[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 5. Mai 2017
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/12267
18. Wahlperiode 08.05.2017
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Martina Renner, Petra Pau,
Frank Tempel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/11898 –
Waffenbesitz und Waffeneinsatz von und durch Neonazis
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Immer wieder finden Ermittlungsbehörden im Rahmen von
Durchsuchungsmaßnahmen legale wie illegale Waffen bei Neonazis. Auch verüben Neonazis
mit Waffen zahlreiche Straftaten. Dabei kommen die Waffen nicht nur bei
politisch rechts motivierten Straf- und Gewalttaten zum Einsatz, sondern auch bei
sonstigen Straftaten durch Neonazis, die keinen erkennbaren politischen
Hintergrund haben.
Im September 2016 berichteten verschiedene Medien über einen neuen
Höchststand der Anzahl von bei Neonazis gefundenen Waffen (vgl. „2000 Waffen bei
Neonazis beschlagnahmt“,
www.faz.net/aktuell/politik/inland/2000-waffen-bei-
neonazis-beschlagnahmt-14460497.html vom 30. September 2016).
Durchsuchungen bei Neonazis fördern regelmäßig Waffenarsenale in größerem Umfang
zu Tage (vgl. „Polizei durchsucht Wohnung im Eichsfeld“,
www.mdr.de/
thueringen/nord-thueringen/razzia-rechtsextreme-niedersachsen-eichsfeld-
100.html vom 28. Februar 2017). Die Prozesse gegen die wegen
rechtsterroristischer Aktivitäten angeklagten bzw. verurteilten „Gruppe Freital“ und
„Oldschool Society“ zeigen, dass diese Waffen geplant zum Einsatz kommen sollen.
Geflüchtete und ihre Unterkünfte sind häufig Ziel dieser Angriffe, bei denen
schwere Verletzungen und auch der Tod von Menschen in Kauf genommen wird.
1. Über wie viele Rechtsextremisten, die über eine waffenrechtliche Erlaubnis
und/oder über Waffen verfügen, hat die Bundesregierung Kenntnis?
2. Aus welchen organisatorischen Zusammenhängen stammen die in Frage 1
erfragten Rechtsextremisten (Parteien, Kameradschaften, Netzwerken etc.)?
Die Frage 1 und 2 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der Bundesregierung liegen im Ergebnis einer Abfrage der Länder Erkenntnisse
zu insgesamt 750 Personen, die dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet
werden und über waffenrechtliche Erlaubnisse verfügen, vor. Ein Schwerpunkt
bei bestimmten Teilen der Szene kann nicht festgestellt werden.
Informationen über den Besitz „illegaler“ Waffen werden den
Strafverfolgungsbehörden zur Einleitung von Ermittlungen übermittelt. Eine statistische
Erfassung hierzu existiert nicht.
3. Zu wie vielen der in Frage 1 erfragten Personen liegen der Bundesregierung
Kenntnisse zu Straftaten und/oder Ermittlungsverfahren vor, die im
Zusammenhang mit Waffen stehen (bitte nach Straftatbeständen bzw. Vorwürfen
auflisten)?
Zur Häufigkeit von Hinweisen auf Straftaten und/oder Ermittlungsverfahren, die
im Zusammenhang mit Waffen stehen und sich auf die in Frage 1 erfragten
Personen beziehen, liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
4. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zur Sicherstellung illegaler
Waffen bei Durchsuchungsmaßnahmen bei Neonazis oder in von Neonazis
genutzten Objekten und Fahrzeugen im Jahre 2016, und zu welchen
Nachmeldungen ist es in diesem Zusammenhang für die Jahre von 2013 bis 2015
gekommen (bitte nach Gesamtzahl der Fälle, Bundesland, Art der Waffen
und Munition, Datum der Durchsuchung, Stand der jeweiligen
Ermittlungsverfahren und/oder Verurteilungen sowie Anzahl der Ermittlungsverfahren
nach den §§ 129 und 129a StGB aufschlüsseln)?
In dem Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft gegen Mitglieder der
rechtsterroristischen Vereinigung „Gruppe Freital“ wurde bei einer Durchsuchung im
April 2016 in Sachsen bei einem Beschuldigten, der nicht im Besitz der
erforderlichen waffenrechtlichen Erlaubnis war, eine Gaspistole sichergestellt. Die
Ermittlungen gegen diesen Beschuldigten sind noch nicht abgeschlossen.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 4 und die Vorbemerkung der
Bundesregierung zur Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. zu „Waffenbesitz und
Waffeneinsatz von Neonazis“ auf Bundestagsdrucksache 18/402 vom 30. Januar
2014 verwiesen. Weitere Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor.
5. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zum Einsatz von legalen und
illegalen Waffen durch Neonazis in den Jahren 2015 und 2016 bei der
Begehung von Straftaten aus dem Phänomenbereich der Politisch motivierten
Kriminalität – rechts (PMK-rechts) (bitte nach Gesamtzahl der Fälle,
Bundesland, Datum und Art der Straftat, Status und Art der eingesetzten Waffen
sowie Anzahl der Ermittlungen nach den §§ 129 und 129a StGB
aufschlüsseln)?
