Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
12. Wahlperiode
Drucksache 12/682
06.06.91
Sachgebiet 2129
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Michael Müller (Düsseldorf), Susanne
Kastner, Klaus Lennartz, Brigi tte Adler, Hermann Bachmaier, Friedhelm Beucher,
Lieselott Blunck, Dr. Ulrich Böhme (Unna), Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk,
Peter Conradi, Klaus Daubertshäuser, Dr. Marliese Dobberthien, Ludwig Eich, Elke
Ferner, Lothar Fischer (Homburg), Arne Fuhrmann, Monika Ganseforth, Dr. Liesel
Hartenstein, Renate Jäger, Volker Jung (Düsseldorf), Siegrun Klemmer, Rolf
Koltzsch, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Dr. Dietmar Matterne, Heide
Mattischeck, Ulrike Mehl, Siegmar Mosdorf, Albrecht Müller (Pleisweiler), Jutta
Müller (Völklingen), Jan Oostergetelo, Manfred Reimann, Harald B. Schäfer
(Offenburg), Siegfried Scheffler, Otto Schily, Karl-Heinz Schröter, Dietmar Schütz,
Ernst Schwanhold, Hans Georg Wagner, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis
(Stendal), Dr. Axel Wernitz, Dr. Mar grit Wetzel
- Drucksache 12/441 -
Rapsöl als nachwachsender Kraftstoff
Die vorgenannte Kleine Anfrage beantworte ich namens der
Bundesregierung wie folgt:
Die Koalitionsvereinbarungen vom Januar 1991 sehen eine Ausweitung
der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe vor;
Förderungsmaßnahmen und Verwendungsgebote für nachwachsende Treibstoffe
werden in Aussicht gestellt. Zu dem Kreis der in Frage kommenden
Kraftstoffe' gehört auch das Rapsöl, dessen großflächige Gewinnung zu
Energiezwecken noch eine Reihe von Umweltproblemen aufwirft.
1. Mit welchen Bundesmitteln wurde bisher die Entwicklung des
Rapsölmotors und die Umwandlung von Rapsöl als alternativer
Kraftstoff gefördert?
Welche Mittel sind dafür für 1991 angesetzt? Welche Mittel werden
aus dem EG-Förderprogramm für Demonstrationsvorhaben
eingesetzt?
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministers für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten vom 4. Juni 1991 übermittelt.
Die Drucksache enthält. zusätzlich — in kleinerer Schrifttype — den Fragetext.
Der Bundesminister für Forschung und Technologie (BMFT) hat
1988 ca. 5,3 Mio. DM bewilligt, um im Rahmen einer öffentlichen
Ausschreibung den Entwicklungsstand von Dieselmotoren bei der
Nutzung von Rapsöl als Kraftstoff zu ermitteln. Dieser Auftrag ist
jetzt abgeschlossen. Der Schlußbericht wird demnächst veröffent
-
licht. Darüber hinaus hat der BMFT bis heute ca. 1,5 Mio. DM an
Fördermitteln für die „Entwicklung eines pflanzenöltauglichen
Dieselmotors" zugesichert:
Im Haushalt des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten (Epl. 10, Kapitel 10 02, Titel 685 09 und 893 09) sind
für 1991 und die Folgejahre bis 1995 jährlich zwei Mio. DM für
Modellvorhaben „Rapsöl als nachwachsenden Kraftstoff"
vorgesehen. Diese Mittel sollen zur Unterstützung der von EG und
Bundesländern geförderten Projekte eingesetzt werden. In den
Vorhaben sollen alternative technische und organisatorische Kon
zepte zur Erzeugung und Nutzung von Rapsöl als Kraftstoff unter
Praxisbedingungen erprobt werden. Auch die
Umweltverträglichkeit wird untersucht.
Für 1991 hat die EG-Kommission fünf Mio. ECU zur Verfügung
gestellt, damit vorbereitende Maßnahmen für
Demonstrationsvorhaben durchgeführt werden können. Davon sind 1,495 Mio. ECU
für Biodieselprojekte vorgesehen.
2. Was für ein Typ von Motor läßt sich bis zu welcher Größe mit
Rapsölester betreiben?
