Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Anwendung des Persönlichen Budgets gemäß SGB IX im Land Hessen
(insgesamt 8 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Datum
09.08.2019
Antwortdauer
15 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1193625.07.2019
Anwendung des Persönlichen Budgets gemäß SGB IX im Land Hessen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/11936
19. Wahlperiode 25.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jens Beeck, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz),
Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Katrin Helling-Plahr, Reinhard Houben,
Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Thomas L. Kemmerich,
Oliver Luksic, Till Mansmann, Roman Müller-Böhm, Matthias Seestern-Pauly,
Frank Sitta, Bettina Stark-Watzinger, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der
Fraktion der FDP
Anwendung des Persönlichen Budgets gemäß SGB IX im Land Hessen
Das Persönliche Budget ist eine Leistungsform, die in § 29 des Neunten Buches
Sozialgesetzbuch (SGB IX) verankert ist und für die bereits seit 2008 ein
Rechtsanspruch besteht. Bis auf wenige Ausnahmen ist vorgesehen, dass Menschen mit
Behinderung statt Dienstleistungen oder Sachleistungen eine Geldleistung als
Budget erhalten, um Teilhabe ausüben zu können. Somit können Menschen mit
Behinderung selbstbestimmt entscheiden, welche Hilfe sie benötigen und wer
ihnen diese Hilfe in Form von Leistungen erbringen soll. Im Rahmen des
Bedarfsfeststellungsverfahrens und der Zielvereinbarung muss das Persönliche
Budget bewilligt werden, sofern alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Im Jahr 2017 bezogen 911 000 Menschen Eingliederungshilfe (www.destatis.de/
DE/Presse/Pressemitteilungen/2018/12/PD18_497_221.html), davon nahm nur
ein kleiner Teil das Persönliche Budget in Anspruch. Laut dem Zweiten
Teilhabebericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2016 nahmen im Jahr 2014 insgesamt
9 473 Personen ein Persönliches Budget in Anspruch (Bundestagsdrucksache
18/10940, S. 184), davon 9 119 im Rahmen der Eingliederungshilfe und 354 im
Rahmen der Hilfe zur Pflege (Bundestagsdrucksache 18/10940, S. 205). Es ist
davon auszugehen, dass die Antragzahl, die Bewilligung und Inanspruchnahme
in den Bundesländern unterschiedlich ausfällt.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung im Land Hessen die
Inanspruchnahme des Rechtsanspruchs auf das Persönliche Budget gemäß § 29
SGB IX (bitte für die Jahre 2017 und 2018 aufschlüsseln)?
2. Wie viele Persönliche Budgets wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
trägerübergreifend ausgeführt?
3. Wie viele Anträge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung 2017 und
2018 im Land Hessen gestellt, und wie viele Anträge wurden in den oben
genannten Zeiträumen abgelehnt (bitte nach Reha-Träger aufschlüsseln)?
4. Wie viele Persönliche Budgets wurden im Land Hessen von der
Bundesagentur für Arbeit (BA) im Rahmen der Teilhabeleistung der
berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (bvB) seit 2007 bewilligt, und wie viele wurden
abgelehnt (bitte nach Regionaldirektionen aufschlüsseln)?
5. Wie viele der Ablehnungen durch die BA waren durch eine nicht
vollumfängliche Erfüllung des entsprechenden Fachkonzeptes und
Leistungsbeschreibung nach SGB III begründet?
6. Ist nach Ansicht der Bundesregierung eine vollumfängliche Erfüllung
des entsprechenden Fachkonzeptes und Leistungsbeschreibung nach dem
SGB III im Rahmen von beantragten bvB-Maßnahmen erforderlich, und wie
bewertet die Bundesregierung die Umsetzung im Land Hessen (bitte
begründen)?
7. Wie beabsichtigt die Bundesregierung, die Inanspruchnahme des
Persönlichen Budgets im Land Hessen zu verbessern?
8. In welchem Umfang erwartet die Bundesregierung eine stärkere
Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets im Land Hessen, wenn ab dem 1. Januar
2020 gemäß § 116 Absatz 1 SGB IX die Assistenzleistungen bzw.
Leistungen zur Sozialen Teilhabe nach § 113 SGB IX budgetfähig werden?