Im Rahmen einer Sonderauswertung für das Jahr 2015 wurden im
Phänomenbereich „PMK-rechts“ 1 253 Straftaten mit Waffenbezug erfasst. Relevant für diese
Auswertung waren Straftaten, bei denen Waffen verwendet worden sind (zum
Beispiel als Tatmittel bei Körperverletzungen) oder vom Tatverdächtigen
mitgeführt beziehungsweise von der Polizei beim Beschuldigten festgestellt worden
sind. „Waffen“ im Sinne dieser Auswertung sind „Faustfeuerwaffen“, „Langwaffen“,
„Kriegswaffen/wesentliche Teile“, „Spreng- und Brandvorrichtungen“,
„Sprengattrappen“, „Gas-, Luft-, Schreckschusswaffen“, „Hieb- und Stichwaffen“, „Reizgase/
Pfeffersprays“, „Softair-/Gotchawaffen“, „Dekowaffen“ und „sonstige/unbestimmte
Waffen“. Die unter „sonstige/unbestimmte Waffen“ verzeichneten Fallzahlen
bündeln die im Meldedienst als „Waffe“ verzeichneten bzw. bei „PMK-Delikten“
verwandten Tatmittel, soweit eine Zuordnung zu einer der vorgenannten
Kategorien nicht eindeutig möglich ist. Hierunter fallen auch Gegenstände wie
Holzlatten, Glasflaschen und Steine, die also nicht von vornherein als Angriffs oder
Verteidigungsmittel konstruiert worden sind, gleichwohl aber als solche
zweckentfremdet eingesetzt werden. Eine entsprechende Auswertung für das Jahr 2016
steht noch aus.
Die Aufschlüsslung der Sachverhalte im Sinne der Fragestellung ist erst nach
Einführung des bundesweiten Tatmittelkatalogs im Rahmen des KPMD-PMK ab
dem 1. Januar 2017 möglich. Diese Fortentwicklung ermöglicht eine
automatisierte Verknüpfung der konkreten Tat mit dem jeweils eingesetzten Tatmittel.
Insofern liegen der Bundesregierung hierzu bislang keine Informationen vor.
6. Zu wie vielen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit der Nutzung von
Waffen wurden seit dem Jahr 2013 Vorerkenntnisse aus dem Bereich PMK-
rechts an die Fachdienststellen weitergegeben?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.
7. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zu Schießübungen von
Neonazis mit legalen wie illegalen Waffen im Jahr 2016 im In- und Ausland, und
hat es in diesem Zusammenhang Nachmeldungen für die Jahre von 2010
bis 2015 gegeben (bitte nach Gesamtzahl der Fälle, Bundesland, Ort und
Art der Schießübung, verwendeten Waffen und organisatorischem
Hintergrund der an den Schießübungen beteiligten Neonazis sowie Ermittlungen
nach den §§ 129 und 129a StGB auflisten)?
Auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE
LINKE. zu „Schusswaffen- und Wehrsporttrainings deutscher Neonazis im In-
und Ausland“ auf Bundestagsdrucksache 18/7052 vom 16. Dezember 2015 wird
verwiesen.
Für das Jahr 2016 sind der Bundesregierung zwölf Fallkomplexe betreffend die
Teilnahme von Rechtsextremisten an Schießübungen bekannt geworden, die
mehrheitlich im europäischen Ausland durchgeführt wurden.
Die Aufschlüsselung dieser Information hinsichtlich der Einzelaspekte der
Fragestellung ist nicht möglich. Dem steht entgegen, dass es sich um Informationen
ausländischer Nachrichtendienste handelt und eine Gefährdung laufender
operativer Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden kann sowie Gefahren für Leib und
Leben von Quellen. Aus der Abwägung der verfassungsrechtlich garantierten
Informationsrechte des Deutschen Bundestages und seiner Abgeordneten mit den
negativen Folgen für die künftige Arbeitsfähigkeit und Aufgabenerfüllung des
Verfassungsschutzes, ausländischer Nachrichtendienste sowie den daraus
resultierenden Beeinträchtigungen der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland,
der Gefährdung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Verfassungsschutzbehörden sowie etwaiger hinweisgebender V-Personen folgt, dass auch eine
Beantwortung unter VS-Einstufung, die in der Geheimschutzstelle des Deutschen
Bundestages einsehbar wäre, ausscheidet. Im Hinblick auf den
Verfassungsgrundsatz der wehrhaften Demokratie und der Bedeutung der betroffenen
Grundrechtspositionen hält die Bundesregierung die Informationen der angefragten Art
für so sensibel, dass selbst ein geringfügiges Risiko des Bekanntwerdens unter
keinen Umständen hingenommen werden kann.
8. In wie vielen Fällen wurden bei Straf- und Gewalttaten gegen Flüchtlings-
und Asylunterkünfte, die sich im Jahr 2016 ereigneten, legale bzw. illegale
Schusswaffen durch die Täterinnen und Täter verwendet (bitte nach Datum,
Art der Schusswaffe, Tatort, Bundesland auflisten)?
In der nachstehenden Übersicht sind politisch motivierte Straftaten aufgelistet,
die dem Unterthema „gegen Asylunterkünfte“ zugeordnet werden, und bei denen
als Tatmittel „Schusswaffen“ verwendet worden sind. Betroffen sind die
Phänomenbereiche „PMK-rechts“ und „PMK-Nicht zuzuordnen“.
Soweit keine Angaben zur Art der Schusswaffe gemacht werden, liegen der
Bundesregierung diesbezüglich keine Informationen vor.
Datum Ort Land Sachverhalt
11.01.2016 Böhlen SN Durch unbekannte Täter (u. T.) wurden Scheiben an der Front des
ehemaligen APART-Hotels (zukünftige Asylbewerberunterkunft) mittels
Stahlkugeln beschädigt.
12.01.2016 Meßkirch BW Ein leerstehendes Wohnhaus, das zur künftigen
Flüchtlingsunterbringung erworben worden war, wurde vermutlich mit einer
Luftdruckwaffe mehrmals beschossen. Entsprechende Eindrücke im Holzrahmen
sind vorhanden. Es gab auch kleinere Löcher in der äußeren Scheibe der
Doppelverglasung.
16.01.2016 Detmold NW Die unter Drogen und Alkohol stehenden Beschuldigten (BS) riefen aus
dem fahrenden Auto „Scheiß Ausländer, Ausländerschweine, etc.“.
Dabei hielt einer der BS eine Gasdruckpistole aus dem Fahrzeugfenster
und gab mehrere Schüsse in Richtung des Asylbewerbergebäudes ab.
