Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
8. Wahlperiode
Drucksache 8/860
29.08.77.
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Pfeifer, Daweke, Rühe, Frau Dr. Wilms,
Frau Dr. Wisniewski, Frau Benedix, Dr. Hornhues, Frau Krone-Appuhn, Dr. Pfennig,
Dr. Müller, Schmidt (Wuppertal) und der Fraktion der CDU/CSU
- Drucksache 8/770 -
Berufsaussichten junger Hochschulabsolventen
1. Der Bundesminister für Bildung und
Wissenschaft - MB/II A 6 - 0104-6-13/77 - hat mit
Schreiben vom 25. August 1977 im
Einvernehmen mit dem Bundesminister des Innern, der
Finanzen, für Wirtschaft und für Arbeit und
Sozialordnung die Kleine Anfrage wie folgt
beantwortet:
2. Die Vorbemerkung zur Kleinen Anfrage der
Fraktion der CDU/CSU enthält zwei unrichtige
bzw. mißverständliche Aussagen. Die Fragen
stehen, insbesondere im Hinblick auf
Zeithorizont und Umfang zumindest teilweise im
Widerspruch zu den Planungsmöglichkeiten und -
notwendigkeiten in einem freien und sozialen
Gesellschaftssystem. Vor einer Beantwortung der
Fragen im einzelnen geht die Bundesregierung
daher zunächst in den folgenden vier Punkten
auf die angesprochene Gesamtproblematik des
Zusammenhangs von Bildungs- und
Beschäftigungssystem ein.
Erstens
3. Die Bundesregierung fühlt sich den
Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge, die in den
nächsten Jahren die Nachfrage im
Bildungssystem und nach Anfangspositionen im
Beschäftigungssystem bestimmen werden, in
besonderem Maße verpflichtet. Die Bundesregierung
setzt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden
Mitteln dafür ein, den Angehörigen dieser
Jahrgänge ein ausreichendes Bildungsangebot auf
allen Stufen des Bildungssystems zu sichern und
einer Beeinträchtigung der Ausbildungs- und
Lebenschancen einer ganzen Generation als
Folge der demographischen Entwicklung
entgegenzuwirken. Dies gilt auch für den
Hochschulbereich, der jedoch keine Sonderstellung
einnimmt und im Gesamtzusammenhang der
Angebots- und Nachfragesituation auf allen
Stufen des Bildungswesens gesehen werden muß.
In diesem Bereich liegt nach der bestehenden
Kompetenzverteilung neben den - beschränkten
- Einwirkungsmöglichkeiten des Bundes in
besonderem Maße die Verantwortung bei den
Ländern.
Zweitens
4. Die in der Vorbemerkung zur Kleinen Anfrage
aufgestellte Behauptung, die Bundesregierung
habe bisherige Anfragen von Mitgliedern der
CDU/CSU-Fraktion „ausweichend" beantwortet,
trifft nicht zu. Die Bundesregierung hat eine
kurze Einschätzung der derzeitigen
Sachdiskussion gegeben und auf die engere Fragestellung
bezogene Unterlagen übersandt. Die
Bundesregierung, war dabei davon ausgegangen, daß
die Fragesteller mit den einschlägigen
Veröffentlichungen der Bund-Länder-Kommission für
Bildungsplanung und Forschungsförderung, der
Kultusministerkonferenz, der Bundesanstalt für
Arbeit, der Bundesregierung selbst sowie
wissenschaftlicher und privater Institutionen
vertraut seien.
5. Die in diesem Zusammenhang zu behandelnden
Fragen der Aussagefähigkeit und Verläßlichkeit
von Bedarfsprognosen und der
Entwicklungstendenzen von Bildungs- und
Beschäftigungssystem sind so komplex, daß sie sich in der
Regel einer Behandlung im Rahmen der
Beantwortung einer Kleinen Anfrage entziehen oder
die Darstellung sich auf Kernsätze und
zusammenfassende Schlußfolgerungen beschränken
muß.
6. Eine Zusammenstellung der wichtigsten
veröffentlichten Untersuchungen und Stellungnahmen
zum Thema „Bedarfsprognosen" wird in der
Anlage beigefügt.
Drittens
7. Die in der Vorbemerkung zur Kleinen Anfrage
verwendete Formulierung, die Bundesregierung
habe „zugestanden, daß die Spannungen
zwischen Berufsausbildung und Eintritt in das
Berufsleben in Zukunft zunehmen werden", ist
irreführend. Sie erweckt den Eindruck, als
handele es sich um einen Sachverhalt, der neu ist
und für den die Bundesregierung die alleinige
oder überwiegende Verantwortung zu tragen
habe. Beides trifft nicht zu. Bei der
Sicherstellung ausreichender Ausbildungsmöglichkeiten
für die geburtenstarken Jahrgänge und ihre
nachfolgende Eingliederung in das
Erwerbsleben handelt es sich um eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im
Zusammenwirken aller staatlichen Instanzen, der
Unternehmen der Wirtschaft und der großen
gesellschaftlichen Gruppen im Geist einer Solidarität der
Erwerbspersonen und der Generationen
bewältigt werden kann. Die
Einwirkungsmöglichkeiten der Bundesregierung dürfen dabei schon auf
Grund der freiheitlichen Wirtschafts- und
Berufsverfassung nicht überschätzt werden. Die
Bundesregierung geht davon aus, daß auch die
Fragesteller - trotz des insofern
mißverständlichen Zeithorizonts und Umfangs ihrer Fragen -
an diesen Prinzipien auch für den Bereich der
Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik festhalten
wollen. Dies legt jedoch zugleich den übrigen
Teilnehmern an dieser freiheitlichen
Grundordnung ihren Teil an der Gesamtverantwortung
auf, dem sie sich nicht entziehen dürfen.
8. Die angeblich nicht näher konkretisierten
„Spannungen zwischen Berufsausbildung und
Eintritt in das Erwerbsleben im kommenden
Jahrzehnt" sind von der Bundesregierung
bereits mehrfach dargestellt worden.
/ u. a.: Regierungserklärung des
Bundeskanzlers vom 16. Dezember 1976; Bericht des
Bundesministers für Bildung und Wissenschaft vor
dem Ausschuß für Bildung und Wissenschaft
des Deutschen Bundestages über Aufgaben
und Zielsetzungen der Bildungspolitik in den
kommenden Jahren (vgl. Kurzprotokoll der
2. Sitzung des Ausschusses für Bildung und
Wissenschaft vom 3. Februar 1977) ;
Rede des Bundesministers für Bildung und
Wissenschaft in der Debatte über die Große
Anfrage der CDU/CSU betr. Zukunftschancen
der jungen Generation (Drucksachen 7/4836
und 7/5099) am 30. Juni 1976 (Stenographischer
Bericht, 255. Sitzung des Deutschen
Bundestages) ;
Rede des Bundesministers für Bildung und
Wissenschaft auf der Bildungspolitischen
Konferenz des Deutschen Gewerkschaftsbundes
(DGB) in Essen am 2. November 1976 zum
Thema: „Bildungs- und Beschäftigungssystem
- ein Feld wechselseitiger Beziehungen"
(abgedruckt im Bulletin des Presse- und
Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 117
Seite 1141) ;
Beschlüsse des Kabinettausschusses für
Bildung und Wissenschaft vom 2. April 1976 zur
voraussichtlichen Entwicklung der
Beschäftigungsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen
und zu den drohenden Ungleichgewichten
zwischen Bildungsnachfrage und
Bildungskapazität in den kommenden Jahren;
Thesen und Vorschläge des Bundesministers
für Bildung und Wissenschaft zur
Hochschulpolitik und zur Sicherung der
Ausbildungschancen der geburtenstarken Jahrgänge im
Hochschulbereich, veröffentlicht am 4. Mai
1977 (Ausschußdrucksache 12 des Bundestags
-
Ausschusses für Bildung und Wissenschaft) ;
Bildungspolitische Zwischenbilanz,
herausgegeben vom Bundesminister für Bildung und
Wissenschaft, Bonn, Februar 1976 /
9. Die Probleme liegen in dem Zusammentreffen
demographisch bedingter Veränderungen bei
den Schüler- und Absolventenzahlen einerseits
(Durchlauf geburtenstarker Jahrgänge für einen
Zeitraum von etwa 10 Jahren) und einem
gleichzeitigen starken Ansteigen der Gesamtzahl der
Erwerbspersonen andererseits infolge des
insgesamt sehr heterogenen Altersaufbaus der
Bevölkerung. Dem geburtenstarken Nachwuchs in
den kommenden Jahren stehen nur relativ
wenig Personen gegenüber, die aus den
geburtenschwachen Jahrgängen um den 1. Weltkrieg
das Pensionsalter erreichen. Darüber hinaus
ergeben sich Probleme aus der unterschiedlichen
Struktur der Ausbildungsqualifikationen und
der angebotenen Arbeitsplätze.
10. Die von der Bundesregierung erhobene
Forderung nach einer „Öffnung der Hochschulen",
die auf einem weitgehenden Abbau unnötiger
oder durch Maßnahmen eines „Notzuschlags auf
Zeit" überwindbarer Zulassungsbeschränkungen
zielt, ist daher nicht nur ein
hochschulpolitisches Programm, sie ist vielmehr notwendiger
Bestandteil einer bildungspolitischen
Gesamtstrategie. Die Forderung nach einer
Beschränkung des sog. „harten" numerus clausus auf
wenige Fächer durch intensive
Kapazitätsnutzung und Maßnahmen eines „Notzuschlags auf
Zeit" wird auch gestützt durch die
Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes, in der
zugleich auch darauf hingewiesen wird, daß die
nur begrenzt zur Verfügung stehenden
öffentlichen Mittel nur unter Berücksichtigung auch
anderer wichtiger Gemeinschaftsbelange zur
Verfügung gestellt werden können (Urteil vom
18. Juli 1972 – 1 BvL 32/70 und 25/71, Band 33
S. 334 f. und Urteil vom 8. Februar 1977, 1 BvF
I/76 u. a.).
11. Für die so verstandene „Öffnung der
Hochschulen" gibt es gegenwärtig keine Alternative
im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zur
Sicherung des Ausbildungsplatzangebots.
Zureichende Ausweichmöglichkeiten für abgewiesene
Studienbewerber stehen trotz der Programme
von Bund und Ländern zur Ausweitung des
Ausbildungsangebots nicht zur Verfügung. Zudem
sind die Studienberechtigten nach wie vor ihrer
Vorbildung und ihren Vorstellungen nach
überwiegend nur auf ein Studium ausgerichtet, weil
die nach dem Bildungsgesamtplan angestrebte
Entwicklung von doppeltqualifizierenden
Ausbildungsgängen und berufsbezogenen Inhalten
in der zur Hochschulreife führenden Oberstufe
von den Ländern nur in Ansätzen verwirklicht
wurde. Im Bereich der beruflichen Bildung wirkt
sich – auf Grund des früheren Eintrittsalters
zeitversetzt vor dem Hochschulbereich – in den
kommenden drei bis vier Jahren die
Spitzennachfrage der geburtenstarken Jahrgänge aus.
