BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 9Beantwortet

Scheitern der Antarktisexpedition der "Gotland II" (G-SIG: 09001110)

Untersuchung des Untergangs der "Gotland II" am 18.12.1981 vor der Küste des Nord-Victoria-Landes, Wert des Schiffes und der verlorengegangenen Expeditionsausrüstung, Erwerb, Umbau und erste Expedition der "Gotland II", Schlußfolgerungen für künftige Auftragsvergaben im Bereich der Antarktisforschung, Erfüllung des Expeditionsauftrags der "Gotland II", Baukosten und Folgekosten des neuen deutschen Polarforschungs- und Versorgungsschiffes

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft

Datum

19.02.1982

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 9/131003.02.82

Scheitern der Antarktisexpedition der „Gotland II"

der Abgeordneten Dr. von Geldern, Maaß, Pfeifer, Dr. Probst, Dr. Riesenhuber, Lenzer, Gerstein, Dr. Hubrig, Dallmeyer, Francke (Hamburg), Fischer (Hamburg), Eigen, Dr. Olderog, Dr.-Ing. Oldenstädt und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen15

1

Welche Institutionen sind mit der Untersuchung des Untergangs der „Gotland II" am 18. Dezember 1981 vor der Küste des Nord-Victoria-Landes der Antarktis befaßt, bzw. welche sind durch die Bundesregierung beauftragt worden?

2

Auf welche sonstige Weise verschafft sich die Bundesregierung einen Überblick über den Hergang des Ereignisses und seine Ursachen?

3

Bis wann ist mit der Vorlage des oder der Untersuchungsberichte zu rechnen?

4

Wie hoch waren der Wert des Schiffes sowie des geophysikalischen Geräts, der Motorschlitten, Funkgeräte, der Wettersatellitenanlage und anderer Ausstattungsgegenstände, die sich an Bord befanden?

5

Welche direkt gegenüber dem Ministerium bzw. der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und welche öffentlich geäußerten Warnungen deutscher Experten vor einem Alleineinsatz der „Gotland II" waren der Bundesregierung seit 1980 bis zum Scheitern der Expedition bekannt?

6

Warum war es notwendig, daß die „Gotland II" schon bei ihrem ersten Einsatz 1980/1981 von den stärkeren Schiffen „Titan" und „Polarsirkel" begleitet werden mußte, und welche zusätzlichen Kosten sind durch das Chartern dieser beiden Schiffe entstanden?

7

Welche Folgerungen sind daraus gezogen worden, daß die „Gotland II" trotz der Begleitung durch die „Titan" und die „Polarsirkel" bei ihrem Einsatz 1980/1981 den angestrebten Standort in der Antarktis nicht erreichen konnte?

8

Trifft es zu, daß auf Empfehlung der dänischen Firma Christiani & Nielsen die Auftragsvergabe nicht an ein von der deutschen meerestechnischen Industrie angebotenes Schiff, sondern an die „Gotland II" erfolgte?

9

Aus welchem Grunde wurde der Umbau der „Gotland II" an eine italienische Werft mit geringer Erfahrung auf diesem Gebiet vergeben?

10

Wie ist der abschließende Vergleich der tatsächlich entstandenen Kosten für die Expedition 1980/1981 ausgefallen: zwischen den Charterkosten für die „Titan", die „Polarsirkel", die „Gotland II" (einschließlich der Bundesbeteiligung an den Umbaukosten) und dem Angebot der deutschen Industrie?

11

Welche Schlußfolgerungen zieht die Bundesregierung aus diesem Desaster für künftige Auftragsvergaben im Bereich der Antarktisforschung?

12

In welcher Weise soll der Expeditionsauftrag der „Gotland II" jetzt erfüllt werden?

13

Ist die „Gotland II" unter deutscher Flagge gefahren, wenn nicht unter welcher, und ergaben sich daraus Auswirkungen hinsichtlich der Sicherheitsvorschriften?

14

Welche Alternativen zu dem Neubau des Polarforschungs- und Versorgungsschiffes, das am 25. Januar 1982 getauft worden ist, sind der Bundesregierung von deutschen Reedern angeboten worden?

15

Treffen Berichte zu, daß das neue deutsche Polarforschungs- und Versorgungsschiff mit ca. 220 Mio. DM Baukosten zu den teuersten Schiffen dieser Art auf der Welt zählt, und welche Folgekosten sind aus Bundesmitteln für den Betrieb dieses Schiffes aufzuwenden?

Bonn, den 3. Februar 1982

Dr. von Geldern Maaß Pfeifer Dr. Probst Dr. Riesenhuber Lenzer Gerstein Dr. Hubrig Dallmeyer Francke (Hamburg) Fischer (Hamburg) Eigen Dr. Olderog Dr.-Ing. Oldenstädt Dr. Kohl, Dr. Zimmermann und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen