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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Defekte Aufzüge und Rolltreppen der Deutschen Bahn AG an Bahnhöfen
(insgesamt 9 Einzelfragen)
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Datum
10.09.2019
Antwortdauer
29 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1228512.08.2019
Defekte Aufzüge und Rolltreppen der Deutschen Bahn AG an Bahnhöfen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12285
19. Wahlperiode 12.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Andreas Wagner, Dr. Gesine Lötzsch, Lorenz Gösta Beutin,
Matthias W. Birkwald, Heidrun Bluhm-Förster, Jörg Cezanne, Kerstin Kassner,
Katja Kipping, Caren Lay, Sabine Leidig, Ralph Lenkert, Michael Leutert,
Amira Mohamed Ali, Victor Perli, Ingrid Remmers, Dr. Kirsten Tackmann,
Hubertus Zdebel, Pia Zimmermann und der Fraktion DIE LINKE.
Defekte Aufzüge und Rolltreppen der Deutschen Bahn AG an Bahnhöfen
Immer wieder erreichen die Fragestellerinnen und Fragesteller Hinweise aus der
Bevölkerung, dass defekte Personenaufzüge und Rolltreppen der Deutschen Bahn
AG eine pünktliche Erreichbarkeit von Zügen behindert bzw. die Zugnutzung
verhindert haben. Gerade Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind auf ein
tadelloses Funktionieren von Personenaufzüge und Rolltreppen angewiesen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Personenaufzüge und Rolltreppen an Bahnhöfen unterhält die
Deutsche Bahn AG?
2. Wie viele Personenaufzüge und Rolltreppen davon waren mit Stichtag 1. Juli
2019 funktionstüchtig und störungsfrei (bitte nach Bahnhof auflisten)?
3. Wie lange dauert es durchschnittlich, bis Personenaufzüge und Rolltreppen
nach einem Defekt wieder instand gesetzt werden (bitte nach Bundesländern
auflisten)?
4. Was ist die durchschnittliche Ausfallrate eines Personenaufzuges bzw. einer
Rolltreppe der Deutsche Bahn AG im Jahr (bitte nach Bundesländern
auflisten)?
5. Welche Hilfen können z. B. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und
Eltern mit Kinderwagen anfordern, wenn defekte Personenaufzüge und
Rolltreppen die Erreichbarkeit von Zügen behindern?
6. Welche Entschädigungen sieht die Deutsche Bahn AG nach Kenntnis der
Bundesregierung vor, wenn Züge wegen Funktionsuntüchtigkeit von
Personenaufzügen und Rolltreppen nicht pünktlich bzw. überhaupt nicht erreicht
werden konnten?
7. Welche Ursachen sind aus Sicht der Bundesregierung für den Ausfall von
Personenaufzüge und Rolltreppen verantwortlich (bitte gewichtet nach
Häufigkeit des Ausfalles auflisten)?
8. Welche Schritte unternimmt die Deutsche Bahn AG nach Kenntnis der
Bundesregierung, um eine hohe Verfügbarkeit der Personenaufzüge und
Rolltreppen an Bahnhöfen zu gewährleisten?
9. Sieht die Bundesregierung die Maßnahmen der Deutschen Bahn AG zur
hohen Verfügbarkeit der Personenaufzüge und Rolltreppen an Bahnhöfen als
ausreichend an oder sieht sie Verbesserungsbedarf?
Berlin, den 26. Juli 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1309210.09.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12285 - Defekte Aufzüge und Rolltreppen der Deutschen Bahn AG an Bahnhöfen
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Andreas Wagner, Dr. Gesine Lötzsch,
Lorenz Gösta Beutin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/12285 –
Defekte Aufzüge und Rolltreppen der Deutschen Bahn AG an Bahnhöfen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Immer wieder erreichen die Fragestellerinnen und Fragesteller Hinweise aus
der Bevölkerung, dass defekte Personenaufzüge und Rolltreppen der
Deutschen Bahn AG eine pünktliche Erreichbarkeit von Zügen behindert bzw. die
Zugnutzung verhindert haben. Gerade Menschen mit
Mobilitätseinschränkungen sind auf ein tadelloses Funktionieren von Personenaufzüge und
Rolltreppen angewiesen.