Sofern ein größerer Teil studienberechtigter
und an sich studienwilliger Bewerber in
Ausbildungsstätten außerhalb der Hochschulen
abgedrängt wird und dort in einen Wettbewerb
mit Haupt- und Realschulabsolventen tritt, die
wegen ihrer Vorbildung auf diese Ausbildung
angewiesen sind, würden sich erhebliche
Probleme im Bereich der beruflichen Bildung
ergeben.
12. Dieselben Probleme hätten sich übrigens in
verstärktem Maße ergeben müssen, wenn – wie es
aus der Kritik an der „Öffnungspolitik" als
Forderung abzuleiten ist – der Hochschulzugang in
den vergangenen Jahren nach den Kriterien
eines vermuteten Bedarfs wesentlich
restriktiver gehandhabt worden wäre. Eine
entsprechend höhere Zahl Jugendlicher wäre dann auf
dem Ausbildungsstellenmarkt schon früher als
Bewerber aufgetreten und träte heute als
Erwerbssuchende auf dem Arbeitsmarkt auf.
Dieselben Probleme würden sich schließlich auch
heute und in den kommenden Jahren in
verschärftem Maße stellen, wenn nicht die
Bundesregierung eine bildungspolitische Kurskorrektur
zugunsten der beruflichen Bildung durchgesetzt
hätte und mit Vorrang förderte.
Die Bundesregierung wird diese Politik in der
Überzeugung weiterverfolgen, daß den in der
Fragestellung weitgehend quantitativ
behandelten Problemen qualitative Probleme zugrunde
-
liegen, deren Lösung nicht allein in Ausbau
oder Umschichtung liegen kann, sondern qua li
-tative Veränderungen in Schule, Berufsbildung
und Studium wie im Beschäftigungsbereich
verlangt.
13. Eine weitere Schwierigkeit liegt in der
Stellenentwicklung im öffentlichen Dienst und der
Finanzlage der öffentlichen Haushalte. Nach
der Personalexpansion in den letzten Jahren,
vor allem im Bildungsbereich, mit der daraus
resultierenden Verjüngung der Altersstruktur
wird der öffentliche Dienst in Zukunft nicht
mehr wie in den Jahren der Expansion bis zu
60 v. H. der Hochschulabsolventen aufnehmen
können. Dennoch ist die Bundesregierung der
Auffassung, daß zu prüfen ist, ob und ggf. durch
welche Maßnahmen die Aufnahmefähigkeit des
öffentlichen Dienstes vom Bedarf her erhöht
werden kann (z. B. Ausweitung der
Möglichkeiten für Teilzeitarbeit).
14. Insgesamt gesehen wird jedoch ein verstärktes
. Angebot an Hochschulabsolventen auf den
nichtöffentlichen Bereich zukommen.
Hochschulabsolventen werden sich in größer werdender
Zahl darauf einstellen müssen, zumindest am
Anfang ihrer beruflichen Laufbahn
Aufgabengebiete zu übernehmen, die ein
Hochschulstudium nach herkömmlicher Auffassung nicht oder
nicht unbedingt erfordern. Bei diesen
Anfangspositionen werden sie in verstärktem Maße mit
Absolventen anderer Bildungsgänge
konkurrieren. Insofern werden Hochschulabsolventen
nicht mehr von vornherein im Vergleich zum
Durchschnitt der Erwerbstätigen auf bevorzugte
Berufsaussichten rechnen können. Die
Entwicklung der Berufsaussichten hängt dann stärker
als heute von der Leistung des einzelnen im
Beschäftigungssystem und weniger von dem .
formalen Bildungsabschluß ab, worin eine
Verbindung des Prinzips der Chancengleichheit mit
dem Leistungsprinzip gesehen werden kann.
15. Die Bundesregierung sieht in dieser
Entwicklung einen gesellschaftlichen Prozeß, der –
weniger als Ergebnis bestimmter politischer
Maßnahmen denn als Auswirkung eines Strebens
nach Teilhabe wachsender
Bevölkerungsschichten an den durch Qualifikation erweiterten
Möglichkeiten der Lebensgestaltung – in allen
freiheitlich verfaßten und hockindustrialisierten
Staaten festzustellen ist. Die Bundesregierung
lehnt es entschieden ab, aus den sich dabei
ergebenden Spannungen die Konsequenz einer
Qualifikationsverweigerung zu ziehen. Sie
betrachtet es als eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe, diese Spannungen – vor allem wenn sie
sich auf Grund konjunktureller, struktureller
und demographischer Entwicklungen zeitweilig
verschärfen – für den einzelnen und für die
Gesellschaft aufzufangen und die darin auch
liegenden Chancen für die weitere Entwicklung
zu nutzen. Dies schließt eine Flexibilität im
Berufsbereich nicht nur von der Nachfrageseite,
sondern auch in der Gestaltung der Ausbildung
und der Studiengänge sowie z. B. in der
Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsprozesse von
Seiten der Arbeitgeber ein. Eine
Bewirtschaftung von Qualifikationsangeboten unter
Bedarfsgesichtspunkten und auf Grund
struktureller status-quo-Vorstellungen widerspräche nicht
nur der Entscheidungsfreiheit des einzelnen; sie
würde auch einen Verzicht auf die Dynamik der
Wechselwirkung zwischen Bildungs- und
Beschäftigungssystem bedeuten, der auf längere
Sicht menschlich, wirtschaftlich und
gesellschaftlich ein höheres Risiko wäre als die hier
zur Rede stehenden Spannungen.
Die Bundesregierung sieht es als besondere
Verpflichtung an, daß die sich aus den
Wechselwirkungen von Bildungs- und
Beschäftigungssystem ergebenden Handlungsmöglichkeiten
erkannt und von den Verantwortlichen in Staat
und Wirtschaft genutzt werden.
Viertens
16. Bedarfsprognosen sollen vor allem dazu
beitragen, Orientierungshilfen für den einzelnen
zu liefern und den Mitteleinsatz im
Bildungswesen möglichst zweckmäßig zu gestalten. Der
Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
hat bereits frühzeitig Prognosen über den
Bedarf und die Beschäftigungsaussichten in den
quantitativ bedeutsamsten Fachrichtungen
erarbeiten lassen und die Ergebnisse in die
gemeinsamen Planungs- und Beratungsgremien
von Bund und Ländern, insbesondere die Bund-
Länder-Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung sowie den
Planungsausschuß nach dem Hochschulbauförderungsgesetz
eingebracht.
17. Prognosen über die voraussichtliche
quantitative und qualitative Bedarfsentwicklung
können jedoch schon wegen einer Vielzahl
statistischer und methodischer Probleme und
Unsicherheiten der Vorausschätzungen nicht zum
bestimmenden Maßstab für den Ausbau im
Bildungsbereich gemacht werden.
18. Die Bundesregierung hat sich zu den
Möglichkeiten und Grenzen von Bedarfsprognosen
mehrfach geäußert. Sie findet ihre Auffassung
durch die Wissenschaft und kürzlich auch durch
die Landesregierung von Baden-Württemberg
in ihrer im März 1977 erschienenen
Veröffentlichung „Chancen der jungen Generation in
Ausbildung und Beruf - Perspektiven und
Maßnahmen" bestätigt. Zu den Hauptproblemen bei
Bedarfsprognosen ist dort ausgeführt (Zitat) :
„- Das Prognosesystem ist in methodischer
Hinsicht relativ inflexibel. Bei konstant
gehaltenen Strukturen werden die am
Arbeitsmarkt trotz gewisser Starrheiten
wirksamen horizontalen und
vertikalen Substitutionsprozesse und die
regionalen Mobilitätsprozesse
vernachlässigt. Das wirkt sich vor allem in einer
Minderschätzung neuer Berufe aus.
— Künftige Wechselwirkungen von
Angebot und Bedarf können nicht
berücksichtigt werden. Insbesondere Akademiker
werden oft für innovatorische und neue
Aufgaben ausgebildet, für die es in der
Vergangenheit keinen feststellbaren
Bedarf gegeben hat.
— Eine Absicherung des theoretisch
ermittelten Bedarfs durch empirische
Erhebungen und Befragungen bei Unternehmen
und Unternehmensverbänden ist nur
begrenzt möglich, weil langfristige
Personalplanungen in der Privatwirtschaft fast
völlig fehlen und auch mittelfristig kaum
genaue Planungen, sondern höchstens
Tendenzvorstellungen bestehen.
— Auch im Bereich der öffentlichen Hand
fehlen auf vielen Gebieten langfristige
Personalplanungen. Soweit sie vorhanden
sind, sind sie mit erheblichen finanziellen
Vorbehalten versehen.
— Diese Unsicherheitsfaktoren treten in den
einzelnen Bereichen graduell gestuft auf.
Am schwierigsten zu prognostizieren ist
der Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft,
da hier eine Vielzahl von Bedingungen
und Annahmen zu berücksichtigen und
zu quantifizieren sind. Im Bereich der
Versorgungsdienstleistungen und im
Bildungswesen ist der Bedarf hingegen
durch die gesellschaftspolitischen
Vorstellungen und politischen Zielwerte
(Schüler-Lehrer-Relationen, Dichteziffern) mit
höherer Sicherheit ermittelbar,
wenngleich wegen der finanziellen Vorbehalte
der Bedarf nur in Bandbreiten festgelegt
werden kann."
19. Neben diesen eher „technischen" Einwänden
sprechen jedoch vor allem grundsätzliche
Überlegungen gegen Vorstellungen einer
perfektionistischen Planbarkeit des Bedarfs und einer
entsprechenden Ausrichtung der Bildungs- und
Beschäftigungspolitik, wie sie aus dem
Wortlaut und dem über das Jahr 1985
hinausreichenden Zeithorizont der Fragen der CDU/CSU-
Fraktion deutlich werden.
20. Der Bundesregierung ist keine Regierung
freiheitlich-demokratischer Prägung bekannt, die
eine derart detaillierte und weitreichende
Bedarfsplanung mit dem Anspruch auf
Vollzugsverbindlichkeit betreibt. Selbst kommunistisch
regierte Länder, in denen eine solche Planung
auf Grund grundsätzlich anderer
Wertvorstellungen der Gesellschaftsordnung möglich ist,
beschränken sich in der Regel auf die Aufstellung
von Fünfjahresplänen, die allerdings im Laufe
des Planvollzugs meist ständig revidiert werden
müssen.
21. Die Bundesregierung stellt fest, daß sie auch
in der Beurteilung dieser grundsätzlichen
Fragen nicht allein steht. In der bereits erwähnten
Veröffentlichung der Landesregierung Baden-
Württemberg heißt es unter „Grundsätze" :
„Unsere gesellschafts- und
wirtschaftspolitische Grundordnung der sozialen
Marktwirtschaft schließt dirigistische Maßnahmen aus.
Eine totale Berufs-, Bedarfs- und
Investitionslenkung kommt deshalb nicht in Betracht.
Demgegenüber sind verstärkt Informations-
und Orientierungshilfen über alternative
Ausbildungsmöglichkeiten erforderlich.
