Zur Situation und Weiterentwicklung der beruflichen Bildung
der Abgeordneten Vogelsang, Lattmann, Dr. Meinecke (Hamburg), Weisskirchen (Wiesloch), Frau Schuchardt, Dr. Dr. h. c. Maihofer, Dr.-Ing. Laermann und der Fraktionen der SPD und FDP
Vorbemerkung
Die berufliche Bildung war in den letzten Jahren ein Schwerpunkt der Bildungspolitik. Die wichtigste Aufgabe für die Zeit der geburtenstarken Jahrgänge ist, den Jugendlichen eine ausreichende Zahl auch qualitativ geeigneter Ausbildungsplätze anzubieten. Nachdem die Berufsbildungsbilanz hier erste Erfolge zeigt, ist mehr als bisher darauf zu achten, daß den Jugendlichen eine Ausbildung zu einem Beruf angeboten wird, in dem eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, daß sie auch nach der Ausbildung in dem Beruf tätig sein können.
Daneben ist dem Ausbau der beruflichen Weiterbildung, der Qualifizierung des Personals sowie dem Ausbau der Berufsschulen und ihrer Ausstattung mit Werkstätten und Laboratorien besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Auf der anderen Seite geht es darum, die berufliche Bildung gegenüber anderen Bildungswegen weiter aufzuwerten.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen14
Wie haben sich das Angebot und die Nachfrage an Ausbildungsplätzen entwickelt, und wie wird die Entwicklung für die 80er Jahre prognostiziert?
Welche Wirtschaftsbereiche haben in besonderem Maße zur Ausweitung des Ausbildungsplatzangebotes beigetragen, und welchen Anteil stellen dort die Auszubildenden an der Gesamtzahl der Beschäftigten (Ausbildungsquote)?
Inwieweit haben Förderungsprogramme des Bundes und der Länder zur Ausweitung des Ausbildungsplatzangebotes beigetragen?
Welche Anstrengungen hat es im öffentlichen Dienst (insbesondere Bund und Länder) gegeben, um das Ausbildungsangebot auszuweiten und welches Angebot wird 1980 zur Verfügung stehen?
Wo sind die besonderen Schwerpunkte, um allen Jugendlichen einen qualifizierten Ausbildungsplatz auch in den 80er Jahren anbieten zu können, und welche Bedeutung haben dabei die folgenden Bereiche:
Sicherung eines ausgeglichenen Ausbildungsplatzangebotes,
bessere Ausbildungsmöglichkeiten für ausländische Jugendliche,
Verbreiterung der Berufswahlmöglichkeiten und des beruflichen Aufstiegs für Frauen,
Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für Benachteiligte?
Welche konkreten Maßnahmen sind ergriffen worden, um die Qualität der Berufsausbildung anzuheben und weiter zu entwickeln?
Welche Bemühungen hat es zwischen Bund und Ländern gegeben, um Inhalte und Anforderungen der beruflichen Bildung in Betrieb und Schule besser aufeinander abzustimmen?
Wie kann erreicht werden, daß die Abschlüsse der beruflichen Bildung und im übrigen Bildungssystem gegenseitig anerkannt werden?
Welchen Stand haben die Bemühungen erreicht, die berufliche Weiterbildung zu einem gleichwertigen Bereich des Bildungssystems auszubauen, und welche Vorstellungen gibt es für die nächsten Jahre?
Welche Bedeutung haben Fachschulen beim Ausbau der beruflichen Weiterbildung?
Welche Maßnahmen sind ergriffen worden, um
die Ausbilder in den Betrieben und überbetrieblichen Ausbildungsstätten,
die Ausbildungsberater bei den Kammern,
Ausbilder und Lehrkräfte für besondere Personengruppen (Behinderte, Lernbeeinträchtigte, Ausländer),
das Lehrpersonal in der beruflichen Weiterbildung fachlich und pädagogisch umfassend zu qualifizieren?
Was ist bisher geschehen, um den Lehrermangel an beruflichen Schulen zu überwinden? Welche Maßnahmen sind eingeleitet oder vorgesehen, um die Lehrkräfte an beruflichen Schulen mit neueren technologischen, beruflichen und wissenschaftlichen Entwicklungen besser vertraut zu machen und ihre ständige Weiterbildung zu fördern?
Welche Erfahrungen sind mit dem Sonderprogramm der Bundesregierung zur Förderung des beruflichen Schulwesens gemacht worden?
Inwieweit sollten Berufsfachschulen in solchen Gebieten verstärkt errichtet werden, in denen ein ausreichendes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen nicht vorhanden ist?