[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung vom
27. Mai 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/10515
19. Wahlperiode 29.05.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. André Hahn,
Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/9632 –
Umfang von Werbemaßnahmen der Bundeswehr im Jahr 2018
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Seit Aussetzung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr ihr Budget insbesondere
für Personalwerbung erheblich aufgestockt. Die Ausgaben für
personalwerbliche Anzeigen betrugen im Jahr 2008 noch 3,78 Mio. Euro, 2017 waren es
35,2 Mio. Euro (vgl. Bundestagsdrucksachen 18/8505 und 19/2194). Die
Bundeswehr wirbt nicht nur in Medien für sich, sondern betreibt auch auf Messen
und Ausstellungen aktive Personalwerbung. Im vergangenen Jahr beteiligte sich
die Bundeswehr beispielsweise an 1 890 Messen und Ausstellungen mit 18
Millionen Zuschauern (vgl. Bundestagsdrucksache 19/2194).
Aus Sicht der Fragestellerinnen und Fragesteller hat die Werbetätigkeit der
Bundeswehr nichts mit sachlicher Information zu tun, sondern stellt in
unangemessen entpolitisierter Weise einseitig „Fun“ und „Action“ in den Vordergrund. Die
Präsenz der Bundeswehr in der Öffentlichkeit ist aus Sicht der Fragestellerinnen
und Fragesteller eine Form der Militarisierung der Gesellschaft. Sie begrüßen
daher den vielfältigen antimilitaristischen Protest gegen solche militärischen
Auftritte.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 2. März 1977, 2 BvE 1/
76 – BVerfGE 44, 124 (147) klargestellt, dass die „Öffentlichkeitsarbeit von
Regierung und gesetzgebenden Körperschaften (…) nicht nur verfassungsrechtlich
zulässig, sondern auch notwendig“ ist. Die Informationsarbeit der Bundeswehr
trägt dieser Notwendigkeit Rechnung. Davon abzugrenzen sind die Maßnahmen
der Personalwerbung, die die Bundeswehr – wie jeder andere Arbeitgeber auch –
ergreift, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein Bild von der Vielfalt der
attraktiven beruflichen Möglichkeiten und Perspektiven in ihrem
Aufgabenbereich zu vermitteln. Dabei steht die Darstellung der Bundeswehr als
„sinnstiftender und qualifizierender“ Arbeitgeber im Vordergrund und nicht die Elemente
„Fun“ und „Action“.
Die Erhöhung des Haushaltstitels ist dabei eine notwendige Konsequenz aus der
Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011. Danach wurden die Haushaltsmittel
für die Nachwuchswerbung im Jahr 2012 von 16 Mio. Euro auf 29 Mio. Euro
erhöht, um zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr den durch die
Aussetzung der Wehrpflicht gestiegenen, personalwerblichen Herausforderungen
begegnen zu können. Im Jahr 2018 wurden 34,70 Mio. Euro für die
Nachwuchswerbung bereitgestellt. Dies entspricht einer Steigerung von weniger als 20
Prozent des Haushaltstitels seit der Aussetzung der Wehrpflicht, um den
strategischen Herausforderungen der Nachwuchswerbung vor dem Hintergrund des
Fachkräftemangels auf dem deutschen Arbeitsmarkt, des demographischen
Wandels und des erhöhten Personalbedarfs der Bundeswehr zu begegnen.
1. Welche Gesamtkosten sind im Jahr 2018 für die Nachwuchswerbung
angefallen, und in welche Bereiche (wie Personalwerbung, Jugendmarketing
usw.) gliedern sich diese auf (bitte jeweils auch die Kosten in diesen
Unterbereichen angeben)?
Im Jahr 2018 wurden für die Nachwuchswerbung Haushaltsmittel in Höhe von
rund 34,48 Mio. Euro verausgabt. Die Ausgaben für Nachwuchswerbung
gliederten sich dabei in die Bereiche Personalwerbung, Truppenbesuche,
Jugendmarketing, Messen und Veranstaltungen, Online-Marketing und Give Aways auf.
Die Angaben zu den Unterbereichen sind der nachstehenden Tabelle zu
entnehmen.
