Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 10/5427
10. Wahlperiode
30.04.86
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Lange und der Fraktion DIE GRÜNEN
— Drucksache 10/5313 —
Militärabhängige Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz
Der Bundesminister der Finanzen — Z B 5 — 9/2499 — 9/86 — hat mit
Schreiben vom 29. April 1986 namens der Bundesregierung die
Kleine Anfrage wie folgt beantwortet:
1. Wie viele Zivilangestellte bei Bundeswehr und Stationierungsstreit
-
kräften gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bundesweit?
a) Wie viele Zivilangestellte sind davon bei der Bundeswehr
beschäftigt?
b) Wie viele Zivilangestellte sind davon bei den
Stationierungsstreitkräften beschäftigt und wie viele jeweils bei den
Stationierungsstreitkräften unterschiedlicher Nationalität?
Bei der Bundeswehr sind insgesamt 185 613 Beamte, Angestellte
und Arbeiter beschäftigt (Stand: 31. März 1986).
Bei den Stationierungsstreitkräften sind insgesamt 105 752 *)
Angestellte und Arbeiter nach deutschem Recht beschäftigt, und
zwar
bei den amerikanischen Streitkräften
bei den britischen Streitkräften
bei den französischen Streitkräften
bei den belgischen Streitkräften
bei den kanadischen Streitkräften
(Stand: 30. September 1985)
73 338
23 611
5 921
1 633
1 249
*) Nicht berücksichtigt sind die Zivilbediensteten, die nach dem Recht des
Entsendestaates beschäftigt sind und i. d. R. auch die Staatsangehörigkeit des
Entsendestaates besitzen (ziviles Gefolge).
bei den amerikanischen Streitkräften
bei den französischen Streitkräften
23 989,
1 798.
2. Wie viele Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz sind direkt vom Wi rt
-schaftsfaktor Militär abhängig
a) als Zivilangestellte der Bundeswehr,
b) als Zivilangestellte der Stationierungsstreitkräfte und davon wie
viele jeweils bei den Stationierungsstreitkräften der
verschiedenen Nationalitäten,
c) als Angestellte bei Rüstungsbetrieben,
d) in der militärischen Forschung
— bei der Bundeswehr,
— in der privaten Industrie,
e) in anderen Bereichen?
In Rheinland-Pfalz sind 22 329 Beamte, Angestellte und Arbeiter
bei der Bundeswehr tätig.
Bei den Stationierungsstreitkräften sind in Rheinland-Pfalz
insgesamt 25 787 Arbeitnehmer beschäftigt, und zwar
Über die Zahl der Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz, die von
Beschaffungsaufträgen für die Streitkräfte abhängen, hat die
Bundesregierung keine Erkenntnisse.
In Rheinland-Pfalz befinden sich keine Dienststellen der
Bundeswehr, die militärische Forschung be treiben; Informationen über
Arbeitsplätze der Industrie, die für wehrtechnische Forschung in
Rheinland-Pfalz eingerichtet sind, liegen der Bundesregierung
nicht vor. Auch zu der Frage 2 e) besitzt die Bundesregierung
keine Erkenntnisse.
3. In welchen Bereichen sind die Zivilangestellten
a) bei der Bundeswehr,
b) bei den Stationierungsstreitkräften
eingesetzt?
Das Zivilpersonal der Bundeswehr in Rheinland-Pfalz ist bei
Dienststellen des Heeres und der Luftwaffe sowie der
Bundeswehrverwaltung eingesetzt.
Die Arbeitnehmer bei den Stationierungsstreitkräften in
Rheinland-Pfalz sind bei Einrichtungen der US-Armee, der US-
Luftwaffe und der französischen Armee beschäftigt. Außerdem sind
deutsche Arbeitnehmer beim Army and Air Force Exchange
Service, Europe, sowie beim französischen ECONOMAT tätig.
