Lage der wissenschaftlichen Buchverlage
der Abgeordneten Pfeifer, Dr. Köhler (Wolfsburg), Rühe, Daweke, Frau Benedix-Engler, Prangenberg, Dr. Hornhues, Frau Krone-Appuhn, Dr. Müller, Voigt (Sonthofen), Berger (Lahnstein), Frau Dr. Wilms, Frau Dr. Wisniewski und der Fraktion der CDU/CSU
Vorbemerkung
Das Preisniveau für wissenschaftliche Buchpublikationen ist in der Bundesrepublik in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Im internationalen Vergleich sind derartige Publikationen teurer als die Produkte wissenschaftlicher Buchverlage anderer Länder. Diese Entwicklung kann dazu führen, daß wissenschaftliche Buchpublikationen aus der Bundesrepublik für deutsche Nachfrager zu teuer und auf den internationalen Buchmärkten kaum noch konkurrenzfähig sind bzw. in einigen Bereichen durch gezielt subventionierte Erzeugnisse aus der DDR ganz aus dem Markt gedrängt werden. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Bundesregierung nicht ihrerseits darauf reagieren sollte, daß andere Regierungen ihre wissenschaftlichen Buchverlage stärker mit Exportsubventionen fördern.
Wir fragen deshalb die Bundesregierung:
Fragen5
Wie beurteilt die Bundesregierung das Preisniveau für wissenschaftliche Publikationen, insbesondere für wissenschaftliche Bücher in der Bundesrepublik Deutschland im internationalen Vergleich?
Auf welche Ursachen führt die Bundesregierung die erheblichen Kostensteigerungen in den letzten Jahren bei diesen wissenschaftlichen Publikationen zurück und wie beurteilt die Bundesregierung demzufolge die zukünftigen Marktchancen der deutschen wissenschaftlichen Buchverlage?
Wie haben sich in den letzten Jahren die Kostensteigerungen bei den wissenschaftlichen Buchverlagen auf die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Bibliotheken ausgewirkt, ihre Bestände dem neuesten Stand von Forschung und Lehre anzupassen?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Konkurrenzsituation der wissenschaftlichen Buchproduktion aus der Bundesrepublik auf den internationalen Märkten
a) im Hinblick auf den Wettbewerb mit gleichartigen Publikationen aus der DDR,
b) im Hinblick auf die Tatsache, daß wissenschaftliche Veröffentlichungen immer stärker vornehmlich in englischer Sprache angeboten werden müssen und dies nur durch die größeren Verlage geleistet werden kann?
Ist der Bundesregierung bekannt, in welchem Umfang andere Regierungen der europäischen Nachbarländer die Exporte ihrer wissenschaftlichen Buchverlage subventionieren, und sieht die Bundesregierung Möglichkeiten, ihrerseits die Exportsubventionen für deutsche wissenschaftliche Buchverlage an den internationalen Standard anzugleichen?