Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
8. Wahlperiode
Drucksache 8/3799
18.03.80
Sachgebiet 221
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Lenzer, Dr. Probst, Pfeifer, Benz,
Engelsberger, Gerstein, Dr. Hubrig, Dr. Riesenhuber, Dr. Freiherr Spies von
Büllesheim, Dr. Laufs, Dr. Kunz (Weiden), Pfeffermann, Dr. Stavenhagen, Frau Dr.
Walz, Frau Fischer, Spilker, Niegel, Röhner, Bühler (Bruchsal) und der Fraktion
der CDU/CSU
— Drucksache 8/3732 —
Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der photoelektrischen
und photochemischen Umwandlung der Solarenergie
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für
Forschung und Technologie hat mit Schreiben vom 18. März 1980
die Kleine Anfrage wie folgt beantwortet:
Zum generellen Blickwinkel der Anfrage muß folgende
Vorbemerkung gemacht werden:
Was den gesamten Bereich der Solarenergienutzung anbetrifft,
so ist die Haltung und Prioritätensetzung der Bundesregierung
im Rahmen des Programms „Energieforschung und
Energietechnologien" und im dazugehörigen Teilprogramm
„Technologien zur Nutzung der Sonnenenergie" dokumentiert und auf
dem Hintergrund der gesamtenergiepolitischen Aspekte
begründet. Dieses Programm zur Entwicklung von Technologien zur
Nutzung der Sonnenenergie, veröffentlicht seit 1977, basiert
auf umfangreichen, fundierten Studien und Untersuchungen
unter Einschluß des international bekannten Erkenntnisstandes.
Es umfaßt alle Bereiche, die sowohl kurz- als auch mittel- und
langfristig erfolgversprechend erscheinen. Die
Prioritätensetzung muß natürlich solche Technologien besonders
berücksichtigen, von denen in überschaubaren Zeiträumen ein
nennenswerter Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung in der
Bundesrepublik Deutschland bzw. in Europa erwartet werden kann,
wobei wichtige Nutzungsmöglichkeiten der Sonnenenergie in
sonnenreichen Ländern der Erde nicht außer acht gelassen
werden dürfen.
Alle auf dieser Grundlage notwendigen Entwicklungen sind
zwischenzeitlich in Angriff genommen worden.
Deshalb trifft es nicht zu, daß wichtige Teilbereiche der Nutzung
der Sonnenenergie vernachlässigt werden.
Was den geforderten Innovationsschub im Bereich der
Solartechnik anbetrifft, so muß festgestellt werden, daß dieser gerade
auf dem Gebiet der terrestrischen Photovoltaik, nicht zuletzt
durch die gezielte Förderung im Rahmen des oben genannten
Solarprogramms, in vollem Gange ist.
Im Hinblick auf die energetische Nutzung photobiologischer
oder photochemischer Vorgänge und im Hinblick auf die
Entwicklung von langfristig wirtschaftlichen Speichersystemen ist
der erwünschte Innovationsschub trotz ausreichender Förderung
nicht zu erkennen. Hier bedarf es noch erheblicher
Anstrengungen bei den Forschungsgruppen. Finanzielle Mittel stehen auf
diesem Gebiet in ausreichendem Maße zur Verfügung.
Die Fördermaßnahmen des Bundesministers für Forschung und
Technologie orientieren sich also nicht, wie in der Kleinen
Anfrage unterstellt wird, an kurzfristigen Kriterien wie
Selbstbeteiligung des Auftragnehmers oder rasch zu erwartenden
Erfolgen. Viel mehr steht im Vordergrund der Forschungs- und
Technologiepolitik,
— den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu erweitern und zu
vertiefen,
— die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft
zu erhalten und auszubauen,
— die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zu
verbessern,
— technologische Entwicklungen in ihren Auswirkungen und
Zusammenhängen zu erkennen, ihre Chancen und Risiken
abzuwägen und zu diskutieren sowie Entscheidungen über
die Nutzung von Technologien zu begründen.
