanische
Innovationsförderpreis des BMBF steht auch algerischen Forscherinnen und Forschern offen.
In die Zusammenarbeit mit dem PAUWES Institut für Wasser, Energie
einschließlich Klimawandel werden bereits gezielt algerische Partner eingebunden.
Dieser Ansatz soll auch zukünftig fortgeführt werden.
29. Welche sprachlichen, technischen und kulturellen Herausforderungen sieht
die Bundesregierung bei Kooperationsprojekten
a) im Bereich beruflicher (dualer) Ausbildung und
b) im Hochschulbereich,
und wie will die Bundesregierung ihnen begegnen?
Sowohl die berufliche als auch die Hochschulbildung sind grundsätzlich wenig
praxisorientiert und sehr theorielastig.
Geplant ist die Integration beruflicher Fort- und Weiterbildung in sektoralen
Projekten (Abfallwertschöpfungsketten) mit starkem Praxisbezug. Im
Hochschulbereich wird die Praxisorientierung durch Universitätskooperationen gestärkt (siehe
hierzu auch die Antwort zu Frage 14).
30. Wie ist der Stand bei Aufbau und Etablierung der Pan African University –
Institute of Water and Energy Sciences, einer Netzwerkuniversität mit fünf
Standorten, einer davon in Algerien, und welche nächsten Schritte stehen an
(u. a. finanzielle Unterstützung, Auswahl von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern, technische Zusammenarbeit, Entwicklung
Forschungsagenda)?
Das PAUWES Institut für Wasser, Energie und Klimawandel wurde als eines der
fünf regionalen Institute der panafrikanischen Netzwerk-Universität im Herbst
2014 eröffnet. Es wurden vier Masterstudiengänge in den Feldern Wasser und
Energie mit jeweils einer Ausrichtung in „Policy Studies“ und
Ingenieurwissenschaften eingerichtet. Derzeit sind über 130 Studierende aus allen Regionen
Afrikas am PAUWES und über 900 in der „Pan African University“ (PAU)
eingeschrieben. Die Bewerberzahlen steigen stetig; 2016 konnten 83 Studierende für
das PAUWES aus ca. 1 300 Bewerbungen von einem internationalen Gremium
ausgewählt werden. Am Institut lehren bislang Kurzzeitdozenten, die aus
afrikanischen und teilweise europäischen Ländern kommen. Die ersten Absolventinnen
und Absolventen der PAU werden derzeit beim Einstieg in den Beruf begleitet.
Der neu eingerichtete Hochschulrat der PAU und die Personalabteilung der
Afrikanischen Union haben einen internationalen Auswahlprozess für Professuren
begonnen, der im Juni abgeschlossen werden soll (darin vier bis fünf von insg. zwölf
Professuren am PAUWES). Es besteht eine institutionelle Kooperation mit einem
Konsortium deutscher Hochschulen (über den DAAD). Die oben dargestellte
Entwicklung des Instituts wurde im Rahmen der deutschen Technischen
Zusammenarbeit am PAUWES und mit dem PAU Rektorat erreicht. Mithilfe der
Finanzierung im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit wird der Campus des
PAUWES energieeffizient und barrierefrei rehabilitiert und mit didaktischer und
technischer Ausstattung (inkl. Labore) eingerichtet. Derzeit laufen die
Detailplanungen der Renovierungsarbeiten. Darüber hinaus wird das Institut bei der
Finanzierung von Stipendien für Studierende sowie von Gehältern für Dozentinnen und
Dozenten unterstützt. Mit der Unterstützung des BMBF haben afrikanische und
deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Forschungsagenda für
das PAUWES Institut entwickelt. Diese soll im Herbst 2017 dem PAU-Rektorat
und der AUC sowie weiteren afrikanischen Beteiligten vorgestellt und mit ihnen
validiert werden. Das BMBF unterstützt Forschungskooperationen mit deutschen
und afrikanischen Wissenschaftseinrichtungen (hier auch WASCAL) und
finanziert einen Forschungskoordinator am PAUWES. Die oben dargestellte
Entwicklung des Instituts wurde mit der ressortübergreifenden Unterstützung der PAU
durch das BMZ und das BMBF erreicht. Bisher wurden seitens des BMZ für das
Vorhaben 41 Mio. Euro (20 Mio. Euro finanzielle Zusammenarbeit, 21 Mio. Euro
technische Zusammenarbeit) zugesagt. Das BMBF fördert Projekte zur
Unterstützung von PAUWES in Höhe von ca. 3,3 Mio. Euro Kooperationsprinzip des
BMBF ist hier die starke Einbindung der lokalen algerischen Partnerinstitutionen
(hier insbesondere die Universität Tlemcen). Grundlage für die Zusammenarbeit
ist der Abschluss eines trilateralen Memorandum of Understanding, das im Juni
2013 auf Minister- bzw. AU-Kommissarsebene unterzeichnet wurde.
31. Welche Veränderung hat die deutsch-algerische Wissenschaftskooperation
seit dem Beginn des sogenannten Arabischen Frühlings erfahren (bitte nach
Beteiligten, Ziel und Umfang der Veränderung aufschlüsseln)?
Wenn keine, warum nicht?
Für Algerien kann ein „Aufschwung“ und eine Öffnung in Richtung
internationale Kooperationen mit Europa festgestellt werden. Ein Memorandum of
Understanding zwischen dem DAAD und dem algerischen Hochschulministerium wie
auch das endverhandelte bilaterale Kulturabkommen bilden eine gute Basis und
bekunden politischen Willen. Für die Hochschulkooperation und Arbeit in
Algerien ist seit 2011 eine neue Phase der gegenseitigen Annäherung und des
Interesses an Austausch erkennbar. Das Alumni-Netzwerk ist aktiv, es gibt großes
Potential für eine regionale Maghreb-Zusammenarbeit: Die Probleme sind ähnlich,
die Partner verstehen sich, insbesondere zwischen Tunesien und Algerien gibt es
seit 2011 gute Zeichen nachbarschaftlicher Kooperation. Deutschland kann
Beiträge für die regionale Arbeit leisten und regionale Netzwerke bauen (bereits 2016
mit Netzwerk- und Alumni-Treffen geschehen).
Die Bundesregierung entwickelt die Forschungskooperation mit den Schwellen-
und Entwicklungs- sowie den Transformationsländern strategisch weiter (siehe
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, S. 29). Die noch stärkere
Hinwendung der deutschen Forschungs- und Bildungspolitik in der internationalen
Zusammenarbeit auf Innovation, Transfer und beschäftigungsrelevante
Wirkungen der Kooperation folgt daher aus der Analyse der dringendsten Bedarfe der
Gesellschaften im Maghreb. Sie reagiert auf die mangelnden sozio-
ökonomischen Perspektiven, insbesondere für die junge Generation, die zu den
wichtigsten Auslösern der Protestbewegungen des „Arabischen Frühlings“ gehört hatten
und die grundsätzlich für alle nordafrikanischen Länder gelten.
Die Aufnahme Algeriens in das Rahmenprogramm CLIENT II (Internationale
Partnerschaften für nachhaltige Innovationen) dokumentiert, dass die
Kooperation Desiderate, aber ebenso bestehende Potenziale und Dynamiken der
Partnerländer aufgreift und stärkt.
Eine darüber hinausgehende statistische Auswertung zu den Beteiligten und dem
quantitativen und qualitativen Umfang seit dem Arabischen Frühling liegt der
Bundesregierung nicht vor.
32. Welchen Inhalt hat das Kulturabkommen zwischen Algerien und
Deutschland, welches 2017 unterzeichnet werden soll, und wie ist der Arbeitsstand?
Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und Algerien regelt die kulturelle
und wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Länder. Nach Verhandlungen im
Jahr 2016 konnte mit Algerien Einigkeit über den Text des Abkommens erzielt
werden. Derzeit läuft in Deutschland das innerstaatliche Zustimmungsverfahren.
33. Inwiefern wirken sich die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung
in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung zumindest mittelbar
stabilisierend auf Algerien aus, und anhand welcher Parameter kommt die
Bundesregierung zu diesem Schluss?
Funktionierende Strukturen in Bildung, Wissenschaft und Forschung gehören zu
den Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum und damit auch Beschäftigung.
Wissenschaftliche Studien zu Entwicklungsländern haben gezeigt, dass gerade
Jugendarbeitslosigkeit signifikant das Risiko politischer Instabilität erhöht, wobei
dieser Zusammenhang bei niedrigem Bildungsniveau besonders ausgeprägt ist
(vgl. Azeng, T.F., & Thierry, U.G. (2015). Youth unemployment, education and
political instability: evidence from selected developing countries 1991-2001.
Households in Conflict Network (HiCN) Working Paper 200. Brighton: The
Institute of Development Studies).
Die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung zum nachhaltigen Auf-
und Ausbau solcher Strukturen unterstützen somit eine stabile Entwicklung.
Gleichzeitig eröffnen sie individuelle Entwicklungsperspektiven: Die
Arbeitslosigkeit sinkt in der Regel mit steigendem (Aus-) Bildungsniveau. Internationale
Vergleichszahlen zu diesem Zusammenhang finden sich u. a. bei der OECD
(
https://data.oecd.org/unemp/unemployment-rates-by-education-level.htm).
Die Staaten des nördlichen Afrika stellen einen Sonderfall dar. Hier weisen
Jugendliche mit ansteigendem Bildungsniveau ein steigendes Risiko zur
Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung auf. Ursächlich hierfür sind vor allem der sog.
Skills Mismatch (Fähigkeit hochqualifizierter Junger Menschen entspricht nicht
dem Marktbedarf) sowie das sehr knappe Angebot von Arbeitsplätzen mit einem
entsprechenden Ausbildungsbedarf (International Labour Organization (ILO):
Inequality of opportunity and (unequal) opportunities in the youth labour market:
How is the Arab world different?, 2016). Lösungsmöglichkeiten bestehen daher
zum einen in der Schaffung von neuen hochwertigen
Beschäftigungsmöglichkeiten und zum anderen in einer Anpassung der über die Hochschullehre
vermittelten Qualifikationen an die tatsächlichen Bedarfe der Arbeitsmärkte. Die von der
Bundesregierung eingesetzten Maßnahmen wirken sowohl angebots- als auch
nachfrageseitig, d. h. es werden sowohl Maßnahmen unterstützt, die die
Praxisorientierung in der Hochschullehre stärken und die Nachqualifikationen und
Weiterbildungen anbieten. Zudem wird die Mobilität von Hochschulabsolventen
unterstützt und diesen damit der internationale Arbeitsmarkt zugänglich gemacht.
Andererseits wird verstärkt auch Unternehmertum gefördert, u. a. durch
Mentoring-Programme, Gründungsfinanzierung, Trainingsangebote und
Hochschulkurse zu Unternehmertum. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen für
Innovation und Wissenstransfer verbessert werden.
Generell sind die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung in Bildung,
Wissenschaft und Forschung mittel- bis langfristig angelegt. Insofern lassen sich
die Wirkungen der einzelnen Maßnahmen auch nur langfristig messen und
evaluieren. Hinzu kommt die Komplexität der verschiedenen Einflussfaktoren, die
eine direkte Zuordnung erschweren. Die geschilderten Zusammenhänge deuten
jedoch darauf hin, dass die Bundesregierung mit ihren Maßnahmen der einzelnen
Ressorts zu einer stabilen Entwicklung des jeweiligen Landes und der
persönlichen Lebenschancen der Menschen einen nachhaltigen Beitrag leistet.
Die Zusammenarbeit im Kontext zu PAUWES eröffnet vor allem dem
algerischen wissenschaftlichen Nachwuchs und den Studierenden Zugang zu deutschen
und afrikanischen Hochschul- und Forschungsnetzwerken. Dies schafft für die
jungen Menschen neue Perspektiven und Chancen, ihre wissenschaftliche oder
berufliche Karriere voranzutreiben und trägt damit zur Stabilisierung bei.
Marokko
34. Welche deutsch-marokkanischen Kooperationsprojekte gibt es im
Schulbereich?
Wie soll die Kooperation weiterentwickelt werden?
Wie viele Schülerinnen und Schüler in Marokko profitieren davon?
Zu Kooperationen im Rahmen der Partnerschulinitiative PASCH des
Auswärtigen Amts wird auf die Antwort zu Frage 5 verwiesen. Darüber hinaus bestehen
im Schulbereich keine Kooperationsprojekte der Bundesregierung mit Marokko.
35. Welche deutsch-marokkanischen Kooperationsprojekte gibt es im Bereich
der beruflichen Bildung?
Wie soll die Kooperation gestärkt werden?
Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung mit den Kooperationsprojekten
im Bereich der beruflichen Bildung in Marokko?
Zwei vom BMZ finanzierte Kooperationsprojekte in der beruflichen Bildung und
im Zuständigkeitsbereich des BMZ befinden sich in Vorbereitung und sollen
Anfang 2018 anlaufen:
1. Unterstützung der marokkanischen Regierung bei der Umsetzung der
Nationalen Strategie der Beruflichen Bildung mit der Zielsetzung, das
Berufsbildungssystem stärker an den Bedarfen von Privatsektor und Arbeitsmarkt
auszurichten und eine aktivere Rolle des Privatsektors zu befördern. Folgende
Handlungsfelder sind vorgesehen: Förderung des öffentlich-privaten Dialogs;
Ansätze kooperativer Berufsbildung; Standards und Qualität in der Aus- und
Weiterbildung;
2. Das Vorhaben „Green Jobs“ soll die Beschäftigungssituation der Bevölkerung
im ländlichen Raum und in Gebirgsregionen in ausgewählten Sektoren
verbessern. Folgende Handlungsfelder sind vorgesehen: Entwicklung
bedarfsorientierter Aus- und Weiterbildungsprogramme/Ausbildungsmodule sowie
Standardisierung und Akkreditierung grüner Berufe; Einrichtung eines
Referenzzentrums zur Ausbildung in grünen Berufen, angepasst an die Bedürfnisse
und das Potenzial ländlicher Räume und Gebirgsgebiete; Unterstützung bei
der Gründung angepasster Wirtschaftsstrukturen/-organisationen
(Selbstständigkeit, Genossenschaften und Interessensgemeinschaften) mit Fokus auf
Berufe im „grünen“ Umweltbereich/Umwelt und Naturschutz, die
Zertifizierungen und Genehmigungen unterliegen und für die bereits Potenzial identifiziert
wurde.
3. Darüber hinaus wurde berufliche Aus-/Weiterbildung in laufende Projekte
integriert, u. a.:
i. Förderung der Jugendbeschäftigung: Kurzzeitqualifizierungen auf der
Basis lokaler Beschäftigungs- und Arbeitsmarktanalysen. Entwicklung und
Umsetzung von Kurzzeitkursen in zwölf Berufen. Es sollen zunächst
1 000 Jugendliche in Kurzzeitkursen in zwölf Berufsbildern qualifiziert
werden.
ii. Projekt im Rahmen der Deutschen Klima- und Technologieinitiative
(DKTI). Das Projekt verfolgt folgende Ziele: Unterstützung des
marokkanischen Berufsbildungsministeriums bei der Entwicklung von Curricula
und Lehrmaterialien für die 24-monatige Ausbildung von
Fachhandwerkern in Techniken der Nutzung regenerativer Energien und
Energieeffizienz in Gebäuden; Unterstützung des Ausbildungsinstituts „Institut de
formation aux métiers des énergies renouvelables et de l’efficacité
énergétique“ (IFMEREE) Oujda bei der Ausbildung von Fachhandwerkern
und der technisch-pädagogischen Weiterbildung von Fachkräften der
Industrie und öffentlicher Institute; Unterstützung der Berufsfachschule
„Centre de Perfectionnement Technique“ in Kenitra, angeschlossen an die
Industrie- und Handelskammer Rabat/Salé/Kenitra, bei der Qualifizierung
von Lehrpersonal zu Photovoltaikexperten und der Weiterbildung lokaler
Elektriker zu Photovoltaik- und Solarthermieinstallateuren (6-monatiger
Ausbildungsgang); Bereitstellung von Lehrmaterial.
iii. Beschäftigungsförderung im ländlichen Abwassermanagement und in der
Sanitärversorgung: Gemeinsam mit marokkanischen
Bildungsinstitutionen werden Aus- und Fortbildungsmodule sowie Ausbildungsgänge im
Abwassermanagement und der Sanitärversorgung entwickelt. Hierdurch
sollen besonders Frauen und Jugendliche qualifiziert werden, um deren
Chance auf Beschäftigung zu erhöhen.
Alle Projekte sind darauf ausgerichtet, die Beteiligung des Privatsektors in der
beruflichen Bildung zu stärken, um die Integration der Aus-und Fortgebildeten in
den Arbeitsmarkt zu verbessern.
Darüber hinaus wird auf die Antwort zu Frage 25 zur BMBF-Initiative iMOVE
und zum Deutsch-Arabischen Bildungsforum verwiesen. Nach einer aktuellen
Abfrage der iMOVE-Anbieterdatenbank halten 20 (von insgesamt 209)
Bildungsdienstleistern Angebote für Marokko vor. Dies zeigt, dass die deutsche
Bildungswirtschaft Marokko als wichtigen Markt betrachtet.
Im Rahmen des Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie (BMWi) hat iMOVE die Durchführung einer
Geschäftsanbahnungsreise für deutsche Bildungsanbieter nach Marokko für 2018
vorgeschlagen.
36. Wie viele junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren haben nach
Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen dieser Kooperationsprojekte seit
Beginn der Zusammenarbeit einen Berufsabschluss erreicht bzw. sind in
qualifizierte Beschäftigung eingemündet?
Marokko definiert Jugendliche in der Altersgruppe 15 bis 35 Jahre. Informationen
zur Altersgruppe 15 bis 24 Jahre liegen nicht vor.
In Bezug auf die in der Antwort zu Frage 35 genannten Projekte lässt sich
folgendes feststellen:
i. Förderung der Jugendbeschäftigung: Seit dem vierten Quartal 2016 haben
491 Jugendliche an Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen. Über 200
Jugendliche haben eine Beschäftigung aufgenommen oder ihre
Einkommenssituation verbessert.
ii. Projekt im Rahmen der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI):
Bis Juni 2017 werden 99 Auszubildende/Handwerker ihre Aus- oder
Weiterbildung abschließen. Die Perspektiven für eine Arbeit in der lokalen
Wirtschaft werden als sehr hoch eingeschätzt.
iii. Beschäftigungsförderung im ländlichen Abwassermanagement und in der
Sanitärversorgung: Bislang wurden 146 Personen in Beschäftigung gebracht.
37. Welche deutsch-marokkanischen Kooperationsprojekte gibt es im
Wissenschaftsbereich?
Wie viele Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
profitieren davon?
Das Programm zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ)
mit Marokko „Programme Maroc-Allemand de Recherche Scientifique“
(PMARS) befindet sich derzeit in der 3. Ausschreibungsrunde, 17 Projekte
werden gefördert.
Im Rahmen von CLIENT II werden vier „Definitionsprojekte“ mit
marokkanischer Beteiligung zur Vorbereitung gemeinsamer Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben (Beginn April 2017) gefördert. Zu Projekten des BMBF im
Einzelnen wird auf die Anlage 7 verwiesen.
Partner aus Deutschland und den Maghreb-Ländern kooperieren zudem in EU-
Projekten im Rahmenprogramm Horizont 2020. Gemeinsam mit Tunesien und
Marokko partizipiert Deutschland an der in Vorbereitung befindlichen
Maßnahme nach Artikel 185 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen
Union (AEUV) PRIMA, einem zehnjährigen Programm ab 2018 mit derzeit
16 Partnern aus Ländern Europas und der südlichen und östlichen
Mittelmeerregion zur Verbesserung von Lösungen für integriertes Wassermanagement und die
Ernährungssicherheit in der Region. Für das Programm sind von den
Partnerstaaten und der Europäischen Union gemeinsam über 400 Mio. Euro eingeplant.
Laut Hochschulkompass der HRK bestehen aktuell 34 Kooperationsabkommen
zwischen deutschen und marokkanischen Hochschulen.
Im Rahmen des „Hochschuldialogs mit der islamischen Welt“ unterstützt der
DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amts gegenwärtig zwei
Kooperationsprojekte zwischen deutschen Hochschulen und Partnerhochschulen in Marokko. Im
Rahmen der Projektförderung hat der DAAD 2015 414 Personen gefördert.
Von der AvH wurde zuletzt 2013 ein Forschungsstipendium vergeben. Die AvH
hat in Marokko fünfzehn Alumni. Marokko ist auch das einzige Land in der
Maghreb-Region, in dem die AvH einen Vertrauenswissenschaftler hat, der u. a.