Welche Durchschnittsverbräuche werden bei Rapsölmotoren
festgestellt (höher oder niedriger als beim gängigen Dieselmotor)?
Rapsmethylester kann nach geringfügigen Anpassungen
weitgehend problemlos in jedem herkömmlichen, am Markt befind
lichen Dieselmotor als Treibstoff eingesetzt werden.
Die Verwendung von rohem Rapsöl erfordert angepaßte
Dieselmotoren. Derzeit zeichnen sich zwei Konzepte ab:
1. Vor- und Wirbelkammermotoren. Einige Typen haben ihre
Pflanzenöltauglichkeit bereits unter Beweis gestellt. Von
Nachteil ist allerdings der gegenüber direkteinspritzenden
Dieselmotoren um bis zu 15 Prozent höhere Treibstoffverbrauch.
2. Der modifizierte Direkteinspritzer der Firma Eisbett. Seine
konstruktiven Besonderheiten ermöglichen nach Angaben des
Herstellers günstigere Verbrauchswerte als herkömmliche
Direkteinspritzer.
3. Welche Emissionswerte zeigt ein mit Rapsöl betriebener Diesel
motor (Elsbett-Motor) bei den Schadstoffen SO2, NO T, CO2, PAH im
ECE-Test bzw. im US-Test?
Wie hoch sind die Emissionen von Aldehyden, Ketonen und
Aromaten? Wie wird die Geruchsbelästigung durch Rapsöl betriebene
Motoren eingeschätzt?
Bei den vom BMFT geförderten Motoruntersuchungen zur Nut
zung von Pflanzenölen in Dieselmotoren (siehe Frage 1) konnten
die Emissionswerte für den Elsbett-Motor nicht ermittelt werden,
da die Firma Eisbett. keinen Motor für die Untersuchungen zur
Verfügung gestellt hat. Untersucht wurden sechs Motoren, davon
drei Direkteinspritzer, zwei Wirbelkammer- und ein Vorkammer
-
motor. Die genauen Untersuchungsergebnisse werden mit
Vorlage des Abschlußberichtes Mitte Juni der Öffentlichkeit
übergeben. Vorab läßt sich über das Abgasverhalten der Motoren —
Vergleich Rapsöl/Dieselkraftstoff — folgendes feststellen:
- Im Rapsölbetrieb höhere Kohlenmonoxid (CO)- und Kohlen
wasserstoff(HC)-Emissionen, jedoch geringere Stickoxid
(NOx)-Emissionen.
— Tendenz der Partikel-Emissionen nicht einheitlich (abhängig
von Art und Beanspruchung des Motors).
— Aldehyd-, Keton- und Aromaten-Emissionen im Rapsölbetrieb
höher.
— Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) bei
einem Vorkammermotor und einem Wirbelkammermotor
günstiger, bei den übrigen Motoren ungünstiger.
— Abgasgeruch bei Rapsöl stärker.
Die Emissionen an Schwefeldioxid (SO2) und Kohlendioxid (CO 2)
wurden in dem BMFT-Projekt nicht gemessen. Dazu läßt sich aber
folgendes sagen: Rapsöl ist praktisch frei von Schwefel und damit
im Gegensatz zu Dieselkraftstoff frei von. S0 2-Emissionen. Die
CO2-Emissionen dürften im gleichen Bereich wie bei
Dieselkraftstoff liegen (siehe dazu auch Frage 4).
4. Wie ist die CO2-Bilanz des Rapsölmotors?
Die Nutzung von Rapsöl als Treibstoff ist Teil des natürlichen
CO2-Kreislaufs: Das bei der Verbrennung des Rapsöls freigesetzte
CO2 wurde zuvor durch die Rapspflanze der. Atmosphäre
entzogen. Damit wird im Prinzip kein CO2 in der Atmosphäre
angereichert und somit ein Beitrag zur Entschärfung des »
Treibhauseffekts geleistet. Allerdings ist der CO2-Kreislauf nicht ganz
geschlossen, weil für Anbau, Ernte, Transport und Verarbeitung
Fremdenergie eingesetzt wird.