Auf diesem Hintergrund beantworte ich die einzelnen Fragen
wie folgt:
1. Seit wann fördert die Bundesregierung die klassische Silizium-
Solarzelle, und welche Mittel hat die Bundesregierung dafür
bisher an welche Zuwendungsempfänger insgesamt
aufgewendet (einschließlich Raumfahrtanwendungen)?
Mit dem Begriff der klassischen Silizium-Solarzelle, ist
vermutlich die Solarzelle auf der Basis von monokristallinem Silizium
-
material für Raumfahrtanwendungen gemeint. Die
schwerpunktmäßige Förderung der Entwicklung von Solarzellen auf dieser
Basis setzte etwa 1970 ein. Gefördert wurden zunächst
raumflugtechnische Anwendungen. Der so gewonnene
Erfahrungsschatz bildete zunehmend die Basis für die erfolgreiche
terrestrische Nutzung der Sonnenenergie, deren Grundlage heute die
polykristalline Silizium-Solarzelle ist. Die Höhe der
Zuwendungen im Zeitraum 1970 bis 1980 auf dem Gebiet der Photovoltaik
(Raumfahrtanwendungen, terrestrische Nutzung,
Basismaterialentwicklung) betrug insgesamt 90 Mio DM.
Zuwendungsempfänger waren Unternehmen der Raumfahrttechnik, der
Elektroindustrie, Unternehmen, die sich mit der
Halbleiterbasismaterialentwicklung befassen sowie universitäre und
privatwirtschaftliche Forschungseinrichtungen.
2. Welches waren die Ziele dieser Förderung, und inwieweit
wurden die Entwicklungsziele, insbesondere im Vergleich zur US-
Konkurrenz, erreicht?
Die Förderung der Photovoltaik für Anwendungen in der
Raumfahrt hatte hauptsächlich zum Ziel, zuverlässige
Energieversorgungssysteme mit geringem Gewicht zu entwickeln.
Die gesetzten Ziele (z. B. Verbesserung des
Zellenwirkungsgrades, Verringerung des spezifischen Leistungsgewichts,
Vergrößerung der Zellenfläche, Verminderung der Zellendicke,
Verbesserung der Qualität und Verarbeitungstechnik) wurden
erreicht.
Mit den erzielten Erfahrungen wurde, wie bereits zu Frage 1
ausgeführt, die Basis für die terrestrische Anwendung der
Photovoltaik geschaffen. Eines der wichtigsten Ziele zur
breiteren Nutzung dieser Energiequelle ist jedoch die Reduktion
der Herstellkosten für Solargeneratoren. Hierzu hat die
Bundesregierung bereits im seit 1977 vorliegenden Programm
„Technologien zur Nutzung der Sonnenenergie" detaillierte
Vorstellungen veröffentlicht und diese durch entsprechende
Fördermaßnahmen zwischenzeitlich erfolgreich in die Tat umgesetzt. Das
Schwergewicht der Förderung liegt nach wie vor bei Solarzellen
auf Siliziumbasis, weil hier am ehesten die Verwirklichung der
notwendigen Technologie-Schritte, die eine der
Voraussetzungen zur Kostenreduzierung darstellen, erwartet werden. Diese
Erwartung bezieht sich sowohl auf die Weiterentwicklung des
Silizium-Basismaterials als auch auf die Technologie der
Zellenfertigung.
Nicht zuletzt aufgrund der Fördermaßnahmen des
Bundesministers für Forschung und Technologie, unterscheiden sich bereits
heute die spezifischen Kosten terrestrischer Solargeneratoren
von denen eines Großkraftwerkes noch etwa um den Faktor 20.
