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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Technische Probleme und erhöhte Kosten beim Bau und Betrieb des Transrapid (G-SIG: 13011191)

Erprobte Materialien, Bauart des Fahrweges, Testbetrieb des Transrapid, Vorlage einer Magnetschwebebahnbau- und -betriebsordnung, geplante Ausweichstellen für liegengebliebene Fahrzeuge, Streckenführung, geplanter Zwischenhalt

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

09.01.1996

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/338618.12. 95

Technische Probleme und erhöhte Kosten beim Bau und Betrieb des Transrapid

der Abgeordneten Rainder Steenblock, Gila Altmann (Aurich), Kristin Heyne, Albert Schmidt (Hitzhofen) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Erfahrungen auf der Teststrecke für den Transrapid im Emsland haben zahlreiche technische Probleme beim Betrieb der Magnetschwebebahn offenbart. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob die bislang erprobten Materialien den Belastungen eines Dauerbetriebs standhalten. Die sich daraus möglicherweise ergebenden Veränderungen bei den technischen Lösungen hätten aller Voraussicht nach höhere Trassenkosten pro Kilometer zur Folge.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bundesregierung:

Fragen10

1

Welche Materialien wurden bislang für a) Träger, b) Schrauben, c) Statorpakete und d) Kabel erprobt, welche Probleme traten dabei auf, und welche Materialien sollen nach derzeitigen Planungen auf der Strecke Hamburg—Berlin eingesetzt werden?

2

a) Soll der Fahrweg nach derzeitigem Stand der Planungen ebenerdig oder auf Stelzen gebaut werden? b) Welche Vorteile und welche Probleme konnten jeweils festgestellt werden bzw. werden erwartet? c) Welche Maßnahmen sind erforderlich, um im Falle des ebenerdigen Verlaufs des Fahrwegs eine hinreichende Abschirmung des Fahrwegs zu gewährleisten? Wie ist das Verhalten der Fahrzeuge bei Kollisionen mit Tieren? Kann die Sicherheit der Fahrgäste auch in diesem Fall in vollem Umfang gewährleistet werden? d) Welche Kosten pro Kilometer Fahrweg entstehen einerseits bei einem ebenerdigen, andererseits bei einem Fahrweg auf Stelzen?

3

a) Welche Erfahrungen wurden mit dem Lärmschutz gemacht? b) Wie kann der Lärmschutz auch bei einem Bau auf Stelzen gewährleistet werden? Welche der in Frage kommenden Materialien für die Träger sind unter dem Kriterium des Lärmschutzes besonders geeignet, bei welchen Materialien treten höhere Lärmbelastungen auf?

4

a) Wie haben sich die bislang erprobten Materialien (insbesondere Schrauben, Stahlträger, Mörtel, Statorpakete, Kabel) unter den Belastungen des Testbetriebs verhalten? b) Welche Probleme sind bei den bisher erprobten Materialien entstanden, und welche Lösungswege werden gesehen? c) Welche Lösungen sollen auf der Strecke Hamburg—Berlin zum Einsatz kommen, und welche Mehrkosten ergeben sich daraus?

5

a) Welcher weitere technische Aufwand ist vor dem Hintergrund erforderlich, daß die Anlage im Emsland nach 15 Jahren Testbetrieb stark sanierungsbedürftig ist, um die angestrebte dauerhafte Haltbarkeit des Fahrwegs sicherzustellen? b) Welche Mehrkosten resultieren aus dem Mehraufwand nach den Fragen 4 und 5 a)?

6

a) Welche weiteren, hier noch nicht angesprochenen Probleme haben sich beim Testbetrieb des Transrapid ergeben, und welche Lösungen existieren ggf.? b) Welche Mehrkosten haben diese Lösungen zur Folge?

7

a) Ist es richtig, daß der erste Entwurf der Magnetschwebebahnbau und -betriebsordnung zurückgezogen wurde? Wenn ja, was waren die Gründe? b) Wann ist mit der Vorlage einer Magnetschwebebahnbau- und -betriebsordnung zu rechnen?

8

Ist nach derzeitigem Stand der Planungen vorgesehen, auf der Strecke Hamburg—Berlin Ausweichstellen/Weichen etwa für liegengebliebene Fahrzeuge zu bauen? Wenn ja, a) wie viele, b) welche zusätzlichen Kosten entstehen für den Bau der Weichen?

9

a) Welche Streckenführung und welche Endhaltepunkte innerhalb Berlins werden geprüft, und welche werden derzeit von der Bundesregierung favorisiert? b) Welche Streckenführung und welche Endhaltepunkte innerhalb Hamburgs werden geprüft, und welche werden derzeit von der Bundesregierung favorisiert? c) An welchen Stellen sollen an den jeweiligen Endpunkten bzw. an den Stationen am Stadtrand wie viele Parkplätze geschaffen werden? d) Wo ist nach derzeitigem Stand der Planungen ein Zwischenhalt geplant, und welche zusätzlichen Kosten entstehen für diesen Zwischenhalt?

10

Welche Gesamtkosten pro Kilometer erwartet die Bundesregierung unter Berücksichtigung der zusätzlichen Maßnahmen zur Lösung von technischen Problemen beim Betrieb des Transrapid?

Bonn, den 18. Dezember 1995

Rainder Steenblock Gila Altmann (Aurich) Kristin Heyne Albert Schmidt (Hitzhofen) Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

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