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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen
(insgesamt 21 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
22.08.2019
Antwortdauer
21 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
ThemenVerkehr & Infrastruktur
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1209401.08.2019
Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12094
19. Wahlperiode 01.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Grigorios Aggelidis, Dr. Christian Jung, Frank Sitta,
Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Christian Dürr,
Dr. Marcus Faber, Katrin Helling-Plahr, Reinhard Houben, Ulla Ihnen,
Thomas L. Kemmerich, Konstantin Kuhle, Alexander Müller,
Roman Müller-Böhm, Matthias Seestern-Pauly, Bettina Stark-Watzinger,
Michael Theurer, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP
Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen
Der schienengebundene Personen- und Güterverkehr ist ein wichtiger Eckpfeiler
der Mobilität in Deutschland. Schließlich sollen zukünftig mehr Personen und
Güter auf der Schiene befördert werden. Ein Ziel, welches nach Ansicht der
Fragesteller nur mit einer hervorragenden Infrastruktur und somit mit nachhaltigen
Investitionen zu erreichen ist. Niedersachsen, als flächenmäßig zweitgrößtes
Bundesland mit der viertgrößten Einwohnerzahl, ist dabei in besonderem Maße
auf eine funktionierende Schieneninfrastruktur angewiesen.
Zu dieser gehören auch Bahnübergänge. Diese sind aufgrund der steigenden
Zugzahlen stärker belastet als früher. Ältere verbaute Techniken können den
aktuellen und weiter steigenden Anforderungen nicht gerecht werden. So führen nicht
optimierte Schließzeiten zu langen Rückstaus, was Folgen für Privatpersonen,
aber auch für die Wirtschaft hat. Die Optimierung der Schließzeiten an
Bahnübergängen muss somit nach Ansicht der Fragesteller in die Sanierung der
Schieneninfrastruktur mit eingeplant werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung des allgemeinen
Zustandes der Bahninfrastruktur in Niedersachsen seit 1994?
2. Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um die bundeseigene
Schieneninfrastruktur in Niedersachsen zu verbessern?
3. Wie hat sich die Kilometerzahl des Schienennetzes in Niedersachsen nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 1994 entwickelt?
4. Wie hat sich die Anzahl der Gleisanschlüsse in Niedersachsen nach Kenntnis
der Bundesregierung seit 1994 entwickelt?
5. Welche Techniken liegen nach Kenntnis der Bundesregierung den
Stellwerken in Niedersachsen zugrunde (bitte nach mechanisch, elektronisch, digital
aufschlüsseln)?
6. Wie viele Streckenkilometer sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen mit ETCS (= European Train Control System) ausgestattet?
Bis wann wird das Netz flächendeckend damit ausgestattet sein?
7. Wie viele Streckenkilometer sind nach Kenntnis der Bundesregierung mit
einer störungsfreien Internetverbindung ausgestattet?
Bis wann wird eine vollständige Abdeckung in Niedersachsen angestrebt?
8. Wie hat sich der allgemeine Zustand der Eisenbahnbrücken nach Kenntnis
der Bundesregierung seit 1994 in Niedersachsen entwickelt?
Wie viele Eisenbahnbrücken wurden seit 1994 saniert?
9. Wie viele Eisenbahnbrücken sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen sanierungsbedürftig (bitte nach Dringlichkeit aufschlüsseln)?
10. Wie viele Eisenbahnbrücken sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen in einem sehr guten Zustand?
Wann müssen diese saniert werden?
11. Wie viele Eisenbahnbrücken wurden im Rahmen der Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung in Niedersachsen saniert?
Wie hoch belaufen sich die Kosten für die Baumaßnahmen?
12. Wie viele Bahnübergänge gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen (bitte nach der technischen Ausrüstung aufschlüsseln)?
13. Wie viele höhengleiche Bahnübergänge sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in Niedersachsen noch mit Technik aus den Jahren vor 1960
ausgestattet?
Wie viele davon sind in der Region Hannover (bitte einzeln aufführen)?
