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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Verbindungen von Mixed-Martial-Arts-Kampfsportlern zur rechtsextremen Szene

Mixed Martial Arts (MMA) als Sport, Entwicklung der MMA-Szene in Deutschland, Nutzung geförderter Sportstätten, Finanzierung und Gemeinnützigkeit von MMA-Clubs bzw. MMA-Vereinen, Jugendschutzregelungen betr. Verbreitung von MMA-Angeboten; Rolle von MMA in der rechtsextremen Szene und Hooligan-Szene, Kampfsportturniere von Rechtsextremen, Einflussnahme russischer Rechtsextremisten, Beobachtung durch den Verfassungsschutz, Verbindungen der MMA-Szene zum Rocker-Milieu und der organisierten Kriminalität, Prävention von Gewalt und Rechtsextremismus im Kampfsport, Forschungsprojekte zu MMA<br /> (insgesamt 24 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium des Innern

Datum

20.06.2017

Antwortdauer

20 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/1264431.05.2017

Verbindungen von Mixed-Martial-Arts-Kampfsportlern zur rechtsextremen Szene

der Abgeordneten Monika Lazar, Özcan Mutlu, Luise Amtsberg, Volker Beck (Köln), Katja Keul, Renate Künast, Irene Mihalic, Dr. Konstantin von Notz, Tabea Rößner, Elisabeth Scharfenberg, Ulle Schauws, Hans-Christian Ströbele und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Mixed Martial Arts (MMA) ist eine Vollkontaktsportart, die mehrere Kampftechniken vereint. MMA erhielt in den letzten Jahren auch in Deutschland wachsenden Zulauf.

MMA ist umstritten. Im Jahr 2010 forderte die Bundesärztekammer ein Verbot aller „Ultimate Fighting“-Events (Kampfserie eines US-MMA-Verbandes) in Deutschland, da das Ziel bei MMA „anders als in allen anderen Kampfsportarten, offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ sei (vgl. www.welt.de/sport/article145458446/Nichts-fuer-Assis-die-Rentner-ins-Koma-pruegeln.html). Die bayerische Landeszentrale für neue Medien verbot im Jahr 2010 eine Übertragung im deutschen Fernsehen. Dieses Verbot wurde im Jahr 2014 gerichtlich gekippt.

Neben der kontroversen Kampfmethoden, steht MMA auch immer wieder wegen der Verbindungen einzelner Kämpfer zur rechtsextremen Szene in der Diskussion. Bei einem organisierten Angriff von Rechtsextremen auf das Leipziger Stadtviertel Connewitz am 11. Januar 2016 waren neben Hooligans verschiedener Fanszenen und Mitgliedern rechtsextremer Parteien und Kameradschaften auch einige sogenannte Freefight-Kämpfer aus dem „Imperium Fight Team“ des Kämpfers Benjamin Brinsa dabei, die der MMA-Szene angehören (vgl. http://transparent-magazin.de/blog/wie-politik-und-fussball-leipzig-spalten/ und www.mdr.de/exakt/hooligan-liste-100.html). Benjamin Brinsa wird vorgeworfen, Verbindungen in die rechtsextreme Szene und die Hooligan-Szene zu haben (vgl. www.spiegel.de/sport/sonst/uni-leipzig-kuendigt-vertrag-mit-rechten-freefightern-a-1024042.html). Drei der Kampfsportler, die an den Übergriffen in Connewitz beteiligt waren, traten am 27. August 2016 bei einer MMA-Veranstaltung namens „Imperium Fighting Championship“ im Leipziger Kohlrabizirkus an (vgl. www.mdr.de/exakt/hooligan-liste-100.html). Die rechtsextreme Szene führt darüber hinaus auch eigene, szeneinterne MMA-Veranstaltungen durch (vgl. „Weniger Blut, mehr Geld“, Neues Deutschland, 3. Februar 2017, S. 19).

