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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Geburtshäuser (G-SIG: 16010642)

Anzahl und Kosten der Geburten in Krankenhäusern, Geburtshäusern und zu Hause, Vergleich mit anderen Ländern der Europäischen Union <p> </p>

Fraktion

DIE LINKE

Datum

09.06.2006

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/159722. 05. 2006

Geburtshäuser

der Abgeordneten Inge Höger-Neuling, Klaus Ernst, Karin Binder, Jörn Wunderlich, Dr. Martina Bunge, Frank Spieth und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass Kosten, die einer Gebärenden in einem Geburtshaus entstehen, bis auf die reinen Hebammenkosten, nicht von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden müssen (zuletzt siehe Az. 7 U 156/03).

Gleichzeitig gibt es öffentliche Behauptungen, dass die verhältnismäßig hohe Säuglingssterblichkeit in Deutschland mit der Technisierung von Geburten zusammenhänge. Wir vermuten, dass Hausgeburten und Geburten in Geburtshäusern schonender und kostengünstiger sind als solche in Kliniken.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen16

1

Wie viele Geburten in Deutschland finden stationär in Krankenhäusern statt, wie viele ambulant in Krankenhäusern, wie viele in Geburtshäusern und wie viele zu Hause?

2

Wie verhält sich dies in den anderen Ländern der Europäischen Union?

3

Welche Ursachen sieht die Bundesregierung für dieses Verhältnis?

4

Welche Kosten ersetzen die gesetzlichen Krankenkassen außer den Hebammenkosten normalerweise bei einer Hausgeburt und bei einer ambulanten Geburt im Krankenhaus?

5

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen je Geburt (bitte spezifizieren für Hausgeburten, Geburten in Geburtshäusern, ambulante und stationäre Geburten in Krankenhäusern)?

6

Welche Kosten entstehen den gesetzlichen Krankenkassen pro Jahr durch Hausgeburten, durch Geburten in Geburtshäusern, durch ambulante und durch stationäre Geburten in Krankenhäusern (bitte spezifizeren nach Ort der Geburt und bitte berechnen unter Einbeziehung der Behandlung von Geburtskomplikationen bei Gebärenden und Föten/Säuglingen)?

7

Wie könnten diese Kosten sinken, wenn die Hälfte aller Geburten zu Hause oder in Geburtshäusern stattfinden würde?

8

Welche geburtshilflichen Kosten werden in den anderen Ländern der Europäischen Union von den Krankenkassen oder öffentlichen Stellen übernommen und in welcher Höhe pro Geburt (bitte die Erstattungsregeln möglichst genau referieren)?

9

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten in anderen Ländern der EU pro Geburt (bitte spezifizieren nach Hausgeburten, Geburten in Geburtshäusern, ambulanter und stationärer Geburt in Krankenhäusern)?

10

Wie hoch ist in Deutschland die Rate der Komplikationen und chirurgischen Eingriffe bei Gebärenden und Föten/Säuglingen, je nachdem, ob eine Geburt zu Hause, im Geburtshaus, ambulant oder stationär im Krankenhaus stattfindet?

11

Welche statistischen Korrelationen ergeben sich zwischen den Orten von Geburten, der Komplikationsrate, chirurgischen Eingriffen während und infolge von Geburten sowie der Sterblichkeit von Föten/Säuglingen im Vergleich der europäischen Länder?

12

Welche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in Deutschland weitere Kosten für Geburten, die in Geburtshäusern stattfinden? Welche Kosten sind das, und in welcher Höhe werden diese übernommen?

13

Wie schätzt die Bundesregierung die Steuerungswirkung der Kassenerstattung ein vor dem Hintergrund, dass sich Haushalte mit knappem Budget die Geburt in einem Geburtshaus nur schwer leisten können dürften?

14

Wie entwickelt sich die Versorgung der Bevölkerung mit freiberuflich tätigen Hebammen, Geburtshäusern, ambulanten Gebärmöglichkeiten in Krankenhäusern und Krankenhausbetten für Wöchnerinnen und Säuglinge vor dem Hintergrund des derzeitigen Abbaus von Kapazitäten in vielen Krankenhäusern?

15

Welche Aktivitäten entfaltet die Selbstverwaltung der gesetzlichen Krankenversicherung zurzeit bezüglich der Versorgung der Bevölkerung mit freiberuflich tätigen Hebammen und bezüglich der Finanzierung von Geburten in Geburtshäusern?

16

Wie will die Bundesregierung in Hinblick auf die Gesundheit von Gebärenden und Föten/Säuglingen und in Hinblick auf die Kosten gegen die Diskriminierung von Geburten außerhalb von Kliniken vorgehen?

Berlin, den 19. Mai 2006

Inge Höger-Neuling Klaus Ernst Karin Binder Jörn Wunderlich Dr. Martina Bunge Frank Spieth Dr. Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Fraktion

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