Wohnen Alleinerziehender mit Kindern
der Abgeordneten Müntefering, Conradi, Großmann, Häuser, Menzel, Dr. Niese, Dr. Osswald, Reschke, Weiermann, Weiler, Blunck, Götte, Schmidt (Nürnberg), Schmidt (Salzgitter), Dr. Vogel und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Eine wachsende Zahl von Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland besteht aus alleinerziehenden Müttern oder Vätern mit einem oder mehreren Kindern. Diese gehören aufgrund ihrer besonderen Situation oft zu den einkommensschwächeren Gruppen. Solche Haushalte haben in Zeiten wachsender Wohnungsnot besonders große Schwierigkeiten am Wohnungsmarkt. Wie Studien belegen, ist die Beschaffung einer angemessenen und bezahlbaren Wohnung in vielen Großstädten das größte Problem für Alleinerziehende mit Kindern. Sie brauchen deshalb öffentliche Unterstützung. Diese ist jedoch alleine nicht ausreichend, um ihre Diskriminierung am Wohnungsmarkt und bei der Wohnungssuche abzubauen.
Wir fragen deshalb die Bundesregierung:
Fragen14
Wie groß ist die Zahl der Haushalte Alleinerziehender mit Kindern, und wie wird sie sich in den nächsten Jahren voraussichtlich entwickeln?
Wie ist die Einkommenssituation solcher Haushalte, getrennt nach weiblichen und männlichen Haushaltsvorständen?
Welche Informationen liegen der Bundesregierung über die Wohnungsversorgung Alleinerziehender mit Kindern vor?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß diese Haushalte, vor allem alleinstehende Frauen mit Kindern, am Wohnungsmarkt besondere Zugangsprobleme haben und bei der Wohnungsvergabe oft diskriminierenden Praktiken ausgesetzt sind?
Durch welche Maßnahmen der Wohnungspolitik der Bundesregierung wird auf die besondere Situation Alleinerziehender mit Kindern eingegangen?
Welche Schritte unternimmt die Bundesregierung, um die Wohnungsversorgung Alleinerziehender mit Kindern zu verbessern?
Was tut die Bundesregierung, um die Diskriminierung Alleinerziehender mit Kindern am Wohnungsmarkt abzubauen?
Liegen der Bundesregierung Informationen zur Benachteiligung Alleinerziehender mit Kindern bei der Wohnungsvergabe im sozialen Wohnungsbau vor, und was unternehmen Bund und Länder?
Haben Alleinerziehende, die in einer längerfristig bestehenden Partnerschaft leben, das generelle Recht auf eine Wohnungsgröße im sozialen Wohnungsbau, die ihrer tatsächlichen Lebenssituation entspricht und ist die Bundesregierung bereit, hier gegebenenfalls initiativ zu werden, um dieses Recht herzustellen?
Welche Maßnahmen der in diesem Jahr auf acht Millionen DM erhöhten Mittel der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesbauministeriums dienen der Aufklärung und der Werbung um mehr Verständnis für die Belange Alleinerziehender mit Kindern am Wohnungsmarkt?
In welcher Weise können Alleinerziehende mit Kindern die Forderung der Bildung von Wohneigentum nutzen, und in welcher Weise geschieht dies tatsächlich?
Welche Resonanz und welches Ergebnis hatte die Aktion der Bundesbauministerin (in Worten: vier) Familien Alleinerziehender eine Wohnung zu beschaffen?
Trifft es zu, daß die Verweildauer von mißhandelten Frauen in Frauenhäusern vor allem deshalb im letzten Jahr dramatisch gestiegen ist, weil alleinerziehende Frauen nahezu keine Chance auf dem Wohnungsmarkt haben, und welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus dieser Tatsache?
Fördert die Bundesregierung Wohnprojekte für Alleinerziehende, Wohnen, Gemeinschaftseinrichtungen und Kinderbetreuung miteinander zu verbinden und auf die besonderen Bedürfnisse von Alleinerziehenden abzustellen?
Wenn ja, wo, wenn nein, warum nicht?