Waldschäden und Schadenmonitoring
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Nicola Beer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Carina Konrad, Roman Müller-Böhm, Christian Sauter, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Benjamin Strasser, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die anhaltende Trockenheit der letzten Monate und die Stürme seit letztem Jahr haben zu erheblichen Schäden in den heimischen Wäldern geführt. Die aktuelle Lage in der Forstwirtschaft ist von einem hohen Maß an Kalamitäten und einem massiven Insektenbefall gekennzeichnet. Eine Waldbrandgefahr besteht in den Wäldern noch immer.
Die Vermehrung des Borkenkäfers war in den letzten Monaten extrem und wird sich bei günstiger Witterung in den kommenden Wintermonaten fortsetzen. Die durch Trockenheit geschwächten Waldbestände sind derzeit starken ökologischen Belastungen ausgesetzt (www.zdf.de/nachrichten/heute/fichtenholzpreise-brechen-ein-wegen-borkenkaefer-100.html; www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Tecklenburg/3530293-Borkenkaefer-Thema-bei-der-FBG-Baeumekoennen-sich-kaum-noch-wehren). Hinzu kommt die akute Gefahr der Einschleppung weiterer forstlicher Schädlinge aus anderen Regionen (www.derstandard.de/story/2000078544179/fuenf-eingeschleppte-schaedlinge-koennten-europaswaelder-veraendern).
Die Bewertung solcher schädlichen Einwirkungen auf heimische Wälder kann durch ein zeitgemäßes forstliches Schadenmonitoring auf bundesweiter Ebene verbessert werden. Es können ebenso Prognosen für kommende Wachstumsperioden erstellt werden, die eine langfristige forstliche Planung erlauben und die Regenerationsfähigkeit unserer Wälder besser einschätzen. Ein bundesweites Schadenmonitoring bildet die Grundlage für einen zielbewussten und klimagerechten Waldumbau und kann Empfehlungen für sachgerechte forstliche Eingriffe geben.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
In welchem Umfang liegen für das Jahr 2018 nach Kenntnis der Bundesregierung Schäden in der Forstwirtschaft durch die Trockenheit, Insektenbefall und anderen Ursachen vor (bitte die Schätzung der Waldschäden von 758 Mio. Euro aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/4330 konkretisieren und aktualisieren)?
Konnte die Bundesregierung im Zuge der Konkretisierung der bundesweiten Waldschadenhöhe für die Jahre 2017 und 2018 bereits weitere Schadenposten quantifizieren?
Ist aus Sicht der Bundesregierung vor dem aktuellen Hintergrund der forstlichen Schadenproblematik die Einrichtung eines kontinuierlichen forstlichen Schadenmonitorings auf bundesweiter Ebene sinnvoll oder notwendig? Falls ja, welche Ansätze und Lösungen zu einem zeitgemäßen Schadenmonitoring auf bundesweiter Ebene verfolgt die Bundesregierung? Falls nein, warum nicht?
Sieht sich die Bundesregierung in der Lage, einen komplexen forstlichen Gesamtschaden abschließend oder kontinuierlich zu erfassen und volkswirtschaftlich zu bewerten, wenn ein solcher Gesamtschaden auf vergangenen und aktuellen forstlichen Schäden basiert? Falls nein, warum nicht?
Welche Prognose vertritt die Bundesregierung für die kommenden Jahre hinsichtlich eines intensiveren Befalls in den Waldbeständen durch die Schädlinge Ips typographus, Pityogenes chalcographus und Lymantria monacha (bitte einzelne direkte und indirekte forstliche Schadenskriterien und die dazugehörigen Prognosen für die kommenden Jahre aufstellen)?
Sieht die Bundesregierung einen Handlungsbedarf in der Zusammenführung und Rationalisierung länderspezifischer Erhebungs- und Monitoringmethoden für eine verbesserte forstliche Bewertung und Prognose, und gibt es bereits Weiterentwicklungen in diesem Bereich (bitte die einzelnen Erhebungs- und Monitoringmethoden, die Anzahl ihrer Durchführungen, die dazugehörigen Ergebnisse in den letzten 20 Jahren aufstellen, und die möglichen Weiterentwicklungen dieser Methoden darstellen)?
Welche Ansicht vertritt die Bundesregierung durch das enorm gestiegene Risiko der Einschleppung neuartiger Schadensorganismen? Verfolgt die Bundesregierung Maßnahmen, die zeitnah und konkret solche und ähnliche Schadensorganismen eindämmen oder ausrotten können (bitte mögliche und etablierte Neophyten, Neozoen und Neomyceten, ihr Verbreitungsrisiko und die dazugehörigen Bekämpfungsstrategien darstellen)?
Befindet sich die Bundesregierung im Austausch mit europäischen Nachbarländern, um aktuelle forstliche Probleme zu besprechen und Möglichkeiten der Eindämmung forstlicher Schäden auf europäischer Ebene zu finden? Wie bewertet die Bundesregierung das Schadenpotential durch den Ips duplicatus?