2013 und 2015 Humboldt-Kollegs in Marokko organisiert hat.
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist in zwei Projekten über das Deutsche Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie über das Deutsche GeoForschungsZentrum
(GFZ) mit Marokko aktiv.
Zwischen 2014 und 2016 waren insgesamt 18 Nachwuchs- und
Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an Max-Planck-Instituten zu Gast. Mit
Marokko bestehen sechs der insgesamt acht Forschungs-Kooperationen, welche die
Max-Planck-Institute mit den Maghreb-Staaten unterhalten. Damit weist
Marokko überdurchschnittlich viele Kooperationsprojekte mit Max-Planck-
Instituten auf. Davon sind allein vier dem großen Interesse an Möglichkeiten für
Feldstudien (Anthropologie und Archäologie) geschuldet, die anderen liegen im
Bereich der Physik.
Die FhG arbeitet derzeit in fünf von der EU geförderte Projekte mit
marokkanischen Partnern zusammen. Sporadisch und vereinzelt gibt es Interaktionen über
Delegationsbesuche, Wissenschaftleraustausch oder Workshops sowie
Auftragsforschung in geringem Umfang.
Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt in Kooperationen
mit deutschen Forschungseinrichtungen eingebunden sind, ist der
Bundesregierung nicht bekannt.
38. Wie soll sich die deutsch-marokkanische Wissenschaftskooperation
weiterentwickeln, und welche Interessen haben sowohl die algerische Regierung
als auch die Bundesregierung?
Die Kooperation in Bildung, Forschung und Innovation mit den Maghreb-
Ländern ordnet sich in die Zielsetzungen der Internationalisierungsstrategie der
Bundesregierung ein und akzentuiert diese entsprechend den spezifischen Bedarfen
der Region und der einzelnen Länder. Für alle Partnerländer in der Region gilt,
dass sich die Kooperation verstärkt auf anwendungsbezogene Forschung und
komplementär dazu auf Bildungsmaßnahmen zur Schaffung beruflicher
Perspektiven richtet. Insbesondere zielt die Zusammenarbeit auf die Verbesserung der
hochschulischen Qualifikation im Hinblick auf die Beschäftigungsfähigkeit von
Absolventinnen und Absolventen. Ausgehend von globalen und regionalen
Herausforderungen liegen fachliche Schwerpunkte der Kooperation bei natürlichen
Ressourcen (Land, Wasser), erneuerbaren Energien, Ernährungssicherheit,
Gesundheit sowie geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung. Die Themen
werden stetig im bilateralen Dialog auf Basis von Abkommen zur
Wissenschaftlichen und Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) aktualisiert und sind zudem
Gegenstand von EU-Dialogforen mit den Ländern der mediterranen
Partnerregion. Partner aus Deutschland und den Maghreb-Ländern kooperieren zudem in
EU-Projekten im Rahmenprogramm Horizont 2020.
Seit 2010 wurden bilaterale Projektkooperationen in drei Ausschreibungsrunden
mit Marokko umgesetzt (PMARS). Die Projekte sind überwiegend
anwendungsnah, den genannten Themen gewidmet und mit einer starken Komponente der
wissenschaftlichen Nachwuchsentwicklung verbunden. Im Rahmenprogramm
„Forschung für Nachhaltigkeit“ gehört Marokko zu den Kooperationsländern des
Programms „CLIENT II – Internationale Partnerschaften für nachhaltige
Innovationen“. Der 2016 erstmals ausgeschriebene Deutsch-Afrikanische
Innovationsförderpreis des BMBF steht auch marokkanischen Forscherinnen und Forschern
offen. Beide Seiten sind an einer weiteren intensiven Kooperation interessiert.
Strategische Reformansätze in Marokko bieten Ansätze für die Fortführung und
Intensivierung der Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation.
Zur Wissenschaftskooperation mit Marokko im Rahmen der
Transformationspartnerschaft wird auf die Antwort zu Frage 42 verwiesen.
39. Welche sprachlichen, technischen und kulturellen Herausforderungen sieht
die Bundesregierung bei Kooperationsprojekten
a) im Bereich beruflicher (dualer) Ausbildung und
Folgende Herausforderungen werden im Rahmen der Kooperationsprojekte
adressiert:
Aufgrund des niedrigen sozialen Ansehens besteht unter Jugendlichen nur
geringes Interesse am Erlernen eines Handwerksberufs. Schulabgänger streben
stattdessen eine akademische Karriere an, die häufig in Arbeitslosigkeit mündet.
Marokkanische Unternehmen engagieren sich bislang noch unzureichend für die
Ausbildung von Fachhandwerkern. Bezüge zur Praxis und den Tätigkeiten im
Betrieb werden bislang eher selten hergestellt.
Lehrer an Berufsschulen werden in der Regel nicht systematisch weitergebildet.
Mädchen, insbesondere in ländlichen Gebieten, haben nur begrenzten Zugang zu
moderner Ausbildung.
b) im Hochschulbereich,
Es wird auf die Antwort zu Frage 43 verwiesen.
und wie will die Bundesregierung ihnen begegnen?
Für die duale Ausbildung wird auf die Antwort zu Frage 35 und die darin
dargestellten geplanten Projekte ab 2018 verwiesen. Die Bundesregierung begegnet
diesen Herausforderungen mit stärkerer Beteiligung des Privatsektors, stärkerem
Praxisbezug durch Praktika bzw. am dualen Modell orientierten Ausbildungen
und mit der Bereitstellung realer und virtueller Lernplattformen, auf denen
technisches Wissen vermittelt wird, wie es auch in Handwerksbetrieben eingesetzt
wird.
Für den Hochschulbereich wird auf die Antwort zu Frage 43 verwiesen.
40. Welche Veränderung hat die deutsch-marokkanische
Wissenschaftskooperation seit dem Beginn des sogenannten Arabischen Frühlings erfahren (bitte
aufschlüsseln nach Beteiligten, Ziel und Umfang der Veränderung)?
Wenn keine, warum nicht?
Die Bundesregierung entwickelt die Forschungskooperation mit den Schwellen-
und Entwicklungs- sowie den Transformationsländern strategisch weiter (siehe
hierzu auch Koalitionsvertrag S. 29). Die noch stärkere Hinwendung auf
Innovation, Transfer und beschäftigungsrelevante Wirkungen der Kooperation folgt aus
der Analyse der dringendsten Bedarfe der marokkanischen Gesellschaft (wie auch
anderer maghrebinischer Länder). Sie reagiert auf die mangelnden sozio-
ökonomischen Perspektiven, insbesondere für die junge Generation. Die WTZ mit
Marokko (Programm PMARS) hat sich gegenüber der ersten Förderrunde 2010
dahingehend qualitativ verändert, dass neben reinen Mobilitätsmaßnahmen auch
gemeinsame Forschungsvorhaben gefördert werden. Diese Entwicklung entspricht
der geplanten strategischen Richtung für den Ausbau der Kooperation mit
Marokko. Deutschland fördert jedes WTZ-Einzelprojekt (insgesamt 17) mit bis zu
100 000 Euro. Die Aufnahme Marokkos in das Rahmenprogramm CLIENT II
dokumentiert, dass die Kooperation Desiderate, aber ebenso bestehende
Potenziale und Dynamiken der Partnerländer aufgreift (siehe Marokkos Rolle als
Gastgeber von COP22) und stärkt.
Ein steigendes Interesse marokkanischer und deutscher Hochschulen zur
Kooperation ist erkennbar, beginnt aber auf einem niedrigen Niveau. Ein sehr positives
Beispiel zeigt sich im Bereich der transnationalen Bildung: Die FH Aachen
kooperiert intensiv mit der Universität Moulay Ismaïl in Meknès im Rahmen von
mittlerweile vier anwendungsorientierten Bachelor-Studiengängen und trägt
somit zur Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen bei; eine
Ausweitung der Kooperation ist geplant. Des Weiteren hat der DAAD mit einem
Professorenteam im Herbst 2015 eine Fact-Finding Mission nach Marokko
durchgeführt, um allgemein über die Möglichkeiten im Bereich
Hochschulzusammenarbeit zu informieren und binationale Kooperationen anzuregen. Das
Interesse an Kooperationen ist auf beiden Seiten – in Marokko und seitens deutscher
Hochschulen – groß. Darüber hinaus wird auf die Antworten zu den Fragen 37
und 42 verwiesen.
Eine darüber hinausgehende statistische Auswertung zu den Beteiligten und dem
quantitativen und qualitativen Umfang seit dem Arabischen Frühling liegt der
Bundesregierung nicht vor.
41. Wie ist der Umsetzungsstand der „Erklärung von Rabat“ von 2013, in
welcher die beiden Außenministerien die Beziehungen in den Bereichen Politik,
Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit würdigen und
festlegen, unter anderem in der Wissenschaft enger zusammenarbeiten zu wollen?
In der Wissenschaft wurde die Zusammenarbeit intensiviert; u. a. haben mehrere
hochrangige Gesprächsrunden mit dem Erziehungsministerium zur Stellung und
Förderung der deutschen Sprache im marokkanischen Schulsystem sowie eine
Erkundungsmission des DAAD zum Ausbau der Hochschulkooperation
stattgefunden. Im Übrigen wird auf die Antworten zu den Fragen 34 bis 40 sowie 42
und 43 verwiesen.
42. Welche Auswirkungen hat die Transformationspartnerschaft Deutschlands
mit Marokko in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Hochschule bisher
gehabt?
Welche weiteren Veränderungen sind geplant?
Seit 2014 bietet der DAAD die Möglichkeit für deutsche Hochschulen, sich im
Rahmen der Förderprogramme der Transformationspartnerschaft für
Kooperationen mit marokkanischen Partnern zu bewerben. So wurden 2016 sowohl
Kurzmaßnahmen als auch bilaterale und multilaterale Hochschulpartnerschaften
gefördert, mit denen die Modernisierung der Lehre, der Strukturausbau in
Forschung und Management sowie die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit
der Absolventen vorangetrieben werden konnten. Auch 2017 können sich
deutsche Hochschulen wieder gemeinsam mit marokkanischen Hochschulen für
dieses Programm bewerben.
43. Inwiefern wirken sich die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung
in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung zumindest mittelbar
stabilisierend auf Marokko aus, und anhand welcher Parameter kommt die
Bundesregierung zu diesem Schluss?
