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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Abberufung des Deutschen Botschafters in Bogota, Kolumbien (G-SIG: 13011745)

Äußerungen des Deutschen Botschafters in einem Länderbericht über die Rolle der Frau in Kolumbien; Verhalten der Botschafter in Manila, Bangkok und Kuala Lumpur in Fällen von sogenannter Kinderprostitution

Fraktion

PDS

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

11.07.1996

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/503521.06. 96

Abberufung des Deutschen Botschafters in Bogota, Kolumbien

der Abgeordneten Dr. Winfried Wolf, Steffen Tippach, Dr. Willibald Jacob und der Gruppe der PDS

Vorbemerkung

Der Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Klaus Kinkel, hat Anfang Juni den Deutschen Botschafter in Kolumbien abberufen. In der offiziellen Erklärung heißt es, daß der Botschafter „in einem Länderbericht Äußerungen getan und Wertungen abgegeben (hat), die zu mißbilligen sind." In jüngster Zeit kam es zur Abberufung des Deutschen Botschafters in Haiti u. a. wegen abfälliger Äußerungen über die haitianische Bevölkerung. Die Botschafter in Manila, Bangkok und Kuala Lumpur wurden in Printmedien und in einem TV-Magazin kritisiert, weil sie im Fall von sogenannter Kinderprostitution deutschen Tätern oder Tatverdächtigen geholfen hatten, sich einer Strafverfolgung in den jeweiligen Ländern zu entziehen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen3

1

Welches konkret sind die Vorwürfe, die gegen den abberufenen Deutschen Botschafter in Kolumbien erhoben wurden?

2

Ist es richtig, daß sich der Deutsche Botschafter in Kolumbien in dem genannten Länderbericht abfällig und menschenverachtend über die Rolle der Frau in Kolumbien äußerte?

3

Zieht das Auswärtige Amt über die Abberufung von Botschaftern hinaus Konsequenzen aus der Tatsache, daß in letzter Zeit mehrere deutsche Botschaften in der sog. Dritten Welt bzw. in Schwellenländern wegen zu mißbilligender Äußerungen über die einheimische Bevölkerung oder wegen ihres Verhaltens im Zusammenhang mit Fällen von sog. Kinderprostitution in die öffentliche Kritik geraten sind?

Bonn, den 17. Juni 1996

Dr. Winfried Wolf Steffen Tippach Dr. Willibald Jacob Dr. Gregor Gysi und Gruppe

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