Einige Zahlen zur Verdeutlichung der Größenordnung: Bei Ersatz
des Dieselverbrauchs der Landwirtschaft in den alten Bundeslän
dem durch Rapsöl oder Rapsmethylester errechnet sich ein CO2
Einsparungspotential von 3,7 Mio. t CO2, unter Berücksichtigung
der Vorleistungen für die Rapsölerzeugung ein Einsparpotential
von rd. 2,3 Mio. t CO2 .
5. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung des Erfinders des Els
bett-Motors, daß 2 Mio. Hektar Ackerfläche benötigt werden, um
Kraftstoff für viereinhalb Mio. Pkw herzustellen, was einer
Anbaufläche von 0,44 Hektar/Pkw bedeutet?
Wieviel Hektar Anbaufläche werden benötigt, um für alle in der
Bundesrepublik Deutschland betriebenen Diesel-Pkw dem Diesel
Kraftstoff eine 5prozentige Rapsölbeimischung zuzusetzen?
Wieviel Prozent Ackerfläche der Bundesrepublik Deutschland
werden benötigt, um den heutigen Anteil an Diesel-Pkw völlig mit
Rapsöl betreiben zu können?
Das angegebene Verhältnis von 0,44 ha Rapsanbaufläche je Pkw
ist realistisch für Diesel-Pkw mit einem Verbrauch von etwa 41 je
100 km 1). Moderne Dieselmotoren erreichen diesen
Verbrauchswert. Der Durchschnittsverbrauch der bundesdeutschen Diesel
-
Pkw beträgt derzeit etwa 8 l je 100 km.
5 Prozent des gesamten Dieselverbrauchs der Pkw in den alten
Bundesländern 1990 sind 250 000 t. Dies entspricht bei einem
durchschnittlichen Hektarertrag von 1,22 t Rapsöl e) einer
Rapsanbaufläche von ca. 205 000 ha oder etwa 2,8 Prozent der
gesamten Ackerfläche der alten Bundesländer.
Um den Verbrauch der Diesel-Pkw der alten Bundesländer von
5 Mio. t (1990) vollständig durch Rapsöl zu ersetzen, wäre eine
Rapsanbaufläche von 4,1 Mio. ha erforderlich. Das sind etwa
56 Prozent der derzeitigen Ackerfläche im bisherigen
Bundesgebiet.
6. Ist auch daran gedacht, auf besonders belasteten Böden Raps
anzubauen?
Bei der Nutzung besonders belasteter Böden zur
Pflanzenproduktion muß sichergestellt werden, daß von der Verwertung der
erzeugten Produkte keine Gesundheitsgefährdungen oder Umwelt
belastungen ausgehen. Diese Bedingung läßt sich bei Aufforstung
und nachwachsenden Rohstoffen grundsätzlich leichter einhalten
als bei Lebens- und Futtermitteln.
Die Frage, ob auf besonders belasteten Böden Raps für
Treibstoffzwecke angebaut werden sollte, kann nicht allgemeingültig,
sondern nur für den Einzelfall beantwortet werden. Zu prüfen wäre
insbesondere, ob und in welchem Umfang das bei der
Ölgewinnung anfallende Rapsschrot mit Schadstoffen belastet ist. Zu hohe
Schadstoffgehalte ließen den Einsatz des Schrotes als Futtermittel
nicht zu, es bliebe dann nur die wirtschaftlich ungünstigere
Verwertung als Dünger auf den belasteten Flächen (siehe auch
Antwort auf Frage 7).
7. hi welchen Mengen entsteht Ölpreßkuchen bei der Herstellung
einer Tonne Rapsöl? Ist der gewonnene Ölpreßkuchen
unbedenklich als Futtermittel verwendbar? Wenn nein, welche Verwen
dungsmöglichkeiten sieht die Bundesregierung für diese
Rückstände?
Beider Produktion von 1 t Rapsöl fa llen etwa 1,44 t Schrot an. Das
Schrot ist ein hochwertiges und gefragtes Eiweißfuttermittel. Es
wird zum überwiegenden Teil im Mischfutter für Rinder, aber
auch für Schweine eingesetzt.
