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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro- und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
(insgesamt 10 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Datum
10.09.2019
Antwortdauer
25 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
ThemenVerkehr & Infrastruktur
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1245916.08.2019
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro- und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12459
19. Wahlperiode 16.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Dirk Spaniel, Matthias Büttner, Leif-Erik Holm,
Frank Magnitz, Andreas Mrosek, Wolfgang Wiehle und der Fraktion der AfD
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen
und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro-
und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
Viel wurde in den letzten Monaten und Jahren über saubere Benzin- und
Dieselautomobile gesprochen. Besonderes Augenmerk fällt auf die Elektromobilität.
Dazu müsste nach Aussage der Fraktion DIE LINKE., Sabine Leidig
(Plenarprotokoll 19/88, Seite 10408) bei der Regierungsbefragung am 20. März 2019 der
individuelle Verkehr halbiert werden.
Die E-Mobilität bedingt einen großen Bedarf an Rohstoffen für Akkus – siehe die
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/7497. Da die Versorgung mit diesen Rohstoffen vom Weltmarkt abhängig
ist, ist dies nach Ansicht der Fragesteller kritisch zu bewerten. Ferner sind die
Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern nach Ansicht der Fragesteller nicht
auf bundesdeutschem Niveau.
Aus der oben genannten Antwort geht ferner hervor, dass die weltweiten
Produktionsmöglichkeiten für Akkus mit 1 250 GWh geschätzt werden. Bei 80 KWh pro
Fahrzeug entspricht dies knapp 16 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Bei 2017
weltweit 86 Millionen gebauten Fahrzeugen entspricht dies ca. 18 Prozent
Marktanteil.
Damit wird die E-Mobilität nach Ansicht der Fragesteller nicht durchschlagend
zum weltweiten Klimaschutz beitragen. Nimmt man die schwedische Studie
(www.focus.de/auto/elektroauto/e-auto-batterie-viel-mehr-co2-als-gedacht_id_
7246501.html) von www.ivl.se (www.ivl.se/download/18.5922281715bdaebede
9559/1496046218976/C243+The+life+cycle+energy+consumption+and+CO2+
emissions+from+lithium+ion+batteries+.pdf) zur Basis, ist E-Mobilität noch
fragwürdiger.
Bei dem Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ (www.kraftstoffe-der-zukunft.com/)
im Rahmen der Grünen Woche 2019 beteiligten die Fragesteller sich an der
Diskussion, ob Algen und hier speziell Makroalgen, also Seetang usw., die mit
Abstand günstigste Methode der Kraftstoffgewinnung sein können. Diese
Kraftstoffe können in sehr großen Mengen günstig hergestellt werden und belasten die
Teller-Tank-Diskussion nicht (www.bauernverband.de/teller-tank, www.derspatz.
de/themen/ernaehrung/superpflanze-alge-alleskoenner-fuer-tank-und-teller).
Die „WirtschaftsWoche“ (www.wiwo.de/technologie/green/mobilitaet-
algendieselbilliger-als-sprit-aus-erdoel/13546520.html) publizierte, dass Preise von 0,40 Euro/
Liter Algendiesel möglich wären.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Mit welchen Energien werden die ca. 80 Prozent der anderen Automobile
nach Kenntnis der Bundesregierung voraussichtlich im Jahr 2030 betrieben,
wenn man davon ausgeht, dass die Produktionskapazität weltweit für Akkus
bis zum Jahr 2030 1 250 GWh beträgt (siehe Bundestagsdrucksache 19/7497),
was nach den Berechnungen der Fragesteller weltweit für ca. 18 Prozent der
Automobile reichen würde?
2. Welche Projekte für Mikro- und Makroalgenzucht fördert die
Bundesregierung momentan?
Sind bei diesen Projekten auch welche dabei mit dem Ziel, einen Ersatz für
erdölbasierende Kraftstoffe zu erforschen?
3. Mit welchem Preisniveau kalkuliert die Bundesregierung bei der Nutzung
von Kraftstoffen aus Algen?
4. Mit welchen Standorten für Algenkraftstoff-Produktionsstätten rechnet die
Bundesregierung bis zum Jahr 2030, und sind Standorte in Deutschland
dabei?
5. Wie hoch schätzt die Bundesregierung das mengenmäßige Potential von
Algenkraftstoff zur Nutzung in Deutschland und der gesamten EU bis zum Jahr
2030 ein?
6. Wie beurteilt die Bundesregierung das hohe Potential von Algenkraftstoff,
unter der Prämisse, dass die Ernte von Biodiesel aus Raps bei ca. 1 500 Litern
pro Hektar (www.wissenwiki.de/Biodiesel) liegt und nach einer US-
amerikanischen Studie von Mora associates der Ertrag bei Algen bei 20 000
Gallonen pro Acre liegt (www.fao.org/uploads/media/0707_Wagner_-_Biodiesel_
from_algae_oil.pdf), was ca. 185 000 Litern pro Hektar entspricht, im
Verhältnis zu dem Aufwand der Schaffung der E-Mobilität?
7. Mit welchem Energieaufwand in kWh zur Herstellung rechnet die
Bundesregierung pro Liter Algendiesel mit einem Heizwert von 9,8 kWh pro Liter?
8. Welche Erfahrungen hat die Bundesregierung mit der katalytisch drucklosen
Verölung, kurz KDV (www.focus.de/wissen/weltraum/odenwalds_universum/
die-co2-neutrale-dieselanlage-oelgewinnung-aus-muell-wie-ein-
deutscherentwickler-die-welt-revolutionieren-will_id_4743051.html), im allgemeinen
und insbesondere mit der Demoanlage in Ennigerloh im Kreis Warendorf
(www.diesel-west.de) sammeln können?
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu technischen Verfahren
vor, welche aus Algenrohstoff Kraftstoff, insbesondere Dieselkraftstoff,
herstellen?
a) Sieht die Bundesregierung diese Verfahren als Möglichkeit,
Klimaschutzziele zu erreichen, und wenn ja, wie bindet die Bundesregierung diese
Verfahren in ihre Klimaschutzplanungen ein?
b) Wie bewertet die Bundesregierung die Umwelt- und Klimafreundlichkeit
bzw. -schädlichkeit eines solchen Verfahrens derzeit und potentiell für die
Zukunft?
10. Wird die Bundesregierung die oben genannten Möglichkeiten, um in einem
überschaubaren Zeitraum große Mengen CO2 in einen gebundenen Kreislauf
und sehr sauberen Alternativ-Dieselkraftstoff in den Verkehr zu bringen,
fördern, und macht die Förderung von E-Mobilität für mittlere und lange
Strecken aus Sicht der Bundesregierung in diesem Fall dann noch Sinn?
Berlin, den 10. Mai 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1309110.09.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12459 - Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro- und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Dirk Spaniel, Matthias Büttner,
Leif-Erik Holm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/12459 –
Schritt in die Nach-Erdöl-Ära innovativ gestalten, Rohstoffe für E-Mobilität sparen
und gleichzeitig günstige und CO2-arme Kraftstoffe zur Verfügung stellen, Mikro-
und Makroalgen als Kraftstoffrohstoff nutzen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Viel wurde in den letzten Monaten und Jahren über saubere Benzin- und
Dieselautomobile gesprochen. Besonderes Augenmerk fällt auf die
Elektromobilität. Dazu müsste nach Aussage der Fraktion DIE LINKE., Sabine
Leidig (Plenarprotokoll 19/88, Seite 10408) bei der Regierungsbefragung am
20. März 2019 der individuelle Verkehr halbiert werden.
Die E-Mobilität bedingt einen großen Bedarf an Rohstoffen für Akkus – siehe
die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/7497. Da die Versorgung mit diesen Rohstoffen vom Weltmarkt
abhängig ist, ist dies nach Ansicht der Fragesteller kritisch zu bewerten.
Ferner sind die Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern nach Ansicht der
Fragesteller nicht auf bundesdeutschem Niveau.
Aus der oben genannten Antwort geht ferner hervor, dass die weltweiten
Produktionsmöglichkeiten für Akkus mit 1 250 GWh geschätzt werden. Bei
80 KWh pro Fahrzeug entspricht dies knapp 16 Millionen Fahrzeugen pro
Jahr. Bei 2017 weltweit 86 Millionen gebauten Fahrzeugen entspricht dies
ca. 18 Prozent Marktanteil.