22. Unabhängig von den prinzipiellen Argumenten
sind in einem föderalistisch organisierten
Bildungssystem die Bedingungen und
Möglichkeiten einer solchen Steuerung besonders kritisch
zu beurteilen. Unterschiedliche Regelungen in
der Ausgestaltung und Wertigkeit von
Abschlüssen, in der Dauer der Bildungsabschnitte
oder in den Übergängen zwischen den
Schulstufen und von der Schule in Berufsbildung und
Erwerbstätigkeit erschweren die Möglichkeit
einer Lenkung und bergen die Gefahr, daß sich
bestimmte Maßnahmen regional unterschiedlich
auswirken.
23. Unter Berücksichtigung der Kompetenzlage hat
sich die Bundesregierung frühzeitig und
mehrfach dafür eingesetzt, die Entwicklung des
Studienplatzangebots und die damit
zusammenhängenden Fragen — insbesondere der inhaltlichen
Entwicklung des Studienangebots
(Studienreform), der beschäftigungspolitischen Fragen und
des Dienstrechts mit den Ländern zu beraten und
Maßnahmen zu treffen. Bereits am 8. Dezember
1975 hat die Bund—Länder—Kommission — unter
wesentlicher Mitarbeit des Bundes — den Bericht
über die „Entwicklung des Angebots und
Bedarfs an Hochschulabsolventen" (BLK-
Drucksache K 2/76) verabschiedet, ihn mit dem
Planungsausschuß für den Hochschulbau und mit
dem Finanzplanungsrat abgestimmt und den
Regierungschefs von Bund und Ländern vorgelegt.
24. Die Konferenz der Finanzminister der Länder
hat eine Vorausschätzung des zukünftigen
Ersatzbedarfs der öffentlichen Hand erarbeitet, in
der die unter Ziffer 14 bereits dargelegte
Problematik der Auswirkungen von
Personalexpansion, Lage der öffentlichen Finanzen und
Altersgliederung der Bediensteten dargelegt und
quantifiziert wurde. Diese Vorausschätzung
wurde den Regierungschefs von Bund und
Ländern mit einer Stellungnahme der Bund—
Länder—Kommission für Bildungsplanung
übermittelt. In dieser Stellungnahme haben die der
Bund—Länder—Kommission angehörenden
Mitglieder der Regierungen des Bundes und der
Länder auf die Bedeutung solcher Berechnungen
hingewiesen, die nicht als politische
Festlegungen verstanden werden dürfen, sondern
vielmehr dazu dienen können, die Notwendigkeit
struktureller Veränderungen aufzuzeigen und
Aktionsparameter für politisches Handeln zu
geben.
25. Am 14. März 1977 hat die BLK die „Prognose
des globalen, des schularten- und des
fächerspezifischen Lehrerangebots und -bedarfs bis
zum Jahre 1985" zur Kenntnis genommen. In
diesen Arbeiten sind die bis zu diesem
Zeitpunkt zur Verfügung stehenden methodischen
und prognostischen Materialien berücksichtigt
worden.
26. Ausgehend von einer Initiative des
Bundeskanzlers befassen sich die Regierungschefs von
Bund und Ländern mit der Entwicklung des
Studienplatzangebots und den damit
zusammenhängenden Fragen, insbesondere den
Auswirkungen auf das Beschäftigungssystem
einschließlich der dienst- und besoldungsrechtlichen
Möglichkeiten der öffentlichen Hand sowie den
notwendigen Veränderungen des Studiensystems.
Hierzu ist inzwischen ein Beschlußvorschlag
über politische Eckwerte erarbeitet worden,
über den bereits weitgehende Übereinstimmung
zwischen Ländern und Bund erzielt worden ist.
Hierüber werden die Regierungschefs am 14.
Oktober 1977 entscheiden.
27. Die Bundesregierung hat die Erfahrung machen
müssen, daß die Aufnahme und Umsetzung ihrer
Vorschläge in der gemeinsamen Arbeit mit den
Ländern einen erheblichen Zeitaufwand
verlangt. Sie ist jedoch der Auffassung, daß aus
diesen gemeinsamen Anstrengungen eher
Antworten und Maßnahmen bezüglich der
Zukunftschancen der jungen Generation erwartet
werden können, als wenn langfristige
„Berechnungen", nach denen bis zum Jahr 1997 (!) die Zahl
der Personen mit Hochschulabschluß auf 4,1
oder 5 Millionen ansteigen soll, ohne
Diskussion der Voraussetzungen und der
zwischenzeitlichen strukturellen Veränderungen in Studium
und Arbeitswelt unter der Überschrift
„Potential der Revolte" in die Öffentlichkeit gegeben
werden. Diese Art von langfristigen
Berechnungen auf der Basis unveränderter Strukturen im
Ausbildungs- und Beschäftigungsbereich in
Verbindung mit dieser Form der Argumentation
leistet weder Orientierungshilfe für den
einzelnen noch Entscheidungshilfe für die Politik. Sie
führt vielmehr von der Verantwortung für
Studienreform, für die gemeinsam zu leistende
Sicherung eines ausreichenden
Ausbildungsplatzangebots und für Veränderungen auch in
der Beschäftigungs- und Einkommensstruktur
weg. Es ist falsch, wenn man die Frage nur
darauf konzentriert, wie hoch die Zahl der
Studierenden und der Absolventen ist; wesentlich für
die Beurteilung ist die Frage, wie die
Studiengänge gegliedert und die Studieninhalte
gestaltet sind und in welchem Verhältnis das zu den
Entwicklungstendenzen im
Beschäftigungssystem steht.
28. Trotz dieser Einschätzung sollen – wo immer
dies von der Datenlage her möglich und
vertretbar ist – die Prognosemethoden und -
techniken weiterhin verbessert, Untersuchungen
über die voraussichtliche Bedarfsentwicklung
angeboten und durch Qualifikationsforschung
ergänzt werden, um daraus Orientierungshilfe
und Trendinformationen für den einzelnen wie
für die Entwicklung politischer
Handlungselemente zu gewinnen.
29. Die „Schlußfolgerungen" in dem bereits
erwähnten Bericht der Bund–Länder–Kommission
„Entwicklung des Angebots und Bedarfs an
Hochschulabsolventen" enthalten dazu folgende
Aussage:
„Bund und Länder sollten die
Weiterentwicklung der wissenschaftlichen und statistischen
Grundlagen für die Berücksichtigung von
Beschäftigungsaspekten in der Bildungsplanung
auch unter Erprobung neuer methodischer
Ansätze verstärkt fördern. Dabei sollten vor
allem solche Arbeiten gefördert werden, die
die wechselseitigen Beziehungen zwischen
Bildungsinhalten und Bedarfsentwicklung
(Qualifikationsforschung) aufhellen."
30. Bezüglich der in der Kleinen Anfrage und der
sie begleitenden Presseerklärung bezweifelten
Verwertbarkeit von Hochschulqualifikationen
verweist die Bundesregierung nochmals auf die
Veröffentlichung der Landesregierung Baden-
Württemberg, mit der sie in der folgenden
Beurteilung weitgehend übereinstimmt:
„Angesichts der Unsicherheiten hinsichtlich
der künftigen Entwicklung des
Arbeitskräftebedarfs nach Berufen, Tätigkeitsinhalten
oder Qualifikationsstufen lassen sich aus dem
Blickwinkel der Wirtschaft für das
Beschäftigungssystem keine verbindlichen
Zielvorgaben für den erforderlichen Output des
Bildungs- und Ausbildungssystems ableiten.
Selbst wenn dies möglich wäre und das
Angebot des Bildungssystems entsprechend
strukturiert würde, könnten qualitativ bedingte
Fehlentwicklungen zwischen Angebot und
Nachfrage an Arbeitskräften auf Grund der
grundsätzlichen Freiheit der Berufswahl nicht
ausgeschlossen werden. Sind aber derartige
Fehlentwicklungen aus den genannten
Gründen nicht auszuschließen, muß zumindest
überprüft werden, welche Art von
Fehlentwicklungen die Beschäftigungsrisiken der
betroffenen jungen Menschen möglichst gering
halten.
Fehlentwicklungen hinsichtlich des
Qualifikationsniveaus von Arbeitskräften können
Unter-, Über- oder Andersqualifikationen sein.
Insgesamt beinhalten demnach dann, wenn
sich Fehlentwicklungen der
Qualifikationsstruktur der Arbeitskräfte gegenüber dem
Arbeitsmarktbedarf nicht vermeiden lassen –
sei es aus Gründen der mangelnden oder
unsicheren Informationen, sei es aus Gründen
falschen Wahlverhaltens bei der Ausübung
der freien Berufswahl –, Tendenzen zur
Überqualifikation geringere Beschäftigungsrisiken
für die junge Generation."
Soweit in einzelnen Fachrichtungen die
Entwicklung unter Bedarfsgesichtspunkten
erkennbar eher in Richtung einer Anders- als einer
Überqualifikation verläuft, ist zu prüfen,
wieweit diese Entwicklung z. B. durch
Umschichtungsmaßnahmen und durch verbesserte
Studien- und Berufsberatung beeinflußt werden
kann.
31. Die Bundesregierung hält also fest:
— Das Bemühen um Verbesserung der
Prognosetechnik darf nicht zu einer
mechanistischen Perspektive führen, die den Spielraum
für Verhaltensänderungen in freiheitlicher
Entscheidung der Bürger und für strukturelle
Veränderungen im Bildungs- und
Beschäftigungssystem verkennt oder im Ergebnis
sogar einschränkt.
— Trendberechnungen und Prognosen können
und dürfen nicht als Ersatz für politisches
Handeln gelten, sondern dienen zur
Erhellung der Notwendigkeiten und Bedingungen
für politisches Handeln.
— Vorausschätzungen in den Bereichen
Bildungssystem und Beschäftigungssystem
können, sobald sie über einen relativ
kurzfristigen Zeitraum hinausgehen, nicht oder nur
sehr bedingt als Bild einer voraussichtlichen
Entwicklung verstanden werden, da sie
künftige strukturelle Veränderungen nicht
oder nur spekulativ einbeziehen; ihr Wert
liegt eher darin, die Notwendigkeit und die
Bedingungen solcher Änderungen
aufzuzeigen und Handlungselemente für eine
entsprechende Politik zu liefern.
Dementsprechend hat z. B. der Wissenschaftsrat seine
Überlegungen zur Hochschulentwicklung
– soweit sie quantifiziert wurden – auf den
Zeitraum von 1976 bis 1985 begrenzt; nur
bis dahin sind relativ gleichbleibende
Annahmen über die zugrundeliegenden
quantitativen und qualitativen Strukturen
möglich. Andererseits erfordern die langen
Fristen für die Umsetzung bildungspolitischer
Maßnahmen, daß die anstehenden
Entscheidungen, z. B. in der Studienreform heute
getroffen und umgesetzt werden, damit sie
ab Beginn der achtziger Jahre voll wirksam
werden können.
— Die bestehenden und zu erwartenden
Spannungen im Verhältnis von Bildungssystem
und Beschäftigungssystem können nicht
allein quantitativ gesehen und durch
quantitative Maßnahmen aufgefangen werden.