Auch ein Einsatz des 'Schrotes als Dünger ist grundsätzlich mög
lich, aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht sinnvoll. Denn der
1) Annahmen: durchschnittliche jährliche Fahrstrecke = 15 000 km,
durchschnittlicher Ertrag je Hektar = 3 t Saat oder 1 3501 N.
2) 3 t Saat/ha = 1,22 t 01/ha.= 1 350 1 Öl/ha.
Düngerwert ist bestenfalls halb so hoch wie der Wert als
Futtermittel.
8. In welchen Mengen entsteht Glycerin bei der Umesterung?
Die Produktion von 1 t Rapsmethylester erfordert etwa 1 t Rapsöl
und 0,11 t Methanol. Dabei fallen etwa 0,11 t Glyce rin als
Nebenprodukt an.
9. Gibt es Entsorgungsprobleme in diesem Zusammenhang?
Wie ist die Energiebilanz von Rapsölkraftstoff, wenn man den
Energieeinsatz für Anbau, Düngung, Ernte, Transport, Pressung
etc. mit einbezieht?
Glycerin ist ein wertvoller Grundstoff für die chemische und
chemisch-pharmazeutische Indust rie. Es findet heute in über
2 000 Produkten Verwendung, u. a. in Klebstoffen,
Medikamenten, Kosmetika, teuren Likören, Tiernahrung, Sprengstoff,
Zahnpasta, Brems- und Hydraulikflüssigkeiten.
Der Markt für Glyce rin ist relativ eng. Zusätzliche
Angebotsmengen führen schnell zu Preisverfall und Absatzproblemen.
Bei einem breiten Einstieg in die Produktion von Rapsmethylester
als Treibstoff müßten deshalb neue Absatzmärkte für das Glyce rin
erschlossen werden. Denkbare neue Einsatzbereiche sind u. a.:
Frostschutzmittel, Tierernährung, Nährsubstrate für
mikrobiologische und biotechnologische Prozesse.
Die Energiebilanz der Erzeugung und Verwendung von Rapsöl ist
eindeutig positiv, d. h. es wird mehr Energie gewonnen als
eingesetzt. Das Input-Output-Verhältnis liegt nach neuesten
Berechnungen der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft zwischen
1:2,06 und 1:6,8, je nachdem, ob die Nebenprodukte (Stroh,
Schrot) mit einbezogen werden oder nicht.
10. Zu welchen Kosten kann heute ein Liter Rapsöltreibstoff hergestellt
werden? Ist die Bundesregierung bereit, Rapsöltreibstoff zu
subventionieren? Wenn ja, mit welchen Beträgen pro Liter?
Auf der Basis von Literaturangaben und Preisdaten der Ernte 1990
errechnen sich für Rapsmethylester Bereitstellungskosten frei
Tankstelle von 2,31 DM/1. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
DM/1
Rohstoffkosten „Rapssaat" 1,89
+ Ölgewinnungskosten 0,15
+ Umesterungskosten 0,30
+ Vertriebs- und Transportkosten 0,20
% Erlös für Rapsschrot 0,23
= Bereitstellungskosten 2,31
Bei dieser Berechnung wurden optimistische Annahmen
getroffen: geringe Handelsspannen, Verarbeitung in technisch
optimierten Großanlagen. Die kalkulierten Kosten von 2,31 DM/1
stellen also die untere Grenze dar.
Rapsöl oder Rapsmethylester als Treibstoff werden bereits heute
durch staatliche Maßnahmen begünstigt:
1. EG-Beihilfe für Rapssaaten. Sie verbilligt die Saat und damit
das heimische Rapsöl für die Verwender auf
Weltmarktpreisniveau. Sie betrug zur Abwicklung der Ernte 1990 bis zu
56 DM/dt Saat. Das sind etwa 1,24 DM/l Öl.
2. Mineralölsteuerbefreiung. Rapsöl und Rapsmethylester als
Reinkraftstoff unterliegen nicht der Mineralölsteuer (0,44 DM/l
für Dieselkraftstoff).
