Verpackungsabfallaufkommen seit 2013
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Seit der Beantwortung der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 18/6318 sind neue Zahlen durch das Statistische Bundesamt vorgelegt worden. Neben der Quantität ist entscheidend, inwieweit eine Entkopplung vom Wirtschaftswachstum erfolgte und ob die geänderten rechtlichen Vorgaben greifen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen17
Wie viel Verpackungsmüll ist, nach Kenntnis der Bundesregierung, in Deutschland in den letzten fünf Jahren insgesamt angefallen (bitte in Tonnen pro Jahr angeben), und wie hat sich die Gesamtmenge der Verpackungsabfälle prozentual zum Vorjahr jeweils geändert?
Welcher Anteil der Gesamtmenge an Verpackungsmüll in Deutschland stammt jeweils aus privaten Haushalten und nicht privaten Endverbrauchern?
Wie viele Verpackungen wurden in den letzten fünf Jahren pro Materialfraktion also Glas, Kunststoff, Papier bzw. Karton, Aluminium, Verbundstoffe (ggf. aufgeteilt nach Getränkekartons und anderen Verbundverpackungen) etc. in Deutschland jährlich verbraucht, und wie hat sich die Menge der einzelnen Stofffraktionen für Verpackungen zum jeweiligen Vorjahr prozentual verändert?
Wie hoch ist der Einsatz von Sekundärmaterial in den einzelnen Materialfraktionen?
Wie viel Kilogramm Verpackungsabfälle fielen in Deutschland in den letzten fünf Jahren pro Kopf an (bitte jährliche Angabe)?
Wie viele Verpackungsabfälle, relativ zur Wirtschaftsleistung, fielen in den letzten fünf Jahren an?
Wie viele Tonnen Verpackungsmüll fielen nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten fünf Jahren in den Ländern der Europäischen Union (EU) im Durchschnitt jährlich an?
Wie entwickelte sich nach Kenntnis der Bundesregierung das Aufkommen an Verpackungsabfällen in der Europäischen Union in den letzten fünf Jahren insgesamt?
Welchen Rang belegt Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung beim Aufkommen von Verpackungsabfällen und von Verpackungen pro Einwohner im Vergleich der 28 EU-Mitgliedstaaten derzeit?
Welchen Rang belegt Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung bei Aufkommen von Verpackungsabfällen und von Verpackungen pro Einwohner, relativ zur Wirtschaftsleistung, im Vergleich der 28 EU-Mitgliedstaaten derzeit?
Wie schätzt die Bundesregierung die Qualität der Datenerfassung von Verpackungsabfällen in Deutschland im europäischen Vergleich ein?
Was sind nach Meinung der Bundesregierung die Gründe für die dargestellten Veränderungen bei der Menge und der Zusammensetzung der Verpackungsabfälle in Deutschland?
Hält es die Bundesregierung angesichts begrenzter globaler Ressourcen für erforderlich, eine absolute Verringerung der in Deutschland eingesetzten Verpackungsmengen zu erreichen, und welche Rolle spielen für die Bundesregierung dabei die Mehrwegsysteme?
Was unternimmt die Bundesregierung, um eine weitere Zunahme bzw. eine weitere Reduktion von Verpackungsabfällen – insbesondere kurzzeitig genutzte Einwegverpackungen, wie „coffee to go“-Becher, Vorverpackungen für Obst und Gemüse oder Plastiktüten – in Deutschland aufzuhalten bzw. zu verstärken?
Wird innerhalb der Bundesregierung die Einführung eines verbindlichen Verminderungsziels für Verpackungsmüll geprüft?
Gibt es in diesem Zusammenhang Forschungsprojekte der Bundesregierung über geeignete Maßnahmen zur Erreichung oder Indikatoren zur Messung der Verminderungsziele, oder sind diese in naher Zukunft geplant?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bisher ergriffen, um geringere Mengen an Verpackungsabfällen zu erreichen (bitte nach ordnungsrechtlichen Maßnahmen, marktwirtschaftlichen Instrumenten, kooperativen Instrumenten, wie freiwilligen Selbstverpflichtungen und reinen Informationsmaßnahmen, auflisten)?