Bereich Ausgaben
(in Tsd. Euro, gerundet)
Überregionale Personalwerbung 25.500
Regionale Personalwerbung 2.510
Truppenbesuche 732
Jugendmarketing 1.343
Messen und Veranstaltungen 3.671
Online-Marketing 56
Big Band der Bundeswehr (wird seit
2018 über einen anderen Haushaltstitel
finanziert)
0
Give Aways 720
2. Welche Kosten sind im Jahr 2018 für personalwerbliche Anzeigen insgesamt
aufgewendet worden (bitte in einzelne Werbeträger bzw. Werbeformate
aufgliedern), und wie erklären sich allfällige signifikante Abweichungen zu den
Vergleichszahlen für das Jahr 2017?
Wie viele Personen sind dabei schätzungsweise erreicht worden, wie hoch
schätzt die Bundesregierung dabei den Anteil der Zielgruppe ein, und wie ist
die Zielgruppe definiert?
Im Jahr 2018 wurden für die personalwerblichen Maßnahmen Haushaltsmittel in
Höhe von rund 22,31 Mio. Euro verausgabt.
Die Aufgliederung nach Werbeformaten bzw. Werbeträgern ist der
nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
Werbeformate, -träger Ausgaben
(in Tsd. Euro, gerundet)
Print 2.700
Radio 310
TV 0
Kino 0
Internet 11.400
Außenverwerbung 5.500
Ambient 2.400
Es haben sich keine signifikanten Abweichungen in der Gesamtsumme der
Aufwendungen für personalwerbliche Maßnahmen ergeben. Abweichungen für die
Kosten der einzelnen Medien begründen sich mit der Anpassung der
Werbeformate auf das veränderte Nutzerverhalten der Zielgruppen für werbliche
Maßnahmen.
Durch oben genannte Werbeträger bzw. Werbeformate wurden ca. 3,25 Mrd.
Werbekontakte erreicht, davon ca. 1,45 Mrd. in der Zielgruppe der 17- bis 35-
Jährigen.
3. Welche Kosten sind für die Öffentlichkeits- bzw. Informationsarbeit
aufgewendet worden (bitte nach Veranstaltungen und Formaten aufgliedern), und
wie viele Personen sind dabei erreicht worden?
Die Angaben sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
Veranstaltungen bzw. Formate Ausgaben
(in Tsd. Euro, gerundet)
Tag der offenen Tür der Bundesregierung 52
Tag der Deutschen Einheit 55
Tag der Bundeswehr 573
Informationsbroschüren 25
Zentrale Sicherheitspolitische Seminare 126
Informationsmaterialien 129
Besucherdienst BMVg 60
Auftritte bei Fach- und Verbrauchermessen 548
Organisationsbereiche Bundeswehr 707
Landeskommandos 544
Bewegtbildproduktion 200
Weiterentwicklung der Medien der Bundeswehr 525
Weitere Maßnahmen 317
Bei den aufgeführten Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit
wurden im Jahr 2018 nach Schätzungen etwa 1,3 Millionen Personen erreicht.
4. An wie vielen Messen, Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen zum
Zweck der Öffentlichkeitsarbeit oder Personalwerbung (bitte getrennt
darstellen) hat die Bundeswehr im Jahr 2018 teilgenommen, welche Kosten sind
dafür entstanden, wie viele Personen sind dabei schätzungsweise erreicht
worden, und wie hoch schätzt die Bundesregierung den Anteil der erreichten
Zielgruppenangehörigen ein (die Zielgruppe bitte auch hier definieren, falls
sie von der in Frage 2 genannten abweicht)?
Wie erklären sich aus Sicht der Fragesteller allfällige signifikante
Abweichungen zum Vorjahr, und welche Schlussfolgerungen zieht die
Bundesregierung daraus?
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat die Bundeswehr im Jahr 2018 an
acht Fach- und Verbrauchermessen teilgenommen. Darüber hinaus erfolgte die
Teilnahme an zwei Veranstaltungen der Bundesregierung (Tag der offenen Tür
und Tag der Deutschen Einheit). Insgesamt wurden für die Teilnahme an diesen
zehn Veranstaltungen Haushaltsmittel in Höhe von 655 000 Euro aufgewendet.
Dabei wurden schätzungsweise 1 106 000 Personen aus allen Zielgruppen der
Öffentlichkeitsarbeit erreicht. Gegenüber dem Vorjahr sind keine signifikanten
Abweichungen festzustellen.