Dies setzt Flexibilität im Ausbildungs- und
Berufsverhalten der Auszubildenden und
Absolventen, ebenso aber Flexibilität der
Arbeitgeber in der Gestaltung der
Arbeitsplätze, Arbeitsprozesse und
Arbeitsbedingungen voraus. Dazu bedarf es einer Politik,
die die notwendigen Voraussetzungen
hierfür fördert und sichert.
— die Bundesregierung lehnt eine aus den
Fragen der Opposition abzuleitende
Argumentation für eine Politik der
Ausbildungsverweigerung im Hochschulbereich wie auch in den
anderen Ausbildungsbereichen ab.
32. Unter Bezugnahme auf die vorangehenden,
notwendigerweise umfangreicheren Klarstellungen
beantwortet die Bundesregierung die einzelnen
Fragen wie folgt:
1. Derzeitiger Stand und voraussichtlicher
Zuwachs an ausgebildeten Naturwissenschaftlern,
Pharmazeuten, Sprach- und
Kulturwissenschaftlern sowie Ingenieuren
1.1 Wie viele Personen mit abgeschlossener
Hochschulausbildung in diesen Fächern stehen zur
Zeit im Berufsleben, aufgegliedert nach den
Hauptberufssparten (z. B. bei den
Naturwissenschaftlern nach Physikern, Mathematikern,
Chemikern etc.) ?
1.2 Wie viele Hochschulabsolventen werden
voraussichtlich in den Jahren 1977 bis 1985 auf
Grund ihrer Ausbildung in diese Berufssparten
nachrücken wollen?
1.3 Kann die Bundesregierung Schätzzahlen im
Sinne der Frage 1.2 für die Jahre nach 1985
angeben?
1.4 Von welcher Erfolgsquote (bestandene
Abschlußprüfungen zur Zahl der Studienanfänger)
geht die Bundesregierung bei der
Beantwortung zu 1.2 und 1.3 aus?
2. Mit welchen Abgängen von Erwerbspersonen
mit Hochschulausbildung rechnet die
Bundesregierung in den bisher aufgeführten
Berufssparten für die genannten Jahre?
33. Die beigefügte Übersicht 1 gibt die Entwicklung
der Anzahl der Studienanfänger und der
Studenten insgesamt und in den genannten
Fachrichtungsgruppen für den Zeitraum von 1973
bis 1976 wieder, Übersicht 2 weist die Zahl der
Hochschulabsolventen mit bestandenen
Abschlußprüfungen in den genannten
Fachrichtungen für die Jahre 1975 und 1976 aus.
34. Prognosen für die zukünftige Entwicklung der
Absolventenzahlen für das Bundesgebiet liegen
nur jeweils nach Fachbereichen im Rahmen der
Angebots- und Bedarfsstudien für die
wichtigsten Fächergruppen vor (vgl. Übersichten 4 bis 6
sowie das Materialverzeichnis, Teil B, im
Anhang). Da diesen Studien unterschiedliche
Ausgangszahlen und Modellannahmen zugrunde
liegen, ist eine einfache Aufsummierung nicht
möglich. Die Entwicklung in der
Bildungsbeteiligung und im Übergangsverhalten in der
jüngsten Vergangenheit bieten keine verläßliche
Grundlage für eine Globalprognose der
Absolventenzahlen. Als Schätzgrößen aus heutiger
Sicht kann davon ausgegangen werden, daß im
Zeitraum von 1981 bis 1985 durchschnittlich
etwa 125 000 Absolventen von Hochschulen und
Fachhochschulen ins Erwerbsleben eintreten
werden gegenüber durchschnittlich 100 000 im
Fünfjahreszeitraum 1976 bis 1980. Dies würde
bedeuten, daß der Anteil der Erwerbspersonen
mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluß, der
1970 bei 5,5 v. H. und 1975 bei etwa 6,1 v. H.
lag, 1980 bei 7,3 bis 7,5 v. H. und 1985 bei 8,9
bis 9,2 v. H. läge.
35. Die Übersichten 3 bis 6 geben einen Überblick
über die Bestände an erwerbstätigen
Hochschulabsolventen nach den Volks- und
Berufszählungen 1961 und 1970 insgesamt und nach
Fachrichtungen sowie über die voraussichtliche
Bedarfsentwicklung in den genannten
Fachrichtungen nach den Ergebnissen der derzeit
vorliegenden Prognosen. Wie in der Vorbemerkung
im einzelnen ausgeführt, können diese
Angaben wegen der prognostischen Unsicherheiten
jedoch nur als Schätzwerte im Sinne von
Orientierungshilfen verwendet werden; eine
ausschließlich am Bedarf orientierte Planung und
eine entsprechende Zulassungssteuerung kann
darauf nicht aufgebaut werden und wäre mit
unserer Verfassung auch nicht zu vereinbaren.
36. In diesem Zusammenhang ist auch nochmals auf
die Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichtes (im sog. Numerus-clausus-Urteil, vgl. 1 BvF
I/76 u. a. vom 8. Februar 1977) zu verweisen,
nach der die von den geburtenstarken
Jahrgängen ausgehende verstärkte Nachfrage nach
Ausbildungsangeboten auch im Hochschulbereich
besondere Anstrengungen zur vollen
Ausnutzung und zusätzlichen Bereitstellung von
Ausbildungskapazität erfordert. Für
kapazitätswirksame Maßnahmen im Hochschulbereich ist daher
nicht nur die voraussichtliche
Bedarfsentwicklung, sondern insbesondere auch die Nachfrage
nach Ausbildungsangeboten zu berücksichtigen.
37. Aktuelleres Material über den
Ausbildungsstand der Erwerbsbevölkerung ist aus dem
Mikrozensus von 1976 zu erwarten. Eine
Bereitstellung entsprechender Daten aus der im
Aufbau befindlichen Beschäftigtenstatistik der
Bundesanstalt für Arbeit und des Statistischen
Bundesamtes (für den Kreis der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) ist geplant.
3. Ersatzbedarf und zusätzlicher Bedarf an
Hochschulabsolventen in Staat, Wirtschaft und
anderen Tätigkeitsbereichen
3.1 Kann die Bundesregierung, möglicherweise in
Alternativrechnungen, den Ersatzbedarf und
den zusätzlichen Bedarf an Erwerbspersonen
mit Hochschulbildung, aufgegliedert nach
Hauptberufssparten,
— für den Staat,
— in der Wirtschaft,
— in anderen Tätigkeitsbereichen
für den Zeitraum bis 1985 bzw. später schätzen
(es wird gebeten, die Modellannahmen kurz
darzustellen) ?
3.2 Was ist nach Ansicht der Bundesregierung die
wahrscheinliche Entwicklung?
38. Die Bundesregierung ist bestrebt, in den
Bereichen, in denen weitgehend gesicherte Daten
(z. B. Schülerzahlen) für einen mittelfristigen
Zeitraum zur Verfügung stehen und weitere
prognosebestimmende Parameter (z. B.
Dichteziffern, Schüler—Lehrer-Relationen) in
entscheidendem Maße von der öffentlichen Hand
bestimmt werden können, möglichst vollständige
Bedarfsprognosen vorzulegen oder an ihnen
mitzuarbeiten. Dies gilt z. B. für die Prognose
des globalen, des schularten- und des
fächerspezifischen Lehrerangebots und Lehrerbedarfs
bis zum Jahr 1985, den die Bund—Länder—
Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung im März 1977 vorgelegt hat. Dennoch
bleibt auch hier offen, ob und inwieweit die von
derzeitigen politischen Setzungen mitgeprägte
Prognose durch die politische Entscheidung zur
gegebenen Zeit bestätigt wird.
39. Eine Bedarfsschätzung im Bereich der
Wirtschaft und in anderen Tätigkeitsbereichen ist
dagegen selbst auf eine kurz Frist mit großen
Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden.
40. Die Wirtschaft ist einem fortwährenden
Wandel durch ständige regionale, sektorale und
strukturelle Anpassung an die demographische,
technologische und weltwirtschaftliche
Entwicklung unterworfen, nicht zuletzt auch auf Grund
der Ein- und Mitwirkung der Parlamente von
Bund und Ländern. Veränderungen im
Bildungsangebot und im Bildungsverhalten wirken sich
ebenso auf die Wirtschaft aus wie sie sich als
Reaktion auf Veränderungen in der Wirtschaft
ergeben. In diesem Bereich gibt es keine
„unveränderlichen" Trends; Vorstellungen über
eine mechanistische Fortschreibungsmöglichkeit
von zur Zeit bestehenden Verhältnissen sind
irrig.
41. Eine auf das Jahr 1985 oder sogar darüber
hinaus bezogene Beurteilung der
„wahrscheinlichen Entwicklung" in der Form und
Aufgliederung, wie sie in Frage 3 verlangt wird, kann
die Bundesregierung daher — aus den in der
Vorbemerkung im einzelnen dargelegten
Gründen — nicht geben.
Schätzwerte für die genannten Fachrichtungen
auf Grund der derzeit vorliegenden Prognosen
sind in den bereits erwähnten Übersichten 3
bis 6 zusammengefaßt.
Weil eine sachgerechte Darstellung der
Modellannahmen bei den einzelnen Prognosen den
Rahmen der Beantwortung einer Kleinen
Anfrage sprengen würde, wird hierzu auf das
beigefügte ausführliche Materialverzeichnis
verwiesen. Die Verbesserung der Datenbasis und
die Weiterentwicklung des
Prognoseinstrumentariums ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund
und Ländern in den hierfür vorgesehenen
gemeinsamen Gremien der Bildungsplanung; die
Antwort zur Frage 5 enthält hierzu weitere
Angaben.
4. Alternativen für Hochschulabsolventen und
Verdrängungswettbewerb für
Andersqualifizierte
4.1 Welche konkreten Ausweichmöglichkeiten sieht
die Bundesregierung, wiederum aufgegliedert
nach Hauptberufssparten, für diejenigen
Hochschulabsolventen, die in den Jahren bis 1985
bzw. später die Hochschulen verlassen und die
auf Grund des geschätzten Ersatzbedarfs und
des geschätzten Zuwachsbedarfs keine
„adäquaten" Berufschancen erwarten können?
4.2 Wie beurteilt die Bundesregierung in diesem
Zusammenhang den Verdrängungswettbewerb
zwischen Hochschulabsolventen und
Andersqualifizierten, und welche Möglichkeiten sieht
sie, für Andersqualifzierte noch
Aufstiegschancen im Beruf zu sichern?
42. Die Chance, ein Studium an einer Hoch- oder
Fachhochschule durchführen zu können, darf
nicht gleichzeitig als ein Anrecht auf eine
herausgehobene Berufs- und Lebensstellung (mit
den damit verbundenen
Einkommenserwartungen) im Sinne der traditionellen
Akademikerpositionen im Beschäftigungssystem verstanden
werden.
