Die Präventionsarbeit der Bundesregierung ist darauf gerichtet, ein Gesundheitsverhalten bei jungen Menschen aufzubauen, das auf dem Bewußtsein der Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper, der eigenen geistig-seelischen Entwicklung und seinem unmittelbaren sozialen Umfeld sowie der Gesellschaft beruht.
Ziel der Bundesregierung ist es, die kritische Einstellung und Änderung im Konsumverhalten bereits bei jungen Menschen zu erzielen, weil in aller Regel im Jugendalter die Weiche für mögliches späteres Mißbrauchsverhalten gestellt wird.
Der Vorbeugung und Verhütung wird deshalb höchste Priorität eingeräumt. Sie ist die wirkungsvollste Strategie in der Reduzierung der Nachfrage nach Drogen. Dabei geht die Bundesregierung von den Zielen aus, die im Nationalen Rauschgiftbekämpfungsplan einvernehmlich mit den Ländern, Gemeinden, Verbänden und allen maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppen festgelegt wurden.
Dies bedeutet für die Prävention
- Totalabstinenz von illegalen Drogen;
- selbstkontrollierter Umgang mit „legalen Suchtmitteln (z. B. Alkohol, Tabakerzeugnissen) " mit dem Ziel weitgehender Abstinenz;
- bestimmungsgemäßer Gebrauch von Medikamenten.
Der Präventionsarbeit liegt somit ein breiter Suchtbegriff zugrunde, der illegale und legale Suchtmittel umfaßt.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird im Februar 1994 ein Expertengespräch zur Klärung eines evtl. veränderten Konsumverhaltens im Rauschgiftbereich — vor allem beim Kokainkonsum — durchführen.
Es steht außer Frage, daß Maßnahmen der Primärprävention bei jungen Erwachsenen („Späteinsteigern") kaum greifen können.
Hier ist insbesondere die Gruppe der überwiegend unauffälligen und sozial integrierten Kokainabhängigen, die die Beratungs- und Behandlungsangebote der Drogenhilfe zumeist nicht in Anspruch nehmen, zu nennen.
In der Arbeitsgruppe „Prävention" des Bundesministeriums für Gesundheit zur Umsetzung des Nationalen Rauschgiftbekämpfungsplanes ist dies mehrfach problematisiert worden; die Arbeitsgruppe wird sich auf einer ihrer nächsten Sitzungen ausschließlich mit diesem Thema befassen.
Der Arbeitsgruppe gehören außer Vertretern des Bundes und der Länder auch die Medien, die einschlägigen Verbände (z. B. Bundesjugendring, Deutscher Familienverband, Deutscher Sportbund, Bundesverband der Innungskrankenkassen), der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag und die Bundesärztekammer an, so daß Strategien der Prävention auf breiter Ebene angelegt werden können.