BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 8Beantwortet

Weltraumforschung und Weltraumtechnik (G-SIG: 00001280)

Ziele der deutschen Weltraumpolitik und seit 1967 eingesetzte Mittel; Förderung einer nationalen Weltraumforschung und Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an der europäischen Raumfahrtagentur ESA und ihren Programmen, Weiterentwicklung des Weltraumlabors, Einschaltung amerikanischer Firmen als Zulieferer, Bedeutung der Raketenstartrampe Kourou, Entwicklung europäischer Trägerraketen; wirtschaftliche Anwendung der Weltraumtechnik, insbesondere Angebot eines Gesamtpakets aus Trägerraketen, Bodenstationen und Satelliten auf dem Weltmarkt; Einsatz von Kommunikationssatelliten, insbesondere Programm des europäischen regionalen Nachrichtensatelliten ECS, Weigerung der Deutschen Bundespost, an der Nutzung des Satelliten teilzunehmen

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundesministerium für Forschung und Technologie

Datum

08.03.1978

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 8/154020.02.78

Weltraumforschung und Weltraumtechnik

der Abgeordneten Lenzer, Dr. Probst, Pfeifer, Benz, Engelsberger, Gerstein, Dr. Hubrig, Dr. Riesenhuber, Dr. Freiherr Spies von Büllesheim, Dr. Stavenhagen, Pfeffermann, Frau Dr. Walz, Dr. Hüsch, Dr. Hoffacker und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Kleine Anfrage

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen36

1

Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung bei der Weltraumpolitik, welche Aufgaben werden national bzw. international wahrgenommen?

2

Welche Mittel hat der Staat seit 1967 für Weltraumforschung und Weltraumtechnik zur Verfügung gestellt, differenziert nach Sachgebieten und Empfängern?

3

Welche Erfahrungen hat die Bundesregierung bisher mit der Förderung der Weltraumforschung und Weltraumtechnik gesammelt, und welche konkreten wirtschaftlichen Anwendungen haben sich ergeben?

4

Welche Vorstellung hat die Bundesregierung insbesondere über die Förderung einer nationalen Weltraumforschung, welche Aufgaben sollen hier im einzelnen wahrgenommen werden?

5

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung über die Aufgaben der europäischen Weltraumagentur ESA, und wie bewertet sie die bisherigen Erfahrungen mit der ESA?

6

Welche wissenschaftlichen Programme wurden bisher über die ESA abgewickelt, und warum werden im Rahmen der Europäisierung nationale Aktivitäten im Wissenschaftsprogramm eingeschränkt?

7

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung über die Weiterentwicklung des Weltraumlabors und insbesondere die Anwendungen im Weltraumlabor?

8

Welche Vorstellungen bestehen für die Nutzung des Weltraumlabors, sowohl für ESA-eigene Programme als auch für Auftragsaufgaben?

9

Was kostet die Entwicklung des europäischen Weltraumlabors bis zur Fertigstellung, und welche Kosten fallen an beim Betrieb des Weltraumlabors und der zukünftigen Nutzung?

10

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung über die Entwicklung einer europäischen Trägerrakete für Nutzsatelliten, und was hat sie bisher unternommen, um eine derartige Entwicklung zu gewährleisten?

11

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung über eine gemeinsame europäische Anstrengung, Trägerraketen, Bodenstationen und Satelliten als Gesamtpaket auf dem internationalen Markt anzubieten, und warum ist dies bisher noch nicht geschehen?

12

Wie beurteilt die Bundesregierung den Einsatz von Kommunikationssatelliten, und welchen Beitrag sollte der Staat hierzu leisten?

13

Besteht die Möglichkeit, daß europäische Firmen, insbesondere deutsche, bei den internationalen Ausschreibungen für Kommunikationssatelliten eigenständig ohne Verfügbarkeit über eine europäische Trägerrakete konkurrenzfähig sind?

14

Wie beurteilt die Bundesregierung den Markt für Kommunikationssatelliten, und welche Untersuchungen liegen hierzu im einzelnen vor?

15

Aus welchen Gründen beurteilt der Bundesminister für Forschung und Technologie die längerfristigen Perspektiven der Kommunikationssatelliten positiv, und welchen Beitrag sollte hierzu die nationale Industrie bzw. europäische Industrie leisten?