19.01.2016 Ense NW An der südlichen Hauswand der Asylbewerberunterkunft wurden
insgesamt vier Einschüsse im Dämmputz festgestellt. Ein weiteres Projektil
steckte im Kunststoffrahmen eines Fensters des Gemeinschaftsraumes
im Dachgeschoss.
20.01.2016 Jördenstorf MV Durch u. T. wurde vermutlich mittels eines Luftgewehres die äußere
Scheibe des Doppelglases der Eingangstür der Flüchtlingsunterkunft
beschädigt.
21.01.2016
Großbreitenbach
TH Durch u. T. wurde das Dachflächenfenster eines als Unterkunft für
Asylsuchende genutzten Mehrfamilienhauses mittels einer
Luftdruckwaffe beschossen.
24.01.2016 Speyer RP Die BS stehen unter Verdacht, Böller vor den Wohncontainer der
Flüchtlinge geworfen zu haben. Ferner wurde ein Schuss mit einer
Handfeuerwaffe beim Vorbeifahren abgefeuert. Es wurde keine Person
verletzt und es entstand kein Sachschaden.
25.01.2016 Datteln NW An zwei Hauseingangstüren der Asylunterkunft wurden die
Glasscheiben beschädigt. Die Beschädigungen wurden wahrscheinlich durch
Schüsse auf die Glasscheiben verursacht.
29.01.2016 Berlin BE Im hinteren Teil der Flüchtlingsunterkunft wurde in einer
Fensterscheibe im 1. OG ein Luftdruckwaffenprojektil „Diabolo“ festgestellt.
Die äußere Scheibe der Doppelverglasung war beschädigt.
07.02.2016 Biberach
an der Riß
BW Abgabe mehrerer Schüsse auf der direkt an der Flüchtlingsunterkunft
vorbeigehenden Straße vom Sozius eines vorbeifahrenden Rollers
ungezielt in die Luft.
Datum Ort Land Sachverhalt
08.02.2016 Heinsberg NW U.T. versuchten in eine Asylbewerber-unterkunft einzudringen.
Zunächst klingelten sie Sturm, dann traten sie gegen die Tür. Schließlich
richtete einer der u. T. eine Pistole auf die Fenster. Ob es sich um eine
echte Waffe oder dergleichen handelte, konnte nicht erkannt werden.
14.02.2016 Ahaus NW Die alkoholisierten BS gaben von der geöffneten Außentür etwa fünf
Schüsse aus Pistolen in den Flur der Containerwohnanlage ab.
Außerdem wurde vermutlich durch eine Pistole über ein Aufsatzgerät ein
Knallkörper abgeschossen, der im Flur zündete.
14.02.2016 Meerane SN U.T. schießt mit einer sog. Gotcha-Waffe auf das Wachhaus der
zukünftigen Erstaufnahme-einrichtung. Die Fassade des Wachhauses wird
verunreinigt.
16.02.2016
Ueckermünde
MV An einer dezentralen Unterkunft konnte festgestellt werden, dass die
äußere Scheibe eines Fensters mit Doppelverglasung beschädigt wurde.
Die Löcher könnten durch Beschuss mittels Schrotmunition entstanden
sein. Im Zimmer, zu dem das beschädigte Fenster gehört, sind
Asylbewerber aus Syrien untergebracht. Direkt unter dem Fenster schlief ein
4-jähriges Kind.
23.02.2016 Gießen HE Bislang u. T. feuerten eine Schreckschusswaffe auf das Gebäude einer
Asylunterkunft ab.
24.02.2016 Sonneberg TH Fünf Asylbewerber befanden sich vor der Unterkunft, als sie plötzlich
einen Knall oder Schussgeräusch vernahmen. Aus Angst begaben sie
sich in die Unterkunft. Während sich die Zeugen nach drinnen begaben,
bemerkte ein Zeuge, wie sich eine Person auf das Grundstück begab
und in Richtung Eingang lief.
26.02.2016
Gräfenhainichen
ST Durch Mitarbeiter der Wachschutzfirma wird bekannt, dass mehrere
Schüsse auf das Objekt der geplanten Asylunterkunft abgegeben
wurden. Vor Ort wurde festgestellt, dass ein u. T. mit einer Schusswaffe 14-
mal auf Fenster im 2. OG des Gebäudes schoss.
26.02.2016 Laage MV U.T. schossen vermutlich mit Luftgewehrkugeln auf das
Mehrfamilienhaus (MFH) und beschädigten dabei die Fensterscheibe. Das MFH soll
als Unterkunft für Zuwanderer saniert werden.
27.02.2016 Waltrop NW Die Fensterscheibe einer Asylbewerber-unterkunft wurde durch u. T.
beschädigt. Möglicherweise wurde diese durch ein kugelförmiges
Geschoss verursacht.
02.03.2016 Schieder-
Schwalenberg
NW Zur Tatzeit bemerkte der Geschädigte in kurzem Abstand drei Mal einen
Knall an seiner Fensterscheibe in der Dachgaube. Da er glaubte, dass
jemand mit Steinen an sein Fenster geworfen hatte, schaute er nach
draußen. Er entdeckte keine Personen vor dem Haus. Im Tageslicht bemerkte
er später einen kreisrunden Abdruck an der Scheibe. Dieser ist
offensichtlich durch ein Luftgewehrprojektil entstanden. An einer weiteren Stelle
war ein gleicher, halbrunder Abdruck auf der Scheibe sichtbar.
04.03.2016 Döbeln SN U.T. beschädigt durch Beschuss vermutlich mittels Kleinkaliberwaffe
die Scheibe der Eingangstür des (noch) unbewohnten Asylheims.
04.03.2016 Zwönitz SN U.T. beschossen augenscheinlich mittels Luftdruckwaffe die Fenster
und Türen einer Asylunterkunft.
