Klimaschutzleistungen der Waldbesitzer
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Nicole Bauer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Karsten Klein, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Michael Georg Link, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Christian Sauter, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Bettina Stark-Watzinger, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Wälder als Kohlenstoffspeicher rücken in der Klimadebatte immer mehr in den Fokus. Seit Langem sind Wälder fester Bestandteil verschiedener Klimaschutzmaßnahmen. Durch privat finanzierte Aufforstungen, Baumpflanzungen oder Baumpatenschaften engagieren sich bereits große Teile der Bevölkerung für den Erhalt einer funktionierenden Kohlenstoffsenke (www.ruhrnachrichten.de/herbern/auf-rekordkurs-sv-herbern-pflanzt-bei-grossaktion-im-jubilaeumsjahr-100-baeume-1465071.html ; www.landeszeitung.de/blog/lokales/2643391-auf-in-den-blaetterwald).
Insbesondere die Waldbesitzer, die selbstständig Forstwirtschaft betreiben, haben den Waldumbau bereits seit Jahren im Blick. Aufforstungen, Waldpflege und Bewirtschaftung sind wesentlich zum Erhalt ihrer forstwirtschaftlichen Existenz. Die weitsichtige Eigeninitiative vieler privater und kommunaler Waldbewirtschafter in der Vergangenheit resultiert heute in einer funktionierenden Kohlenstoffsenke „Wald“, von der die gesamte Gesellschaft profitiert (www.wp.de/staedte/wittgenstein/den-wald-sich-selbst-zu-ueberlassen-ist-reine-oeko-romantik-id227276919.html ; www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Unterrother-Gemeindewald-bekommt-Bestnoten-id55852076.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Welchen wirtschaftlichen Wert hat nach Auffassung der Bundesregierung die Speicherleistung des Waldes für Kohlenstoff?
Welchen Ansatz zur Inwertsetzung der Speicherleistung des Waldes für Kohlenstoff ist nach Ansicht der Bundesregierung derzeit möglich (bitte die verschiedenen Ansätze, die die Speicherleistung des Waldes je Hektar ökonomisch bewerten können, darstellen)?
Inwieweit und seit wann wird der Waldsektor mit seiner Senkenleistung in der Treibhausgasbilanz Deutschlands berücksichtigt (bitte die von Deutschland ratifizierten Übereinkommen, die den Wald bis dato als Kohlenstoffsenke anerkannt haben, nennen und den Einfluss des Waldsektors auf die Treibhausgasbilanz Deutschlands darstellen)?
Welche Gründe haben aus Sicht der Bundesregierung bisher dafür gesprochen, dass europaweit oder bundesweit kein Handel mit Senkengutschriften geschaffen werden konnte (www.waldwissen.net/wald/klima/wandel_co2/lwf_co2_speicher_forst/index_DE)?
Inwieweit sieht die Bundesregierung die forstliche Arbeit von aktiven Waldbesitzern als ursächlich für die Senkenfunktion des Waldes für Kohlenstoff?
Welche betriebswirtschaftlichen Aufwendungen der Waldbewirtschafter müssen nach Ansicht der Bundesregierung zur Erhaltung der Senkenfunktion des Waldes für Kohlenstoff aufgebracht werden?
Sind nach Auffassung der Bundesregierung Waldeigentümer in der Vergangenheit in dem Maße honoriert worden, wie ihre aktive Waldbewirtschaftung zur Treibhausgasbilanz beigetragen hat?
Welche Projekte werden derzeit von der Bundesregierung unterstützt, um die Senkenleistung des Waldes für Kohlenstoff zu erforschen?
Welche Verfahren und methodischen Ansätze werden dazu verwendet?
Welche Menge an CO2 ist nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten 50 Jahren durch den Wald gebunden worden, und welche Faktoren haben dabei eine wesentliche Rolle gespielt (bitte die wesentlichen forstlichen Faktoren, die eine Kohlenstoffspeicherung fördern, darstellen)?
Leisten nach Ansicht der Bundesregierung stillgelegte Wirtschaftswälder, die nach ihrer Stilllegung ihre Holzvorräte sukzessive abbauen, einen Beitrag zur Einsparung von Kohlenstoffemissionen vor dem Hintergrund des Pariser Klimaabkommens?