Damit wird die E-Mobilität nach Ansicht der Fragesteller nicht
durchschlagend zum weltweiten Klimaschutz beitragen. Nimmt man die schwedische
Studie (www.focus.de/auto/elektroauto/e-auto-batterie-viel-mehr-co2-als-
gedacht_id_7246501.html) von www.ivl.se(www.ivl.se/download/
18.5922281715bdaebede9559/1496046218976/C243+The+life+cycle+energy
+consumption+and+CÜ2+%20emissions+from+lithium+ion+batteries+.pdf)
zur Basis, ist E-Mobilität noch fragwürdiger.
Bei dem Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ (www.kraftstoffe-der-zu
kunft.com/) im Rahmen der Grünen Woche 2019 beteiligten die Fragesteller
sich an der Diskussion, ob Algen und hier speziell Makroalgen, also Seetang
usw., die mit Abstand günstigste Methode der Kraftstoffgewinnung sein
können. Diese Kraftstoffe können in sehr großen Mengen günstig hergestellt
werden und belasten die Teller-Tank-Diskussion nicht (www.bauernverband.de/
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13091
19. Wahlperiode 10.09.2019
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
nukleare Sicherheit vom 5. September 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
teller-tank,%20www.derspatz.de/themen/ernaehrung/superpflanze-
algealleskoenner-fuer-tank-und-teller).
Die „WirtschaftsWoche“ (www.wiwo.de/technologie/green/mobilitaet-algen
diesel-billiger-als-sprit-aus-erdoel/13546520.html) publizierte, dass Preise von
0,40 Euro/Liter Algendiesel möglich wären.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Alternative Kraftstoffe werden durch die Treibhausgasminderungs-Quote des
BImSchG gefördert. Dabei müssen Kraftstoffanbieter die
Treibhausgasemissionen ihres inverkehrgebrachten Kraftstoffs um derzeit 4 Prozent, ab 2020 um
6 Prozent mindern. Dafür stehen den Marktteilnehmern im freien Wettbewerb
um den günstigsten CO2-Minderungspreis unterschiedliche Erfüllungsoptionen
zur Verfügung. Zu diesen Optionen gehören bereits jetzt u. a. auch
Biokraftstoffe aus Algen. Die Produktion aus Algen wird derzeit jedoch nur in kleinen
Versuchsanlagen getestet. Es ist davon auszugehen, dass Anlagen im
Großmaßstab in den kommenden Jahren noch nicht möglich sein werden. Eine
kommerziell erfolgreiche Produktion von Algen-Kraftstoffen erscheint auch
längerfristig als unwahrscheinlich.
In Bezug auf die Umwelt- und Klimafreundlichkeit der Elektromobilität hat die
Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion der AfD
auf Bundestagsdrucksache 19/12712 ausführlich Stellung genommen. Mit
Blick auf gegebenenfalls kritische Rohstoffen besteht eine (auch unabhängig
von Elektromobilität) angewendete Dreifachstrategie: Effizienz (weniger
Rohstoffeinsatz für dieselbe Leistung), Ersatz (anderer oder gänzlicher Verzicht auf
einen bestimmten Rohstoff) und Recycling. Alle drei Strategien werden von
Unternehmen verfolgt und von der Bundesregierung unterstützt. So gibt es
mittlerweile zum Beispiel Elektromotoren, die ohne den Einsatz von seltenen
Erden auskommen sowie Batterien, die kein oder nur noch sehr geringe
Mengen Kobalt benötigen. Auch konnte die Energiedichte von Batterien um ein
Vielfaches gesteigert werden, sodass heute übliche größere Reichweiten in der
Regel sogar ohne größeren „Rohstoff-Rucksack“ auskommen.
1. Mit welchen Energien werden die ca. 80 Prozent der anderen Automobile
nach Kenntnis der Bundesregierung voraussichtlich im Jahr 2030
betrieben, wenn man davon ausgeht, dass die Produktionskapazität weltweit für
Akkus bis zum Jahr 2030 1 250 GWh beträgt (siehe
Bundestagsdrucksache 19/7497), was nach den Berechnungen der Fragesteller weltweit für
ca. 18 Prozent der Automobile reichen würde?