Datum Ort Land Sachverhalt
09.03.2016 Leverkusen NW Im Bereich der Front und rechten Seite der Asylunterkunft wiesen drei
Doppelglasscheiben im Hochparterre kleine Löcher auf. Es waren
lediglich die außen liegenden Glasscheiben beschädigt.
09.03.2016
Bergneustadt
NW Der Zeuge beobachtete eine männliche Person, die mit dem Pkw
anhielt, ausstieg und mehrmals mit einer Pistole in Richtung
Asylantenheim schoss
27.03.2016 Schieder-
Schwalenberg
NW U.T. schossen zwei Mal, vermutlich mittels eines Luftgewehrs, auf die
Scheiben der kommunalen Asylbewerber- und Flüchtlings-unterkunft.
02.04.2016 Selb BY Durch bislang u. T. wurde auf ein doppelt verglastes Fenster im 1. OG
des als Asylunterkunft genutzten ehemaligen Parkhotels geschossen.
Die kreisrunde Beschädigung auf einen Einschuss hin, wobei kein
Projektil aufzufinden war. Weitere Einschussstellen in Fenstern und
Mauerwerk waren bei einer Inaugenscheinnahme nicht feststellbar. Der GS
konnte keinen Täterhinweis geben.
07.04.2016
Luckenwalde
BB U.T. schossen wahrscheinlich mit einer Luftdruckwaffe auf eine
Fensterscheibe einer Flüchtlingsunterkunft für allein reisende Kinder und
Jugendliche.
11.04.2016 Ronnenberg NI Ein oder mehrere u. T. geben mindestens drei Schüsse auf mehrere
Container der im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft ab.
15.04.2016 Köthen/
Anhalt
ST Der GS sah zwei vermummte und schreiende Personen in einer
Entfernung von 150 Metern vor der Notunterkunft stehen. Lt. GS hatte u. T.
ein Messer in der Hand und damit herumgefuchtelt. Die andere Person
soll mit einer Pistole in der Hand in Richtung des am Fenster stehenden
GS gezielt haben. Er hörte u. a. Rufe wie „Alle Raus“, „Alles
verbrennen“, „Schwarzes Pack“.
04.05.2016 Marl NW Durch u. T. wurde vermutlich mit einer Softair-Pistole auf eine
Fensterscheibe der Asylbewerberunterkunft geschossen. In der ersten Scheibe
der Doppelverglasung entstand dadurch ein Loch.
08.05.2016 Bodenwöhr BY U.T. schoss mit Luftgewehr auf das Rollo eines Zimmers im 1. OG
einer dezentralen Asylbewerberunterkunft. Verletzt wurde hierbei
niemand; das Fensterglas wurde dabei auch nicht beschädigt.
09.05.2016 Rabenau SN U.T. beschossen zwei Fenster einer Asylunterkunft mit unbekanntem
Tatmittel.
15.05.2016 Eberswalde BB U.T. beschossen vermutlich mit einer Druckluftwaffe mindestens 10-mal
eine in einem Mehrfamilienhaus gelegene und von mehreren Flüchtlingen
bewohnte Wohnung. Dabei wurde eine Fensterscheibe beschädigt.
15.05.2016 Lippstadt NW In der Notunterbringungseinrichtung Lippstadt wurden durch den
Sicherheitsdienst mehrere u. T. auf dem Gelände beobachtet, die sich dort
unerlaubt aufhielten. Die Personen flüchteten über den Sportplatz.
Zeugen berichteten, dass einer der u. T. auf der Flucht vor den
Sicherheitsdienstmitarb. auf diese mehrfach schoss.
22.05.2016 Fintel NI Die BS führen im öffentlichen Raum eine geladene
Schreckschusspistole mit sich. Weiterhin werden mindestens vier Schüsse (CS-Gas
Patronen) auf Höhe einer Asylbewerberunterkunft abgefeuert.
Datum Ort Land Sachverhalt
25.05.2016 Hamburg HH In der Nacht vom 23.05. auf den 24.05.2016 und vom 24.05. auf den
25.05.2016 beschoss oder warf mindestens ein u. T. drei noch nicht
identifizierte Gegenstände gegen drei Fensterscheiben einer seit einer
Woche in Betrieb genommenen Flüchtlingsunterkunft.
28.05.2016 Erfurt TH U.T. richtete aus einem Fahrzeug heraus eine Waffe auf den GS, der
aus dem Fenster der Asylunterkunft geschaut hat.
10.06.2016 Lingen
(Ems)
NI Der BS steht im Verdacht, mit einem Luftgewehr aus dem Fenster
seiner Dachgeschoßwohnung auf eine Bewohnerin des Asylantenheimes
geschossen zu haben. Dabei wurde die GS leicht verletzt.
12.06.2016 Lingen
(Ems)
NI Der BS steht im Verdacht, mit einem Luftgewehr aus dem Fenster
seiner Dachgeschoßwohnung auf zwei Bewohner des Asylantenheimes
geschossen zu haben. Drei Personen wurden leicht verletzt.
22.06.2016 Paderborn NW U.T. versuchten durch ein geöffnetes Fenster der Asylunterkunft zu
gelangen. Der Bewohner wurde jedoch durch den Lärm geweckt und
wollte den u. T. am Einsteigen hindern. Daraufhin zog der u. T. eine
Waffe. Der Bewohner konnte noch sein Fenster schließen. Der u. T.
schoss in die Richtung eines zweiten GS am Nachbarfenster, dieser
konnte durch einen Sprung zur Seite ausweichen.
24.06.2016
Sindelfingen
BW U.T. beschädigt vermutlich mittels Schuss aus einem Luftgewehr eine
Scheibe in der Sammelunterkunft.
01.07.2016 Wolfhagen HE U.T. schossen mit einer Luftdruckwaffe auf das Gebäude einer
Unterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge.
01.07.2016
Lüdenscheid
NW Der BS schoss mit einem Luftgewehr auf die Gebäudefassade einer
Asylunterkunft.
