Forstschutz nach dem Sturmtief Friederike
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Nicole Bauer, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Nicola Beer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg, Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Bijan Djir-Sarai, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Wolfgang Kubicki, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Oliver Luksic, Dr. Jürgen Martens, Christoph Meyer, Alexander Müller, Frank Müller-Rosentritt, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Dr. Stefan Ruppert, Christian Sauter, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Mitte Januar 2018 zog mit dem Sturmtief Friederike einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre mit Spitzenböen von 205 km/h im Bergland sowie 146 km/h im Flachland über Deutschland hinweg. Millionen Festmeter Sturmholz wurden und werden noch immer von den Forstbetrieben beseitigt. Viele Waldbesitzer haben einen beträchtlichen Schaden zu verzeichnen. Dabei sind die Bundesländer unterschiedlich betroffen. Am stärksten hat das Sturmtief Friederike im südlichen Niedersachsen sowie im östlichen Nordrhein-Westfalen gewütet.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
In welchem Umfang hat das Sturmtief Friederike nach Kenntnis der Bundesregierung Windwurfschäden (aufgelistet für die einzelnen Bundesländer) verursacht, und in welchem Umfang sind die unterschiedlichen Waldbesitzarten betroffen?
Welcher Anteil der vom Sturmtief betroffenen Flächen konnte nach Kenntnis der Bundesregierung bereits vom Wurfholz geräumt werden?
In welchem Umfang sind nach Kenntnis der Bundesregierung Flächen vom Sturmtief Friederike betroffen, die schon 2007 vom Orkan Kyrill betroffen waren und wiederaufgeforstet werden mussten?
Sind in den einzelnen Bundesländern nach Kenntnis der Bundesregierung in ausreichendem Umfang Nasslager in den Wurfholzgebieten genehmigt und eingerichtet worden?
Wann werden nach Einschätzung der Bundesregierung die Aufräumarbeiten im Wald auch in den am stärksten betroffenen Gebieten abgeschlossen sein?
In welchem Umfang bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung zurzeit noch Waldbetretungsverbote aufgrund des Sturmtiefs Friederike, um Gefährdungen von Waldbesuchern zu vermeiden?
Wie steht die Bundesregierung zu absoluten Waldbetretungsverboten, um abstrakte Gefährdungen von Waldbesuchern durch Stürme oder um ein erhöhtes Waldbrandrisiko zu mindern?
Sind bei der Aufarbeitung des Holzes aus dem Windbruch nach Kenntnis der Bundesregierung Unfälle geschehen, und wenn ja, wie viele Personen wurden verletzt oder getötet?
Wird die Bundesregierung den betroffenen Waldbesitzern für die nun dringend erforderlichen Forstschutzmaßnahmen gesonderte Fördermöglichkeiten eröffnen?
In welcher Weise will die Bundesregierung vom Sturmtief Friederike betroffene Waldflächen nutzen, um einen Waldumbau in die Wege zu leiten, der die erwarteten klimatischen Änderungen in den betroffenen Regionen berücksichtigt?
Unter welchen Bedingungen kann nach Kenntnis der Bundesregierung auf eine Wiederaufforstung verzichtet werden und die Wiederbewaldung durch natürliche Sukzession abgewartet werden?
Rechnet die Bundesregierung für vom Sturmtief Friederike betroffene Regionen mit einer starken Vermehrung der Wildbestände, und wenn ja, will sie die Länder zu einer Intensivierung der Jagd anhalten?