Im Jahr 2018 hat die Personalgewinnungsorganisation der Bundeswehr im
Rahmen der Personalwerbung an rund 2 174 Messen, Ausstellungen und
ähnlichen Veranstaltungen teilgenommen. Die o. g. Veranstaltungen wurden von ca.
15 Millionen Besuchern aufgesucht. Grundsätzlich werden nur Veranstaltungen
für personalwerbliche Zwecke ausgewählt, die einen hohen Zielgruppenanteil bei
den Besuchern aufweisen.
Die Ausgaben für die o. g. Messen und Veranstaltungen sind der Antwort zu
Frage 1 zu entnehmen.
5. Wie viele Veranstaltungen hat der KarriereTreff Bundeswehr im Jahr 2018
bestritten, welche Kosten sind dabei entstanden, wie viele Personen wurden
dabei insgesamt erreicht, und wie hoch war schätzungsweise der Anteil der
Zielgruppenangehörigen (die Zielgruppe bitte auch hier definieren)?
Im Jahr 2018 hat der Karrieretreff der Bundeswehr an 15 Veranstaltungen
teilgenommen. Insgesamt waren bei den Veranstaltungen 6,4 Millionen Besucher
zugegen. Der geschätzte Anteil der Zielgruppe an den oben genannten Besuchern
liegt bei rund 34 Prozent. Hierfür entstanden Ausgaben in Höhe von rund
500 000 Euro im Bereich der Nachwuchswerbung. Zur Definition der Zielgruppe
vgl. die Antwort zu Frage 2.
6. Wie viele Gesprächskontakte (bitte nach Qualitäts- sowie
Langfristkontakten sowie einfachen Informationsgesprächen aufteilen) wurden bei den
Maßnahmen der Personalwerbung erfasst?
Die Angaben zu den Gesprächskontakten für das Jahr 2018 für Veranstaltungen
im Rahmen der Personalwerbung sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
Art Anzahl
(in Tsd., gerundet)
Qualitätskontakte 168
Langfristkontakte 61
Informationsgespräche 261
Eine – auch auf Schätzungen beruhende – Erfassung der Kontakte bei Auftritten
im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit erfolgte nicht. Die sicherheits- und
verteidigungspolitischen Inhalte der Öffentlichkeitsarbeit richten sich an die gesamte
Bevölkerung.
7. Welche Veranstaltungen im Rahmen des Jugendmarketings hat die
Bundeswehr im Jahr 2018 durchgeführt, wie viele Jugendliche haben sich daran
jeweils beteiligt, und welche Kosten sind dabei jeweils entstanden?
Die Angaben über Veranstaltungen im Rahmen des Jugendmarketings für das
Jahr 2018 und die in diesem Zusammenhang geleisteten Ausgaben sind der
nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
Veranstaltung Teilnehmer Ausgaben
(in Tsd. Euro, gerundet)
Bundeswehr Olympix (zwei Veranstaltungen in 2018 an der
Sportschule der Bundeswehr in Warendorf)
ca. 800 681
Community-Treffen (fünf Veranstaltungen) je 30 46
Bw-Musix (eine Veranstaltung, Preisgelder) ca. 1.000 7
8. Wie viele Zugriffe hat es 2018 auf die Internetseiten
www.treff.bundeswehr.de
und
www.bundeswehr-karriere.de jeweils gegeben, welche weiteren
relevanten Internetseiten zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit oder
Personalwerbung unterhält die Bundeswehr, und welche Kosten entstanden für diese
jeweils?
Im Jahr 2018 wurden rund 2,6 Millionen Page Impressions auf dem
Internetauftritt
www.bundeswehrentdecken.de (vormals treff.bundeswehr.de) und rund
58 Millionen Page Impressions auf der Internetseite
www.bundeswehrkarriere.de
gezählt.
Die Angaben zu den verausgabten Haushaltsmitteln für die oben aufgeführten
Internetseiten im Bereich der Nachwuchswerbung sind der Antwort der Frage 9 zu
entnehmen.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden die folgenden relevanten
Internetseiten unterhalten:
www.bundeswehr.de mit ca. 18,4 Millionen Page Impressions im Jahr 2018,
www.bmvg.de mit ca. 4,9 Millionen Page Impressions im Jahr 2018.