Dies wurde durch systematische Förderung terrestrischer
Solargeneratoren unter Beibehaltung eines akzeptablen
Wirkungsgrades bei entsprechender Lebensdauer und Zuverlässigkeit
erreicht. Zum Beispiel im Bereich der Stromversorgung von
nachrichtentechnischen Anlagen im unteren Leistungsbereich
(Fernsehfüllsender, Betriebsfunksysteme) werden
photovoltaische Silizium-Solargeneratoren heute schon wirtschaftlich im
Inselbetrieb auch in Deutschland eingesetzt. Die
Bundesregierung ist der Auffassung, daß die in Deutschland vorhandene
Technologie bei der Solargeneratorenentwicklung und -fertigung
sowie bei der Siliziumbasismaterialentwicklung und bei der
Entwicklung von Cadmiumsulfid-Zellen eine Position erreicht hat,
die einem Vergleich mit dem technologischen Stand in den
Vereinigten Staaten von Amerika standhält. Die 2.
Photovoltaikkonferenz der Europäischen Kommission 1979 in Berlin und die
14. Photovoltaic Specialists Conference im Januar 1980 in San
Diego/USA haben dies deutlich werden lassen.
3. Welche Forschungseinrichtungen, Unternehmen der Wirtschaft
und sonstige Stellen arbeiten nach Kenntnis der
Bundesregierung zur Zeit in der Bundesrepublik an der Nutzung der Solar
-
Basis der photochemischen Umwandlung der Solarenergie?
a) im Bereich der Grundlagenforschung,
b) im FuE-Bereich
und wie werden diese von der Bundesregierung gefördert
(Mittel- und Personaleinsatz) ?
Die Bereiche der Grundlagenforschung und der
anwendungsnahen Forschung und Entwicklung stehen auf dem Gebiet der
Photovoltaik in enger Wechselbeziehung und können heute
noch nicht streng getrennt werden.
Nach Kenntnis der Bundesregierung arbeiten vor allem größere
Unternehmen der Raumfahrt-, Halbleiterbasismaterial- und
Elektroindustrie, aber auch kleinere oder mittlere Unternehmen
und private Forschungslaboratorien (vorwiegend Gerätebau
und Anwendungstechnik) sowohl auf dem Gebiet der
Grundlagenforschung als auch in der Entwicklung. Im Bereich der
Forschungseinrichtungen werden Arbeiten insbesondere bei
Instituten der Universitäten in Stuttgart, Konstanz,
Kaiserslautern und Marburg, in Einrichtungen der
Fraunhofergesellschaft, der Kernforschungsanlage Jülich, der Deutschen
Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt und beim
Battelleinstitut in Frankfurt durchgeführt. Auch einige
Fachhochschulen befassen sich mit der Materie. Sofern die
Bundesregierung Vorhaben der genannten Stellen fördert, handelt es
sich um Mittel des Bundesministers für Forschung und
Technologie. Der jeweilige Personaleinsatz ist abhängig vom
Umfang und der Art der Vorhaben und der Bedeutung, die dem
jeweiligen Vorhaben beigemessen wird.
4. Nach welchen Kriterien und mit welchen Mitteln wird die
Bundesregierung künftig die Nutzung der Solarenergie zur
direkten Stromerzeugung fördern
a) im Bereich der Grundlagenforschung,
b) bei zukunftsorientierten Techniken wie
— Dünnschicht-Solarzellen mit Cadmiumsulfid oder
amorphem Silizium,
— Entwicklung neuer photoelektrischer Materialien,
c) bei der klassischen Silizium-Solarzelle?
Seit langem wird auf dem Gebiet der Photovoltaik international
geforscht. Die Eigenschaften und Chancen für die zukünftige
Anwendung einzelner Materialkombinationen sind bekannt.