16

In welchem Umfange werden die Bedürfnisse der zukünftigen Benutzer der Anwendungssatelliten bei der Planung der europäischen Weltraumaktivitäten berücksichtigt, und warum ist bisher nach Ansicht der Bundesregierung eine „nicht voll befriedigende Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Nutzer" noch nicht in die Wege geleitet worden?

17

Warum muß der Seefunksatellit Marots neuen Frequenzvereinbarungen angepaßt werden, und aus welchen Gründen ist dies nicht bei der Planung der Satelliten berücksichtigt worden?

18

Was sind die Gründe für das Programm des europäischen regionalen Nachrichtensatelliten ECS?

19

Was sind die Gründe dafür, daß die europäischen Postverwaltungen nicht vor 1979 die Verträge über die Nutzung des europäischen Nachrichtensatelliten verabschieden?

20

Aus welchen Gründen ist die Bundesregierung der Ansicht, daß trotz mangelnder Bereitschaft der europäischen Postverwaltungen ein europäischer regionaler Nachrichtensatellit eingesetzt werden muß?

21

Warum weigert sich der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, an der Nutzung des europäischen Nachrichtensatelliten teilzunehmen?

22

Warum fördert die Bundesregierung einen europäischen Nachrichtensatelliten, wenn der Bundespostminister sich weigert, an der Nutzung dieses Satelliten teilzunehmen?

23

Aufgrund welcher Untersuchungen der Deutschen Bundespost, die im einzelnen zu erläutern sind, kommt der Bundespostminister zu der Ansicht, daß „ihre Kostenrechnungen hätten ergeben, daß die Benutzung der Satelliten sehr viel teurer sei als die Benutzung der in der Bundesrepublik gut aufgebauten terrestrischen Systeme"?

24

Wie beurteilt die Bundesregierung die Einsatzmöglichkeiten der „Schweren Satelliten", und welchen Beitrag sollte die europäische Wirtschaft hierzu leisten?

25

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung über die weiteren Aufgaben der europäischen Raumfahrtagentur ESA, und wie beurteilt sie die deutschen Verpflichtungen gegenüber der ESA?

26

In welchem Umfange ist der Einsatz einer europäischen Trägerrakete gewährleistet, und wer entscheidet über die Verfügungsgewalt dieser Trägerrakete?

27

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung über die weitere Beteiligung an der Entwicklung der Trägerrakete ARIANE?

28

In welchem Umfange gedenkt die Bundesregierung sich an der Produktion der Trägerrakete ARIANE zu beteiligen, und welche Stückzahl sind für die achtziger Jahre hierbei in das Auge gefaßt?

29

Welche Bedeutung mißt die Bundesregierung der Raketenstartrampe Kourou zu, und in welchem Umfange beteiligte sich bisher die Bundesregierung an den Kosten von Kourou?

30

Ist die Bundesregierung der Ansicht, daß ein Produktionsprogramm für sechs Träger der ARIANE ausreichend ist, und wie gedenkt sie sich an der Finanzierung dieser sechs Trägerraketen zu beteiligen?

31

In welchem Umfange sind bei der Entwicklung des Weltraumlabors amerikanische Firmen als Zulieferer seitens der europäischen Firmen eingeschaltet worden?

32

Welche Angaben liegen über Einkäufe der NASA in Europa über Raumfahrtgeräte vor?

33

Wie beurteilt die Bundesregierung die Beteiligung an modularen Raumfahrtstationen?

34

Was versteht die Bundesregierung im einzelnen unter ihrer Auffassung: „In der Raumfahrt muß man sich deshalb damit vertraut machen, daß ähnlich wie in der Luftfahrt, Entwicklungsaufgaben nicht kontinuierlich anschließen können und Kapazitäten auch wieder abgebaut werden müssen", und kann sie dies im einzelnen erläutern?

35

Was will die Bunderegierung unternehmen, um die Verwaltungskosten der europäischen Raumfahrtagentur so gering wie möglich zu halten?

36

Welche anderen Raketensysteme - sei es privat - oder staatlich finanziert - können nach Ansicht der Bundesregierung in den achtziger Jahren als Trägerrakete eingesetzt werden?

Bonn, den 20. Februar 1978

Lenzer Dr. Probst Pfeifer Benz Engelsberger Gerstein Dr. Hubrig Dr. Riesenhuber Dr. Freiherr Spies von Büllesheim Dr. Stavenhagen Pfeffermann Frau Dr. Walz Dr. Hüsch Dr. Hoffacker Dr. Kohl, Dr. Zimmermann und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen