Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland 2020 - Verkehrspolitik
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
19.08.2019
Antwortdauer
14 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
ThemenVerkehr & Infrastruktur
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1213205.08.2019
Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland 2020 - Verkehrspolitik
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12132
19. Wahlperiode 05.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Bernd Reuther, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, Renata Alt,
Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Karlheinz Busen,
Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr,
Markus Herbrand, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben,
Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung,
Thomas L. Kemmerich, Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Alexander Müller,
Roman Müller-Böhm, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny,
Bettina Stark-Watzinger, Michael Theurer, Gerald Ullrich, Nicole Westig
und der Fraktion der FDP
Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland 2020 – Verkehrspolitik
In der zweiten Jahreshälfte 2020 wird Deutschland die Ratspräsidentschaft des
Rates der Europäischen Union übernehmen. Es ist üblich, dass das Trio, ab 2020
bestehend aus Deutschland, Portugal und Slowenien, vor der Ratspräsidentschaft
des ersten Mitgliedstaates ein Achtzehnmonatsprogramm herausgibt. Darin
enthalten sind die abgestimmten Schwerpunkte des Trios. „Der Dreiervorsitz
formuliert langfristige Ziele und erarbeitet ein gemeinsames Programm mit den Themen
und den wichtigsten Fragen, mit denen sich der Rat in dem betreffenden
Achtzehnmonatszeitraum befassen wird. Auf der Grundlage dieses Programms stellt
jedes der drei Länder sein eigenes detaillierteres Sechsmonatsprogramm auf“
(www.consilium.europa.eu/de/council-eu/presidency-council-eu/).
Der Vorsitz der Ratspräsidentschaft ermöglicht dem jeweiligen Mitgliedstaat, für
sechs Monate die Tagesordnungen des Rates der Europäischen Union zu
bestimmen. Damit besteht die Möglichkeit, besonders wichtige Themen für den
Mitgliedstaat in den Fokus zu rücken.
Der europäische Verkehrssektor steht vor einer ganzen Reihe an
Herausforderungen. In den nächsten Jahren gilt es, die CO2-Emissionen zu senken, Engpässe bei
der Infrastruktur zu beseitigen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und
intelligente Verkehrssysteme voranzutreiben (https://ec.europa.eu/info/policies/
transport_de). In all diesen Bereichen hat die Bundesregierung die Chance, die
Weichen für die Zukunft zu stellen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wann beginnen die Gespräche, in denen die Schwerpunkte des Trios
festgelegt werden?
2. Welche Prioritäten wollen die Trio-Partner im Bereich Verkehr setzen?
3. Welche Prioritäten will die Bundesregierung im Bereich Verkehr setzen?
4. Wann wird das Achtzehnmonatsprogramm der Trio-Präsidentschaft
vorgelegt?
5. Weicht die Schwerpunktsetzung in der Verkehrspolitik der Bundesregierung
von der Position der beiden Partner ab, und wenn ja, wo?
6. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung während ihrer
Ratspräsidentschaft bei den Themen Straße, Schiene, Luftverkehr und Wasserstraßen?
7. Welche Rolle wird die CO2-Reduktion im Verkehrsbereich während der
Ratspräsidentschaft Deutschlands spielen?
8. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung während ihrer
Ratspräsidentschaft, um das Erreichen der Klimaziele voranzutreiben?
9. Welche Rolle wird das Thema einer Einfuhr einer Kerosinsteuer für die
Bundesregierung spielen?
10. Welche Rolle wird das Thema Novellierung der Fluggastrechteverordnung
spielen?
11. Welche Priorität hat für die Bundesregierung das ordentliche
Gesetzgebungsverfahren zur Neuregelung der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Rechte und Pflichten der
Fahrgäste im Eisenbahnverkehr, und mit welcher Positionierung will sich die
Bundesregierung in das Verfahren einbringen?
12. Wird sich die Bundesregierung im Rahmen der deutschen
Ratspräsidentschaft für eine Neufassung der Richtlinie 2006/126/EG einsetzen, sodass
zukünftig der Erwerb der Führerscheinklassen B und BE bereits ab 16 Jahren
grundsätzlich ermöglicht wird?
13. Wird die Bundesregierung die Ratspräsidentschaft dafür nutzen, ein
Moratorium zur Aussetzung der EU-Luftqualitätsrichtlinie auf europäischer Ebene
zu erwirken?
Berlin, den 18. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1249819.08.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12132 - Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland 2020 - Verkehrspolitik
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 16. August 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12498
19. Wahlperiode 19.08.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bernd Reuther, Frank Sitta,
Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/12132 –
Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland 2020 – Verkehrspolitik
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In der zweiten Jahreshälfte 2020 wird Deutschland die Ratspräsidentschaft des
Rates der Europäischen Union übernehmen. Es ist üblich, dass das Trio, ab 2020
bestehend aus Deutschland, Portugal und Slowenien, vor der
Ratspräsidentschaft des ersten Mitgliedstaates ein Achtzehnmonatsprogramm herausgibt.