Ebenso das Potential für die Weiterentwicklung. Die
Bundesregierung geht davon aus, daß die beteiligten deutschen
Forschergruppen sowohl auf der Basis ihres Grundlagenwissens als
auch auf der Basis bekannter Forschungs- und
Entwicklungsergebnisse in der Lage sind, die Entwicklungslinien und
Entwicklungspotentiale auf dem Gebiet der Photovoltaik realistisch
einzuschätzen. Beispielhaft sei hier erwähnt, daß bei
Cadmiumsulfid-Zellen Wirkungsgrade von 5 bis 8 v. H. schon vor Jahren
erreicht wurden und die Erfolge deutscher Forschergruppen auf
diesem Gebiet international anerkannt sind. Das Problem der
Langzeitstabilität von Cadmiumsulfid-Zellen konnte jedoch bis
heute trotz ausreichender Förderung nicht zufriedenstellend
gelöst werden. Aufgrund des Forschungs- und
Entwicklungsstandes der aussichtsreichsten Materialien ist weltweit eine
Schwerpunktbildung auf der Basis Silizium festzustellen. Die
Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und
Technologie wird sich auch künftig konzentrieren auf:
1. Entwicklung neuer Methoden zur Produktion von
kostengünstigem Basismaterial. (Stichworte: polykristallines
Silizium, alternative Herstellverfahren, Minimierung des
Energieaufwandes, metallurgisches Silizium, Reinigung von
Rohsilizium, Bandziehverfahren, Erforschung, Entwicklung und
Übergang zu amorphem Silizium)
2. Entwicklung neuer Solargenerator- und Zellen-
Herstellverfahren zur weiteren Kostenreduzierung. (Stichworte:
kontinuierliche Fertigungsschritte,
Massenfertigungstechnologie, Ersatz teurer Einzelmaterialien)
3. Entwicklung und Optimierung von Gesamtanlagensystemen
für die verschiedensten irdischen Anwendungen und
Leistungsklassen. (Stichworte: Felderprobung, Steigerung des
Gesamtlagenwirkungsgrades, Komponentenanpassung mit
dem Ziel der Kostenreduzierung und Steigerung der
Zuverlässigkeit)
4. Entwicklung systemkompatibler Speichermöglichkeiten.
(Stichwort: Kostenreduzierung durch Erhöhung der
Verfügbarkeit)
5. Anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet der
aussichtsreichsten Basismaterialien. (Stichworte: Halbleiter- und
Festkörperphysik, amorphes Silizium)
6. Anwendungsmöglichkeiten und Kosteneinflüsse bei
optischen Konzentratoren. (Stichworte: Hybridkollektoren,
Fluoreszenzkollektoren) .
5. Mit welchen Maßnahmen und Mitteln fördert die
Bundesregierung Beiträge zur Lösung des Energiespeicherproblems auf der
Basis der photochemischen Umwandlung der Solareneregie?
Die langfristig orientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet
der photobiologischen, photochemischen und elektrochemischen
Nutzung der Sonnenenergie wurde bisher von der
Bundesregierung durch folgende Maßnahmen finanziell unterstützt:
1. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert viele
aussichtsreiche Forschungsvorhaben in der Bundesrepublik
Deutschland zu diesem Thema.
2. Im Rahmen des Energieforschungsprogramms der
Europäischen Gemeinschaft (EG) werden derzeit zu diesem Thema
ca. 40 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert,
wovon acht Projekte an deutschen Forschungsinstituten mit
einem Gesamtfinanzierungsaufwand von 4,5 Mio DM
durchgeführt werden.
3. Diese unter Punkt 1 und 2 genannte Förderung erfolgt in
Abstimmung mit dem Bundesminister für Forschung und
Technologie. Er fördert deshalb bisher in Anbetracht der
umfassenden Förderung durch die DFG und die EG nur in
geringem Umfang (ca. 1 Mio DM) Vorhaben zu dieser
Thematik, wobei die Schwerpunkte dieser Projekte auf der
Gewinnung eines flüssigen Treibstoffes (Hydrazin) und eines
flüssigen Oxidators (Wasserstoffperoxid) einerseits und in
der reinen Wasserstofferzeugung in Halbleiter-Elektrolyt-
Zellen andererseits liegen.
6. Beabsichtigt die Bundesregierung, ihre Förderung neben der
verschiedenen Anwendungszwecke im Niedertemperaturbereich
(Solarkollektor bzw. Solarabsorber usw.) künftig stärker auf die
langfristige Nutzung der Solarenergie zur direkten
Stromerzeuzung sowie zur photosynthetischen und photochemischen
Umwandlung auszurichten?