09.07.2016 Neumarkt in
der
Oberpfalz
BY U.T. beschossen vermutlich von einem Fahrzeug aus eine
Asylbewerberunterkunft mit Paintball-Farbkugeln.
09.07.2016 Neumarkt in
der
Oberpfalz
BY U.T. beschoss vermutl. von einem Fahrzeug aus eine
Asylbewerberunterkunft mit Paintball-Farbkugeln.
22.07.2016 Werther
(Westfalen)
NW Sachbeschädigung einer Fensterscheibe einer Zuwandererunterkunft.
U.T. sollen die Fensterscheibe der Dachgeschosswohnung mit einer
Metallkugel beschossen haben.
23.07.2016 Niesky SN Aus einem langsam am Asylbewerberheim vorbeifahrenden Pkw
schossen u. T. mittels unbekannten Gegenstand auf das Objekt. Es wurde
niemand verletzt.
23.07.2016 Pirna SN U.T. schoss augenscheinlich mit einer Druckluft- oder CO2-Waffe auf
das Küchenfenster einer syrischen Familie (Asylbewerber).
06.08.2016 Lübben/
Spreewald
BB U.T. beschädigten, vermutlich mit einer Softair-Waffe, die äußere
Scheibe eines Doppelverbundglasfensters einer Wohnung im
Erdgeschoss einer Asylunterkunft.
22.08.2016 Lübben/
Spreewald
BB U.T. schoss erneut, wahrscheinlich mit einer Softair-Waffe, auf ein
Fenster der Asylunterkunft.
Datum Ort Land Sachverhalt
15.10.2016 Paderborn NW Zur Tz. wurde aus einem vorbeifahrenden PKW an einer
Flüchtlingsunterkunft, vermutlich aus einer Schreckschusswaffe, ein Schuss
abgegeben. Es sind keine weiteren Ermittlungsansätze vorhanden.
02.12.2016 Hamburg HH U.T. fuhr mit dem Fahrrad vor den Eingang der
Zentralenaufnahmeeinrichtung und rief „Scheiß Kanaken, Dreckspack!“. Nachdem sich der
u. T. entfernt hatte, schoss dieser 3 Mal in die Luft. Die Polizeibeamten
fanden am Tatort 2 Hülsen einer Schreckschusspistole.
16.12.2016 Stollberg/
Erzgebirge
SN Die BS schossen mit einem Federdruckgewehr „Mauser L 96“ mit
Zielfernrohr auf den Balkon sowie die Fenster einer Asylunterkunft.
9. In wie vielen Fällen wurden bei Straf- und Gewalttaten gegen Flüchtlinge
und Asylbewerber, die sich im Jahr 2016 ereigneten, legale bzw. illegale
Schusswaffen durch die Täterinnen und Täter verwendet (bitte nach Datum,
Art der Schusswaffe, Tatort, Bundesland auflisten)?
In der nachstehenden Tabelle sind Straftaten aufgelistet, die dem Unterthema
„gegen Asylbewerber/Flüchtlinge“ zugeordnet werden (abzüglich des Unterthemas
„gegen Asylunterkünfte“), und bei denen als Tatmittel „Schusswaffen“
verwendet worden sind. Dabei sind neben dem Phänomenbereich (PHB) „PMK-rechts“
in zwei Fällen auch die Phänomenbereiche „PMK-Nicht zuzuordnen“ und „PMK-
Ausländer“ betroffen.
Soweit keine Angaben zur Art der Schusswaffe gemacht werden, liegen der
Bundesregierung diesbezüglich keine Informationen vor.
Datum Ort Land PHB Sachverhalt
26.12.2016 Halle/
Saale
ST Rechts Der GS (Asylbewerber) wurde durch die BS mit einer Waffe
bedroht. Der BS feuerte mehrfach mit der Waffe auf den GS,
ohne diesen zu treffen. Weiterhin schlug der BS auf den GS
ein, bis dieser stürzte. Der BS äußerte während der
Sachverhaltsaufnahme u. a. „Den Nigger werde ich noch umbringen“.
18.10.2016 Burg bei
Magdeburg
ST Rechts Der BS schoss mit einer „Softair-Waffe“ auf den GS
(Asylbewerber).
14.11.2016 Roßlau/
Elbe
ST Rechts Der BS gab auf die GS (Asylbewerber) mehrere Schüsse ab
ohne sie zu verletzen.
15.01.2016 Hennigsdorf
bei Berlin
BB Rechts Bei Ermittlungen i. a. S. wurde bekannt, dass der BS in
einem Einkaufscenter Personen, die Asylbewerbern
zuzuordnen sind, mit einer Schreckschusswaffe bedrohte u. sie so
zum Verlassen des Objektes zwang.
15.01.2016 Hennigsdorf
bei Berlin
BB Rechts Der BS belästigte Asylbewerberinnen in einem
Verbrauchermarkt. Er äußerte: „Dies ist meine Heimat. Wer gegen deutsch
ist, dem zeige ich es“. Anschließend richtete er einen
Revolver auf die GS. Ein Zeuge, der dies unterbinden wollte, wurde
vom BS ebenfalls mit der Waffe bedroht. Nach dem Verlassen
des Marktes hob er öffentlichkeitswirksam den rechten Arm
zum Hitlergruß. Bei den folgenden polizeilichen Maßnahmen
schrie der BS u. a.: „Die Kanaken haben hier nichts zu
suchen“ und „Deutschland den Deutschen“.
Datum Ort Land PHB Sachverhalt
11.02.2016 Lahr/
Schwarzwald
BW Rechts Vier Asylbewerber, die in der Flüchtlingsunterkunft
untergebracht sind, befanden sich an einer Bushaltestelle unweit der
Unterkunft entfernt. Der Beifahrer eines vorbeifahrenden
PKWs öffnete das Fenster der Beifahrertür, richtete aus dem
Fahrzeug heraus eine Pistole in Richtung der
Personengruppe und feuerte zwei Schüsse ab. Das Fahrzeug fuhr
beschleunigend weiter. Ein GS verspürte einen Druck gegen
die rechte Bauchseite und erlitt eine oberflächliche
Hautverletzung am rechten Mittelfinger. Vermutlich schoss der u. T.
mit einer „Softair-Pistole“.