Die Internetseiten der Öffentlichkeitsarbeit und der Personalwerbung werden als
Teil des IT-Systems der Bundeswehr betrieben, die Inhalte werden von
Angehörigen der Informationsarbeit crossmedial erstellt. Da mithin weder Personal noch
Technik ausschließlich für den Betrieb der Internetseiten eingesetzt werden,
lassen sich die Kosten für diese Auftritte nicht seriös ermitteln.
9. Welche Ausgaben hat die Bundeswehr im Jahr 2018 im Bereich der
Nachwuchswerbung jeweils für
a) den Girl’s Day,
b) Truppenbesuche,
c) Videospots (bitte Zahl und ggf. Bezeichnung der produzierten Videos
angeben),
d) Informationsmaterial,
e) Werbeextras,
f) die Big Band der Bundeswehr,
g) den Domainunterhalt der Internetpräsenzen,
h) Sportkooperationen und
i) Sonstiges
ausgegeben?
Die Ausgaben im Bereich der Nachwuchswerbung im Jahr 2018 sind der
nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
Maßnahme Ausgaben
(in Tsd. Euro, gerundet)
Girls‘ Day 24
Truppenbesuche Vgl. Antwort zu Frage 1
Videospots (75) 2,7
Informationsmaterial 218
Werbeextras Vgl. Antwort zu Frage 1 „Give Aways“
Big Band der Bundeswehr Vgl. Antwort zu Frage 1
Domainunterhalt Bundeswehr-Karriereseite und Jugendmarketing 56
Sportkooperationen 0
Sonstiges Vgl. Antwort zu Frage 10
10. Welche Ausgaben für Personal- bzw. Nachwuchswerbung fielen bei
Veranstaltungen oder sonstigen Maßnahmen an, die in keiner der zuvor
beantworteten Fragen angesprochen worden sind (bitte detailliert ausführen und dazu
Datum, Ort und erreichte Zahl von Personen angeben und diese wenn
möglich nach Jugendlichen untergliedern)?
Die Angaben zu Veranstaltungen und sonstigen Maßnahmen sind der
nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
Veranstaltung/sonstige
Maßnahmen Jugendmarketing
Datum erreichte Personen davon Jugendliche Ausgaben
(in Tsd. Euro gerundet)
Mailing Jan. – Juni. 2018 6.000 6.000 4
Bundeswehr-Quiz Jan. – Dez. 2018 ca. 30.000 ca. 30.000 28
Gewinnerreisen Jan. – Dez. 2018 250 250 32
11. Bei wie vielen Veranstaltungen der Personal- bzw. Nachwuchswerbung hat
es nach Kenntnis der Bundesregierung Proteste von Bürgerinnen und
Bürgern gegeben, und inwiefern waren diese ihrer Kenntnis nach
antimilitaristisch motiviert?
Im Jahr 2018 wurden bei den Veranstaltungen der Personal- bzw.
Nachwuchswerbung insgesamt 23 Vorkommnisse gemeldet. Über den Anteil an
Vorkommnissen mit gegen die Bundeswehr gerichtetem Hintergrund liegen keine
Erkenntnisse vor.
12. Welche Kosten sind 2018 in Zusammenhang mit dem „Tag der Bundeswehr“
entstanden, wie viele Personen wurden dabei erreicht, wie ist hierbei die
Zielgruppe definiert und wie hoch schätzt die Bundesregierung den Anteil
der erreichten Zielgruppenangehörigen ein (die Zielgruppe bitte definieren)?
Für den Tag der Bundeswehr sind im Jahr 2018 Ausgaben in Höhe von insgesamt
5,77 Mio. Euro aufgewendet worden. 218 482 Besucher waren beim Tag der
Bundeswehr im Jahr 2018 zugegen.
Die Maßnahme „Tag der Bundeswehr“ als Teil der Agenda „BUNDESWEHR IN
FÜHRUNG – Aktiv. Attraktiv. Anders.“ zielt auf eine tiefere Verankerung der
Bundeswehr in der Gesellschaft. Damit die Bundeswehr ihren Auftrag erfüllen
kann, braucht sie viele Unterstützer sowie die Anerkennung und Wertschätzung
aus allen Bereichen unserer Gesellschaft. Beim Tag der Bundeswehr soll nach
innen wie nach außen auf die Leistungen der Bundeswehr aufmerksam gemacht
werden. Er dient der Intensivierung des Dialogs mit der breiten Öffentlichkeit
durch ein breites und umfassendes Informations- und Rahmenprogramm an
ausgewählten Standorten im Bundesgebiet.