Die Bundesregierung beabsichtigt nicht, der direkten
Stromerzeugung gegenüber den verschiedenen
Nutzungsmöglichkeiten der Solarenergie im Niedertemperaturbereich prinzipiell
Vorrang einzuräumen. Sie ist jedoch der Auffassung, daß die
Förderung der Felderprobung von photovoltaischen
Gesamtenergieversorgungssystemen in Zukunft verstärkt Beachtung
geschenkt werden muß. Dies nicht zuletzt im Hinblick auf die
schon mittelfristig zu erwartenden Aussichten auf dem
Weltmarkt.
Während die Erstellung solcher photovoltaischer und
thermischer Solaranlagen schon heute technisch realisierbar ist, bleibt
die Erzeugung von Sekundärenergieträgern wie z. B.
Wasserstoff, durch photochemische oder photobiologische Prozesse
derzeit noch auf den Labormaßstab beschränkt. Da diese
Aktivitäten im Bereich der Grundlagenforschung durch die DFG und
die EG weitestgehend gefördert werden, kann der Mittelansatz
im Bundeshaushalt vorläufig vergleichsweise niedrig gehalten
werden. Es wird in diesem Zusammenhang auf die Antwort zu
Frage 7 verwiesen.
7. Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung für ein
langfristiges FuE-Programm auf den Gebieten direkter
photoelektrischer, photosynthetischer und photochemischer Umwandlung
(insbesondere hydrolytischer Wasserstoffzersetzung) entwickelt,
und welche Haushaltsmittel sollen langfristig jeweils für diese
Gebiete bereitgestellt werden?
Was die langfristigen Vorstellungen der Bundesregierung auf
dem Gebiet der direkten photoelektrischen Umwandlung
anbetrifft, sind diese in den Antworten zu den Programmen 1 bis 4
und 6 ausführlich dargelegt worden. Sie sind in dem
Teilprogramm „Technologien zur Nutzung der Sonnenenergie" seit
1977 veröffentlicht. Sie werden entsprechend den
technologischen Fortschritten auf dem Gebiet der Photovoltaik
fortgeschrieben.
Neben den umfangreichen nationalen und internationalen
Aktivitäten zur photobiologischen und photochemischen
Umwandlung der Sonnenenergie hat der Bundesminister für Forschung
und Technologie in Anbetracht der Wichtigkeit dieses
Forschungsbereichs eine Studie über die Möglichkeiten einer
verstärkten energetischen Nutzung dieser Technologie
ausschreiben lassen. Ziel dieser Studie ist es, die Vielzahl der möglichen
Verfahrensweisen hinsichtlich der kurz-, mittel- und
langfristigen Erfolgsaussichten noch eingehender zu bewerten, um auf
dieser Grundlage schwerpunktmäßig die Weiterentwicklugn der
Ansätze zu intensivieren. Welche Haushaltsmittel künftig
bereitgestellt werden, wird auch vom Ergebnis dieser Studie
abhängen.
8. Welche Verbindung von photoelektrischer und thermischer
Nutzung der Solarenergie ist in kombinierten Systemen
grundsätzlich möglich, und welche Mittel bzw. langfristigen
Realisierungschancen bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung?
Zur photoelektrischen und thermischen Nutzung der
Solarenergie in kombinierten Systemen gibt es grundsätzlich zwei
Möglichkeiten:
— Kombination Flachkollektor/photovoltaische Zelle, man
spricht von „Hybridkollektoren" . Bei Integration der Zellen
bzw. Wärmetauscher in einen Tondachziegel sind solche
Kollektoren unter dem Begriff „Solarziegel" bekannt.
— Kombination eines konzentrierenden Kollektors mit
Solarzellen (Parabolisch gekrümmte Flächen oder Abdeckung mit
Fresnellinsen-System). In diesen Fällen muß der Kollektor
der Sonne nachgeführt werden.
Anlagen bzw. Komponenten dieser Art wurden auch in
Deutschland realisiert und werden zur Zeit erprobt. Eine abschließende
Beurteilung ist derzeit noch nicht möglich.]