Generell sind die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung in Bildung,
Wissenschaft und Forschung mittel- bis langfristig angelegt. Insofern lassen sich
die Wirkungen der einzelnen Maßnahmen auch nur langfristig messen und
evaluieren. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen Einflussfaktoren ist zudem
nicht von einer einfachen, parametrisch messbaren Kausalität auszugehen. Die
Maßnahmen der Bundesressorts verfolgen aber kohärent die Zielsetzung, zu einer
stabilen Entwicklung Marokkos und zu persönlichen Lebenschancen der
Menschen nachhaltig beizutragen, insbesondere durch Bildung und Forschung (siehe
hierzu auch die Antworten zu den Fragen 33, 40 und 42).
Tunesien
44. Welche deutsch-tunesischen Kooperationsprojekte gibt es im Schulbereich?
Wie soll die Kooperation weiterentwickelt werden?
Wie viele Schülerinnen und Schüler in Tunesien profitieren davon?
Im Auftrag des BMZ trägt die GIZ GmbH in Tunesien zur Renovierung und
Ausstattung von Grundschulen, Schulkantinen sowie Sanitäranlagen in Schulen und
damit zur Verbesserung der Lernbedingungen von über 11 000 Schülerinnen und
Schülern in insgesamt 29 Schulen in benachteiligten Regionen Tunesiens bei.
Zu Kooperationen mit Tunesien im Rahmen der Partnerschulinitiative PASCH
des Auswärtigen Amts wird auf die Antwort zu Frage 5 verwiesen.
45. Welche deutsch-tunesischen Kooperationsprojekte gibt es im Bereich der
beruflichen Bildung?
Wie soll die Kooperation gestärkt werden?
Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung mit den Kooperationsprojekten
im Bereich der beruflichen Bildung in Tunesien?
Kooperationen mit formalen Berufsbildungsinstitutionen im
Zuständigkeitsbereich des BMZ existieren punktuell in den folgenden Kooperationsprojekten:
1. Offener Regionalfonds zur Qualifizierung und Beschäftigungsförderung
Jugendlicher (ORF): Kooperation mit der Berufsschule Monastir zu
Holzverarbeitung, Möbeldesign und Ausbildungen in Zimmerei und Tischlerei;
2. Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung:
Kooperation zu Lehrerfortbildung mit Agrar-(berufs-)schulen.
Im Auftrag des AA setzt die sequa gGmbH ein Kooperationsprojekt zur
Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Orthopädietechnik um.
Zum Zuständigkeitsbereich des BMBF siehe auch die Antwort zu Frage 25 zur
BMBF-Initiative iMOVE und zum Deutsch-Arabischen Bildungsforum. Nach
einer aktuellen Abfrage der iMOVE-Anbieterdatenbank halten 16
Bildungsdienstleister (von insgesamt 209) Angebote für Tunesien vor. Dies zeigt, dass die
deutsche Bildungswirtschaft Tunesien als interessanten Markt betrachtet.
2017 wird iMOVE eine Bildungsmarktstudie zu Tunesien veröffentlichen.
Deutsche Berufsbildungsanbieter sollen ihr Auslandsengagement mit Hilfe der
Marktstudien noch besser planen und umsetzen können. Weiterhin schlägt iMOVE eine
Geschäftsanbahnungsreise mit deutschen Aus- und Weiterbildungsanbietern nach
Tunesien vor. Ein entsprechender Vorschlag wird beim BMWi-
Markterschließungsprogramm für 2018 eingereicht.
In den vergangenen Jahren förderte das BMBF im Rahmen der Förderinitiative
Berufsbildungsexport in Tunesien folgende Verbundprojekte:
AQWA – Ausbildung und Qualifizierung in der Wasserwirtschaft (bis April
2014)
Ziel war die Etablierung eines Bildungsnetzwerks im Bereich der
Siedlungswasserwirtschaft. Es wurden zielgruppenorientierte Aus- und
Weiterbildungsprogramme für Facharbeiterinnen und Facharbeiter sowie Fachkräfte aus dem
mittleren Management für den Bau und insbesondere Betrieb und Unterhalt von
Wasserver- und Abwasserentsorgungsinfrastrukturen im arabischen Raum
implementiert.
BRIDGE – Beruf und Bildung in Tunesien: Export deutscher Aus- und
Weiterbildungsdienstleistungen (bis Juli 2015)
Ziel von BRIDGE war die fundierte Konzipierung, Entwicklung und Umsetzung
des Exports deutscher Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen (Bildung als
Remote Service) für die Automotive Zuliefererindustrie in Tunesien.
Entwicklung und Erprobung von Aus- und Weiterbildungsmodulen im
Pflegebereich in Tunesien (bis Juni 2016)
Ziel war die Entwicklung und Erprobung von Aus- und Weiterbildungsmodulen
für die Berufsausbildungen zum/zur Altenpfleger/-in, Krankenpfleger/-in und
Krankenpflegehelfer/-in sowie deren Implementierung in die
Berufsbildungslandschaft Tunesiens.
46. Wie viele junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren haben nach
Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen dieser Kooperationsprojekte seit
Beginn der Zusammenarbeit einen Berufsabschluss erreicht bzw. sind in
qualifizierte Beschäftigung eingemündet?
Seit 2011 wurden über die in der Antwort zu Frage 45 genannten
Kooperationsprojekte 4 270 junge Tunesierinnen und Tunesier beruflich qualifiziert und
erhielten einen staatlichen oder privaten Abschluss. Zusätzlich wurden seit 2011
über 11 300 junge Tunesierinnen und Tunesier in qualifizierte Arbeit gebracht.
47. Welche deutsch-tunesischen Kooperationsprojekte gibt es im
Wissenschaftsbereich?
Wie viele Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
profitieren davon?
Die Wissenschaftliche-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Tunesien hat
sich seit dem Jahr 2011 deutlich intensiviert. Förderbekanntmachungen wurden
in den Jahren 2012 und 2015 veröffentlicht; insgesamt wurden und werden durch
das BMBF 29 Kooperationsprojekte gefördert (Zu Projekten des BMBF im
Einzelnen siehe Anlage 7).
Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Hochschulbereich ist seit dem
Jahr 2014 die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit von tunesischen
Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Gefördert werden hier zum einen Pilotprojekte
für eine stärkere praxisorientierte Hochschulausbildung (über Train-the-Trainer-
Maßnahmen und Einbezug von Unternehmen in die Ausbildung) sowie
Kapazitätsbildungsmaßnahmen für Leitungspersonal in tunesischen Karrierezentren.
Laut Hochschulkompass der HRK bestehen aktuell 28 Kooperationsabkommen
zwischen deutschen und tunesischen Hochschulen.
Im Rahmen des „Hochschuldialogs mit der islamischen Welt“ unterstützt der
DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amts gegenwärtig drei
Kooperationsprojekte zwischen deutschen Hochschulen und Partnerhochschulen in Tunesien.
Im Rahmen der Projektförderung hat der DAAD 2015 689 Personen gefördert.
Partner aus Deutschland und den Maghreb-Ländern kooperieren zudem in EU-
Projekten im Rahmenprogramm Horizont 2020. Gemeinsam mit Tunesien und
Marokko partizipiert Deutschland an der in Vorbereitung befindlichen
Maßnahme nach Artikel 185 AEUV PRIMA, siehe hierzu die Antwort zu Frage 37.
Im Rahmen der Transformationspartnerschaften des Auswärtigen Amts erhielt
die AvH von 2012 bis 2014 zusätzliche Mittel. 2012 wurden drei
Sonderstipendien an Nachwuchsforschende aus Tunesien vergeben; darüber hinaus wurden
Alumni der AvH (derzeit zwölf Personen) verstärkt mit erneuten
Forschungsaufenthalten (teils mit Einbindung von Nachwuchsforschenden) und Gerätebeihilfen
unterstützt. 2013 und 2016 fanden Humboldt-Kollegs in Tunesien statt; ein
weiteres wird im Oktober 2017 folgen. Auch 2016 und 2017 wurde wieder je ein
Forschungsstipendium nach Tunesien vergeben.
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist in drei Projekten über das Deutsche Zentrum für
Luft- und Raumfahrt, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie das Zentrum
für Umweltforschung in Tunesien aktiv. Zwischen 2014 und 2016 waren
insgesamt 24 Nachwuchs- und Gastwissenschaftler/-innen an Max-Planck-Instituten
zu Gast. Es besteht ein Forschungs-Kooperationsprojekt von Max-Planck-
Instituten mit Tunesien. Sporadisch und vereinzelt gibt es Interaktionen der
Fraunhofer-Gesellschaft über Delegationsbesuche, Wissenschaftleraustausch oder
Workshops sowie Auftragsforschung.
Wie viele Wissenschaftler/-innen insgesamt in Kooperation mit deutschen
Forschungseinrichtungen eingebunden sind, ist der Bundesregierung nicht bekannt.
48. Wie soll sich die deutsch-algerische Wissenschaftskooperation
weiterentwickeln, und welche Interessen haben sowohl die algerische Regierung als
auch die Bundesregierung?
Die Kooperation in Bildung, Forschung und Innovation mit den Maghreb-
Ländern ordnet sich in die Zielsetzungen der Internationalisierungsstrategie der
Bundesregierung ein und akzentuiert diese entsprechend den spezifischen Bedarfen
der Region und der einzelnen Länder. Für alle Partnerländer in der Region gilt,
dass sich die Kooperation verstärkt auf anwendungsbezogene Forschung und
komplementär dazu auf Bildungsmaßnahmen zur Schaffung beruflicher
Perspektiven richtet. Insbesondere zielt die Bundesregierung auf die Verbesserung der
hochschulischen Qualifikation im Hinblick auf die Beschäftigungsfähigkeit von
Absolventinnen und Absolventen. Ausgehend von globalen und regionalen
Herausforderungen liegen fachliche Schwerpunkte der Kooperation bei natürlichen
Ressourcen (Land, Wasser), erneuerbarer Energie, Ernährungssicherheit,
Gesundheit und geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung. Diese Themen
werden stetig im bilateralen Dialog auf Basis von Abkommen zur
Wissenschaftlichen und Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) aktualisiert und sind zudem
Gegenstand von EU-Dialogforen mit den Ländern der mediterranen
Partnerregion. Partner aus Deutschland und den Maghreb-Ländern kooperieren zudem in
EU-Projekten im Rahmenprogramm Horizont 2020.
Seit 2011 wurden bilaterale Projektkooperationen in zwei Ausschreibungsrunden
mit Tunesien umgesetzt (TUNGER). Die Projekte sind überwiegend
anwendungsnah, den genannten Themen gewidmet und mit einer starken Komponente
der wissenschaftlichen Nachwuchsentwicklung verbunden. Neue
Ausschreibungen sollen verstärkt Unternehmen mit einbeziehen, um die Anwendungsnähe zu
fördern.
Der Deutsch-Afrikanische Innovationsförderpreis des BMBF steht auch
tunesischen Forscherinnen und Forschern offen.
Beide Seiten sind an einer Intensivierung der weiteren Kooperation interessiert,
dies zeigt sich u. a. auch an der Planung einer Deutsch-Tunesischen Hochschule.
Strategische Reformansätze in Tunesien bieten Anknüpfungspunkte für die
Fortführung und Intensivierung der Partnerschaft in Bildung, Forschung und
Innovation. Darüber hinaus wird auf die Antwort zu Frage 52 verwiesen. Ziel der
Kooperation mit Tunesien ist politisch schließlich die Stärkung der jungen
Demokratie und einen Beitrag zur Stabilisierung zu leisten.
49. Wie ist der Stand beim Aufbau einer deutsch-tunesischen Hochschule, die
nach Angaben der Bundesregierung zum Wintersemester 2019/2020 ihren
Lehrbetrieb aufnehmen soll?
Vor dem Hintergrund der grundsätzlichen Einigkeit über das Projekt „Deutsch-
Tunesische Hochschule“ wurde im März 2016 eine binationale Arbeitsgruppe
(„Joint Working Group“ – JWG) zur Vorbereitung der nächsten Schritte etabliert.
Die JWG tagte im März und Anfang Juni 2016.
Bei Gesprächen im Rahmen des Deutschlandbesuchs des tunesischen
Premierministers (14. Februar 2017) kam es auf tunesischer Seite zur Verschiebung der
Schwerpunkte des geplanten Projekts. Es wird nun die Gründung eines Campus
vorgeschlagen, der neben der Deutsch-Tunesischen Hochschule auch ein
Zentrum zur Berufsbildung umfassen soll.
Am 27. und 28. März 2017 fand eine weitere Sitzung der JWG in Tunis statt, in
der Deutschland eine privatrechtliche Rechtsform für das Projekt akzeptierte, eine
Eigenkapitalbeteiligung mit Verweis auf sachgerechte
Finanzierungsmöglichkeiten über Förderprojekte des DAAD im Rahmen der transnationalen Bildung
allerdings ausschloss.
50. Welche sprachlichen, technischen und kulturellen Herausforderungen sieht
die Bundesregierung bei Kooperationsprojekten
a) im Bereich beruflicher (dualer) Ausbildung und
Die berufliche Ausbildung in Tunesien ist bislang stark verschult und wenig am
Arbeitsmarkt orientiert. Zudem genießt sie wenig gesellschaftliches Ansehen.
Das Ziel vieler junger Tunesierinnen und Tunesier ist weiterhin ein
Hochschulabschluss und möglichst eine Karriere in der Verwaltung. Tunesische
Unternehmen engagieren sich bislang wenig für die berufliche Ausbildung. Häufig fehlen
den Kleinstunternehmen und Familienbetrieben dafür auch die finanziellen
Mittel.
b) im Hochschulbereich,
Die sprachlichen Voraussetzungen für Kooperationen sind gut. Das Interesse an
Kooperationen mit Deutschland ist hoch. Die administrativen Voraussetzungen
auf tunesischer Seite lassen einen klaren Willen zur Umsetzung solcher
Kooperationen erkennen. Es besteht Reformbedarf an den Hochschulen, der aber bereits
seit Beginn des Transformationsprozesses schrittweise angegangen wird.
und wie will die Bundesregierung ihnen begegnen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 45 und 47 verwiesen.
51. Welche Veränderung hat die deutsch-tunesische Wissenschaftskooperation
seit dem Beginn des sogenannten Arabischen Frühlings erfahren (bitte
aufschlüsseln nach Beteiligten, Ziel und Umfang der Veränderung)?
Wenn keine, warum nicht?
Die Bundesregierung entwickelt die Forschungskooperation mit den Schwellen-
und Entwicklungs- sowie den Transformationsländern strategisch weiter (siehe
auch Koalitionsvertrag, S. 29). Die noch stärkere Hinwendung zu Innovation,
Transfer und beschäftigungsrelevanten Wirkungen der Kooperation folgte aus der
Analyse der dringendsten Bedarfe der tunesischen Gesellschaft (wie auch anderer
maghrebinischer Länder). Sie reagiert auf die mangelnden sozio-ökonomischen
Perspektiven, insbesondere für die junge Generation.
Die wissenschaftliche-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Tunesien hat
sich seit dem Jahr 2011 deutlich intensiviert. Förderbekanntmachungen wurden
in den Jahren 2012 und 2015 veröffentlicht; insgesamt wurden und werden durch
das BMBF 29 Kooperationsprojekte gefördert.
Flankiert werden diese Maßnahmen durch systemberatende Leistungen zum
tunesischen nationalen Innovationssystem, zum Aufbau von
Technologietransferkapazitäten in öffentlichen tunesischen Forschungszentren sowie zu den
tunesischen Technologieparks. Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist seit
dem Jahr 2014 die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit von tunesischen
Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Gefördert werden hier zum einen
Pilotprojekte für eine stärkere praxisorientierte Hochschulausbildung (über Train-the-
Trainer-Maßnahmen und Einbezug von Unternehmen in die Ausbildung) sowie
Kapazitätsbildungsmaßnahmen für Leitungspersonal in tunesischen
Karrierezentren.
Neben den 28 Kooperationsabkommen zwischen Hochschulen gibt es mehr als
100 aktive Kooperationsprojekte, darunter auch Doppelabschlussprogramme.
Darüber hinaus wird auf die Antwort zu Frage 52 verwiesen.
Eine darüber hinausgehende statistische Auswertung zu den Beteiligten und dem
quantitativen und qualitativen Umfang seit dem Arabischen Frühling liegt der
Bundesregierung nicht vor.
52. Welche Auswirkungen hat die Transformationspartnerschaft Deutschlands
mit Tunesien in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Hochschule bisher
gehabt?
Welche weiteren Veränderungen sind geplant?
Im Hochschulbereich wurden durch die große Zahl der bislang geförderten
Projekte im Rahmen der DAAD-Programme der Transformationspartnerschaft neue
Studiengänge aufgebaut, bestehende internationalisiert, reformiert und angepasst.
Die Inhalte wurden stärker an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausgerichtet
und aktualisiert, die Studierenden stärker in partizipative Lern- und
Entscheidungsstrukturen integriert, Lehrpersonal didaktisch und fachlich fortgebildet und
somit ein wichtiger Innovationsschub für Wissenschaft und Forschung
angestoßen, der weit in die Gesellschaft hineinreicht.
Auch 2017 können sich deutsche Hochschulen wieder gemeinsam mit
tunesischen Hochschulen für DAAD-Programme der Transformationspartnerschaft
bewerben.
Darüber hinaus trägt das Goethe-Institut im Rahmen der
Transformationspartnerschaft seit 2012 durch die Beratung des tunesischen Bildungsministeriums zur
Reform des Bildungssystems bei. Es ist beabsichtigt, die Unterstützung
bedarfsorientiert zu erweitern.
53. Inwiefern wirken sich die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung
in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung zumindest mittelbar
stabilisierend auf Tunesien aus, und anhand welcher Parameter kommt die
Bundesregierung zu diesem Schluss?
Generell sind die transnationalen Maßnahmen der Bundesregierung in Bildung,
Wissenschaft und Forschung mittel- bis langfristig angelegt. Insofern lassen sich
die Wirkungen der einzelnen Maßnahmen auch nur langfristig messen und
evaluieren. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen Einflussfaktoren ist zudem
nicht von einer einfachen, parametrisch messbaren Kausalität auszugehen. Die
Maßnahmen der Bundesressorts verfolgen aber kohärent die Zielsetzung, zu einer
stabilen Entwicklung Tunesiens und zu persönlichen Lebenschancen der
Menschen nachhaltig beizutragen, insbesondere durch Bildung und Forschung (siehe
hierzu auch die Antworten zu den Fragen 33 und 40).
Lösungsmöglichkeiten bestehen daher zum einen in der Schaffung von neuen
hochwertigen Beschäftigungsmöglichkeiten und zum anderen in einer Anpassung
der über die Hochschullehre vermittelten Qualifikationen an die tatsächlichen
Bedarfe der Arbeitsmärkte. Die von der Bundesregierung eingesetzten Maßnahmen
wirken sowohl angebots- als auch nachfrageseitig, d. h. es werden sowohl
Maßnahmen unterstützt, die die Praxisorientierung in der Hochschullehre stärken, als
auch solche, die Nachqualifikationen und Weiterbildungen anbieten. Zudem wird
die Mobilität von Hochschulabsolventen unterstützt und diesen der internationale
Arbeitsmarkt zugänglich gemacht. Andererseits wird verstärkt auch
Unternehmertum gefördert, u. a. durch Mentoring-Programme, Gründungsförderung und -
beratung, Trainingsangebote und Hochschulkurse zu Unternehmertum. Diese
werden ergänzt durch die Aktivitäten in der beruflichen Bildung (siehe die
Antwort zu Frage 45).
Die Ausrichtung der geplanten Deutsch-Tunesischen Hochschule wird sich am
Ausbildungsbedarf des Landes auf Hochschulebene orientieren und
anwendungsorientierte Studienangebote in Betracht ziehen. Eine Stärkung der
Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen und Absolventinnen und die Orientierung an
deutschen Qualitätsstandards im Bereich Studium, Lehre und ggf. auch
Forschung würde sich damit positiv und stabilisierend auf das Land auswirken. Mit
einem innovativen Hochschulmodell in Tunesien, das sich an deutschen
Standards orientiert, können zudem wichtige Anregungen für die
Hochschullandschaft in Tunesien sowie deren Ausbau geschaffen werden.
Anlage zu Frage 1
2006
Land (Netto)
Einschulungsrate
Grundschule (%)
Abschluss der
Grundschule (%)
Übergang in die
weiterführende Schule
(%)
(Netto) Einschulungsrate in
weiterführender Schule (%)
total m f total m f total m f total m f
Algerien 94,9 96,0 93,6 94,5 93,5 95.6 79,4 76,3 83,0 66,8* 65,1* 68,5*
Marokko 89,6 92,4 86,8 75,5 76,0 74,9 79,2* 78,2* 80,5* 35,7* 38,5* 32,9*
Tunesien 97,3 97,3 97,3 93,1 92,2 94,2 87,8 85,7 90,1 64,5* 61,3* 67,8*
2011/2012
Land (Netto)
Einschulungsrate Grundschule (%)
Abschluss der
Grundschule (%)
(Netto)
Einschulungsrate
weiterführende
Schule (%)
Abschluss der
weiterführenden Schule (%)
total m f total m f total m f total m f
Algerien 99 93 91 95 98 96 100
Marokko 99 99 99 92 92 91 69* 74* 63*
Tunesien 100 95 95 95 91 89 93
* zum Teil unklare Grundlage der Angaben
Quellen: Global Education Monitoring Report (GEMR) 2006 und 2015; GEMR Regional Overview: Arab States
Anlage zu Frage 2
Alphabetisierungsgrad Jugend (15-24 J)
Land 1990 (%) 2002 (%) 2015 (%)
total m f total m f total m f
Algerien 77,3 86,1 68,1 90,1 94,1 86,1 94,1 94,4 93,9
Marokko 55,3 68,0 42,0 69,5 77,4 61,3 95,0 96,6 93,5
Tunesien 84,1 92,8 75,2 94,3 96,4 92,2 97,8 97,9 97,6
Jugendliche Analphabeten (15-24J)
Land 1990 (in 000) 2002 (in 000) 2015* (in 000)
total m f total m f total m f
Algerien 1 158 342 898 673 223 503 214 94 120
Marokko 2545 777 1437 1923 593 1230 300 105 195
Tunesien 264 86 216 117 37 80 51 24 27
* bei diesen Zahlen handelt es sich um Schätzungen.
Quelle: Global Education Monitoring Report (GEMR) 2006 und 2015
Anlage zu Frage 10 erteilte Studentenvisa DZA, MAR, TUN 2010 – 2016 Stand: 22.03.2017
erteilte D-Visa1)
Algerien/Algier Marokko/Rabat Tunesien/Tunis2)
Studium/
Studienvor-
bereitung
(§16 I
AufenthG)
Studienbewerbung
(§16 I a
AufenthG)
Studium/
Studienvor-
bereitung
(§16 I
AufenthG)
Studienbewerbung
(§16 I a
AufenthG)
Studium/
Studienvor-
bereitung
(§16 I
AufenthG)
Studienbewerbung
(§16 I a
AufenthG)
2010 4 4 355 44 170 0
2011 17 4 203 473 337 0
2012 5 6 55 697 531 45
2013 20 3 863 139 786 219
2014 20 3 801 24 880 576
2015 19 10 1.035 46 793 857
2016 39 6 960 5 757 603
Algerien /Algier AC erteilt AC abgelehnt D erteilt D abgelehnt
2010 3.918 1.558 430 149
2011 3.355 1.817 442 172
2012 3.758 1.290 469 80
2013 4.225 1.387 795 76
2014 4.489 1.442 657 111
2015 4.545 1.515 773 107
2016 3.941 1.727 626 163
Marokko/Rabat AC erteilt AC abgelehnt D erteilt D abgelehnt
2010 9.062 1.953 2.002 671
2011 9.837 1.768 2.385 634
2012 10.729 1.773 2.474 442
2013 11.437 1.643 2.698 442
2014 12.355 1.754 2.416 833
2015 14.049 1.523 3.031 844
2016 12.812 1.957 2.835 1.259
Tunesien/Tunis2) AC erteilt AC abgelehnt D erteilt D abgelehnt
2010 6.670 1.409 1.198 576
2011 8.531 1.590 1.474 430
2012 9.579 756 2.076 361
2013 11.279 790 2.725 407
2014 11.397 993 3.150 579
2015 14.381 2.293 3.773 1.345
2016 16.993 2.686 3.482 1.386
1) keine Differenzierung nach Staatsangehörigkeiten
2) Aufgrund der Schließung der Botschaft in Tripolis bearbeitet die Botschaft in Tunis seit August 2014 auch Anträge von Antragstellern
aus Libyen
Anlage zu Frage 11 Erteilte D-Visa Ausbildung und Beschäftigung Stand: 30.03.2017
erteilte
D-Visa1)
Algerien/
Algier
Marokko/
Rabat
Tunesien/
Tunis2)
erteilte
D-Visa1)
Algerien/
Algier
Marokko/
Rabat
Tunesien/
Tunis2)
Praktikum/
Aus-/Fortbildung
(§17 AufenthG)
Praktikum/
Aus-/
Fortbildung
(§17 AufenthG)
Praktikum/
Aus-/Fortbildung
(§17 AufenthG)
Hochqualifizierte (§ 19
AufenthG/
§ 2 BeschV)
Hochqualifizierte (§ 19
AufenthG/
§ 2 BeschV)
Hochqualifizierte (§ 19
AufenthG/
§ 2 BeschV)
2006 5 4 0 2006 n.a. n.a. n.a.
2007 10 1 4 2007 n.a. n.a. n.a.
2008 1 1 8 2008 n.a. n.a. n.a.
2009 5 1 6 2009 n.a. n.a. n.a.
2010 4 8 7 2010 n.a. n.a. n.a.
2011 2 11 4 2011 n.a. n.a. n.a.
2012 23 30 60 2012 n.a. n.a. n.a.
2013 153 10 59 2013 1 0 110
2014 32 15 57 2014 0 0 3
2015 155 12 110 2015 6 3 4
2016 35 15 125 2016 1 0 8
erteilte
D-Visa1)
Algerien/Algier Marokko/Ra-bat Tunesien/Tunis
2)
erteilte
D-Visa1)
Algerien/
Algier
Marokko/
Rabat
Tunesien/
Tunis2)
Blaue Karte EU (§
19 a AufenthG)
Blaue Karte EU
(§ 19 a
AufenthG)
Blaue Karte EU
(§ 19 a AufenthG)
Forscher (§ 20
AufenthG)
Forscher (§ 20
AufenthG)
Forscher (§
20 AufenthG)
2006 n.a. n.a. n.a. 2006 n.a. n.a. n.a.
2007 n.a. n.a. n.a. 2007 n.a. n.a. n.a.
2008 n.a. n.a. n.a. 2008 n.a. n.a. n.a.
2009 n.a. n.a. n.a. 2009 n.a. n.a. n.a.
2010 n.a. n.a. n.a. 2010 n.a. n.a. n.a.
2011 n.a. n.a. n.a. 2011 n.a. n.a. n.a.
2012 n.a. n.a. n.a. 2012 n.a. n.a. n.a.
2013 0 4 12 2013 3 9 4
2014 2 4 36 2014 3 3 1
2015 2 7 56 2015 21 1 2
2016 8 7 119 2016 12 3 3
1) Keine Differenzierung nach Staatsangehörigkeiten
2) Aufgrund der Schließung der Botschaft in Tripolis bearbeitet die Botschaft in Tunis seit August 2014 auch Anträge von Antragstellern
aus Libyen
Anlage zu Frage 11 Erteilte D-Visa Ausbildung und Beschäftigung Stand: 30.03.2017
erteilte
D-Visa1)
Algerien/Algier Marokko/Ra-bat Tunesien/Tunis
2)
erteilte
D-Visa1)
Algerien/
Algier
Marokko/
Rabat
Tunesien/
Tunis2)
Führungskräfte
(§ 18 AufenthG/§ 3
BeschV)
Führungskräfte
(§ 18
AufenthG/§ 3
BeschV)
Führungskräfte
(§ 18 AufenthG/§
3 BeschV)
Wissenschaft,
Gastwissenschaftler,
Lehrer
(§ 18
AufenthG/
§ 5 BeschV)
Wissenschaft,
Gastwissenschaftler,
Lehrer (§ 18
AufenthG/§ 5
BeschV)
Wissenschaft,
Gastwissenschaftler,
Lehrer (§ 18
AufenthG/§ 5
BeschV)
2006 n.a. n.a. n.a. 2006 3 6 3
2007 n.a. n.a. n.a. 2007 4 1 4
2008 n.a. n.a. n.a. 2008 15 4 0
2009 n.a. n.a. n.a. 2009 9 1 2
2010 n.a. n.a. n.a. 2010 3 0 1
2011 n.a. n.a. n.a. 2011 4 3 1
2012 n.a. n.a. n.a. 2012 3 0 2
2013 0 0 1 2013 1 8 2
2014 0 0 0 2014 2 3 2
2015 2 0 0 2015 0 0 6
2016 0 0 0 2016 14 0 11
erteilte
D-Visa1)
Algerien/Algier Marokko/Ra-bat Tunesien/Tunis
2)
erteilte
D-Visa1)
Algerien/
Algier
Marokko/
Rabat
Tunesien/
Tunis2)
Au pair
(§ 18 AufenthG/
§ 12 BeschV)
Au pair (§ 18
AufenthG/
§ 12 BeschV)
Au pair (§ 18
AufenthG/
§ 12 BeschV)
Spezialitätenköche (§ 18
AufenthG/
§ 11 BeschV)
Spezialitätenköche (§ 18
AufenthG/
§ 11 BeschV)
Spezialitätenköche (§ 18
AufenthG/
§ 11 BeschV)
2006 2 1 0 2006 4 26 5
2007 0 21 5 2007 6 0 0
2008 0 36 6 2008 0 0 1
2009 0 20 4 2009 5 1 2
2010 0 2 1 2010 3 0 0
2011 6 5 1 2011 2 0 0
2012 1 12 1 2012 0 0 0
2013 1 19 2 2013 0 3 0
2014 3 9 6 2014 3 0 1
2015 1 0 6 2015 0 1 1
2016 3 30 12 2016 0 1 0
1) Keine Differenzierung nach Staatsangehörigkeiten
2) Aufgrund der Schließung der Botschaft in Tripolis bearbeitet die Botschaft in Tunis seit August 2014 auch Anträge von Antragstellern
aus Libyen
Anlage zu Frage 11
erteilte
D-Visa1)
Algerien/Algier Marokko/Ra-bat Tunesien/Tunis
2)
erteilte
D-Visa1)
Algerien/
Algier
Marokko/
Rabat
Tunesien/
Tunis2)
Selbständige,
Freiberufler (§ 21
AufenthG)
Selbständige,
Freiberufler
(§ 21
AufenthG)
Selbständige,
Freiberufler (§ 21
AufenthG)
sonstige
Arbeitsaufnahme
sonstige
Arbeitsaufnahme
sonstige
Arbeitsaufnahme
2006 n.a. n.a. n.a. 2006 n.a. n.a. n.a.
2007 n.a. n.a. n.a. 2007 n.a. n.a. n.a.
2008 n.a. n.a. n.a. 2008 n.a. n.a. n.a.
2009 n.a. n.a. n.a. 2009 n.a. n.a. n.a.
2010 n.a. n.a. n.a. 2010 n.a. n.a. n.a.
2011 n.a. n.a. n.a. 2011 n.a. n.a. n.a.
2012 n.a. n.a. n.a. 2012 5 11 6
2013 0 0 1 2013 12 28 18
2014 0 0 0 2014 18 29 48
2015 1 0 6 2015 18 42 49
2016 0 0 7 2016 3 44 52
erteilte
D-Visa1)
Algerien/Algier Marokko/Ra-bat Tunesien/Tunis
2)
Berufliche Tätigkeit Berufliche Tä-tigkeit
Berufliche
Tätigkeit
2006 n.a. n.a. n.a.
2007 n.a. n.a. n.a.
2008 n.a. n.a. n.a.
2009 n.a. n.a. n.a.
2010 n.a. n.a. n.a.
2011 n.a. n.a. n.a.
2012 1 0 0
2013 n.a. n.a. n.a.
2014 n.a. n.a. n.a.
2015 n.a. n.a. n.a.
2016 n.a. n.a. n.a.
1) keine Differenzierung nach Staatsangehörigkeiten
2) Aufgrund der Schließung der Botschaft in Tripolis bearbeitet die Botschaft in Tunis seit August 2014 auch Anträge von Antragstellern
aus Libyen
Anlage zu Frage 21
Allgemeine Arbeitslosigkeit:
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Algerien 2005 Frauen und Männer 15,3
Algerien 2005 Männer 13,2
Algerien 2005 Frauen 27,1
Algerien 2006 Frauen und Männer 12,3
Algerien 2006 Männer 10,6
Algerien 2006 Frauen 21,5
Algerien 2007 Frauen und Männer 13,8
Algerien 2007 Männer 12,0
Algerien 2007 Frauen 23,6
Algerien 2008 Frauen und Männer 11,3
Algerien 2008 Männer 9,8
Algerien 2008 Frauen 18,9
Algerien 2009 Frauen und Männer 10,2
Algerien 2009 Männer 8,5
Algerien 2009 Frauen 18,2
Algerien 2010 Frauen und Männer 10,0
Algerien 2010 Männer 8,1
Algerien 2010 Frauen 19,3
Algerien 2011 Frauen und Männer 10,0
Algerien 2011 Männer 8,4
Algerien 2011 Frauen 17,2
Algerien 2012 Frauen und Männer 11,0
Algerien 2012 Männer 9,6
Algerien 2012 Frauen 17,0
Algerien 2013 Frauen und Männer 9,8
Algerien 2013 Männer 8,3
Algerien 2013 Frauen 16,3
Algerien 2014 Frauen und Männer 10,6
Algerien 2014 Männer 9,0
Algerien 2014 Frauen 17,2
Algerien 2015 Frauen und Männer 10,5
Algerien 2015 Männer 8,9
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Algerien 2015 Frauen 17,3
Algerien 2016 Frauen und Männer 10,2
Algerien 2016 Männer 8,6
Algerien 2016 Frauen 16,9
Marokko 2005 Frauen und Männer 11,0
Marokko 2005 Männer 10,8
Marokko 2005 Frauen 11,5
Marokko 2006 Frauen und Männer 9,7
Marokko 2006 Männer 9,7
Marokko 2006 Frauen 9,7
Marokko 2007 Frauen und Männer 9,8
Marokko 2007 Männer 9,8
Marokko 2007 Frauen 9,8
Marokko 2008 Frauen und Männer 9,6
Marokko 2008 Männer 9,5
Marokko 2008 Frauen 9,9
Marokko 2009 Frauen und Männer 9,1
Marokko 2009 Männer 8,9
Marokko 2009 Frauen 9,5
Marokko 2010 Frauen und Männer 9,1
Marokko 2010 Männer 8,9
Marokko 2010 Frauen 9,7
Marokko 2011 Frauen und Männer 8,9
Marokko 2011 Männer 8,4
Marokko 2011 Frauen 10,2
Marokko 2012 Frauen und Männer 9,0
Marokko 2012 Männer 8,6
Marokko 2012 Frauen 10,0
Marokko 2013 Frauen und Männer 9,2
Marokko 2013 Männer 9,1
Marokko 2013 Frauen 9,5
Marokko 2014 Frauen und Männer 9,9
Marokko 2014 Männer 9,8
Marokko 2014 Frauen 10,3
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Marokko 2015 Frauen und Männer 9,6
Marokko 2015 Männer 9,5
Marokko 2015 Frauen 10,0
Marokko 2016 Frauen und Männer 9,8
Marokko 2016 Männer 9,7
Marokko 2016 Frauen 10,3
Tunesien 2005 Frauen und Männer 14,2
Tunesien 2005 Männer 13,1
Tunesien 2005 Frauen 17,3
Tunesien 2006 Frauen und Männer 12,5
Tunesien 2006 Männer 11,1
Tunesien 2006 Frauen 16,4
Tunesien 2007 Frauen und Männer 12,4
Tunesien 2007 Männer 11,0
Tunesien 2007 Frauen 16,2
Tunesien 2008 Frauen und Männer 12,4
Tunesien 2008 Männer 11,0
Tunesien 2008 Frauen 16,2
Tunesien 2009 Frauen und Männer 13,3
Tunesien 2009 Männer 11,8
Tunesien 2009 Frauen 17,4
Tunesien 2010 Frauen und Männer 13,0
Tunesien 2010 Männer 11,5
Tunesien 2010 Frauen 17,1
Tunesien 2011 Frauen und Männer 18,3
Tunesien 2011 Männer 16,2
Tunesien 2011 Frauen 24,1
Tunesien 2012 Frauen und Männer 17,6
Tunesien 2012 Männer 14,6
Tunesien 2012 Frauen 25,9
Tunesien 2013 Frauen und Männer 15,9
Tunesien 2013 Männer 13,6
Tunesien 2013 Frauen 22,2
Tunesien 2014 Frauen und Männer 15,3
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Tunesien 2014 Männer 13,3
Tunesien 2014 Frauen 20,7
Tunesien 2015 Frauen und Männer 14,8
Tunesien 2015 Männer 13,0
Tunesien 2015 Frauen 19,7
Tunesien 2016 Frauen und Männer 14,5
Tunesien 2016 Männer 12,8
Tunesien 2016 Frauen 19,2
Jugendarbeitslosigkeit
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Algerien 2005 Frauen und Männer 30,7
Algerien 2005 Männer 27,4
Algerien 2005 Frauen 48,9
Algerien 2006 Frauen und Männer 24,0
Algerien 2006 Männer 21,4
Algerien 2006 Frauen 38,4
Algerien 2007 Frauen und Männer 29,7
Algerien 2007 Männer 26,5
Algerien 2007 Frauen 47,8
Algerien 2008 Frauen und Männer 24,7
Algerien 2008 Männer 22,0
Algerien 2008 Frauen 39,9
Algerien 2009 Frauen und Männer 21,5
Algerien 2009 Männer 19,2
Algerien 2009 Frauen 35,0
Algerien 2010 Frauen und Männer 22,0
Algerien 2010 Männer 18,9
Algerien 2010 Frauen 38,0
Algerien 2011 Frauen und Männer 22,6
Algerien 2011 Männer 19,2
Algerien 2011 Frauen 38,5
Algerien 2012 Frauen und Männer 27,6
Algerien 2012 Männer 25,0
Algerien 2012 Frauen 39,3
Algerien 2013 Frauen und Männer 25,1
Algerien 2013 Männer 21,8
Algerien 2013 Frauen 40,1
Algerien 2014 Frauen und Männer 25,7
Algerien 2014 Männer 22,2
Algerien 2014 Frauen 41,7
Algerien 2015 Frauen und Männer 28,6
Algerien 2015 Männer 24,8
Algerien 2015 Frauen 45,9
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Algerien 2016 Frauen und Männer 30,6
Algerien 2016 Männer 26,6
Algerien 2016 Frauen 48,5
Marokko 2005 Frauen und Männer 15,7
Marokko 2005 Männer 16,2
Marokko 2005 Frauen 14,4
Marokko 2006 Frauen und Männer 16,6
Marokko 2006 Männer 17,5
Marokko 2006 Frauen 14,1
Marokko 2007 Frauen und Männer 17,3
Marokko 2007 Männer 17,9
Marokko 2007 Frauen 15,5
Marokko 2008 Frauen und Männer 18,4
Marokko 2008 Männer 19,3
Marokko 2008 Frauen 16,2
Marokko 2009 Frauen und Männer 18,1
Marokko 2009 Männer 18,7
Marokko 2009 Frauen 16,3
Marokko 2010 Frauen und Männer 17,7
Marokko 2010 Männer 18,3
Marokko 2010 Frauen 16,3
Marokko 2011 Frauen und Männer 17,9
Marokko 2011 Männer 18,1
Marokko 2011 Frauen 17,4
Marokko 2012 Frauen und Männer 18,6
Marokko 2012 Männer 18,4
Marokko 2012 Frauen 19,2
Marokko 2013 Frauen und Männer 19,0
Marokko 2013 Männer 19,3
Marokko 2013 Frauen 18,1
Marokko 2014 Frauen und Männer 19,9
Marokko 2014 Männer 20,2
Marokko 2014 Frauen 19,0
Marokko 2015 Frauen und Männer 19,3
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Marokko 2015 Männer 19,7
Marokko 2015 Frauen 18,2
Marokko 2016 Frauen und Männer 18,9
Marokko 2016 Männer 19,4
Marokko 2016 Frauen 17,6
Tunesien 2005 Frauen und Männer 30,5
Tunesien 2005 Männer 31,2
Tunesien 2005 Frauen 29,1
Tunesien 2006 Frauen und Männer 27,5
Tunesien 2006 Männer 27,3
Tunesien 2006 Frauen 27,9
Tunesien 2007 Frauen und Männer 27,8
Tunesien 2007 Männer 27,6
Tunesien 2007 Frauen 28,3
Tunesien 2008 Frauen und Männer 28,3
Tunesien 2008 Männer 28,0
Tunesien 2008 Frauen 28,7
Tunesien 2009 Frauen und Männer 30,5
Tunesien 2009 Männer 30,2
Tunesien 2009 Frauen 31,0
Tunesien 2010 Frauen und Männer 29,4
Tunesien 2010 Männer 29,1
Tunesien 2010 Frauen 29,9
Tunesien 2011 Frauen und Männer 42,5
Tunesien 2011 Männer 42,2
Tunesien 2011 Frauen 43,2
Tunesien 2012 Frauen und Männer 38,5
Tunesien 2012 Männer 36,5
Tunesien 2012 Frauen 42,7
Tunesien 2013 Frauen und Männer 35,7
Tunesien 2013 Männer 34,5
Tunesien 2013 Frauen 38,3
Tunesien 2014 Frauen und Männer 35,0
Tunesien 2014 Männer 34,1
Land Jahr Geschlecht Arbeitslosigkeit (in Prozent)
Tunesien 2014 Frauen 36,8
