Situation der Waldschäden
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Nicole Bauer, Dr. Christoph Hoffmann, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Nicola Beer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Bernd Reuther, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Andrew Ullmann, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
In den heimischen Wäldern sind seit den Sturmereignissen 2017 und 2018 und seit der Trockenheit im Sommer 2018 noch immer massive Waldschäden zu verzeichnen (www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Wald-Forst/Hitze-und-Trockenheit-Waldbaeume-lassen-Nadeln-und-Blaetter-fallen_article1549350363.html; www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/waldzustandsbericht-nrw-110.html). Die Vermehrung des Borkenkäfers wurde durch den hohen Anfall an Schadholz in den Wäldern gefördert. Im kommenden Frühjahr wird mit einem starken Borkenkäferaufkommen zu rechnen sein. Als Reaktion der Bundesregierung darauf wurde den Waldbauern im November 2018 eine finanzielle Hilfe zur „Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen“ in Höhe von 25 Mio. Euro für die nächsten fünf Jahre gewährt. Die Bundesregierung verfügt bis dato über keine genauen Zahlen zu dem Ausmaß der Waldschäden (www.topagrar.com/managementund-politik/news/groko-gibt-nun-auch-duerrehilfen-fuer-den-forst-10093440.html).
Die Länder haben mittlerweile ihre Waldzustandsberichte mit aus Sicht der Fragesteller alarmierenden Ergebnissen veröffentlicht. Viele Waldgebiete in den Ländern wurden in ihren Schadstufen angehoben. Die Kronenverlichtung der Bäume, ein Indikator des Blatt- und Nadelverlustes, ist im durchschnittlichen Mittel und regional stark angestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil der gesunden Laub- und Nadelbäume gesunken. In den kommenden Monaten stehen den Waldbesitzern weitere Investitionen im Waldbau und für den Erhalt der Wälder bevor. Bereits gepflanzte Jungbäume sind in vielen Waldgebieten vertrocknet. In den kommenden Monaten und in den folgenden Jahren werden noch weitere Folgeschäden in Wäldern sichtbar werden (www.dfwr.de/index.php/forstpolitik/waldzustand).
Die Umsetzung eines klimastabilen Waldumbaus mit robusten Baumarten ist dringend. Die Bundesregierung muss sich nach Ansicht der Fragesteller dafür einsetzen, dass zukünftig eine klimagerechte Bewirtschaftung der Wälder möglich ist.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen13
Liegen der Bundesregierung erste belastbare Zahlen oder ein vorläufiges Ergebnis zum Ausmaß der Waldschäden im Bundesgebiet vor, und wie begründet sich, ausgehend von der letzten Schätzung der Waldschäden durch das Thünen-Institut, die zeitliche Aufteilung von fünf Jahren der finanziellen Hilfe von 25 Mio. Euro (vgl. Bundestagsdrucksache 19/4330; www.bmel.de/Shared Docs/Pressemitteilungen/2019/065-Tag-des-Waldes.html)?
Welche anderen Zahlen als die Zahlen aus den Waldzustandsberichten der Länder besitzt die Bundesregierung zu den aktuellen forstlichen Schäden (bitte die Schadzahlen, die der Bundesregierung bis dato vorliegen, aufstellen)?
Wenn die Bundesregierung bis dato keine Zahlen zu den Fragen 1 und 2 vorlegen kann, wie hoch ist das Interesse der Bundesregierung an der Quantifizierung der aktuellen forstlichen Schadsituation?
Welche weiteren Maßnahmen wurden durch die Bundesregierung unternommen, um das vom Thünen-Institut geschätzte Ausmaß der forstlichen Schäden von 758 Mio. Euro und 17,3 Mio. m³ in den Wäldern laut der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/4330 zu konkretisieren?
Sieht die Bundesregierung eine Notwendigkeit für den Einsatz von Fernerkundungssystemen bei der Quantifizierung der Waldschäden? Wenn ja, wann wurden oder werden Fernerkundungssysteme eingesetzt? Wenn nein, warum werden keine Fernerkundungssysteme eingesetzt?
Wurden seit der letzten Umfrage aus September 2018, wie in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/6565 erwähnt, weitere Umfragen zu den Waldschäden durch die Bundesregierung durchgeführt (bitte die bisher durchgeführten und laufenden Sondererhebungen und Umfragen seit 2017 aufstellen)?
Welche Waldgebiete und Baumarten sind aus Sicht der Bundesregierung im Bundesgebiet am stärksten von Schäden durch Sturm, Trockenheit, Schneebruch und Insektenbefall betroffen (bitte die einzelnen Waldgebiete, die einzelnen Baumarten und die Schadereignisse Sturm, Trockenheit, Schneebruch und Insektenbefall je Waldgebiet und Baumart aufstellen)?
Welche Waldgebiete im Bundesgebiet sind nach Ansicht der Bundesregierung von einem hohen Befallsrisiko durch den Borkenkäfer, ausgehend von aktuellen Borkenkäferdichten, besonders betroffen?
Teilt die Bundesregierung die verbreitete Einschätzung, dass im Jahr 2019 mit einem höheren Aufkommen an Borkenkäfern zu rechnen ist, da sich der Borkenkäfer im Jahr 2018 in drei Generationen vermehren konnte und gebietsweise Borkenkäferdichten von aktuell 25 000 Käfern je Baum im Stehendbefall herrschen (bitte ausführlich erläutern)?
Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung, und welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung geplant, wenn das massenhafte Ausschwärmen des Borkenkäfers Ende April oder Anfang Mai 2019 beginnt?
Welche Maßnahmen zur „Prävention und Anpassung auf Extremwetterlagen“ sollen nach Ansicht der Bundesregierung in den nächsten Monaten konkret umgesetzt werden, und welche Schritte wurden bisher dafür eingeleitet (bitte die Maßnahmenschritte und die dazugehörige Mittelbereitstellung aufstellen)?
Welche Ergebnisse konnten bisher aus dem Monitoring des Ips duplicatus (= Nordischer Fichtenborkenkäfer) im Bundesland Bayern gewonnen werden (vgl. Bundestagsdrucksache 19/6565)?
Inwiefern ist das Forstschädenausgleichsgesetz aus Sicht der Bundesregierung novellierungsbedürftig?