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Kleine AnfrageWahlperiode 8Beantwortet

Kernbrennstoff Thorium (G-SIG: 00002963)

Umfang der Thoriumvorräte auf der Welt, Lösung der Nonproliferations-Probleme, Einsatz von Thorium in den verschiedenen Reaktortypen, insbesondere Leistungsfähigkeit des Hochtemperaturreaktors im geschlossenen Thoriumzyklus, Möglichkeit der Zurückstellung der Wiederaufarbeitung durch Einführung des Thoriumzyklus im HTR, langfristige energiepolitische Bedeutung des Kernbrennstoffs Thorium, Kürzung bzw. Einstellung von Förderungsmaßnahmen bei Forschung und Entwicklung für den Thoriumbrennstoffkreislauf

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundesministerium für Forschung und Technologie

Datum

03.07.1980

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 8/419713.06.80

Kernbrennstoff Thorium

der Abgeordneten Lenzer, Dr. Probst, Pfeifer, Benz, Engelsberger, Gerstein, Dr. Hubrig, Dr. Riesenhuber, Dr. Freiherr Spies von Büllesheim, Dr. Laufs, Pfeffermann, Dr. Stavenhagen, Frau Dr. Walz, Dr. Schwarz-Schilling, Röhner, Bühler (Bruchsal) und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Wie hoch sind die bekannten abbauwürdigen Thoriumvorräte auf der Welt, wie verteilen sie sich auf welche Länder, und wie stellen sich die Thoriumvorräte im Vergleich zu den Uranvorräten?

2

In welchen Reaktortypen, mit welchen Anreicherungsgraden und in welcher Mischung ist der Einsatz von Thorium als Kernbrennstoff physikalisch möglich?

3

Wie stellen sich beim Thorium die Nonproliferations-Probleme im Vergleich zum Brennstoffkreislauf Uran dar? Sind beim Thoriumkreislauf die Nonproliferations-Probleme durch Verwendung von sogenannten denaturierten Brennstoffkreisläufen zu lösen?

4

Kann der Hochtemperaturreaktor im geschlossenen Thoriumzyklus die Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland über einen Zeitraum von ca. 100 Jahren mit einem vergleichbar geringen Bedarf an Natururan durchführen wie es für die Kombination von Leichtwasserreaktor und Schnellbrüter im Uran/Plutoniumzyklus bekannt ist. Bestehen für diese beiden Systeme Unterschiede in den Kosten der Reaktoranlagen und in Standortbedingungen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland?

5

Kann im Thoriumzyklus die Einführung der Aufarbeitung um einige Jahrzehnte zurückgestellt werden, ohne den langfristigen Uranerzbedarf zu erhöhen?

6

Wie hoch ist der Uranerzbedarf im Thoriumzyklus der HTR ohne Aufarbeitung im Vergleich zu dem im Uran/Plutoniumzyklus des LWR mit Aufarbeitung und Wiederverwendung des rückgewonnenen Urans und Plutoniums?

7

Welche langfristige energiepolitische Bedeutung kann der Kernbrennstoff Thorium nach Ansicht der Bundesregierung erlangen?

8

Welche Förderungsmaßnahmen bei Forschung und Entwicklung für den Thoriumbrennstoffkreislauf beabsichtigt die Bundesregierung zu kürzen bzw. einzustellen, und wie sind diese Überlegungen begründet?

Bonn, den 13. Juni 1980

Lenzer Dr. Probst Pfeifer Benz Engelsberger Gerstein Dr. Hubrig Dr. Riesenhuber Dr. Freiherr Spies von Büllesheim Dr. Laufs Pfeffermann Dr. Stavenhagen Frau Dr. Walz Dr. Schwarz-Schilling Röhner Bühler (Bruchsal) Dr. Kohl, Dr. Zimmermann und Fraktion

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