Die Produktionskapazitäten für Antriebsbatterien werden derzeit stark
ausgeweitet und die Bundesregierung macht sich dabei insbesondere für eine
Ansiedlung in Deutschland stark. Prognosen zu den Produktionskapazitäten sind daher
grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Automobilhersteller sichern
sich für den von ihnen geplanten Markthochlauf von Elektrofahrzeugen derzeit
erfolgreich mit Kapazitäten ab. Unabhängig davon ist davon auszugehen, dass
auch im Jahr 2030 global gesehen noch ein erheblicher Anteil der
Neufahrzeugflotte mindestens teilweise auf flüssige oder gasförmige Kraftstoffe
angewiesen sein wird. Noch mehr gilt dies für den globalen Fahrzeugbestand. Zur
Minderung der Treibhausgasemissionen bei solchen Kraftstoffen steht wie
einleitend beschrieben ein etabliertes Instrument zur Verfügung.
2. Welche Projekte für Mikro- und Makroalgenzucht fördert die
Bundesregierung momentan?
Sind bei diesen Projekten auch welche dabei mit dem Ziel, einen Ersatz
für erdölbasierende Kraftstoffe zu erforschen?
Eine Auflistung laufender, von der Bundesregierung geförderter
Forschungsvorhaben zu Mikro- und Makroalgen sowie das Thema der einzelnen Vorhaben
kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Thema (Zuwendungsempfänger) Zeitraum
Verbundvorhaben (FSP-Bioschmierstoffe): Potenziale algenbasierter
Bioschmierstoffadditive; Teilvorhaben 1: Leistungsprüfung in der Zerspanung
(Hochschule Bremen)
1.4.2019–31.3.2022
Verbundvorhaben (FSP-Bioschmierstoffe): Potenziale algenbasierter
Bioschmierstoffadditive; Teilvorhaben 2: Prüfung und Bewertung des Umweltrisikos
der neu entwickelten Additive (Universität Bremen)
1.4.2019–31.3.2022
Verbundvorhaben (FSP-Bioschmierstoffe): Potenziale algenbasierter
Bioschmierstoffadditive; Teilvorhaben 3: Chemische Strukturaufklärung
(Universität Bremen)
1.4.2019–31.3.2022
Verbundvorhaben (FSP-Bioschmierstoffe): Potenziale algenbasierter
Bioschmierstoffadditive; Teilvorhaben 4: Leistungsprüfung in der
Metallumformung
1.4.2019–31.3.2022
Verbundvorhaben (FSP-Bioschmierstoffe): Potenziale algenbasierter
Bioschmierstoffadditive; Teilvorhaben 5: Gewinnung von Rohstoffen aus
Algenkulturen
1.4.2019–31.3.2022
Verbundvorhaben: Ökonomische und ökologische Bewertung eines
Bioraffinerieansatzes zur Produktion von Fucoxanthin und EPA im Pilotmaßstab und
transdisziplinär entwickelter Szenarien im Industriemaßstab in Deutschland;
Teilvorhaben 1: Datenaufarbeitung und Evaluierung des Bioraffineriekonzeptes
(Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.)
1.8.2019–30.9.2021
Verbundvorhaben: Ökonomische und ökologische Bewertung eines
Bioraffinerieansatzes zur Produktion von Fucoxanthin und EPA im Pilotmaßstab und
transdisziplinär entwickelter Szenarien im Industriemaßstab in Deutschland;
Teilvorhaben 2: Techno-Ökonomische Analyse (TEA) und Ökobilanzierung
(LCA) (Universität Hohenheim)
1.8.2019–30.9.2021
Verbundvorhaben: Ökonomische und ökologische Bewertung eines
Bioraffinerieansatzes zur Produktion von Fucoxanthin und EPA im Pilotmaßstab
und transdisziplinär entwickelter Szenarien im Industriemaßstab in Deutschland;
Teilvorhaben 3: Entwicklung von Kriterien und Szenarien (Karlsruher Institut für
Technologie )
1.8.2019–30.9.2021
Bioökonomie International 2014: Aqua-Weed – Die Untersuchung der Diversität
und biotechnologischen Nutzung von Bakteriengemeinschaften auf natürlichen
und in Aquakultur gehälterten Makroalgen (Seeweed) zur nachhaltigen
Produktion in tropischen Küstensystemen.
