BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Rückruf der Broschüre "Starke Mädchen" (G-SIG: 13010746)

Kosten, pädagogisches Konzept und Neuauflage der Broschüre

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

15.08.1995

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/205219. 07. 95

Rückruf der Broschüre „Starke Mädchen"

der Abgeordneten Rita Grießhaber und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat im September 1994 eine Aufklärungsbroschüre für Mädchen und junge Frauen „Starke Mädchen" herausgegeben. Diese Broschüre zeichnet sich dadurch aus, daß sie die Sprache der Zielgruppe spricht, Belehrungen vermeidet und Mädchen auf ihre Stärken und Rechte hinweist. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit Mädchen aus allen sozialen Schichten und mit Fachvertreterinnen — auch der katholischen Kirche — erstellt. In ihr sind die Ergebnisse langjähriger Forschung und Praxis mädchenbezogener Jugendarbeit konsequent umgesetzt. Sie wird von Beratungsstellen gerne und erfolgreich eingesetzt und von Mädchen gut angenommen.

Auf Druck der katholischen Kirche hat nun der Bundesminister für Gesundheit, Horst Seehofer, den Vertrieb der Broschüre gestoppt und veranlaßt, daß die in Umlauf befindlichen Exemplare zurückgerufen werden, weil angeblich zwei Seiten der Broschüre mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Lebensschutzziel bei der Beratung in Schwangerschaftskonflikten nicht vereinbar wären.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Wie hoch werden die Gesamtkosten der Rückrufaktion geschätzt?

2

Wie beurteilt die Bundesregierung das pädagogische Gesamtkonzept der Broschüre?

3

Bis wann ist mit einer Neuauflage der Broschüre zu rechnen?

4

Nach welchen Kriterien wird das Konzept für die Neuauflage geändert?

Bonn, den 14. Juli 1995

Rita Grießhaber Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen