[Deutscher Bundestag Drucksache 19/11512
19. Wahlperiode 11.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer,
Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber,
Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand,
Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen,
Dr. Christian Jung, Thomas L. Kemmerich, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober,
Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Dr. Martin Neumann,
Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann,
Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Andrew Ullmann,
Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Einschränkung von CBD durch Novel-Food-Verordnung und Auswirkungen auf
deutsche Unternehmen
Die Europäische Kommission hat im Januar 2019 entschieden, Lebensmittel und
andere Produkte, die Cannabidiol (CBD) aus Hanf enthalten, unter die Novel-
Food-Verordnung fallen zu lassen (
www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/04_
AntragstellerUnternehmen/13_FAQs/FAQ_Cannabidiol/FAQ_Cannabidiol_node.
html). Obwohl Produkte aus Hanf, die immer schon CBD enthielten, seit
Jahrhunderten in Europa frei verkäuflich waren, entschied man, dass es sich bei
dem Bestandteil CBD um ein „Novel Food“ (neuartiges Lebensmittel) handelt.
Die Folgen sind Razzien von Betrieben, die CBD-haltige Produkte vertreiben
(
www.vice.com/de/article/kzmqav/40-polizisten-durchsuchen-einen-kiosk-
cbdrazzien-in-bayern;
www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/razzien-wegen-
unerlaubter-abgabe-von-hanfprodukten-16136343.html;
www.deutsche-apotheker-
zeitung.de/news/artikel/2019/04/26/rossmann-und-dm-nehmen-cbd-oele-aus-
demsortiment) und damit einhergehende wirtschaftliche Schäden für Unternehmen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Warum und in welchem Verfahren wurden die Einträge zu Cannabinoiden in
der Novel-Food-Verordnung geändert?
2. Welche Position vertrat hierbei die Bundesregierung?
3. Aufgrund von welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgten die
Veränderungen?
4. Inwieweit hat sich die Bundesregierung hierfür eingesetzt?
5. Welche Akteure haben von deutscher Seite mit welchen Interessen die
Änderungen unterstützt bzw. nicht unterstützt?
6. Warum wurden keine Übergangsfristen für die mittelfristige Planung von
Unternehmen vereinbart, um entsprechende wirtschaftliche Schäden zu
vermeiden?
7. Inwieweit gelten ältere Stellungnahmen der Europäischen Kommission, in
denen bestätigt wurde, dass es sich bei Lebensmitteln, die Teile der
Hanfpflanze enthalten, nicht um neuartige Lebensmittel handelt (
www.bvl.bund.
de/DE/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQs/FAQ_
Cannabidiol/FAQ_Cannabidiol_node.html;jsessionid=F6163B0815B4E
358656B8099377852CA.2_cid350#doc12220554bodyText4)?
8. Welche Maßnahmen werden aktuell unternommen, um die Rechtslage und
die Bewertung der Bundesregierung innerhalb der Staatsanwaltschaften zu
verbreiten?
9. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob weiteren Nahrungsmitteln,
die bereits seit Langem in Verbreitung sind, eine Einstufung als Novel Food
droht?
10. Plant die Bundesregierung ähnliche Maßnahmen wie Bulgarien (
www.forbes.
com/sites/javierhasse/2019/05/23/this-eu-country-has-apparently-become-
thefirst-to-allow-free-sale-of-cbd/), um den Handel mit CBD in Deutschland zu
schützen?
Berlin, den 26. Juni 2019
Christian Lindner und Fraktion
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