Negative Auswirkungen der EG-Bananenmarktordnung auf den Bananenwelthandel
der Abgeordneten Brigitte Adler, Dr. Ingomar Hauchler, Ingrid Becker-Inglau, Rudolf Bindig, Dr. Uwe Holtz, Ilse Janz, Marianne Klappert, Rolf Koltzsch, Christoph Matschie, Rudolf Müller (Schweinfurt), Jan Oostergetelo, Dieter Schanz, Günter Schluckebier, Dr. R. Werner Schuster, Dr. Peter Struck, Margitta Terborg, Hans-Günther Toetemeyer, Dr. Hermann Scheer, Karl-Heinz Schröter, Horst Sielaff, Joachim Tappe, Dr. Gerald Thalheim, Hans Wallow, Matthias Weisheit, Gudrun Weyel, Hermann Wimmer (Neuötting), Verena Wohlleben, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Am 1. Juli 1993 trat die Bananenmarktordnung der EG mit einer Begrenzung der jährlichen Importe von Bananen aus Lateinamerika auf 2 Mio. Tonnen sowie eines Einfuhrzolls von 20 % auf diese Menge in Kraft.
Doch den karibischen Staaten, denen diese Regelung eigentlich zugute kommen sollte, hat dies wenig gebracht. Aufgrund veränderter Wechselkursverhältnisse sind die Erlöse der Bananenbauern in den Karibikstaaten derart gesunken, daß viele Farmer bereits ihre Plantagen aufgegeben haben.
In Lateinamerika sind nach Angaben des Verbandes Bananen exportierender Länder (UPEB) durch die neue EG-Regelung bereits 100 000 Arbeitsplätze verlorengegangen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Wie ist die Bananenerzeugung in den Karibikstaaten sowie in Lateinamerika überwiegend strukturiert?
Wie sieht die derzeitige Erlössituation der Bananenbauern in diesen Ländern im Vergleich zum Vorjahr aus? Wie hat sich insbesondere die Lage der Kleinbauern durch die Bananenmarktordnung verändert?
Wie viele Farmer haben aufgrund der schlechten Erlössituation ihre Plantagen bereits aufgegeben?
Wie verändert sich die wirtschaftliche und soziale Situation der Farmer, die die Bananenproduktion aufgeben? Wie können sie sich anderweitig ihren Lebensunterhalt sichern?
Wie viele Arbeitsplätze sind seither infolge der neuen Regelung verlorengegangen? Welche Bereiche der Bananenerzeugung sind hierbei besonders betroffen?
Sind die Arbeitsplätze nach Ansicht der Bundesregierung ursächlich durch die Bananenmarktordnung verlorengegangen oder lassen sich eventuell auch andere Mechanismen feststellen?
Sind Frauen und Männer von den Entlassungen gleichermaßen betroffen?
Wie stellt sich die wirtschaftliche und soziale Lage der entlassenen Arbeiterinnen und Arbeiter dar?
Wie ist demgegenüber die Situation derjenigen, die noch Arbeit haben, insbesondere im Hinblick auf das durchschnittliche Lohnniveau und die soziale Absicherung?
Wie wird nach Ansicht der Bundesregierung die weitere Entwicklung der Bananenerzeugung verlaufen?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, diese durch die Bananenmarktordnung in Gang gesetzte Entwicklung einmünden zu lassen in einen möglichst sozialverträglichen Strukturwandel mit den Zielsetzungen von Diversifizierung und kleineren Strukturen?