Tunesien 2015 Frauen und Männer 34,5
Tunesien 2015 Männer 33,9
Tunesien 2015 Frauen 35,8
Tunesien 2016 Frauen und Männer 34,2
Tunesien 2016 Männer 33,8
Tunesien 2016 Frauen 35,3
Zu den Arbeitslosenquoten von Akademikerinnen und Akademikern sind folgende Daten öffentlich
zugänglich:
Land Arbeitslosenquoten (ausgewählte Jahre)
Algerien 8,4% (1990) 20,3% (2008)
Marokko 6,0% (1984) 17,7% (2010)
Tunesien 5,3% (1989) 21,6% (2008)
Quelle:
http://www.gmfus.org/file/2490/download
Anlage zu den Fragen 27, 37, 47
Laufende BMBF-Projekte mit Algerien, Marokko und Tunesien
Land
Weitere
Länder Titel
Anzahl profitierender
Studierender und
WissenschaftlerInnen laufender
Projekte
Anzahl
Projekte
gesamt
Tunesien
Tunesien
Keine
Bakterien extremer Habitate Tunesiens als Quelle für Antibiotika mit
resistenzbrechenden Eigenschaften
41, davon 35 deutsche und 6
tunesische Studierende und
WissenschaftlerInnen
27
Keine
Gegenstand des Vorhabens ist die Etablierung einer deutsch-
tunesischen Forschungskooperation zur Untersuchung der Funktion von
Lipid-Transferproteinen aus Weizen (TdLTP4) bei der Resistenz
gegenüber Stressfaktoren, sowie als mögliche Nahrungsmittelallerge
Keine
Nachhaltiges Ressourcenmanagement im Tourismussektor am
Beispiel von Djerba
Keine Funktionelle Untersuchungen abiotischen Stressgenen der Rebe
Keine
Die STAT3-MUC1-Achse als Krankheits-Determinante und
potentielle therapeutische Zielstruktur bei Darmkrebs und chronischer
Darmentzündung
Keine
In vitro und in vivo Modelle zur Verbesserung der Analyse der
gesundheitlichen Risiken von synthetischen Pyrethroiden: Ein neuer
molekular- und zellbiologischer Ansatz zum Erforschen der
Gesundheitsrisiken die durch synthetische Pyrethroid-Pestizde verurs
Keine
Organische redox-basierte Transducer für das Design von Biosensor-
Plattformen
Keine
Verwertung von Fluor-Baryt-haltigem Bergbauabraum für die
Zementherstellung
Keine
Entwicklung mikrobiologischer Pflanzenschutzmittel zur
Regulierung von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen
Keine
Forschung für Nachhaltigen Weinbau als Vorbereitung für den
Klimawandel: Wildreben aus Europa und Nordafrika als genetische
Ressourcen für Salztoleranz
Keine
Charakterisierung neuer Gene, die zum Hörverlust des Menschen
führen können. Erforschung anhand des Modelorganismus
Zebrafisch.
Keine Verwaltung wissenschaftlicher Multimediadaten
Keine
"Workshops und gegenseitige Besuche im Rahmen der deutsch-
tunesischen Forschungsaktivitäten zur Realisierung eines neuen Modems
für die Datenübertragung über Stromleitungen"
Keine
Aufdeckung der verborgenen genetischen Komponenten seltener
Neurodegenerativer Erkrankungen und Bewegungsstörungen in der
Deutschen und Tunesischen Bevölkerung.
Keine
Integriertes Management von landwirtschaftlichen Wasser-
Ressourcen in einem ariden Gebiet: Wissenschaft und Ausbildung
Keine Biomaterialien mit verbesserten Eigenschaften
Keine
Neue optisch aktive Materialien aus Aluminosilicatgläsern (NeO-
MAG)
Keine
Lattice Boltzmann Methoden und ihre Anwendung in
Medizintechnik und Physik
Keine
Kollaborative Studie zu genetischen Risikofaktoren bei deutschen
und tunesischen Brustkrebspatientinnen
Keine
Untersuchungen zum Potential von Grünalgen für eine Nutzung in
der Bioraffinerie (ALGAEVAL)
Keine
Auswahl von effizienten Lupinen/Rhizobien Kombinationen für
nachhaltigere Landwirtschaft und Ertragsteigerung
Laufende BMBF-Projekte mit Algerien, Marokko und Tunesien
Land
Weitere
Länder Titel
Anzahl profitierender
Studierender und
WissenschaftlerInnen laufender
Projekte
Anzahl
Projekte
gesamt
Keine SUMEX: Sommerschule und Austauschprogramm
Keine
SECOR – Sichere Erstellung von zusammengesetzten Diensten für
das Internet der Dinge
Keine
Keine
DZA EGY
GRC JOR
Eine Kombination aus PV und CSP wird untersucht, um von den
Vorteilen beider Systeme profitieren zu können, nämlich die
einfache Installation und niedrige Stromgestehungskosten von PV und
Vielseitigkeit und Regelbarkeit von CSP
GRC
DZA ESP
FRA GRC
JOR PRT
ERA-Net: Verbundprojekt: Wasserstoffproduktion mittels
photovoltaischer Energie
ERANet: Verbundprojekt: Entwicklung und Evaluierung eines
Hybrid-Vergasungskessels basierend auf CSP und Biomasse; Teilprojekt:
DLR
Keine
Entwicklung und Umsetzung von
Kapazitätsentwicklungsmaßnahmen in tunesischen Forschungszentren für den Transfer von
Forschungsergebnissen in die gesellschaftliche und ökonomische
Wertschöpfung.
Marokko
Marokko
Keine
Umwelt-Klima-Mensch Wechselbeziehungen während der letzten
2000 Jahre im südlichen Marokko. Erkenntnisse aus
hochauflösenden marinen Archiven
33, davon 16 deutsche und 17
marokkanische Studierende
und WissenschaftlerInnen
7
Atmosphärische Extinktion verringert den Ertrag in CSP
Turmkraftwerken und ist zeit- und standtortabhängig. In GeMoExt wird ein
Extinktionsmesssystem für die kommerzielle solare
Standortbewertung verbessert.
Multigassensorsystem für das Geruchsmonitoring im Außenbereich
CIV
Verbundprojekt: Forschungskooperation Ressourcen- und
Abfallwirtschaft - Entwicklung neuer Biotechnologieanwendungen in
Entwicklungsländern; Teilvorhaben: Technische Universität Darmstadt
(Trans4Biotec)
DZA EGY
GRC JOR
TUN
Eine Kombination aus PV und CSP wird untersucht, um von den
Vorteilen beider Systeme profitieren zu können, nämlich die
einfache Installation und niedrige Stromgestehungskosten von PV und
Vielseitigkeit und Regelbarkeit von CSP
EGY
ERA-Net: Verbundprojekt: HybridBioEnergien: Entwicklung einer
innovativen Hybridanlage für erneuerbare Energien basierend auf
einer Kombination von Biomasse und Solarenergie und Entwicklung
von fundierten Kenntnissen als Voraussetzung zur Anwendung in
Ägypten
TUR
ERA-Net: Verbundprojekt: Entwicklung von Elektrodenmaterialien
für stationäre Na-Ionen-Batterie-Speichersysteme für die
kostengünstige und effiziente Speicherung Erneuerbarer Energien
Laufende BMBF-Projekte mit Algerien, Marokko und Tunesien
Land
Weitere
Länder Titel
Anzahl profitierender
Studierender und
WissenschaftlerInnen laufender
Projekte
Anzahl
Projekte
gesamt
Algerien
Algerien
NER Verbundprojekt: Risiko Analyse und Anpassungsstrategien für nach-haltige städtische Ressourcenversorgung in Sub-Sahara Afrika
28, davon 18 deutsche und 10
algerische Studierende und
WissenschaftlerInnen
7
EGY GRC
JOR TUN
Eine Kombination aus PV und CSP wird untersucht, um von den
Vorteilen beider Systeme profitieren zu können, nämlich die
einfache Installation und niedrige Stromgestehungskosten von PV und
Vielseitigkeit und Regelbarkeit von CSP
BEL CYP
ESP GRC
JOR MLT
TUR
ERA-Net: Verbundprojekt: Erstellung, Entwicklung und
Demonstration eines zukunftssicheren, aktiven Micro-grid Systems; Teilprojekt:
Energynautics GmbH (3D-Mgrid)
ESP FRA
GRC JOR
PRT TUN
ERANet: Verbundprojekt: Entwicklung und Evaluierung eines
Hybrid-Vergasungskessels basierend auf CSP und Biomasse; Teilprojekt
BFA SEN Klimawandelanpassung privater Haushalte und KMU in West Afrika durch Maßnahmen im Mikrofinanzsektor
BEN GHA
NER Kooperationsvorhaben WASCAL-PAUWES für Capacity Building
Verbundprojekt: Wasser- und Energiesicherheit für Afrika:
Forschungsfokus im Bereich Wasser, Klimawandel und Wasser-
Energie-Nahrungs-Gesundheit-Nexu
Anzahl gesamt (Tunesien, Marokko & Algerien)
102, davon 69 deutsche und
33 tunesische, morakkanische
und algerische Studierende
und WissenschaftlerInnen
39
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Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim,
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ISSN 0722-8333]