01.01.2016–31.12.2019
Bioökonomie International 2015: SeaFeed – Nachhaltige und gesunde
Lebensmittel und Futtermittel auf Basis von Makroalgen
01.11.2016–30.04.2020
Bioökonomie International 2016: „ABiRe: Entwicklung und Implementierung
einer innovativen aquatischen Bioraffinerie für die Mikroalge Chlorella
sorokiniana sowie die Wasserlinse Lemna minor“
01.07.2017–30.06.2020
Maßgeschneiderte Inhaltsstoffe – Verbundvorhaben: Neue Algenarten als
nachhaltige Quelle für bioaktive Nährstoffe in der Humanernährung (NovAL)
01.10.2017–30.09.2020
Maßgeschneiderte Inhaltsstoffe – Verbundvorhaben: Nährstoffreiches und
neuroprotektives Algenextrakt (RecAL)
01.09.2017–31.08.2020
KMU-innovativ-19: TEWICOS – Verfahrensentwicklung zur Gewinnung von
lipophilen und hydrophilen Extrakten aus der Mikroalge Tetradesmus
wisconsinensis
01.06.2017–31.05.2020
KMU-innovativ-21: WinBio – Wertstoffinduktion im kombinierten Bioverfahren
zur Erzeugung funktioneller und nachhaltiger Futterkomponenten im
konventionellen und biozertifizierten Nutzfischfarming
01.09.2018–28.02.2021
KMU-innovativ-21: SI-CTAP – Zellspezifische Markierung von Vertebraten und
prokaryotischen Gemeinschaften (Darm der Maus) mit stabil isotopenmarkierten
Aminosäurevorläufern in Kultur und in vivo: ein neuer Interspezies-Ansatz für
quantitative Proteomik
01.08.2018–31.07.2021
IBÖM04: FSAC – Fettsäuren sekretierende Algen/Cyanobakterien 01.04.2018–31.03.2020
IBÖ-05: Algae4Cycle – Modulare on-site Anlage zur Algenbasierten
Aufarbeitung von Prozessabwässern
01.10.2018–30.09.2019
Mikroalgen als nachhaltige und innovative grüne Zellfabriken (MERIT) 01.08.2018–31.07.2021
TI-Bioraffinerien: SEA-Made: Integrierte Separation, Entwässerung und
Aufschluss von Mikroalgen mittels dem neuartigen Konzept eines MAgnetischen
DEkanters
01.10.2018–30.09.2021
TI-Bioraffinerien: EPI-CES – Effiziente Primärraffination von Mikroorganismen
durch die Integration von Zellaufschluss und Separation am Beispiel von
Mikroalgen
01.12.2018–30.11.2021
TI-Bioraffinerien: INTEXCAT: Bioraffination von Mikroalgen-Lipiden zu
industriellen Schlüsselverbindungen durch Integration von Gewinnung und
Tandem-Katalyse
01.11.2018–31.10.2021
Agrarsysteme der Zukunft-Verbundvorhaben: Nahrung der Zukunft (F4F) 01.03.2019–29.02.2024
GreenCarbon: Konversion von CO2 in Polymere und Carbonfaser basierte
Leichtbaumaterialien für die Flug-, Automobil- und Bauindustrie durch Synergien
von Chemie und Biotechnologie – Neue Wege zur Integration von
Leichtbaumaterialien zur Realisierung einer klimazentrierten Energiewende
01.07.2019–30.06.2022
3. Mit welchem Preisniveau kalkuliert die Bundesregierung bei der Nutzung
von Kraftstoffen aus Algen?
Aufgrund aktuell nicht vorhandener Produktionsmengen aus kommerziellen
Anlagen ist der Anteil von Biokraftstoffe aus Algen derzeit Null bzw. nahe
Null und ein aktuelles Preisniveau bzw. eine Preisentwicklung nur schwer
abschätzbar. Abhängig von der Produktionsart (beheizter/unbeheizter offener
Teich oder Photobioreaktor, Ethanol oder Öl aus Algen) liegen die Kosten
aktuell nach vorliegenden Studien um den Faktor 6 bis 24 höher als die von
konventionellen Biokraftstoffen.