1. Wie viele Personenaufzüge und Rolltreppen an Bahnhöfen unterhält die
Deutsche Bahn AG?
Die Deutsche Bahn AG unterhält ca. 2 200 Personenaufzüge und ca. 1 000
Fahrtreppen zur Personenbeförderung.
2. Wie viele Personenaufzüge und Rolltreppen davon waren mit Stichtag
1. Juli 2019 funktionstüchtig und störungsfrei (bitte nach Bahnhof
auflisten)?
Nach Auskunft der DB AG betrug die deutschlandweite Verfügbarkeit von
Aufzügen und Fahrtreppen im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2019 rund
97 Prozent.
Die Auflistung der Bahnhöfe ist der beiliegenden Tabelle* zu entnehmen.
* Von einer Drucklegung der Tabelle wird abgesehen. Diese sind auf Bundestagsdrucksache 19/13092 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13092
19. Wahlperiode 10.09.2019
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 6. September 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
3. Wie lange dauert es durchschnittlich, bis Personenaufzüge und Rolltreppen
nach einem Defekt wieder instand gesetzt werden (bitte nach
Bundesländern auflisten)?
4. Was ist die durchschnittliche Ausfallrate eines Personenaufzuges bzw.
einer Rolltreppe der Deutsche Bahn AG im Jahr (bitte nach Bundesländern
auflisten)?
Die Fragen 3 und 4 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG wird die Kundenverfügbarkeit im Zeitraum von
6 bis 22 Uhr an 365 Tagen im Jahr abzüglich der Ausfallzeit des gesamten
Anlagenbestandes berechnet. Der Zielwert der Mindestverfügbarkeit liegt bei
97 Prozent. Die Ausfallrate ist demnach das Verhältnis der gestörten Anlagen
in Relation zum Gesamtanlagenbestand je Land. Die den Auswertungen
zugrunde liegenden Daten sind für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2019
begrenzt.
Personenaufzüge Mittelwert Ausfallrate [%]
Baden-Württemberg 4 %
Bayern 3 %
Berlin 3 %
Fahrtreppen Mittelwert Ausfallrate [%] Brandenburg 3 %
Baden-Württemberg 5 % Bremen 2 %
Bayern 3 % Hamburg 3 %
Berlin 3 % Hessen 3 %
Hamburg 3 % Mecklenburg-Vorpommern 2 %
Hessen 3 % Niedersachsen 2 %
Niedersachsen 2 % Nordrhein-Westfalen 3 %
Nordrhein-Westfalen 2 % Rheinland-Pfalz 5 %
Rheinland-Pfalz 5 % Saarland 3 %
Saarland 10 % Sachsen 3 %
Sachsen 4 % Sachsen-Anhalt 3 %
Schleswig-Holstein 2 % Schleswig-Holstein 3 %
Thüringen 7 % Thüringen 7 %
Gesamtergebnis 3 % Gesamtergebnis 3 %
Nach Auskunft der DB AG sind in Bremen und Sachsen-Anhalt keine
Fahrtreppen verbaut worden. 16 Fahrtreppen im Bundesgebiet sind aufgrund ihrer
Konstruktion nicht mit einer Fernüberwachung ausgestattet oder aufgrund der
baulichen Situation nicht in Betrieb (Cottbus) und werden daher – wie im Fall
des Potsdamer Hauptbahnhofs – in der Tabelle nicht erfasst.
Daten zur durchschnittlichen Instandsetzungszeit liegen nicht vor.
5. Welche Hilfen können z. B. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und
Eltern mit Kinderwagen anfordern, wenn defekte Personenaufzüge und
Rolltreppen die Erreichbarkeit von Zügen behindern?