13. Wie hat sich die Auflagenhöhe der Zeitschrift „infopost“ entwickelt, und
welche Kosten entstanden dabei?
Im Jahr 2018 betrug die Auflagenhöhe der Zeitschrift „BE Strong – infopost“
rund 500 000 Stück, wofür rund 76 000 Euro verausgabt wurden.
14. Welche Kooperationsvereinbarungen bestanden im Jahr 2018 und bestehen
derzeit im personalwerblichen Bereich sowie im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit mit Medien, was beinhalten diese jeweils, und welche Kosten
entstanden dabei jeweils?
Im Bereich der Personalwerbung und der Öffentlichkeitsarbeit bestanden weder
2018 noch bestehen derzeit Kooperationsvereinbarungen mit Medien.
15. Welche Kooperationsvereinbarungen bestanden im Jahr 2018 und bestehen
derzeit im personalwerblichen Bereich sowie im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit mit Akteuren aus dem Sportbereich, was beinhalten diese jeweils, und
welche Kosten entstanden dabei jeweils?
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bestanden weder 2018 noch bestehen derzeit
Kooperationsvereinbarungen mit Akteuren aus dem Sportbereich.
16. Welche Kooperationsvereinbarungen bestanden im Jahr 2018 und bestehen
derzeit im personalwerblichen Bereich sowie im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie mit Behörden, was
beinhalten diese jeweils, und welche Kosten entstanden dabei jeweils?
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bestanden 2018 und bestehen bislang acht
Kooperationsvereinbarungen zwischen der Bundeswehr und den
Kultusministerien der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-
Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen.
Durch die Kooperationsvereinbarungen soll die Kommunikation zwischen den
Kultusministerien und der Bundeswehr über Sicherheitspolitik im Unterricht und
in der Lehreraus- und Fortbildung weiter verbessert werden. Kosten entstehen
durch diese Kooperationsvereinbarungen nicht.
Darüber hinaus bestand in 2018 die Vereinbarung zur Förderung der Initiative
„MINT Zukunft schaffen“ Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen
der Bundeswehr und dem eingetragenen, gemeinnützigen Verein. Das Netzwerk
MINT wurde durch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
und dem Bundesverband der Deutschen Industrie ins Leben gerufen und wird mit
4 000 Euro jährlich durch die Bundeswehr unterstützt.
17. Wie viele Auftritte außerhalb militärischer Einrichtungen haben Musikkorps
der Bundeswehr im Jahr 2018 durchgeführt, und welche Kosten sind dabei
insgesamt verursacht worden?
Die Musikkorps haben 421 Musikeinsätze außerhalb militärischer Einrichtungen
in 2018 durchgeführt. Dabei sind Kosten in Höhe von 107 435 Euro entstanden.
18. Wie viele Große Zapfenstreiche und Gelöbnisse außerhalb militärischer
Anlagen wurden im Jahr 2018 durchgeführt, und welche Kosten sind für die
zehn teuersten derartigen Veranstaltungen entstanden?
Im Jahr 2018 haben insgesamt zwei Große Zapfenstreiche und 51 feierliche
Gelöbnisse außerhalb militärischer Liegenschaften stattgefunden. Eine zentrale
Erfassung, aus der hervorgeht, welche Ausgaben für die einzelnen Veranstaltungen
angefallen sind, erfolgte nicht.
19. Welche wesentlichen Änderungen bzw. Neuausrichtungen bei der
Personalwerbung hat es im Jahr 2018 gegeben, wie bewertet die Bundesregierung
deren Wirksamkeit, und welche weiteren Änderungen sind für die nächste
Zukunft beabsichtigt?
Im Vergleich zum Jahr 2017 hat es keine wesentlichen Änderungen bzw.
Neuausrichtungen in der Personalwerbung gegeben. Die Positionierung der
Bundeswehr als „sinnstiftender und qualifizierender“ Arbeitgeber unter dem Leitspruch
„Mach, was wirklich zählt“ wurde ebenso fortgesetzt wie die Konzentration der
Personalwerbung der Bundeswehr auf die identifizierten zivilen und militärischen
Mangelbereiche wie beispielsweise IT und Sanität. Im Hinblick auf das sich
ändernde Nutzerverhalten der Zielgruppen für personalwerbliche Maßnahmen
wurde die Arbeitgeberkommunikation stärker in den Bereich der neuen sozialen
Medien ausgerichtet.