Berlin, den 17. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1223809.08.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/11936 - Anwendung des Persönlichen Budgets gemäß SGB IX im Land Hessen
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom
8. August 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12238
19. Wahlperiode 09.08.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jens Beeck, Michael Theurer,
Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/11936 –
Anwendung des Persönlichen Budgets gemäß SGB IX im Land Hessen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Persönliche Budget ist eine Leistungsform, die in § 29 des Neunten
Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) verankert ist und für die bereits seit 2008 ein
Rechtsanspruch besteht. Bis auf wenige Ausnahmen ist vorgesehen, dass
Menschen mit Behinderung statt Dienstleistungen oder Sachleistungen eine
Geldleistung als Budget erhalten, um Teilhabe ausüben zu können. Somit können
Menschen mit Behinderung selbstbestimmt entscheiden, welche Hilfe sie
benötigen und wer ihnen diese Hilfe in Form von Leistungen erbringen soll. Im
Rahmen des Bedarfsfeststellungsverfahrens und der Zielvereinbarung muss das
Persönliche Budget bewilligt werden, sofern alle gesetzlichen Voraussetzungen
erfüllt sind.
Im Jahr 2017 bezogen 911 000 Menschen Eingliederungshilfe (www.destatis.de/
DE/Presse/Pressemitteilungen/2018/12/PD18_497_221.html), davon nahm nur
ein kleiner Teil das Persönliche Budget in Anspruch. Laut dem Zweiten
Teilhabebericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2016 nahmen im Jahr 2014
insgesamt 9 473 Personen ein Persönliches Budget in Anspruch
(Bundestagsdrucksache 18/10940, S. 184), davon 9 119 im Rahmen der Eingliederungshilfe und
354 im Rahmen der Hilfe zur Pflege (Bundestagsdrucksache 18/10940, S. 205).
Es ist davon auszugehen, dass die Antragzahl, die Bewilligung und
Inanspruchnahme in den Bundesländern unterschiedlich ausfällt.
1. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung im Land Hessen die
Inanspruchnahme des Rechtsanspruchs auf das Persönliche Budget gemäß § 29
SGB IX (bitte für die Jahre 2017 und 2018 aufschlüsseln)?
2. Wie viele Persönliche Budgets wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
trägerübergreifend ausgeführt?
3. Wie viele Anträge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung 2017 und
2018 im Land Hessen gestellt, und wie viele Anträge wurden in den oben
genannten Zeiträumen abgelehnt (bitte nach Reha-Träger aufschlüsseln)?
Die Fragen 1 bis 3 werden gemeinsam beantwortet.
Eine fortlaufende trägerübergreifende Datenerhebung von Fallzahlen zum
Persönlichen Budget durch die Bundesregierung findet nicht statt. Der
Bundesregierung liegen lediglich Informationen aus dem Bereich der gesetzlichen
Rentenversicherung für die Jahre 2017 und 2018 (Anlage 1) und der Eingliederungshilfe
nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) für das Jahr 2017 vor
(Anlage 2). Im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung liegen nur in
Einzelfällen statistische Informationen zum Wohnort vor, so dass eine aufgeschlüsselte
Auswertung nach Bundesländern nicht möglich ist. Im Bereich der
Eingliederungshilfe und der Hilfe zur Pflege findet auf Grundlage der Bundesstatistik nach
dem SGB XII nur eine Erfassung der Anzahl von Empfängern des Persönlichen
Budgets, aber keine Erfassung von Ablehnungen statt.
Mit Inkrafttreten des § 41 SGB IX zum 1. Januar 2018 ist eine neue rechtliche
Grundlage für die fortlaufende trägerübergreifende Datenerhebung von
Fallzahlen zum Persönlichen Budget geschaffen worden, die eine bundesweite Erhebung
und Auswertung aller Rehabilitationsträger vorsieht (Teilhabeverfahrensbericht).
Die Rehabilitationsträger sind auf dieser gesetzlichen Grundlage verpflichtet, die
Anzahl der beantragten und bewilligten Leistungen in Form des Persönlichen
Budgets sowie die Anzahl der beantragten und bewilligten Leistungen in Form
des trägerübergreifenden Persönlichen Budgets anonymisiert zu erfassen und
diese Daten der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) zu
übermitteln.
Die BAR veröffentlicht jährlich eine Übersicht über die von den
Rehabilitationsträgern übermittelten Daten in Gestalt des Teilhabeverfahrensberichts. Nach § 41
SGB IX findet die erste trägerübergreifende Veröffentlichung eines
Teilhabeverfahrensberichtes durch die BAR noch im Jahr 2019 statt. Eine trägerübergreifende
Aufschlüsselung nach Bundesländern ist in § 41 SGB IX jedoch nicht
vorgesehen.
4. Wie viele Persönliche Budgets wurden im Land Hessen von der
Bundesagentur für Arbeit (BA) im Rahmen der Teilhabeleistung der
berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (bvB) seit 2007 bewilligt, und wie viele
wurden abgelehnt (bitte nach Regionaldirektionen aufschlüsseln)?
5. Wie viele der Ablehnungen durch die BA waren durch eine nicht
vollumfängliche Erfüllung des entsprechenden Fachkonzeptes und
Leistungsbeschreibung nach SGB III begründet?
Die Fragen 4 und 5 werden gemeinsam beantwortet.
Das Persönliche Budget ist selbst keine Leistung zur Teilhabe, sondern eine
besondere Leistungsform, in der die Leistungen zur Teilhabe auf Antrag ausgeführt
werden können. Das Persönliche Budget tritt als Geldleistung an die Stelle der
sonst üblichen Sach- oder Dienstleistung und ermöglicht den
Leistungsberechtigten die erforderliche Leistung, auf die ein Anspruch besteht, selbst auszuwählen
und einzukaufen.
Statistische Angaben zur Inanspruchnahme von Persönlichen Budgets im
Zuständigkeitsbereich der BA stehen erst ab dem Jahr 2018 zur Verfügung.
Nach Angaben der Statistik der BA lag die Anzahl der bundesweiten Zugänge in
berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (bvB), die im Rahmen eines
Persönlichen Budgets gefördert wurden, im Jahr 2018 bei 77 Personen. Zur Zahl der
Förderungen von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen im Rahmen des
Persönlichen Budgets bei der BA bundesweit und länderspezifisch wird auf Anlage 3
verwiesen.
Statistische Daten zu Ablehnungen von Persönlichen Budgets liegen der Statistik
der BA nicht vor.
6. Ist nach Ansicht der Bundesregierung eine vollumfängliche Erfüllung
des entsprechenden Fachkonzeptes und Leistungsbeschreibung nach dem
SGB III im Rahmen von beantragten bvB-Maßnahmen erforderlich, und wie
bewertet die Bundesregierung die Umsetzung im Land Hessen (bitte
begründen)?
Bei der Wahl des Persönlichen Budgets ist stets darauf zu achten, dass die
zentralen Anforderungen an die Teilhabeleistungen, die sich aus den gesetzlichen
Vorgaben ergeben, beachtet und das Förderziel in gleicher Weise erreicht werden
kann.
Die Bewilligung einer bvB in Form eines Persönlichen Budgets ist nicht von der
vollumfänglichen Übereinstimmung mit der Leistungsbeschreibung und dem
entsprechenden Fachkonzept (als Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben zu den
berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen nach §§ 51 ff. SGB III) abhängig.
Vielmehr ist seitens der Agenturen zu prüfen, ob bei ggf. bestehenden
Abweichungen von den qualitativen Anforderungen an die begehrte Leistung das
angestrebte Teilhabeziel gleichwohl erreicht werden kann. Trifft dies zu, ist die
Leistung als Persönliches Budget zu bewilligen. Für die Bundesregierung bestand
bisher keine Veranlassung, Verfahren und Entscheidungen der Bundesagentur zu
beanstanden.
7. Wie beabsichtigt die Bundesregierung, die Inanspruchnahme des
Persönlichen Budgets im Land Hessen zu verbessern?
Die Bundesregierung kann zur Umsetzung des Persönlichen Budgets auf
Landesebene keine Angaben machen. Folgende Maßnahmen und gesetzliche
Regelungen auf Bundesebene sollen die Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets
unterstützen:
Zur Umsetzung der Handlungserfordernisse und Empfehlungen aus dem Bericht
„Umsetzung und Akzeptanz des Persönlichen Budgets“ hat die Bundesregierung
ihre Öffentlichkeitsarbeit weiter verstärkt, um die Informationslage zum
Persönlichen Budget etwa durch Informationsbroschüren und andere
Informationsmaterialien weiter zu verbessern. Daneben besteht die Möglichkeit, sich auf
verschiedenen Internetseiten über das Persönliche Budget zu informieren (www.bmas.
bund.de, www.einfach-teilhaben.de, www.rehadat.de). Interessierte Bürgerinnen
und Bürger können sich mit ihren Fragen zudem an das Bürgertelefon des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wenden. Die im Bundesministerium für
Arbeit und Soziales eingehenden Anfragen belegen ein hohes Interesse und
Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger. Das Persönliche Budget findet
auch in der Praxis der Rehabilitationsträger größere Aufmerksamkeit. Zahlreiche
Selbsthilfeorganisationen bieten kompetente Beratung und Unterstützung an.
Die Rehabilitationsträger sind seit dem Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes
im Jahr 2018 verpflichtet, bei der Prüfung von Anträgen auf Teilhabeleistungen
die Möglichkeit der Ausführung von Leistungen in Form eines Persönlichen
Budgets besonders zu dokumentieren, wenn nach § 19 SGB IX ein
Teilhabeplanverfahren durchgeführt wird (§ 19 Absatz 2 Satz 2 Nummer 7 SGB IX). Zusätzlich
müssen seit dem Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes die Ansprechstellen
der Rehabilitationsträger nach § 12 SGB IX barrierefreie Informationsangebote
zu der Möglichkeit der Leistungsausführung in Form eines Persönlichen Budgets
bereitstellen.
8. In welchem Umfang erwartet die Bundesregierung eine stärkere
Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets im Land Hessen, wenn ab dem 1. Januar
2020 gemäß § 116 Absatz 1 SGB IX die Assistenzleistungen bzw.
Leistungen zur Sozialen Teilhabe nach § 113 SGB IX budgetfähig werden?
Zur künftigen Inanspruchnahme von Leistungen liegen der Bundesregierung
keine Erkenntnisse vor.
Mit dem Ziel der Stärkung der Selbstbestimmung von Menschen mit
Behinderungen sind die Leistungen zur Sozialen Teilhabe durch das
Bundesteilhabegesetz neu strukturiert, konkretisiert und um bisher gesetzlich nicht geregelte
Leistungstatbestände ergänzt worden. Bei diesen Leistungen besteht bereits nach der
aktuell geltenden Rechtslage grundsätzlich die Möglichkeit, dass sie als
Geldleistungen im Rahmen des Persönlichen Budgets nach § 29 SGB IX gewährt werden.
Der zum 1. Januar 2020 neu in Kraft tretende § 116 Absatz 1 SGB IX sieht
ergänzend zum Persönlichen Budget vor, dass mit Zustimmung der
Leistungsberechtigten bestimmte Leistungen zur Sozialen Teilhabe (z. B. Assistenz zur
Übernahme von Handlungen zur Alltagsbewältigung sowie Begleitung) in der
Eingliederungshilfe auch als pauschale Geldleistung erbracht werden können.
Bei der pauschalen Geldleistung handelt es sich um eine durch das
Bundesteilhabegesetz neu eingeführte Leistungsform der Eingliederungshilfe (vgl. § 105
Absatz 3 SGB IX), die neben die Leistungsform des Persönlichen Budgets tritt (vgl.
§ 105 Absatz 4 SGB IX). Durch die Regelung wird der Anspruch auf ein
Persönliches Budget somit nicht eingeschränkt. Gemeinsam ist beiden Leistungsformen,
dass sie die Erbringung von Leistungen der Eingliederungshilfe in Form von
Geldleistungen ermöglichen.
Bei den Leistungen, die als pauschale Geldleistung nach § 116 Absatz 1 SGB IX
erbracht werden können, handelt es sich vor allem um einfache und
wiederkehrende Leistungen. Einzelheiten der pauschalen Geldleistung werden von den
zuständigen Trägern der Eingliederungshilfe näher ausgestaltet.
Die pauschale Geldleistung setzt ebenso wie ein Persönliches Budget voraus, dass
ein Bedarf für die entsprechende Leistung individuell festgestellt worden ist. Der
Umfang der Leistungen erfolgt dagegen in typisierender Weise unter Verzicht auf
individuelle Besonderheiten. Hierin unterscheidet sich die pauschale
Geldleistung von dem Persönlichen Budget, bei dem sich auch Höhe und Umfang der
Leistungen nach dem individuellen Bedarf bestimmen (siehe
Bundestagsdrucksache 18/9522, Seite 287).
A
n
la
g
e
1
a
LM
R
2
0
1
8
L
e
is
tu
n
g
te
ilw
e
is
e
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
L
e
is
tu
n
g
v
o
lls
tä
n
d
ig
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
LT
A
2
0
1
8
L
e
is
tu
n
g
te
ilw
e
is
e
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
L
e
is
tu
n
g
v
o
lls
tä
n
d
ig
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
LM
R
2
0
1
7
L
e
is
tu
n
g
te
ilw
e
is
e
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
L
e
is
tu
n
g
v
o
lls
tä
n
d
ig
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
LT
A
2
0
1
7
L
e
is
tu
n
g
te
ilw
e
is
e
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
L
e
is
tu
n
g
v
o
lls
tä
n
d
ig
a
ls
p
e
rs
ö
n
lic
h
e
s
B
u
d
g
e
t
A
n
tr
a
g
w
ir
d
n
o
c
h
b
e
a
rb
e
it
e
t/
A
b
le
h
n
u
n
g
e
n
/W
e
it
e
rl
e
it
u
n
g
e
n
1
5
3
1
2
2
8
1
2
7
1
6
1
0
6
2
1
0
2
1
b
e
w
ill
ig
te
r
A
n
tr
a
g
,
a
b
e
r
L
e
is
tu
n
g
n
o
c
h
n
ic
h
t
a
n
g
e
tr
e
te
n
o
d
e
r
n
o
c
h
n
ic
h
t
a
b
g
e
s
c
h
lo
s
s
e
n
1
0
1
0
0
6
0
5
5
5
1
0
9
1
3
3
4
2
9
L
e
is
tu
n
g
(
e
n
d
g
ü
lt
ig
)
n
ic
h
t
a
n
g
e
n
o
m
m
e
n
1
1
0
4
0
4
1
1
0
0
0
0
L
e
is
tu
n
g
b
e
e
n
d
e
t
2
0
1
8
2
2
9
0
2
9
2
1
2
0
1
2
4
3
2
1
v
o
lls
tä
n
d
ig
e
r
D
a
te
n
s
a
tz
z
u
R
e
h
a
-L
e
is
tu
n
g
e
n
i
n
V
o
rj
a
h
re
n
1
5
1
5
0
3
0
3
9
9
0
0
0
0
In
s
g
e
s
a
m
t
6
1
4
7
1
4
1
2
4
6
1
1
8
5
7
4
9
8
7
8
7
7
1
Q
u
e
ll
e
:
R
S
D
d
e
r
Ja
h
re
2
0
1
7
u
n
d
2
0
1
8
(
k
e
in
e
E
in
sc
h
rä
n
k
u
n
g
A
Q
D
T
o
d
e
r
B
X
D
T
)
LM
R
:
Le
is
tu
n
g
e
n
d
e
r
M
e
d
iz
in
is
ch
e
n
R
e
h
a
b
il
it
a
ti
o
n
LT
A
:
Le
is
tu
n
g
e
n
z
u
r
T
E
il
h
a
b
e
a
m
A
rb
e
it
sl
e
b
e
n
Anlage 1b
LMR 2018
Persönliches Budget
Leistung
vollständig als
Leistung teilweise als persönliches
persönliches Budget Budget Total
Ablehnungen Leistung nicht notwendig 0 1 1
Leistungsausschluss gemäß § 12 Abs. 1 1 0 1
Nr. 3, 4, 5 SGB VI
Ablehnung aus sonstigen Gründen 1 1 2
Total 2 2 4
LMR 2017
Persönliches Budget
Leistung
vollständig als
Leistung teilweise als persönliches
persönliches Budget Budget Total
Ablehnungen Leistung nicht notwendig 1 2 3
Leistung nicht Erfolg versprechend 4 0 4
Leistungsausschluss gemäß § 12 Abs. 1 1 0 1
Nr. 3, 4, 5 SGB VI
Ablehnung aus sonstigen Gründen 3 2 5
Total 9 4 13
LTA 2018
Persönliches Budget
Leistung vollständig als
persönliches Budget Total
Ablehnungen Leistung nicht notwendig 5 5
Leistung derzeit nicht Erfolg 1 1
versprechend
Leistung nicht Erfolg versprechend 2 2
versicherungsrechtliche 1 1
Voraussetzungen nicht erfüllt
mangelnde Mitwirkung im 2 2
Entscheidungsverfahren
Ablehnung aus sonstigen Gründen 2 2
Total 13 13
LTA 2017
Persönliches Budget
Leistung vollständig als
persönliches Budget Total
Erledigungsart Leistung nicht notwendig 6 6
Leistung nicht Erfolg versprechend 1 1
mangelnde Mitwirkung im 1 1
Entscheidungsverfahren
Ablehnung aus sonstigen Gründen 2 2
Total 10 10
LMR: Leistungen der medizinischen Rehabilitation
LTA: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
A
n
la
g
e
2
K
le
in
e
A
n
fr
a
g
e
B
T
-D
rs
.