14. Wie viele höhengleiche Bahnübergänge sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in Niedersachsen nicht mit elektrischen Bahnschranken, sondern
durch andere Hinweisvorrichtungen gesichert (bitte nach Tafeln,
Lichtsignale, manuelle Sicherung etc. aufschlüsseln)?
15. Welche Technik liegt den Bahnübergängen in der Region Hannover nach
Kenntnis der Bundesregierung zugrunde?
16. Wie viele der Bahnübergänge in Niedersachsen wurden seit 1994 auf
elektrische Schließmechanismen umgestellt?
17. Wie viele Bahnübergänge in Niedersachsen werden bis 2030 digitalisiert?
18. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Niedersachsen
Bahnübergänge, deren Schließzeiten durch veraltete Technik zu unnötigen
Verkehrsbehinderungen und damit zu erhöhten Lärm- und Umweltbelastungen
führen?
Wenn ja, durch welche Maßnahmen plant die Bundesregierung hier
Verbesserungen?
19. Vor dem Hintergrund, dass die Bundesautobahnen A 2 und A 7 in
besonderem Maße von einer erhöhten Unfall- und Staugefahr betroffen sind, welche
Verbesserungen der technischen Ausrüstung von Bahnübergängen in der
Region Hannover werden gerade auf Umleitungsstrecken für ebendiese
Autobahnen angestrebt?
20. Welcher gesamtwirtschaftliche Schaden entsteht nach Kenntnis der
Bundesregierung durch die nicht zeitgemäßen Schließzeiten an den Schranken in
Niedersachsen?
21. Welche Zeit- und Kostenersparnis würde ein komplett digitales Netz von
Bahnübergängen in Niedersachsen bewirken, und welche positiven
Konsequenzen hätte das für die Umwelt?
Berlin, den 18. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1258122.08.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12094 - Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 21. August 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12581
19. Wahlperiode 22.08.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Grigorios Aggelidis, Dr. Christian Jung,
Frank Sitta, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/12094 –
Zustand der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der schienengebundene Personen- und Güterverkehr ist ein wichtiger
Eckpfeiler der Mobilität in Deutschland. Schließlich sollen zukünftig mehr Personen
und Güter auf der Schiene befördert werden. Ein Ziel, welches nach Ansicht der
Fragesteller nur mit einer hervorragenden Infrastruktur und somit mit
nachhaltigen Investitionen zu erreichen ist. Niedersachsen, als flächenmäßig
zweitgrößtes Bundesland mit der viertgrößten Einwohnerzahl, ist dabei in besonderem
Maße auf eine funktionierende Schieneninfrastruktur angewiesen.
Zu dieser gehören auch Bahnübergänge. Diese sind aufgrund der steigenden
Zugzahlen stärker belastet als früher. Ältere verbaute Techniken können den
aktuellen und weiter steigenden Anforderungen nicht gerecht werden. So führen
nicht optimierte Schließzeiten zu langen Rückstaus, was Folgen für
Privatpersonen, aber auch für die Wirtschaft hat. Die Optimierung der Schließzeiten an
Bahnübergängen muss somit nach Ansicht der Fragesteller in die Sanierung der
Schieneninfrastruktur mit eingeplant werden.
1. Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung des allgemeinen
Zustandes der Bahninfrastruktur in Niedersachsen seit 1994?
Die Bundesregierung bewertet die Entwicklung des allgemeinen Zustands der
Bahninfrastruktur in Niedersachsen positiv. Nähere Informationen enthält der
jährlich zu erstellende Infrastrukturzustands- und -entwicklungsbericht zur
Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV). Dieser ist auf der Homepage
des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) veröffentlicht (vgl.: www.eba.bund.de/DE/
Themen/Finanzierung/LuFV/IZB/izb_node.html).
2. Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um die bundeseigene
Schieneninfrastruktur in Niedersachsen zu verbessern?