4. Mit welchen Standorten für Algenkraftstoff-Produktionsstätten rechnet
die Bundesregierung bis zum Jahr 2030, und sind Standorte in
Deutschland dabei?
Der Bundesregierung sind derzeit keine Planungen für kommerzielle Anlagen
in großtechnischen Maßstab bekannt.
5. Wie hoch schätzt die Bundesregierung das mengenmäßige Potential von
Algenkraftstoff zur Nutzung in Deutschland und der gesamten EU bis
zum Jahr 2030 ein?
Aufgrund aktuell nicht vorhandener Produktionsmengen aus kommerziellen
Anlagen, ist der Anteil von Biokraftstoffe aus Algen derzeit Null bzw. nahe
Null und die Entwicklung der zukünftigen Produktionsmenge nicht ableitbar.
6. Wie beurteilt die Bundesregierung das hohe Potential von
Algenkraftstoff, unter der Prämisse, dass die Ernte von Biodiesel aus Raps bei ca.
1 500 Litern pro Hektar (www.wissenwiki.de/Biodiesel) liegt und nach
einer US-amerikanischen Studie von Mora associates der Ertrag bei
Algen bei 20 000 Gallonen pro Acre liegt (www.fao.org/uploads/media/
0707_Wagner_-_Biodiesel_%20from_algae_oil.pdf), was ca. 185 000
Litern pro Hektar entspricht, im Verhältnis zu dem Aufwand der Schaffung
der E-Mobilität?
Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind nur mit einem Bündel
unterschiedlicher Maßnahmen zu erreichen. Hierzu gehört die Elektromobilität
ebenso wie der Einsatz nachhaltiger Biokraftstoffe. Die Vorzugswürdigkeit der
Technologie ist abhängig vom Einsatzgebiet.
7. Mit welchem Energieaufwand in kWh zur Herstellung rechnet die
Bundesregierung pro Liter Algendiesel mit einem Heizwert von 9,8 kWh
pro Liter?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.
8. Welche Erfahrungen hat die Bundesregierung mit der katalytisch
drucklosen Verölung, kurz KDV (www.focus.de/wissen/weltraum/oden
walds_universum/die-co2-neutrale-dieselanlage-oelgewinnung-
ausmuell-wie-ein-deutscher-entwickler-die-welt-revolutionieren-
will_id_4743051.html), im allgemeinen und insbesondere mit der
Demoanlage in Ennigerloh im Kreis Warendorf (www.diesel-west.de) sammeln
können?
Das Umweltbundesamt untersuchte alternative Verfahren für die thermische
Entsorgung von Abfällen – darunter auch die katalytisch drucklose Verölung.
Die Publikation ist unter folgendem Link abrufbar: www.umweltbundesamt.de/
s i t e s /de fau l t / f i l e s /med ien /1410 /pub l ika t ionen /2017-03-06_ tex
te_17-2017_alternative-thermische-verfahren_0.pdf.
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu technischen
Verfahren vor, welche aus Algenrohstoff Kraftstoff, insbesondere
Dieselkraftstoff, herstellen?
a) Sieht die Bundesregierung diese Verfahren als Möglichkeit,
Klimaschutzziele zu erreichen, und wenn ja, wie bindet die Bundesregierung
diese Verfahren in ihre Klimaschutzplanungen ein?
b) Wie bewertet die Bundesregierung die Umwelt- und
Klimafreundlichkeit bzw. -schädlichkeit eines solchen Verfahrens derzeit und
potentiell für die Zukunft?
Es wird auf die Antwort zu Frage 6 verwiesen.
10. Wird die Bundesregierung die oben genannten Möglichkeiten, um in
einem überschaubaren Zeitraum große Mengen CO2 in einen gebundenen
Kreislauf und sehr sauberen Alternativ-Dieselkraftstoff in den Verkehr zu
bringen, fördern, und macht die Förderung von E-Mobilität für mittlere
und lange Strecken aus Sicht der Bundesregierung in diesem Fall dann
noch Sinn?
Es wird auf die Antwort zu Frage 6 verwiesen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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