Darin enthalten sind die abgestimmten Schwerpunkte des Trios. „Der Dreiervorsitz
formuliert langfristige Ziele und erarbeitet ein gemeinsames Programm mit den
Themen und den wichtigsten Fragen, mit denen sich der Rat in dem
betreffenden Achtzehnmonatszeitraum befassen wird. Auf der Grundlage dieses
Programms stellt jedes der drei Länder sein eigenes detaillierteres
Sechsmonatsprogramm auf“ (www.consilium.europa.eu/de/council-eu/presidency-council-eu/).
Der Vorsitz der Ratspräsidentschaft ermöglicht dem jeweiligen Mitgliedstaat,
für sechs Monate die Tagesordnungen des Rates der Europäischen Union zu
bestimmen. Damit besteht die Möglichkeit, besonders wichtige Themen für den
Mitgliedstaat in den Fokus zu rücken.
Der europäische Verkehrssektor steht vor einer ganzen Reihe an
Herausforderungen. In den nächsten Jahren gilt es, die CO2-Emissionen zu senken, Engpässe
bei der Infrastruktur zu beseitigen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen
und intelligente Verkehrssysteme voranzutreiben (https://ec.europa.eu/info/
policies /t ransport_de). In all diesen Bereichen hat die Bundesregierung die
Chance, die Weichen für die Zukunft zu stellen.
1. Wann beginnen die Gespräche, in denen die Schwerpunkte des Trios
festgelegt werden?
2. Welche Prioritäten wollen die Trio-Partner im Bereich Verkehr setzen?
4. Wann wird das Achtzehnmonatsprogramm der Trio-Präsidentschaft
vorgelegt?
5. Weicht die Schwerpunktsetzung in der Verkehrspolitik der Bundesregierung
von der Position der beiden Partner ab, und wenn ja, wo?
Die Fragen 1, 2, 4 und 5 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der gemeinsame Programmentwurf jeder Trio-Präsidentschaft wird dem Rat der
Europäischen Union spätestens einen Monat bevor der erste Mitgliedstaat den
Vorsitz übernimmt, zur Billigung vorgelegt. Dies wird für das Trio bestehend aus
Deutschland, Portugal und Slowenien voraussichtlich Ende Mai 2020 sein. Erste
Gespräche zwischen der Bundesregierung und den Trio-Partnern zu möglichen
Inhalten des Trio-Programms haben bereits stattgefunden. Für eine konkrete
Schwerpunktsetzung ist es jedoch noch zu früh. Neben der Strategischen Agenda
des Europäischen Rates wird das Arbeitsprogramm der künftigen Europäischen
Kommission in diese Schwerpunktsetzung einbezogen werden. Letztere soll ihre
Amtsgeschäfte zum 1. November 2019 aufnehmen.
3. Welche Prioritäten will die Bundesregierung im Bereich Verkehr setzen?
6. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung während ihrer
Ratspräsidentschaft bei den Themen Straße, Schiene, Luftverkehr und Wasserstraßen?
7. Welche Rolle wird die CO2-Reduktion im Verkehrsbereich während der
Ratspräsidentschaft Deutschlands spielen?
8. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung während ihrer
Ratspräsidentschaft, um das Erreichen der Klimaziele voranzutreiben?
9. Welche Rolle wird das Thema einer Einfuhr einer Kerosinsteuer für die
Bundesregierung spielen?
10. Welche Rolle wird das Thema Novellierung der Fluggastrechteverordnung
spielen?
11. Welche Priorität hat für die Bundesregierung das ordentliche
Gesetzgebungsverfahren zur Neuregelung der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Rechte und Pflichten der
Fahrgäste im Eisenbahnverkehr, und mit welcher Positionierung will sich die
Bundesregierung in das Verfahren einbringen?
12. Wird sich die Bundesregierung im Rahmen der deutschen
Ratspräsidentschaft für eine Neufassung der Richtlinie 2006/126/EG einsetzen, sodass
zukünftig der Erwerb der Führerscheinklassen B und BE bereits ab 16 Jahren
grundsätzlich ermöglicht wird?
Die Fragen 3 und 6 bis 12 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Das Programm für die Ratspräsidentschaft wird vom jeweiligen Mitgliedstaat
üblicherweise kurz vor Übernahme der Präsidentschaft vorgestellt. Erste
Überlegungen zur inhaltlichen Ausrichtung wurden bereits angestellt. Wie in der
Antwort zu Frage 1 dargelegt, können konkrete Prioritäten zu einzelnen
Themenbereichen derzeit noch nicht benannt werden.
13. Wird die Bundesregierung die Ratspräsidentschaft dafür nutzen, ein Moratorium
zur Aussetzung der EU-Luftqualitätsrichtlinie auf europäischer Ebene zu
erwirken?
Derzeit führt die Europäische Kommission einen Fitness Check zur
Luftqualitätsrichtlinie durch. Inwieweit die Ergebnisse des Fitness Checks in der
Ratspräsidentschaft eine Rolle spielen, bleibt abzuwarten.
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Ökonomische und ökologische Landwirtschaft durch moderne Technologien
FDP03.06.2021
Verschärfung der Wegzugsbesteuerung
FDP07.06.2021
Archivierung digitaler Kommunikation von Bundesministerinnen und Bundesministern
FDP17.02.2020
Beauftragte, Sonderbeauftragte und Koordinatoren der Bundesregierung
FDP23.05.2018