Zum zukunftsgerechten Ausbau der Eisenbahnen des Bundes in Niedersachsen
sind die folgenden Maßnahmen im Bedarfsplan für die Bundesschienenwege
enthalten (ABS = Ausbaustrecke, NBS = Neubaustrecke):
ABS Stelle–Lüneburg,
ABS Hannover–Lehrte,
ABS Löhne–Braunschweig–Wolfsburg (1. Baustufe),
ABS Oldenburg–Wilhelmshaven/Langwedel–Uelzen,
ABS Uelzen–Stendal,
ABS/NBS Hamburg–Hannover, ABS Langwedel–Uelzen, Rotenburg–
Verden–Minden/Wunstorf, Bremerhaven–Bremen–Langwedel (Optimiertes
Alpha-E + Bremen) (HB–NI–NW),
ABS/NBS Hannover–Bielefeld (NI–NW)
ABS Uelzen–Stendal–Magdeburg–Halle (Ostkorridor Nord) (NI–ST),
ABS Hannover–Berlin (Lehrter Stammbahn) (BB–NI–ST),
ABS Lehrte/Hameln–Braunschweig–Magdeburg–Roßlau (BB–NI–ST),
ABS Cuxhaven–Stade,
Knoten Hannover,
Knoten Hamburg (HH–NI–SH),
KV-Terminal Hannover-Lehrte,
740 m-Programm (deutschlandweit).
Die Maßnahmen zum Erhalt des Netzes werden bedarfsgerecht auf Grundlage der
Leitungs- und Finanzierungsvereinbarung finanziert.
3. Wie hat sich die Kilometerzahl des Schienennetzes in Niedersachsen nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 1994 entwickelt?
Nach Auskunft der DB Netz AG hat sich die Betriebslänge in Niedersachsen seit
1994 von 3 855 Kilometer auf 3 403 Kilometer bedarfsgerecht verringert.
4. Wie hat sich die Anzahl der Gleisanschlüsse in Niedersachsen nach Kenntnis
der Bundesregierung seit 1994 entwickelt?
Nach Auskunft der DB Netz AG werden Gleisanschlüsse hinsichtlich ihrer
Anzahl nicht erfasst. Auswertbar ist aber die Anzahl der Verträge mit den
Hauptvertragsnehmern, die ab 2013 bei der DB Netz AG erfasst werden. Die Anzahl der
Gleisanschlussverträge hat sich seit 2013 wie folgt entwickelt:
2013 2014 2015 2016 2017 2018
Niedersachsen 247 252 251 258 253 243
5. Welche Techniken liegen nach Kenntnis der Bundesregierung den
Stellwerken in Niedersachsen zugrunde (bitte nach mechanisch, elektronisch, digital
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB Netz AG gibt es in Niedersachsen folgende
Stellwerksbauformen:
Mechanisch/elektromechanisch 106 Stellwerke
Relaistechnik 165 Stellwerke
Elektronisch 104 Stellwerke
6. Wie viele Streckenkilometer sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen mit ETCS (= European Train Control System) ausgestattet?
Bis wann wird das Netz flächendeckend damit ausgestattet sein?
Das Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in
einer Machbarkeitsstudie die technische und wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit einer
beschleunigten Umstellung der Leit- und Sicherungstechnik des bundeseigenen
Schienennetzes auf digitale Technologie bis 2040 prüfen lassen. Die Realisierung
erfolgt nach einem noch zu erstellenden, sich an den Netzbezirken des
Schienennetzes orientierenden Umsetzungsplans und ist abhängig von der Verfügbarkeit
der erforderlichen Haushaltsmittel. Eine Spezifizierung nach Ländern liegt nicht
vor.
7. Wie viele Streckenkilometer sind nach Kenntnis der Bundesregierung mit
einer störungsfreien Internetverbindung ausgestattet?
Bis wann wird eine vollständige Abdeckung in Niedersachsen angestrebt?
Gemäß der Entscheidung der Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur vom
28. Januar 2015 zur Vergabe von Frequenzen in den Bereichen 700 MHz,
900 MHz, 1800 MHz sowie weiterer Frequenzen im Bereich 1452 bis 1492 MHz
sind bis Ende 2019 alle Hauptverkehrswege (Bundesautobahnen und ICE-
Strecken) mit 50Mbit/s pro Antennensektor durch jeden der Zuteilungsnehmer zu
versorgen.