Die DB AG unterstützt Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mit
umfangreichen Dienstleistungen. Die Mobilitätsservice-Zentrale hilft bei der Planung
und Durchführung einer Reise. 2018 hat das Servicepersonal in den Bahnhöfen
der Deutschen Bahn AG rund 850.000 angemeldete und spontane
Hilfeleistungen angeboten. Kundinnen und Kunden können sich in den Apps „Bahnhof
live“ oder „DB Barrierefrei“ über die Verfügbarkeiten der Aufzüge
informieren. Zudem rüstet die Deutsche Bahn AG ihre Bahnhöfe, Züge, Busse,
Reisezentren, Fahrkartenautomaten und digitalen Plattformen kontinuierlich für
einen barrierefreien Zugang weiter aus.
6. Welche Entschädigungen sieht die Deutsche Bahn AG nach Kenntnis der
Bundesregierung vor, wenn Züge wegen Funktionsuntüchtigkeit von
Personenaufzügen und Rolltreppen nicht pünktlich bzw. überhaupt nicht
erreicht werden konnten?
Nach Auskunft der DB AG erfolgen keine Entschädigungen im Falle einer
ausgefallenen Anlage durch DB Station&Service.
7. Welche Ursachen sind aus Sicht der Bundesregierung für den Ausfall von
Personenaufzüge und Rolltreppen verantwortlich (bitte gewichtet nach
Häufigkeit des Ausfalles auflisten)?
Zu den häufigsten Ursachen zählen, nach Auskunft der DB AG technische
Störungen und Vandalismus. Weitere Gründe sind Streugut, unsachgemäße
Behandlung oder Stromausfall.
8. Welche Schritte unternimmt die Deutsche Bahn AG nach Kenntnis der
Bundesregierung, um eine hohe Verfügbarkeit der Personenaufzüge und
Rolltreppen an Bahnhöfen zu gewährleisten?
Um die hohe Verfügbarkeit der Personenaufzüge und Fahrtreppen zu
gewährleisten, hat die DB AG mit dem Programm ADAM („Ausbau Digitalisierung
Anlagenmanagement“) die Aufzüge und Fahrtreppen an Bahnhöfen
ausgerüstet, damit diese Störungen nun selbst melden können. Fast alle
fördertechnischen Anlagen der DB Station&Service AG, die in Betrieb sind, sind mit einem
Kommunikationsbaustein zur Fernüberwachung ausgestattet. Dieser Baustein
erfasst den Zustand der Aufzüge und Fahrtreppen permanent und übermittelt
diese Daten an die Betriebszentrale. Störungen werden durch die eingebauten
Sensoren sofort gemeldet. So können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ausfälle schneller beheben. Durch die Digitalisierung der Aufzüge und Fahrtreppen
erhalten Reisende zudem bessere Informationen: Über die Webseite www.bahn
hof.de und die App „DB Bahnhof live“ erhalten die Kundinnen und Kunden
Echtzeitinformationen über die Verfügbarkeit der Aufzüge und Fahrtreppen an
einem Bahnhof.
Zudem beschafft die DB AG vandalismusresistente und witterungsgerechte
Technik. Personenaufzüge und Fahrtreppen werden wöchentlich auf
Funktionsfähigkeit kontrolliert und regelmäßig gewartet.
9. Sieht die Bundesregierung die Maßnahmen der Deutschen Bahn AG zur
hohen Verfügbarkeit der Personenaufzüge und Rolltreppen an Bahnhöfen
als ausreichend an oder sieht sie Verbesserungsbedarf?
Die DB AG ergreift alle ihr zur Verfügung stehenden Maßnahmen, um die
Verfügbarkeit an höhenfördertechnischen Anlagen auf einem hohen Niveau zu
halten.
Drucksache 19/13092 – 4 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 6 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 8 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 10 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 12 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 14 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 16 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 18 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 20 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 22 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 24 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 26 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 28 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 30 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 32 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 34 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 36 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 38 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 40 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 42 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 44 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 46 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 48 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 50 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 52 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 54 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 56 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 58 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 60 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 62 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/13092 – 64 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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