43. Der bisherige starre Zusammenhang zwischen
Bildungsabschluß und Berufs- und
Aufstiegschancen sollte überprüft werden. Damit wird in
keiner Weise einer stärkeren Trennung
(„Entkoppelung") von Bildungs- und
Beschäftigungssystem das Wort geredet; die Bundesregierung
setzt sich vielmehr— wie bereits in der
Vorbemerkung erwähnt — für eine verstärkte
Qualifikationsforschung sowie die Verwirklichung der
im Hochschulrahmengesetz verankerten
Forderungen nach einer Reform der Studieninhalte
ein.
44. Es ist aber ganz offensichtlich, daß auf Grund
des bereits in den letzten 10 bis 15 Jahren
erheblich gestiegenen und auch in den
kommenden Jahren vergleichsweise hohen Anteils eines
Altersjahrgangs, der eine Hochschulausbildung
absolviert, die resultierende Zahl der
Hochschulabsolventen nicht mehr allein für
traditionelle Akademikerfunktionen eingestellt werden
kann, sondern auch für geeignete Positionen,
bei denen in der Vergangenheit von einem
anderen Ausbildungsabschluß ausgegangen
worden ist. Dabei muß man auch die
Veränderungen in Rechnung stellen, die sich bei der
Bewertung von Berufspositionen ergeben. Eine solche
Tendenz zur Ausweitung der Tätigkeitsbereiche
für Hochschulabsolventen ist im übrigen eine
Erscheinung, die schon seit langer Zeit in allen
vergleichbaren Industriestaaten festzustellen
und dort vielfach weiter fortgeschritten ist als
in der Bundesrepublik.
45. Das Bildungs- und das Beschäftigungssystem
werden sich auf diese neuen Quantitäten und
Qualifikationsstrukturen einstellen müssen.
Wirtschaft und Staat sollten sich bemühen,
diesen neuen Anforderungen, die zugleich Chancen
sind, in stärkerem Maße als bisher Rechnung
zu tragen. Untersuchungen u. a. aus den
Vereinigten Staaten zeigen, daß auch
Hochschulabsolventen, die in nach heutigem Verständnis
als „nicht-adäquat" empfundenen mittleren und
gehobenen Positionen beschäftigt werden, nach
wenigen Jahren eine hohe Berufszufriedenheit
entwickeln und ihre Ausbildung als sinnvoll
verwertbar ansehen (vgl. „College as a
Training Ground for Jobs", hrsg. vom Higher
Education Research Institute, Los Angeles 1977).
46. Der Wettbewerb von Hochschulabsolventen
und Nicht-Hochschulabsolventen um Positionen,
die bisher üblicherweise von Nicht-
Hochschulabsolventen besetzt oder typische
Aufstiegspositionen für diese waren, wird in Zukunft
zunehmen. Die Berufserfahrung und bereits
erwiesene Leistungsfähigkeit des Nicht-
Hochschulabsolventen konkurrieren dabei mit der
Ausbildung des Hochschulabsolventen. Stimmen
aus der Wirtschaft zeigen, daß dieser
Wettbewerb durchaus nicht von vornherein zugunsten
des Hochschulabsolventen entschieden sein
muß.
47. Die bereits erwähnte Notwendigkeit, Aufstiegs-
und Einstiegschancen weniger an formalen
Bildungsabschlüssen zu orientieren und sie
flexibler zu gestalten, gewinnt daher auch für die
Sicherung eines ausgewogenen Verhältnisses
der Berufschancen von Hochschulabsolventen
und von den Inhabern anderer Qualifikationen
an Bedeutung.
48. Darüber hinaus sollen ausreichende und
qualitativ anerkannte Weiterbildungsangebote dazu
beitragen, die Berufschancen auch unabhängig
von der Erstausbildung zu verbessern. Die
Bundesregierung betrachtet das von ihr vorgelegte
und inzwischen in Kraft getretene
Fernunterrichtsschutzgesetz und ihre Vorschläge zum
Ausbau des Fern- und Medienunterrichtes als
wichtige Schritte auf diesem Weg.
5. Soweit die Bundesregierung die vorstehenden
Fragen nicht mit der Angabe von
Größenordnungen beantworten kann, ist sie
gegebenenfalls bereit, die notwendigen Berechnungen und
Prognosen zu veranlassen? Bis zu welchem
Zeitpunkt kann in diesen Fällen das
Datenmaterial zur Verfügung gestellt werden?
49. Die Bundesregierung wird weiterhin in
Bereichen, in denen die vorhandenen Daten und die
prognosebestimmenden Faktoren dies erlauben
(wie z. B. beim Lehrerbedarf), Untersuchungen
über die voraussichtliche Entwicklung des
Bedarfs erarbeiten und unterstützen.
50. Sie wird sich dabei insbesondere bemühen, den
in dem Bericht „Entwicklung des Angebots und
Bedarfs an Hochschulabsolventen" der Bund-
Länder-Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung enthaltenen Auftrag an
Bund und Länder zur Weiterentwicklung der
Grundlagen für die Berücksichtigung von
Beschäftigungsaspekten in der Bildungsplanung
gerecht zu werden.
51. Alle Planungen und Prognosen in den hier zur
Rede stehenden Bereichen bedürfen der
Mitarbeit der Länder. Das ergibt sich aus der
Verantwortung und den Entscheidungsbefugnissen
der Länder sowie daraus, daß erst in der
regionalen Umsetzung und Konkretisierung die
Ergebnisse für den einzelnen Bürger Bedeutung
gewinnen und Entscheidungshilfe geben
können. In diesem Zusammenhang ist auch der
Beschluß der BLK vom 6. Juni 1977, den mit
Vertretern des Bundes und der Länder besetzten
Ausschuß „Bildungsplanung" mit der
Fortschreibung des Bildungsgesamtplans zu beauftragen,
von besonderer Bedeutung. Die Arbeiten sollen
im Herbst 1977 begonnen werden und u. a. den
Problemfeldern „Quantitative Entwicklung"
(planerische Konsequenzen aus der
demographischen Entwicklung für die einzelnen Bereiche
des Bildungswesens) und „Wechselwirkungen
zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem
in quantitativer und qualitativer Hinsicht"
besondere Beachtung schenken (vgl. BLK-
Drucksachen K 40/77 und K 28/77).
Übersicht 1
Studienanfänger nach Fächergruppen und Hochschularten
- in Tausend -
Jahr 1) Studienanfänger
Ins
-
gesamt Theologie,
Sprach-,
Kultur
wissen
schaften
Rechts-,
Wirt
schafts-,
Sozial
wissen
schaften
Mathe
matik,
Natur
wissen
schaften,
Pharmazie
davon
Ingenieur
wissen
schaften
Medizin,
Tier
medizin
Agrar
wissen
schaften
Kunst
wissen
schaften,
Gestaltung
Gesamthochschulen
1973 9,9 2,3 2,1 1,3. 3,6 0,01 0,2 0,5
1974 10,7 2,9 2,1 1,8 3,0 0,01 0,2 0,6
1975 9,8 2,4 2,2 1,3 3,0 0,05 0,2 0,7
1976 11,1 2,2 3,1 1,7 3,4 0,08 0,2 0,4
Universitäten und Pädagogische Hochschulen
1973 110,8 42,2 22,2 26,4 8,4 5,2 3,2 3,2
1974 112,4 41,9 24,6 25,7 8,6 5,2 3,2 3,2
1975 112,1 36,1 23,4 25,5 11,7 5,9 3,2 4,3
1976 107,9 37,9 21,8 22,9 12,9 6,1 3,3 3,1
Kunsthochschulen
1973 2,7 - 0,06 - 0,1 - - 2,4
1974 2,6 - 0,06 - 0,1 - - 2,4
1975 2,8 - 0,06 - 0,06 - - 2,7
1976 2,6 - 0,04 - 0,05 - - 2,5
Fachhochschulen
1973 41,3 1,0 15,7 0,8 21,1 - 1,0 1,7
1974 42,5 1,1 15,5 1,0 22,0 - 1,2 1,8
1975 43,8 0,8 15,3 1,1 23,1 - 1,6 2,0
1976 46,5 1,2 16,7 1,3 23,2 - 1,7 2,4
Hochschulen insgesamt
1973 164,7 45,5 40,1 28,5 33,2 5,2 4,4 7,8
1974 168,3 45,4 42,3 28,5 33,7 5,2 4,6 8,0
1975 166,6 39,3 40,9 27,9 37,9 5,9 5,0 9,7
1976 168,1 41,3 41,6 25,9 39,5 6,1 5,2 3,4
1 ) Sommer- und folgendes Wintersemester
noch Ubersicht 1
Studenten nach Fächergruppen und Hochschularten
- in Tausend -
Jahr 1) 1 Studenten
Ins
-
gesamt Theologie,
Sprach-,
Kultur
wissen
schaften
Rechts-,
Wirt
schafts-,
Sozial
wissen
schaften
Mathe
matik,
Natur
wissen
schaften,
Pharmazie
davon:
Ingenieur
wissen
schaften
Medizin,
Tier
medizin
Agrar
wissen
schaften
Kunst
wissen
schaften,
Gestaltung
Gesamthochschulen
1973 32,9 8,1 6,1 3,2 12,1 0,4 0,7 2,4
1974 39,1 10,1 7,9 4,7 12,6 0,5 0,7 2,7
1975 43,6 11,2 9,2 5,1 13,6 0,7 0,7 3,1
1976 49,0 12,1 12,1 6,6 13,5 1,1 0,8 2,9
Universitäten und Pädagogische Hochschulen
1973 558,2 189,2 117,8 123,4 55,3 48,0 10,0 14,5
1974 602,9 209,0 127,0 130,1 58,4 50,0 11,4 16,9
1975 637,8 216,8 136,6 133,7 67,7 52,7 14,0 16,3
1976 656,0 226,1 137,8 134,8 68,3 57,2 14,8 17,0
Kunsthochschulen
1973 14,9 - 0,2 - 0,9 - - 13,8
1974 15,2 - 0,2 - 0,8 - - 14,2
1975 15,4 - 0,2 - 0,5 - - 14,7
1976 15,3 - 0,2 - 0,4 - - 14,6
Fachhochschulen
1973 122,9 2,7 40,7 2,9 67,0 - 3,0 6,6
1974 133,4 3,2 45,4 3,4 71,2 - 3,2 7,1
1975 145,5 2,8 49,0 3,3 78,5 - 3,9 8,0
1976 157,1 2,4 53,3 3,4 34,7 - 4,7 8,5
Hochschulen insgesamt
1973 729,0 200,0 164,8 129,5 135,3 48,4 13,7 37,3
1974 790,5 222,2 180,5 138,2 143,0 50,5 15,3 40,9
1975 813,2 237,8 195,0 142,1 160,3 53,4 18,6 42,1
1976 877,3 240,6 203,4 144,8 166,9 58,3 20,3 43,0
1 ) Wintersemester