Gemäß der Entscheidung der Bundesnetzagentur vom 26. November 2018 zur
Vergabe von Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz werden die
Betreiber verpflichtet, alle Schienenwege mit mehr als 2 000 Fahrgästen pro Tag mit
100 Mbit/s im Downlink im Antennensektor bis Ende 2022 sowie alle übrigen
Schienenwege mit 50 Mbit/s im Downlink im Antennensektor bis Ende 2024 zu
versorgen, wobei die Versorgung durch andere Zuteilungsinhaber anzurechnen
ist. Die Betreiber der Schienenwege sowie die Eisenbahnverkehrsunternehmen
sind gehalten den Ausbau zu unterstützen, indem sie die Mitnutzung vorhandener
Infrastrukturen ermöglichen und eine zuverlässige Versorgung in den Zügen zum
Beispiel durch den Einbau von Repeatern und deren störungsfreien Betrieb
gewährleisten.
8. Wie hat sich der allgemeine Zustand der Eisenbahnbrücken nach Kenntnis
der Bundesregierung seit 1994 in Niedersachsen entwickelt?
Wie viele Eisenbahnbrücken wurden seit 1994 saniert?
Nach Auskunft der DB Netz AG betrug die Gesamtzustandsnote der
Eisenbahnbrücken in Niedersachen im Jahr 2018 gemäß Infrastrukturkataster 1,72. Die
Zustandsnoten der letzten zehn Jahre betragen:
Jahr 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Gesamt-zustand
(øZK)
1,61 1,65 1,67 1,68 1,66 1,67 1,70 1,70 1,71 1,72
Seit dem Jahr 2015 (LuFV II-Zeitraum) wurden 54 Eisenbahnbrücken in
Niedersachsen saniert. Die Zählweise wurde in der LuFV II vorgegeben und ist
rückwirkend nicht anwendbar. Insofern sind vergleichbare Angaben für die Jahre
2009 bis 2014 nicht möglich.
9. Wie viele Eisenbahnbrücken sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen sanierungsbedürftig (bitte nach Dringlichkeit aufschlüsseln)?
Basierend auf dem Infrastrukturkataster 2018 gibt es Niedersachen 2162
Eisenbahnbrücken, wovon 60 Eisenbahnbrücken (rund 2,78 Prozent) in den
kommenden Jahren sanierungsbedürftig sind (= Zustandskategorie 4).
10. Wie viele Eisenbahnbrücken sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen in einem sehr guten Zustand?
Wann müssen diese saniert werden?
Nach Auskunft der DB Netz AG sind 841 Eisenbahnüberführungen (EÜ) in
einem sehr guten Zustand (Zustandskategorie 1). Eine Prognose, wann diese an das
Ende ihrer wirtschaftlich-technischen Lebensdauer gelangen, ist nicht möglich.
11. Wie viele Eisenbahnbrücken wurden im Rahmen der Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung in Niedersachsen saniert?
Wie hoch belaufen sich die Kosten für die Baumaßnahmen?
Nach Auskunft der DB Netz AG werden im Rahmen der Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung LuFV II (2015 bis 2019) nach aktuellem Stand 65
kennzahlenrelevante Eisenbahnüberführungen in Niedersachen erneuert, wofür rund
292 Mio. Euro eingesetzt werden.
12. Wie viele Bahnübergänge gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in
Niedersachsen (bitte nach der technischen Ausrüstung aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB Netz AG gibt es in Niedersachsen 2134 höhengleiche
Bahnübergänge, wovon 1409 technisch gesichert sind. Diese teilen sich wie folgt
auf:
Technische Sicherung Anzahl
Blinklichter 87
Lichtzeichen 9
Blinklichter oder Lichtzeichen mit
Halbschranken
959
Blinklichter oder Lichtzeichen mit
Schranken
159
wärterbediente Schranken 78
Anrufschranken 117
Die verbleibenden höhengleichen Bahnübergänge sind gemäß § 11 der
Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) nicht-technisch gesichert.
13. Wie viele höhengleiche Bahnübergänge sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in Niedersachsen noch mit Technik aus den Jahren vor 1960
ausgestattet?
Wie viele davon sind in der Region Hannover (bitte einzeln aufführen)?
Nach Auskunft der DB Netz AG sind in Niedersachsen 790 höhengleiche
Bahnübergänge mit Techniken ausgestattet, deren Entwicklungsstand 1960 und älter
ist. In der Region Hannover befinden sich davon 62 Bahnübergänge. Alle
Bahnübergängen sind sicher und funktionsfähig.
14. Wie viele höhengleiche Bahnübergänge sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in Niedersachsen nicht mit elektrischen Bahnschranken, sondern
durch andere Hinweisvorrichtungen gesichert (bitte nach Tafeln,
Lichtsignale, manuelle Sicherung etc. aufschlüsseln)?
Sicherung Anzahl
Übersicht 341
Übersicht und Pfeifen 304
Übersicht, Pfeifen und Langsamfahren 32
Postensicherung 33
Abschlüsse mit Sprechanlage 3
Abschlüsse ohne Sprechanlage 12
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen.
15. Welche Technik liegt den Bahnübergängen in der Region Hannover nach
Kenntnis der Bundesregierung zugrunde?
Nach Auskunft der DB Netz AG werden in der Region Hannover folgende
Bahnübergangssicherungstechniken verwendet: EBÜT 80, Simis LC, BUES2000,
Postensicherung, BÜS72, Elektrische Schranken NFA 60, FÜ 60, Lo 1/57.
16. Wie viele der Bahnübergänge in Niedersachsen wurden seit 1994 auf
elektrische Schließmechanismen umgestellt?
Nach Auskunft der DB Netz AG wurden seit 1994 248 höhengleiche
Bahnübergänge in Niedersachsen mit rechnergesteuerten
Bahnübergangssicherungsanlagen erneuert.
17. Wie viele Bahnübergänge in Niedersachsen werden bis 2030 digitalisiert?
Nach Auskunft der DB Netz AG werden basierend auf der aktuellen
Unternehmensplanung und dem zurückliegenden Jahr 2018 jährlich ca. 37 neue
Bahnübergangssicherungsanlagen in Niedersachsen eingerichtet.
18. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Niedersachsen
Bahnübergänge, deren Schließzeiten durch veraltete Technik zu unnötigen
Verkehrsbehinderungen und damit zu erhöhten Lärm- und Umweltbelastungen
führen?
Wenn ja, durch welche Maßnahmen plant die Bundesregierung hier
Verbesserungen?
Nach Auskunft der DB Netz AG führt die Kreuzung von Verkehrsträgern
zwangsläufig zu Beeinträchtigungen, was ausschließlich durch die Beseitigung
höhengleicher Bahnübergänge gelöst werden kann.
19. Vor dem Hintergrund, dass die Bundesautobahnen A 2 und A 7 in
besonderem Maße von einer erhöhten Unfall- und Staugefahr betroffen sind, welche
Verbesserungen der technischen Ausrüstung von Bahnübergängen in der
Region Hannover werden gerade auf Umleitungsstrecken für ebendiese
Autobahnen angestrebt?
Es wird auf die Antwort zu Frage 18 verwiesen.
20. Welcher gesamtwirtschaftliche Schaden entsteht nach Kenntnis der
Bundesregierung durch die nicht zeitgemäßen Schließzeiten an den Schranken in
Niedersachsen?
21. Welche Zeit- und Kostenersparnis würde ein komplett digitales Netz von
Bahnübergängen in Niedersachsen bewirken, und welche positiven
Konsequenzen hätte das für die Umwelt?
Die Fragen 20 und 21 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Schließzeiten bei technisch gesicherten höhengleichen Bahnübergängen sind
nicht ursächlich von der Art der Sicherung abhängig. Sie hängen mit der
Einbindung in die Sicherungskette der Zugfahrten zusammen. Nach Auskunft der DB
Netz AG werden keine entsprechenden Erhebungen durchgeführt. Auch seitens
der Bundesregierung werden diesbezüglich keine Erhebungen durchgeführt.
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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