MMA an sich ist kein rechtsextremer Sport, jedoch gibt es an einigen Standorten Überschneidungen der MMA-Szene mit der rechtsextremen Szene und der Hooligan-Szene.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen24

1

Stellt aus Sicht der Bundesregierung MMA eine Sportart dar?

2

Wie beurteilt die Bundesregierung die Entwicklung der MMA in Deutschland?

3

Von wie vielen aktiven MMA-Kämpferinnen und MMA-Kämpfern in Deutschland hat die Bundesregierung Kenntnis (wenn möglich, bitte nach Geschlechtern aufschlüsseln)?

4

Welche MMA-Verbände, MMA-Veranstalter und MMA-Studios sind der Bundesregierung bekannt?

5

Fanden MMA-Veranstaltungen bereits in aus dem Bundeshaushalt geförderten Sportstätten statt?

Wenn ja, welche Veranstaltungen, wo, und wann?

6

Ist der Bundesregierung bekannt, aus welchen Quellen sich MMA-Clubs finanzieren?

7

Sind MMA-Clubs oder MMA-Vereine nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland als gemeinnützige Vereine anerkannt, und wenn ja, welche?

8

Profitieren MMA-Clubs oder MMA-Vereine in Deutschland von Förderprogrammen, direkten oder indirekten Zuwendungen des Bundes oder nach Kenntnis der Bundesregierung der Länder (bitte nach Club bzw. Verein, Förderprogramm bzw. Zuwendung auflisten)?

9

Welche Jugendschutzregelungen gelten aktuell für die Ausstrahlung von MMA-Events im deutschen Fernsehen?

Sieht die Bundesregierung hier zusätzlichen Regelungsbedarf?

10

Welche Jugendschutzregelungen gelten aktuell für die Teilnahme an MMA-Trainings und MMA-Wettkämpfen?

Sieht die Bundesregierung hier zusätzlichen Regelungsbedarf?

11

Welche Rolle spielt MMA nach Kenntnis der Bundesregierung in der rechtsextremen Szene?

12

Welche Verbindungen der MMA-Kampfsport-Szene zur rechtsextremen Szene sind der Bundesregierung bekannt?

13

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über Verbindungen des Leipziger „Imperium Fight Teams“ rund um Benjamin Brinsa zur rechtsextremen Szene und zur Hooligan-Szene?

14

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über szeneinterne Kampfsportturniere von Rechtsextremen, wie die „Kampfsportturniere des Nationalen Widerstands“ des mittlerweile verbotenen „Spreelichter“-Netzwerks und dem „Kampf der Nibelungen“ der „Hammerskins“ etc. (vgl. „Weniger Blut, mehr Geld“, Neues Deutschland, 3. Februar 2017, S. 19)?

15

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu weiteren szeneinternen Kampfsportturnieren von Rechtsextremen?

16

Welche Netzwerke und Einflussnahmen russischer Rechtsextremisten auf die MMA in Deutschland sind der Bundesregierung bekannt?

17

Werden die MMA-Szene, einzelne Clubs oder einzelne Mitglieder der Szene durch den Verfassungsschutz beobachtet?

18

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu Verbindungen der MMA-Szene zum Rocker-Milieu und der Organisierten Kriminalität allgemein?

19

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu Verbindungen der MMA-Szene zur Hooligan-Szene?

20

Welche Kontakte hatte die Bundesregierung zu Verbänden der MMA, und was war deren Inhalt?

21

Welche Maßnahmen zur Prävention von Gewalt und Rechtsextremismus im Kampfsport hat die Bundesregierung bereits ergriffen?

22

Welche politischen Schritte erwägt die Bundesregierung, um Prävention von Gewalt und Rechtsextremismus im Kampfsport zu forcieren?

23

Welche Forschungsprojekte zu MMA hat die Bundesregierung seit dem Jahr 2009 gefördert?

24

Von welchen Forschungsprojekten und -ergebnissen zu MMA hat die Bundesregierung Kenntnis?

Berlin, den 30. Mai 2017

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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