04.07.2016 Villingen-
Schwenningen
BW Rechts U.T. beschmierten mehrere Wände einer Hochschule mit
einem „Hakenkreuz, ACAB, 1312, Fuck Asyler usw.“ Des
Weiteren wurden insgesamt acht Fensterscheiben,
vermutlich mit einer Luftdruckwaffe, beschossen, sodass diese
ebenfalls beschädigt wurden.
14.02.2016 Bad
Neustadt an
der Saale
BY Rechts Die zwei GS saßen am Gebäude der Asylunterkunft. Der BS
ging auf die beiden zu und fragten die Beiden, ob sie
Probleme hätten, was diese jedoch verneinten. Der BS
wiederholte seine Frage und näherte sich den GS weiter. Er zog
unvermittelt eine schwarze Pistole aus der linken Jackentasche
und lud diese vor den Augen der Geschädigten durch. Der
u. T. richtete die Waffe auf den Geschädigten, steckte sie
anschließend zurück in seine Jackentasche und holte ein
Einhandmesser hervor. Dieses ließ er an einer kreisrunden
Aussparung mehrmals um seinen Finger kreisen. Als sich zwei
weitere Bewohner der Unterkunft näherten, entfernte sich
der u. T. wortlos.
19.03.2016 Regensburg BY Rechts Der BS befand sich zusammen mit einer Bekannten bei einer
Bushaltestelle. Als der GS mit weiteren vier Personen an der
Bushaltestelle vorbeiging sprach er den BS an, warum er ihn
ansehe. Daraufhin sagte der BS „Verpiss Dich Ausländer“.
Es kam zu einer Rangelei. Der BS nahm im weiteren Verlauf
aus der Handtasche seiner Bekannten eine
Schreckschusspistole und schlug diese gegen die Schläfe des GS.
23.09.2016 Niestetal HE Rechts Der BS beschimpfte Flüchtlinge, die vor ihrer Unterkunft
standen, mit den Worten „Fresse halten“, dann bedrohte er
die GS mit einer Schusswaffe.
09.02.2016 Viernheim HE Rechts U.T. gab aus einem PKW 10 Schüsse mit einer
Schreckschusswaffe in Richtung der Asylunterkunft ab.
10.02.2016 Viernheim HE Rechts An der Asyl-Notunterkunft wurde aus einem Pkw heraus in
die Luft geschossen.
19.07.2016 Alsfeld HE Nicht
zuzuordnen
Vor der Unterkunft für Minderjährige Ausländer (UMA)
wurden Schüsse auf drei Jugendliche abgegeben, die im
Bereich der Eingangstür standen.
Datum Ort Land PHB Sachverhalt
19.01.2016 Hamburg HH Rechts Der BS entnahm aus seiner Jackeninnentasche zur Tatzeit
eine Handfeuerwaffe und beleidigte den GS mit: „Du scheiß
Ausländer, du Asylbewerber, ich schieße dir ins Bein“.
Weiterhin schlug er mit der mitgeführten Handfeuerwaffe auf
den Kopf des GS.
13.05.2016 Hamburg HH Rechts Der BS warf eine Glasflasche auf den Boden, so dass sie vor
den GS zersplittere und einen GS verletzte. Er beleidigte die
GS und zog dabei seinen Pullover so hoch, dass eine Pistole
in seinem Hosenbund erkennbar war.
05.05.2016 Rostock MV Rechts Der Tatverdächtige (TV) schoss mit einer Waffe (vermutlich
Luftgewehr) auf eine Frau syrischer Herkunft und verletzte
sie leicht. Zudem schoss er auf eine unbekannte männliche
Person, die dem Äußeren nach arabischer Herkunft ist.
30.04.2016 Hannover NI Rechts U.T. bedroht den GS, indem er mit einem Pkw (insgesamt
4 Insassen) neben dem GS vor dessen derzeitiger Unterkunft
anhält, aussteigt, eine Pistole auf den GS richtet und diese
durchlädt.
19.06.2016 Scheeßel NI Rechts Die zwei GS (Asylbewerber) befinden sich auf dem
Gehweg, als ein Pkw neben ihnen anhält und der u. T. sie mit
den Worten „If I see you again, I will do something...“
anspricht. Zeitgleich zeigt der u. T. eine Pistole, jedoch ohne
damit auf die GS zu zielen.
18.11.2016
Wilhelmshaven
NI
Ausländer
Die sieben GS (Kurden) wurden nach Schulschluss
unvermittelt durch die BS (Jesiden) attackiert. Bei diesen
Angriffen sollen auch ein handelsübliches Taschenmesser, ein
Schlagstock, eine Pistole und ein Elektroschocker eine Rolle
gespielt haben. Bei der Durchsuchung beim Rädelsführer
konnten ein Teleskopschlagstock und eine „Softair-Pistole“
sichergestellt werden.
28.03.2016 Schieder-
Schwalenberg
NW Rechts Durch einen Zeugen wurde mitgeteilt, dass aus einer
Dachgeschosswohnung eine Schussabgabe auf einen
Asylbewerber erfolgte, der den Bürgersteig benutzte. Der GS wurde
offensichtlich im Rückenbereich getroffen, da er sich nach
Zeugenaussagen mit der Hand an den Rücken fasste.
05.07.2016 Bad
Oeynhausen
NW Rechts U.T. hielt mit seinem Fahrzeug vor den GS, ließ die Scheibe
herunter und richtete eine Schusswaffe auf die GS und
beleidigte sie.
04.04.2016 Eibenstock SN Rechts Der BS feuerte vor einem MFH, in welchem mehrheitlich
Asylbewerber untergebracht sind, aus seinem PKW heraus
einen Schuss (Schreckschusswaffe) ab.
15.05.2016 Meißen SN Rechts U.T. fuhren mit einem PKW mehrmals an einer
Asylunterkunft vorbei, schossen mehrfach mit einer „Softair-Waffe“
in Richtung einer Gruppe Asylanten und zeigten ihnen den
sog. Stinkefinger.
Datum Ort Land PHB Sachverhalt
01.11.2016 Bautzen SN Rechts Zwei u. T. bedrohten mehrere Asylbewerber nach einer
verbalen Auseinandersetzung aus einer Gruppe heraus mit
2 pistolenähnlichen Gegenständen.
23.10.2016 Bautzen SN Rechts Der BS zeigte mit einer Schreckschusswaffe auf den GS
(Asylbewerber) und drückte diese ab.
23.09.2016 Bad
Salzungen
TH Rechts Der BS soll auf sieben syrische Jugendliche zugegangen zu
sein und sinngemäß gefragt zu haben, was diese in
Deutschland wollten. Anschließend soll er mit einer
Schreckschusspistole mit Pfefferkartuschen auf die Jugendlichen
geschossen haben.
10. Zu welchen Nachmeldungen ist es für die in den Fragen 8 und 9 erfragten
Sachverhalten für das Jahr 2015 gekommen?
Im Rahmen von Nachmeldungen werden im „KPMD-PMK“ nicht nur
Einzelsachverhalte, sondern auch Änderungen bereits gemeldeter Sachverhalte
eingepflegt. Eine gesonderte Auflistung sämtlicher Nachträge ist somit nicht
zielführend. Aus diesem Grund werden sämtliche für das Jahr 2015 erfassten
Sachverhalte mit dem Tatmittel „Schusswaffe“ dargestellt.
Soweit keine Angaben zur Art der Schusswaffe gemacht werden, liegen der
Bundesregierung diesbezüglich keine Informationen vor.
Datum Ort Land Sachverhalt
10.04.2015 Hofheim
am Taunus
HE U.T. gaben zur Tatzeit mit zunächst unbekannter Luft-, Gas- oder
Federdruckwaffe zehn Schüsse auf ein im ersten Stock einer
Containerwohnanlage, u. a. für Asylbewerber, befindliches Flurfenster ab. Im
unmittelbaren Umfeld wurden vielfältige Aufkleber u. a. auch mit
zuwanderungskritischen Inhalten bzw. Aussagen „Refugees not welcome“
und „Wenn es zu viele Zuwanderer gibt, muss man auch einmal den
Mut aufbringen zu sagen, dass es genug ist.“ festgestellt.
19.04.2015 Münster NW U.T. schoss auf eine Fensterscheibe im ersten Obergeschoss eines
Übergangswohnheims.
30.04.2015 Erfurt TH U.T. verschaffte sich durch Übersteigen eines Zufahrtstores Zutritt zum
rückwärtigen Bereich eines umfriedeten Geländes und schoss
anschließend mit einer mitgeführten Paintballwaffe auf die Hausfassade, die
Fenster und den davor gelegenen Boden.
17.05.2015 Berlin BE U.T. betrat den Hof des Asylantenheims. Er ging auf den GS und zwei
weitere Personen zu und beleidigte diese fremdenfeindlich. Zudem
hantierte er mit einem Samurai-Schwert und bedrohte sowohl die drei
Personen als auch das Sicherheitspersonal. Er hielt dem GS. das Schwert
an den Hals. Als dieser danach griff, zog es der u. T. weg und verletzte
den GS an der Hand. Anschließend drohte er noch mit einer
Schusswaffe und entfernte sich danach unerkannt.
Datum Ort Land Sachverhalt
19.07.2015 Enger NW GS gibt an, dass er aus der Unterkunft heraus die 2 u. T. beobachtet hat.
Er konnte nicht verstehen, was diese Personen sagten, da er schlecht
deutsch spricht. Der Beifahrer habe aus dem Auto heraus geschossen,
wobei der Zeuge nicht erkennen konnte, ob die Person Richtung Haus
oder in die Luft geschossen hat.
24.07.2015 Essen NW GS (Bewohner einer Asylunterkunft) gibt an, dass der BS gegenüber
vom Balkon eine Langwaffe auf ihn gerichtet habe.
30.07.2015
Stadtallendorf
HE U.T. schossen drei sog. Gotcha-Kugeln auf die Frontseite des derzeit als
Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge genutzten Hotelgebäudes.
14.08.2015 Lemförde NI U.T. beschädigt mutmaßlich mit einem Luftgewehr die Fensterscheibe
eines Zimmers im Flüchtlingsheim. Es können insgesamt zwei
„Einschusslöcher“ festgestellt werden.
17.08.2015 Torgelow MV Mitarbeiter des Wachdienstes vom Asylbewerberheim teilt mit, dass
aus einem dunklen Kfz mit einer Leuchtsignalpistole auf das
Asylbewerberheim in Richtung der 4. Etage geschossen wurde. Auf dem
Balkon befand sich der GS, welcher nicht getroffen wurde. Es soll sich
dabei um Feuerwerkskörper handeln. Danach schossen die u. T. mit verm.
Schreckschuss mehrmals in die Luft und flüchteten.
01.09.2015 Oderberg BB U.T. beschädigten vermutlich durch einen Schuss mit einem
Luftgewehr eine Scheibe im 1. Obergeschoss des Asylbewerberheims.
09.09.2015 Euskirchen NW U.T. beschossen die kommunale Asylbewerber- und
Flüchtlingsunterkunft, wahrscheinlich aus einem Pkw heraus, mit Paintballgeschossen.
26.09.2015 Lübbecke NW U.T. näherte sich in einem Pkw einer Asylbewerberunterkunft. Der
Fahrer soll aus dem herunter gelassenen Fenster der Fahrertür eine
Pistole in die Luft gehalten und anschließend einen Schuss in die Luft
abgegeben haben. Der Pkw soll mit 4 Personen besetzt gewesen sein.
09.10.2015 Hofbieber HE U.T. gelangten mit einem motorisierten Zweirad vor den
Eingangsbereich des Asylbewerberheimes und schossen aus ca. 30 m Entfernung
mit einer nicht näher verifizierbaren Waffe etwa 12 – 13 sog. Paintballs
(Farbkugeln) auf die äußere Hausfassade der Asylunterkunft ab.
10.10.2015 Tostedt NI Mehrere u. T. besprühten Türen und Rollläden einer Asylunterkunft mit
„scheiss verein, Fick ...,Fuck you Neger, und IZZ.“ [sic!]. Durch die
Geräusche wird der Sicherheitsdienst aufmerksam, sieht die zwei u. T.
fliehen und verfolgt diese. Kurz darauf hört er zwei aus Richtung der
Flüchtenden kommende Schüsse (vermutlich aus einer
Schreckschusswaffe stammend).
31.10.2015 Döbeln SN Die BS zerstörten durch 21-fachen Beschuss mittels Gasdruckwaffe
18 Fensterscheiben einer Asylbewerberunterkunft.
04.11.2015 Kalletal NW In einem Gespräch mit den Bewohnern eines Asylantenheimes wurde
mitgeteilt, dass täglich ein Geländewagen, besetzt mit mehreren jungen
Männern vorfahren würde. Die u. T. würden aussteigen und „Heil
Hitler oder Sieg Heil“ rufen. Es sei auch schon mehrfach mit
Schreckschusswaffen und Leuchtspur in die Luft geschossen worden.
05.11.2015 Schotten HE Die BS beschossen das Asylantenwohnheim mit Gasdruckwaffen und
beschädigten dadurch zwei Fensterscheiben und die verputzte
Außenfassade eines Anbaus.
Datum Ort Land Sachverhalt
06.11.2015 Stolzenau NI U.T. beschädigten die äußere Scheibe eines doppelverglasten Fensters im
1. OG eines zum größten Teil leerstehenden Wohngebäudes mit fünf
Schüssen (offensichtlich Luft- oder Federdruckwaffe). Tatbetroffen ist ein
4 Familienhaus, das zur Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet wurde.
07.11.2015 Bad
Säckingen
BW TV stehen in Verdacht in Richtung einer Asylunterkunft geschossen zu
haben, in der Absicht, die Bewohner zu erschrecken.
08.11.2015 Lünen NW Das Sicherheitspersonal der Asylbewerberunterkunft meldet Person auf
einem BMX-Fahrrad mit einer Schusswaffe. Die BS feuerten beim
Erblicken des Sicherheitspersonals drei Mal in die Luft. Der Aufforderung
stehen zu bleiben, kamen die BS nicht nach. Sie beleidigten das
Sicherheitspersonal anschließend und entfernten sich vom Tatort. Dabei
feuerten sie zwei weitere Schüsse ab.
14.11.2015 Vlotho NW Aus einem schwarzen Pkw heraus wurden insgesamt zehn Schüsse auf
das Asylbewerberheim abgefeuert. Davon wurden einige Schüsse
gezielt auf die vor dem Haus stehenden Personen abgefeuert und einige
Schüsse in die Luft abgegeben.
15.11.2015
Schwarzenberg/
Erzgebirge
SN Sachbeschädigung vermutlich mittels Luftdruckwaffe an Wohnung mit
Belegung von Asylantragstellern.
20.11.2015 Weinstadt BW U.T. bedrohte den GS (Asylbewerber) mit einer Schreckschusswaffe
und betitelte ihn als „Arschloch“.
28.11.2015 Berlin BE Der GS (Bewohner einer Asylbewerberunterkunft) beobachtete eine
Person, welche einen pistolenähnlichen Gegenstand in beiden Händen
hielt und in Richtung des GS zielte. Dann hörte er 4 – 5 gedämpfte
schussähnliche Geräusche. Am nächsten Tag wurde an der
Außenjalousie vom Zimmer des GS ein Loch festgestellt.
28.11.2015 Erftstadt NW U.T. soll mit einem Pkw langsam an einer Notunterkunft für 96
Personen vorbeigefahren sein. Von der Beifahrerseite aus schoss ein u. T. mit
einer Pistole drei Mal in die Luft.
04.12.2015 Haltern NW U.T. befuhren den Vorplatz zur Flüchtlingsunterkunft und riefen
„scheiß Ausländer“. Danach entfernte sich das Fahrzeug und es wurden
durch die u. T. zehn Schüsse mit Platzpatronen in Richtung der
Flüchtlingsunterkunft abgegeben.
15.12.2015 Herne NW U.T. schoss vermutlich mittels einer Luftdruckwaffe auf eine
Seiteneingangstür mit Glaseinsätzen sowie auf drei Fensterscheiben eines als
Flüchtlingsunterkunft dienenden ehemaligen Schulgebäudes.
23.12.2015 Seelze NI U.T. beschädigen, vermutlich durch Beschuss mittels Druckluftwaffe,
3 Glasscheiben eines unbewohnten Containers für Flüchtlinge.
26.12.2015 Merkers-
Kieselbach
TH Aus einem grauen Pkw hat der Beifahrer mit einem gewehrähnlichen
Gegenstand in Richtung der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber
gezielt. Vermutlich wurde nicht geschossen. Wenig später fuhr der gleiche
Pkw zusammen mit 4 Kleinkrafträdern erneut an der Unterkunft vorbei.
28.12.2015 Waghäusel BW Zwei u. T. hatten eine Maschinenpistole über die Schulter gehängt.
Einer der Waffenträger hielt die MP vor dem Körper und mit dem Lauf in
Richtung des GS, ohne diesen konkret zu bedrohen.
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