4. Wie verteilen sich die Zivilangestellten bei Bundeswehr und
Stationierungsstreitkräften in Rheinl and-Pfalz nach Kenntnis der
Bundesregierung auf die einzelnen Einrichtungen der Bundeswehr bzw. der
Stationierungsstreitkräfte?
Der größte Teil des Zivilpersonals der Bundeswehr in Rheinland-
Pfalz ist bei Dienststellen der Bundeswehrverwaltung tätig, und
zwar bei Kreiswehrersatzämtern, Standortverwaltungen,
Wehrbereichsverpflegungsamt, Wehrbereichsbekleidungsamt,
Rechenzentren, Bundeswehrfachschulen sowie beim Bundesamt
für Wehrtechnik und Beschaffung und zu dessen
Geschäftsbereich gehörenden Erprobungsstellen.
Die Arbeitnehmer bei den Stationierungsstreitkräften in
Rheinland-Pfalz verteilen sich auf eine große Zahl von Dienststellen der
verbündeten Streitkräfte; der größte Teil der Arbeitnehmer ist bei
Dienststellen der US-Armee tätig.
5. Wie verteilen sich die Zivilangestellten bei Bundeswehr und
Stationierungsstreitkräften in Rheinland-Pfalz nach dem Wissen der
Bundesregierung auf die einzelnen Regionen dieses Bundeslandes?
Eine Aufteilung der Arbeitnehmer bei der Bundeswehr und bei
den Stationierungsstreitkräften in Rheinl and-Pfalz nach Regionen
ist nach den verfügbaren statistischen Unterlagen nicht möglich.
6. Wie viele Zivilangestellte bei Bundeswehr und Sta
tionierungsstreitkräften in Rheinland-Pfalz sind
a) bei Civilian Support Groups beschäftigt,
b) bei Civilian Support Groups beschäftigt und gehen in die
Planungen nach dem Wartime Host Nation Support-Abkommen ein?
Civilian Support Groups gibt es nur bei den US-
Stationierungsstreitkräften. Es handelt sich um Dienststellen, deren
Arbeitnehmer überall im Bundesgebiet eingesetzt werden. Zahlen darüber,
wie viele davon als in Rheinland-Pfalz beschäftigt angesehen
werden können, liegen der Bundesregierung nicht vor.
7. Wie viele finanzielle Mittel für Zivilangestellte bei Bundeswehr und
Stationierungsstreitkräften (Löhne, Gehälter) in Rheinland-Pfalz flie-
Ben jeweils in die einzelnen Regionen dieses Bundeslandes?
Für das in Rheinland-Pfalz beschäftigte Zivilpersonal der
Bundeswehr betragen die jährlichen Personalausgaben rd. 1,1 Mrd. DM.
Für die Arbeitnehmer bei den Stationierungsstreitkräften in
Rheinland-Pfalz wenden die Entsendestaaten jährlich rd. 1 Mrd.
DM auf.
Eine Aufgliederung dieser Ausgaben auf die einzelnen Regionen
des Landes ist nach den verfügbaren statistischen Unterlagen
nicht möglich.
8. Haben sich die Zahlen in den Antworten auf die Fragen 1 bis 7
innerhalb der letzten fünf Jahre verändert, und wenn ja, gibt es eine
steigende oder eine fallende Tendenz?
Der Gesamtbestand des Zivilpersonals in der Bundeswehr hat sich
in den letzten fünf Jahren im wesentlichen nicht verändert. In
Rheinland-Pfalz besteht aufgrund von
Haushaltseinsparungsauflagen eher eine leicht rückläufige Tendenz.
Die Zahl der Arbeitnehmer bei den Stationierungsstreitkräften hat
sich im Bundesgebiet und auch in Rheinland-Pfalz in den letzten
fünf Jahren etwas erhöht. Dementsprechend ist auch ein stärkeres
Anwachsen der Personalaufwendungen zu verzeichnen.]