Quelle: Grund-Strukturdaten des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft
Übersicht 2
Bestandene Abschlußprüfungen (Deutsche und Ausländer)
WS 1974/75 und SS 1975 in ausgewählten Fachrichtungen
Studiengebiet Diplom
und sonstige
Abschlußprüfungen
Lehramtsprüfungen
(1. Staatsprüfung und
Zusatz-Ergänzungs-
und Erweiterungs-
Graduierungen Doktor
prüfungen
-
prüfung 1)
WS 1974/75 SS 1975 WS 1974/75 SS 1975 WS 1974/75 SS 1975 WS 1974/75 SS 1975
Insgesamt 15 860 17 809 39 547 34 273 12 066 15 349 5 596 5 822
darunter:
Sprach- und Kultur
-
wissenschaften
2 043 2 447 18 654 17 466 204 248 709 646
Wirtschafts- und Gesell
schaftswissenschaften
5 275 5 225 2 933 2 936 4 120 6 436 731 612
Mathematik, 2 762 2 776 11 591 8 620 130 178 1 202 1 356
Naturwissenschaften
davon:
Mathematik 505 637 4 155 3 090 3 15 110 107
Physik, Astronomie 625 664 934 819 - - 293 345
Chemie 687 630 774 697 104 94 418 508
Pharmazie 377 278 - - - - 61 54
Biologie 337 338 2 361 1 658 - - 199 202
Humanmedizin 2 693 3 326 - - - - 2 166 2 281
Ingenieurwissen
schaften
2 162 2 766 542 404 6 687 7 078 418 609
davon:
Maschinenbau, 601 918 306 250 2 671 2 849 200 263
Verfahrenstechnik
Elektrotechnik 581 731 173 124 1 882 2 036 70 117
Architektur, 379 570 9 11 936 985 27 24
Innenarchitektur
Bauingenieurwesen 359 306 54 18 640 736 65 156
Quelle : Statistisches Bundesamt, Vorläufige Ergebnisse
1 ) Fallzählung, keine Personenzählung (die gleiche Person kann in mehreren Fächern Prüfungen ablegen und
wird dann mehrfach gezählt)
Ubersicht 3
Erwerbstätige Hochschulabsolventen
- in 1000 -
Ist-Bestände Prognosen
nach Volkszählung
Riese Alex DIW Krafft
1961 1970 1981 1980 1980 1980
Land- und Forstwirtschaft 18,5 20,6 26,6 25,9 27,7 24,1
Theologie 40,0 46,6 54,7 60,5 50,0 49,1
Sprach- und Kulturwissenschaften 280,3 359,6 646,0 626,7 498,2 330,6
einschließlich Lehramt
Wirtschafts- und Sozialwissen
-
schaften
58,3 85,9 95,0 107,7 94,7 171,7
Rechtswissenschaften 82,8 93,6 115,4 114,5 116,7 215,7
Ingenieurwissenschaften 99,3 104,5 171,7 194,7 163,7 254,6
Naturwissenschaften 52,2 91,2 112,2 129,3 122,4 115,7
Allgemeine Medizin 86,3 114,7 104,6 154,7 143,3 160,6
Zahnmedizin 24,5 28,0 40,8 41,7 39,5 43,1
Tiermedizin 8,1 9,3 9,4 11,4 14,3 11,9
Pharmazie 21,6 28,5 27,3 27,9 22,9 38,8
Zusammen 771,9 982,5
Sonstige - 87,7 - - 8,2 6,5
Insgesamt 771,9 1070,2 1403,8 1494,8 1301,8 1420,6
Quelle: Bericht der Bund-Länder-Komission für Bildungsplanung und Forschungsförderung „Entwicklung des
Angebots und Bedarfs an Hochschulabsolventen", BLK-Drucksache K 2/76 vom 7. Januar 1976
Ubersicht 4
Naturwissenschaftler und Ingenieure
Die Prognose des Battelle-Instituts zum „Bedarf und Angebot an Ingenieuren und
Naturwissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990" kommt
zusammengefaßt zu folgenden Ergebnissen:
Ubersicht
Entwicklung des Bedarfs und Angebots
an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern 1 )
— in 1000—
1975 1980 1985 1990
Gesamtbedarf
— Untergrenze 540,5 563,4 588,5 615,5
— Mittelwert 572,7 615,3 662,0 713,0
— Obergrenze 588,2 658,9 736,3 819,8
Gesamtangebot
— Untergrenze 575,0 651,5 762,8 883,6
— Mittelwert 582,9 657,3 769,8 891,1
— Obergrenze 589,6 665,3 808,9 971,2
1 ) Quelle: Battelle-Institut, Bedarf und Angebot an Ingenieuren und
Naturwissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990. Bericht für den
Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Frankfurt am Main 1975, S. 94.
Deutscher Bundestag - 8. Wahlperiode Drucksache 8860
Übersicht 5
Pharmazeuten:
Situation 1980:
Für alle Apotheker, in Apotheken und nicht in Apotheken tätig, ergibt sich
insgesamt eine Differenz zwischen Angebot und Bedarf von maximal 4230 bis
minimal 210 Approbierten:
Bedarf: 28 065 bis 29 460
Angebot: 29 670 bis 32 295
Situation 1990 und 2000:
1990 2000
Bedarf Angebot Bedarf Angebot
Apotheker 26 165 bis 28 410 32 210 bis 36 060 28 220 bis 31 680 35 680 bis 42 600
in Apotheken
Apotheker 3 950 bis 4 200 4 565 bis 5 380 3 925 bis 4 500 5 120 bis 6 025
nicht in Apotheken
gesamt 30 115 bis 32 610 36 775 bis 41 440 32 145 bis 36 180 40 790 bis 48 625
Im Gegensatz zu 1980 ist 1990 und 2000 das Angebot bei keiner Alternative durch
den Bedarf gedeckt, legt man die Arbeitszeitverhältnisse der Gegenwart
zugrunde. Das Überangebot ist in jedem Falle beträchtlich:
1990: 4 165 bis 11 325 Apotheker
2000: 4 610 bis 16 480 Apotheker
Es ist allerdings nicht anzunehmen, daß sich die Arbeitszeitstruktur der
Apotheker in Apotheken langfristig nicht ändert.
Bei zurückgehender durchschnittlicher Arbeitszeit der Apotheker in Apotheken
weiden sowohl 1990 als auch 2000 die Bilanzen zumindest bei einer Alternative
ausgeglichen sein, da der Bedarf entsprechend steigt.
Quelle: „Voraussichtliche Entwicklung des Angebots und Bedarfs an Pharmazeuten unter
Einbeziehung der pharmazeutischen Hilfsberufe bis zum Jahr 2000", Band 6 der
Reihe. „Hochschulabsolventen im Beruf", herausgegeben vom Bundesminister für
Bildung und Wissenschaft, Bonn, August 1976.
Ubersicht 6
Lehrerbedarf nach Schulbereichen bzw. Schularten in den Jahren 1980 und 1985
- Vollzeitlehrerfälle (in 1000) - 1 )
Bedarfsfaktoren 1980 1985
Schulbereiche Variante 1 Variante 2 Variante 1 Variante 2
Schularten 1 2 3 4
I. Grundbedarf 573,0 - 578,6 526,6 - 532,2 557,1 - 559,6 485,2 - 487,2
davon:
- Primarbereich 131,0 115,3 146,6 121,1
davon:
O Einrichtungen für Fünf
-
jährige im Primarbereich
12,6 11,1 30,4 25,1
O Grundschulen 118,4 104,2 116,2 96,0
- Sekundarbereich I 262,8 238,9 206,2 185,5
davon:
O Hauptschulen 107,2 97,5 82,1 73,8
O Realschulen 2) 60,5 54,9 46,8 42,1
O Gymnasien I 67,0 60,9 50,5 45,5
O Integrierte Schulen 3) 28,1 25,6 26,8 24,1
- Sekundarbereich II 102,3 - 109,4 102,3 - 109,4 138,5 - 142,1 118,7 - 121,8
(Vollzeit)
davon:
O Gymnasien 114) 46,7 - 50,5 46,7 - 50,5 59,3 - 61,1 50,8 - 52,3
O Berufliche Schulen 41,3 - 44,6 41,3 - 44,6 60,4 - 62,2 51,8 - 53,4
O Fachschulen 14,3 14,3 18,8 16,1
- Sekundarbereich II 37,6 - 36,1 37,6 - 36,1 29,6 - 28,5 29,6 - 28,5
(Teilzeit)
- Sonderpädagogische 39,3 32,5 36,2 30,3
Betreuung
davon:
O Sonderschulen für 23,0 23,0 19,9 19,9
Lernbehinderte
O Sonderschulen für 16,3 9,5 16,3 10,4
„Nicht-Lernbehinderte"
Nachrichtlich:
Grund- und Hauptschulen 5 ) 238,2 212,8 228,7 194,9
Gymnasien 4) 113,7 - 117,5 107,6 - 111,4 109,8 - 111,6 96,3 - 97,8
Berufliche Schulen 6 ) 93,2 - 95,0 93,2 - 95,0 108,8 - 109,5 97,5 - 98,0
Quelle: Prognose des globalen, des schularten- und fächerspezifischen Lehrerangebots und Lehrerbedarfs bis zum
Jahre 1985, hrsg. von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, Bonn,
14. März 1977
*) Erläuterung der Fußnoten und Varianten siehe nächste Seite
noch Ubersicht 6
Bedarfsfaktoren 1980 1985
Schulbereiche Variante 1 Variante 2 Variante 1 Variante 2
Schularten 1 2 3 4
II. Bedarf für Ganztagsschulen 5,3 - 5,4 4,8 - 4,9 15,9 - 16,0 13,8 - 13,9
davon:
- Primarbereich 5) 1,3 1,1 4,4 3,7
- Sekundarbereich I 2,6 2,4 6,2 5,6
- Sekundarbereich II 6) 1,0 - 1,1 1,0 - 1,1 4,2 - 4,3 3,6 - 3,7
(Vollzeit)
- Sonderpädagogische 0,4 0,3 1,1 0,9
Betreuung
III. Bedarf für Bildungsberatung 7 ) 2,3 2,3 3,9 3,9
Zwischensumme 580,6 - 586,3 533,7 - 539,4 576,9 - 579,5 502,9 - 505,0
IV. Mehrbedarf 35,0 - 35,9 - 28,9 - 29,0 -
- für die reformierte gym
-
nasiale Oberstufe
6,0 - 6,5 - - -
- für die Lehrerfort- und 5,8 - 5,9 - 5,8 -
-weiterbildung 8)
- für längere Krankheit, Kur 23,2 - 23,5 - 23,1 - 23,2 -
und Schwangerschaft 9 )
Lehrerbedarf insgesamt 615,6 - 622,2 533,7 - 539,4 605,8 - 608,5 502,9 - 505,0
Nachrichtlich:
Zusatzbedarf „Sonstiges 9,4 - 8,9 -
Personal" für Geistig- und
Körperbehinderte
1) Geringe Abweichungen durch Runden der Zahlen.
2) Einschließlich Abendrealschulen.
3) Integrierte Gesamtschulen einschließlich schulformunab hängige Orientierungsstufe.
4) Einschließlich Abendgymnasien und Kollegs.
5) Einschließlich Einrichtungen für Fünfjährige im Primarbereich.
6) Einschließlich Fachschulen.
7) Ohne Bedarf an Schulpsychologen.
8) 1 % der Zwischensumme.
