Klima und Konsum
der Abgeordneten Bärbel Höhn, Nicole Maisch, Ulrike Höfken, Cornelia Behm, Hans-Josef Fell, Winfried Hermann, Bettina Herlitzius, Undine Kurth (Quedlinburg), Sylvia Kotting-Uhl und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Spätestens seit dem Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 ist der Klimawandel zu einem harten Thema in der öffentlichen Debatte geworden. Wissenschaftlicher und zunehmend auch politischer Konsens ist heute, dass unsere Industriegesellschaft eine anthropogene Veränderung des Klimas bewirkt. Konsens ist weiterhin, dass die ökologischen und sozialen Folgen eines ungebremsten Klimawandels immens wären. Neuere Studien wie der „Stern Report“ (Stern Review on the Economics of Climate Change) bestätigen, dass die wirtschaftlichen Folgekosten eines „business-as-usual“ um ein Vielfaches höher wären, als konzertierte und konzentrierte Investitionen in einen klimafreundlichen Umbau der deutschen und globalen Wirtschaft.
Wie der IPCC-Bericht deutlich macht, bleibt nur ein kurzer Zeitraum für eine Umstrukturierung der gesellschaftlichen Produktion, um zumindest das Minimalziel von einer Erwärmung um zwei Grad noch zu erreichen. Ein Indikator für den Stand der gesellschaftlichen Bemühungen um eine nachhaltigere Wirtschaft sind Erhebungen darüber, wie klimafreundlich Verbraucher investieren und konsumieren. Wie vorherige Studien über nachhaltigen Konsum bestätigt haben, kann ethischer Konsum klare politische Vorgaben nicht ersetzen. Er kann allerdings einen Beitrag leisten und seine Messung kann Aufschluss darüber geben, wie Verbraucher auf politische Weichenstellungen und wirtschaftliche Innovationen reagieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
Wie hoch waren die Emissions- und Verbrauchsdurchschnitte neu zugelassener Pkws im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie hoch waren die Emissions- und Verbrauchsdurchschnitte neu zugelassener Pkws aufgeteilt in Pkw-Segmente im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie viele Autos wurden 2008 in den unterschiedlichen Pkw-Segmenten neu zugelassen (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie viele Neuzulassungen von Hybridfahrzeugen gab es, und wie hoch war der Anteil an Hybridfahrzeugen an den Gesamtneuzulassungen von Pkws im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Für wie viel Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland war der Verkehrssektor verantwortlich im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie hoch waren die jeweiligen Energieträger-Anteile am Bruttostromverbrauch in Deutschland im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie viele Energiesparlampen und Glühlampen wurden 2008 in Deutschland verkauft?
Wie viele Anteile am Verkauf hatten im Bereich der Kühl- und Gefriergeräte jeweils A+- und A++-Geräte im Jahr 2008?
Wie hat sich insgesamt der Absatz von Kühl- und Gefriergeräten in 2008 entwickelt?
Wie hoch war die Nachfrage nach KfW-Fördermitteln im Jahr 2008 für folgende Programme im Vergleich zum Vorjahr?
Wie hoch war die Ausschöpfungsquote der Töpfe
a) CO2-Gebäudesanierungsprogramm;
b) ÖKO PLUS;
c) Fördermittel für Passivhäuser und Energiesparhäuser nach KfW-ESH-40-Standard + ESH60/ HT?
Gibt es für diese Fördertöpfe schon erkennbare Trends in 2009?
Wie oft wurden die Fördermittel im Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Energien im Wärmemarkt im Jahr 2008 abgerufen (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie hoch war die Nachfrage nach dem BMWi-Förderprogramm „Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort“ im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie hoch war die Zahl der Baugenehmigungen im Hochbau im Jahr 2008 (und, falls Daten schon vorhanden sind, im Jahr 2009)?
Wie hat sich insgesamt die Bautätigkeit 2008 im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?
Wie hat sich der Flugverkehr in Deutschland bezüglich Anzahl der Flüge und Passagieraufkommen im Jahr 2008 und in den ersten Monaten von 2009 entwickelt?