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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Deutsche Exporte in den Iran unter besonderer Berücksichtigung des Exports von Gütern mit rüstungsrelevanter Bedeutung (G-SIG: 12010725)

Entwicklung des Handelsvolumens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Iran zwischen 1982 und 1991, Genehmigung bzw. Ablehnung von Exportanträgen für Waren, die der Kriegswaffenkontrolle unterliegen, deutsche Beteiligung am Aufbau des Chemiekomplexes Ghazvin, an den Bauarbeiten für einen Atomreaktor in Bushir sowie an der Entwicklung von Anlagen für die Herstellung weitreichender Raketen und von ABC-Waffen, Lizenzverträge mit deutschen Firmen für Waffen und Rüstungsgüter, insbesondere G 3-Gewehr und DO 228

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft

Datum

10.06.1992

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/231920.03.92

Deutsche Exporte in den Iran unter besonderer Berücksichtigung des Exports von Gütern mit rüstungsrelevanter Bedeutung

der Abgeordneten Hermann Bachmaier, Wolfgang Roth, Ernst Schwanhold, Edelgard Bulmahn, Hans Martin Bury, Norbert Gansel, Dr. Uwe Holtz, Walter Kolbow, Dr. Elke Leonhard-Schmid, Christoph Matschie, Otto Schily, Dieter Schloten, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Dr. Peter Struck, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Kleine Anfrage

der Abgeordneten Hermann Bachmaier, Wolfgang Roth, Ernst Schwanhold, Edelgard Bulmahn, Hans Martin Bury, Norbert Gansel, Dr. Uwe Holtz, Walter Kolbow, Dr. Elke Leonhard-Schmid, Christoph Matschie, Otto Schily, Dieter Schloten, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Dr. Peter Struck, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD

Deutsche Exporte in den Iran unter besonderer Berücksichtigung des Exports von Gütern mit rüstungsrelevanter Bedeutung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen21

1

Wie hat sich das Handelsvolumen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Iran zwischen 1982 und 1991 entwickelt?

2

In welchem Warenwert wurden Güter, die in der Ausfuhrliste Teil I Abschnitte A bis E (Anlage AL zur AWV) enthalten sind, zwischen 1982 und 1991 für den Export in den Iran genehmigt?

3

In welchem Umfang hat die Bundesregierung in den Jahren 1982 bis 1991 Exportgenehmigungen für Waren der Ausfuhrliste Teil I Abschnitte A bis E verweigert bzw. darauf hingewirkt, daß entsprechende Anträge zurückgenommen wurden?

4

Auf welche Gründe im einzelnen stützten sich die Ablehnungen der gestellten Exportanträge?

5

In welchem Umfang und durch welche Einzelmaßnahmen waren deutsche Firmen an dem Aufbau des Chemiekomplexes in Ghazvin beteiligt?

6

In welchem DM-Wert hat die Bundesregierung Exporte für diese Anlage genehmigt?

7

In welchem Umfang hat das Bundesamt für Wirtschaft Negativbescheinigungen für den Export von Anlagenteilen für den Komplex Ghazvin erteilt?

8

Welche Erkenntnisse haben die Bundesregierung zu welchem Zeitpunkt bewogen, keine weiteren Exportgenehmigungen für den Chemiekomplex Ghazvin zu erteilen?

9

Treffen Berichte zu, daß in Gesprächen, die das Bundesministerium für Wirtschaft am 13. August 1987 und 22. April 1988 mit Vertretern der Firmen führte, die am Anlagenbau in Ghazvin beteiligt waren, Informationen des Bundesnachrichtendienstes (BND) über diese Anlage an die Firmen weitergegeben wurden?

10

In welchem Umfang sind deutsche Firmen seit 1975 an den Bauarbeiten eines Atomreaktors in Bushhir beteiligt?

11

Treffen Berichte zu, daß unter den Opfern des irakischen Luftangriffs vom November 1987 auf die Baustelle von Bushhir auch deutsche Staatsangehörige waren?

12

Liegen der Bundesregierung zur Zeit Anträge bzw. Anfragen deutscher Unternehmen vor, eine Beteiligung an dem Fertigbau des Reaktors in Bushhir zu genehmigen?

13

Wie behandelt bzw. bescheidet die Bundesregierung solche Anträge bzw. Anfragen?

14

Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse vor, daß der Iran Anlagen entwickelt, um weitreichende Raketen sowie ABC-Waffen herzustellen?

15

Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse vor, daß deutsche Firmen und deutsche Staatsangehörige an derartigen Entwicklungen beteiligt sind?

16

Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse vor, die belegen oder vermuten lassen, daß der Iran bemüht ist, sich Technologien und Produktionsmittel aus der Bundesrepublik Deutschland zu beschaffen, mit denen Rüstungsvorhaben verwirklicht werden können, und wenn ja, welche Konsequenzen hat die Bundesregierung aus derartigen Erkenntnissen gezogen?

17

Welche Waffen und sonstigen Rüstungsgüter deutschen Ursprungs werden in Lizenz im Iran hergestellt, und, wann wurden diese Lizenzvergaben genehmigt?

18

Ermöglichen diese Lizenzverträge die eigenständige und weltweite Vermarktung dieser Rüstungsgüter durch den Lizenznehmer?

19

Hat die Bundesregierung versucht, nach der Revolution im Iran von 1979 die Lizenzfertigung des Gewehrs „G 3" im Iran einzuschränken?

20

Hat die Bundesregierung insbesondere versucht, den Export der im Iran gefertigten Lizenzgüter, insbesondere der G-3-Gewehre, zu verhindern?

21

Sind der Bundesregierung Versuche des Iran bekannt, Lizenzen für die Fertigung der DO 228 zu erhalten, und haben dazu bereits Gespräche zwischen der Herstellerfirma und dem Bundesministerium für Wirtschaft stattgefunden?

Bonn, den 19. März 1992

Hermann Bachmaier Wolfgang Roth Ernst Schwanhold Edelgard Bulmahn Hans Martin Bury Norbert Gansel Dr. Uwe Holtz Walter Kolbow Dr. Elke Leonhard-Schmid Christoph Matschie Otto Schily Dieter Schloten Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk Dr. Peter Struck Hans-Ulrich Klose und Fraktion

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