20. Wie bewertet die Bundesregierung insgesamt die Effizienz und Wirksamkeit
der verschiedenen Instrumente ihrer Personal- bzw. Nachwuchswerbung,
und welche Kriterien legt sie dafür an?
Inwiefern sieht sie eine Korrelation der Nachwuchswerbung zum
Bewerberaufkommen?
Insgesamt war 2018 für die Nachwuchswerbung ein positives Jahr. Es sind ca.
128 000 Bewerbungen für militärische und zivile Stellen bei der Bundeswehr
eingegangen. Rund 26 000 Männer und Frauen wurden im gleichen Zeitraum für
eine militärische oder zivile Stelle bei der Bundeswehr eingeplant bzw.
eingestellt.
Erstmals seit 2015 liegt die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen (inkl. der
FWDL) wieder über 180 000 bei 181 760. Die Bundeswehr umfasst aktuell rund
53 400 Berufs- und rund 120 000 Zeitsoldaten sowie rund 8 400 FWDL. Damit
gab es erstmals seit 2016 wieder einen Aufwuchs von rund 7 000 BS und SaZ.
Für den Bereich des IT-Personals konnte der Bedarf in 2018 an Einstellungen
über alle Laufbahnen hinweg zu 96 Prozent gedeckt werden. Für den zivilen
Bereich konnte vor allem im gehobenen technischen Dienst IT eine Steigerung von
acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr und im mittleren technischen Dienst IT
eine Steiergung von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden.
Auch im zivilen Bereich ist die Entwicklung der Personalgewinnung positiv zu
bewerten. So konnten die Einstellungen bei den Beamten und Beamtinnen um
neun Prozent auf rund 1 700 und bei den unbefristeten Verträgen von
Tarifbeschäftigten um 14 Prozent über dem Niveau von 2017 auf rund 3 000 gesteigert
werden.
Für Frauen ist die Bundeswehr zunehmend ein attraktiver Arbeitgeber. Zur
Bundeswehr gehören mittlerweile rund 22 000 Soldatinnen. Der Anteil der
Soldatinnen wächst kontinuierlich und lag 2018 bei über 12 Prozent. In 2018 kam jede
vierte Bewerbung für den Dienst in den Streitkräften von einer Frau; bei den
Offizierbewerbungen war es sogar jede dritte. Insgesamt konnte der Anteil von
Frauen in den militärischen und zivilen Bereichen der Bundeswehr bei den
Einplanungen (mil) bzw. Einstellungen (ziv) in 2018 auf insgesamt 20 Prozent
gesteigert werden.
Die Bundeswehr ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber in Deutschland,
sondern auch einer der größten Ausbilder: Rund 35 000 Frauen und Männer befinden
sich gegenwärtig in der Ausbildung bei der Bundeswehr.
Von der Bundeswehr ausgebildetete Fachkräfte sind – von der Mannschafts- bis
zur Offizierlaufbahn – besonders stark auf dem zivilen Arbeitsmarkt nachgefragt.
Innerhalb der ersten sechs Monate seit ihrer Verfügbarkeit für den zivilen
Arbeitsmarkt konnten 97 Prozent der ehemaligen Soldaten auf Zeit eine
Beschäftigung aufnehmen.
Die Fokussierung auf eine längerfristige Bindung von gut qualifiziertem Personal
hat sich auch 2018 bewährt: Jede/-r vierte FWDL bleibt für einen längeren
Zeitraum in der Bundeswehr. Die Regeneration durch Laufbahnwechsel mit dem
Schwerpunkt in die Feldwebellaufbahn spiegelt die auch nach innen
wahrgenommene Attraktivität des Arbeitgebers Bundeswehr wider. Mit knapp 2 600
Laufbahnwechseln konnte die avisierte Zielgröße von acht Prozent übertroffen
werden. Zudem konnten laufbahnübergreifend über 9 800 Weiterverpflichtungen
erreicht werden.
Eine direkte Korrelation zwischen Personalwerbung und Bewerberaufkommen
besteht nur bedingt, da sich auch andere Faktoren wie z. B. Arbeitsmarktsituation
und Demografie auf die Bewerberzahlen auswirken.
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ISSN 0722-8333]