9) 4 % der Zwischensumme.
1. In der Variante 1 ist der im Bildungsgesamtplan bereits berücksichtigte Lehrerbedarf auf der Basis
der günstigeren Schüler-Lehrer-Relation des Bildungsgesamtplans sowie einer Schüler-Lehrer-
Relation von 7 : 1 für die Sonderschulen für „Nicht-Lernbehinderte" enthalten.
2. In der Variante 2 ist der im Bildungsgesamtplan bereits berücksichtigte Lehrerbedarf auf der Basis
der ungünstigeren Schüler-Lehrer-Relationen enthalten.
Anlage
Übersicht über die wichtigsten Veröffentlichungen zum Thema Hochschulabsolventen
Teil A
Globale Angebots- und Bedarfsprognosen
Alex, L.; Heuser H., Herrmann M., Thissen H.-W.,
Welbers G.
Angebot und Bedarf an hochqualifizierten
Arbeitskräften in der Bundesrepublik Deutschland bis 1980
Schriftenreihe Hochschule 8, Der Bundesminister für
Bildung und Wissenschaft, Bonn 1972
Armbruster W.
Arbeitskräftebedarfsprognosen als Grundlage der
Bildungsplanung
Max-Planck-Institut für Bildungsplanung, Berlin 1971
Akademikerbedarf, Möglichkeiten und Grenzen
Bern 1972
Battelle-Institut e. V.
Quantitative und qualitative Vorausschau auf dem
Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland mit
Hilfe eines Strukturmodells
Berichte für das Bundesministerium für Arbeit und
Sozialordnung, Bonn 1969
Blüm A., Frenzel U.
Quantitative und qualitative Vorausschau auf dem
Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland
Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Band 8.1 und 8.2, Nürnberg 1975
Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung
Entwicklung des Angebots und Bedarfs an
Hochschulabsolventen
Bonn 1975
Bildungsgesamtplan Band I und II
Stuttgart 1974
Diebold Deutschland GmbH
Angebot und Bedarf an hochqualifizierten
Arbeitskräften in der Bundesrepublik Deutschland bis 1980
Arbeitskräftebilanz und Intensivanalyse
Bielefeld 1972
Heindlmeyer P., Heine U., Möbes H.-J., Riese H.
Berufsausbildung und Hochschulbereich
Eine quantitative Analyse für die Bundesrepublik
Deutschland
HIS, Hannover, Hochschulplanung Band 13, 1973
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der
Bundesanstalt für Arbeit
ABC-Handbuch zu den ausbildungs-, berufs- und
wirtschaftszweigspezifischen Beschäftigungschancen
Nürnberg 1974
Jeschek W., Deutsches Institut für
Wirtschaftsforschung
Projektion der Qualifikationsstruktur des
Arbeitskräftebedarfs in den Wirtschaftsbereichen der
Bundesrepublik Deutschland bis 1985
Gutachten im Auftrage des
Rationalisierungskuratoriums der Deutschen Wirtschaft
Frankfurt am Main, Berlin 1973
Krafft A., Sanders H., Straumann P. R.,
Gesamtleitung: H. P. Widmaier
Hochqualifizierte Arbeitskräfte in der
Bundesrepublik Deutschland bis 1980
Schriftenreihe Hochschule 6
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
Bonn 1971
Prognos AG, Fides Treuhandgesellschaft
Dynamisches Strukturmodell für das Bildungswesen
in der Bundesrepublik Deutschland
Basel, Zürich, Heidelberg 1971
Riese H.
Die Entwicklung des Bedarfs an
Hochschulabsolventen in der Bundesrepublik Deutschland
Wiesbaden 1967
Entwicklung des Angebots und Bedarfs an
Hochschulabsolventen,
Drs. K 2/76 der Bund-Länder-Kommission für
Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK),
Bonn, Januar 1976
(ergänzt durch Drucksachen K 36/76 vom 19. Mai
1977 - Anschreiben an die Ministerpräsidenten -
und K 31/77 vom 23. Mai 1977 -
Verfahrensvorschlag)
Bedarf der privaten Wirtschaft an Akademikern -
eine Tendenzanalyse, Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbände, Köln 1975
Teil B
Fächerspezifische Angebots- und Bedarfsprognosen
Albach
Nachfrage und Angebot an
Wirtschaftswissenschaftlern 1973 bis 1990
Wissenschaftsrat Drs. 2698/75
Battelle-Institut e. V.
Bedarf und Angebot an Ingenieuren und
Naturwissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland bis
1990
Hochschulabsolventen im Beruf Band 2
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
1975
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und
Kultus
Der Lehrerbedarf in Bayern
München 1975
Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung
und Hochschulplanung
Schmidt S. H.
Zahnärztebedarf in Bayern
Bayerische Hochschulforschung Materialien Heft 4
München 1975
Schmidt S. H.
Architektenbedarf in Bayern
Bayerische Hochschulforschung Materialien Heft 6
München 1974
Schmidt S. H.
Pharmazeutenbedarf in Bayern
Bayerische Hochschulforschung Materialien Heft 12
München 1975
Loibl M., u. a.
Bedarf an Absolventen der Fachhochschulen,
Fachrichtung Sozialwesen in Bayern
Bayerische Hochschulforschung Materialien Heft 13
München 1975
Beckenbach N., Braczyk H.-J., Herkommer S., Maisch
Th., Seltz R., Stück H.
Ingenieure und Techniker in der Industrie
Frankfurt, Europa Verl. Anst. 1975
Birg H.
Analyse und Prognose der Bevölkerungsentwicklung
in der Bundesrepublik Deutschland und ihren
Regionen bis zum Jahr 1990
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Heft 35
Berlin 1975
Blüm A.
Lehrerbestandsfortschreibung
Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft
Bonn 1974
Blahusch F., Gerl E., Rößler E., HIS GmbH
Vorausschätzung des Bedarfs an Hochschullehrern
und des Hochschullehrernachwuchses an den
Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland bis 1995
Hochschulabsolventen im Beruf Band 4
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
1975
Fonds der Chemischen Industrie
Statistische Übersichten zum Bestand an Chemikern
in der Chemischen Industrie der Bundesrepublik
Deutschland
Frankfurt 1974
Der Chemiker
Ausbildung und Berufschancen
Frankfurt am Main, 1975
Diebold Deutschland GmbH
Der Bedarf an ADV-Fachkräften bis 1978
3 Bände
Leopoldshafen 1974
Verband Deutscher Elektroingenieure e. V.
Die Elektroingenieure in der Bundesrepublik
Deutschland
Studie 1975 zur Frage des Bedarfs
Frankfurt am Main, 1975
Gülicher H., Gürtler H., Lund H.
Alternative Vorausschätzungen der Nachfrage nach
Humanmedizinern und Apothekern in Nordrhein-
Westfalen für den Zeitraum 1971 bis 1981
Beiträge zur Hochschulplanung Nr. 8
Wuppertal 1969
Hartung D., Nuthmann R.
Politologen im Beruf
Zur Aufnahme und Durchsetzung neuer
Qualifikationen im Beschäftigungssystem
Stuttgart 1970
Heindlmeyer P.
Ausbildungsgänge an Hochschulen und ausgeübter
Beruf in der Bundesrepublik Deutschland und im
internationalen Vergleich
Linz 1974
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der
Bundesanstalt für Arbeit
Wachstum und Arbeitsmarkt
Angebot und Bedarf an Arbeitskräften bis 1990
Quint A B 1
Nürnberg 1975
Strukturwandel und Arbeitsmarkt
Die Verteilung der Erwerbspersonen auf
Wirtschaftszweige und Berufe 1950/1961/1970
Quint A B 2
Nürnberg 1975
Hochschulbildung und Arbeitsmarkt
Ausbildung und Beschäftigung hochqualifizierter
Arbeitskräfte
Quint A B 3
Nürnberg 1975
Freytag H. L., Griesbach H., Lewin K., Schacher M.,
HIS GmbH
Beschäftigungslage und Berufschancen für
Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und
Sozialwissenschaftler 1961 bis 1990
Hochschulabsolventen im Beruf Band 3
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
1975
Höfner & Partner
Voraussichtliche Entwicklung des Angebots und
Bedarfs an Pharmazeuten unter Einbeziehung der
Pharmazeutischen Hilfsberufe bis zum Jahr 2000
Hochschulabsolventen im Beruf Band 6
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
1976
McKinsey & Company, Inc.
Ausbildungsbedarf für Mediziner bis zum Jahr 2000
Hochschulabsolventen im Beruf Band 1
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
Koblenz Juni 1974
Koller S.
Ärztebedarf: Zahl, Struktur und Nachwuchsbedarf
der Ärzte
Bonn-Bad Godesberg 1970
Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder
in der Bundesrepublik Deutschland
Arbeitsgruppe Bedarfsfeststellung
Zusammenstellung der Lehrangebotsprognosen der
Länder für den Bereich der allgemeinbildenden
Schulen 1972 bis 1985, 1974
Prognose des Angebots und Bedarfs an Lehrern in
berufsbildenden Schulen bis zum Jahr 1985
Bonn 1975
Ausschuß der Justizministerkonferenz zur Reform
der Juristenausbildung:
„Bericht über die Berufsaussichten junger Juristen",
Hannover, 16. November 1976
(veröffentlicht von der Geschäftsstelle der Ständigen
Konferenz der Innenminister der Länder,
Fehrbelliner Platz 2, 1000 Berlin 31, am 5. Januar
1977)
Vorausberechnung der Schüler- und
Absolventenzahlen 1971 bis 1985
Dokumentation 41, April 1974
Lewin K., HIS GmbH
Berufsaussichten für Wirtschaftswissenschaftler,
Juristen und Sozialwissenschaftler bis 1990
HIS Kurzinformation, Juni 1976
Mahrenholtz O.
Modell Ingenieurwissenschaften
Wissenschaftsrat Drs. 2699/75
Matthias P.
Determinanten der beruflichen Existenz
hochqualifizierter Arbeitskräfte
Zur Berufssituation von Diplom-Kaufleuten
Berlin 1973
Deutsche Physikalische Gesellschaft
Zum Angebot und Bedarf an Physikern in der
Bundesrepublik Deutschland bis 1990
1974
Specht K. G., Wasilewski R., Lubecki P., Heer D
Die voraussichtliche Entwicklung von Angebot und
Bedarf an Zahnmedizinern bis zum Jahr 2000
Hochschulabsolventen im Beruf Band 5
Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
1976
Statistisches Bundesamt Wiesbaden
Vorausschätzung der Bevölkerung für die Jahre 1972
bis 2000
Fachserie A Bevölkerung und Kultur 1974
Tessaring M., Werner H.