Trotz dieser erheblichen Subventionen ist die Nutzung von Rapsöl
oder Rapsmethylester als Treibstoff noch nicht wirtschaftlich: Der
Marktpreis von Rapsmethylester frei Tankstelle beträgt derzeit
etwa 1,20 bis 1,30 DM/l (ohne MWSt). Der vergleichbare Preis für
Dieselkraftstoff liegt dagegen bei nur etwa 0,85 bis 0,90 DM/l. Die
wirtschaftliche Situation für rohes Rapsöl sieht ähnlich aus, wenn
die Kosten der notwendigen Motoranpassung (5 000 bis 30 000
DM/Motor) mit eingerechnet werden.
Die betriebswirtschaftliche Rentabilität kann sich aber
verbessern: Zum einen wird die Mineralölsteuer auf Dieselkraftstoff um
0,10 DM/l auf 0,54 DM/l erhöht. Zum anderen ist davon
auszugehen, daß bei zunehmendem Wettbewerb der Marktpreis für
Rapsmethylester noch etwas sinken wird. Denn zieht man von den
Bereitstellungskosten von 2,31 DM/l die Rapsbeihilfe von
1,24 DM/l ab, so ergibt sich ein möglicher Marktpreis von
1,07 DM/l.
11. Wie wird Rapsöl-Kraftstoffqualität sichergestellt?
Welche Additive (Flußverbesserer für Winterbetrieb,
Konservierungsstoffe) sind erforderlich?
Die Qualität wird durch Standards gesichert. Die
Bundesregierung prüft derzeit die Vergabe eines Forschungsauftrags zur
Erarbeitung von Kraftstoffnormen.
Eine Additivierung ist beim derzeitigen Wissensstand nur zur
Verbesserung der Wintertauglichkeit erforderlich. Die Industrie
hat für Rapsmethylester einen Zusatz auf Naturstoffbasis
entwikkelt, mit dem eine Wintertauglichkeit bis minus 20°C erreicht
wird.
12. Ist bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die
Rapsölnutzung als Dieselersatz durchgeführt?
13. Hält die Bundesregierung den Rapsölmotor oder die
Rapsölbeimischung zum Diesel für zukunftsweisende Wege zur Lösung
unserer Umwelt- und Energieprobleme?
14. Wie würde sich die Umstellung landwirtschaftlicher Nutzflächen
auf den Anbau nachwachsender Rohstoffe mit der
Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung in Einklang bringen lassen, ins
-
besondere im Hinblick auf die folgenden Überlegungen:
— Vergrößerung des Stoffeintrags durch Dünge- und
Pflanzenschutzmittel statt Reduzierung;
— weitere Verringerug des Grönlandanteils;
— weitere Herabsetzung der genetischen Vielfalt innerhalb
einzelner Nutzpflanzenarten?
Mit dem Beschluß des Bundeskabinetts zur Verminderung der
CO2-Emissionen von 25 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2005 vom
7. November 1990 hat die Bundesregierung bewiesen, wie ernst
sie die globale Klimagefährdung nimmt. Die Verminderung der
CO2-Emissionen in dieser Größenordnung erfordert ein Bündel
von Maßnahmen, das sowohl die Energiebereitstellung als auch
alle Energieverbrauchssektoren umfassen muß. Auch die Land-
und Forstwirtschaft können insbesondere durch Bereitstellung
biogener Brenn-, Kraft- und Rohstoffe einen Beitrag zur CO 2
-Reduktion leisten. In diesem Zusammenhang wird derzeit mit der
Mineralölwirtschaft und der Autoindustrie auch die Möglichkeit
einer Nutzung von Rapsöl als Treibstoff erörtert.
Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vom Anbau
über die Verarbeitung bis hin zur Verwendung des Rapsöls als
Treibstoff steht noch aus. Bislang liegen nur für Teilbereiche
Ergebnisse vor, so z. B. für das Abgasverhalten von mit Rapsöl
betriebenen Dieselmotoren (siehe dazu Frage 3). Insbesondere
über die Umweltwirkungen eines verstärkten Rapsanbaus sind
aber noch keine gesicherten Aussagen möglich. Diese und andere
noch offene Fragen sollen in laufenden und geplanten
Forschungs- und Pilotprojekten geklärt werden (siehe Frage 1).]