Frachtverteilungssystem der Post
des Abgeordneten Dr. Manuel Kiper und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die Post hat im Zuge der Privatisierung die Verteilung von Frachtgütern geändert. Sie hat bundesweit neue Frachtzentren errichten lassen, die häufig ohne Gleisanschluß sind. Dies hat zur Folge, daß Postgüter, die bisher mit dem Zug transportiert wurden, nun per LKW auf die Reise geschickt werden. Eine ähnliche Entwicklung steht bei der Einrichtung der Briefverteilzentren zu befürchten.
Die Verlagerung von Frachttransporten der Post von der Schiene auf die Straße gefährdet in manchen Regionen generell den Güterverkehr auf der Schiene (z. B. im Bereich Lauda/Crailsheim/Donauwörth).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Wie viele der eingerichteten bzw. geplanten Frachtzentren haben keinen Gleisanschluß?
Seit wann wird dieses neue Frachtverteilungskonzept umgesetzt? Wann ist es Ländern und Kommunen im einzelnen bekanntgemacht worden? Wie wurden diese in die Entscheidungsprozesse einbezogen?
Ist es möglich, und wird daran gedacht, neue Frachtzentren (z. B. Köngen) im nachhinein mit Gleisanschlüssen zu versehen? Wenn ja, für welche Frachtzentren gibt es entsprechende Überlegungen?
Wie verträgt sich die Ansiedlung der Frachtzentren — zum einen auf der „grünen Wiese", zum anderen zentralistischkonzentriert für ganze Landstriche — mit den Bekenntnissen der Bundesregierung, Gütertransport verstärkt auf die Schiene zu verlagern?
Wie wird auf diesem Hintergrund die Anbindung der geplanten Briefverteilnetze an das Schienennetz sichergestellt?