Beschäftigungsprobleme von Hochschulabsolventen
im internationalen Vergleich
Kommission für wirtschaftlichen und sozialen
Wandel, Band 53
Göttingen 1975
Wissenschaftsrat
Empfehlung zu Umfang und Struktur des Tertiären
Bereichs vom 21. Juni 1976
Bund—Länder—Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung, Untersuchung über die
Verbesserung der Effizienz im Bildungswesen
Bonn 6. Juli 1976
Empfehlungen und Stellungnahmen
Köln 1976
Ingenieurwissenschaften
Köln 1976 Drs. 2849/76
Prognose des globalen, des schularten- und des
fächerspezifischen Lehrerangebots
und Lehrerbedarfs bis zum Jahre 1985
Bund—Länder—Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung
Bonn, 14. März 1977
Analyse des gegenwärtigen Berufsfeldes und
Vorstellungen zur künftigen Nachfrage nach
Absolventen agrarwissenschaftlicher Studiengänge —
vorläufige Fassung eines Gutachtens des Instituts für
Agrarökonomie der Universität Göttingen vom Nov.
1976 im Auftrag des Bundesministers für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten.
Teil C
Sonstige Einzelveröffentlichungen zum Zusammen
-
hang zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem;
Aufsätze in Zeitschriften und Periodika
Arbeitskreis für Bildung, Wissenschaft, Forschung
und Technologie der CDU/CSU Bundestagsfraktion
Eine Dokumentation zu den Chancen der
Hochschulabsolventen bis zum Jahr 2000
Bonn August 1976
Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände
Beschäftigungssystem und Akademikernachwuchs
Köln 1976
Amelang M., Tiedemann J.
Psychologen im Beruf
Studienverlauf und Berufstätigkeit
Psychologische Rundschau Band 22 1971 S. 151 ff.
Barthel P., Blettner M., Müller J.
Studie über die Berufsaussichten des Diplom-
Statistikers
Zur Berufssituation des „Diplom-Statistikers" in
Wirtschaft und Verwaltung
Zeitschrift für Markt-Meinungs- und
Zukunftsforschung, Heft 1/2 1975 S. 3655
Beckerhoff D.
Trends der Vergangenheit für die Zukunft?
Darstellung und Kritik einer Prognose für Ingenieure
und Naturwissenschaftler
Analysen Heft 12 1975 S. 23 ff.
Von den Studieninhalten hängt es ab ...
Eine Untersuchung über den Bedarf von
Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaftlern
Analysen Heft 1 1976 S. 17 ff.
Bergedorfer Gesprächskreis zu Fragen der freien
industriellen Gesellschaft
Die Berufsgesellschaft und ihre Bildung
Bilanz und Ausblick
Protokoll Nr. 53 1976
Blüm A., Kühlewind G.
Vorausschau auf den Arbeitsmarkt der
Bundesrepublik Deutschland bis 1990
Modelluntersuchungen nach 60 Berufen
MittAB 8. Jg. 1975 Heft 4
Dichgans H.
Akademikernachwuchs ... und Beschäftigungssystem
Der Arbeitgeber 28/1976 Heft 8 S. 327 ff.
Draeger W.
Wachsender Bestand an Ingenieuren erfordert neue
Maßstäbe für ihren effektiven Einsatz
Sozialistische Arbeitswissenschaft 1976, S. 177 f.
Hofbauer H., König P.
Berufswechsel bei männlichen Erwerbspersonen in
der Bundesrepublik Deutschland
MittAB 1, 1973, S. 37 ff.
Hoffmann C., Lufft D.
Lehrerbedarf und -angebot für die Berufsschulen in
der Bundesrepublik Deutschland
Zeitschrift für Berufsbildungsforschung Heft 2, 1973
S. 1 ff.
Jochimsen R.
Nicht Schlagworte, sondern Reformen
Anmerkungen zur Bedarfsdiskussion
Bildung und Wissenschaft, Informationen 6/76, 23. 10.
1976, S. 159f.
Kohler R.-M., Lamberts W.
Beschäftigung von Hochschulabsolventen in
Privatwirtschaft und Bildungswesen
Mitteilungen des RWI, Heft 2, 1974, S. 81 ff.
Kühlewind G., Thon M.
Projektion des deutschen Erwerbspersonenpotentials
für den Zeitraum 1975 bis 1990
Mitteilungen der Bundesanstalt für Arbeit Heft 2,
1976, S. 156 ff.
Maier H.
Akademikernachwuchs und Bedarf
Der Arbeitgeber 28/1976/8/S. 329-332
Widerspruch im Gang der Bildungspolitik
Herder Korrespondenz Heft 8, 1976, S. 396 f.
Mertens D.
Arbeitsmarktvorausschau. Gefahr hoher
Dauerarbeitslosigkeit
Der Arbeitgeber Heft 3, 1976
Parmentier K.
Akademikerbedarf - und eben über den Daumen
gepeilt? Über die Beziehung zwischen Bildungs- und
Beschäftigungssystem
Aspekte 9, 1975, 9, S. 24 ff.
Pini J.
Nicht alle kommen unter
Die langfristigen Berufsaussichten klassischer
Archäologen
Universität Köln, Mitteilungen Nr. 1 1976, S. 10 f.
SAB-Institut für sozio-ökonomische
Strukturforschung
Zum Problem des Personalbedarfs in der
Versorgung psychisch Kranker und Behinderter
Deutscher Bundestag, Drucksache 7/4201
Bonn 1975, S. 864 ff.
Schaaf G.
Hochschulexpansion und Akademikerbedarf -
Entwicklung des Arbeitsmarkts und der
Berufsaussichten für Akademiker
Amtsblatt des Kultusministeriums Baden-
Württemberg: Kultur und Unterricht Nr. 10 vom 15. 5. 1975,
S. 200 ff.
Schneider T.
Die Berufsaussichten der Juristen
NJW 1976 Heft 28, S. 1247 f.
Schnur P.
Projektion des Arbeitskräftebedarfs für die Jahre
1980, 1985 und 1990
Modellsuchung nach 26 Wirtschaftszweigen
MittAB 7 Jg. 1974, Heft 3
Schöttler R., Rüdiger H.
Diplom-Agraringenieure in der Dünger- und
Pflanzenschutzmittelindustrie
VDL-Nachrichten
Bonn 1975
Statistisches Bundesamt
5. Koordinierte Bevölkerungsvorausschätzung bis
1990
Wirtschaft und Statistik Heft 12, 1975, S. 793 f. und
Heft 6, 1976, S. 337 f.
Straumann P. R.
Bildungspolitische Aspekte der Ausbildung und
Beschäftigung von Psychologen in der Bundesrepublik
Deutschland
Manuskript unveröffentlicht
Tessaring M.
Wissen wollen, was morgen sein wird . . .
Übersicht über spezielle Prognosen für einzelne
Ausbildungsrichtungen oder Einsatzbereiche
Aspekte Nr. 4/76 und 7/8/76, S. 32 ff.
Warlitzer V.
Ermittlung des Bestandes und Bedarfs an Planstellen
in den Bereichen Raumordnung, Landes- und
Regionalplanung im höheren Dienst und in vergleichbaren
Vergütungsgruppen
Mitteilungen aus dem Institut für Raumplanung Heft
77
Bonn-Bad Godesberg 1972
Wollny H.
Der Ausbildungsstand der Erwerbsbevölkerung,
Wohnbevölkerung und Erwerbspersonen nach
Altersgruppen und Art des höchsten Schulabschlusses
Ergebnisse der Volkszählung 1970
Wirtschaft und Statistik 1974 Heft 3, S. 177 f.
Falsch und gefährlich, Arbeitsmarkt 1990
Wirtschaftswoche. 30, 1976, 26, S. 14 ff.
Vor schlimmen zehn Jahren: Akademikerboom
Arbeit und Sozialpolitik 30, 1976/6, S. 199 ff.
Studien- und Berufswahl 1976/77,
hrsg. von der Bund-Länder-Kommission für
Bildungsplanung und Forschungsförderung und der
Bundesanstalt für Arbeit
Eingliederungsprobleme von Absolventen tertiärer
Bildungsgänge beim Übergang vom
Ausbildungszum Beschäftigungssystem in ausgewählten Ländern,
Band 8 der Reihe Bildungswesen im Vergleich -
Materialien zur Bildungsplanung,
hrsg. vom Bundesminister für Bildung und
Wissenschaft,
Bonn, Dezember 1976
Technik und Arbeitsmarkt - Auswirkungen
technischer Änderungen auf Arbeitskräfte, Quintessenzen
aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nr. 7
(Quint A B 6),
1. Auflage, Nürnberg 1977
Berufliche Flexibilität und Arbeitsmarkt -
Anpassung zwischen Angebot und Nachfrage,
Quintessenzen aus der Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung Nr. 7 (Quint A B 7),
1. Auflage, Nürnberg 1977
Ausbildungsförderung im Rahmen der
Hochschulfinanzierung,
Abschlußbericht der von der Bund-Länder-
Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung
eingesetzten Arbeitsgruppe,
Bonn, Mai 1977
Chancen der jungen Generation in Ausbildung und
Beruf – Perspektiven und Maßnahmen,
hrsg. von der Landesregierung Baden-Württemberg,
Stuttgart, März 1977
Prof. Dr. R. Jochimsen:
Hochschulexpansion und Arbeitsmarkt,
in: UMSCHAU in Wissenschaft und Technik, Heft 1
(1977)
Bedarfsprognosen für akademische Berufe,
Pressemitteilung 19/76 des Niedersächsischen
Ministers für Wissenschaft und Kunst vom 18. Februar
1976
(Beantwortung der Kleinen Anfrage des CDU-
Landtagsabgeordneten Wedekind)
Dr. Dieter Mertens:
„Unterqualifikation ist ein größeres Risiko als
Überqualifikation", Interview mit der Zeitschrift „UNI –
Berufswahl Magazin", 1. Jg. Heft 7-8 / 1977, hrsg.
von der Bundesanstalt für Arbeit
Dr. Laszlo Alex:
„Arbeitsmarkt: Umstrukturierung statt
Verdrängung", in: „UNI – Berufswahl Magazin", 1. Jg. Heft
6/1977,
hrsg. von der Bundesanstalt für Arbeit
Strukturanalyse der Arbeitslosen und der offenen
Stellen – Ergebnisse der Sonderuntersuchung von
Ende September 1976,
Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit,
Heft 1/1977 vom 28. Januar 1977
Hans Dichgans:
„Konsens in der Bundespolitik",
Heft 4 in der Reihe „Materialien zur
Bildungspolitik" des Stifterverbandes für die Deutsche
Wissenschaft, Essen-Bredeney 1977
D. Beckerhoff, R. Jochimsen:
Bedarfsorientierung eines expandierenden
Bildungssystems?
in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik,
Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,
Neue Folge Band 92 I und II, Soziale Probleme der
modernen Industriegesellschaft; Duncker & Humblot,
Berlin 1977
Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu Umfang
und Struktur des Tertiären Bereichs
(insbesondere Abschnitt IV: Wechselbeziehungen
zwischen Tertiärem Bereich und
Beschäftigungssystem), verabschiedet am 21. Juni 1976,
Wissenschaftsrat,
Marienburger Str. 8, 5000 Köln 51
„Für eine Neuorientierung der Hochschulpolitik
unter veränderten Bedingungen",
Beschlüsse der 28. ordentlichen Bundesdelegierten
-
Versammlung der RCDS in Tübingen, in: RCDS-
Magazin Nr. 2/77, S. 4]