Im Rahmen der Holzwirtschaft (Umsatz 1980: 98 Mrd. DM) tragen das Aufkommen aus inländischer Forstwirtschaft und Holzindustrieerzeugung sowie der Außenhandel zur Marktversorgung mit Holz und Holzprodukten aller Art bei. Der Außenhandelsbeitrag zur Holzwirtschaft belief sich 1980 mit Einfuhren von 16,6 Mrd. DM und Ausfuhren von 9,9 Mrd. DM auf einen Gesamtwert von 26,5 Mrd. DM. Die wichtigsten Passivsalden am Importüberschuß von 6,9 Mrd. DM betrafen Halberzeugnisse, insbesondere Schnittholz, Holzplatten, Zellstoff, Papier und Pappe, aber auch hochwertiges Rundholz aus Übersee. Bei der gegebenen Struktur und Leistung der deutschen Forstwirtschaft und Holzindustrie stehen die Importe an Holz und Holzprodukten zum Teil in Konkurrenz zu Inlandsprodukten oder stellen einen unverzichtbaren Teil zur quantitativ und qualitativ ausreichenden Versorgung der Holz-, Papier- und Pappeindustrie sowie anderer Verbraucher von Holz und Holzprodukten dar. Bestimmte Sorten und Holzarten an Laubstammholz sowie spezielle Qualitäten an Schnittholz, Furnierplatten und Zellstoff könnten aus inländischer Erzeugung gar nicht oder nur über langfristige Substitutionsprozesse bereitgestellt werden. Der außenwirtschaftliche Güteraustausch hat aber auch über den Export, insbesondere bei Holzfertigprodukten, die zum Teil mit importierten Holzprodukten erzeugt wurden, beträchtliche holzwirtschaftliche Bedeutung. Der Umfang, in dem durch Leistungssteigerung der deutschen Forstwirtschaft und Holzindustrie zur Verbesserung der Zahlungsbilanz beigetragen werden könnte, hängt in erster Linie davon ab, in welchem Maße das Aufkommen an Rohholz und Holzprodukten und die Wertschöpfung aus beiden Wirtschaftsbereichen im Rahmen gegebener und künftiger internationaler Wettbewerbsverhältnisse erhöht werden kann. Hierbei kommt den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am liberalisierten Holzmarkt, insbesondere den Produktionsmöglichkeiten und der Kostensituation der Forstwirtschaft und Holzindustrie in der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zum Marktangebot aus Importen maßgebliche Bedeutung zu. Unter Beachtung der Nachhaltigkeit könnte das inländische Aufkommen bei Stammholz kurz- und mittelfristig nur in sehr geringem Maße, bei Industrieholz (Schwachholz) dagegen kurzfristig erheblich gesteigert werden. Die nach wie vor ungünstige Kosten- und Erlössituation bei Industrieholz steht einer erhöhten Nutzung entgegen. Durch eine weitere Ablaufrationalisierung und Kostensenkung könnte die Wirtschaftlichkeit verbessert und damit ein Beitrag zur Mobilisierung dieser Reserven an forstlicher Biomasse geleistet werden. In wieweit das zusätzliche Aufkommen an forstlicher Biomasse dann von der Industrie aufgenommen werden kann, ist auch eine Frage der Wettbewerbskraft der Holzindustriebranchen. Der Aufbau neuer Kapazitäten zur Holzverwertung, z. B. im Zellstoffbereich, stellt die Unternehmen auch unter Umweltgesichtspunkten vor Probleme. Hinzuweisen ist auch darauf, daß der hohe Importanteil, z. B. bei Holzhalberzeugnissen, u. a. durch Wettbewerbsvorteile ausländischer Anbieter bedingt ist. Hierzu trägt u. a. die Tatsache bei, daß wichtige Exportländer von Holzhalberzeugnissen (Schnittholz, Zellstoff, Papier) — wie z. B. Kanada und die Sowjetunion — auf große Naturwaldvorräte als Rohholzbasis zurückgreifen und z. T. kostengünstiger produzieren können. Die künftig erzielbare Importsubstitution bei Holz und Holzprodukten durch Leistungssteigerung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft hängt maßgeblich von der Entwicklung des Holzmarktes ab. Eine Quantifizierung und Prognose kann von der Bundesregierung daher nicht vorgenommen werden. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten tragen Bund und Länder mit den Mitteln der allgemeinen Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik sowie durch Förderprogrammpgramme im Bereich der Forschung, Entwicklung und Energie zur Leistungssteigerung der Wirtschaft und damit auch der Holzwirtschaft bei. Zur Förderung der Forstwirtschaft vgl. Frage 2.