N
r.
1
9
/1
1
9
2
6
-
1
9
/1
1
9
4
1
-
A
n
w
e
n
d
u
n
g
d
e
s
P
e
rs
ö
n
lic
h
e
n
B
u
d
g
e
ts
g
e
m
ä
ß
S
G
B
I
X
i
m
a
lle
n
B
u
n
d
e
s
lä
n
d
e
rn
,
2
9
.0
7
.2
0
1
9
E
m
p
fä
n
g
e
ri
n
n
e
n
u
n
d
E
m
p
fä
n
g
e
r
v
o
n
E
in
g
li
e
d
e
ru
n
g
s
h
il
fe
f
ü
r
b
e
h
in
d
e
rt
e
M
e
n
s
c
h
e
n
i
n
F
o
rm
e
in
e
s
P
e
rs
ö
n
li
c
h
e
n
B
u
d
g
e
ts
3
1
.1
2
.2
0
1
7
B
a
d
e
n
-
W
ü
rt
te
m
b
e
rg
B
a
y
e
rn
B
e
rl
in
B
ra
n
d
e
n
b
u
rg
B
re
m
e
n
H
a
m
b
u
rg
H
e
s
s
e
n
M
e
c
k
le
n
b
u
rg
-
V
o
rp
o
m
m
e
rn
N
ie
d
e
rs
a
c
h
s
e
n
N
o
rd
rh
e
in
-
W
e
s
tf
a
le
n
R
h
e
in
la
n
d
-
P
fa
lz
S
a
a
rl
a
n
d
S
a
c
h
s
e
n
S
a
c
h
s
e
n
-
A
n
h
a
lt
S
c
h
le
s
w
ig
-
H
o
ls
te
in
T
h
ü
ri
n
g
e
n
In
s
g
e
s
a
m
t
1
.2
2
0
2
.2
8
5
3
0
0
2
1
0
0
3
9
0
1
.0
3
5
5
0
5
2
5
1
.1
0
0
2
.1
8
5
1
0
0
6
3
5
7
7
0
1
1
5
2
7
0
D
a
ru
n
te
r:
tr
ä
g
e
rü
b
e
r -
g
re
if
e
n
d
e
s
B
u
d
g
e
t
5
5
4
0
3
5
5
0
0
7
3
0
5
1
0
2
0
1
0
5
1
5
5
0
1
0
E
m
p
fä
n
g
e
ri
n
n
e
n
u
n
d
E
m
p
fä
n
g
e
r
v
o
n
H
il
fe
z
u
r
P
fl
e
g
e
i
n
F
o
rm
e
in
e
s
P
e
rs
ö
n
li
c
h
e
n
B
u
d
g
e
ts
3
1
.1
2
.2
0
1
7
B
a
d
e
n
-
W
ü
rt
te
m
b
e
rg
B
a
y
e
rn
B
e
rl
in
B
ra
n
d
e
n
b
u
rg
B
re
m
e
n
H
a
m
b
u
rg
H
e
s
s
e
n
M
e
c
k
le
n
b
u
rg
-
V
o
rp
o
m
m
e
rn
N
ie
d
e
rs
a
c
h
s
e
n
N
o
rd
rh
e
in
-
W
e
s
tf
a
le
n
R
h
e
in
la
n
d
-
P
fa
lz
S
a
a
rl
a
n
d
S
a
c
h
s
e
n
S
a
c
h
s
e
n
-
A
n
h
a
lt
S
c
h
le
s
w
ig
-
H
o
ls
te
in
T
h
ü
ri
n
g
e
n
In
s
g
e
s
a
m
t
1
0
1
0
5
1
0
0
5
0
1
0
5
5
5
1
0
1
5
0
5
0
2
0
0
5
D
a
ru
n
te
r:
tr
ä
g
e
rü
b
e
r -
g
re
if
e
n
d
e
s
B
u
d
g
e
t
0
3
5
4
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
5
5
0
5
Q
u
e
lle
:
S
ta
ti
s
ti
s
c
h
e
s
B
u
n
d
e
s
a
m
t
D
e
u
ts
c
h
la
n
d
,
B
u
n
d
e
s
lä
n
d
e
r
J
a
h
re
s
s
u
m
m
e
(
J
S
)
/J
a
h
re
d
u
rc
h
s
c
h
n
it
t
(J
D
)
2
0
1
8
,
D
a
te
n
s
ta
n
d
:
J
u
li
2
0
1
9
S
c
h
le
s
w
ig
-
H
o
