Solaranlagen und thermische Solarsysteme als Gestaltungselemente am Bau
der Abgeordneten Horst Kubatschka, Holger Bartsch, Dr. Ulrich Böhme (Unna), Hans Büchler (Hof), Hans Büttner (Ingolstadt), Edelgard Bulmahn, Ursula Burchardt, Hans Martin Bury, Marion Caspers-Merk, Wolf-Michael Catenhusen, Peter Conradi, Dr. Marliese Dobberthien, Freimut Duve, Lothar Fischer (Homburg), Norbert Formanski, Monika Ganseforth, Iris Gleicke, Dr. Peter Glotz, Achim Großmann, Dr. Liesel Hartenstein, Gabriele Iwersen, Ilse Janz, Dr. Ulrich Janzen, Susanne Kastner, Siegrun Klemmer, Walter Kolbow, Dr. Klaus Kübler, Uwe Lambinus, Robert Leidinger, Klaus Lennartz, Dr. Christine Lucyga, Dieter Maaß (Herne), Ulrike Mascher, Heide Mattischeck, Ulrike Mehl, Siegmar Mosdorf, Jutta Müller (Völklingen), Michael Müller (Düsseldorf), Rudolf Müller (Schweinfurt), Manfred Opel, Dr. Helga Otto, Dr. Martin Pfaff, Walter Rempe, Otto Reschke, Otto Schily, Horst Schmidbauer (Nürnberg), Renate Schmidt (Nürnberg), Ursula Schmidt (Aachen), Dr. Rudolf Schöfberger, Walter Schöler, Dietmar Schütz, Brigitte Schulte (Hameln), Bodo Seidenthal, Erika Simm, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Ludwig Stiegler, Dr. Peter Struck, Uta Titze-Stecher, Günter Verheugen, Josef Vosen, Hans Georg Wagner, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz, Hermann Wimmer (Neuötting), Dr. Hans de With, Verena Wohlleben, Hanna Wolf, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Derzeit werden noch 88 % des Energiebedarfs in der Bundesrepublik Deutschland über endliche Ressourcen abgedeckt. Bei einem konsequenten Einsatz könnte Solarenergie einen merklichen Beitrag zur Energieerzeugung leisten. Nach Schätzungen der Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre" des Deutschen Bundestages beträgt das maximale technische Potential einer lokalen Nutzung zwischen 20 und 24 % des Primärenergieverbrauches von 1988. Auch wenn andere Untersuchungen zu etwas niedrigeren Ergebnissen kommen, so liegt doch im Einsatz von Solarenergie zur Wärme- und zur Stromerzeugung eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Eine konsequentere Nutzung wäre besonders nötig, um das von der Bundesregierung gesetzte Ziel der CO2-Verminderung von 25 % bis zum Jahr 2005 zu erreichen.
Als Gestaltungselemente am Bau könnten Solaranlagen (z. B. Solar-Glas-Fassaden mit integrierten Photovoltaik-Zellen, die nebenbei auch als Fenster dienen) oder thermische Solarsysteme (insbesondere transparente Wärmedämmung) verstärkt Verwendung finden. Die ansprechende Integration dieser Gestaltungselemente in Gebäudefassaden könnte ihnen zu einem rascheren Durchbruch verhelfen. Gerade hier sollte die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung für den Einsatz von Solaranlagen und thermischen Solarsystemen am Bau, und wie beurteilt sie diese Möglichkeiten hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, hinsichtlich der Energieeinspareffekte, hinsichtlich der Architektur?
Wie fördert die Bundesregierung den Bau entsprechender Solaranlagen und -systeme zur Zeit?
Ist die Bundesregierung bereit, die Anwendung dieser Anlagen am Bau zukünftig stärker zu unterstützen?
Welche Beispiele gibt es bei Bundesbauten für die Einbindung von Solaranlagen und thermischen Solarsystemen, und was sind die bisherigen Erfahrungen damit, vor allem in gestalterischer Hinsicht?
Plant die Bundesregierung den Einsatz dieser Anlagen bei weiteren zukünftigen bundeseigenen Bauten, gegebenenfalls als Pilotprojekt?
Wird die Bundesregierung in Zukunft bei bundeseigenen Bauten den Einsatz von Solaranlagen und thermischen Solarsystemen forcieren?
Sieht die Bundesregierung Forschungsbedarf für den Einsatz dieser Anlagen und ihre Benutzung als architektonische Gestaltungsmittel?
Wäre die Bundesregierung zu einer Ausschreibung eines öffentlichen Ideenwettbewerbs zu diesem Thema bereit?
Welche konkreten Gesetze, Verordnungen und Richtlinien erschweren oder verhindern die Anwendung dieser Anlagen? Plant die Bundesregierung hier Änderungen?