ls
te
in
H
a
m
b
u
rg
N
ie
d
e
rs
a
c
h
s
e
n
B
re
m
e
n
N
o
rd
rh
e
in
-
W
e
s
tf
a
le
n
H
e
s
s
e
n
R
h
e
in
la
n
d
-
P
fa
lz
B
a
d
e
n
-
W
ü
rt
te
m
-
b
e
rg
B
a
y
e
rn
S
a
a
rl
a
n
d
B
e
rl
in
B
ra
n
d
e
n
b
u
rg
M
e
c
k
le
n
-
b
u
rg
-V
o
rp
o
m
m
e
rn
S
a
c
h
s
e
n
S
a
c
h
s
e
n
-
A
n
h
a
lt
T
h
ü
ri
n
g
e
n
1
2
3
4
5
6
7
8
9
1
0
1
1
1
2
1
3
1
4
1
5
1
6
1
7
In
s
g
e
s
a
m
t,
d
a
ru
n
te
r
5
0
0
3
4
1
3
1
3
5
3
*
2
4
1
5
4
1
1
3
3
3
3
1
1
0
*
B
v
B
7
7
2
1
8
1
1
2
3
*
1
6
4
*
In
s
g
e
s
a
m
t,
d
a
ru
n
te
r
3
1
2
2
9
1
0
8
4
3
*
1
3
6
2
9
6
3
1
6
2
5
5
*
B
v
B
5
9
2
1
6
9
2
1
*
8
2
*
Q
u
e
lle
:
S
ta
ti
s
ti
k
d
e
r
B
u
n
d
e
s
a
g
e
n
tu
r
fü
r
A
rb
e
it
T
a
b
e
ll
e
:
E
in
tr
it
te
u
n
d
B
e
s
ta
n
d
v
o
n
T
e
il
n
e
h
m
e
n
d
e
n
a
n
a
rb
e
it
s
m
a
rk
tp
o
li
ti
s
c
h
e
n
I
n
s
tr
u
m
e
n
te
n
,
d
ie
m
it
d
e
m
P
e
rs
ö
n
li
c
h
e
n
B
u
d
g
e
t
(P
e
rs
B
)
g
e
fö
rd
e
rt
w
e
rd
e
n
/w
u
rd
e
n
;
d
a
ru
n
te
r
B
e
ru
fs
v
o
rb
e
re
it
e
n
d
e
B
il
d
u
n
g
s
m
a
ß
n
a
h
m
e
n
(
B
v
B
)
B
e
s
ta
n
d
(J
D
)
A
u
s
D
a
te
n
s
c
h
u
tz
g
rü
n
d
e
n
u
n
d
G
rü
n
d
e
n
d
e
r
s
ta
ti
s
ti
s
c
h
e
n
G
e
h
e
im
h
a
lt
u
n
g
w
e
rd
e
n
Z
a
h
le
n
w
e
rt
e
v
o
n
1
o
d
e
r
2
u
n
d
D
a
te
n
,
a
u
s
d
e
n
e
n
r
e
c
h
n
e
ri
s
c
h
a
u
f
e
in
e
n
s
o
lc
h
e
n
Z
a
h
le
n
w
e
rt
g
e
s
c
h
lo
s
s
e
n
w
e
rd
e
n
k
a
n
n
,
a
n
o
n
ym
is
ie
rt
.
A
n
la
g
e
3
K
e
n
n
u
n
g
T
e
il
n
e
h
m
e
n
d
e
D
e
u
ts
c
h
la
n
d
d
a
v
o
n
E
in
tr
it
te
(J
S
)
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
*)]
Ähnliche Kleine Anfragen
Anti-Schwarzer-Rassismus in Deutschland
DIE LINKE31.08.2026
SGB-III-geförderte Weiterbildungen für Bürgergeldempfänger im Jahr 2025 und anschließende Aufnahme beitragspflichtiger Beschäftigung
AfD01.09.2026
Einschränkungen der Altersteilzeit
DIE LINKE12.08.2026
Aktuelle Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit
AfD12.08.2026